Kortison rettet Leben. Und es ruiniert sie – wenn es aus dem Ruder läuft.
Als Medikament unterdrückt es Entzündungen, stoppt allergische Reaktionen und wird in Notfällen nahezu reflexhaft eingesetzt. Doch das körpereigene Kortison – also das Stresshormon der Nebennieren – kann bei chronischer Überproduktion genau jene Systeme destabilisieren, die es eigentlich schützen soll.
Gewichtszunahme am Bauch, Muskelschwäche, Bluthochdruck, Schlafstörungen, ein aufgedunsenes Gesicht – vieles davon wird isoliert betrachtet. Hier ein paar Kilo mehr. Dort schlechter Schlaf. Ein wenig erhöhter Blutdruck.
Was aber, wenn all diese Symptome Ausdruck eines dauerhaft übersteuerten Stresssystems sind?
Die amerikanische Zeitschrift Prevention hat jüngst fünf Warnzeichen für erhöhte Kortisonspiegel zusammengetragen. Die spannende Frage ist jedoch nicht nur, woran man zu viel Kortison erkennt – sondern warum es in unserer Zeit so häufig chronisch erhöht bleibt.
Denn eines ist klar:
Ein Hormon, das evolutionär für akute Gefahr gedacht war, ist nicht dafür gemacht, dauerhaft im „Alarmmodus“ zu laufen.
Beginnen wir mit der Frage:
Was macht das Kotison eigentlich?
Kortison gilt als das klassische Stresshormon, welches unter anderem die Wirksamkeit des Immunsystems beeinträchtigt. Aus diesem Grund wird es gegen Allergien und Entzündungen eingesetzt. Das klingt erst einmal harmlos, ist aber bei einer Daueranwendung alles andere als das. [1][2]
Im Januar 2026 veröffentlichte die amerikanische Medizinzeitschrift „Prevention“ einen interessanten Beitrag, der die fünf Anzeichen von erhöhtem Kortison beschreibt, die man im Auge behalten sollte. Hier spielt Stress als Ursache eine bedeutsame Rolle, ist aber nicht alleine verantwortlich. [3]
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Die Rolle der Hormone
Hormone steuern viele lebenswichtige Systeme und Prozesse. Eines der wichtigsten ist Kortison, dessen Spiegel, wenn er den Normalbereich überschreitet, eine Reihe von Problemen verursachen kann. Einige Symptome sind bekannt, doch Ärzte weisen auf überraschende Anzeichen eines erhöhten Kortisonspiegels hin, die Beachtung verdienen.
Kortison ist ein komplexes Molekül, das von den Nebennieren produziert wird und zahlreiche Stoffwechselfunktionen im Körper erfüllt. Es ist essenziell für die Steuerung unseres Wachstums, der Organentwicklung, der Immunfunktionen, der Entzündungsreaktion und vieler anderer zellulärer Aktivitäten. Dennoch ist Kortison vielen als „Stresshormon“ bekannt, dessen Spiegel in Stresssituationen ansteigt, damit wir wachsam bleiben und potenziellen Gefahren begegnen können.
Anzeichen für einen erhöhten Kortisonspiegel
Der vorübergehende Anstieg oder Abfall des Kortisonspiegels ist normal und findet täglich statt, da der Kortisonspiegel beim Aufwachen seinen Höhepunkt und kurz nach dem Zubettgehen wieder seinen Tiefpunkt erreicht. Der Kortisonspiegel kann jedoch dauerhaft erhöht bleiben, z.B. weil zu viel und zu lange stressige Situationen vorliegen, was zu einer Reihe von gesundheitlichen Problemen führen kann.
Gewichtszunahme
Stoffwechselstörungen aufgrund chronisch erhöhter Kortisonwerte stehen in direktem Zusammenhang mit Fetteinlagerung und Gewichtszunahme, insbesondere mit viszeralem Fett, also dem Fett, das sich im Bauchraum ansammelt. Ein hoher Kortisonspiegel beeinträchtigt auch die Insulinsensitivität.
Und so wird die Wahrscheinlichkeit einer Gewichtszunahme weiter erhöht. Bei erhöhten Kortisonwerten beginnt der Körper auf natürliche Weise, Fett im Bauchraum einzulagern. Dies ist ein Überlebensinstinkt, der die inneren Organe, insbesondere Leber, Nieren und Darm, vor einer Belastung, also dem wahrgenommenen Stress, schützen soll. Diese Gewichtszunahme tritt häufig auch ohne erkennbare Veränderungen der Ernährung oder des Bewegungsverhaltens auf.
Muskelschwäche
Kortison spielt eine Schlüsselrolle beim Abbau von Proteinen und Fetten zu energieverwertbaren Formen. Ein erhöhter Kortisonspiegel kann jedoch die Muskeln schädigen, da diese vom Abbau nicht notwendigerweise verschont bleiben. Chronisch erhöhte Kortisonwerte beschleunigen den Proteinabbau im Körper, was zu Muskelschwäche, dünner werdender Haut und verstärkter Neigung zu Blutergüssen führen kann.
Bluthochdruck
Eine übermäßige Kortisonproduktion führt typischerweise zu Bluthochdruck. Obwohl der genaue Zusammenhang zwischen Kortison und Blutdruck noch nicht vollständig geklärt ist, ergab eine Studie in der Fachzeitschrift „Hypertension“, dass Menschen mit hohen Kortison- und anderen Stresshormonwerten häufiger Bluthochdruck entwickeln und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erleiden als Menschen mit niedrigeren Stresshormonwerten. [4]
Schlechter Schlaf
Der Kortisonspiegel sollte nachts im Schlaf am niedrigsten sein. Ist er chronisch erhöht, stört dies die natürliche Ausschüttung der Hormone, die für das Ein- und Durchschlafen verantwortlich sind. Schlafstörungen können zu einer Reihe weiterer Probleme führen, von Müdigkeit und Antriebslosigkeit bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Schwellungen im Gesicht
Es ist wichtig zu wissen, dass chronisch erhöhte Kortisonwerte nicht nur durch Stress verursacht werden. Das Cushing-Syndrom ist eine Erkrankung, bei der die Kortisonwerte erhöht sind und die eine ärztliche Behandlung zur Regulierung erfordert. Es ist auch die wahrscheinlichste Ursache für Schwellungen im Gesicht (auch bekannt als Kortisongesicht oder Mondgesicht), insbesondere im Bereich der Wangen und des Kiefers sowie unter den Augen. Dies sind weitere mögliche Anzeichen für einen erhöhten Kortisonspiegel.
Was verursacht einen hohen Kortisonspiegel?
Chronischer Stress und Erkrankungen wie das Cushing-Syndrom können zwar zu erhöhten Kortisonwerten führen, sind aber nicht die einzigen möglichen Ursachen. Auch körperliche Erkrankungen, Fieber, Schlafmangel, Entzündungen, Schwangerschaft und emotionale Faktoren können den Kortisonspiegel beeinflussen.
Neben diesen inneren Faktoren können auch äußere Faktoren wie Ernährung, Alkohol, Koffein, Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel den Kortisonspiegel beeinflussen. Der Beitrag weist außerdem darauf hin, dass die genannten Symptome auch andere Ursachen als ein Kortisonungleichgewicht haben können, insbesondere da der Bereich des „normalen“ Kortisonspiegels sehr breit ist.
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten
Letztendlich, so die Autoren, „kann die Diagnose von Kortison-Anomalien schwierig und manchmal fehlerhaft sein. Die Werte können auffällig erscheinen, obwohl keine Erkrankung vorliegt. Und subtile Symptome können sich als Folge von Kortison-Anomalien herausstellen, nachdem häufigere Ursachen ausgeschlossen wurden.“ Wenn Sie eines der oben genannten Symptome zusammen mit größeren Veränderungen in Ihrem Alltag oder Ihrem Gesundheitszustand bemerken, sollten Sie Ihren Arzt nach Ihren Kortisonwerten fragen.
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