Politiker in der Pharmaindustrie – Das falsche Spiel mit den Patienten

Oder: Zwischen gewissenhafter Forschung und geschickter Manipulation

Gut erforschte Medikamente, die gegen Krankheiten wirklich helfen und dabei so wenige Nebenwirkungen wie möglich haben – das wünschen wir Verbraucher uns von den Pharmakonzernen. Die Chancen scheinen gut zu stehen, denn auf dem Markt erscheinen immer neue Arzneimittel und Patente für innovative Biotechnologien. Von allen Erwerbstätigen waren im Jahr 2007 sechs Prozent im Wirtschaftszweig „Herstellung von chemischen Erzeugnissen“ beschäftigt. Hochqualifizierte Wissenschaftler bescheren der deutschen Pharmaindustrie Umsätze in Milliardenhöhe.

Doch noch weit mehr Geld als für die Entwicklung neuer Medikamente gibt die Pharmaindustrie für die Vermarktung ihrer Produkte aus. So betragen, laut den kanadischen Forschern Marc-André Gagnon und Joel Lexchin, die Kosten für die Herstellung von Arzneimitteln in den USA nur der Hälfte von dem Geld, das die Konzerne in Werbung, PR und Lobbyarbeit stecken. Dabei sind es nicht nur Werbespots in TV und Zeitschriften, sondern auch die kostenlosen Proben die uns Apotheker und Ärzte mitgeben, um uns Patienten von der Güte eines Produkts zu überzeugen. Pharmakonzerne richten Websites für Selbsthilfegruppen ein, sponsern deren Treffen und manipulieren die Organisationen, um ihre Medikamente gewinnbringend auf den Markt zu bringen.

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Wenn die Pharmaindustrie zum Doktor muss

Ich sprach neulich mit einem Arzt, der sich fürchterlich aufgeregt hatte.

Worüber?

Da hat es einen Kollegen gegeben, der von einem Interessensverband von Eltern von impfgeschädigten Kindern bezahlt worden sei, mit dem Ziel zu behaupten, dass Autismus und Impfung in einem kausalen Zusammenhang stehen (darüber hatte ich auch in meinem Artikel: „Autismus durch Impfung?“ berichtet).

Fröhlich berichtete er mir, dass dieser Schandfleck von Kollege darob aus dem Olymp der Halbgötter-in-Weiß ausgestoßen wurde, und von nun an sein Leben als Gemeiner unter Gemeinen zu verbringen hat.

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USA planen Vergeltung gegen EU-Staaten die sich gegen Gentechnik wehren

WikiLeaks-Dokumente enthüllen: USA planen Vergeltungsmaßnahmen gegen europäische Nationen, die sich gegen gentechnisch veränderte Organismen wehren

Wikileaks – davon haben Sie sicher schon von gehört. Man kann vom Gründer und Macher  Julian Assange halten was man will. Auch die Veröffentlichung von Geheimdienst-Dokumenten kann man diskutieren, bei denen es um die Sicherheit der Nation geht.

Aber wenn es um die Gesundheit und die Freiheit von uns Bürgern geht: Dann wüßte ich schon gerne, was da hinter verschlossenen Türen wirklich vor sich geht.

Und dies ist für mich definitiv der Fall bei der sogenannten grünen Gentechnik – der (mehr oder weniger unkontrollierten) Genmanipulation von Pflanzenerbgut.

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Frohe Weihnachten!

Frohe Weihnachten 2919!

2919? Seltsam.

Seltsam – in der Tat. Es war für mich genauso seltsam zu lesen wie für Sie. 909 Jahre in der Zukunft.

Dabei war es ganz einfach: ich hatte mich vertippt. Statt der 0 erwischte ich die 9.

Und auf einmal ertappte ich mich bei Überlegungen, was wohl in 900 Jahren so auf der Welt vorgehen könnte. Verschiedene Science-Fiction-Filme fielen mir ein – mit den unterschiedlichsten Szenarien.

Dann kam ich wieder zum Hier-und-Jetzt.

Viele meiner Patienten leben in einer möglichen Zukunft (mit Ängsten), die überhaupt noch nicht so eingetreten ist. Und die auch gar nicht so eintreten muss.

Noch viel mehr Patienten leben aber auch in der Vergangenheit. In einer Vergangenheit, die sie sowieso nicht mehr verändern können. Durchlebte Traumen können natürlich einer gewissen Hilfe bedürfen. Hier-und-Jetzt bedeutet in diesem Zusammenhang (zumindest für mich an Weihnachten): Was kann ich aus der Vergangenheit lernen, damit ich es jetzt und in Zukunft besser machen kann?

Einige verharren in Gedanken der Vergangenheit oder in einer Zukunft – und vergessen dabei „Jetzt“ das zu tun was nötig wäre. Und „Jetzt“ – an Weihnachten könnte eine Zeit sein um Inne zu halten.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine sehr besinnliche und schöne Weihnachtszeit.

Ach ja… Und weil vielen Lesern meine Videos bei den Weihnachtsgrüßen 2009 gefallen haben, habe ich versucht auch dieses Jahr etwas Nettes zu finden. Meine Wahl fiel auf folgendes Video (musste leider wegen Datenschutz entfernt werden).

Ich fand das sehr weihnachtlich und angemessen 🙂 Aber vor allem hat es mir Freude bereitet.










PS: Zu Silvester habe ich wieder etwas vorbereitet. Schauen Sie am 31.12. auf diesen Blog, facebook oder falls Sie einen meiner Newsletter abonniert haben in Ihre email.

Vor Nutzung Blick ins Impressum!

Seit Jahren geht es nun schon so: Ich erhalte emails mit Anfragen, dass man auf der Webseite XYZ gelesen habe, dass „dieses und jenes“ helfe.

Dann die Frage dazu: „Was halten Sie denn davon?“

Oder die Frage: „Bei Ihnen steht aber …“

Ja was denn nun?

Also ich empfehle als erstes mal einen Blick ins Impressum der betreffenden Webseiten. Nicht selten tauchen da relativ „merkwürdige“ Ansprechpartner auf. Heute begegnete mir mal wieder so eine Seite.

Da lese ich dann doch allen ernstes unter „Homöopathie bei Zahnschmerzen“:

Silicea hilft gegen Entzündungen des Zahnfleisches. […] Arnica dagegen sollte helfen, wenn nach der Entfernung eines faulen Zahns die Wunde nicht richtig verheilen will. […]

Mehr Mittel werden nicht genannt. An sich sind die beiden Mittel nicht grundsätzlich verkehrt für die genannten Indikationen – aber gegen Zahnschmerzen?

Ein Blick ins Impressum bringt als Verantwortliche eine Marketingagentur.

Alles klar? Fazit: Vor Nutzung einer Webseite – Blick ins Impressum.

Eine Bitte an diese Firmen: Wenn man schon Suchmaschinenoptimierung betreibt – dann lasst bitte diese Art von Tipps sein.

Nahrungsergänzungsmittel – Geplante Gesetzesänderung 2010

Anscheinend ist erst jetzt eine Katze aus dem Sack, von dem wir gar nicht wußten, dass dieser Sack existiert. Denn: Anscheinend wird klammheimlich eine Gesetzesänderung vorbereitet. Und das mitten in der Sommerpause, damit Fachanwälte und Verbandsmitglieder in diesem Bereich keine Stellungnahmen bzw. Gegenargumente einbringen können? Schließlich sindeinige ja noch im Urlaub.

Um was für ein Gesetz, welchen Bereich geht es denn da?

Es geht um Nahrungsergänzungsmittel. Und dabei hatten wir erst am 1. Januar diesen Jahres eine Gesetzesänderung diesbezüglich. Hier wurden jedoch „nur“ die Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in diesen Nahrungsergänzungsmitteln bestimmt. Das ganze wurde als wichtige Maßnahme „verkauft“, um uns Bürger vor (praktisch nie auftretenden), aber angeblich lebensbedrohlichen Überdosierungen zu schützen. Natürlich könnten wir über die Notwendigkeit diskutieren, aber eins steht für mich fest: Es gibt viel gravierendere Probleme für die Volksgesundheit!

Wie es nun aber bei der erneuten Gesetzesänderung aussieht, war das nur die „Ouvertüre“ eines Angriffs auf die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln.

So 100%ig genau konnte ich es dieses Wochenende nicht herausfinden. Im folgenden möchte ich Ihnen berichten, WAS ich bisher gefunden habe.

Was ist da los?

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) versucht also anscheinend in einer Art  Nacht- und Nebelaktion eine weitere Gesetzesänderung durchzuboxen, um die „Verkehrsfähigkeit“ von innovativen Nahrungsergänzungsmitteln und ähnlichen Produkte einzuschränken oder möglicherweise zu unterbinden.

Der Gesetzesentwurf selbst stammt aus dem Jahr 2007 (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/054/1605404.pdf), soll aber jetzt wohl auf den Weg gebracht werden.

Die Stellungnahmen der verschiedenen Gremien (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/057/1605723.pdf) greifen den entscheidenden Punkt anscheinend auch nicht auf.

Einige Kollegen mit denen ich bisher darüber sprechen konnte, meinen allerdings: Dann würden alle Nahrungsergänzungsmittel, Energy Drinks und diätetische Lebensmittel verschwinden. Vielleicht sogar die gesamten Reformhäuser und Alternativläden. Was übrig bliebe, wären Lebensmittelläden im großen oder kleinen Stil, die die staatlich erlaubte und überwachte, industriell erzeugte Nahrung verkaufen.

Na und?

Dann essen wir halt die zugelassenen Kohlköpfe. Die Lebensmittelexperten sagen ja sowieso, dass das mit den Nahrungsergänzungsmitteln überflüssig ist und wir sowieso alle notwendigen Vitalstoffe mit der Nahrung aufnehmen.

Worum geht es bei dieser geplanten Gesetzesänderung?

Der Bereich der Nahrungsergänzungsmittel ist nur durch einen kleinen, aber sehr weitreichenden Satz betroffen. Es wird nämlich nur eine kleine Kleinigkeit verändert – warum deswegen die anderen aus dem Urlaub zurückrufen?

Es geht um § 2 Abs. 3 des Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch. Die „kleine Änderung“ definiert von nun an, dass Nahrungsergänzungsmittel keine Lebensmittel mehr sind, sondern „zulassungsbedürftige Lebensmittelzusatzstoffe“.

Das hört sich ja erst einmal sehr „sicher“ und vertrauenerweckend an. Eine solche Zulassung allerdings ist zeit- und kapitalintensiv. Die meisten Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln werden sich diesen Luxus nicht leisten können.

Was in den Horrorszenarien einiger Kenner der Materie übrig bliebe, wäre eine milliardenschwere Pharma- und Chemieindustrie, für die diese „Zulassungs-Summen“ kein Problem darstellen.

Und es würde noch mal so interessant, wenn der alternative Nahrungsergänzungsmittelmarkt ausgetrocknet ist und man selber ins entstandene Vakuum vorstoßen könnte.

Bestimmte Rechtskenner meinen, dass diese Gesetzesänderung gegen EU-Recht verstößt (siehe: Stellungnahme Dr. Jürgen Reimann von der IHK München und Oberbayern). Die europäischen Lebensmittel-Rechtsbestimmungen kennen nämlich eine solche Reglementierung für Nahrungsergänzungsmittel angeblich nicht.

Damit wäre diese Aktion anscheinend ein Alleingang in der EU. Und: Obwohl ich kein ausgesprochener „Freund“ von Nahrungsergänzungsmitteln bin, besteht durchaus die Möglichkeit, dass wieder einmal Produkte vom Markt verschwinden, auf die viele Verbraucher vertrauen. Und das habe ich (wie gesagt) leider in den letzten 10 Jahren reichlich erlebt. Alleine deswegen reicht es mir langsam.

Was kann man tun?

1. Leider fehlt mir jetzt unter der Woche wieder Zeit um weiter zu recherchieren. Vielleicht hat jemand weitere Informationen? Ich würde mich freuen, wenn Ihr diese in den Kommentaren zu diesem Beitrag einstellen könntet.

2. Eine Petition

Unter der Internetadresse 173033.formmailer.onetwomax.de hatte der der www.efn-ev.de einen Widerspruch vorbereitet. Der EFN ist die European Federation for Naturopathy. Den Verband kenne ich schon länger, bin bei diesem aber kein Mitglied und habe mich über dessen Arbeit bisher auch noch nicht informiert. Von Kollegen wurde mir dieser aber als „ordentlich“ und mit gewissem Einfluss in Brüssel beschrieben. Die Einspruchsfrist lief angeblich am 31.8.2010 ab. Der von mir oben angegebene Link ist heute allerdings nicht mehr aktiv.

Und falls Sie der Meinung sind, dass dieser Artikel zu viele „könnte, möglicherweise und angeblich“ enthält: dann gebe ich Ihnen Recht. Ich bringe das Thema dennoch, denn im Internet gibt es zahlreiche Aufrufe  für die Petition.

Dancing Auschwitz – Ich lebe…

„Schaut her – ich lebe!“ sagt Adam Kohn, 89 Jahre alt, Vater von zwei Töchtern, sechsfacher Großvater und zweifacher Urgroßvater.

Dancing Auschwitz ist ein Kurzfilm, den sein Tochter Jane Korman produzierte. Der Film wurde 2009 bei einer Ausstellung in Ausstralien gezeigt. Populär wurde der Film erst (wie konnte es anders sein) durch Youtube.

Auf den ersten Blick sieht Dancing Ausschwitz wie eine Provokation aus. Ein Tabubruch. Und im Jahr 2010 scheint es nicht mehr vieler solcher Tabus zu geben… Der Holocaust scheint noch eines der Letzten zu sein.

Wenn man jedoch nachdenkt kann man zu dem Schluß kommen, dass sich die Tochter von Adam Kohn aber mehr Gedanken gemacht hat, als nur zu provozieren.

Jenseits der Dokumentationen die uns 40 Jahre lang das Grauen zeigten, sehen wir hier etwas völlig anderes: „Ich habe überlebt!“ – Die Freude eines Überlebenden.

Und wenn Opa Kohn vor einem Krematorium in Auschwitz die Hand zum Victory-Zeichen erhebt könnte man das genau so interpretieren: „Mich habt ihr nicht gekriegt!“

Das Video wurde bei Youtube bereits mehrfach gesperrt. Anscheinend hat Sony etwas gegen die Verletzung der „Musikrechte“ des Liedes „I will survive“. Zumindest scheint das in Deutschland der Fall zu sein. Appell an Sony: „Bleibt mal locker! Im Dienst der Sache kann man mal Zugeständnisse machen.“ Ich verkaufe ja auch nicht jeden Report und Artikel in den ich durchaus viel Zeit investiert habe.“