USA kippen Nahrungspyramide – mehr Fett, mehr Protein

Jahrzehntelang galt Getreide als Fundament gesunder Ernährung – und gesättigte Fette als Risiko mit Ansage. Nun stellen die USA dieses Dogma offen infrage.

Mit den neuen Ernährungsleitlinien 2025–2030 rücken Protein, vollfette Milchprodukte und natürliche Fette ins Zentrum – während Zucker, stark verarbeitete Lebensmittel und raffinierte Kohlenhydrate deutlich zurückgedrängt werden.

Ist das eine radikale Kehrtwende? Oder eher die späte Korrektur eines jahrzehntelangen Irrwegs?

Die Diskussion ist brisant. Denn sie berührt nicht nur die amerikanische Gesundheitspolitik, sondern auch die Grundannahmen, auf denen viele westliche Ernährungsempfehlungen bis heute beruhen – inklusive der deutschen Leitlinien.

Ich las einen Beitrag in der „New York Post“, demzufolge die Trump Administration die Nahrungspyramide auf den Kopf gestellt haben soll – woran ich persönlich keinen Zweifel habe:

In der Tat hat sich hier einiges verändert. Und diese Veränderungen dürften eine harte Nuss für hiesige Nahrungsmittelexperten und deren Organisationen sein.

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Wie sah es bislang aus?

Die Ernährungspyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) auf der rechten Seite und die aus den USA auf der linken Seite sehen bzw. sahen bislang so aus:

Die Gemeinsamkeiten beider Vorlagen sind augenscheinlich. Süßigkeiten auf der Pyramidenspitze sollten nur ausnahmsweise konsumiert werden, eine Empfehlung, an der nichts auszusetzen ist. Anders dagegen sieht es mit dem Konsum von Kohlehydraten in Form von Getreideprodukten, die laut DGE sogar mehrmals täglich gegessen werden sollten.

Man fragt sich unwillkürlich, warum die Kohlehydrate aus den Süßigkeiten schlechter sein sollen als die aus den Getreideprodukten? Oder sollten die Getreideprodukte dann nicht auch an der Pyramidenspitze landen?

Proteine und Fette dagegen befinden sich ebenfalls weiter oben auf der Pyramide, was heißt, dass sie kaum oder sehr verhalten zum Einsatz kommen sollten. Auch in diesen Punkten gleichen sich die beiden Empfehlungen.

Und jetzt?

Die Trump-Regierung stellt jetzt die Ernährungspyramide mit neuen Richtlinien für Ernährungsprogramme auf den Kopf. Das behauptet die „New York Post“. Warum auf den Kopf? Könnte es nicht sein, dass die Pyramide auf die Füße gestellt wird?

Wie sehen die Veränderungen jetzt aus? Diese legen Wert auf einen hohen Anteil an Proteinen und gesättigten Fettsäuren und raten gleichzeitig vom Konsum von Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln ab. Das hört sich allerdings danach an, dass man hier das alte Schema auf die Füße gestellt hat. Und dass die alten Empfehlungen über Jahrzehnte lang auf dem Kopf gestanden haben. Man hatte im Laufe der Zeit diesen Kopfstand als Normalität akzeptiert, ähnlich wie man heute Mikroplastik und Pestizide in den Nahrungsmitteln auch zu tolerieren scheint.

Das Weiße Haus veröffentlichte die überarbeiteten Ernährungsrichtlinien für Amerikaner am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins. Dabei wurden die potenziellen Vorteile für die Reduzierung chronischer Krankheiten für alle Amerikaner hervorgehoben.

„Wir beenden den Kampf gegen gesättigte Fettsäuren“, sagte Kennedy. Er bezog sich dabei auf Produkte, die bei Raumtemperatur in der Regel fest sind, wie Käse, Butter und Fleischfett. Diese sollen nun neben Fleisch und Gemüse wie Karotten und Brokkoli den Hauptbestandteil der Ernährung ausmachen.

Das ist besonders interessant, da bislang die gesättigten Fette als „böse Fette“ galten, die Arteriosklerose, Herzinfarkte und Schlaganfälle verursachten: [1] [2]

Wie sieht die neue Pyramide dann aus?

In der Tat ist diese Darstellung verwirrend, weil die Pyramide in der Darstellung wirklich auf dem Kopf steht. Die Nahrungsmittel unten stellen die Ernährungsbasis dar, die in dieser Darstellung sehr schmal ausfällt. Und die Nahrungsmittel an der Spitze sollten spärlich konsumiert werden, was auch durch den spitzen Verlauf gekennzeichnet wurde. In dieser Darstellung jedoch ist die Spitze so breit wie die Basis in der alten Darstellung.

Die Webseite des „U.S. Department of Health and Human Services“ erklärt diese für mich etwas seltsame Darstellung folgendermaßen: [3]

„Die Leitlinien 2025–2030 stellen Lebensmittel – nicht Medikamente – wieder in den Mittelpunkt der Gesundheit und beleben die Ernährungspyramide als Instrument der Ernährungsberatung und -aufklärung.

Die Leitlinien betonen einfache, flexible Empfehlungen, die auf moderner Ernährungswissenschaft basieren:

    • Eiweiß sollte bei jeder Mahlzeit Priorität haben.
    • Vollfette Milchprodukte ohne Zuckerzusatz sollten konsumiert werden.
    • Gemüse und Obst sollten über den Tag verteilt verzehrt werden, vorzugsweise in Vollkornform.
    • Gesunde Fette aus Vollwertkost wie Fleisch, Meeresfrüchten, Eiern, Nüssen, Samen, Oliven und Avocados sollten in die Ernährung aufgenommen werden.
    • Vollkornprodukte sollten bevorzugt und raffinierte Kohlenhydrate stark reduziert werden.
    • Stark verarbeitete Lebensmittel, Zuckerzusatz und künstliche Zusatzstoffe sollten eingeschränkt werden.
    • Die richtige Menge an Nahrung sollte individuell auf Alter, Geschlecht, Größe und Aktivitätsniveau abgestimmt sein.
    • Wasser und ungesüßte Getränke sollten zur Flüssigkeitszufuhr bevorzugt werden.
    • Alkoholkonsum sollte für eine bessere allgemeine Gesundheit eingeschränkt werden.

Die Leitlinien bieten zudem maßgeschneiderte Empfehlungen für Säuglinge und Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende, ältere Erwachsene, Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie Vegetarier und Veganer, um eine ausreichende Nährstoffversorgung in jeder Lebensphase zu gewährleisten.“

Warum die alten Lügen?

Hierzu hatte sich Robert Kennedy ebenfalls geäußert, und zwar in seltener Deutlichkeit:

„Die bittere Wahrheit ist, dass unsere Regierung uns belogen hat, um die Profite von Konzernen zu schützen, indem sie uns erzählte, diese lebensmittelähnlichen Substanzen seien gut für die öffentliche Gesundheit.

Heute ist Schluss mit den Lügen. Die neuen Richtlinien erkennen an, dass vollwertige, nährstoffreiche Lebensmittel der effektivste Weg zu besserer Gesundheit und niedrigeren Gesundheitskosten sind. Proteine ​​und gesunde Fette sind essenziell und wurden in früheren Ernährungsempfehlungen fälschlicherweise nicht empfohlen.“

Ein Hauptziel des sogenannten „Rahmenkonzepts für vollwertige Ernährung“ ist die Senkung der Gesundheitskosten. In den USA steigen die Raten von Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes und anderen chronischen Krankheiten rasant an und kosten die Steuerzahler laut einem Informationsblatt des Weißen Hauses jährlich rund 600 Milliarden Dollar.

Mindestens 78 % der Teilnehmer des Programms für ergänzende Ernährungshilfe (SNAP) beziehen laut diesem Informationsblatt auch Medicaid. Regierungsbeamte gehen davon aus, dass die Rate chronischer Krankheiten im Land durch alternative Anreize deutlich gesenkt werden könnte.

Beamte erklärten, die Umstellung werde SNAP, das vom Kongress beaufsichtigt wird und mehr als 40 Millionen Amerikaner mit Lebensmitteln versorgt, nicht direkt betreffen, sondern zum Vorbild für über 100 staatliche Ernährungsprogramme in mehr als zehn Regierungsbehörden werden.

„Wir haben fünfmal höhere Fettleibigkeitsraten als jedes andere Land der entwickelten Welt“, sagte ein Beamter. „Das liegt an unserer Ernährung.“

Fazit

Die neuen amerikanischen Ernährungsempfehlungen reflektieren weitestgehend die Auffassung, die ich von einer gesunden Ernährung habe. Das ist vor allem der vermehrte Konsum von Protein, gesunden Fetten und ungesättigten Fetten. Denn Fett macht nicht fett. Das setzt sich fort im reduzierten Konsum von Kohlehydraten, die hiermit aufgehört haben, die Ernährungsgrundlage zu bilden, auf der sich dann alles andere in Richtung Spitze aufbaut.

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Quellen:

Rene Gräber:

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