Gekaufte „Gesundheitsstudien“ bei Coca Cola

Zu viel Zucker führt zu Übergewicht und damit zu Krankheiten wie Diabetes, Fettleber und Herz-Kreislauf-Leiden. Das ist ja nichts Neues, aber anscheinend interessiert es einfach kaum jemanden. Und wenn das Zeug auch noch in enormen Mengen in Limonaden, Säften (Nektar!) oder gar Cola aufgelöst ist, nimmt der Mensch das kaum als Sättigung wahr und trinkt es oft bedenkenlos.

Dazu hatte ich ja auch bereits einige Beiträge verfasst, wie zum Beispiel: Zucker, der süße Kassenschlager. Und auch klar: viele Getränkehersteller sind in die Kritik geraten, wie zum Beispiel Coca-Cola. An der Cola hatte ich auch kein gutes Haar gelassen, siehe: Cola, die brutale Wahrheit oder Cola und seine dunklen Geheimnisse. Wissenschaftliche Studien über den flüssigen Zucker-Konsum kommen den Cola-Konzernen ungelegen.

Um anders lautende Thesen zu fördern hat Coca-Cola sogenannte „Gesundheitspartnerschaften“ ins Leben gerufen. Verbraucher-Organisationen wie Foodwatch bemängeln, dies sei eine finanzielle Einflussnahme auf Forschungseinrichtungen. Ein konkretes Beispiel ist die Zusage von Prof. James Hill an Coca-Cola, eine Studie zu verfassen, deren Tenor das Gesundheits-Risiko des Zuckers klein reden sollte. Nicht das Kohlenhydrat, sondern Bewegungsmangel sollte als Hauptursache von Übergewicht propagiert werden. Hill arbeitet an der Universitiy of South Carolina und deren Foundation hatte von Coca-Cola 1 Millionen Dollar an Spendengeld erhalten. Das umstrittene Global Energy Balance Network konnte nur gegründet werden, weil Coca Cola sich mit 1,5 Millionen Dollar beteiligte. Insgesamt hat der Getränke-Gigant von 2010 bis 2015 120 Millionen Dollar in die Gesundheitspartnerschaften „investiert“.

Die Kritik schadet dem Konzern inzwischen mehr als ihm die Gesundheitspartnerschaften nutzen. Darauf hat Coca-Cola im September 2015 bereits regiert und in den USA offen gelegt, welche Organisationen gesponsert wurden und welche Summen sie erhalten haben. In Europa soll dies nun auch geschehen. Bemerkenswerterweise hat das Global Energy Balance Network seine Arbeit eingestellt – wohl aus der Befürchtung heraus, als Marketing-Abteilung des Getränkeriesen zu gelten. Aber auch die US-amerikanischen Universitäten haben einen Ruf zu verlieren. So hat die University of Colorado die Coca-Cola-Spenden zurück gegeben.

Datum: Montag, 21. Dezember 2015 16:34
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Ein Kommentar

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    Zur gleichen Zeit (Eiterzahn) E Mail an Sie geschrieben. habe ich auch sehr viel Cola Zero getrunken. Ob die se ganze Geschichte (Rheuma+) einen Zusammenhang haben könnte. Gruss A. Richard.

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