EU wollte den Anbau von Obst und Gemüse in Gärten regulieren

Im Frühjahr 2013 legte die EU-Kommission eine neue Saatgutverordnung vor. Per Erlass sollte angeordnet werden, sämtliches Saatgut, das auf Feldern oder in Kleingärten ausgebracht wird, zu registrieren, nachdem es ein aufwändiges Prüfverfahren durchlaufen hat.

Die Kriterien der Genehmigung waren ausgerichtet auf eine Normierung aller Obst- und Gemüsesorten, die im EU-Raum angebaut werden. Eine Konsequenz wäre gewesen, dass Hobby-Gärtner sich strafbar machen, wenn sie selbstgezüchtetes Saatgut kultivieren oder ihrem Nachbarn schenken.

Die Absicht hinter dem monströsen Machwerk des EU-Gesundheits-Kommissars Tonio Borg war freilich eine andere: Mit der geplanten Vereinheitlichung wollte der maltesische Nationalist den Agrar-Konzernen in die Hände spielen. Denn nur für Unternehmen wie Monsanto oder Bayer lohnt sich das komplizierte und langwierige bürokratische Prozedere.

Kleine Saatgutzüchter, die auch seltene alte Sorten anbieten, können da nicht mithalten. Für den Verbraucher hätte dies bedeutet, dass das Angebot der Obst- und Gemüsesorten stark eingeschränkt worden wäre.

Umweltverbände reagierten darauf mit Protesten, aber auch vielen EU-Abgeordneten war die Regulierungs-Wut zu viel. EU-Kommissar Borg nahm die Regelung zumindest für Hobby-Züchter zurück. Auch Ausnahmen für althergebrachte Sorten sollte es nun geben.

Doch die Änderungen an der Gesetzesvorlage reichten dem EU-Agrar-Ausschuss noch nicht und die Abgeordneten empfahlen dem Straßburger Parlament die Ablehnung der neuen Saatgutverordnung.

Und tatsächlich siegte im Plenum die Vernunft und die Volksvertreter lehnten am 11. April 2014 die irrsinnige Verordnung mit überwältigender Mehrheit ab. Ein Jahr später verwarf auch der EU-Ministerrat die Vorlage, sodass das Projekt endgültig gescheitert ist.

Das Beispiel zeigt, wie der Trend zur Überregulierung in der EU gestoppt werden kann. Denn Umweltverbände hatten 1.000.000 Unterschriften gegen die Saatgutverordnung in einer Petition gesammelt.

Maßgeblich beteiligt waren die österreichischen Umwelt-Organisationen Arche Noah und Global 2000.

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René Gräber

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4 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Avatar

    Wie gut, daß diese Verordnung nicht durchgegangen ist. Es wird immer absurder, was die EU sich ausdenkt. Besonders die Abstrafung von Hobbygärtnern erscheint mir absurd.
    Zum Glück kann man nun weiterhin wohlschmeckende seltene Tomatensorten genießen und muß nicht die farblose EU-Wasser-Tomate essen. Es wäre ja auch schlimm, wenn man alte und seltene Obst- und Gemüsesorten nur noch „unter der Ladentheke“ erwerben könnte.

  2. Avatar

    Das ist so eine Frechheit, was da alles passiert. Und alles auf dem Rücken der Menschheit, nur damit ein paar Konzerneigner und Aktionäre in unermesslichem Reichtum schwimmen, den sie nicht mal mitnehmen können, wenn die, wie alle, das Zeitliche segnen…

    „EU-Kommissar Borg nahm die Regelung zumindest für Hobby-Züchter zurück“ – der hätte lieber seinen Hut nehmen sollen! Aber die Borg haben ja schon immer gern assimiliert!

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    Hm, ich dachte, diese Regelungen wären auch im Rahmen von TTIP auf uns zugekommen. Na ja, das ist dank Trump ja vermutlich „Schnee von gestern“. Wenigstens eine gute Sache…

  4. Avatar

    Hallo Herr Rene Gräber,
    wir haben Bekannte auf dem Land, die von Kartoffeln – Bohnen – etc alles in ihrem Garten selber ernten, das schmeckt 1000 mal besser als man es in Supermärkten kaufen geht.
    Meine Frau und ich haben uns 2015 im Urlaub in Ostfriesland beim draußen Essen eine Lebensmittelvergiftung geholt, nur die blöden Schulmediziner haben das bis heute noch nicht festgestellt. Diagnose: Magenschleimhautentzündung wurde festgestellt, und dann wurde Antibiotika wie Bobons verschrieben, warum wir beide abgenommen haben konnte keiner feststellen, die Ärzte in ihren Praxen nicht und im Krankenhaus nicht.
    Die sehen nur in einem Quartal ihren Profit von der Pharmaindustrie wieviel Chemiebomben sie verschrieben haben. Allein wie viel verschiedene Blutdrucktabletten es gibt, eine Firma bringt die Blutdrucktablette Ramipril, und zehn andere Firmen entwickeln sie nach mit angeblich dem gleichen Wirkstoff, Warum müssen denn so viele Blutdrucktabletten raus gebracht werden, wir sind ja die reinsten Versuchskaninchen in Deutschland. Der beste Patient ist der Chronische Patient, mit dem läßt sich der beste Euro machen mit Chemie.Das Gemüse kommt schon nicht mehr aus Deutschland, von weit her, ob Kartoffeln etc,
    wo wir uns mit schädigen. Nicht nur die Medikamenten – Chemiebomben sondern auch unsere Lebensmitteln führen zu Krankheiten.
    Das Gesundheitssystem in Deutschland ist schon länger kaputt, und wird immer schlimmer!!!!

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