Nachdem Monsanto & Co. die Gene auf die Felder gebracht haben, scheinen sie sich jetzt auch auf das Wasser zu konzentrieren. Genetisch modifizierte Soja ist heute als das Standardfutter für Mastbetriebe anzusehen, vor allem in den Vereinigten Staaten. Aber nicht nur dort kommt die genetische Soja zum Einsatz.

 

Soja taucht dort ebenfalls in der ganz normalen täglichen Nahrung auf, besonders „gerne“ in industriell gefertigten Nahrungsmitteln. Es ist gerade so, als sollten die Menschen in Sachen Ernährung nicht besser behandelt werden als das Schlachtvieh. Die überproportionierten Dimensionen, sprich Leibesfülle, vieler Zeitgenossen spricht für diese Annahme.

Nun kommt der nächste logische Schritt: Wenn man Kühe, Hühner, Schweine etc. in Mastbetrieben halten kann, dann sollte gleiches auch für die Fischzucht machbar sein. Natürlich gibt es schon vergleichbare Einrichtungen. Diese werden genauso unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben wie die Maststationen an Land. Und deshalb haben die Fische dort ebenfalls „nichts zu lachen“. Wie diese Unterwasserfabriken aussehen, hatte ich bereits unter https://renegraeber.de/blog/lachsfieber-wwf-sterben-der-meere/ beschrieben.

Aber ähnlich wie an Land soll jetzt auch das Futter der Fische auf genetisch modifizierte Soja umgestellt werden. Denn was sich an Land als äußerst ökonomisch erwiesen hat, darf im Wasser nicht fehlen. So werden nach den Kühen, Schweinen und Hühnern nun auch noch die Fische zu Soja-Fressern.

Ein solches Ansinnen mag ökonomisch sinnvoll sein. Aber für die Umwelt und die Gesundheit der Fischkonsumenten ist es eine Tragödie.

Genetische Soja im Meer und noch mehr genetische Soja

Schätzungsweise die Hälfte der Meeresfrüchte weltweit kommt nicht aus dem traditionellen Fang von Wildarten, sondern aus „Aquakulturen“ – eine andere Bezeichnung für Unterwasserfabriken mit Massenzüchtung. Wie schon beschrieben, ähneln sich die Probleme der Land- und Unterwasserzucht: Auch unter Wasser werden die Tiere zusammengepfercht. Bis zu 2 Millionen Tiere müssen sich in einer Lachsfarm ihren tristen Lebensraum teilen. Dadurch sind die Fische anfälliger für die Übertragung von Infektionserkrankungen und Parasiten.

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Durch diese Haltungsbedingungen entsteht enorm viel Unrat, der die unmittelbare Umwelt belastet. Der Meeresboden in norwegischen Fjorden ist im Bereich der Lachsfarmen mit einer teils 15 Meter dicken Schicht aus Kot und Futterresten bedeckt. Und auch hier sind bislang „seltsam“ anmutende Futtermittel zum Einsatz gekommen wie hydrolysierte Hühnerfedern. Vollkornbrot, Sojaschrot, Maismehl und Rapsöl sowie Fette von Geflügel sind ebenfalls Nahrungsmittel, die den Fischen nicht gerade zuträglich sind.

Noch sinnloser erscheint das Verfüttern von Fisch, um Fische zu züchten. So braucht es 5 Kilogramm Wildfisch, um 1 Kilogramm Lachs zu produzieren. Diese Negativ-Bilanz trägt dann erheblich zur Überfischung der umliegenden Region bei. Und wenn man dann auch noch z.B. Lachs in Chile züchtet, wo dieser Raubfisch überhaupt nicht vorkommt, dann stellen die ausgebüxten Fische eine weitere Bedrohung der heimischen Arten dar.

Hier stürzen sich die Protagonisten der genetischen Soja sofort auf das Argument, dass die Soja für Fische einen zusätzlichen Fang von Wildfischen überflüssig macht und so die Überfischung reduziert. Das mag zwar in Bezug auf diesen Punkt richtig sein, setzt aber keineswegs die anderen Problempunkte außer Kraft und fügt obendrauf andere noch dazu. Für die Soja-Hersteller wäre dieses Ansinnen eine tolle Ausweitung ihrer Märkte.

Denn natürlich gibt es auch genetisch modifizierte Soja nicht umsonst. Sie ist einfach nur billiger als artgerechtes Futter. Deshalb werden die Mastbetriebe ja schon damit versorgt.

Aber niemand weiß bislang, wie die Fische sich unter einer Soja-Diät entwickeln werden. Niemand weiß bislang, was es für das Meer bedeutet, wenn tonnenweise Soja als Futter ins Wasser gekippt werden.

Welche Reaktionen und Veränderungen erfolgen im Laufe der Zeit, wenn sojaspezifische Proteine, vor allem die genetisch veränderten Substanzen aus der Soja ins Wasser gelangen und über diesen Weg von anderen freilebenden Arten aufgenommen werden? Eine Verbreitung von diesen Substanzen ist auf dem Wasserweg viel schneller und viel einfacher zu bewerkstelligen als auf dem Land.

Damit hätte man zwar vordergründig der Überfischung Einhalt geboten, da statt Wildfisch nur noch Soja verfüttert wird, aber durch die Verunreinigung der Gewässer durch die sojaspezifischen Substanzen könnte es zu einer Reduktion der natürlichen Fischpopulationen kommen, was dann noch nachhaltiger wäre als einfaches Überfischen. Unter diesen Bedingungen kann man kaum noch an ein Nachwachsen der Populationen denken, da die von der Soja „vergiftet“ worden sind.

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Vier plus eins Gründe für die Soja-Katastrophe

Wie bereits erwähnt, ist Soja keinesfalls ein artgerechtes Fischfutter. Wenn also Fische auf diese Weise gemästet werden, dann besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass neben der Verunreinigung der Umwelt mit Soja auch noch eine signifikante Verunreinigung durch den vermehrten Dung der Fische erfolgt.

Denn Soja-Fische produzieren mehr Abfall als natürlich ernährte Fische. Die Soja selbst trägt neben ihren spezifischen Substanzen auch noch Reste des Herbizids „Roundup“, das auf diese Art ebenfalls ins Meerwasser gelangt.

„Roundup“ ist ein Umweltgift der Sonderklasse. Auch hier habe ich bereits einiges zu geschrieben, wie z.B. http://naturheilt.com/blog/glyphosat-gift-und-gentechnik-ausser-kontrolle/ oder http://naturheilt.com/blog/genfood-soja/. Sie sehen, die Liste wird immer länger, je länger man sich mit dieser idiotischen Idee befasst.

Und so werden der Unrat der Fische, die genetisch veränderten Soja-Substanzen und die „Roundup“-Reste von der marinen Umwelt aufgenommen und reichern sich in der Nahrungskette an, ganz so wie die Schwermetalle, die man in den großen Raubfischen in erhöhter Konzentration nachweisen kann. Schlussendlich landet der Müll mit den Schwermetallen und dem Fisch auf unserem Teller und reichert sich nachhaltig in unserem Organismus an. Und das soll gesund sein?

Den zweiten Grund hatte ich schon umrissen: Soja, das von den Zuchtfischen nicht gefressen wird, treibt ab in andere Teile des Meers und wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von den wild lebenden Arten aufgenommen. Konsequenzen: unbekannt. Wenn es den Fischen so ergeht wie den Labortieren, die versuchsmäßig mit genetisch veränderten Pflanzen ernährt worden sind, dann stellen sich auch bei den Fischen über wenige Generationen Deformationen des Ernährungstrakts und Unfruchtbarkeit ein.

Nummer Drei: Wenn dann alle Wildformen vernichtet sind, dann gehören das Meer und seine Bewohner den multinationalen Konzernen. Dann ist es aus und vorbei mit dem natürlichen Fischfang mit Netz oder Angel. Ein Versuch, selbiges zu tun, ohne vorher eine Genehmigung für teures Geld erhalten zu haben, wird dann strafrechtlich verfolgbar sein.

Nummer Vier: Soja wächst nicht auf Wolken. Um den erhöhten Soja-Bedarf für die Fischzucht zu decken, wird das Umfunktionieren von natürlichen Landstrichen, Wäldern etc. in Soja-Felder erforderlich werden. All das wird diesen Feldern weichen müssen, was an sich schon eine ökologische Katastrophe sein wird. So gibt es jetzt schon in Südamerika weite Landstriche, die nichts als Soja-Felder beherbergen, so weit das Auge reicht.

Diese Monokulturen machen die Arbeiter von ihren Landbesitzern noch abhängiger, sind kurz- und langfristig gesehen ökologisch besonders fragwürdig und stellen für die ansässige Bevölkerung eine gesundheitliche Bedrohung aufgrund der eingesetzten Herbizide und Pestizide und genetisch veränderten Substanzen der Soja dar.

Plus Eins: Da Soja nicht die artgerechte Ernährung der Zuchtfische bzw. der Fische überhaupt ist, wird der Nährwertgehalt dieser Zuchtfische genauso hoch bzw. gering sein wie unser tägliches industriell produziertes Lebensmittelgut. Die meisten Fische gelten deshalb als gesunde Ernährung, da sie einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren enthalten.

Diese können sie zwar nicht selbst synthetisieren, genau wie Tiere und auch Menschen, aber sie fressen Algen, Bakterien, die dies können. Fische, die in der Nahrungskette weiter oben stehen, fressen die Fische, die die Algen fressen usw. Nicht nur die Schwermetalle reichern sich in den großen Fischen an.

Auch die guten Substanzen, wie die Omega-3-Fettsäuren, werden in der Nahrungskette weitergereicht. Woher aber bekommen die Zuchtfische, die nur Soja kennen, ihr Omega-3? Was für die Omega-3-Fettsäuren gilt, gilt auch für andere positive Substanzen, die eine Ernährung mit Fisch so wertvoll machen. In Wildlachsen ist der Gehalt an gesunden Omega-3-Fettsäuren zehnmal höher als die Menge an Omega-6-Fettsäuren. Bei den gequälten Farmfischen hingegen beträgt die Relation nur 2,5.

Zuchtfisch auf Soja-Basis hat im Gegensatz zu Wildfisch keine Vorteile für die Gesundheit zu bieten. Es ist ein Fisch mit „leeren Kalorien“, der potenziell gefährlich ist. Wenn man dann noch die genetische Komponente bei der Soja dazu rechnet, dann sollten bei allen die Alarmglocken schrillen: Eine Ernährung mit solchen Fischen kann langfristig nur eine Katastrophe sein.

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Soja und die Gene

Genetisch veränderte Soja ist so konzipiert, dass sie hohe Dosen von Monsantos Herbizid „Roundup“ ohne Schaden überstehen kann. Also gibt es Veränderungen in der Pflanze, die nicht sichtbar sind, die aber zum Tragen kommen und die in den Fisch und über ihn auf unseren Teller gelangen.

Langzeitstudien über die Effekte einer Ernährung mit genetisch veränderten Nahrungsmitteln ist von der Gen-Industrie bislang noch nicht unternommen worden. Aus gutem Grund: Unabhängige Forscher haben dagegen festgestellt, dass Labortiere, die über Jahre mit diesen GMOs ernährt wurden, Auffälligkeiten in vielen Bereichen des Organismus aufwiesen. Eine der wichtigsten war, dass die dritte Folgegeneration der Tiere, die Enkel also der ursprünglichen Versuchstiere, steril waren (http://www.huffingtonpost.com/jeffrey-smith/genetically-modified-soy_b_544575.html).

Auch diese Diskussion hatte ich schon in meinem vorhin erwähnten Beitrag unter http://naturheilt.com/blog/genfood-soja/ geführt. Bis heute weiß niemand, ob nicht auch wir unter einem permanenten „Genuss“ von genetisch veränderten Lebensmitteln und/oder mit solchen Nahrungsmitteln gefütterten Tieren bzw. Fischen ein ähnliches Schicksal zu erwarten haben. In einer brasilianischen Arbeit fanden deren Autoren, dass mit GM-Soja gefütterte weibliche Ratten nach nur 15 Monaten signifikante Veränderungen am Uterus und im Reproduktionszyklus aufwiesen.

Ratten, die natürliche Soja oder keine Soja zu fressen bekamen, zeigten diese Veränderungen nicht (Quelle: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ar.20878/full). Laut evidenzbasierter schulmedizinischer Wissenschaft müsste dieses Ergebnis, auch wenn es nur an Ratten gewonnen worden ist, jeden stutzig machen. Aber warum hat man denn die Studie mit Ratten gemacht, wenn man die Ergebnisse, wenn sie einem nicht passen, sofort in den Reißwolf wirft?

Wenn man diese Ergebnisse einmal rein theoretisch (was aber in der Praxis gar nicht so theoretisch ist) auf den Menschen überträgt, dann ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass GM-Soja essende Frauen ein deutlich höheres Risiko tragen, hormonelle Veränderungen zu erleiden, mit erhöhten Konzentrationen von Östrogen und einer erhöhten physiologischen Aktivität dieses Hormons.

Es kann zum vermehrten Haarwuchs kommen und einer Beeinträchtigung, vielleicht sogar Schädigung der Hirnanhangdrüse.
Für die Herren der Schöpfung indes gibt es keine Entwarnung, denn es wird vermutet, dass GM-Soja verantwortlich ist für Erektionsstörungen und Libidoverlust.

Die einzige Ernährungsstudie am Menschen, die bislang gemacht worden ist, zeigte zudem den Übergang des Gens, das in die Soja künstlich eingepflanzt worden ist, auf die Mikroorganismen in der Darmflora der Konsumenten. Das Gen ging dabei nicht nur über in die Bakterien, sondern es behielt auch seine biologische Funktionalität.

Auch hier hält der Fluch der bösen Tat noch lange Zeit an. Denn auch wenn man längst aufgehört hat, dieses Zeugs zu essen, das Gen ist in den Bakterien vorhanden und vermehrt sich bei jeder Zellteilung derselben. Die von diesem Gen produzierten Proteine haben mit einiger Wahrscheinlichkeit ein allergenes Potenzial, das man nie wieder loswird. Man kann sich kaum vorstellen, was dies für die Betroffenen bedeutet – ein permanent wirksames Allergen in einem Bereich, der für das Immunsystem eine so zentrale Rolle spielt!

Fazit

Genetisch veränderte Soja als Fischfutter zieht einen Rattenschwanz an Konsequenzen hinter sich her. Zuchtlachs ist zudem hoch belastet mit Polychlorierten Biphenylen (PCB), Dioxin und dem Konservierungs-Stoff Ethoxyquin. Die gesundheitlichen Risiken durch diese Rückstände sind langfristig unserer Gesundheit abträglich, sodass es höchste Zeit ist, sich gegen diese Praktiken zu wehren.

Ein mächtiges Instrument ist die Vermeidung von solchen Produkten. Wenn kaum jemand den Mist kauft, dann treten ökonomische Spielregeln in Kraft, die sagen, dass die Ausgaben für Zucht und Futter höher sind als der Gewinn, da es an Umsatz fehlt. Dann werden die Betreiber sich überlegen müssen, ihren Hokuspokus aufzugeben.

Also gilt das, was für organische Eier, Fleisch, Gemüse und Obst gilt, auch für Fisch und Meeresfrüchte: Organisch muss es sein. Dann ist auch gewährleistet – in der Regel jedenfalls – dass man nicht nur ein Stück Pappe zu sich nimmt, das wie Fleisch, Fisch, Obst usw. aussieht und so schmeckt, sondern dass man die Nährstoffe bekommt, die der Organismus benötigt. Nur so kann man gesund bleiben.

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Dieser Beitrag wurde im September 2012 erstellt und am 4.9.2018 aktualisiert.

Ein Artikel in der „Süddeutsche Zeitung“ bringt es an den Tag: im letzten Monat gab es bei der Zeitung einen Beitrag über China und deren anscheinend immer häufiger werdenden Skandale (sueddeutsche.de/politik/china-immun-gegen-skandale-1.4066141). Der Beitrag versucht die Ursachen für diese Entwicklung zu benennen und kommt dabei zu verstörend bekannten Resultaten, aus denen aber kaum jemand Konsequenzen zu ziehen scheint.

Wenn man dem Artikel glauben schenken darf, dann scheint China ein Eldorado für skrupellose Geschäftemacher zu sein.

Besonders die dort ansässige Pharmaindustrie und Lebensmittelindustrie überbieten sich gegenseitig mit Betrügereien und Skandalen, dass man sich schon fragen kann, ob diese Machenschaften auch dazu genutzt werden sollen, die Bevölkerungszahl zu kontrollieren? Diese zugegebenermaßen abstrus wirkende These, wird ja immer mal wieder zum Besten gegeben.

Dabei kann ich nur immer wieder hoffen, dass dem NICHT so ist.

Beispiele aus dem Kabinett der Ungeheuerlichkeiten…

 

Impfstoffe mit gefälschten Herstellungsdaten

Da gab es zum Beispiel unlängst einen Impfstoff gegen Tollwut, der für Babys ab drei Monaten empfohlen wurde, dessen Herstellungsdaten aber gefälscht waren. Die „Süddeutsche Zeitung“ fragt hier leider nicht, wieso drei Monate alte Babys überhaupt gegen Tollwut geimpft werden müssen, es sei denn, man geht davon aus, dass Babys in China bei jeder Gelegenheit gebissen werden.

Andere Impfstoffe gegen andere Erkrankung erwiesen sich ebenso als manipuliert. Im Jahr 2010 hatte es schon mal einen Impfstoff-Skandal gegeben, dem kurz zuvor ein Skandal mit manipulierten Milchpulver vorausgegangen war. Dieses Milchpulver war dafür verantwortlich, dass 300.000 Babys erkrankten. Die Liste der Skandale und Skandälchen scheint in diesem Land endlos lang zu sein.

Die Zeitung sieht die Ursache für diese Entwicklung in einem maroden politischen System, dass keine moralischen Werte kennt und auch nicht zulässt. Korruption scheint in diesem Land der Normalfall zu sein. Und die chinesischen Journalisten, Bürgerrechtler etc., die die Missstände aufzeigen und zu verbessern suchen, werden von den Behörden verfolgt und kaltgestellt. Und ich darf hier auch mal klar erwähnen, dass es auch einige Herrschaften gibt, denen es sehr missfällt, über welche Themen ich regelmäßig berichte…

Wie es aussieht, gibt es in der älteren chinesischen Bevölkerung, die in der Zeit der Kulturrevolution groß geworden sind, Nationalisten und Patrioten, die jede Kritik an Vorgängen in China automatisch mit Landesverrat gleichsetzen und vehement nach entsprechenden Strafen für die Delinquenten verlangen.

Einen kleinen „Vorgeschmack“ auf diese Entwicklung hatte ich in diesem Beitrag abliefern können: Reis-Imitat der kriminellen Art: Plastik-Reis aus Asien? In dem Beitrag führe ich aus, dass die Sache mit dem Plastik-Reis nicht eindeutig ist, aber auch nicht unmöglich. Denn in diesem Beitrag: Gemüse und Obst – Mit Silikon, Hormonen und Gift aufgespritzt diskutiere ich etwas mindestens ebenso Unglaubliches, dass der Plastik-Reis schon wieder viel wahrscheinlicher zu werden scheint.

In diesem Fall sind es indische Erzeuger, die entsprechende Chemie zum Einsatz bringen, um ihre landwirtschaftlichen Produkte auf Hochglanz zu polieren. In Sachen Knoblauch zum Beispiel kommt dann aber wieder China ins Spiel, wo Chemikalien zum Einsatz kommen, um Knoblauch am auskeinem zu hindern und Insekten abzutöten. Die überzeugenden Effekte und dessen Heilwirkungen (die ich u.a. hier beschreibe: www.naturheilt.com/heilpflanzen/knoblauch.html), können Sie dann getrost vergessen!

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Das böse China?

Wie es aussieht haben wir es hier in China mit Auswüchsen zu tun, die natürlich nur in einem kommunistisch regierten Land vorkommen – zumindestens soll uns diese Botschaft unterschwellig von hinten durch die Brust ins Auge vermittelt werden. Tatsache jedoch ist, dass der Anspruch der kommunistischen Ideologie mit diesen Praktiken überhaupt nicht zu vereinbaren ist.

Offensichtlich handelt es sich hier um typisch kapitalistische Auswüchse in einer kommunistischen Gesellschaft, dass man sich fragen muss, was ist denn jetzt eigentlich die wirkliche Ursache für die Tatsache, dass die Gesellschaft aus Profitgier die eigenen Mitglieder in Tod und Verderben schickt? Jedenfalls reicht die Erklärung, dass es sich hier um ein typisch kommunistisches Phänomen handelt, nicht nur nicht aus, sondern ist vollkommen falsch.

Wenn Sie Interesse an den Zuständen im modernen China haben und nach Einsichten und Erklärungen suchen, um was für eine Gesellschaft es sich hier handelt und inwieweit kapitalistische Züge in dieser Gesellschaft entweder Einzug gehalten haben oder, was viel wahrscheinlicher ist, immer schon bestanden haben, dann empfehle ich diesen YouTube Kanal: serpentza – YouTube.

Nur kurz dazu: Winston Sterzel, der Betreiber dieses Kanals, lebt seit zwölf Jahren in China und ist mit einer chinesischen Ärztin verheiratet. Sein Beruf sind Reportagen über China, die er in YouTube veröffentlicht.

Hier erklärt er wichtige, weniger wichtige und zuweilen auch unwichtige Begebenheiten aus China, die ein sehr interessantes und abgerundetes Bild von diesem Land liefern. Für ihn ist als Ausländer der Zugang zu einer Reihe von Dingen signifikant erleichtert, da er die Landessprache spricht.

Bei ihm gibt es etliche Beiträge, die auch die Probleme und Skandale mit Medikamenten und Nahrungsmitteln ansprechen und die zukünftigen Besucher vor dem sogenannten „Scamming“ warnen, was in China ein weitverbreitetes Phänomen in der gesamten Berufswelt zu sein scheint.

Das gute Europa?

Wie es aussieht, gibt es wenig Grund zum Übermut. Nahrungsmittel und Medikamente als Geschäft und Grundlage für Profite, dass es keine Erfindung von kommunistischen Kapitalisten in China. Das einzige was sich in diesem Zusammenhang ändert ist, dass der Westen in China jetzt einen zuverlässigen Geschäftspartner bekommt, der skrupellos das macht, was man bislang selber hat machen müssen, vielleicht nur viel kostengünstiger.

Ich hatte bereits mit diesem Beitrag auf diesen Zusammenhang hingewiesen: Pharmaskandal – Gefälschte Arzneimittelstudien durch GKV Bio? Hier sind es keine Medikamente oder Nahrungsmittel, sondern Zulassungsstudien, die gegen Bezahlung praktisch jeden Dreck als Medikament umdefinieren. In diesem Fall sind es Inder, die mit den Scheinstudien tolle Gewinne machen. Und es sind die europäischen und amerikanischen Auftraggeber, die zum Schnäppchenpreis an ihre Zulassungsstudie kommen.

Natürlich muss jetzt der Einwand kommen, dass solche Studien doch von den Zulassungsstellen und Gesundheitsbehörden nicht anerkannt werden können. Aber die Regel sieht so aus, dass die Zulassungsstudien nicht von unabhängigen Instituten durchgeführt werden (müssen), sondern vom Hersteller selbst bereitgestellt, und damit Grundlage für diese Zulassung werden.

Und damit kann man dann schon mal so einiges zulassen, was sonst unter den sogenannten „evidenzbasierten“ Gesichtspunkten in den Sondermüll gehört. Hier sind es keine Medikamente oder Nahrungsmittel, sondern Zulassungsstudien, die gegen Bezahlung praktisch jeden Dreck als Medikament umdefinieren können. In diesem Fall sind es Inder, die mit den Scheinstudien tolle Gewinne machen.

Und es sind die europäischen und amerikanischen Auftraggeber, die zum Schnäppchenpreis an ihre Zulassungsstudie kommen.

Was diese Zulassungspraxis für den Patienten bedeutet, sollte spätestens hier klar werden: Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit haben wir eine Unzahl an Medikamenten auf dem Markt, die mit Heilung, Gesundheit, Lebensqualität etc. kaum noch etwas zu tun haben. Inzwischen gibt es ernst zunehmende Pharmakologen zum Beispiel, die behaupten, dass Paracetamol aufgrund seiner pharmakologischen Eigenschaften heute keine Zulassung mehr bekommen würde. Den Grund dafür können sie hier nachlesen: Paracetamol – Schmerzlindernd? Oder Zombiemittel?

Noch deutlicher wird die Angelegenheit, wenn wir uns diese Skandale genauer betrachten: Valproinsäure, Avandia, Vioxx, Lipobay, Koate, Contergan etc. Diese Sachen haben mit China überhaupt nichts zu tun, sondern sind Resultat einer Gesundheitspolitik, die die Interessen der Medikamentenhersteller zur Priorität erhoben hat – und das weit vor der Öffnung Chinas.

Wer hinter dieser Behauptung das Werk von alternativen Scharlatanen und Esoterikern vermutet, die nur die liebe Pharmaindustrie schlecht machen wollen, der sollte sich einmal bei Herrn Seehofer erkundigen, der wohl vom Verdacht, ein Esoteriker etc. zu sein, freigesprochen werden kann: Horst Seehofer über die Macht der Pharmalobby – YouTube.

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Das „gute Europa“ mit dem „bösen China“

Aber nicht nur dreckige Studien, sondern auch dreckige Medikamente lässt der gute Westen vom bösen Osten produzieren, auf dass die Produktionskosten noch geringer ausfallen.

Mein Beitrag, den ich unlängst zum Blutdrucksenker Valsartan gebracht hatte, ist so ein Beispiel, wo chinesische Firmen ein Medikament herstellen, das mit toxischen Beimengungen verunreinigt ist: Blutdrucksenker Valsartan Rückruf – Seit Jahren „verunreinigt“ – Schon wieder ein Medikamentenskandal?

Auch hier hüllen sich die sonst so besorgten Behörden in Stillschweigen, denn eine Rückrufaktion wäre mit einem enormen finanziellen Aufwand/Verlust für den ortsansässigen Vertrieb verbunden.

Denn solange keine Patienten tot vom Behandlungsstuhl des Arztes fallen, sollte man den hiesigen Industriestandort Pharma und dessen Konkurrenzfähigkeit nicht mit solchen Nebensächlichkeiten gefährden. Und hinter vorgehaltener Hand empfiehlt man der werten Ärzteschaft heimlich still und leise, vielleicht doch erst einmal ein anderes Blutdruckmittel einzusetzen, bis der Staub sich gelegt hat.

Das ganze hat System – Man kann von einer Mafia reden

Diese Sachen sind keine Ausnahme, sondern System: Die Pharmaindustrie – schlimmer als die Mafia?

Was dies heißt, das bringt ein dänischer Arzt und Wissenschaftler in diesem Beitrag auf den Punkt:

Wir können uns 95 Prozent des Geldes sparen, das wir für Arzneien ausgeben, ohne dass Patienten Schaden nehmen. Tatsächlich würden mehr Menschen ein längeres und glücklicheres Leben führen können.

Andere evidenzbasierte „Errungenschaften“ der Pharmaindustrie habe ich in verschiedenen Beiträgen besprochen, die allesamt zeigen, dass der gute Westen genauso dreckig arbeitet wie der böse Osten, ohne dabei erst kommunistisch zu werden.

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Bei den Nahrungsmitteln sieht es nicht viel besser aus

Hier einige Beiträge, die das Bild bei den Nahrungsmitteln deutlicher zeichnen:

Fazit

Wenn China immun ist gegen Skandale, dann gibt es keinen Grund, sich darüber aufzuregen, wenn man nicht bereit ist, sich auch über die Skandale im eigenen Haus aufzuregen.

Denn wie es heute aussieht, sind wir mindestens ebenso immun Skandalen gegenüber wie China. Niemand spricht hier mehr über die wissentlich verfälschte CDC-Studie, mit deren Hilfe die MMR-Impfung von jeglichem Autismusverdacht freigesprochen werden sollte (MMR-Impfung und Autismus – Also doch!).

Todesfälle unter Impfungen werden ebenfalls unter den Teppich gekehrt: Ein neuer Impf-Skandal: 69 tote Babys nach Impfung?

Und die fast 100 toten Kinder auf den Philippinen durch die ultimativ segensreiche Dengvaxxia Impfung, wen kümmert das denn schon?

Die Immunität gegenüber Skandalen scheint sogar vor Babys und Kindern als Opfer nicht halt zu machen, vorausgesetzt der „Rubel rollt“. Leider kann man auch das nicht den bösen Chinesen in die Schuhe schieben. „Wir“ sind hier mindestens genauso kaltschnäuzig.

Und mit Verlaub: Die Mediziner, Politiker, Lobbyisten und Funktionäre die diese Pharmafirmen durch weitere Verordnungen unterstützen (und auch die Hand aufhalten) sind… – Tja: Bestandteil des Systems? Gefangener des Sytems? Handlanger oder Erfüllungsgehilfen des Systems?

Statt aber dieses faule System mit Stumpf und Stil auszuheben, wird weiter Kosmetik betrieben und die teilnehmenden Akteure weiter hoffiert. Die Patienten werden weiter mit bunten Pillen abgefüllt und dürfen (und sollen) so weitermachen wie bisher. Verhaltensänderung? Unerwünscht.

Es wird noch viel Leid, Krankheit und Schmerz erduldet werden müssen, bis alle Akteure, inklusive der Patienten, aufwachen und erkennen, das Gesundheit nur durch die Beachtung der Naturgesetze erreicht werden kann.

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Oder: Pharmastudien: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing

Das es ein Geschäft mit wertlosen und gekauften Medizinstudien gibt, ist bereits länger bekannt. Langzeitbeobachtungen von verschiedenen Medizinstudien zeigen jetzt (wieder einmal), was die Lektüre einzelner klinischer Pharmastudien in medizinischen Fachzeitschriften nicht vermag: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.

324 Studien: Ergebnisse differieren je nach Auftraggeber

Die amerikanischen Wissenschaftler Paul M. Ridker und Jose Torres von der Harvard Medical School in Bosten fanden anhand von 324 Studien, die zwischen 2000 und 2005 in den Zeitschriften „Jama“, „The Lancet“ und „New England Journal of Medicine“ erschienen sind, Verblüffendes heraus…

Die ausgewählten Studien bewerteten neue Therapieformen für Herz-Kreislaufpatienten, wobei die Ergebnisse je nach Auftraggeber differierten.

Studien, die von kommerziellen Organisationen beauftragt worden waren, favorisierten eindeutig das neue Medikament oder die neuen Behandlungsmöglichkeiten. 67,2% dieser Studien sprachen sich für die neue Therapie aus.

Pharmastudien hingegen, die von nicht kommerziellen Auftraggebern geordert wurden beurteilten das neue Produkt weniger positiv. Hier wurden die neuen Behandlungen zu 49% positiv beurteilt und 51% negativ. Nachzulesen sind die detaillierten Ergebnisse der Bostoner Wissenschaftler in „Reported Outcomes in Major Cardiovascular Clinical Trials Funded by For-Profit and Not-for-Profit Organizations: 2000-2005“ im „Journal of the American Medical Association“ (Bd. 295, S. 2270-2274).

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Alle halten die Hand auf

Aber nicht nur die Forschungsinstitute bekommen ein Honorar von der Pharma-Industrie. Auch die Prüf-Ärzte machen ihre „Anwendungsbeobachtungen“ (AWB) am Patienten nicht umsonst.

Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (VFA) nennt die Finanzierung dieser Studien eine „unerlässliche“ „Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Unternehmen“ (vfa.de/de/presse/pressemitteilungen/pg-002-2016-forschende-pharma-unternehmen-setzen-transparenzkodex-um.html).

In Deutschland beteiligten sich 2015 etwa 13.000 Praxis-Ärzte und 4.100 Krankenhaus-Ärzte an 600 AWBs und 150 neue wurden initiiert.

Das Gesamt-Volumen der Honorare wurde bisher immer so auf 50 bis 100 Millionen Euro geschätzt. Im Juni 2018 vermeldete dann das die „Freiwillige Selbstkontrolle der Arzneimittelindustrie (FSA) die Zahlen für 2017: 605 Millionen Euro im Jahr. 2016 waren es „nur“ 562 Millionen Euro. Und die Bereitschaft der Ärzte und Kliniken dass deren Namen veröffentlicht werden sinkt immer weiter.

Wie viele nicht-interventionellen Studien (NIS) es waren, unter die auch die AWBs fallen, kann nicht genau beziffert werden. Novartis zahlte 2015 die höchste Summe für derartige Pseudo-Studien an Ärzte: 6 Millionen Euro blätterte die Marketing-Abteilung des Unternehmens dafür hin. 2017 waren es 12 AWBs, die Novartis durchführen ließ, darunter war eine Datenerhebung über die Wirksamkeit des Präparates Gilenya. Das Medikament ist bei Multipler Sklerose indiziert. Und mal nebenbei: Die MS kann geheilt werden — nach meiner Meinung. Gedanken dazu liefere ich im Beitrag dazu: www.naturheilt.com/Inhalt/MS.htm

Zurück zu den AWB: Ziel der AWB ist ein Nachweis, dass bei Patienten, die zu Gilenya wechseln, eine deutliche Besserung der Beschwerden eintritt. Für jeden der 1.500 Patienten, die die AWB erfasst, zahlt Novartis 2965 Euro an den behandelnden Arzt. Pfizer ist an diesem Punkt regelrecht geizig. Nur 650 Euro bekommt ein Prüf-Arzt pro Patient, dem er das Antirheumatikum Enbrel verschreibt.

Nicht nur der Umsatz mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln soll auf diese Art gefördert werden. Auch frei verkäufliche Medikamente werden über den Umweg von NISn beworben. So betreibt STADA eine NIS zum Schlafmittel “Hoggar Night“ und Omega Pharma bezahlt Ärzte für die Empfehlung von GRANU FINK femina, nicht ohne offiziell Daten zu sammeln und dem Konzern zu übermitteln.

Die Taktik des „Verschleiern und Vermarkten“

Den effektivsten Kontakt zu Ärzten bauen die Pharma-Referenten aus. Die „Klinkenputzer“ werden von den Produzenten bekanntermaßen fürstlich bezahlt und können daher Zweifel an ihrem Tun gut verdrängen. Mit dem Koffer voller Werbegeschenke, worunter auch auch luxuriöse Weekend-Freizeiten für Mediziner sind, klappern die Pillenvertreter Praxen und Kliniken ab.

Sie sind es, die die Mediziner auch mit Geldgeschenken ködern und die Präparate in höchsten Tönen loben. Neben- und Wechselwirkungen werden kaum erwähnt, wenn überhaupt kleingeredet oder ganz unter den Teppich gekehrt.

Geständnisse eines „Medikamenten-Dealers“

Nur selten werden Phamrareferenten von Skrupeln gepackt und schmeißen den Job deswegen hin. Noch seltener gehen sie mit ihrem Insider-Wissen an die Öffentlichkeit. Eine davon ist die ehemalige Pharma-Referentin Gwen Olsen. In ihrem 2009 veröffentlichten Buch „Confessions of an Rx Drug Pusher“ beschreibt sie die Verkaufs-Praktiken der Pharma-Branche und ihre Motivation den Job aufzugeben und statt dessen aufzuklären.

Das autobiografische Werk schildert detailliert auch den Leidensweg einer Nichte der Autorin. Es ist das Schicksal einer jungen Frau, die durch falsche Medikationen in den Tod getrieben wurde. Was mit einem opioiden Schmerzmittel nach einem Unfall begann, endete in einer Sucht nach anderen Pharmaka.

Die Psychiater behandelten Olsens Nichte allerdings wegen einer angeblichen bipolaren Störung und dies „natürlich“ mit: Medikamenten. Immer tiefer geriet die Studentin in den Strudel von Nebenwirkungen und Wechselwirkungen der Psychopharmaka (über die ich ja bereits auch ausführlich berichtete!).

Schließlich bekam sie Depressionen und beging Selbstmord. Und das war Gwen Olsens Schlüsselerlebnis, das sie zu ihrem radikalen Neubeginn motivierte.

Gwen Olsen zog aus der Tragödie in ihrer Familie den entscheidenden Schluss: wie nämlich die Pharma-Branche Ärzte dazu verleitet, falsche Diagnosen zu produzieren, um ihre Produkte zu verkaufen. Gerade im psychiatrischen Bereich sind die einzelnen Krankheitsbilder nur selten labortechnisch oder bildgebend klar herauszuarbeiten.

Diese Grauzone ist das ideale Terrain für Manipulationen. Lohnt sich für den Psychiater die Verschreibung eines Präparates, kann er dies ohne Not mit einer klangvollen Diagnose rechtfertigen. Dadurch konnten die Anwendungen von Psychopharmaka bei Kindern in den letzten Jahren rasant zunehmen, wie Gwen Olsen beklagt.

Freilich beschäftigt sich die Autorin mit dem Ende der ökonomischen Nahrungskette in der Pharma-Branche. Doch sie macht sich auch Gedanken um den Entwicklungsweg, den ein Arzneimittel bis zur Marktreife nimmt.

Sie kritisiert, dass bei einem neuen Medikament nur etwa die Hälfte aller Nebenwirkungen bekannt seien. Das ist nur eine der Tatsachen, die gegenüber Ärzten bewusst verschleiert werden soll. Gwen Olsen ist mittlerweile nicht mehr alleine, wenn sie die Praktiken der Medikamenten-Hersteller anprangert.

Nicht nur Aussteiger wie sie beklagen den Missstand. International wächst die Kritik an der Kumpanei zwischen Pharma-Branche und Medizinern. Im offiziellen Wortlaut ist die raffinierte Vermarktung nur eine Kooperation zwischen Medizinern und Herstellern, die letztlich dem Patienten-Wohl dienen soll.

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SPD-Experte: „… legale Form der Korruption“

Der SPD-Gesundheitspolitiker Dr. med. Karl Lauterbach findet für die “unerlässliche Zusammenarbeit“ von Ärzten und Pharma-Industrie andere Worte: Nach seiner Meinung seien die AWBs eine „legale Form der Korruption“. Denn für jeden Probanden kassiert der Arzt Geld und wird so eher geneigt sein, ein Medikament zu verschreiben.

Lauterbach sieht in den vorgetäuschten wissenschaftlichen Absichten eine Schädigung der Patienten, die nicht sachgerecht versorgt werden. Zudem entstünden den Krankenversicherungen ungerechtfertigte Kosten.

Der Sozialdemokrat fordert daher schon länger eine Beschränkung der AWBs und eine Deckelung der Honorare. Seit 2017 kommen ähnliche Forderungen auch aus der Union. Die CDU-Gesundheitspolitikerin Maria Michalk beklagt, dass die freiwilligen Bestrebungen der Pharma-Industrie nach mehr Transparenz bisher nicht zufriedenstellend fruchteten.

Gesetzliche Beschränkungen seien unerlässlich. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, möchte die AWBs vollends verbieten lassen. Eine Forderung der ich mich nur anschliessen kann!

Einladung zum Essen steigert den Pharma-Umsatz

Doch noch viel simpler kann die Einflussnahme der Marketing-Strategen sein: Schon eine Einladung zum Essen steigert die gewünschte Verschreibungs-Quote. Das zeigt eine Untersuchung aus den USA an fast 300.000 Ärzten (sueddeutsche.de/wissen/gesundheitswesen-wes-brot-ich-ess-1.3042404). Sogar die Qualität des verzehrten Menüs korreliert mit dem Umsatz, der mit den beworbenen Medikamenten gemacht wird.

Den Image-Schaden wollen die Pharma-Unternehmen jetzt begrenzen. Die 54 VFA-Unternehmen haben sich zu einem „Transparenzkodex“ durchgerungen und am 20. Juni 2016 erstmals Zahlen veröffentlicht. Demnach sind 2015 von allen 54 Produzenten gemeinsam 575 Mio. Euro an „Ärzte, Fachkreisangehörige sowie medizinische Organisationen und Einrichtungen“ geflossen.

Wie viel davon auf die umstrittenen AWBs entfielen kann nur geschätzt werden. Wahrscheinlich sind es – wie oben bereits erwähnt – zwischen 50 und 100 Millionen Euro. Alle Studien gemeinsam, die unter der Bezeichnung “nicht-interventionellen Studien“ (NIS) zusammengefasst werden ließen sich die Pharma-Konzerne 366 Mio. Euro kosten.

Übrigens: Es gibt ein Bündnis von Ärzten, die sich dem kategorisch verweigern und ganz klar sagen: „Mein Essen zahl ich selbst!„. Sprechen Sie ihren Arzt einmal darauf an!

119 Millionen Euro für „Fortbildungen“

119 Mio. Euro spendierte die Arzneimittel-Industrie für „Fortbildungen“ und 90 Mio. Euro gaben die Pharma-Firmen für „Veranstaltungen, Spenden und Stiftungen“ aus. Zwischen dem 20. und 30. Juni 2016 veröffentlichen die einzelnen Arzneimittelhersteller noch eine genaue Aufschlüsselung ihrer Zahlungen für gute „Zusammenarbeit“.

Das zumindest hat der VFA angekündigt. Erst an diesen Zahlen soll der Finanzfluss an „einzelne Ärzte individuell nachvollziehbar“ sein. Eine Einschränkung wurde aber gleich hinzugefügt: Die Erklärungen müssen mit dem Datenschutz vereinbar sein (vfa.de/de/presse/pressemitteilungen/pg-002-2016-forschende-pharma-unternehmen-setzen-transparenzkodex-um.html).

Konkret heißt das wohl jetzt: Der profitierende Arzt muss die Zustimmung zur Namensnennung geben. So bleiben extrem hohe Honorare wohl geheim, die den wahren Grund der Daten-Übermittlungen erkennbar machen könnten. Die Erfahrungen zeigten spätestens 2018, dass nur wenige Ärzte der Weitergabe ihrer Vertrags-Daten zustimmen. Das zeigt. wie man sich hier „Transparenz“ vorzustellen hat!

Ein Skandal ganz anderer Dimension wurde Anfang 2018 bekannt. Die griechische Justiz ermittelte schon seit einigen Jahren gegen Novartis wegen Korruption. Der Konzern soll Politiker und Ärzte insgesamt mit einer dreistelligen Millionensumme bestochen haben, um Medikamenten-Preise zu erhöhen und Zulassungsverfahren für neue Präparate zu vereinfachen.

Die Korruptions-Vorwürfe beziehen sich auf die Jahre vor 2015 unter der konservativen Regierung von Premierminister Samaras. Der freilich hat alles sofort in Abrede gestellt und von Verleumdung gesprochen. Wenn das Parlament die Immunität der involvierten Abgeordneten aufhebt, können die Tatbestände hoffentlich vollständig aufgeklärt werden.

Wahrscheinlich wird sich der Ruf der ganzen Pharma-Branche dann nochmals verschlechtern (http://www.tagesschau.de/ausland/griechenland-novartis-korruption-103.html).

Und wenn ihnen das noch nicht reicht, hier ein paar weitere Pharmaskandal-Leckerlis zum Thema:

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Dieser Beitrag wurde erstmalig am 8. Januar 2010 erstellt und letztmalig bearbeitet und erweitert am 25.7. 2018.

 

Beim Autofahren auf Autobahnen fällt es mir seit längerem auf: Die „Verschmutzung“ der Windschutzscheibe und des Kühlergrills durch Insekten hat in den letzten Jahren stark abgenommen. Und ich habe schon länger den Verdacht, dass sich in Mitteleuropa ein flächendeckendes Insektensterben anbahnt.

Die Frage war für mich: Fällt das nur mir auf oder gibt es bereits Untersuchungen und Studien dazu? Ich musste nicht lange suchen: Es gibt eine Dokumentation des NABU aus Nordrhein-Westfalen. Die Naturschützer berufen sich dabei auf Langzeitbeobachtungen des Entomologischen Vereins Krefeld.

 

Die Vereinsmitglieder ermittelten die Biomasse von Insekten an 88 Punkten ihres Bundeslandes zwischen 1989 und 2014. Dabei fingen die Forscher fliegende Kerbtiere in sogenannten „Malaise-Fallen“ und wogen die Beute. Im Untersuchungszeitraum ist die Biomasse der Insekten um 80 % zurückgegangen! 1996 sammelten die Entomologen noch bis zu 1,6 kg der Kerbtiere in ihren Fallen. 2016 kamen höchstens noch 300 g zusammen (https://www.nabu.de/news/2016/01/20033.html). Das Bundesamt für Naturschutz stellt fest, dass 50 % aller Insektenarten von dem Bestandsrückgang betroffen sind (https://www.bfn.de/0401_2015.html?&cHash=35ad8bbc57216c6fcea896650205868f&tx_ttnews[tt_news]=5456). Das ist in etwa auch das, was mir mein „Windschutzscheibentest“ sagt…

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Bemerkenswert ist, dass die Daten nicht in verödeten Kulturlandschaften erhoben wurden, sondern mitten in Naturschutzgebieten. Eigentlich sollte hier die Bestandsdichte der Insekten noch halbwegs in Ordnung sein.

Die Ergebnisse der Erhebungen veröffentlichte Josef Tumbrinck, Landesvorsitzender des NABU NRW im Januar 2016. Schon im Mai 2015 wies der Naturschützer darauf hin, dass die abnehmende Biomasse auch mit dem Aussterben einzelner Arten verbunden ist. In der Region um Krefeld sind bereits 60 % der Hummelarten verschwunden und in Düsseldorf 58 % der Tagfalter (https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/artenschutz/recht/biodiversitaet/18897.html).

Das Arten-Monitoring belegt auch die schrumpfenden Populationen von Schwebfliegen und Wildbienen (http://web.de/magazine/wissen/wissenschaftler-warnen-insektensterben-deutschland-31299442). Unter den verschwindenden Insekten sind also keineswegs nur Plagegeister und Feld- und Forstschädlinge.

Insekten haben große ökologische Bedeutung

Gerade die Abnahme der Blütenbestäuber macht den Umweltschützern Sorgen. Langfristig sind die Beeinträchtigung der Pflanzenvermehrung und damit die gesamte Vielfalt der Ökosysteme zu befürchten. Gravierende Folgen hätte dies auch für den Ertrag vieler Feldfrüchte. Sogar das ganze ökologische Gleichgewicht kann aus der Balance geraten. In meinem Beitrag „Die Bienen sterben – na Und?„, hatte ich bereits vor zwei Jahren auf das Problem aufmerksam gemacht.

Einen Vorteil könnte das Insektensterben hingegen für die Schädlinge der Nutzpflanzen bedeuten. Monokulturen fördern ohnehin schon deren Massenvermehrung. Ein Ungleichgewicht im Arten-Spektrum bedroht vor allem die Prädatoren der Kartoffelkäfer, Getreidespitzwanzen, Maiszünsler und Co. Der Bestand der kleinen Singvögel, die überwiegend Insektenfresser sind, geht schon seit Jahren zurück (http://www.bund-rvso.de/vogelsterben-ursachen.html).

Klimawandel

Die Ursachen des Populations-Schwundes sind nicht eindeutig geklärt, jedoch liegen einige Vermutungen nahe. Wahrscheinlich spielt der Klimawandel eine Rolle. Zwar gedeihen Insekten bei höheren Temperaturen besser als in kälterer Umgebung, aber in den gemäßigten Breitengraden ist ihnen ein harter Winter zuträglich. Einige brauchen Frost sogar zur Entwicklung. Auf jeden Fall sind die mitteleuropäischen Arten an Minusgrade angepasst. In milden Wintern erleiden die Überwinterungs-Stadien der Insekten oft den Tod durch Schimmelbefall.

Biotop-Vernichtung

Ein weiterer Grund für den Rückgang der Kerbtiere ist sicher die Biotop-Vernichtung. In den letzten Jahrzehnten sind viele Gebüsche an Feldrainen verschwunden und die Flurbereinigung hat Knicks und Gewässer zerstört. Diese Biotope bieten mit ihren ökologischen Nischen vielen Tieren Unterschlupf. Die intensive Landwirtschaft führt auch durch zu häufige Wiesenmahd zum Rückgang der Pflanzenvielfalt. Auch darunter leiden viele Insekten, da die meisten Arten auf nur einer oder wenigen Futterpflanzen heranwachsen können.

Der Trend zur Gleichschaltung der Landschaft weicht nur langsam der Erkenntnis um den ökonomischen und ökologischen Wert der Habitat-Vielfalt. Eigens geschaffene Rückzugsräume sind meistens viel zu klein, um überlebensfähige Populationen zu etablieren. Grund dafür ist der eingeschränkte Gen-Pool kleiner isolierter Bestände, die zur ständigen Anpassung an wechselnde Umwelt-Bedingungen nicht mehr fähig sind.

Pestizide

Doch die Einflüsse des Klimas und der Biotop-Zerstörung alleine können das Insekten-Sterben nicht erklären. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Studie, die sich auch auf die deutsche Untersuchung beruft (http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0185809). Als leitender Wissenschaftler war Capar Hallmann von der Radboud-Universität in Nijmwegen beteiligt. Die Untersuchungen werden seit 27 Jahren kontinuierlich durchgeführt und sind keineswegs Einzelfall-Analysen.

Das erhöht ihre Aussagekraft bis zur wissenschaftlichen Evidenz. Die Arbeit der Entomologen ist international anerkannt und wird in ihren wesentlichen Zügen von der Wissenschaftsgemeinde geteilt. So nennt der Zoologe Johannes Steidle von der Universität Hohenheim die Analyse methodisch hervorragend konzipiert und nach wissenschaftlichen Kriterien völlig einwandfrei. Der Zoologe geht von einem flächendeckenden Rückgang der Insekten-Fauna aus.

Auswirkungen hat das auf praktisch alle Ökosysteme. Denn 80 % der Wildkräuter werden von Insekten bestäubt und 60 % der Wildvögel ernähren sich von den Kerbtieren. Gerade die Bestäubungs-Funktion müsste auch die Landwirte interessieren. Denn viele Kultur-Pflanzen sind zur Fruchtbildung auf die Insekten angewiesen.

Nicht nur in Deutschland konnte das langsame Verschwinden der Insekten nachgewiesen werden. Untersuchungen in europäischen Graslandschaften haben einen Rückgang der Schmetterlinge um 50 % belegen können.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist zu vermuten, dass viele der Insekten vor allem den Pestiziden zum Opfer fallen – aber wen interessiert das schon?

Die Politik nimmt das ganze Thema nicht so ganz ernst, wie eine Anhörung des Bundestages 2015 zeigte. Die Dokumente der Amateur-Entomologen hielten die Politiker für Hobby-Spielchen von Insekten-Liebhabern. Die Dimension, die das Problem in der Zukunft bekommen könnte, wurde den Politikern nicht klar.

Dass Pestizide die Hauptrolle bei der Insektenvernichtung spielen, liegt auf der Hand. Das darf schon deshalb behauptet werden, weil viele der synthetischen Gifte ja dafür gemacht sind und deswegen “Insektizide“ genannt werden. Speziell in Verdacht stehen hier die Neonicotinoide. Diese Wirkstoffgruppe ist vom Nikotin abgeleitet und wie das biogene Alkaloid ein Nervengift.

Derartige Insektizide werden nicht nur versprüht, sondern vor allem als Beizung des Saatgutes verwendet. Der BUND schätzt, dass 95 % der ausgebrachten Menge die Umgebung verseucht und nicht an den Wirkort gelangt.

Belegt ist der tödliche Effekt der Neonicotinoide auf Bienen für das Jahr 2008. Es kam zu einem Massensterben von Bienenvölkern am Oberrhein. Doch Neonicotinoide töten auch indirekt: Sie schwächen das Immun-System der Bienen, die dann anfälliger sind für die Varroa-Milben.

Doch kann die Landwirtschaft nicht alleine für die Biozid-Belastung verantwortlich gemacht werden. Pro Jahr kaufen Privat-Leute in Deutschland 500 Tonnen solcher Toxine für die Anwendung in Haus und Garten (http://www.spektrum.de/news/insektenzahl-in-deutschland-nimmt-um-75-prozent-ab/1512165).

Doch nicht nur die Schädlinge der Nutzpflanzen, sondern auch räuberische Insekten können den Neonicotinoiden zum Opfer fallen. Hat ein Beutetier die Pestizide aufgenommen, töten sie auch die Prädatoren (http://www.sueddeutsche.de/wissen/insektensterben-dramatischer-insektenschwund-in-deutschland-1.3713567). Damit wird ein Regulativ im ökologischen System empfindlich gestört.

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Gerade weil Karnivoren die Toxine über die Nahrungskette akkumulieren, sind die Raubinsekten sogar besonders gefährdet. Fatal ist das auch für die Landwirtschaft: Schädlingen verschafft das einen Überlebensvorteil. Die Folge ist dann, dass sich der Bedarf an Gegenmaßnahmen erhöht. Bei großflächigen Monokulturen bedeutet das wiederum mehr Insektizide zu versprühen.

Die EU konnte sich nur zum Verbot von 3 Nicotinoiden durchringen, wobei das Prozedere der Bürokratie 5 Jahre dauerte. Der BUND fordert ein komplettes Verbot der Substanzklasse und begründet dies auch mit der toxischen Wirkung auf Singvögel. Den Nachweis führte der Toxikologe Dr. Henk Tennekes in seinem Buch „A Disaster in the Making“.

Umweltschützer wie Josef Tumbrinck fordern ein flächendeckendes Monitoring, das permanent den Bestand der Insekten-Fauna dokumentiert. Wahrscheinlich müssen aufgrund des enormen Aufwands dabei auch weiterhin Laienhelfer mitmachen. Die Ergebnisse müssen dann allerdings auch von der Politik ernsthaft berücksichtigt werden. Doch die Lobby hat an der Vermarktung der Nicotinoide ein enormes Interesse: Laut Angaben, die ich in Wikipedia gefunden habe, machte Bayer 2009 mit genau diesen Insektiziden einen Jahresumsatz von rund 1 Mrd. US-Dollar. Es geht hier (wie so oft), um das Geschäft.

Doch nicht nur die Insekten-Vernichtungsmittel unter den Pestiziden dürften für den drastischen Rückgang der Kerbtiere verantwortlich sein. Immer wieder steht auch das Herbizid Glyphosat in der Diskussion. Darauf weist auch der Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) hin (http://www.bund-rvso.de/schmetterlingssterben.html). Sicher ist das zwar nicht und wird in der öffentlichen Debatte teils bestritten (https://www.swr.de/wissen/glyphosat-faktencheck/-/id=253126/did=20514698/nid=253126/45z6by/index.html).

Doch eine Tatsache kann hier niemand leugnen: Glyphosat steht wie kaum ein anderes Pestizid im Zusammenhang mit der industriellen Landwirtschaft und der Ausbringung genetisch veränderter Organismen (GMO). Einer Extensivierung des Landbaus, wie sie Experten zur Schonung der Umwelt dauernd fordern, stehen solche Praktiken völlig entgegen.

Stickstoff-Kontamination

Die Krefelder Entomologen vermuten noch einen weiteren Grund für das Verschwinden der Kerbtiere: den allgegenwärtigen Stickstoffeintrag in die Umwelt. Nicht nur die Landwirtschaft mit ihrer Überdüngung ist dafür verantwortlich, sondern auch Abgas-Emissionen durch Verkehr und Industrie.

So erreichen die Stickstoffverbindungen auch den letzten Winkel unserer Umwelt, sowohl mit dem Wasser als auch über die Luft. Fast alle Biotope sind bald überdüngt, wodurch das Arten-Spektrum der heimischen Flora abnimmt. Pflanzen, die nur auf nährstoffarmen Böden gedeihen, verschwinden aus Naturschutzgebieten und werden durch Kulturfolger wie der Brennnessel verdrängt.

Da viele Insekten besonders im Larven-Stadium nur ganz bestimmte Kräuter fressen, sind sie zum Verhungern verdammt. Der so verursachte flächenübergreifende Kerbtierrückgang wird dadurch belegt, dass in praktisch allen Biotopen derselbe Trend zu verzeichnen ist (http://www.spektrum.de/news/insektenzahl-in-deutschland-nimmt-um-75-prozent-ab/1512165).

Licht-Emissionen oder besser: Lichtverschmutzung

Eine britische Studie liefert Hinweise auf einen verstärkten Rückgang der Schmetterlinge in den Städten (http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1470160X17300092). Die Deutung des Phänomens führt zur stetig anwachsenden Licht-Emission. Die Schuppenflügler nutzen wie andere Insekten auch das Licht zur Orientierung.

Jeder kennt die von Lampen und Kerzen angezogenen Kerbtiere, die auf ihrem Flug fehlgeleitet werden. In der Folge verenden viele der verirrten Flug-Insekten. Die Tiere nutzen vor allem blaues und ultraviolettes Licht für den Orientierungs-Flug. Und gerade in diesem Teil des Spektrums strahlen viele künstliche Lichtquellen besonders intensiv.

Hier könnte schon eine kleine Maßnahme Abhilfe schaffen. Die energiesparenden LEDs emittieren kein UV-Licht und sollten wo immer es geht mehr genutzt werden. Daneben könnten Lampen nach oben und zu den Seiten abgeschirmt werden, damit sie Insekten weniger anlocken.

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Weitere Ursachen

Die Einfluss-Faktoren unserer Zivilisation auf die Umwelt sind derart vielfältig, dass eine Unzahl von Ursachen für das Insektensterben in Frage kommt. Einige Experten sehen sogar in Windenergie-Anlagen einen Insekten-Killer, nachdem die schlanken Windmühlen schon lange von Vogelschützern nicht gern gesehen sind.

Auf den Rotor-Blättern werden im Sommer regelrechte Beläge toter Kerbtiere gefunden. Warum die Maschinen Insekten anziehen, ist unklar. Möglicherweise liegt es an der im Vergleich zur Umgebung erhöhten Betriebs-Temperatur oder daran, dass die Strom-Erzeuger auf großen Freiflächen stehen. Die Insekten könnten hier vermehrt auftreten, weil sie die dort herrschenden Thermiken nutzten, mutmaßen Entomologen. Dass die roten Warnleuchten die Kerbtiere anlocken, ist eine eher unwahrscheinliche Hypothese (http://www.hoher-odenwald.de/wp-content/uploads/2017/10/Insektensterben-HAHL-22.10.2017-1.pdf).

Eine andere Überlegung geht dahin, dass auch die zunehmende Anzahl Elektromagnetischer Felder (EMF) die Insekten schwächen und letztlich töten könnten. Eine schädigende Wirkung auf die DNA ist bereits soweit untersucht, dass dies nicht mehr bestritten werden kann. Daneben stören EMFs auch die interzelluläre Kommunikation, weil das physikalische Phänomen auch an der biologischen Informations-Übertragung beteiligt ist.

Denkbar ist zudem, dass die allgegenwärtige Belastung mit chemischen Emissionen eine Rolle spielt. Schwermetalle wie Quecksilber und Blei sowie Barium, Aluminium und Arsen gehören zum toxikologischen Grundrauschen unserer Umwelt. Feinstaub, Benzol, Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid sind nur einige weitere Beispiele solcher Schadstoffe. Darauf weisen Untersuchungen wie die des Bayerischen Landesamtes für Umwelt hin (https://www.bestellen.bayern.de/application/eshop_app000005?SID=703085333&ACTIONxSESSxSHOWPIC(BILDxKEY:%27lfu_luft_00198%27,BILDxCLASS:%27Artikel%27,BILDxTYPE:%27PDF%27).

Diese erheblichen Kontaminationen sind es, die zur Theorie der Chemtrails geführt haben (https://revealthetruth.net/2017/03/18/bayern-katastrophale-konzentration-von-aluminium-barium-und-arsen-in-der-atemluft-amtlich-bestaetigt).

Die Beteiligung des Klimas und des Klimawandels konnte allerdings durch die vorliegenden Daten nicht sauber herausgearbeitet werden. Das kritisiert der Zoologe Josef Settele von der Biozönosenforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), der gleichwohl vermutet, dass ein komplexes Zusammenwirken von Klima und Ökologie stattfindet.

Dies müsste noch genauer geklärt werden, etwa durch die Bestimmung und Unterscheidung der Insekten-Arten in den Analysen. Doch solche Untersuchungen sind sehr aufwändig und durch Laien kaum mehr zu leisten. Auch geographische Lücken müssen noch geschlossen werden. Das fordert Alexandra-Maria Klein von der Universität Freiburg. Nach ihrer Ansicht müssten auch in Forsten und auf Ackerflächen Insekten-Zählungen durchgeführt werden. Möglicherweise könnte hier die Zahl der Insekten wesentlich höher sein als in Naturschutzgebieten, weil die Biomasse der Schädlinge in Monokulturen enorm hoch ist.

Dies darf dann allerdings nicht zu der Schlussfolgerung führen, dass in ausgeprägten Kulturlandschaften alles in Ordnung ist. Die Biodiversität der Insekten-Fauna können solche Massenaufkommen nicht ausgleichen. Die isolierten Naturschutzgebiete sind aufgrund ihrer geringen Fläche viel zu klein, um ausreichend Lebensraum für stabile Insekten-Populationen zu bieten. Auch die Überdüngung selbst der abgelegensten Räume sowie die anderen genannten Faktoren üben hier negative Einflüsse aus.

Fazit

Wir haben es höchstwahrscheinlich mit einem Insektensterben von gigantischem Ausmaß zu tun. Welche Folgen dies für die Ökosysteme hat, ist anscheinend noch gar nicht klar. Geforscht wird an diesem Problem kaum und unseren Volksdienern ist das Problem anscheinend auch nicht bewusst oder schlichtweg egal. Eine Anfrage bei Landwirtschaftsministerium wäre mal von Interesse.

Die Interessen der konventionellen Landwirtschaft, sowie der Firmen, die Insektengifte verkaufen, dürften aber so stark sein, dass das Thema (erst einmal) kaum Aufmerksamkeit erregen wird. Warum ich dieser Überzeugung bin, habe ich bereits in ähnlichen Beiträgen dargelegt:

 

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Dieser Beitrag wurde von mir erstmalig im August 2016 erstellt und letztmalig am 26.5.2018 ergänzt.

Die Grippewelle im Winter 2017 / 2018 empfand ich als gravierender, als in den letzten Jahren.

Vor allem im Westen und Südwesten Deutschlands erwischte es viele Menschen sogar zwei Mal. Das erste Mal bereits im Herbst und dann zur „Hochsaison“ im Februar / März nochmal. Zeitweise war in manchen Firmen regelrecht „Personal-Notstand“. Bevor ich aber zu der „Experten-Horrorschätzung“ komme, noch eine weitere Rückschau. Dazu müssen wir noch ein paar Jahre in die Vergangenheit zurück.

Grippe Pandemie 2009 – Eine kurze Nachschau

Erinnern sich noch an das Jahr 2009? Hier wurde von der WHO eine Schweinegrippe-Pandemie auf höchster Alarmstufe ausgerufen, die sich als Lachnummer hätte eignen können, wenn nicht alles so traurig gewesen wäre. Der angekündigte Donnerschlag entpuppte sich lediglich als Furz; die unzähligen Toten blieben (zum Glück!) aus und die damals grassierende Grippe forderte sogar deutlich weniger Todesopfer, als die sonst übliche Grippewelle zu dieser entsprechenden Jahreszeit.

33 Millionen Tote könnte eine nächste Grippe-Pandemie bringen – und das alleine in den ersten 200 Tagen, so ein britischer Medizin-Experte. Da frage ich mich doch, wie der Mann auf so etwas kommt? Bild: stockxpert.com

Und für diese Lachnummer-Pandemie hatten etliche Regierungen Impfseren auf Vorrat eingelagert, was sich für die Pharmaindustrie und die Impfungen befürwortenden Politiker als ein Pandemie-Eldorado entpuppte.

 

Ich hatte damals einige Beiträge zu diesem Geniestreich veröffentlicht:

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Und in meinem Buch zur Grippe, gebe ich noch einen umfassenden Überblick über die Ideologie der Grippeimpfung und dem beliebten Aufbau eines Feindbildes, der alles vernichtenden Grippewelle, ohne die die Schulmedizin offensichtlich mangels wissenschaftlicher Grundlagen auch nicht auskommt:

Buch: Die biologische Therapie der Grippe von René Gräber

 

Auftritt: Der Pandemie-Experte!

In einer Ausgabe der Daily Mail  vom 5. März 2018 lese ich von einem Schulmediziner namens Dr. Jonathan Quick, dass wir kurz vor dem Weltuntergang stehen. Er sagt selbst, dass diesmal ein „dickes Ding“ auf uns zukommt, eine globale Virus-Pandemie, die möglicherweise 33 Millionen Opfer in den ersten 200 Tagen fordert. Und in den beiden darauffolgenden Jahren soll sich dann die Zahl der Todesopfer auf mehr als 300 Millionen Menschen erhöhen.

Oha! Wenn das nicht höchst bedenklich ist?

Aber da bei lässt es der gute Doktor nicht bewenden. Er sieht noch weitaus mehr an Ungemach auf uns zukommen. Denn diese Pandemie wird für eine Verknappung der Nahrungsmittel sorgen. Das Gleiche wird auch für die Medikamente eintreten.

Und die wenigen Überlebenden sind ni cht in der Lage, Computer- und Energiesysteme aufrecht zu erhalten. Die globale Ökonomie wird kollabieren. Hunger und Bürgerkriege und andere Formen von Gesetzlosigkeit werden große Teile der Welt verwüsten.

Nachdem er wahrscheinlich selber merkt, wie dick er hier seine düsteren Zukunftsvisionen aufträgt, und wie unglaubwürdig möglicherweise seine Schwarzmalerei beim Leser ankommt, rudert er zurück und bezeichnet seine „Vision“ als einen Horrorfilm-Albtraum.

Allerdings rudert er dann nach dem Zurückrudern schon wieder zurück und bezeichnet diesen Albtraum als drohende Wirklichkeit, falls das Grippevirus zuschlagen kann. Er bezeichnet das Virus als „den teuflischsten, kaum zu kontrollierenden und am schnellsten sich verbreitenden Killer der Menschheit“. Also rein in die Kartoffeln und raus aus den Kartoffeln – ein wissenschaftlicher Höchstgenuss…

Wir sehen hier an der Beschreibung des Virus seitens des Doktors, dass es sich hier um extrem wissenschaftliche Ausdrücke handelt, die das extrem hohe Niveau seiner Wissenschaft zum Ausdruck bringen. Denn die Ausdrücke „teuflisch“ und „Killer“ sind ja bekanntlich integraler Bestandteil der wissenschaftlichen Fachsprache.

Nachdem er aber seiner eigenen Sprachkompetenz nicht zu trauen scheint, wirft er ein weiteres Argument für sein Anliegen in die Diskussion: sich selbst.

Den Kraft seines Amtes (und möglicherweise auch seiner Gott gewollten Ernennung) als Schulmediziner und als „Gesundheitshäuptling (health chief)“, was man auch mit „Vorsitzender des Gesundheitsausschuss“ übersetzen könnte, hat er ja weltweite Programme im Auftrag der WHO geleitet.

Ob er vor neun Jahren auch federführend an der Lachnummer-Pandemie der WHO beteiligt war, darüber schweigt er sich aus. Auf jeden Fall, mit einer derartigen diabolischen Killer-Kompetenz ausgerüstet, glaubt er, dass die Welt vor dem sicheren Untergang steht, da die auf uns zukommende virale Pandemie alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt.

Und das nie Dagewesene wird wahrscheinlich eine neue, „beispiellos todbringende“ Mutation eines Grippevirus sein. Warum? Weil die Bedingungen angeblich günstig sind, und alles schon morgen passieren kann.

Auch diese Aussagen und Prognosen bestechen an wissenschaftlicher Genauigkeit. Vor allem die Vokabeln „möglicherweise“, „könnte“, „ich glaube“ etc. geben uns exakte Auskunft darüber, dass ich möglicherweise nicht glauben könnte, dass der gute Doktor überhaupt etwas weiß!

Nachdem wir also wissen, das Dr. Quick sich ebenso schnell auch in Hollywood bewerben könnte, um dort ein neues Drehbuch für einen Horrorfilm abzuliefern, erfahren wir, dass er ähnliches bereits in Auftrag gegeben hatte. Er ist Autor von einigen Büchern, die sich vor allem mit Epidemien und Endzeitvorstellungen beschäftigen.

Um dem Ganzen einen etwas seriöseren Anstrich zu verleihen, diskutiert er seine Horrorshow auch aus ökonomischer und finanzpolitischer Sicht. Ökonomie und Finanzen fachkundig diskutiert von einem Schulmediziner? Ich gehe einmal davon aus, dass Schulmediziner einfach alles wissen – oder sollte ich besser sagen: alles besser wissen?

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Nach der Katastrophe die Erlösung

Werden wir aufgrund der katastrophalen Nachrichten dann überhaupt noch das Ende dieses Artikels (üb)erleben? Denn die teuflische Killer-Mutation könnte jeden Moment zuschlagen, auch jetzt beim Lesen. Aber halt! Unser Götterbote hat einen Rat! Welchen? Impfen? Genau das habe ich mir auch gedacht. Aber – falsch geraten!

Jeder weiß, dass an dieser Stelle die Forderung nach Impfungen, Impfpflicht, Herdenschutz und der andere übliche Schmäh aufgetischt werden muss. Das macht die ganze Sache zwar nicht glaubwürdiger, dafür aber den Autor glaubwürdiger in Sachen Linientreue zu den verteidigungswürdigen Glaubenssätzen der Schulmedizin. Unser Quick-Bote wähnt sich so kompetent, dass er dieses übliche Schema verlassen kann und beginnt, wirklich interessante Sachverhalte zu diskutieren.

Denn er beginnt, die Ursachen für eine Pandemie zu erörtern, vor allem die Verbreitungsmechanismen der Viren, die sich zuerst in Vögeln und dann später in anderen Tieren, vor allem Haustieren, breitmachen. Dann springen die Viren auf den Menschen über, und schon haben wir den Beginn der Pandemie. Und weil wir dann keine Immunität gegenüber diesem neuen Virus besitzen, sind wir alle zum Tode verdammt.

Woher weiß er das? Von der spanischen Grippe im Jahr 1918, die „möglicherweise“ (wieder eine extrem wissenschaftlich genaue Charakterisierung) so abgelaufen ist. Nachdem der Leser das „möglicherweise“ schnell vergessen hat, bleibt diesem die Erinnerung, dass die Spanische Grippe genau so abgelaufen ist. Genau das war ja auch beabsichtigt!

Unter weil jeder weiß beziehungsweise zu wissen glaubt, wie die Spanische Grippe abgelaufen ist, gibt es hier schnell einen Konsens mit dem Leser. Aber niemand weiß und niemand will wissen, wie es damals wirklich war. Darüber mehr in einem Beitrag von mir: Spanische Grippe 1918 – Was passierte wirklich?

Aber wie kann sich das Virus denn so schnell auf andere Organismen übertragen? Kann es schneller fliegen als die Vögel, die es befällt? Hier macht Dr. Quick eine bemerkenswerte Entdeckung. Er hält die moderne Massentierhaltung für den Urheber einer rasend schnellen Vermehrung von Infektionen. Er bezeichnet unser Verlangen nach billigen Fleischwaren aus Hühner- und Schweinefleisch als den Grund für die Existenz dieser Massentierhaltung.

Er bezeichnet diese Art der Tierhaltung als den Geburtsort für die Schweinegrippe seinerzeit. Ob dies wirklich so ist, das kann man mit Bestimmtheit nicht sagen. Aber man kann es auch nicht ausschließen. Mich wundern nur diese so kritischen Töne aus so einem unkritischen Mund, dass ich in diesem kritischen Schlenker eine Taktik in der Diskussionsführung vermute.

Und ich soll mich auch nicht getäuscht haben, den die wahren Gründe für so viel Kritik folgen auf dem Fuß: Geschätzte 575.400 Todesopfer durch die Schweinegrippe 2009. Wir sind wieder auf Kurs in Sachen „Begründung und Gründe für eine neue Pandemie“.

Auch hier wieder eine Pi mal Daumen Angabe. Denn diese relativ exakte Zahl von 575.400 ist dann doch nicht so exakt, sondern nur geschätzt. Da es sich hier um sechs Zahlen handelt, können es auch die Lottozahlen vom nächsten Wochenende sein.

Und wir können an dieser genau geschätzten Zahl ablesen, wie verheerend die letzte Pandemie verlaufen ist, und uns ausmalen, wie verheerend die noch nicht eingesetzte Pandemie sein wird. Für mich erscheint es an dieser Stelle verheerend, dass der Autor seine Leser als Menschen mit Probleme beim Erinnerungsvermögen einstuft. Denn inzwischen ist es kein Geheimnis mehr, dass diese Pandemie nie eine war. Und auch diese Zahlen sind Lottozahlen mit Zusatzzahl und ohne Gewähr, die beweisen müssen, was man bewiesen haben will.

Also weg mit der Massentierhaltung? Unser Dr. Quick hält sich zu dieser Frage, wenn er sie sich jemals gestellt hat, bedeckt. Denn das Argument mit der Massentierhaltung passte gerade so nett in den Kram. Die daraus notwendigen und logischen Konsequenzen sind dann doch zu industriefeindlich, dass man lieber schnell zum nächsten Tagesordnungspunkt weiter schreitet.

So diskutiert er lieber weitere Horrorszenarien, besonders über das Vogelgrippe-Virus H5N1. Es ist zwar nicht sehr ansteckend, was natürlich besonders hinterhältig ist. Aber es ist noch da und „lauert irgendwo da draußen“ (die wissenschaftliche Ausdrucksweise ist an Genauigkeit kaum noch zu überbieten!). Und noch viel mehr:

„Es fährt fort, in der Blutsuppe von Hühnern und Enten zu rühren.“ (Originaltext: „it continues to stir in the blood soup of chickens and ducks“). Ich wusste gar nicht, dass Hühner und Enten in der Lage sind, ihre eigene Blutsuppe zu kochen?

Endlich! Die Lösung des Experten! IMPFUNGEN!

Nachdem Enten und Hühner ihr Süppchen gekocht haben, rückt Dr. Quick mit dem raus, was ich vorhin bereits vermutet hatte: Impfungen als allein heilende und seligmachende Lösung des Problems.

Ja!! Damit hat er von hinten durch die Brust ins Auge doch noch seinen Auftrag erfüllen können. Denn es geht hier um die geschickte Vorbereitung durch Angst und Schrecken, Einschüchterung und Irreführung einer neuen Pandemie-Impf-Welle. Dass diese Forderung erst so weit hinten im Beitrag auf den Tisch gebracht wird, das zeugt von der psychologischen „argumentativen Kriegsführung“, die der Doktor hier mit seinen Lesern betreibt.

Was danach folgt an Argumenten für die Impfung, das können wir getrost übergehen. Denn nach so viel Tamtam und Tara kommt hier überhaupt nichts Neues. Das große Tamtam und die große Angstmache sind unabdingbare Notwendigkeit für das eigene Anliegen. Denn ohne dieses gäbe es keine Argumente für Massenimpfungen, Impfpflicht etc.

Und weil unser Doktor jetzt in seinem Element ist, bemerkt er nicht, wie er sich in seiner Logik verhaspelt. Vor lauter Begeisterung für die Grippeimpfung fordert er noch mehr Forschung und Einsatz bei der Entwicklung neuer Seren. Aber warum, wenn die Alten doch so gut wirken?

Die Begeisterung lässt ihm die Feder ausrutschen und zu geben, dass 2011 sogar Forschungsergebnisse in der Lancet (ein renommiertes naturwissenschaftliches Fachjournal) erschienen sind, die die Unwirksamkeit der Grippeimpfungen belegen. Es entfährt ihm, dass die heutigen Impfungen bestenfalls gegen drei oder vier Virustypen schützen. Wie das in der Praxis aussieht, das hatte ich in diesem Beitrag beschrieben: „Falscher“ Grippeimpfstoff – Trifft uns jetzt alle die Grippe?

Es entfährt ihm weiter, dass die WHO bei der Bestimmung der aktuellen Virustypen so eine Art Lotto spielt (damit wären wir wieder beim Lotto mit Zusatzzahl). Weiter erfahren wir, dass dieses Jahr die Impfung nur ein Drittel der aktiven Viren abdeckt. Aber laut seiner exakten Vermutung kann es in einem guten Jahr auch schon mal 50 Prozent werden.

Nachdem er und die Lancet die relative Wirkungslosigkeit von Grippeimpfungen belegt haben, kommt der nimmermüde Schluss, sich impfen zu lassen. Bei normal denkenden Menschen würde jetzt ein Gedankenprozess einsetzen, der zum Schluss kommt, sich eben nicht impfen zu lassen, da es sich bei der Impfung um ein Würfelspiel ohne Zusatzwürfel handelt. Aber in der Schulmedizin denkt man hier in anderen Dimensionen. Gerade weil die Impfung nicht wirkt, muss man sich so lange impfen lassen, bis sie wirkt. Denn die Wirkungslosigkeit der Impfung beruht auf einem Mangel an Impfungen und nicht auf einer prinzipiell relativen Wirkungslosigkeit von Impfungen.

Daher mein Rat an alle Impfwilligen: Lesen Sie mal meinen „Impfreport“, in dem ich versucht habe zahlreiche Fakten zu Impfungen zusammenzutragen:

Buch: Die Impf-Epidemie

Alles nur „Verschwörungstheorien“?

Dr. Quick ist der Vorsitzende einer Vereinigung mit dem Namen „Global Health Council“. Diese Non-Profit-Organisation sieht es als ihre Aufgabe, Gesundheitspolitik und Gesundheitsprogramme weltweit durchzuführen und zu unterstützen.

Ursprünglich wurde die Organisation durch die CDC finanziert. Später dann kamen andere Industriezweige und Stiftungen dazu, wie zum Beispiel die Bill Gates Stiftung, Packard, Rockefeller etc. In PubMed wird ein Interview zitiert, das Dr. Quick als Autoren ausgibt (zu meiner Überraschung tauchen in diesem Organ auch Interviews auf): Straight talk with…Jonathan Quick. Interview by Roxanne Khamsi. – PubMed – NCBI

In diesem Interview wird die Organisation als Dachorganisation für Interessensgruppen bezeichnet, die „einige der weltweit wichtigsten medizinischen Institutionen und Pharmafirmen“ beheimatet.

Muss man sich jetzt über den oben diskutierten Beitrag in der Daily Mail noch wundern?

Das traurige Ende vom Lied

Es ist wieder soweit. Das alte Schema von Schreckensbotschaften, Panikmache und ähnlichen psychologischen Spielchen hat begonnen und markiert die Vorbereitung auf ein neues 2009.

Politik und Industrie scheinen dabei auf ein mangelndes Erinnerungsvermögen ihrer Adressaten zu setzen. Denn die Durchführung der Pandemie im Jahr 2009 war ein voller Erfolg für die Pharmaindustrie. Denn sie konnte ungehindert ungetestete Seren palettenweise verkaufen, mit Abnahmegarantie und mit der Garantie, dass Nebenwirkungen nicht auf sie zurückfallen, also keine Schadenersatzanträge auf sie zukommen würden. Nach neun Jahren ist es Zeit für ein erneutes Eldorado, dass man vielleicht jetzt ein wenig besser vorbereiten sollte.

Aber die Zeit nach der Pandemie in 2009 hat gezeigt, dass bei der Pharmaindustrie niemand zu Schaden gekommen ist. Sie ist zwar kritisiert worden, so auch die Freunde der Pharmaindustrie in der Politik. Aber von Konsequenzen habe ich nichts gehört.

Man darf sich auch diesmal sicher sein, dass man richtig Kasse machen wird und schlimmstenfalls ein Stirnrunzeln hinnehmen muss.

Und wenn es Opfer gibt, die den Impf-Stress nicht aushalten? Da kann man nichts machen, denn die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie geht vor, und da müssen wir alle entsprechende Opfer bringen.

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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…