Cholesterin – Das Milliarden-Märchen

Herzinfarkt und Schlaganfall, das sind die Todesursachen, die auch in Deutschland dominieren. Nach Ansicht von Experten der Pharmaindustrie ist ein wesentlicher Indikator für das spätere Auftreten dieser Erkrankungen mit Todesfolge der Cholesterinwert oder der Cholesterinspiegel.

Das Gesamtcholesterin sollte nach Ansicht von vielen Ärzten und Pharmaindustrie nicht über 200 mg/dl Blut liegen. Allerdings scheint dieser Wert statistisch aus der Luft gegriffen zu sein. Interessanterweise wären dann mehr als die Hälfte aller deutschen Männer besonders gefährdet, obwohl deren Lebenserwartung bei knapp unter 80 Jahren liegt.

2019 wurden die Cholesterin-Grenzwerte von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) gesenkt. Diese Richtlinie für Ärzte übernahm auch die Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Demnach soll der LDL-Wert (Low Density Lipoprotein) bei Menschen mit angeborener Hypercholesterinämie und Angina pectoris nicht höher sein als 55 mg/dl. In den Leitlinien aus 2016 galten noch LDL-Werte von 100 mg/dl bei familiär bedingtem hohen Cholesterinspiegel und 70 mg/dl bei gleichzeitg manifestierter Herzenge. Die neuen Leitlinien empfehlen auch dringend die Verordnung von PCSK9-Hemmern als Ergänzung der Statin-Medikation.

Und es stellt sich die entscheidende Frage:

Soll man den Cholesterinspiegel senken?

Bei der Dramatisierung der Gefahren des Cholesterins wird oft übersehen, dass man im Körper immer einen gewissen Anteil von Cholesterin benötigt. Wer einen zu niedrigen Cholesterinspiegel hat, ist gefährdet. Ebenso wird übersehen, dass das Cholesterin gar nicht der Hauptrisikofaktor bei Herzinfarkt und Schlaganfall ist. Rauchen, Stoffwechselabbauprodukte wie Homocystein und bestimmte Blutfettwerte wie das Lipoprotein a sind deutlich relevanter.

Abgesehen von diesen statischen Überlegungen sind aber folgende Fakten noch relevanter: Wer einen erhöhten Cholesterinspiegel hat, stirbt nicht früher als der Rest der Bevölkerung. Und eine Senkung des Cholesterinspiegels (ob mit oder ohne Medikamente) verlängert auch nicht die Lebensspanne. Mehr dazu lesen Sie in meinem Beitrag: Die Cholesterin Lüge.

Nach der Kenntnis dieser Faktenlage wird klar, dass der Zweck der Cholesterinspiegel-Hysterie nur im “Geld verdienen” liegen kann. Der Cholesterin-Test ist einfach, als auch relativ billig und wird deshalb von der Krankenkasse bezahlt.

Doch an den Medikamenten (meistens Statine), verdient die Pharmaindustrie Milliarden. Der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin wird das langsam zu viel. Verbandsvertreter wiesen die Leitlinien aus 2019 zurück, weil sie die Hälfte ihrer Patienten zu Statin-Konsumenten machen müssten.

Beachtliche 1, 2 Mrd. Euro bekommen die Pharma-Multis pro Jahr in Deutschland durch Medikamentenverkauf. Hier sind die Cholesterinsenker eine relevante Größe, auf die man nicht verzichten will. Die ESC-Leitlinien sind von Medizinern verfasst, die nach eigenen Angaben Geld von der Pharmaindustrie erhalten. Nur einer von ihnen bekommt solche Zuwendungen nicht. Unter den Sponsoren der Normwert-Schöpfer sind 14 Hersteller von PCSK9-Hemmern.

Schade, dass in Zukunft wohl noch mehr Patienten mit den Nebenwirkungen der Statine klarkommen müssen: Übelkeit, Muskelschwund, Vitaminmangel Hautausschläge und Impotenz sind nur ein kleiner Ausschnitt aus den Beschwerden, die diese nach der Einnahme von Cholesterinsenker auszuhalten haben.

Mehr zum Thema Cholesterin in meinem vollständigen Cholesterin-Report:
www.renegraeber.de/Cholesterin-Report.html

 

René Gräber

René Gräber

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7 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Avatar

    Sehr geehrter Herr Gräber

    Für Ihre wertvollen Infos danke ich Ihnen, ich lese sie gerne!

    Ich habe 2012 einen Herzinfarkt erlitten und muss seither Bilol, Losartan, Aspirin Cardio einnehmen. Da ich die Medikamente nur schlecht vertrage, suche ich mit meiner Hausärztin immer Alternativen. Um Statine zu ersetzen habe ich nach langer Suche Rote Reishefeextrakt gefunden und damit hervorragende Laborergebnisse erzielt. Dazu nehme ich täglich 2 Kapseln Jiaogulan das mir sehr gut tut. So kann ich Statine inkl. Nebenwirkungen “einsparen”

    Leider wurde jetzt von der Swissmedic in der Schweiz die Rote Reishefe verboten, dahinter kann nur die Pharmaindustrie stecken, wie immer! Es geht nur noch ums Geld, der Patient bleibt auf der Strecke, eine Schande! Doch meine Bezugsquelle hat mir versichert, dass Sie mich trotzdem beliefern, worüber ich sehr froh bin.

    Um möglichst einen weiteren Herzinfarkt (Angina pectoris) zu verhindern nehme ich die Urtinktur Strophantus gratus D 1 von der Firma Maros täglich ein und fühle mich ganz gut damit. Auch diese Naturarznei ist in der Schweiz verboten!

    Gerade deshalb bin ich froh über Ihre Infos und Tipps. Vielen Dank!

  2. Avatar

    Vielen lieben Dank für diesen Artikel und Ihre damit verbundene Mühe. Einfach toll, Ihre kostenlosen Tipps sind absolut zu empfehlen.
    Freue mich auf mehr
    LG Katharina

  3. Avatar

    Ich (56)habe völlig überraschend die Diagnose einer hochgradigen Aortenklappenstenose (Verkalkung) erhalten. Nach dem Ersatz mit einer Bioprothese habe ich über eine Ernährungsberaterin in der Rehabilitation erfahren, dass ich einen hohen Lipoprotein A Wert habe. Die Ärzte haben mir gegenüber diesbzgl. nichts erwähnt (dafür gibt es wohl keinen Pharmamarkt) Da ich auf diesen genetisch bedingten Wert keinen Einfluss habe und nichts machen kann (ausser einer Lipid-Apharese, die jedoch keine Kassenleistung darstellt) würde mich interessieren, ob aus naturheilkundlicher Sicht Möglichkeiten bekannt sind, wie ich diesen Wert evtl. doch senken kann? Haben Sie sich mit diesem Thema schon einmal befasst, sodass ich es nachlesen könnte? LG Ute H. Vielen Dank

  4. Avatar
    Ralf Bitterlich

    18. März 2017 um 16:42

    Ich nehme Atorvastatin 80. Nach einem Herzinfarkt vor 16 Jahren und anschließender BEYPAS OP. Seit 2 Jahren wurde ein Lippoprothein a Wert von über 300 festgestellt. Nun soll der LDL Wert auf etwa 70 gesenkt werden damit ich nicht zur Blutwäsche muss. Derzeit etwa ist das LDL bei 114. Gibt es da noch Alternativen? Ich bin 55 Jahre alt.

    Antwort der Redaktion:
    Hallo, vielleicht hilft Ihnen dieser Beitrag von Herrn Gräber weiter : http://www.naturheilt.com/Inhalt/Cholesterin.htm
    Auch können Sie gerne Ihre Fragen in unserem http://www.yamedo.de/forum stellen.
    Viele Grüsse

  5. Avatar

    Verehrter Herr Gräber,
    in einem Gespräch mit einem Physiker, bei dem, wie er sagte, zu hohe Cholesterinwerte festgestellt worden seien, machte er deutlich, daß er Medikamente nehmen müsse, da seine extrem hohen Werte…, über 200…., erblich bedungt seien.
    In speziell diesem Fall sei man auf Medikamnte angewiesen, denn andere Möglichkeiten existierten hier nicht; mit Ernährung könne man da nichts machen.
    Er nehme ja schon weniger man ihm dringend verschreiben wolle.
    Hat er tatsächlich in diesem Fall recht?
    Was soll ich einem Physiker entgegnen?

  6. Avatar

    Lieber Herr Gräber,
    schon länger verfolge ich Ihren Newsletter – vielen herzlichen Dank für die Mühe und die guten Informationen! Ich möchte hier meine Erfahrung bzgl. Cholesterinsenker mitteilen:
    Nachdem ich (55 Jahre) längere Zeit einen erhöhten Cholesterinwert hatte (253 und LDL 167), riet mir mein Hausarzt (er kannte meine Skepsis gegenüber Statinen) zu einem pflanzlichen Cholesterinsenker: Armolipid, Extrakt aus rotem Reis. Die Tabletten habe ich brav rund 3 Monate genommen. Da ich zu der Zeit gerade allgemein gesundheitliche Probleme hatte, schob ich es zunächst auf das Übergewicht, den Stress und die Wechseljahre, dass ich Mühe hatte, so einfach vom Boden aufzustehen, wenn ich mal saß oder kniete. Auch beim Treppensteigen begann ich, mich zusätzlich mit den Armen am Geländer nach oben zu ziehen. Ich stellte auch zunehmende Kurzatmigkeit und eine leichte Tendenz zur Inkontinenz fest… Außerdem taten mir Gelenke und Muskeln schon beim Aufwachen weh… Bei “Armolipid” handelte es sich um eine frei verkäufliche “Nahrungsergänzung” aus der Apotheke, im Beipackzettel wurden keine möglichen Nebenwirkungen genannt. Daher googelte ich erst nach 3 Monaten nach den Wirkstoffen und Nebenwirkungen. Und erhielt die Antwort, dass es im Prinzip derselbe Wirkstoff wie bei den chemischen Statinen sei…und daher auch mit denselben Nebenwirkungen zu rechnen sei.. Ich hatte zu dem Zeitpunkt die Tabletten bereits abgesetzt. Subjektiv gefühlt hatte ich ca. 20-30% weniger Kraft in den Oberschenkeln und Waden. Inzwischen sind seit Absetzen des “Nahrungsergänzungsmittels” 3 Monate vergangen. Meine Muskeln haben sich teilweise erholt, vom Boden kann ich wieder besser aufstehen, die Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen sind verschwunden… Jetzt trainiere ich verstärkt..
    Letzte Woche habe ich folgenden erhellenden Artikel im Internet gefunden – eine Studie von Forscherinnen an der Charité zum Thema Statine und Muskeln:
    https://www.bihealth.org/en/notices/wie-wirken-statine-auf-muskeln

    Ich frage mich, wie viele alte Menschen, deren Leber die Medikamente auch nur langsam abbaut, wohl wegen Statineinnahme im Rollstuhl sitzen, inkontinent sind und Atemprobleme haben????
    Herzliche Grüße
    Annette

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