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Wir kennen den gebetsmühlenartigen Anspruch der Schulmedizin und der mit ihr verbandelten Pharmaindustrie, dass nur „ordnungsgemäß“ zugelassene Medikamente in der Lage sind, zu heilen. Und gerade in Corona-Zeiten bekommen wir das seit Monaten zu hören!

Natürliche Heilmittel gibt es demnach nicht, beziehungsweise kann es nicht geben, da diese keine Zulassung haben und damit unwirksam sein sollen – entgegen aller Studien und Erfahrungswerte.

Schon hier kristallisiert sich die Lächerlichkeit des Anspruchs auf eine Monopolstellung in Sachen Heilung heraus. Denn die Kritik, dass die Schulmedizin nicht heilt, sondern Symptome verarztet, wird mit solchen formalisierten Argumenten bestätigt.

 

Wenn man diese krude Logik für sich vereinnahmt hat, dann hat man auch die idealen Scheuklappen auf, die die Sicht auf die negativen Folgen zahlreicher „Mediziner“-Verordnungen ausblenden. Und damit wäre das rosarote Bild der klassischen Medizin Wirklichkeit geworden.

Und bevor mir wieder was unterstellt wird: Es geht hier nicht darum, dass ich gerne einen guten Chirurgen hätte, der mich operiert, wenn mein Bein nicht mehr da ist, wo es eigentlich hingehört. Es geht hier um die Millionen chronisch Kranken (und auch um akut Kranke), die täglich irgendwelche Tabletten, Arzneimittel und Medikamente einnehmen sollen.

Kein Medikament ohne Nebenwirkungen

Ein alter pharmakologische Leitspruch besagt, dass es bei pharmakologischen Substanzen ohne Nebenwirkungen auch keine Wirkungen gibt. Oder mit anderen Worten: Je besser eine Substanz wirkt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für unerwünschte andere Wirkungen, kurz „Nebenwirkungen“ genannt. Und eine dieser „Nebenwirkungen“ ist der Tod.

Wie sehr die Schulmedizin diese Wahrheit verdrängt oder unterdrückt, dies dokumentiert ihre wissenschaftsfeindliche Herangehensweise an diese Tatsachen.

Diese Ideologie hat Konsequenzen für die Art und Weise, wie Medikamente neu zugelassen werden. Denn die Pharmaindustrie darf ihre eigenen Studien bauen und somit ihr eigener „Richter“ sein.

Und diese Praxis hat Konsequenzen für die Patienten, die ich in einer „Unmenge“ an Beiträgen bereits beschrieben habe:

Tod auf Rezept: Aber nicht verraten!

Tod auf Rezept“ – so hieß ein Beitrag der ARD aus dem Jahr 2000. Hier kommt ein renommierter Bremer Pharmakologe, Professor Schönhofer, zu Wort, dessen Spezialgebiet die Erforschung von Nebenwirkungen von Medikamenten ist. Er beurteilt die Vorgehensweise der Pharmaindustrie so:

Der Profit ist oft wichtiger als der Patient, Medikamente kommen häufig vorschnell auf den Markt.

Am Beispiel eines heute praktisch unbekannten Medikaments, das Antibiotikum Trovan, wird das Prinzip erklärt, das hinter dieser desolaten Praxis steht.

Das Antibiotikum von der Firma Pfizer war nur ein Jahr auf dem Markt. Aufgrund schwerer Nebenwirkungen plus Todesfälle wurde es wieder vom Markt genommen. Immerhin, möchte man fast denken. Aber eigentlich hätte eine solche Substanz nie zugelassen werden sollen.

Denn die Studien vor der Zulassung zeigten erhöhte Leberwerte bei den Probanden, was aber vom Hersteller unter den Teppich gekehrt wurde. Pfizer behauptete sogar höchst offiziell, dass Trovan „das am besten untersuchte Mittel aller Zeiten“ sei, und sogar noch besser dokumentiert sei als Penicillin. Nach einem Jahr war das am besten untersuchte Mittel aller Zeiten weg vom Markt.

Für Professor Schönhofer war klar, dass die Zulassung dieser Substanz nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen beruhen konnte, sondern einzig und allein auf Profitstreben, wie er sich ausdrückte.

Dies ist nur ein Beispiel von vielen und damit keine Ausnahme, die irgendeine Regel bestätigt. Vielmehr scheint es sich hier um die Regel zu handeln, bei der man nach einer Ausnahme suchen muss. Da wir gerade bei den Antibiotika sind: Da gibt es auch noch die unschöne Gruppe der Fluorchinolone. Eine tolle Sache!

Nach Berechnungen von Prof. Schönhofer gab es zu diesem Zeitpunkt jährlich 16.000 Tote durch medikamentöse Nebenwirkungen, die zur Hälfte vermeidbar gewesen wären. Und zu diesem Zeitpunkt gab es nach seinen Aussagen noch über 20.000 Arzneimittel, die im Verkehr waren, für die es aber überhaupt keine Zulassung gegeben hatte. Aber das war im Jahr 2000.

Hier wird die Scheinheiligkeit von Schulmedizin und Pharmaindustrie besonders deutlich, die eine Zulassung, Neubewertung, Nachzulassung usw. für seit Jahrzehnte bewährte Naturheilmittel verlangen, selbst aber nicht im geringsten bereit sind, ihren eigenen chemischen Dreck einer wissenschaftlichen Prüfung unterziehen zu lassen.

Und da sich an dieser Praxis wenig geändert zu haben scheint, hat sich die Zahl der 16.000 Toten von 2000 evidenzbasiert und signifikant auf 58.000 Tote durch medikamentöse Nebenwirkung im Jahr 2013 erhöht.

2018 sollen alleine 0,3 % aller Klinik-Patienten während der stationären Therapie an Medikamenten-Nebenwirkungen verstorben sein. Bei 20 Millionen Einweisungen sind das 60.000, worauf der Medizin-Kritiker Dr. Gerd Reuther (Selbstbezeichnung. Medizin-Aufklärer) hinweist. Ohnehin ist der Radiologe der Überzeugung, dass die Schulmedizin die häufigste Todesursache in Deutschland ist. Die Zahlen belegen, wie leichtfertig mit Medikamenten in Deutschland umgegangen wird. Schmerzmittel werden wie Smarties verteilt, dabei haben sie oft schwere Nebenwirkungen. So verdoppelt Diclofenac das Herzinfarkt-Risiko, wie Reuther exemplarisch anmahnt.

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Der Karneval der Schulmedizin

Die Definition von Intelligenz ist sehr einfach: Es ist die Fähigkeit zu lernen. Damit erhebt sich der Verdacht, dass eine Disziplin, die vor 17 Jahren noch 16.000 Tote produzierte und dann 13 Jahre später fast das Vierfache davon, eine eingeschränkte bis nicht vorhandene Fähigkeit zum Lernen besitzt. Die fehlende Wissenschaftlichkeit wäre ein weiterer Hinweis darauf. Aber ich denke, dass es viel schlimmer ist.

Wie Professor Schönhofer bereits festgestellt hatte, ist es weniger die fehlende Intelligenz, sondern das Interesse, dass hinter dieser Praxis steht: Steigender Umsatz und Profit. Dies hat höchste Priorität. Und die vorhandene Intelligenz wird genutzt, um idealistische Ärzte und Patienten nachhaltig zu täuschen.

Diese Abteilung nennt man Marketing, die in der Lage ist, aus einem Killer-Medikament das Sicherste aller Zeiten zu schnitzen. Darum entsteht nicht selten der Eindruck, dass mit all dieser Evidenzbasiertheit, Wissenschaft im weißen Kittel, gravitätischem Gehabe der Medizin-Professoren, und anderen werbewirksamen Methoden Medikamente ähnlich unter das Volk geworfen werden können, wie die Kamellen im Kölner Karneval. Denn die medizinischen Kamellen sind ja total sicher und heilen auch noch. Und wenn es dazu sogar noch eine „Zulassung“ gibt, dann kann ja nichts mehr schief gehen.

Wir wissen spätestens seit Contergan in den frühen Sechzigern und Avandia, Lipobay und Vioxx nach 2000, dass sich was geändert haben muss – und zwar etwas, was die 16 durch eine 58 mal Tausend zu ersetzen in der Lage war.

RP-online.de brachte diesen sehr glaubwürdigen Artikel im Jahr 2013, aus dem diese Zahlen hervorgehen. Im Mittelpunkt dieses Beitrags steht Professor Sönnichsen vom Institut für Allgemeinmedizin der Universität Witten/Herdecke. Er bemängelt, dass fast 1/3 aller Medikamente ohne „Evidenzbasis“ verordnet werden. Dies halte ich für eine bestürzende Erkenntnis für eine Disziplin, die die Evidenzbasiertheit für sich in Anspruch nimmt und Naturheilverfahren als nicht evidenzbasiert abstempelt.

Der Artikel zitiert eine Studie, die gezeigt hat, dass 90 Prozent der Patienten mindestens ein Arzneimittel ohne entsprechende Indikation (=unbegründet) verschrieben bekommen.

Bei den älteren Herrschaften (=über 65 Jahre alt) werden in 63 Prozent der Fälle Medikamente gegeben, die für diese Altersgruppe so gut wie kontraindiziert oder wirkungslos sind. Ein ähnliches Vorgehen kenne ich nur vom Kölner Karneval.

10% der Notaufnahmen wegen Arzneimittel-Wechselwirkungen

Eine Studie des Salzburger Klinikums aus dem Jahr 2008 hatte ergeben, dass 10 Prozent der Notaufnahmen in einem engen Zusammenhang mit medikamentösen Wechselwirkungen standen. Professor Sönnichsen weiß von weiteren Studien, die zu ähnlichen Ergebnissen gekommen sind. Das heißt also, dass im Karneval der Schulmedizin nicht nur blaue oder gelbe oder rote Kamellen gerne und reichlich gegeben werden, sondern alle Farben bunt durcheinander gemischt nach dem Motto: je mehr desto besser.

Wie sehr diese Narren im weißen Kittel die bunten Kamellen schätzen, beschreibt Professor Haefeli vom Universitätsklinikum Heidelberg:

Der durchschnittliche Patient verlässt heute mit 5 Medikamenten unsere Klinik. Daraus ergeben sich bereits 26 verschiedene Kombinationen, die sich gegenseitig beeinflussen können.

Und Durchschnitt heißt hier nicht etwa maximal. Denn es sind Fälle bekannt, wo Patienten 20 und mehr verschiedene Medikamente täglich haben schlucken müssen. Alaaf und Helau!

Aber Interaktionen (Wechselwirkungen) sind doch keine Nebenwirkungen oder vielleicht doch?

Mal wieder: die Cholesterinsenker

Wie fragwürdig dieses System ist, das verdeutlicht Professor Sönnichsen am Beispiel der Lipidsenker. Der wird nämlich gerne verschrieben, um „das Risiko für Herzinfarkte zu senken“. Denn es gibt von der Pharmaindustrie durchgeführte Arbeiten, die dies gezeigt haben wollen. Und die müssen es ja wissen, nicht wahr?

Für Professor Sönnichsen jedoch stellt sich die Situation vollkommen anders dar:

Bei 100 Patienten verhindert man dadurch innerhalb von 10 Jahren 5 Herzinfarkte. 75 von ihnen hätten statistisch bewertet ohnehin keinen bekommen und 20 von ihnen bekommen ihn trotz der Behandlung mit dem Medikament.

Vom Risiko für Nebenwirkungen und Art und Weise von Nebenwirkungen wird hier selten gesprochen. Denn läge die Priorität bei der Sicherheit der Medikation, dann wäre schon längst Aschermittwoch in der Schulmedizin. Und ein Büchlein zu diesem „Zeug“ habe ich auch verfasst:

Buch: Cholesterin Märchen von rené Gräber

„Prognosehemmung“ und Gießkannenprinzip

Besagter Artikel gibt eine interessante Erklärung für dieses Phänomen in Deutschland. Er sieht die Ursache darin, dass „in Deutschland prognosehemmend verschrieben wird.“

Das heißt, dass es sich hier um ein Gießkannenprinzip handelt, das jeden einschließt, der ein bestimmtes Risiko besitzt, das sich wiederum von Grenzwerten bei bestimmten Laborwerten ableiten lässt. Wer also einen Cholesterinwert von mehr als 200 sein Eigen nennt, der ist schulmedizinisch gesehen ein Risikopatient, wenn auch nur statistisch. Aber das reicht schon, um diesen Patienten einem Sack voll Risiko für Nebenwirkungen auszusetzen. Denn die Statistik hat es ja „bewiesen“.

Naja, und wenn der Patient zum Beispiel auch noch, wie nicht selten üblich, nachhaltig gesenkte Grenzwerte für Prädiabetes und Hypertonie übersteigt, dann greift der Arzt reflexartig zum Rezeptblock, um noch ein paar bunte Kamellen dazu zufügen. Wir wissen alle, wie unterschiedlich der Organismus von Patienten funktioniert, was auch auf eine differenzierte Genetik zurückzuführen ist.

Aber die Schulmedizin macht mit ihren karnevalistischen Veranstaltungen der Verteilung von Kamellen im Gießkannenprinzip alle Patienten gleich. Wen wundert es da noch, dass auch aus diesem Blickwinkel Nebenwirkungen entstehen müssen, selbst wenn es sich nur um ein einzelnes Medikament handelt.

Ein Beitrag von T-online (Pharmakologe warnt vor Schmerzmitteln) beschreibt die Risiken von Medikamenten, die heute als normal, sicher, gut verträglich etc. gelten. Hier kommt ein Professor für Pharmakologie der Universität Erlangen zu Wort, Professor Brune. Er veranschaulicht dem Leser, wie viel Chemie die Deutschen im Verlauf ihres Lebens schlucken oder schlucken müssen:

Im Schnitt nimmt jeder Deutsche von der Geburt bis zum Tod 2 Monate im Jahr Schmerzmittel ein. 10 Prozent der Deutschen schlucken sie sogar jeden Tag.

Paracetamol und Acetylsalicylsäure können bei einer Überdosierung zum Tode führen. Andere vergleichbare, aber modernere Wirkstoffe wie Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen haben diese „Nebenwirkung“ nicht. Dafür zeichnen sich diese, zum Beispiel Ibuprofen und Diclofenac, durch eine nierenschädigende Wirksamkeit aus, die in letzter Konsequenz ebenfalls zum Tode führen kann. Aber nicht nur die Nieren sind gefährdet. Magen-Darm-Trakt und Lungen können auch betroffen sein.

Paracetamol hat eine schädigende Wirksamkeit auf die Leber, die auch dann gegeben ist, wenn keine hohen Dosen eingenommen werden. Laut Professor Brune würde Paracetamol heute nicht mehr zugelassen, da die Substanz auch für Herzinfarkte, Hypertonie und Hirnschäden verantwortlich ist.

Acetylsalicylsäure ist ein beliebter Wirkstoff, der als Prophylaxe gegen Schlaganfall zum Einsatz kommt, da er „blutverdünnend“ wirkt. Mal ganz nebenbei: „blutverdünnend“? Wer sich diesen Begriff hat einfallen lassen, dem gebührt der Medizin-Marketing-Nobelpreis. Das Blut kann ich verdünnen, wenn ich Flüssigkeit dazu gebe. Was aber wirklich passiert ist höchstens eine „Gerinnungshemmung“.

Aber wir sehen hier wieder das kamellenhafte Gießkannenprinzip der Schulmedizin, nahezu jeden Patienten, der ein statistisches Risiko für einen Schlaganfall zu haben scheint, auf die Substanz einzustellen.

Auch hier abstrahieren die behandelnden Mediziner von den Risiken für unkontrollierbare Blutungen, Darmgeschwüre, Asthmaanfälle etc., weil die Hersteller ihnen vorgaukeln, dass die Vorteile die Risiken von Nebenwirkungen übertreffen. Der Focus zitiert hierzu eine schwedische Studie aus der Universität Linköping, der zufolge

die mit Abstand häufigste tödliche Nebenwirkungen Blutungen waren, die nach der Einnahme Blut verdünnender Medikamente auftraten.

Da es sich hier auch um Schmerzmittel handelt, die ausgiebig und gerne genommen werden, gesellt sich noch ein weiterer kritischer Punkt hinzu. Und das ist das Ausschalten von Schmerz als Warnsignal durch eine chemische Keule. Dieses Ignorieren der „Körpersprache“ des Organismus alleine kann schon zu nachhaltigen Komplikationen führen, wenn die Ursache für den Schmerz nicht erkannt und beseitigt wird.

Aber Ursachenbehandlung hat kaum Priorität in der Schulmedizin. Das ist nichts Neues. Kein Wunder also, wenn diese Substanzen vom Mediziner verschrieben oder empfohlen werden.

Ein Dänischer Poltergeist der die Sache auf den Punkt bringt

Und es gibt noch einen professoralen Poltergeist in der klassischen Medizin: Professor Gøtzsche. Professor Gøtzsche ist ein Internist und hat jahrelang klinische Studien für Pharmafirmen durchgeführt. Er ist Mitbegründer der Cochrane Collaboration, sowie Direktor des Nordic Cochrane Centers am Rigshospitalet in Kopenhagen.

Die Cochrane Collaboration ist bekannt geworden durch die Durchführung von einer Reihe von Metaanalysen zu verschiedenen Fragestellungen. Meine Vorbehalte gegen Metaanalysen liegen in der Möglichkeit, nur ausgesuchte Studien in das Datenmaterial aufzunehmen, die dann das gewünschte Ergebnis herbeischaffen. Wie es aussieht, scheint Professor Gøtzsche diese Ansicht zu teilen: Data Extraction Errors in Meta-analyses That Use Standardized Mean Differences.

Es handelt sich hier offensichtlich um eine weitere Form von bewusster „Informationswäsche“, wie er das nennt. Weiter behauptet er, dass Pharmafirmen keine Medikamente, sondern Lügen über Medikamente verkaufen. Und die Fachzeitschriften sind nichts als Informationswaschanlagen für die Pharmaindustrie.

Medikamentenskandale: Die bitteren Pillen und die schlechten Nachrichten Bild: (c) fotolia – Jürgen Flächle

Pharmaindustrie als organisiertes Verbrechen

In einem Beitrag des Schweizer Rundfunks (Tödliche Medizin?) wird er so zitiert, dass er die Pharmaindustrie als organisiertes Verbrechen bezeichnet.

Ein Grund für diese Behauptungen ist die Tatsache, dass Pharmafirmen selber über die Art und Weise entscheiden dürfen, in welcher Weise ihr neues Produkt getestet wird; sie selber entscheiden, wie sie die Daten auswerten und auch selber entscheiden dürfen, welche der Daten an die Zulassungsbehörden weitergereicht werden.

Kein Wunder also, wenn Daten so frisiert werden, dass rosarote Wolken am Pharmahimmel schweben, die uns vom Pharmamarketing als neue „Durchbrüche“ verkauft werden. Wenn dann die Realität mit Blitz und Donner evidenzbasiert über die Patienten hereinbricht, dann ist man in den Pharmafirmen nur besorgt darüber, dass vor einer Rücknahme der neuen Substanz vom Markt wenigstens die Entwicklungskosten wieder hereingefahren werden können, auch wenn das einige Tote kosten sollte. Wie kann man dem guten Professor da vorwerfen, diese Machenschaften als kriminell zu bezeichnen?

Ärzte: Vollstrecker und Handlanger der Pharmaindustrie

Für Professor Gøtzsche sind die Ärzte selbst nichts anderes als „Vollstrecker“ und „Handlanger“ der Pharmaindustrie, die sich von ihr korrumpieren lassen mit Geldgeschenken, teuren Essen, teuren Reisen, die als „Weiterbildung“ verkleidet werden und so weiter.

Wer also fragwürdige Medikamente aufgrund dieser Stimuli seinen Patienten verordnet und nicht aufgrund von medizinischen Notwendigkeiten, der wird früher oder später bei einigen seiner Patienten ein pharmakologisches Desaster verursachen. Betroffen werden dann die Patienten sein, denen es am schlechtesten geht und die auf eine gute ärztliche Betreuung angewiesen sind.

Die Gesünderen halten den pharmakologischen Stress mehr oder weniger gut aus, was darauf hinweist, dass sie auch ohne Arztbesuch gut zurecht gekommen wären. Die fragilen Patienten dagegen brechen unter der pharmakologischen Last zusammen und werden Teil einer desaströsen Statistik für Nebenwirkung und vielleicht Todesfolgen.

USA: Im Jahr 2016 wurden 500 Medikamente alleine gegen Erkältungen und Allergien vom Markt genommen!

Die Zahl der Medikamente, die angeblich evidenzbasiert zugelassen worden, dann aber nach einigen Jahren vom Markt entfernt worden sind, ist inzwischen so gut wie unüberschaubar. Allein 2016 nahm die amerikanische FDA 500 Medikamente gegen Erkältungen und Allergien vom Markt. Grund: gesundheitliche Bedenken.

Diese Situation scheint die Vermutung zu bestätigen, dass Zulassungen nichts als eine aufwändige Form staatlichen Marketings für das Gesundheitswesen darstellt. Mit einer Zulassung kann man immer argumentieren, dass man den staatlichen Segen für die Substanz hat, die man unter die Leute bringt. Zulassung und Medikamentensicherheit werden als Synonym begriffen, was aber schnell in Rauch aufgeht, wenn man sich die Realität anschaut.

Denn wenn zugelassene Medikamente sicher wären, warum werden dann so viele wieder vom Markt zurückgenommen? Warum gibt es die Skandale um Avandia, Vioxx, Lipobay etc.?

Antwort: Es gibt sie, weil Personen wie Professor Gøtzsche und andere den Unterschied zwischen Medikamentensicherheit und staatlicher Absegnung kennen. Und diese staatliche Absegnung ist meist das Resultat von Lobbyarbeit der Pharmaindustrie, die die verantwortlichen Politiker mit profitablen Beraterverträgen „zwingen“, zu ihren Gunsten zu entscheiden.

Fazit

Das Geschäft mit der Gesundheit beziehungsweise Krankheit von Millionen von Patienten ist so lukrativ, dass von Seiten der Medikamentenhersteller alles getan wird, diesen Markt zu erhalten und zu erweitern. Und Teil dieser Marketingstrategie ist einfach die Produktion von Substanzen, die nicht wirken, den Patienten schaden, sich aber gut verkaufen lassen.

Andersherum: Substanzen, die gut wirken und den Patienten helfen, sich aber schlecht verkaufen lassen, oder einen zu kleinen Markt abdecken, werden von der Pharmaindustrie erst gar nicht ins Visier genommen.

Die Unmengen von Substanzen, die vom Markt genommen wurden, sind Beleg dafür, dass die evidenzbasierte klinische Testphase erst nach der offiziellen Zulassung durchgeführt wird. Versuchskaninchen hier sind dann Menschen, die nicht Teil eines Großversuchs sein wollen, schon gar nicht ohne deren Wissen, sondern die aufgrund ihrer maroden Gesundheit auf ernst zunehmende Hilfe angewiesen sind. Stattdessen bereichern sich Arzt und Pharmafirmen an deren Not und gaukeln Verantwortung und Fürsorge vor, in der Hoffnung, die Patienten an sich zu binden und somit den zahlenden Kunden für sich zu erhalten.

Fazit vom Fazit: Solange die Gesundheit des Menschen nichts als eine Ware und kein Gegenstand für „Gefühlsduselei“ ist, wird sich an der gesamten Situation nichts ändern, und wenn, dann nur zum Schlechteren. Die Steigerung der Todesfälle von 16.000 auf 58.000 in 13 Jahren zeigt an, wohin dieser Weg führt. Warum noch eine Zulassung? Woanders werden die Feigenblätter doch auch schon entfernt.

Interessante Beiträge auf YouTube dazu:

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Dieser Artikel wurde im März 2017 erstellt und letztmalig am 1.11.2020 ergänzt und  überarbeitet.

 

Am 2. und 3. Dezember 2019 hatte die WHO in ihrem Hauptquartier in Genf einen Gipfel[1] zur Impfstoff-Sicherheit abgehalten, an dem „Experten“ für Impfsicherheit aus aller Welt teilnahmen. Vertreten waren auch Repräsentanten der Pharmaindustrie, Sponsoren der WHO, Gesundheitsbehörden der verschiedenen Länder etc.

Der Text dieser speziellen Webseite ist sehr kurz. Dafür gibt es acht Videos mit insgesamt über zwölf Stunden Videomaterial, welches an diesen beiden Tagen aufgenommen und veröffentlicht wurde. Wer möchte, der kann also an diesem Gipfel noch einmal virtuell teilnehmen und sich anhören, was die Experten zu dem Thema „Impfstoff-Sicherheit“ zu sagen haben.

 

Zwölf Stunden Videomaterial sind natürlich ermüdend. Dazu kommt noch, dass hier Vorträge und Diskussionen in Englisch abgehalten wurden. Das macht das Zuhören nicht einfacher.

Aber – es gibt eine Zusammenfassung mit Kernaussagen dieser Beiträge, eine Zusammenstellung der entsprechenden Passagen, die auf YouTube[2] hochgeladen wurde. Allerdings muss man sich, um diesen Beitrag ansehen zu können, bei YouTube anmelden. Und dazu braucht man ein eigenes YouTube-Konto. Der Eigner dieses YouTube-Kanals verspricht sich von dieser Restriktion, dass die inzwischen fulminante Zensur bei YouTube diesen Beitrag wohl nicht treffen möge.

Besonders hilfreich ist die deutsche Übersetzung dessen, was da gesprochen wird, als Untertitel, sowie einige kurze Zusammenfassungen dessen, was die verschiedenen Redner zum Ausdruck gebracht hatten.

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Die WHO oder: Die Welt-Hypothesen-Organisation

Ich hatte, um dies vorweg zu schicken, den YouTube-Beitrag mit den auf der WHO-Webseite veröffentlichten Videos abgeglichen. Dabei hatte ich versucht, die in dem YouTube-Beitrag veröffentlichten Auszüge auf der WHO-Webseite wiederzufinden.

Und ich muss gleich vorweg schicken, dass dies den Tatsachen entspricht. Es sind also keine unterschobene Beiträge im YouTube-Beitrag veröffentlicht worden, sondern nur das, was (nach meinen Recherchen) auch dem Original entspricht.

Ich schicke dies vorweg, da die in dieser Versammlung getätigten Aussagen teilweise fassungslos machen, wenn es um die Sicherheit von Impfungen und speziell Zusatzstoffen/Adjuvantien geht. Man könnte auch sagen, dass es sich hier um „Verschwörungstheorien“ handeln könnte, wenn man es nicht selbst sehen würde.

Es beginnt mit der provokativen Überschrift:

„… sie wissen nicht, ob Impfstoffe sicher sind“

Und es beginnt mit einer promovierten Anthropologin, Heidi Larson, die Direktorin eines Projekts für „Impfstoff-Vertrauen“ (vaccine confidence project) ist. Sie führt aus, dass man eine Menge an Wissenschaft zur Impf-Sicherheit benötige. Denn die Wissenschaft sei das Rückgrat dafür.

Soweit so gut. Doch dann kommt die entscheidende Stelle, die sie aus dieser Forderung ableitet. Und die geht so: Man könne nicht immer wieder die alten wissenschaftlichen Aussagen verwenden, damit sie besser klingen, wenn man nicht die wissenschaftlichen Erkenntnisse hat, die für die neuen Probleme relevant sind.

Sie leitet daraus ab, dass noch deutlich mehr Investitionen in die Wissenschaft zur Sicherheit von Impfstoffen getätigt werden müssten.

Oder mit anderen Worten: Dieser Beitrag spricht offen aus, dass das Thema Sicherheit bei den Impfungen bislang unterrepräsentiert ist und durch alte, und zumeist überholte Wissenschaftsmodelle legitimiert wird. Man könnte auch sagen, dass die „Wissenschaft der Impfungen“ bezüglich der Sicherheitsaspekte heute auf dem Stand von vor 50 und mehr Jahren ist.

„…keine wirklich guten Überwachungssysteme zur Sicherheit der Impfungen“

Es geht weiter mit der Chef-Wissenschaftlerin der WHO, Soumya Swaminathan aus Indien.

Sie gibt zu erkennen, dass es in vielen Ländern „keine wirklich guten Überwachungssysteme zur Sicherheit der Impfungen“ gibt. Sie sieht darin den Grund dafür, warum man Fragen zu Todesfällen nach Impfungen nicht zufriedenstellend beantworten könne. Und dieses Unvermögen würde dann in den Medien hoch gepusht.

Weiter sagt sie, dass man genau erklären können solle, was die Todesursachen seien. Und weil hier so viel verschleiert und unklar wäre, deswegen würde das Vertrauen in Impfungen nach und nach schwinden.

Die Chef-Wissenschaftlerin der WHO hat also keine Probleme mit den Todesursachen, sondern nur Probleme mit der Erklärung für diese Todesursachen, die nur zu oft die Impfungen in einem schlechten Licht stehen lassen.

Sie gibt aber immerhin ohne es zu wollen und/oder zu merken zu, dass Impfungen mit Todesopfern einhergehen, die dann nur ein Erklärungsproblem sind und keinesfalls etwas, was auf die Impfungen zurückzuführen wäre. Und sie gibt indirekt zu, dass die Sicherheit von Impfungen praktisch nicht überwacht wird.

An dieser Stelle muss man sich bereits fragen, wo die Sicherheit von Impfungen dann herkommen soll?

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Sicherheitsproblem bei den Zusatzstoffen in Impfstoffen

Weiter geht es mit Martin Friede, einem Koordinator für Impf-Forschung der WHO, der die größten Bedenken bei der Sicherheit von Impfungen bei den Adjuvantien sieht. Interessant auch seine Aussage, dass praktisch alle Impfungen Adjuvantien benötigen, um überhaupt wirksam zu sein.

Bei Sicherheitsaspekten in Bezug auf Adjuvantien würde man jetzt erwarten können, dass die Damen und Herren Wissenschaftler im Plenum andere Adjuvantien erforschen möchten, die sicherer sind als die alten.

Oder nach Impfungen forschen, die ohne Adjuvantien auskommen. Für Herrn Friede scheint dies aber nicht der Fall zu sein. Er sieht hier ein „Vertrauensproblem“, das von den Aufsichtsbehörden in Angriff genommen werden soll.

Adjuvantien sind für ihn Stoffe, die die Komplexität von Impfungen erhöhen, ein Sachverhalt, der nicht gewollt, aber notwendig ist. Diese Aussage heißt nichts anderes, als dass die Vorhersehbarkeit von Impfungen in Sachen Wirksamkeit und vor allem Nebenwirksamkeit kaum möglich ist.

Und daher empfiehlt er in seinen jährlichen Kursen, wie man neue Impfstoffe entwickelt, als erste Lektion bei der Impfstoffentwicklung, wenn es möglich sei, ein Adjuvans zu vermeiden, dann sollte man dies tun. Falls dies nicht machbar ist und ein Adjuvans benötigt wird, dann sollte man auf ein Adjuvans zurückgreifen, das ein bekanntes Risiko-Sicherheit-Profil hat. Lektion Nummer 3 ist, wenn man ein neues Adjuvans einführen will, dann nur mit äußerster Vorsicht.

Damit wäre klar, wo wir hier mit Adjuvantien und Impfungen stehen: Sie sind notwendig. Ohne sie kann eine Impfung nicht wirken, hat aber sehr wahrscheinlich auch keine Nebenwirkungen und wäre damit gut verträglich. Wenn Nebenwirkungen auftreten, dann rühren sie von den Adjuvantien her, die zudem noch schlecht bis überhaupt nicht untersucht und überwacht werden.

Zusatzstoffe in Impfungen multiplizieren die Häufigkeit von Nebenwirkungen

Weiter geht es mit Steven Evans, einem Professor für Pharmakoepidemiologie. Er sieht ebenfalls in den Adjuvantien den Faktor, der Immunogenität und Reaktionsvermögen der Antigene multipliziert.

Von daher kommt es für ihn nicht unerwartet, dass Adjuvantien ebenfalls die Häufigkeit von Nebenwirkungen multiplizieren. Und er schiebt gleich eine Erklärung hinterher, warum diese Multiplikation von Nebenwirkungen weitestgehend unbekannt zu sein scheint. Denn Impfungen gelten ja bekannterweise als sicher und fast nebenwirkungsfrei.

Er erklärt, dass die für die Impfung relevanten Studien einfach keine statistischen Beobachtungen dazu gemacht hätten.

Man muss sich allerdings dazu fragen, wie statistische Beobachtungen gemacht werden können, wenn es keine vergleichenden Beobachtungen mit zum Beispiel einer Placebogruppe oder anderen Arbeiten mit nicht geimpften Teilnehmern gibt? Auf solche vergleichende Statistiken verzichten die Impfhersteller mit schöner Regelmäßigkeit. Hier werden bestenfalls vergleichende Arbeiten produziert, die als Vergleichsmedium ein Adjuvans, wie zum Beispiel Aluminium, und kein echtes Placebo benutzen.

Tyrannei von kleinen Zahlen

Es geht weiter mit David Kaslow (V.P., Essential Medicines, Drug Development Program PATH Center for Vaccine Innovation and Access (CVIA), der eingesteht, dass in klinischen Studien nur mit relativ kleinen Stichprobenzahlen gearbeitet wird. Und weil dem so ist, sieht er die Gefahr, dass man dem Risiko einer „Tyrannei von kleinen Zahlen“ ausgeliefert sei.

Was er damit meint ist, dass eine geringe Stichprobengröße die Wahrscheinlichkeit für Zufallsbefunde signifikant erhöht, was wiederum die Aussagekraft der Untersuchung herabsetzt.

Für ihn sind dann Nebenwirkungen, die im Beobachtungsverlauf auftreten, nur noch schwer als von der Impfung nicht abhängig nachzuweisen. Von daher glaubt er, dass solche Studien in Zukunft in diesem Bereich verbessert werden müssen.

Auch hier wieder das indirekte Eingeständnis, dass Studien zu Impfungen so mangelhaft aufgestellt sind, dass sie zu keinen zuverlässigen Ergebnissen kommen.

Sicherheit von Impfungen nach der Zulassung durch Monitoring

Marion Gruber (Director, Office of Vaccines Research and Review Center for Biologics Evaluation and Research, FDA) beklagt sich über die Unmöglichkeit, die Sicherheit von Impfungen nach der Zulassung durch ein entsprechend zeitlich langes Monitoring zu gewährleisten. Und sie lässt die bemerkenswerte Bemerkung fallen, dass klinische Studien selbst dazu nicht in der Lage zu sein scheinen, diese Sicherheit zu gewährleisten.

Grund für diese Annahme sei die Beobachtung, dass Adjuvantien bei älteren Patienten weniger Nebenwirkungen erzeugen, bei Kindern jedoch potenziell mehr Nebenwirkungen zeigen.

Natürlich könnte man hier einwenden, dass Kinder häufiger geimpft werden als Erwachsene und Senioren, und von daher rein statistisch ein höheres Nebenwirkungsrisiko besitzen. Rein hypothetisch wäre dies auch damit zu erklären, dass der junge Organismus viel empfindlicher auf solche unnötigen Reize reagiert als ein erwachsener.

Weniger hypothetisch ist die Annahme, dass diese Aussagen von führenden Persönlichkeiten der WHO wenig geeignet sind, Vertrauen in jedwede Impfung zu wecken.

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Zu viele Impfungen in schneller Abfolge für Kleinkinder?

Bassey Okposen ist ein nigerianischer Arzt und Programmmanager für das „National Emergency Routine Immunization Coordination Centre“. Er stellt die Frage, ob die Gabe von verschiedenen Impfstoffen von verschiedenen Herstellern in schnell aufeinanderfolgenden Zeitabschnitten bei Kleinkindern darauf untersucht wurde, ob nicht vielleicht die Adjuvantien, Konservierungsstoffe etc. untereinander potenzierende Wirkung ausüben?

Die Antwort wurde von dem wissenschaftlichen Direktor der „Brighton Collaboration“, Robert Chen, gegeben. Der verwies auf die inzwischen existierenden Datenbanken, die diese Frage möglicherweise beantworten können. Mit anderen Worten: Es gibt keine Arbeiten, die die Interaktionen von Adjuvantien, Konservierungsstoffen und anderen Zusatzstoffen in den verschiedenen Impfseren untersucht haben. Dies ist ein weiterer Meilenstein in der Beurteilung der Unzuverlässigkeit und mangelnden Dokumentation von Impfstoffen.

Und die Aussicht, dass man verschiedene Datenbanken mit großen Datenmengen untereinander abgleichen könnte, um dann diese Fragen beantworten zu können, zeigt nur zu deutlich, dass diese Daten A) nicht in Studien, sondern erst nach der Zulassung unter realen Bedingungen gewonnen wurden, und B) das Impf-Sicherheit erst dann relevant wird, wenn ein solcher Vergleich Probleme aufzeigt. Aber ist es dann nicht schon zu spät?

Mangelnde Kenntnis

Zum Schluss noch einmal ein Beitrag von Heidi Larson. Sie macht sich Sorgen über das Vertrauen, das Anbietern und Gesundheitsdienstleistern geschenkt wird. Und sie stellt fest, dass sogar medizinisches Personal inzwischen anfängt, Impfstoffe und deren Sicherheit infrage zu stellen.

Woran liegt das? Die Antwort folgt auf dem Fuß: Mangelnde Kenntnis! Wir hören hier, dass Ärzte in ihrer Ausbildung an der medizinischen Fakultät nur mit Glück einen halben Tag Vorlesungen zu Impfungen erhalten. Zudem halten sich die Ärzte nicht oder nur selten auf dem neuesten Stand der Dinge.

Für mich ist dies das Eingeständnis, dass wir uns von „Fachleuten“, den Ärzten, impfen lassen, die im Prinzip keine Ausbildung dafür erhalten haben. Die Berufsbezeichnung „Arzt“ und der Titel „Dr. med.“ sind halt keine Garantie dafür, dass sich ein Arzt mit dieser Materie auseinandergesetzt hat und sich da auskennt.

Und so wie es aussieht, ändert sich diese Lage inzwischen. Immer mehr medizinisches Personal setzt sich kritisch mit den dazugehörigen „Leitlinien“ und „Lehrmeinungen“ auseinander, mit dem Ergebnis, dass mehr und mehr Widersprüche erkannt werden.

Mit dem Bekanntwerden der neuen RNA-Impfungen gegen Covid-19 zum Beispiel gibt es eine Welle von ärztlichen Impfbefürwortern, die jetzt zwar keine Impfgegner wurden, aber der Impfung deutlich distanzierter und vor allem kritischer gegenüberstehen.

So etwas ist nicht gut für das Impf-Geschäft und kann nur mit einer allgemeinen Impfpflicht kompensiert werden?

Die WHO im Widerspruch zu sich selbst

Wir haben wieder einmal eine WHO vor uns, die Wasser predigt, aber selbst Wein trinkt. Nach außen unterstützt sie Gates und Pharma bei der Bemühung, möglichst viele Menschen, am besten gleich alle 7 Milliarden, zu impfen. Hinter den halb verschlossenen Türen jedoch wird genau das diskutiert, was die Impfskeptiker und Impfgegner der Impfindustrie vorwerfen.

Wie inkonsequent die WHO ist, das hatte ich schon mal bei der Diskussion der Maskenpflicht aufgezeigt: Corona Masken-Wahnsinn – Statt Virenschutz nur verbrauchte Atemluft

Auch hier gibt es offizielle Stellungnahmen auf der WHO-Webseite gegen die Effizienz von Masken bei der Übertragung von viralen Infektionen. Das hält die Organisation aber nicht davon ab, Masken als Schutz nationalen Gesundheitsämtern zu empfehlen, die dann daraus eine Maskenpflicht basteln.

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Zum Thema Adjuvantien hatte ich diese Beiträge veröffentlicht:

Quellen zum Beitrag:

Für mich sind diese „Zulassungsverfahren“ nicht nur ein „pharmakologisches Rätselraten“, sondern auch ein Witz mit Ansage.

Warum?

Während man von Seiten der Schulmedizin und Gesundheitspolitik darüber nachdenkt, aus angeblichen Sicherheitsgründen (!) Nahrungsergänzungsmittel entweder zu verbieten oder einem Zulassungsverfahren zu unterwerfen (wie man es von der Zulassung von Medikamenten zu kennen glaubt), dann wissen nur die wenigsten, dass Medikamentenzulassungen alles andere als geeignet sind, die Sicherheit der Medikamente zu gewährleisten.

Die einzige Sicherheit, die hier gewährt wird, ist die problemlose Vermarktung und Einführung in den Markt. Von Evidenzbasiertheit keine Spur!

 

Und dies ist keine Einschätzung, mit der ich alleine da stehe. Eine veröffentlichte Studie von britischen Wissenschaftlern (September 2019)[1] kommt zu sehr ähnlichen Schlüssen und liefert auch die entsprechenden Beweise dafür.

Warum diese Studie durchgeführt wurde

Es gibt angeblich Situationen, wo eine medizinische Notwendigkeit besteht, für die es augenblicklich keine adäquate Lösung gibt. Zum Beispiel wurde seinerzeit die Schweinegrippe als so eine „medizinische Notwendigkeit“ definiert, wogegen es keine geeigneten Impfstoffe gab. Also darf in einem solchen Fall eine beschleunigte Zulassung erfolgen. Und dementsprechend schnell war dann ja auch die Schweinegrippe-Impfung auf dem Markt. Inklusive „Persilschein“ für die Hersteller im Falle von Nebenwirkungen und Todesfällen.

Es gibt 2 Alternativen für eine beschleunigte Zulassung.

CMA[2] steht für „conditional marketing authorisation“ (Marktzulassung mit Auflagen/Vorbehalt). Dazu gibt es einen kleinen Katalog an Voraussetzungen:

  1. das Nutzen-Risiko-Profil für das neue Produkt ist positiv, also der Nutzen überwiegt ein mögliches Risiko
  2. der Antragsteller ist in der Lage, entsprechend klinische Daten (nach) zu liefern
  3. ungelöste medizinische Anforderungen werden durch das neue Produkt angesprochen
  4. der Nutzen für die öffentliche Gesundheit aufgrund der sofortigen Verfügbarkeit des neuen Produkts auf dem Markt übersteigt ein mögliches Risiko aufgrund der Tatsache, dass entsprechende sicherheitsrelevante Daten noch fehlen, aber in der Folge nachgeliefert werden.

Mit anderen Worten, CMA ist eine Zulassung ohne evidenzbasierte Studien, basierend auf einer Nutzen-Risiken-Einschätzung, bei der zulassungsrelevante Daten erst nach der Markteinführung nachgeliefert werden müssen.

Man darf hier vermuten, dass die Daten für derartig zugelassene Substanzen rezeptpflichtig, und damit gewinnbringend, bei den entsprechenden Patienten erhoben werden. Der Umsatz ist hier nicht nur gewährleistet, sondern gleichzeitig kann man auf „Studienteilnehmer“ zurückgreifen, die nicht für die Teilnahme an der Studie entschädigt werden. Es ist sogar zu vermuten, dass die meisten Patienten überhaupt nicht wissen, dass sie Teil einer Studie sind. Aber das ist eine andere Sache.

AA[3] steht für „accelerated assessment “ (beschleunigte Begutachtung). Die Bewertung einer neuen Substanz erfolgt in einem Zeitraum von rund 210 Tagen. Nicht eingeschlossen sind hier die Zeiträume, in denen der Antragsteller zusätzliche Informationen einzureichen hat. Auf Anfrage kann die zuständige Stelle den Bewertungszeitraum auf 150 Tage verkürzen.

Dazu muss ein Antrag gestellt werden, der begründet werden muss. Die Begründung muss sich auf einen signifikanten Vorteil in Bezug auf die öffentliche Gesundheit beziehen, zum Beispiel wenn es sich um eine therapeutische Innovation handelt (womit wir fast wieder bei den „Durchbrüchen“ wären).

Im Gegensatz zum CMA liegen bei dem AA die kompletten klinischen Daten vor und die Begutachtung erfolgt in einem kürzerem Zeitraum. Was hier nachgereicht werden muss, das sind die entsprechenden Daten zur Pharmakovigilanz (Arzneimittelsicherheit und Überwachung von Nebenwirkungen) und Maßnahmen zum Risikomanagement.

Um die Entwicklung eines neuen Produkts noch schneller voranzutreiben, kann man sogenannte „Surrogatmarker“ statt klinische Endpunkte in den entsprechenden Zulassungsstudien verwenden. Das heißt in der Praxis, dass hier eine Art „stellvertretende Parameter“ für die Beurteilung von Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Substanz hergenommen werden und nicht der klinische Effekt der Substanz, der sich möglicherweise erst sehr viel später einstellt.

Wie dies genau aussieht, das wird zu meinem Erstaunen sehr gut in einem entsprechenden Beitrag von Wikipedia[4] erklärt (den die Pharmaindustrie offensichtlich übersehen hat).

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Hier taucht unter anderem ein Beispiel für Surrogatmarker auf, der sich auf die klinischen Studien zur Wirksamkeit von HPV-Impfungen bezieht. Diese Impfung wird immer wieder als notwendig erachtet, da sie angeblich „Gebärmutterhalskrebs verhindert“.

Es gibt aber noch keine klinische Studie, die gezeigt hat, dass dies der Fall ist. Die Studien, die hierzu vorliegen, haben gezeigt, dass die Surrogatmarker (präkanzeröse Läsionen in der Gebärmutter) durch die Impfung positiv beeinflusst werden. Aus diesen beobachteten Ergebnissen wird dann einfach verlängert und der Schluss gezogen, dass dies mit einer Verhinderung von Gebärmutterhalskrebs gleichzusetzen ist.

Für die Autoren der vorliegenden Studie war es wichtig, zu erfahren, wie häufig Zulassungen ohne klinische Endpunkte, dafür aber mit beziehungsweise aufgrund von Surrogatmarkern erfolgt sind. Dazu kommt, dass es keine Aussagen gibt zu der Zuverlässigkeit und Verifizierbarkeit der Surrogatmarker in Bezug auf das Erreichen der klinischen Endpunkte = den therapeutischen Erfolg der Substanz.

Das heißt für unser HPV-Beispiel: Wie zuverlässig ist die Annahme, dass die Verbesserung der Surrogatmarker mit einer Verbesserung des klinischen Endpunkts – Verhinderung von Gebärmutterhalskrebs – gleichzusetzen ist?

Resultate der Studie

Die Autoren untersuchten insgesamt 51 Zulassungen, 26 CMA und 25 AA. Die Studien, die Surrogatmarker als Beurteilungskriterium benutzten, wurden auf weiterführende Literatur untersucht, die zeigen konnte, dass die gewählten Surrogatmarker zuverlässige Ersatzparameter für den klinischen Endpunkt abgaben.

Es zeigte sich das 46 der 51 untersuchten Studien auf Surrogatmarkern beruhten. Und keine dieser gewählten Surrogatmarker konnte als ein zuverlässiger Parameter für die Erreichung des klinischen Endpunkts angesehen werden.

Bezeichnend ist auch, dass die Informationen für Arzt und Patienten, die von der Zulassungsstelle und vom Antragsteller bereitgestellt werden, nicht auf diesen Zustand hinweisen. Das heißt, dass in den entsprechenden Informationen für Arzt und Patienten die Ergebnisfindung und damit die Zulassung des Produkts aufgrund von Surrogatmarkern verschwiegen wird. Oder mit anderen Worten: Für die Öffentlichkeit sind diese Produkte aufgrund einer „ordnungsgemäßen“ Zulassungspraxis für den Medizinmarkt zugelassen worden.

Und damit sieht es so aus, als ob alles seine Richtigkeit hat. Nur, davon kann überhaupt nicht die Rede sein.

Was hat dies zu bedeuten?

Die Schlussfolgerung der Autoren ist knallhart. Für sie steht in keiner Weise fest, ob die zugelassenen Produkte den klinischen Nutzen für die Patienten bringen, aufgrund dessen die Zulassung erfolgt ist.

Sie verlangen für die Zulassungsstudien, bei denen unzuverlässige Surrogatmarker als Beurteilungsgrundlage dienen, zusätzliche Studien, die den klinischen Nutzen des neuen Produkts nachweisen.

Gleichzeitig sollten Arzt und Patienten in Beipackzetteln, Ärzteinfos etc. entnehmen können, dass die Zulassung auf unsicheren Parametern erfolgt ist und daher entsprechende Risiken nicht auszuschließen sind. Es sollten auch Informationen bereitgestellt werden, die die Zuverlässigkeit der gewählten Surrogatmarker charakterisiert.

Fazit

Die Evidenzbasiertheit der Arzneimittelzulassung hat mit dieser Studie gewaltige Risse in der Fassade bekommen. Es ist neben anderen Möglichkeiten der Manipulation also auch möglich, die klinischen Endpunkte, also die Effektivität eines Produkts, so zu manipulieren, indem Surrogatmarker zu deren Stellvertreter werden. Und bei keinen der in dieser Studie untersuchten Surrogatmarkern war ein Bezug zum eigentlichen klinischen Effekt zu sehen.

Das heißt, dass diese so zugelassenen Substanzen vielleicht, möglicherweise, unter Umständen dem Anspruch der Zulassung gerecht werden. Das hört sich aber mehr nach Lotto mit Zusatzzahl an, als nach „evidenzbasierter Wissenschaft“.

Klar wird auch die Funktion der Surrogatmarker. Sie sind Platzhalter für die Notwendigkeit von Ergebnissen, die so gewählt werden können, dass die gewünschten Ergebnisse erzielt werden. Auf diese Art und Weise erhält der Hersteller eine schnellere Marktzulassung, was wiederum der Zweck des gesamten Unterfangens ist: Das Geschäft mit der Krankheit.

Fazit vom Fazit: Wäre die Heilung für die Patienten das Ziel, dann gäbe es kaum Platz für Surrogatmarker und schnelle Zulassungen ohne evidenzbasierte Basis.

Aber statt dem Pharmakartell endlich mal ordentlich auf die Füße zu treten fordern die Grünen zum Beispiel eine Zulassung von Nahrungsergänzungsmitteln, was faktisch deren Aus bedeuten würde… Was da an Angstmache vor den Nahrungsergänzungsmitteln verbreitet wird ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten! Ich hatte da zu einem ARD Beitrag Stellung genommen, der 2019 ausgestrahlt wurde; eine glatte Unverschämtheit, was dort zum Besten gegeben wurde…

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Quellen zum Beitrag:

Oder: Pharmastudien: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing

Das es ein Geschäft mit wertlosen und gekauften Medizinstudien gibt, ist bereits länger bekannt. Langzeitbeobachtungen von verschiedenen Medizinstudien zeigen jetzt (wieder einmal), was die Lektüre einzelner klinischer Pharmastudien in medizinischen Fachzeitschriften nicht vermag: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.

324 Studien: Ergebnisse differieren je nach Auftraggeber

Die amerikanischen Wissenschaftler Paul M. Ridker und Jose Torres von der Harvard Medical School in Bosten fanden anhand von 324 Studien, die zwischen 2000 und 2005 in den Zeitschriften „Jama“, „The Lancet“ und „New England Journal of Medicine“ erschienen sind, Verblüffendes heraus…

Die ausgewählten Studien bewerteten neue Therapieformen für Herz-Kreislaufpatienten, wobei die Ergebnisse je nach Auftraggeber differierten.

Studien, die von kommerziellen Organisationen beauftragt worden waren, favorisierten eindeutig das neue Medikament oder die neuen Behandlungsmöglichkeiten. 67,2% dieser Studien sprachen sich für die neue Therapie aus.

Pharmastudien hingegen, die von nicht kommerziellen Auftraggebern geordert wurden beurteilten das neue Produkt weniger positiv. Hier wurden die neuen Behandlungen zu 49% positiv beurteilt und 51% negativ. Nachzulesen sind die detaillierten Ergebnisse der Bostoner Wissenschaftler in „Reported Outcomes in Major Cardiovascular Clinical Trials Funded by For-Profit and Not-for-Profit Organizations: 2000-2005“ im „Journal of the American Medical Association“ (Bd. 295, S. 2270-2274).

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Alle halten die Hand auf

Aber nicht nur die Forschungsinstitute bekommen ein Honorar von der Pharma-Industrie. Auch die Prüf-Ärzte machen ihre „Anwendungsbeobachtungen“ (AWB) am Patienten nicht umsonst.

Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (VFA) nennt die Finanzierung dieser Studien eine „unerlässliche“ „Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Unternehmen“ (vfa.de/de/presse/pressemitteilungen/pg-002-2016-forschende-pharma-unternehmen-setzen-transparenzkodex-um.html).

In Deutschland beteiligten sich 2015 etwa 13.000 Praxis-Ärzte und 4.100 Krankenhaus-Ärzte an 600 AWBs und 150 neue wurden initiiert.

Das Gesamt-Volumen der Honorare wurde bisher immer so auf 50 bis 100 Millionen Euro geschätzt. Im Juni 2018 vermeldete dann das die „Freiwillige Selbstkontrolle der Arzneimittelindustrie (FSA) die Zahlen für 2017: 605 Millionen Euro im Jahr. 2016 waren es „nur“ 562 Millionen Euro. Und die Bereitschaft der Ärzte und Kliniken dass deren Namen veröffentlicht werden sinkt immer weiter.

Wie viele nicht-interventionellen Studien (NIS) es waren, unter die auch die AWBs fallen, kann nicht genau beziffert werden. Novartis zahlte 2015 die höchste Summe für derartige Pseudo-Studien an Ärzte: 6 Millionen Euro blätterte die Marketing-Abteilung des Unternehmens dafür hin. 2017 waren es 12 AWBs, die Novartis durchführen ließ, darunter war eine Datenerhebung über die Wirksamkeit des Präparates Gilenya. Das Medikament ist bei Multipler Sklerose indiziert. Und mal nebenbei: Die MS kann geheilt werden — nach meiner Meinung. Gedanken dazu liefere ich im Beitrag dazu: www.naturheilt.com/Inhalt/MS.htm

Zurück zu den AWB: Ziel der AWB ist ein Nachweis, dass bei Patienten, die zu Gilenya wechseln, eine deutliche Besserung der Beschwerden eintritt. Für jeden der 1.500 Patienten, die die AWB erfasst, zahlt Novartis 2965 Euro an den behandelnden Arzt. Pfizer ist an diesem Punkt regelrecht geizig. Nur 650 Euro bekommt ein Prüf-Arzt pro Patient, dem er das Antirheumatikum Enbrel verschreibt.

Nicht nur der Umsatz mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln soll auf diese Art gefördert werden. Auch frei verkäufliche Medikamente werden über den Umweg von NISn beworben. So betreibt STADA eine NIS zum Schlafmittel “Hoggar Night“ und Omega Pharma bezahlt Ärzte für die Empfehlung von GRANU FINK femina, nicht ohne offiziell Daten zu sammeln und dem Konzern zu übermitteln.

Die Taktik des „Verschleiern und Vermarkten“

Den effektivsten Kontakt zu Ärzten bauen die Pharma-Referenten aus. Die „Klinkenputzer“ werden von den Produzenten bekanntermaßen fürstlich bezahlt und können daher Zweifel an ihrem Tun gut verdrängen. Mit dem Koffer voller Werbegeschenke, worunter auch auch luxuriöse Weekend-Freizeiten für Mediziner sind, klappern die Pillenvertreter Praxen und Kliniken ab.

Sie sind es, die die Mediziner auch mit Geldgeschenken ködern und die Präparate in höchsten Tönen loben. Neben- und Wechselwirkungen werden kaum erwähnt, wenn überhaupt kleingeredet oder ganz unter den Teppich gekehrt.

Geständnisse eines „Medikamenten-Dealers“

Nur selten werden Phamrareferenten von Skrupeln gepackt und schmeißen den Job deswegen hin. Noch seltener gehen sie mit ihrem Insider-Wissen an die Öffentlichkeit. Eine davon ist die ehemalige Pharma-Referentin Gwen Olsen. In ihrem 2009 veröffentlichten Buch „Confessions of an Rx Drug Pusher“ beschreibt sie die Verkaufs-Praktiken der Pharma-Branche und ihre Motivation den Job aufzugeben und statt dessen aufzuklären.

Das autobiografische Werk schildert detailliert auch den Leidensweg einer Nichte der Autorin. Es ist das Schicksal einer jungen Frau, die durch falsche Medikationen in den Tod getrieben wurde. Was mit einem opioiden Schmerzmittel nach einem Unfall begann, endete in einer Sucht nach anderen Pharmaka.

Die Psychiater behandelten Olsens Nichte allerdings wegen einer angeblichen bipolaren Störung und dies „natürlich“ mit: Medikamenten. Immer tiefer geriet die Studentin in den Strudel von Nebenwirkungen und Wechselwirkungen der Psychopharmaka (über die ich ja bereits auch ausführlich berichtete!).

Schließlich bekam sie Depressionen und beging Selbstmord. Und das war Gwen Olsens Schlüsselerlebnis, das sie zu ihrem radikalen Neubeginn motivierte.

Gwen Olsen zog aus der Tragödie in ihrer Familie den entscheidenden Schluss: wie nämlich die Pharma-Branche Ärzte dazu verleitet, falsche Diagnosen zu produzieren, um ihre Produkte zu verkaufen. Gerade im psychiatrischen Bereich sind die einzelnen Krankheitsbilder nur selten labortechnisch oder bildgebend klar herauszuarbeiten.

Diese Grauzone ist das ideale Terrain für Manipulationen. Lohnt sich für den Psychiater die Verschreibung eines Präparates, kann er dies ohne Not mit einer klangvollen Diagnose rechtfertigen. Dadurch konnten die Anwendungen von Psychopharmaka bei Kindern in den letzten Jahren rasant zunehmen, wie Gwen Olsen beklagt.

Freilich beschäftigt sich die Autorin mit dem Ende der ökonomischen Nahrungskette in der Pharma-Branche. Doch sie macht sich auch Gedanken um den Entwicklungsweg, den ein Arzneimittel bis zur Marktreife nimmt.

Sie kritisiert, dass bei einem neuen Medikament nur etwa die Hälfte aller Nebenwirkungen bekannt seien. Das ist nur eine der Tatsachen, die gegenüber Ärzten bewusst verschleiert werden soll. Gwen Olsen ist mittlerweile nicht mehr alleine, wenn sie die Praktiken der Medikamenten-Hersteller anprangert.

Nicht nur Aussteiger wie sie beklagen den Missstand. International wächst die Kritik an der Kumpanei zwischen Pharma-Branche und Medizinern. Im offiziellen Wortlaut ist die raffinierte Vermarktung nur eine Kooperation zwischen Medizinern und Herstellern, die letztlich dem Patienten-Wohl dienen soll.

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SPD-Experte: „… legale Form der Korruption“

Der SPD-Gesundheitspolitiker Dr. med. Karl Lauterbach findet für die “unerlässliche Zusammenarbeit“ von Ärzten und Pharma-Industrie andere Worte: Nach seiner Meinung seien die AWBs eine „legale Form der Korruption“. Denn für jeden Probanden kassiert der Arzt Geld und wird so eher geneigt sein, ein Medikament zu verschreiben.

Lauterbach sieht in den vorgetäuschten wissenschaftlichen Absichten eine Schädigung der Patienten, die nicht sachgerecht versorgt werden. Zudem entstünden den Krankenversicherungen ungerechtfertigte Kosten.

Der Sozialdemokrat fordert daher schon länger eine Beschränkung der AWBs und eine Deckelung der Honorare. Seit 2017 kommen ähnliche Forderungen auch aus der Union. Die CDU-Gesundheitspolitikerin Maria Michalk beklagt, dass die freiwilligen Bestrebungen der Pharma-Industrie nach mehr Transparenz bisher nicht zufriedenstellend fruchteten.

Gesetzliche Beschränkungen seien unerlässlich. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, möchte die AWBs vollends verbieten lassen. Eine Forderung der ich mich nur anschliessen kann!

Einladung zum Essen steigert den Pharma-Umsatz

Doch noch viel simpler kann die Einflussnahme der Marketing-Strategen sein: Schon eine Einladung zum Essen steigert die gewünschte Verschreibungs-Quote. Das zeigt eine Untersuchung aus den USA an fast 300.000 Ärzten (sueddeutsche.de/wissen/gesundheitswesen-wes-brot-ich-ess-1.3042404). Sogar die Qualität des verzehrten Menüs korreliert mit dem Umsatz, der mit den beworbenen Medikamenten gemacht wird.

Den Image-Schaden wollen die Pharma-Unternehmen jetzt begrenzen. Die 54 VFA-Unternehmen haben sich zu einem „Transparenzkodex“ durchgerungen und am 20. Juni 2016 erstmals Zahlen veröffentlicht. Demnach sind 2015 von allen 54 Produzenten gemeinsam 575 Mio. Euro an „Ärzte, Fachkreisangehörige sowie medizinische Organisationen und Einrichtungen“ geflossen.

Wie viel davon auf die umstrittenen AWBs entfielen kann nur geschätzt werden. Wahrscheinlich sind es – wie oben bereits erwähnt – zwischen 50 und 100 Millionen Euro. Alle Studien gemeinsam, die unter der Bezeichnung “nicht-interventionellen Studien“ (NIS) zusammengefasst werden ließen sich die Pharma-Konzerne 366 Mio. Euro kosten.

Übrigens: Es gibt ein Bündnis von Ärzten, die sich dem kategorisch verweigern und ganz klar sagen: „Mein Essen zahl ich selbst!„. Sprechen Sie ihren Arzt einmal darauf an!

119 Millionen Euro für „Fortbildungen“

119 Mio. Euro spendierte die Arzneimittel-Industrie für „Fortbildungen“ und 90 Mio. Euro gaben die Pharma-Firmen für „Veranstaltungen, Spenden und Stiftungen“ aus. Zwischen dem 20. und 30. Juni 2016 veröffentlichen die einzelnen Arzneimittelhersteller noch eine genaue Aufschlüsselung ihrer Zahlungen für gute „Zusammenarbeit“.

Das zumindest hat der VFA angekündigt. Erst an diesen Zahlen soll der Finanzfluss an „einzelne Ärzte individuell nachvollziehbar“ sein. Eine Einschränkung wurde aber gleich hinzugefügt: Die Erklärungen müssen mit dem Datenschutz vereinbar sein (vfa.de/de/presse/pressemitteilungen/pg-002-2016-forschende-pharma-unternehmen-setzen-transparenzkodex-um.html).

Konkret heißt das wohl jetzt: Der profitierende Arzt muss die Zustimmung zur Namensnennung geben. So bleiben extrem hohe Honorare wohl geheim, die den wahren Grund der Daten-Übermittlungen erkennbar machen könnten. Die Erfahrungen zeigten spätestens 2018, dass nur wenige Ärzte der Weitergabe ihrer Vertrags-Daten zustimmen. Das zeigt. wie man sich hier „Transparenz“ vorzustellen hat!

Ein Skandal ganz anderer Dimension wurde Anfang 2018 bekannt. Die griechische Justiz ermittelte schon seit einigen Jahren gegen Novartis wegen Korruption. Der Konzern soll Politiker und Ärzte insgesamt mit einer dreistelligen Millionensumme bestochen haben, um Medikamenten-Preise zu erhöhen und Zulassungsverfahren für neue Präparate zu vereinfachen.

Die Korruptions-Vorwürfe beziehen sich auf die Jahre vor 2015 unter der konservativen Regierung von Premierminister Samaras. Der freilich hat alles sofort in Abrede gestellt und von Verleumdung gesprochen. Wenn das Parlament die Immunität der involvierten Abgeordneten aufhebt, können die Tatbestände hoffentlich vollständig aufgeklärt werden.

Wahrscheinlich wird sich der Ruf der ganzen Pharma-Branche dann nochmals verschlechtern (http://www.tagesschau.de/ausland/griechenland-novartis-korruption-103.html).

Und wenn ihnen das noch nicht reicht, hier ein paar weitere Pharmaskandal-Leckerlis zum Thema:

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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Dieser Beitrag wurde erstmalig am 8. Januar 2010 erstellt und letztmalig bearbeitet und erweitert am 25.7. 2018.

 

Diesmal sind es die Norweger, die unbedingt die genetisch modifizierten Spielverderber mimen wollen. Denn deren Wissenschaftler haben sogenannte Fütterungsstudien von über 10-jähriger Dauer mit genetisch modifizierten Pflanzen durchgeführt. Das Ergebnis war dann auch überraschend eindeutig: Wenn Sie z.B. Übergewicht vermeiden wollen, dann sollten Sie tunlichst auf „Gen-Mais“ und ähnliche gentechnisch modifizierte (GM) Produkte verzichten.

 

Aber nicht nur der direkte Verzehr von „Gentechnik-Pflanzen“ scheint negative Folgen zu zeitigen. Auch der Verzehr von Tieren, die mit „Gen-Pflanzen“ ernährt worden sind, scheint ähnlich negative Auswirkungen zu haben wie der direkte Verzehr von „Gen-Pflanzen“. Es scheint gerade so als wenn die „genetische Gülle“ durch die Tiere weiter geleitet würde.

Wie „Gen-Mais“ und „Gen-Soja“ die Gesundheit „vernaschen“

Wer des Norwegischen mächtig ist, der kann sich „vor Ort“ über die Arbeit der finnischen Forscher informieren unter Rotter fetere av genmat. Eine englischsprachige Webseite hatte sich dieser Arbeit angenommen, auf die ich mich hier im Wesentlichen beziehe: Obesity, Corn, GMOs.

Hier werden die norwegischen Autoren folgendermaßen zitiert:

Die Resultate zeigen eine positive Beziehung zwischen GM-Mais und Übergewicht. Die Tiere, die eine Ernährung auf GM-Mais-Basis erhalten hatten, wurden in der Regel schneller fett und behielten ihr Gewicht bei im Vergleich zu Tieren, die eine normale Diät ohne genetisch modifizierten Mais erhalten hatten. Die Studien wurden mit Ratten, Mäusen, Schweinen und Lachsen durchgeführt. Bemerkenswerterweise ergaben sich für alle Tiere genau die gleichen Ergebnisse.

Die Forscher fanden ganz bestimmte Veränderungen im Gastrointestinaltrakt der Tiere, die mit dem GM-Mais gefüttert worden waren. In normal ernährten Tieren waren diese Veränderungen nicht zu beobachten. Ähnliche Ergebnisse hatten US-Wissenschaftler zuvor auch veröffentlicht. Signifikante Veränderungen wurden bei den Test-Tieren in Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Genitalien usw. beobachtet.

Zudem konnten die finnischen Forscher zeigen, dass die Tiere, die den genetisch veränderten Bt-Mais fraßen, deutlich mehr fraßen, fetter wurden und sich weniger in der Lage zeigten, Proteine (Eiweiße) zu verdauen. Diese eingeschränkte Fähigkeit beruhte auf Veränderungen der Mikrostruktur des Gastrointestinaltrakts.

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Dazu gesellten sich dann noch Veränderungen des Immunsystems. Denn die eingeschränkte Fähigkeit, Proteine zu verdauen, hat noch andere negative Konsequenzen für die Gesundheit. Denn ohne eine verlässliche Verdauung von Proteinen kann auch keine verlässliche Produktion von Aminosäuren erfolgen. Diese wiederum sind die elementaren Bausteine für körpereigene Proteine, Zellwachstum und deren Funktionen.

Die amerikanische Webseite kommentiert diesen Sachverhalt so: „Dies mag keinen direkten Bezug zum Übergewicht haben. Jedoch ist ein Bezug zu vielen modernen Erkrankungen zu vermuten. Dies sind z. B. Diabetes, Erkrankungen des Verdauungstrakts, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Colitis ulcerosa, Autismus, Autoimmunerkrankungen, sexuelle Funktionsstörungen, Sterilität, Asthma, chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen und etliche mehr.

Die Leiterin der Forschergruppe, Professor Krogdahl, erklärte, dass nur zu oft behauptet worden sei, dass neue Gene in genetisch modifizierten Nahrungsmitteln keinen Schaden anrichten können, da angeblich alle diese Gene im Gastrointestinaltrakt so abgebaut werden, dass sie nicht mehr biologisch funktionsfähig sind. Die Arbeit der Finnen jedoch zeigte das genaue Gegenteil.

Die Gene wurden durch die Darmwand geschleust, gerieten ins Blut und verblieben dort und in der Muskulatur, der Leber etc. in größeren Mengen, und konnten somit relativ leicht identifiziert werden…. Bislang ist jedoch die biologische Bedeutung dieses Transfers noch nicht bekannt.“

Nicht vorhandenes Gen-Gift, oder „Copperfield auf genetisch“

Uns ist ja immer wieder versichert worden, dass GM-Produkte in Sachen Sicherheit kaum noch zu übertreffen sind. Besonders die GM-Pflanzen, die in der Lage sind, ihr eigenes Pestizid zu erzeugen, gaben den besorgten „Idioten“ Anlass, GM-Pflanzen abzulehnen, da man ja nicht nur die Pflanze, sondern auch noch ein Pestizid dazu auf den Mittagstisch bekommt.

Die GM-Industrie dagegen versicherte immer wieder, auch aufgrund ihrer eigenen Studienergebnisse, dass das alles kein Grund zur Sorge sei. Nicht nur die Gene verschwinden im Darm, sondern das Pestizid ginge da auch „irgendwie“ verloren.

„Bt“ – das steht für „Bacillus thuringiensis“, ein Bakterium, das das Bt-Toxin produziert. Dieses Toxin bzw. Pestizid zerstört die magenähnliche Hülle von bestimmten Insekten und vernichtet diese dadurch. Diese Technologie wurde erstmals in den späten 1990er Jahren von der Firma Monsanto praktisch eingeführt. Selbige Firma versicherte immer wieder, dass das genetische Pflanzengift gegen die Insekten nur für selbige gefährlich sei.

Eine amerikanische Behörde, die US Environmental Protection Agency (EPA), leistete bei dem „Meineid“ aktive Schützenhilfe. Ähnlich wie die neuen Gene würde das Bt-Toxin vollkommen im Gastrointestinaltrakt des Konsumenten vernichtet und sei damit für Tiere und Menschen ohne Gefahr. Es gäbe auch keine Interaktionen mit der Darmwand und deren Mukosa, so die Herstellerfirmen.

Wenn man einmal die firmeneigenen Studien außer Acht lässt und sich in der Welt der unabhängigen Arbeiten und Veröffentlichungen herumtreibt, dann fällt man aus rosaroten Wolken knallhart auf granitharten Boden. Eine solche Studie wurde in Kanada durchgeführt.

Aris und Leblanc

Department of Obstetrics und Gynecology, University of Sherbrooke Hospital Centre, Sherbrooke, Quebec, Canada.

„Maternal und fetal exposure to pesticides associated to genetically modified foods in Eastern Townships of Quebec, Canada.“

Reprod Toxicol. 2011 May;31(4):528-33. Doi: 10.1016/j.reprotox.2011.02.004.

https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21338670

In dieser Arbeit wurde das Blut von schwangeren und nicht-schwangeren Frauen auf Pestizide untersucht, die ausschließlich von GM-Pflanzen mit Bt-Genen stammten. Dabei stellte sich heraus, dass….

  • 93 Prozent der untersuchten schwangeren Frauen Bt-positiv waren
  • 80 Prozent des Nabelschnurbluts der Föten positiv war, und
  • 67 Prozent der nicht-schwangeren Frauen ebenfalls das Pestizid im Blut hatte.

Natürlich ist man jetzt geneigt, zu vermuten, dass ein Gift, dass die Magenschleimhäute von Insektenmägen durchlöchert, vielleicht auch die Schleimhäute des menschlichen Gastrointestinaltrakts ähnlich malträtieren kann.

Zumindest gibt es momentan keine andere Erklärung, warum alle diese Behauptungen von Sicherheit und Unbedenklichkeit sich als reine Lüge entlarvt haben und Bt-Toxin im Blut von Probanden nachweisbar ist. Es ist da, ohne Frage. Aber wie sonst soll es da hinein gelangt sein, wenn nicht über die gleichen Mechanismen, die für die Insekten auch gelten und diesen zum Verhängnis werden?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Probandinnen, besonders die Schwangeren, den Forschern einen Gefallen tun wollten, und sich das Zeugs heimlich und leise selbst injiziert haben….

Man kann natürlich immer noch argumentieren, dass die Mengen möglicherweise nicht groß genug sind, um einen satten Schaden anzurichten. Aber auch kleine Mengen, besonders wenn sie immer und immer wieder nachgefüllt werden, können zu nachhaltigen Schäden führen.

Wir kennen das z. B. vom Rauchen, wo auch nicht eine einzige Zigarette zum sofortigen Exitus führt. Die Wissenschaftler vermuten, dass eine regelmäßige Zufuhr von Bt-Toxinen, wie sie bei der regelmäßigen Nahrungsaufnahme solcher Produkte der Fall wäre, zu Autoimmunerkrankungen und Nahrungsmittelallergien führt.

Bei den Neugeborenen kommt noch hinzu, dass deren Blut-Hirn-Schranke bis zum 6. Monat offen bleibt. Das Gift kann also ungehindert in das Hirn eindringen und für kognitive Schäden sorgen. Das Resultat könnte Autismus sein, so vermuten es eine Reihe von Kinderärzten und Wissenschaftlern.

Erste Hinweise für solche Probleme kommen aus dem Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten, den USA. Gastrointestinale Probleme, Autoimmunerkrankungen, Nahrungsmittelallergien, Lernschwierigkeiten bei Kindern etc. haben merkwürdigerweise seit der Einführung der Bt-Pflanzen im Jahr 1996 deutlich zugenommen.

So erhöhte sich die Zahl der Krankenhausaufenthalte aufgrund von Nahrungsmittelallergien zwischen 1997 und 2002 um sage und schreibe 265 Prozent (in den USA). Heute hat jedes 17. Kind dort irgend eine Art von Nahrungsmittelallergie, bei steigender Tendenz.

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MG-Nahrung und das lästige Immunsystem

Wenn wir von einer Nahrungsmittelallergie reden, dann ist der Gedanke an einen negativen Einfluss auf das Immunsystem nicht weit. Inzwischen gibt es dann auch eine Menge an Hinweisen, dass Bt-Toxine aus diesen GM-Pflanzen, wie Mais oder Baumwolle, „auch“ für den Menschen nicht unbedenklich ist (um es einmal ganz vorsichtig und seicht auszudrücken). Und „vielleicht“ kann es sogar das Immunsystem des Menschen unvorteilsmäßig beeinflussen – ach…

Finamore et al.

Istituto Nazionale di Ricerca per gli Alimenti e la Nutrizione, Roma, Italy.

„Intestinal und peripheral immune response to MON810 maize ingestion in weaning und old mice.“

J Agric Food Chem. 2008 Dec 10;56(23):11533-9. doi: 10.1021/jf802059w.

https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19007233

Man kann solche Studien nicht mit Menschen durchführen und muss sich auf die Ergebnisse bei z. B. Mäusen begnügen – oder würden Sie sich für so eine Studie zur Verfügung stellen?

Die Mäusestudien sind aber doch nicht vollkommen ohne Aussagekraft. Dies zeigte die Arbeit aus Italien, bei der die gastrointestinale und periphere Immunantwort auf GM-Mais bei Mäusen begutachtet worden war. Die Autoren verglichen abstillende und alte Mäuse, die mit MON810 gefüttert wurden, bzw. als Plazebo einen GM-freien Mais bekamen für die Dauer von 30 bzw. 90 Tagen. Die „Bt-Mäuse“ zeigten dann eine Reihe von Immunreaktionen, wie z. B.

  • Die Erhöhung von IgE- und IgG- (Immunglobulin) Antikörper, eine typische Reaktion bei Allergien oder Infektionen.
  • Den Anstieg von Zytokinen, die eng mit Allergien und Entzündungen assoziiert sind. Interleukine waren signifikant erhöht, was beim Menschen auf eine Reihe von Beschwerden hinweisen würde, wie Arthritis, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Multiple Sklerose und Krebserkrankungen.
  • Eine Erhöhung von T-Zellen, wie sie beim Menschen bei Asthma und bei Kindern bei Nahrungsmittelallergien, jugendlicher Arthritis und Bindegewebeerkrankungen auftauchen würden.

Eine andere Arbeit benutzte Monsantos Bt-MON863:

Séralini et al.

Committee for Independent Information und Research on Genetic Engineering CRIIGEN, Paris, France.

„New analysis of a rat feeding study with a genetically modified maize reveals signs of hepatorenal toxicity.“

Arch Environ Contam Toxicol. 2007 May;52(4):596-602.

https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17356802

Schon die Überschrift „hepatorenal toxicity“ (leber- und nierentoxisch) lässt auf böse Ergebnisse schließen. Die Autoren beschreiben, dass dieser Mais aufgrund von firmeneigenen Studien der Firma Monsanto im Jahr 2005 zugelassen wurde. Dies ist verwunderlich, da es bislang keine mittel- und langfristige toxikologische Untersuchungen zu dem Monsanto-Mais gibt.

Eine Beschwerde bei einem Gericht in Münster ermöglichte immerhin die Einsichtnahme in die Originaldaten der Zulassungsstudie von Monsanto, bei der über 90 Tage Ratten mit dem Monsanto-Mais gefüttert worden waren. Aufgrund dieser Daten wurde das Material neu bewertet und ausgewertet.

Das Ergebnis der unabhängigen Wissenschaftler:

  • Die Ratten zeigten eine dosisabhängige und signifikante Variation des Wachstums für beide Geschlechter, was in einer 3,3-prozentigen Gewichtsabnahme für Männchen und einer 3,7-prozentigen Gewichtszunahme für Weibchen resultierte.
  • Laborchemische Daten zeigten Zeichen von toxischen Reaktionen in Leber und Nieren, die für Männchen und Weibchen verschieden stark ausfielen.
  • Triglyceride erhöhten sich um 24 bis 40 Prozent bei den Weibchen – nach 14 Wochen bei einer 11-prozentigen Dosis oder schon nach 5 Wochen bei einer 33-prozentigen Dosis.
  • Die Ausscheidung von Phosphaten und Natrium im Urin nahm bei den Männchen um 31 bis 35 Prozent ab (14. Woche bei 33-prozentiger Dosierung)

Die Autoren schlossen aus ihren Beobachtungen, dass die angegebenen Daten kein Grund für die Annahme ist, dass MON863-Mais als ein sicheres Produkt anzusehen ist.

Ohne Bt, dafür mit Roundup

Roundup ready“ heißt, dass die genetisch veränderte Nutzpflanze diesmal kein Gen enthält, dass ein Pestizid produziert. Dafür enthält es ein Gen, dass sie unempfindlich macht gegen ein spezifisches Pestizid, dem „Roundup“, aus dem Hause Monsanto.

Sprüht der Bauer also sein „Roundup“ auf seine Monsanto-Saat, dann wird nur das Unkraut, nicht aber seine Saat vernichtet – so die Versprechungen der Firma. Und damit man auch sicher alles Unkraut beseitigt, rät die Firma nicht von einer intensiven bzw. extensiven Nutzung ihres Pestizids ab. Denn je mehr versprüht wird, desto lauter klingeln die Kassen bei Monsanto.

Diese Tendenz zur Überdosierung ist dann auch mitverantwortlich für die sich mittlerweile einstellenden Resistenzentwicklungen gegenüber dem Hauptwirkstoff in „Roundup“, dem Glyphosat. Was dieser Wirkstoff so alles kann, besonders wenn man ihn als Verbraucher schlucken muss, habe ich bereits skizzieren können unter Soja – Warum ich das lieber nicht essen würde.

Und da nach Einschätzung der Experten jetzt ca. 130 verschiedene Arten von „Unkräutern“ in 40 Staaten der USA schon gegen Glyphosat resistent geworden sind, werden die Farmer angehalten, noch mehr von der Chemie auf ihre Felder zu schütten oder aggressivere Pestizide zum Einsatz zu bringen.

Damit würden dann die bislang schon belegten gesundheitlichen Probleme, die von „Roundup“-Pflanzen und -Produkten herrühren, nur noch verstärkt. Diese Probleme beziehen sich besonders auf Fertilität und Geburtsdefekte.

Welche seltsamen Blüten dies z. B. in den USA treibt, sei nur noch als „Anhängsel“ hier vermerkt. Es gab 2008 eine Initiative, die die genetisch veränderten Zuckerrüben von Monsanto, auch „Roundup ready“, verbieten wollte. Nach einigem Hin und Her und einer Klage gegen die USDA (Landwirtschaftsministerium der USA) im Jahr 2009 wegen einer fehlenden Umweltstudie, wurden die GM-Zuckerrüben erst einmal auf Eis gelegt.

Nur wenig später wurde diese Maßnahme von der USDA unterlaufen mit der Begründung, dass man ohne die GM-Zuckerrüben in einen Zucker-Engpass geraten würde (ja, richtig – GM-Produkte sollen ja auch den Nahrungsmangel und damit den Welthunger beseitigen). Nach ein paar weiteren rechtlichen Slalomakten seitens der USDA ist dann die uneingeschränkte Zulassung der GM-Zuckerrüben im August 2012 über die Bühne gelaufen.

Somit hat die Welt und ihr freiheitlicher Vorreiter nicht nur ausreichend Zucker, um entsprechend billige Nahrungsmittel zu produzieren, die für zuckerbedingte Folgeerkrankungen sorgen. Nein, durch die GM-Variante wird jetzt auch sicher gestellt, dass weitere Erkrankungen, die vom Zuckern unberührt bleiben, auch noch dazu kommen. Wenn das nicht nach zivilisatorischer Perfektion aussieht…

Fazit

Wie so häufig werden die kritischen Ergebnisse der Wissenschaft komplett ignoriert, wenn es um die Implementierung von gewinnträchtigen, aber höchst bedenklichen Produkten geht. Hier hat dann der Finanz- und Marketingchef die Entscheidungsgewalt. Und der entscheidet aufgrund von Dingen, von denen er glaubt, etwas zu verstehen – den Profiten und Bilanzen. Wissenschaft und ihre Ergebnisse sind nur dann willkommen, wenn sie Profite und Bilanzen nicht stören, sondern unterstützen.

Für uns Otto-Normal-Genetiker wird dann eine Wissenschaft gebraut, die genau die Ergebnisse erfindet, die uns zum eifrigen Kauf von Dingen verleitet, von denen wir besser die Finger lassen sollten. Aber das ist halt Marketing… für gesundes Essen braucht man keinen Marktschreier. Gesundes Essen spricht für sich selbst, oder?

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