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Es gab ein Interview mit einem Arzt, der mich gleich dazu veranlasste, hierzu einen Beitrag zu verfassen:

Dr. med. Matthias Thöns bei Markus Lanz – Patient ohne Verfügung
(Da Videos immer wieder mal „verschwinden“, rate ich einfach, den Titel in Youtube zu suchen)

Um es gleich vorweg zu schicken: Diesen Beitrag auf YouTube habe ich mir sofort zweimal angesehen. UND: ich könnte ähnliche Dinge von Angehörigen berichten, die eine Tortur mit sterbenden Angehörigen in Krankenhäusern durchgemacht haben.

Eigentlich geht es hier um einen Zweig der Medizin, in dem man ein wenig Pietät und Mitgefühl erwarten dürfte. Gemeint ist die Palliativmedizin, die Patienten, die im Sterben liegen, soweit medizinisch versorgen möchte, dass ihnen Leiden, so weit es geht, erspart bleibt, und sie in Frieden und Würde das irdische Leben hinter sich lassen können.

Der in o.a. Beitrag befragte Palliativmediziner, Dr. Thöns, weiß aber zu berichten, dass sogar in diesem Segment der Schulmedizin das ökonomische Interesse Vorrang vor den Bedürfnissen der Sterbenden und deren Angehörigen zu haben scheint – denn anders kann er sich viele Dinge wohl auch nicht mehr erklären.

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Die gesetzlichen Krankenkassen ermuntern Ärzte ihre Patienten kränker zu machen, als diese es sind. Grund: Das bringt den Krankenkassen mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds ein. Den Beitragszahlern entsteht dadurch ein Schaden in Milliardenhöhe!

Diesmal geht es nicht um Medikamente, deren unterschätzte oder bewusst ignorierte Nebenwirkungen Tausende von Menschen in den Tod getrieben haben. Diesmal geht es um ein merkwürdiges Finanzgebaren von Krankenkassen, die direkt auf Kosten der Patienten ihren finanziellen Vorteil einheimsen. Nein, diesmal geht es um etwas ganz anderes…

Anatomie eines Kassenbetrugs

Über die Zusammenhänge wurde in verschiedenen Medien bereits berichtet.

In der online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen (faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/versichern-und-schuetzen/krankenkassen-ermuntern-aerzte-zum-betrug-bei-der-abrechnung-14983073.hhtml) erfahren wir, dass der Chef der Techniker Krankenkasse in einem Interview mit der Zeitung sein eigenes Unternehmen und eine Zahl von anderen Krankenkassen beschuldigt hat, Betrug im großen Stil durchzuführen. Denn die Kassen würden Ärzte animieren, „bei den Abrechnungen ihre Patienten auf dem Papier kränker zu machen, als es tatsächlich der Fall sei“.

Die Frage ist natürlich, was ist hier so betrügerisch dabei?

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Krankenkassen bekommen ihre Beiträge in der Regel nicht direkt von ihren Versicherten. Wer hätte das gedacht? Vielmehr geht das Geld an einen „Gesundheitsfond“, in den auch noch ein Zuschuss seitens des Bundes fließt. Dieser Fond verteilt dann das Geld an die Kassen unter definierten Bedingungen. Eine dieser Bedingungen ist die Abrechnung der Ärzte.

Daneben gibt es den sogenannten „morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich“ (kurz und hübsch „Morbi-RSA“), der sogenannte „strukturelle Nachteile bestimmter Kassen ausgleicht“. Denn es gibt Kassen, wie zum Beispiel die AOK, die traditionell bedingt mehr Pflichtversicherte und ältere Patienten haben und damit auch mehr Ausgaben für medizinische Leistungen erbringen müssen.

Das ist keine Bestechung. Das ist ein Ausgleich für den Verwaltungsaufwand!

Der Informationsdienst „Business Insider“ hatte im Mai 2020 offengelegt, dass die AOK die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen für die Manipulation von Diagnosen bezahlt. Das Ärztenetzwerk soll seine Mitglieder dazu veranlassen, Diagnosen stärker zu „spezifizieren“, damit die Erkrankungen schlimmer aussehen als sie sind.

Zwar soll dies nicht rückwirkend gelten, aber für die Zukunft mehr Geld aus dem Morbi-RSA abzwacken helfen. Dieses Ziel der AOK steht für Dr. Klaus Heckemann außer Zweifel, wie er Business Insider auf Anfrage mitteilte. Der Vorsitzende der KV Sachsen beruft sich auf eine „Verwaltungsvereinbarung“, der zufolge die niedergelassenen Ärzte nicht von den aufpolierten Diagnosen profitierten.

Deswegen sei daran auch nichts auszusetzen oder illegal. Auch die „Belohnung“ der AOK für die KV Sachsen sei gar kein Honorar, sondern eine Entschädigung für den Verwaltungsaufwand. Laut Business Insider wird das Bundesamt für Soziale Sicherung den Vorgang prüfen. Denn jeder Einfluss auf die Diagnose-Erstellung eines Arztes ist gesetzlich nicht statthaft.(https://www.businessinsider.de/wirtschaft/aerzte-von-aok-patienten-sollen-diagnosen-aendern-damit-die-krankenkasse-mehr-geld-aus-dem-gesundheitsfonds-kassiert/)

Je kränker desto lukrativer!

Für die Kassen gibt es einen Katalog mit 80 definierten Krankheiten, für die besonders hohe Beträge aus dem Fond abgerechnet werden können. Hierzu gehören die „Volkskrankheiten“ DiabetesDepressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Genau hier kommt das immer wieder zu beobachtende Bestreben der Schulmedizin zum Tragen, mehr Krankheit zu „erzeugen“ als real (evidenzbasiert?) gegeben ist.

Wir kennen diese Tendenz bereits im Zusammenhang mit Grenzwerten, deren beharrliche Senkung über Nacht ein neues Heer von behandlungsbedürftigen Kranken schafft, ohne dass es diesen auch nur einen Deut schlechter geht.

Falsche Dokumentation für finanzielle Vorteile?

In diesem Fall geht es nicht um Grenzwerte, sondern um die Darstellung und Abrechnung von Erkrankungen, an denen die betroffenen Patienten jedoch überhaupt nicht beziehungsweise nicht in der angeblich diagnostizierten Form zu leiden scheinen.

Um an die gut dotierten Bezüge für diese 80 definierten Erkrankungen zu kommen, werden Ärzte (angeblich) mithilfe einer Art Prämienzahlungen pro Patient dazu ermuntert, diese als kränker zu dokumentieren als sie wirklich sind. Der Betrug besteht also darin, dass Ärzte und Krankenkassen bewusst eine falsche Dokumentation betreiben, mit dem Ziel von finanziellen Vorteilen.

Diese Praxis weitete sich aus, als einige Kassen damit angefangen hatten und somit Vorteile bei den Ausgleichszahlungen einstreichen konnten. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, zog dann das Gros der anderen Kassen wohl nach.

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Patienten werden in entsprechende Praxen gelotst

Es gibt sogar Kassen, die laut Focus.de (focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/praemien-krankenkassen-bezahlen-aerzte-fuer-diagnose-von-volkskrankheiten_id_5955023.html) so weit gehen und Firmen beauftragen, die „Versicherte abtelefonieren und diese in Arztpraxen lotsen, wo Ärzte dann die nötigen Diagnosen stellen können“.

Aber die Diagnose einer schwereren Erkrankung mündet für den Patienten nicht in einer besseren oder erweiterten Behandlung (da er ja nicht so krank ist wie beschrieben). Für ihn/sie ändert sich rein gar nichts. Diese Firmen dagegen werben angeblich sogar mit den niedrigen „Folgekosten“ dieser Praxis.

Nachteile für Patienten!

Man könnte jetzt einwenden: OK, da mauscheln Kassen und Ärzte miteinander und betrügen den Staat. Zum Glück hat das wohl keinen Einfluss auf die Patienten, die gesünder sind als der Eintrag in ihrer Krankenakte vermuten lässt. Ein Beitrag vom MDR (mdr.de/brisant/krankenkassen-leistungen-100.html) widerspricht diesem Gedanken. Der eben zitierte Chef der Techniker Krankenkasse äußerte sich in einem Interview mit der ARD folgendermaßen:

Für den Patienten kann das dramatische Konsequenzen haben. Wir stellen uns mal vor, ein naher Verwandter ist gestorben. Sie gehen zum Arzt, sie haben eine depressive Verstimmung – völlig klar, wenn ein naher Verwandter gestorben ist. Der Arzt diagnostiziert aber auf dem Papier eine Depression. Sie schließen eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab, zehn Jahre später kriegen sie eine Depression, sie können nicht mehr arbeiten wegen der Depression. Die Berufsunfähigkeitsversicherung wird sagen: ,Wir zahlen nicht. Du hast doch schon eine Depression gehabt und hast sie uns verheimlicht.

Ein Eisberg mit und ohne Spitze

Man könnte jetzt auf den Gedanken kommen, dass es sich hier wohl nur um Einzelfälle handeln kann. Denn korruptes Denken ist jedem guten Deutschen ein Gräuel. Wie es aussieht sind diese Einzelfälle keine Einzelfälle, sondern nur die Spitze eines massiven Eisbergs.

Es scheint eine Spitze ohne Eisberg zu geben – elf Krankenkassen, die sich zusammengeschlossen haben, um gegen das betrügerische Treiben vorzugehen. Diese „RSA Allianz“ hat eine Studie beim Iges-Institut in Auftrag gegeben, um der ganzen Sache auf den Grund zu gehen. Die Studie ist da, und zwar mit so deutlichen Ergebnissen, dass die ganze Sache wohl ein Fall für die Staatsanwaltschaft zu werden scheint.

Das Institut hatte 107 Verträge untersucht, die zwischen Kassen und Ärzten geschlossen worden waren. Resultat: „Es gibt viele Indizien, dass die Verträge nicht nur der besseren Versorgung der Patienten dienen, sondern der Optimierung der Zahlungen aus dem RSA“, so einer der Autoren der Studie vom Iges-Institut. Alle Verträge seien so aufgestellt, dass durch finanzielle Anreize Ärzte ermuntert werden können, Erkrankungen falsch zu kodieren, damit die Kasse bei ihrer Abrechnung vom Fond höhere Erstattungsbeträge berechnen kann.

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290 Millionen Euro Schaden!

Das Institut hat dann auch noch berechnet, welchen Schaden diese Betrügereien verursachen. Der soll bei über 290 Millionen € liegen. Damit kommt ein weiterer schwerwiegender Nachteil auf die Patienten zu: Dieses Geld fehlt in der Kasse für deren Behandlung. Kein Wunder also, dass die ganze Welt nach „Kostenersparnis im Gesundheitswesen“ ruft, wenn das Geld nicht für die Behandlung, sondern für die finanzielle Gier der Versicherungen drauf geht.

Man muss sich dieses Szenario einmal auf der Zunge zergehen lassen. Patienten werden mit höheren Beiträgen oder zusätzlichen Kosten belastet, damit mit diesem Geld Kassen und Versicherungen gefüttert werden, die selbst aber keine entsprechenden zusätzlichen Leistungen erbringen.

Da ist der Ruf nach Kosteneinsparungen nichts anderes als das Feigenblatt, mit dem man von den wahren Ursachen der Kostenexplosion ablenken will. Kein Wunder, wenn das Wort „Kosteneinsparung“ zum Synonym für höhere Beiträge für die Betroffenen wird.

Fazit

Die Schulmedizin und ihre Gesundheitspolitik hat sich mal wieder selbst übertroffen. Sie hat sich weniger bei ihrer eigentlichen Aufgabe übertroffen, der erfolgreichen Heilung von Erkrankungen. Vielmehr hat sie sich bei der Dokumentation ihrer Existenzberechtigung übertroffen.

Denn der offensichtliche Betrug dokumentiert nur zu deutlich, dass die Schulmedizin die Behandlung von Kranken nur auf ihre Fahne geschrieben hat, um auf Teufel komm raus Profit zu machen. Da ist der Betrug eine weitere Variante dieses Geschäfts.

Für die Patienten sieht es ein weiteres Mal ziemlich schlecht aus. Sie profitieren nicht nur nicht, sondern haben über höhere Beiträge irgendwann auch noch für den Betrug zu zahlen. Aber wer denkt denn heute noch an die Patienten, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht? Um Gesundheit geht es hier doch schon lange nicht mehr…

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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

 

Dieser Beitrag wurde im Juli 2017 erstellt und letztmalig im Juni 2020 überarbeitet und ergänzt.

Es gibt wieder Neuigkeiten von und über Bundeskrankenminister Spahn, frei nach dem Motto: „Mir spahnt Übles.“ Und es sieht so aus, als wenn uns dabei aber auch nichts „erspahnt“ bleibt. Was also „spahnt“ sich da an?

Das Internet ist voll von diesen alarmierenden Neuigkeiten: „Spahn will Daten aller Kassenpatienten ohne Einwilligung für Forschung freigeben“.[1] Überraschung? Vielleicht nicht ganz…

Es ist kein Geheimnis, dass Herr Spahn in der Gesundheitspolitik ordentlich aufräumen will, weniger zugunsten der Betroffenen, also der Patienten, sondern eher für bessere Konditionen der Industrie zu sorgen scheint. Seine Industrienähe ist ebenfalls kein Geheimnis.

Lesen Sie weiter! Am Ende des Beitrags finden Sie auch noch einen Link zu einer Petition an den Deutschen Bundestag zu diesem Thema!

 

Da ist zum Beispiel das Masernimpfgesetz, welches er gerne rigoros durchgesetzt sehen möchte, wobei die Gründe für ein solches Gesetz jeder wissenschaftlichen Logik entbehren. Für die Pharmaindustrie jedoch wäre ein solches Gesetz (welches die Freiwilligkeit und eigene Entscheidung der Bürger für oder gegen eine Impfung unter Strafe stellt und damit eliminiert), eine weitere Goldgrube:

Und was mit dieser Impfpflicht auf uns zukommen wird, das habe ich hier diskutiert:

Jetzt aber, nachdem jeder gegen Masern geimpft werden soll, folgt der nächste Streich, der vorsieht, dass jeder hinnehmen soll, dass seine Krankendaten öffentlich gemacht werden. Unter „öffentlich“ verstehe ich natürlich nicht eine Veröffentlichung in den Medien oder im Internet. Vielmehr werden diese Daten öffentlich für bestimmte Institutionen.

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Die Vorgeschichte

Vor genau einem Jahr brachte ich diesen Beitrag: Die elektronische Gesundheitskarte und das elektronische Gesundheitskartell.

Verkauft wurde uns die elektronische Gesundheitskarte mit den üblichen Marketing-Lügen von einer Verbesserung der Behandlung der Patienten, wenn nur alle eine elektronische Gesundheitskarte haben, anstelle einer konventionellen Krankenakte auf Papier.

Warum eine elektronische Krankenakte die Behandlung verbessern soll, das kann ich mir bis heute nicht erklären. Erklären kann ich mir aber die damit verbundenen Konsequenzen.

Denn wie es aussieht, werden die personenbezogenen Krankheitsdaten nicht auf dieser elektronischen Karte gespeichert. Vielmehr ist diese Karte als eine Art „Schlüssel“ zu sehen, der den Benutzer/Besitzer befähigt, seine Gesundheits- oder Krankheitsdaten aufzurufen, die auf einer sogenannten „Cloud“ abgespeichert sind.

Für den Benutzer ist dies insofern angenehm, weil er seine kleine Karte problemlos immer bei sich führen kann und er gleichzeitig immer auf seine Daten zurückgreifen kann, vorausgesetzt er hat einen Anschluss ans Internet.

Soweit der „unermessliche Vorteil“!

Gleichzeitig wurden aber auch kritische Stimmen laut, die sich Sorgen um die Sicherheit der abgespeicherten Daten machten.

  1. gibt es einen Beschluss vom europäischen Gerichtshof, der diese Art der Datenspeicherung für rechtswidrig erklärt, was die Bundesregierung aber nicht davon abgehalten hat, sich hier entsprechend rechtswidrig zu verhalten.
  2. scheint es keine ISO Zertifizierung zu geben, die die Sicherheit dieser Daten garantiert. Auch das scheint niemanden in der Gesundheitspolitik weiter zu stören.
  3. wurde ausgerechnet eine Firma (Arvato[2]) mit der Organisation der Datensammlung beauftragt, von der manche Experten behaupten, dass diese es mit dem Datenschutz nicht so genau nähme und schon mal Daten bedenkenlos und unkritisch an Dritte weitergeben soll.

In der Tat scheinen all diese Punkte gegenstandslos zu sein, wenn man sich die jetzige Planung vom Bundes-Industrie-Gesundheitsminister anschaut.

Die Lösung des Problems

Mit dem Vorhaben der Zugänglichmachung der Gesundheitsdaten von rund 73 Millionen gesetzlich Versicherten braucht es keine Sicherheitsstandards mehr.

Und auch die Klagen über Arvato und deren laxen Umgang mit der Datensicherheit sind hiermit gegenstandslos. Denn wenn diese Daten praktisch öffentlich werden, wozu dann noch Sicherheitsstandards, ISO Zertifizierung und all dieser Unfug, der den Zugriff der Industrie auf diese Daten nur unnötig erschwert?

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Was wird wie und für wen veröffentlicht?

Wenn das Gesetz durch ist, dann müssen die gesetzlichen Krankenkassen alle persönlichen Daten inklusive Behandlungsdaten aller Versicherten dem Spitzenverband der Kassen zugänglich machen. Dieser stellt diese Daten dann „der Forschung zur Verfügung“.

Kann man sich als Versicherter dagegen wehren?

Nein! Es gibt keine Möglichkeit, die Weitergabe der eigenen Daten zu verhindern. Es ist gerade so, als wenn die Versicherten vom Besitz ihrer eigenen Daten zwangsenteignet würden.

Und das passt ja wieder wie die Faust aufs Auge im Zusammenhang mit der Zwangsenteignung der freien Entscheidung für oder gegen eine Masernimpfung.

Die Kontinuität dieser Politik wird hier besonders deutlich, die darauf abzielt, Grundrechte des Bürgers zu unterminieren und dann zu eliminieren. Und die Regierung ist sich nicht zu schade dazu, sogar rechtswidrige Mittel dafür einzusetzen. Hierbei beziehe ich mich noch einmal auf den Entscheid des europäischen Gerichtshofs, dass diese Form der Datenspeicherung laut europäischem Gesetz rechtswidrig ist. Um wie viel mehr ist dann die Weitergabe dieser Daten ohne die Zustimmung der Betroffenen als rechtswidrig anzusehen!

Um diese Rechtswidrigkeit zu legalisieren, braucht es ein neues Gesetz. Und schon ist die Welt wieder in Ordnung!

Was soll mit diesen Daten genau passieren?

Die Kassen beliefern ihren Spitzenverband mit den Daten der Versicherten. Der Spitzenverband „pseudonomisiert“ diese Daten, die dann so, aber nicht verschlüsselt (man will dem Empfänger ja nicht unnötige Unannehmlichkeiten bereiten) an ein geplantes „Forschungsdatenzentrum“ weitergereicht werden.

Wer darf dann auf diese Daten im „Forschungsdatenzentrum“, die mundgerecht unverschlüsselt vorliegen, zugreifen?

Der Gesetzentwurf sieht vor (Achtung, Achtung), dass Behörden, Forschungseinrichtungen oder Universitätskliniken hier Zugriff haben werden. Der Gesetzentwurf nennt nicht die Industrie, sagt aber auch nicht explizit, dass die Industrie hier keinen Zugriff haben darf.

Ich denke, dass die Industrie hier auch nicht explizit genannt werden muss. Denn auch dies ist ein offenes Geheimnis, dass die Industrie bei den Behörden, Forschungseinrichtungen und Universitätskliniken ein und ausgeht, basierend auf großzügigen finanziellen Zuwendungen, Spenden, Unterstützungen oder auch mal einen lukrativen Posten in der Industrie für verdiente Ex-Politiker etc., mit deren Hilfe sich die Industrie ihre Einflusssphären sichert.

Mit derartigen Aktionen dürfte sich Spahn bereits jetzt einen aussichtsreichen Posten in der Industrie gesichert haben, falls nach der nächsten Bundestagswahl die Position eines Ministers oder gar Bundeskanzlers keine Option mehr sein wird.

Die Zeche für diese Vergünstigungen zahlt natürlich wieder einmal der gebeutelte Bundesbürger, der sich gegen seinen Willen impfen lassen muss und gegen seinen Willen persönlichkeitsbezogene Daten an Unbefugte überlassen muss. Es ist noch nicht ganz so weit. Denn all dies ist noch in der Planung.

Von Seiten der Politik scheint es diesmal etwas Widerstand zu geben. Der Bundesrat sieht eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Versicherten. Die Grünen bemängeln, dass die Weitergabe der Daten „ohne gesellschaftliche Diskussion“ beschlossen werden soll.

Oder mit anderen Worten: Die Grünen kritisieren, dass sie nicht mit von der Partie sind, diese Sache durchzusetzen. Anscheinend ist dieses Unternehmen für die Grünen kein großes Problem, wenn ihre eigenen Forderungen nach bestimmten Kriterien entsprochen wird, wie zum Beispiel gesetzliche Vorgaben zur Pseudonymisierung der Daten, Regelung der Löschfristen, Widerspruchsmöglichkeiten der Versicherten etc.

IT-Experten haben dieses Vorhaben scharf kritisiert. Und der Bundesdatenschutzbeauftragte „hat Bedenken“. Ach was?

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All the way USA – wieder einmal

Ich hatte im Beitrag über die elektronische Gesundheitskarte bereits anklingen lassen, dass man in den USA in diesem Bereich möglicherweise einen Schritt weiter ist.

Denn Daten in eine „Cloud“ hochladen und von dort zugreifen, dies ist eine Spezialität von unter anderem Google. Seit bereits 2015 gibt es Berichte, dass Google und Sanofi eine Kooperation eingegangen sind, um „Blutzuckerwerte von Diabetespatienten zu analysieren, damit Insulin besser verabreicht werden kann“.

Diese kleine „Trainingseinheit“ scheint sich jetzt erweitert zu haben, und zwar massiv. Besonders massiv scheint sich das Sammeln von Daten seitens Google ausgeweitet zu haben. Das „Wall Street Journal“[3] berichtete im November 2019, dass gesundheitsbezogene Daten systematisch gesammelt werden, in 21 Staaten der USA und dass dies erfolgt, ohne dass die Betroffenen davon unterrichtet worden sind.

In der „New York Times“[4] erfahren wir, dass Google wieder mal eine Kooperation eingegangen ist. Diesmal ist es die zweitgrößte Krankenhauskette, die sich „Ascension“ nennt, mit 150 Krankenhäusern in 20 Bundesstaaten. Hier stehen Google Millionen von Patientendaten zur Verfügung, die man nach Herzenslust sammeln und analysieren kann.

Weiter erfahren wir, das Google und sein neuer Krankenhaus-Partner dabei sind, spezielle Software zu testen, die es Krankenhäusern und Therapeuten erlaubt, Patientendaten und Krankengeschichten nach bestimmten Kriterien zu durchsuchen und daraus zeitbezogene Grafiken zu erstellen. Zum Beispiel bei einem Diabetiker kann dann jeder mit Zugriff einen Verlauf der Blutzuckerwerte von Datum A bis Datum B erstellen und auswerten.

Die Begründung für dieses Unterfangen ist, dass angeblich die medizinischen Fachleute einen besseren Zugriff auf Patientendaten bekommen, der dann sicherstellt, dass die Versorgung der Patienten sich verbessert. Und schlussendlich erhält man angeblich mehr Informationen aus diesen Daten, um die Therapie zu verbessern.

Heißt dies also, dass die Zunahme von Diabetes, um bei diesem Beispiel zu bleiben, auf der Tatsache beruht, dass die behandelnden Ärzte keine Informationen über ihre Patienten haben? Was steht in den elektronischen Daten für Patient A, was nicht auch in seiner auf Papier geschriebenen Krankenakte steht? Und wieso gab es vor 50 und mehr Jahren, wo es noch kein Internet und „Clouds“ nur am Himmel gab, signifikant weniger Diabeteserkrankungen als heute?

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Es geht gar nicht um Heilung

Noch abstruser wird die Logik der „New York Times“ und/oder Google, wenn behauptet wird, dass Google die künstliche Intelligenz so weit entwickeln will, dass diese elektronische Krankenkarten auslesen, interpretieren und dann zum Schluss den Krankheitsverlauf des Patienten voraussagen kann.

Also es geht überhaupt gar nicht um Heilung. Denn dazu bräuchte ich qualifizierte Empfehlungen jenseits pharmakologischer Produkte. Denn Diabetes (und andere Erkrankungen) ist/sind nicht entstanden, weil die Patienten es versäumt hatten, rechtzeitig und prophylaktisch Pharmaprodukte zu schlucken. Zur Heilung von Diabetes brauche ich keine Voraussage über den Krankheitsverlauf, sondern Behandlungsstrategien, die die Selbstheilungskräfte des Organismus ankurbeln und verstärken.

Nachdem wir also erfahren haben, dass es ja so vorteilhaft für den Patienten und seine medizinische Versorgung ist, wenn seine Daten für Befugte und Unbefugte zugänglich sind, kommt die „New York Times“ mit der sehr viel wahrscheinlicheren Motivation für diese Kooperation: Das Geschäft!

Google arbeitet mit Ascension zusammen, um einen größeren Marktanteil vom riesigen Medizinmarkt zu bekommen. Denn die anderen ähnlich aufgestellten Unternehmen wie Google, also Apple, Microsoft, Amazon etc. sind hier ebenfalls in sehr ähnlicher Weise tätig.

Das heißt mit anderen Worten, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass bei all diesen Bemühungen, Herr von Patientendaten zu werden, der Datenschutz in den USA eine lästige Hürde für das Geschäft ist und damit abgeschafft werden soll.

Immerhin gibt der Beitrag zu, dass Google und seine Angestellten uneingeschränkten Zugriff auf unverschlüsselte und nicht anonymisierte Patientendaten haben, die Namen, Geburtsdatum, ethnische Zugehörigkeit, Erkrankungen, Behandlungen etc. preisgeben.

Da kann man sich als Google Angestellter vielleicht mal schlau machen, was der Nachbar von gegenüber alles an Erkrankungen und Medikamenten sein Eigen nennt. Solche persönlichen Indiskretionen wäre noch relativ harmlos. Es besteht jedoch die Möglichkeit, ganze Datensätze meistbietend an wenig geeignete Empfänger zu verkaufen, die diese Daten für ihre eigenen mehr oder weniger unlauteren Zwecke benutzen.

Natürlich wird von Google und seinem Partner behauptet, dass alles legal und rechtskonform sei. Die Daten wären nur zugänglich beziehungsweise verwendbar für die Entwicklung von Hilfssoftware für das medizinische Personal von Ascension.

Verschwiegen wird, dass diese Daten ohne das Wissen der Betroffenen weitergereicht und verarbeitet werden. Unlängst wurde Google zu einer Strafzahlung[5] von 170 Millionen USD verurteilt, da über YouTube kinderbezogene Daten gesammelt und dann für gezielte Werbung für Kinder herangezogen wurden.

Dies sind aber nicht die einzigen Verfehlungen von Google. Im Jahr 2017 wurden Daten[6] ohne das Einverständnis der betroffenen Patienten von einem britischen Gesundheitsdienst an eine zu Google gehörende Firma weitergeleitet.

Im Juni 2018 wurden Google, die Universitätsklinik und die Universität von Chicago verurteilt, da hier hunderttausende von Patientendaten weitergereicht wurden, ohne dass diese ausreichend anonymisiert und die Einträge der Ärzte entfernt wurden.

Fazit

Mit der fast widerstandslosen Weitergabe von Krankendaten von Versicherten erschließt sich ein neues Geschäftsmodell. Big Brother wird bald Realität sein.

Dann werden die Behörden auf elektronischem Wege in der Lage sein, festzustellen, welche Medikamente Sie nehmen, welche Erkrankungen Sie haben oder gehabt haben, ob Sie sich den obligatorischen Impfungen unterzogen haben, ob Sie Homöopathie in Anspruch nehmen oder Nahrungsergänzungsmittel, und viele andere Sachen mehr.

Es ist unglaublich mit welcher Dreistigkeit wir mit angeblichen Datenschutz-Maßnahmen überzogen werden, aber im gleichen Atemzug der Datensammelwut und Durchleuchtung jedes Bürgers Vorschub geleistet wird.

Da kann ich nur dazu raten zu protestieren und so gesund wie möglich zu bleiben!

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UND:

Es gibt bereits einige Ärzte, die eine Petition an den Deutschen Bundestag initiiert haben. Diese wurde bereits frei geschaltet:

KLICKEN SIE HIER für die Petition

Auf der Seite des Bundestags sehen Sie einen Button: „Petition mitzeichnen“

Ich wünsche der Sache viel Erfolg! WIR alle müssen uns mehr Gehör verschaffen, sonst wird das alles durchgezogen, was sich die „Industrie“ und deren Lobbyisten ausdenken!

Quellen: