SUVs und Todesrisiko: Irre… Was sagt die Studie?

44 Prozent höheres Sterberisiko – allein wegen der Höhe einer Motorhaube.

So lautet die Schlagzeile, die sich aus einer aktuellen Metaanalyse ableiten lässt. SUVs stehen erneut am Pranger. Höher, breiter, angeblich tödlicher.

Doch bevor man nun die Fahrzeugklasse für eine epidemiologische Großbedrohung erklärt, lohnt sich ein genauer Blick auf die Daten. Worauf basiert diese Risikosteigerung? Wie belastbar sind die Zahlen? Und warum diskutiert plötzlich ein arzneimittelkritisches Fachmedium über Motorhauben?

Zwischen statistischer Korrelation, politischer Stimmungslage und physikalischer Realität liegt ein Unterschied. Genau diesen schauen wir uns an.

Im Dezember 2025 las ich einen Beitrag im „Arznei-Telegramm“ einen Beitrag, der auch von „Öko-Test“ hätte veröffentlicht werden können. Oder vom ADAC. Oder vom „PKW-Telegramm“, wenn es ein solches gäbe.

In dem Beitrag versuchte das „Arznei-Telegramm“ herauszufinden, warum SUVs für Fußgänger besonders gefährlich sein sollen. Grundlage dafür war eine Metaanalyse, die von britischen Wissenschaftlern durchgeführt worden war. [1]

Eine einzige Metaanalyse bringt jetzt die Wahrheit an den Tag. Interessant ist auch die Besetzung des Autorenteams. Da gibt es einen ehemaligen Studenten der „London School of Hygiene and Tropical Medicine“. Und ein Autor kommt vom „Imperial College“ von London, der Verein, der Mr. Ferguson beheimatet. Das war jener Professor, der für Schweinegrippe und Corona Millionen von Infektionstoten jeweils prophezeit hatte. Das hatten ihm seine mathematischen Modelle verraten, die moderne Form der Glaskugel von Hänsel und Gretel.

Damit dürfte auch die Frage geklärt sein, warum das „Arznei-Telegramm“ über Autos redet, wo der Bezug zu Arzneimitteln kaum ersichtlich ist. Es sind die Autoren, die in Institutionen arbeiten, wo man sich auch mit Pillen beschäftigt und beschäftigt hatte.

Nachdem also die verkehrstechnische Kompetenz der Autoren gesichert ist, geht es darum, das Wohl des Fußgängers im Auge zu behalten. Das geht im Angesicht eines SUVs leider nicht mit einem Medikament, dass die Rezeptoren gegen SUVs blockiert und somit den Fußgänger zu schützen vermag.

Deshalb entdeckte die Metaanalyse, dass SUVs viel gefährlicher für Fußgänger sind als normale Autos. Das liegt jetzt nicht daran, dass es gegen normale Autos entsprechende Medikamente gäbe, sondern an der unterschiedlichen Bauweise von normalen Autos und diesen grässlichen SUVs. Denn Letztere sind immer breiter und vor allem höher geworden, vor allem die Motorhaube. Von 2019 bis 2024 wuchsen die Motorhauben der SUVs von 77 auf 84 cm, was in einem 44 % höherem relativen Risiko zu sterben mündet. Bei Kindern soll das Risiko sogar um 82 % erhöht sein.

In den USA wurden dann knapp 18 Tausend Unfälle zwischen Autos und Fußgänger ausgewertet. Das soll dann gezeigt haben, dass bei hohen Motorhauben, wie bei den SUVs, das Todesrisiko um 45 % stieg (Front ab 100 cm hoch) und um 26 % bei einer Front von 75 bis 100 cm.

Und: Jede Zunahme der Fronthöhe eines Autos um 10 cm erhöht auch das Mortalitätsrisiko der Fußgänger um 22 %. Da ist die Abhilfe schon fast klar: Motorhauben in Form von von der FDA zugelassenen Tabletten oder Kapseln könnten das Risiko senken. Motorhauben mit der Form von Impfspritzen sind weniger geeignet, was die Impffans traurig stimmen könnte. Aber dagegen gibt es ja auch die entsprechenden Pillen von der Schulmedizin. Alaaf und Helau!

Zum Schluss zeigt sich das „Arznei-Telegramm“ dann noch etwas kritisch, was immer gut ist. Es moniert, dass die Daten, die aus den USA stammen, nicht 1 : 1 auf europäische Verhältnisse übertragbar seien. Warum nicht, wird nicht erklärt. Sind die SUVs bei uns kleiner, tiefer, schmalbrüstiger? Oder gibt es Unterschiede bei der Definition zwischen Europa und den USA was ein SUV ist und was nicht?

Auch der Touch Panik darf nicht fehlen:

„Die zunehmende Beliebtheit immer größerer SUVs auch hierzulande – fast jeder dritte in Deutschland zugelassene PKW (30%) war 2024 ein SUV7 – gibt jedoch zur Sorge Anlass.“

Genau! SUVs sind maßgeblich an der Bevölkerungsreduktion beteiligt? Das dürfte Bill Gates freuen. Hat der sich schon dazu geäußert, vielleicht sogar positiv?

Aber dann scheint bei den Telegramm-Schreibern doch noch so etwas wie Realitätssinn aufzuflammen. Denn der Existenz der SUVs per se ein gesteigertes Mortalitätsrisiko für Fußgänger zuzuschreiben, wäre ähnlich absurd wie die Infektionsvorhersagen von Ferguson. Es schien den Autoren kurz vor Redaktionsschluss dann doch aufgefallen zu sein, dass andere Faktoren für tödliche Unfälle viel ausschlaggebender sind als die bloße Existenz von SUVs:

„Von allen in der Analyse erfassten Variablen hat hohe Geschwindigkeit den größten Einfluss auf schwere und tödliche Verletzungen von Fußgängern.“

Denn wenn hohe Motorhauben von SUVs der entscheidende Faktor wäre, dann würde ich empfehlen, nur noch Super-Sportwagen und Formel-1-Rennwagen zuzulassen. Denn die haben eine super niedrige Motorhaube bzw. Fronthaube (der Motor bei diesen Fahrzeugen sitzt meist in der Mitte des Wagens). Alaaf und Helau…

Fazit

Die tollste Studie seit langem. Wissenschaftler, die mal was mit Gesundheit zu tun hatten, analysieren Autos und deren Gefährlichkeit anhand von einer einzigen Metaanalyse. Ich gebe zu, dass eine Studie im klassischen Sinne kaum möglich ist. Dann müsste man Leute mal von SUVs und mal von normalen Autos überfahren und sehen, wo die meisten Toten abfallen.

Aber auf die Höhe der Motorhaube als entscheidender Risikofaktor zu kommen, das muss man erst mal bringen. Aber das Ergebnis wird sofort vom „Arznei-Telegramm“ zerlegt, als man sich auf hohe Geschwindigkeiten als den dominierenden Faktor für tödliche Unfälle zurückbesann. Oder ist die bloße Existenz eines SUVs auf dem Parkplatz schon eine Bedrohung für vorbeilaufende Passanten?

Um das zu erkennen, braucht es keine Metaanalyse. Das wissen und wussten viele auch ohne diese karnevalistische Studieneinlage in Form der Metaanalyse.

Alaaf und Helau!

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Quelle:

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