KOKOPELLI – Wir überlassen das Saatgut nicht den Konzernen

Die genetische Vielfalt der Pflanzen ist das Erbe der gesamten Menschheit, die zu ihrem Nutzen eingesetzt werden sollte und nicht zum Vorteil einiger weniger Konzerne wie z.B. Monsanto verkommen darf. Über Jahrtausende haben die in der Landwirtschaft tätigen Menschen dieses Geschenk der Natur mit Dankbarkeit angenommen und es mit Respekt behandelt. Was sich jetzt nunmehr sei zwei Jahren in einem gegen „Kokopelli“ angestrengten Rechtsstreit in Frankreich abspielt, zeigt, dass die großen Konzerne nicht an der Bestandsicherung des Saatgutes an sich interessiert sind, sondern über eine Monopolbildung an der eigenen Gewinnmaximierung.

Und wer ist „Kokopelli“?

Der Verein, die französische „Association Kokopelli“ setzt sich für den Erhalt alter Obst- und Gemüsesorten ein. Dafür werden regelmäßig in verschiedenen Teilen der Welt sogenannte „Saatgutbörsen“ veranstaltet, auf denen interessierte Gärtner ihr Saatgut erwerben oder tauschen können. In Indien existiert sogar eine Samen-Genbank namens Annadana, die von einem Garten umgeben ist, in dem nach ökologischen Kriterien Saatgut gewonnen wird. Ihr Ziel ist die Erhaltung, dieVermehrung und die Verteilung von alten Gemüsesorten.

Das klingt doch gut! Und wo ist das Problem?

Die europäische Saatgutverordnung, die Europäische Direktive 98/95, deren Inhalt die Modalitäten für den Samenhandel in Europa festlegt, ist von Frankreich ratifiziert worden. Auf Antrag der deutschen grünen Abgeordneten wurde der Artikel 17 hinzugefügt, der besagt, dass die Erhaltung und Verbreitung von Saatgut begünstigt werden soll, dass die Kriterien der sogenannten „conservation varieties“ erfüllt. Damit ist die Erhaltung und Verbreitung von Saatgutvielfalt gemeint. Bis heute gibt es jedoch keine zuverlässige Zuordnung, welche Samen dazu zählen. Darüber hinaus wurde der Artikel 17 von Frankreich bis heute nicht in französisches Recht übertragen.

Diese Faktoren eröffnen den multinationalen Konzernen alle Möglichkeiten, ihr unsauberes Spiel fortzusetzen. So klagen die Großkonzerne Kokopelli an, illegale Pflanzensorten zu verbreiten, da diese nicht im französischen Katalog eingeschrieben seien. Der Argumentation der Anwälte Kokopellis, die sich auf den Artikel 17 der Direktive berufen, schloss sich die Justiz in der ersten Instanz an. In der Berufungsverhandlung nahmen die Richter den Hinweis auf diesen Artikel jedoch nicht zur Kenntnis und verurteilten Kokopelli zu einer Bußgeldzahlung in Höhe von 20.000 Euro sowie zur Übernahme der Gerichtskosten. Ein großer Teil des Saatgutes von Kokopelli wird somit per Definition der Justiz als illegal erklärt, und dies, obwohl der französische Staat regelmäßig wegen der Nichtbeachtung gemeinschaftlicher Entscheidungen von Europa ermahnt wird.

Das Beispiel von Kokopelli ist jedoch keine singuläre Erscheinung und genau hier liegt die Gefahr. Laut eines Berichtes der FAO von 1996 sind zu diesem Zeitpunkt bereits zwischen 75 bis 90 Prozent des genetischen Reichtums beim Saatgut für Kulturpflanzen vernichtet. Das bedeutet, dass eine Verarmung der genetischen Vielfalt zu beklagen ist, die kaum mehr umkehrbar erscheint.

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Datum: Mittwoch, 18. Mai 2011 16:07
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4 Kommentare

  1. 1

    […] Kokopelli überlassen das Saatgut nicht den Konzernen […]

  2. 2

    hallo allseits,
    unbedingt müssen wir uns für den Erhalt der Vielfalt unserer Schöpfung einzetzen. Es darf nicht sein, daß einzelne Personengruppen alles in „Mono“ (wie: Monopol, Monokultur, Monolog …) wandlen. Wie man bei den EHEC-Erreger sieht, kann das ja nicht gut gehen. Da ist sicher auch alles „mono“.
    LG

  3. 3

    bin ebenfalls ganz der Meinung, dass die Vielfalt erhalten bleiben muss. Was können wir tun, um zu verhindern, dass die genmanipulierten Pflanzen immer mehr verbreitet werden? Wie können wir die EU hindern, dass diese Pflanzen in Europa eingesetzt werden dürfen?

    Wir müssten uns alle zusammenschließen und gegen die EU ziehen. Unterschriften sammeln oder so. Wer hat eine brauchbare Idee?

  4. 4

    Sehr geehrter Herr Graeber,

    ich denke über Monsanto genau wie Sie und finde es müsste unbedingt ein europäisches Bürgerbegehren gegen die Einfuhr von SmartStax durchgeführt werden. Was denken Sie darüber?
    Mit freundlichen Grüßen,
    Lucia Berthold

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