Wir leben im Zeitalter der Hochleistungsmedizin – und gleichzeitig sinkt in vielen Industrieländern die Lebenserwartung. Trotz Milliarden für Medikamente, Screeningprogramme und „Durchbrüche“ bleibt die entscheidende Frage offen: Verlängern Pillen tatsächlich unser Leben – oder verhindern sie nur, dass wir früher sterben?
Eine große Auswertung der UK Biobank mit rund 60.000 Teilnehmern deutet auf etwas hin, das deutlich weniger spektakulär ist als jede neue Spritze oder Tablette: fünf Minuten mehr Schlaf, zwei Minuten mehr Bewegung, eine halbe Portion Gemüse zusätzlich – und statistisch ein zusätzliches Lebensjahr.
Kein Wunder. Keine Gentechnik. Kein „medizinischer Meilenstein“. Sondern schlichte Lebensführung.
Aber wie belastbar sind solche Aussagen? Und geht es hier wirklich um eine Verlängerung der biologischen Lebensspanne – oder lediglich darum, das eigene Potenzial endlich auszuschöpfen? Genau hier beginnt die eigentliche Diskussion.
Die Schulmedizin rühmt sich ja fortwährend, dass ihre „Heilkunst“, in der es zudem noch von „medizinischen Durchbrüchen“ wimmelt, das Leben von Patienten retten würde und sogar deren Leben verlängern könnte.
Derartige Ansprüche halte ich für maßlos übertrieben bis falsch, wenn wir einmal die Notfallmedizin ausklammern, die derartige Ansprüche zu Recht geltend machen kann. Denn hier werden medizinische Maßnahmen durchgeführt, die Leben retten. Aber lebensverlängernde Maßnahmen im Sinne einer Veränderung des natürlichen Todeszeitpunkts in die Zukunft hinaus werden auch hier nicht durchgeführt.
Die medikamentöse Behandlung hat bis heute auch nicht einmal zeigen können, dass sie die Lebenserwartung verlängern könnte. Die Statine z.B. sollen angeblich die Plaques in den Arterien verhindern, was die Zahl der Herz- und Hirninfarkte verhindere, was sich dann wohl in einer Senkung der Todesfälle bemerkbar machen sollte. Macht es das? Nein, es gibt keine nachgewiesene Senkung der Mortalität bei den Statinen.
Und schlimmer noch: Trotz gewaltiger Propaganda, wie effektiv die Schulmedizin inzwischen sei, sieht die Lebenserwartung ziemlich „daneben“ aus. Schon 2009 gab es Grund für Aufmerksamkeit bezüglich der Lebenserwartung in Deutschland. [1]
Inzwischen gibt es eindeutige Hinweise, dass die Lebenserwartung sinkt: [2][3]
Und als dann „Corona“ kam und uns mit einer „lebensrettenden“ Genspritze überraschte, gab es noch mehr Rückgang bei der Lebenserwartung. [4][5]
Gibt es also keine Möglichkeit, nicht nur etwas für seine Gesundheit, sondern auch für eine höhere Lebenserwartung zu tun? Doch, die scheint es zu geben. Allerdings handelt es sich hier nicht um den Erwerb und Einsatz von Pillen: [6]
Oh, nein… das hört sich nach einem gewaltigen Aufwand an, den kaum jemand auf sich nehmen möchte, oder? Und Fasten ist ja auch „ungesund“, oder? Wie soll da die Lebenserwartung erhöht werden, wenn man ungesund lebt? Dann kann man gleich richtig ungesund leben und sich vollstopfen, rauchen und saufen. Dann hat man was vom Leben, oder?
Aber nicht jeder sollte oder kann fasten. Wie jede medizinische Maßnahme gibt es auch hier Kontraindikationen, die, wenn sie übersehen werden, in der Tat zu ungesunden Konsequenzen führen können. Außerdem sollte, je nach Gesundheitszustand, das Fasten unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, am besten in einer auf Fasten spezialisierten Klinik: [8][9]
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Die Wende
Fasten bzw. Kalorienrestriktion sind die einzigen Möglichkeiten, die Lebenserwartung zu erhöhen. Oder? Man hat es für Mäuse, Insekten, Würmer etc. nachgewiesen, nicht jedoch für den Menschen, wenn man es genau nimmt. Denn ein Experiment, das diesen Effekt beim Menschen versuchen würde nachzuweisen, wäre ethisch nicht zu vertreten.
Dazu kommt, dann man das Vollfasten auch nur über einen gewissen Zeitraum durchführen kann. Denn sonst verhungert man, was die Lebenserwartung signifikant verkürzt. Die Kalorienrestriktion dagegen lässt sich über einen sehr langen Zeitraum durchführen. Das wäre schon ein erster Ansatz.
Aber es gibt noch mehr. Statt sich auf nur eine mögliche Komponente zur Verbesserung von Gesundheit und Lebenserwartung zu konzentrieren, gibt es jetzt sogar eine Studie, die vorschlägt, viele kleine Verbesserungen in vielen Bereichen des Lebens durchzuführen. [10]
Was haben die australischen Autoren herausgefunden?
Die Forscher analysierten Daten von fast 60.000 Personen der UK Biobank, einer Datenbank mit medizinischen und Lebensstildaten von Hunderttausenden Erwachsenen in Großbritannien.
Das Team verknüpfte die dokumentierten Gewohnheiten der Teilnehmer mit ihrer theoretischen Lebenserwartung und ihrem Gesundheitszustand, berechnet mithilfe statistischer Modelle. Sie fanden heraus, dass Menschen, die täglich nur fünf Minuten länger schliefen, sich nur zwei Minuten länger mäßig bis intensiv körperlich betätigten und eine halbe Portion Gemüse mehr aßen, tendenziell deutlich länger lebten als die leistungsschwächsten Personen – also diejenigen, deren Schlaf-, Bewegungs- und Ernährungsgewohnheiten sie zu den 5 % der Gesamtgruppe mit den schlechtesten Werten zählten.
Laut dem statistischen Modell hatte die erste Gruppe im Vergleich zur zweiten ein zusätzliches Lebensjahr.
Das heißt aber nicht, dass ein paar Minuten mehr Bewegung oder Schlaf und kleine Ernährungsumstellungen ein zusätzliches Lebensjahr garantieren, erklären die Autoren.
„Diese Studie allein beweist nicht, dass diese Gewohnheiten die Gesundheit verbessern“, warnen sie. „Sie modelliert, was mit unserer Lebenserwartung passieren könnte, wenn die Veränderung dieser Faktoren die Gesundheit tatsächlich verbessert.“
Interessanterweise deuten die Daten darauf hin, dass Verbesserungen in verschiedenen Bereichen des Wohlbefindens „mehr als die Summe ihrer Einzelteile“ sind, so Studienleiter Nicholas Koemel, Diätologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der „ Universität Sydney“. Um beispielsweise allein durch Schlaf ein zusätzliches Lebensjahr zu gewinnen, müsste man laut der Studie 25 Minuten länger pro Nacht schlafen – ein Luxus, den sich viele nicht leisten können. Doch schon sehr kleine Verbesserungen bei Schlaf, Bewegung und Ernährung können in Kombination eine signifikante Wirkung haben.
Koemel erklärte, die Ergebnisse legten nahe, dass „gesunde Gewohnheiten als Gesamtpaket besser wirken. Jedes unserer Verhaltensweisen beeinflusst unser Handeln. Nach einer unruhigen Nacht verändern sich oft unsere Essgewohnheiten und unser Bewegungsverhalten. Und das sehen wir bei all diesen verschiedenen Verhaltensweisen.“
Dem Modell zufolge hatten die Studienteilnehmer mit der optimalen Kombination dieser Verhaltensweisen – mindestens 40 Minuten mäßig bis intensiv Sport, sieben bis acht Stunden Schlaf pro Tag und eine insgesamt gesunde Ernährung – im Vergleich zu den 3 % der Teilnehmer mit den schlechtesten Werten eine um neun Jahre längere Lebenserwartung und eine um neun Jahre längere Lebenserwartung bei guter Gesundheit.
Aber…
Studien wie diese, sogenannte Kohortenstudien, sind aufgrund ihres Designs mit Vorsicht zu genießen. Sie vergleichen zwei Gruppen rückwirkend, anstatt die Teilnehmer zu bitten, ihre Gewohnheiten zu ändern und die Auswirkungen dieser Änderung auf ihre Gesundheit zu beobachten. Daher können sie nie endgültig beweisen, dass eine bestimmte Veränderung einen bestimmten Effekt verursacht hat; sie können lediglich einen Zusammenhang zwischen beiden herstellen.
Beispielsweise wurden Schlaf- und Bewegungsgewohnheiten in der UK Biobank-Kohorte nur bis zu einer Woche lang erfasst, und die Daten setzen voraus, dass die Teilnehmer diese Gewohnheiten langfristig beibehielten. Auch die Ernährung wurde nur zu Beginn der Studie erfasst und nicht über einen längeren Zeitraum beobachtet. Es ist also möglich, dass die Teilnehmer ihre Gewohnheiten nach diesen Erhebungen geändert haben, was die Wahrscheinlichkeit verringern würde, dass ihre Gewohnheiten ihre Lebenserwartung verbessert haben.
All dies lässt Raum für die Möglichkeit, dass nicht diese Unterschiede im Lebensstil, sondern ein anderer, nicht erfasster Faktor die Verbesserung der Lebenserwartung bewirkt hat.
Es könnte beispielsweise sein, dass eine Gruppe wohlhabender ist und es ihr dadurch leichter fällt, Sport zu treiben, gut zu schlafen und sich gesund zu ernähren. Letztendlich lässt sich dieser Unterschied aber nicht nur durch das Verhalten, sondern auch durch den Wohlstand erklären.
Wohlhabende Menschen könnten auch in einer weniger verschmutzten Gegend leben als ärmere, was zu dem Unterschied in der Lebenserwartung beitragen könnte. Allein anhand dieser Studie lässt sich das nicht beurteilen.
Neujahrsvorsätze scheitern oft, weil wir uns zu viel vornehmen. Und das bedingt das Scheitern der guten Vorsätze. Diese Arbeit legt nahe, dass es einen „anderen Weg von A nach Z“ geben könnte, indem man kleinere Veränderungen in verschiedenen Bereichen des Wohlbefindens vornimmt, die sich zu gesünderen Gewohnheiten entwickeln und gleichzeitig die allgemeine Gesundheit verbessern können.
Noch ein Aber…
Ob es sich hier um eine echte Verlängerung der Lebenserwartung handelt, wage ich erst einmal zu bezweifeln, was nicht abwertend gemeint ist. Eine Verbesserung der vielen kleinen Parameter wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass die Menschen ihre natürlich (biologisch) vorgegebene Lebenserwartung erreichen können, was heute aufgrund von chronischen Erkrankungen häufig nicht mehr der Fall ist. Die biologische Lebenserwartung noch einmal nach oben zu schrauben, ist eine andere Kategorie. Und hier soll als Einzige die Kalorienrestriktion effektiv sein, aber auch nur, wenn alle gesundheitlichen Parameter stimmen.
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