Kind bekommt Spritze

Kinder sollen spezifische „Kinderrechte“ bekommen. Und diese Rechte sollen in das Grundgesetz geschrieben werden.

Das Bundesjustizministerium hat dazu ein Gesetz entworfen. Im Artikel 6 des Grundgesetzes soll ein (neuer) Absatz 1a eingefügt werden.

„Kinderrechte“ – das hört sich erst einmal gut an.

Aber was soll das jetzt im Einzelnen bedeuten?

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Hühnerfarm mit Mast-Hühner

2011 verbrauchte die deutsche Landwirtschaft insgesamt 1700 Tonnen Antibiotika. Mehr als 96 Prozent aller Masthühner bekommen Antibiotika.

Zu diesem Ergebnis kam eine Studie, die im Auftrag des Verbrauchschutzministeriums von Nordrhein-Westfalen schon 2011 erstellt wurde. In 83 Prozent der untersuchten Mastdurchgänge kamen die fraglichen Wirkstoffe zum Einsatz. Insgesamt summiert sich die Zahl der so behandelten Tiere damit auf 96,4 Prozent.

Lediglich die Bio-Betriebe haben demnach ganz auf den Antibiotika-Einsatz verzichtet.

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Die Jungen Grünen haben die Homöopathie entdeckt – allerdings als Zielscheibe für gezielte Gegenmaßnahmen. Man möchte fast meinen, dass es für die Grünschnäbel der Grünen kein größeres Problem gibt als die Homöopathie.

Gibt es wirklich keine dringenden ökologischen Fragestellungen mehr?

 

Oder versucht man hier einfach nur mal einen Testballon steigen zu lassen, da man mit dieser Aktion einiges an Unterstützung von der Mutterpartei, von der Pharmaindustrie und von homöopathiekritischen Organisationen erhält, wie zum Beispiel die 2016 gegründete Organisation INH (Information Netzwerk Homöopathie), die nach eigenem Bekunden ein Gremium der GWUP ist. Die GWUP sieht sich als ein Skeptiker-Verein und vertritt (nach meinem Empfinden) Hardcore-Schulmedizin in der feinsten Art,

So jubelt auch die Website[1] der Skeptiker (die schon seit 1987 kritisch denken): „Bundeskongress: Grüne Jugend gegen Homöopathie auf Kassenkosten“.

Der „Homöopathie Watchblog“ bringt gleich zwei Beiträge zu diesem Thema; der Erste vom Juni[2] 2019 und ein weiterer vom Oktober[3] 2019.

Der Beitrag vom Juni bezieht sich auf einen just durchgeführten Kongress der Jung-Grünen. Er erklärt, dass die Grüne Jugend offiziell auf diesem Kongress einen Antrag gegen Homöopathie verabschiedet hatte. Zudem enthält dieser Antrag alle aktuellen Botschaften der INH, was ich für besonders bemerkenswert halte.

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Eine so offensichtliche und unverblümte Nähe zur Industrielobby könnte ein Zeichen für politische und jugendliche Unreife sein – oder?

Und diese unverblümte Nähe zur Industrie kommt dann auch mit den entsprechenden weiterführenden Forderungen:

Das Ziel dieser Aktion der Jungen Grünen ist, auf der Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen im November 2019 einen Antrag einzubringen, der die Erstattung von homöopathischen Behandlungen durch die Krankenkassen abschafft.

Selbstverständlich wird dieses Anliegen durch die GWUP und INH unterstützt.

Innerhalb der Grünen („Senioren“) scheint es noch Befürworter für die Homöopathie zu geben, was sich allerdings für die Führung der Grünen nicht so einfach nachsagen lässt. Inzwischen scheinen die Grünen ebenfalls in den Genuss des Wohlwollens der Pharmaindustrie gekommen zu sein, denn auch hier gibt es Grüne, die Lobbyarbeit für Pharmaverbände leisten. Beispiel Norbert Schellberg[4], der Lobbyist des Pharmaverbandes VFA ist.

Homöopathie und Heilpraktiker sollen komplett abgeschafft werden?

Der zweite Beitrag von „Homöopathie Watchblog“ vom Oktober 2019 berichtet von noch einschneidenderen Forderungen der Grünen in Bezug auf Homöopathie und Alternativmedizin generell.

Denn die Führungsspitze der Jungen Grünen will jetzt nicht nur die Erstattung für homöopathische Leistung durch Kassen abschaffen, sondern gleich den ganzen Berufsstand der Heilpraktiker und Homöopathen.

Man fängt damit an, die Erstattung von homöopathischen Leistungen bei Kindern und Minderjährigen zu verbieten. Da Kinder häufig mit Infektionserkrankungen in Behandlung sind, wird ein solches Verbot den Umsatz an Antibiotika für die Pharmaindustrie netterweise anheben.

Es geht weiter mit Medikamenten, deren Wirkung angeblich nicht über Placebo hinausgeht, also homöopathische Produkte in erster Linie. Die sollen nämlich alle mit einem Warnhinweis auf der Packung versehen werden. Und überhaupt sollen homöopathische Präparate verboten werden. Danach kommt noch die Abschaffung der Zusatzbezeichnung für homöopathisch tätige Ärzte. Und zum Schluss eine „Überarbeitung des Heilpraktikergesetzes“, oder mit anderen Worten die Abschaffung des Heilpraktiker-Berufsstandes.

Ich kann mir gut vorstellen, dass sich die Jungen Grünen mit der Verschärfung der Forderungen im Vergleich zu den Kongressbeschlüssen vom letzten April bei der Industrie noch beliebter gemacht haben müssen. Ich gehe einmal davon aus, dass dies auch das Ziel dieser Bemühungen ist. Denn die Begründung/der Kongressbeschluss entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage.

Wissenschaft ist vollkommen unnötig, um die Gunst der Industrie zu erlangen. Hier muss man nur das gleiche Lied im gleichen Takt wie die da oben singen können, was man mit dieser Aktion unter Beweis gestellt hat.

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Vor allem wenn Sie für den Erhalt der Homöopathie sind, sollten Sie sich unbedingt dazu eintragen, denn die „Politik“ und etablierte Medizinerschaft ist bestrebt die Homöopathie zu verbieten und / oder abzuschaffen!

Gesundheit statt Globuli!

So lautet die Überschrift des Kongressbeschlusses vom 52. Bundeskongress[5] in Leipzig, der vom 5. bis zum 7. April 2019 stattfand.

Was sagt dieser Beschluss? Antwort:

Ein Papagei könnte nicht besser alle Vorurteile gegen Homöopathie und Alternativmedizin zitieren.

Es sind die alten Vorbehalte, Halbwahrheiten und vollkommene Unwahrheiten beziehungsweise erfundene Geschichten, die die Grundlage für die Beurteilung der Homöopathie und Alternativmedizin abgeben und den damit verbundenen praktischen Konsequenzen.

Eine ganz alte Geschichte ist der angebliche Placeboeffekt, da ja homöopathische Präparate so verdünnt seien, dass kein Molekül der Wirksubstanz übrig bleibe. Und wo es keine Moleküle gibt, da kann es angeblich auch keine Wirkung geben.

Diese bornierte Sichtweise erinnert mich an das Weltbild im Mittelalter, wo die Leute die Erde als Scheibe wahrnahmen und sie deshalb für eine Scheibe hielten. Denn wenn sie eine Kugel gewesen wäre, dann würden die Leute links und rechts runterfallen. Also ist sie eine Scheibe, weil keiner runter fällt.

Diese sich ewig wiederholende Kritik an der Homöopathie bezieht sich immer nur auf den quantitativen Aspekt (wie viel Moleküle Wirksubstanz gibt es?) und niemals auf den qualitativen Aspekt (was für Moleküle wirken hier im welchem Zusammenhang?).

Und selbstverständlich finden die Grünen auch keine wissenschaftlichen Arbeiten, die die Wirksamkeit der Homöopathie belegt haben. Oder sollte ich schreiben: sie wollen keine Arbeiten finden?

Dafür hat aber die Wissenschaft angeblich festgestellt, dass es sich „aus wissenschaftlicher Sicht bei den meisten Homöopathika beziehungsweise Globuli um Zuckerkügelchen oder Tropfen ohne jeglichen Wirkstoffgehalt handelt“.

Das nenne ich doch mal vorurteilsfreie Wissenschaft!

Einen solch ausgewachsenen Unfug kann auch nur jemand schreiben, der Politiker und jung gleichzeitig ist. Macht nichts, Hauptsache man setzt die richtigen Signale für die Freunde in der Industrie. Schließlich will man ja im Leben weiterkommen.

Meine Sicht der Dinge dagegen habe ich ebenfalls kundgetan, allerdings nicht auf einen Kongress für Grüne, sondern in einigen Beiträgen:

In diesen Beiträgen finden die Skeptiker auch zahlreiche Belege und verweise zu Arbeiten die die Homöopathie stützen.

Laut wird auch der Vorwurf an die Homöopathie, schwer kranken Patienten eine wirksame Behandlung vorzuenthalten, wenn sie mit Homöopathie behandelt würden.

Da bin ich versucht zu sagen: Ach was? Mit Verlaub, da lache ich mich aber tot. Bei mir in der Praxis sitzen reihenweise Patienten, die der Homöopathie ihre Gesundheit zu verdanken haben. Und diese Patienten (zum Teil schwer chronisch krank!) waren schon bei den Herren und Damen der Tabletten-Verschreib-Liga (inklusive Uni-Kliniken).

Auch hier scheint den Grünschnäbeln entgangen zu sein, dass es sogar wissenschaftliche Studien gibt, die eine bessere Wirksamkeit einer homöopathischen Behandlung im Vergleich zur schulmedizinischen Behandlung zeigen konnten.

Selbstverständlich wird es einem Homöopathen schwer fallen, einen akuten offenen Knochenbruch oder einen Sehnenabriss nur mit Homöopathie behandeln zu können oder gar zu wollen. Es hat aber auch noch niemand ernsthaft ein solches Unterfangen in Erwägung gezogen.

Die Jungen Grünen unterstellen anscheinend unreflektiert, dass alles, was aus der Big-Pharmaindustrie kommt, der Heilige Gral der Heilkunde ist oder zu sein hat.

Alles, was da herkommt, wirkt; alles, was nicht da herkommt, ist unwirksam. Ich bewundere den wissenschaftlichen Tiefgang dieser Gedankenführung.

Was soll’s, man will ja im Leben weiterkommen.

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Wie wenig die Produkte der Pharmaindustrie taugen, das können Sie übrigens hier nachlesen:

Bei einer solchen eklatanten Fehlbeurteilung dessen, was real in der Schulmedizin und in der Alternativmedizin inklusive Homöopathie passiert, könnte man glatt auf den Gedanken verfallen, dass die Jungen Grünen nicht von diesem Planeten stammen, sondern dass es sich hier um grüne Männchen von einem anderen Planeten handelt.

Es wird noch absurder…

Es gibt noch weitere Angriffspunkte in diesem Beschluss, die an Irrationalität und Lächerlichkeit kaum zu überbieten sind.

Einer davon ist, dass die Homöopathie deswegen schlecht ist, weil sie die Schulmedizin diskreditiert. Und es gibt niemanden, der die Homöopathie diskreditiert? Ach so ist das.

Wozu haben wir in der Schule eigentlich Kant gelesen?

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! Wir denken selten bei dem Licht an Finsternis, beim Glück an Elend; bei der Zufriedenheit an Schmerz; aber umgekehrt jederzeit. Der ziellose Mensch erleidet sein Schicksal, der zielbewusste gestaltet es.“

Sind die Jungen Grünen deswegen schlecht, weil sie genau das mit der Homöopathie betreiben, was sie ihr vorwerfen?

Nächster Punkt: der unglaubliche Umsatz!

Noch so ein „lustiger“ Kritikpunkt ist der angeblich maßlose Umsatz, der mit der Homöopathie erzielt wird: Jährlich über 100 Millionen EUR!

Tja, und wie viel Umsatz erzielen die Freunde von der Hardcore-Pharmaindustrie? Dort sind 100 Millionen EUR gerade einmal die Portokasse, mit der man seine Geldstrafen aufgrund von Verstößen gegen gesetzliche Auflagen bezahlt: Die „bösen Buben“ der Pharmaindustrie beim Schummeln erwischt. Glaxo bezahlte 2012 3 Milliarden USD aufgrund von kriminellem Fehlverhalten und zivilrechtlichen Vergehen in Bezug auf verschreibungspflichtige Medikamente der Firma, unter anderem Avandia. Vor diesem Hintergrund machen die Jungen Grünen den Umsatz von 100 Millionen zu einem Politikum?

Dies zeigt, wie grün die Grünen Jungen hinter den Ohren sind, dass man hier überhaupt keinen Blick für die Verhältnismäßigkeit hat. Und Umsatz machen und verkaufen, das ist eine Eigenschaft/Tätigkeit, die ausnahmslos von jedem betrieben wird. Nur die Homöopathie soll davon ausgeschlossen sein? Ja, so wird Politik im Jahr 2019 betrieben…

Der Katalog der Forderungen

Und das fordern die Jungen Grünen:

Keine Erstattung nicht-evidenzbasierter Behandlungsmethoden durch Krankenkassen. Meine Anmerkung: Damit müsste fast die gesamte Chirurgie ebenfalls abgeschafft werden, denn ca. 85% aller chrirurgischen Verfahren sind NICHT-evidenzbasiert!

Keine Sonderstellung für Homöopathika: Zulassung neuer Medikamente nur auf wissenschaftlicher Basis (Pharmaprodukten müsste dann die Zulassung verweigert werden, da die wissenschaftliche Begutachtung fast ausschließlich von den Firmen selbst beigebracht wird, was wissenschaftlich nicht vertretbar ist)

Behauptungen zur Wirksamkeit von Medikamenten müssen wissenschaftlichen Standards entsprechen und überprüft werden (Da gibt es Heulen und Zähneknirschen bei einer Unmenge an pharmazeutischen Präparaten)

Klare Deklaration der Inhaltsstoffe homöopathischer Mittel und ihrer Konzentration (Mir ist nicht klar, was an der Deklaration mangelhaft sein sollte. Sowohl der Ausgangsstoff, sowie die Potenz ist auf jedem Mittel angegeben. Dazu gibt es genau Vorschriften, die u.a. im HAB geregelt sind.)

Kein Verkauf und keine Verschreibung homöopathischer Mittel ohne Aufklärung der Patient*innen über die nicht-nachweisbare Wirksamkeit (Ein uraltes Argument. Es gibt keine Beweise zu Unwirksamkeit der Homöopathie)

Erhöhte Aufklärung über Grundlagen medizinischer Forschung und pseudowissenschaftlicher Behandlungen (Weite Teile Schulmedizin beruhen auf Thesen zur Wirksamkeit der eingesetzten Medikamente, die nicht letztlich wirklich „gesichert“ sind – jedenfalls nicht so, wie sich das manche vorstellen oder wünschen. Beispiel: Statine, Antidepressiva, Alzheimer-Medikamente, sowie zahlreiche weitere Medikamente. Über 85% der Operationsverfahren sind nicht evidenzbasiert gesichert, siehe auch mein Beitrag: unnötige Operationen.)

Bessere Vergütung sprechender Medizin in der (haus-)ärztlichen Versorgung sowie eine verbesserte Weiterbildung der Ärzt*innen in diesem Bereich. (Ich wusste nicht, dass Medizin auch sprechen kann. Handelt es sich hier um eine evidenzbasierte Aussage? Oder gibt es Fälle auf dem Planeten der grünen Männchen, wo dies der Fall ist?)

Förderung der Forschung über einen ethischen Einsatz von Placebos in der medizinischen Praxis (Es gibt keinen Grund, Placebos in der Medizin einzusetzen, außer bei entsprechend strukturierten klinischen Studien. Leider gibt es nur zu viele schulmedizinische Medikamente, die über eine Placebowirkung nicht hinauskommen, sei es Impfungen, eine Reihe von Chemotherapeutika, Antidepressiva und einige mehr – aber die werden schön weiter erstattet und vor allem verordnet…)

Fazit

Resigniert könnte man jetzt feststellen: Was soll’s? Man will ja im Leben weiterkommen…

Aber wir wollen nicht resignieren, sondern wir müssen jetzt alle dringend agieren!

Am wirkungsvollsten ist es, wenn wir unsere Stimme erheben. Hierzu erscheint es mir derzeit folgende Petition am erfolgreichsten zu sein:

Das ist zumindest mal ein „Zeichen“. Denn wenn Sie Ihre Ansichten und Überzeugungen nicht kundtun, dann werden die Kräfte der Hardcore-Anti-Naturmedizin die Oberhand gewinnen.

Noch „beeindruckender“ ist es, wenn Sie an Abgeordnete direkt schreiben. Eine Liste der Bundestagsabgeordneten finden Sie hier:

Sie können dort zum Beispiel die Fraktion der Grünen auswählen und den einzelnen Abgeordneten eine E-Mail senden.

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Quellen:

Die Schweiz, Universität Basel. Diese Universität hat beschlossen, eine Stiftungsprofessur für Komplementärmedizin (Alternative Medizin) einzurichten.

Eine ähnliche Institution gab es bereits seit dem Jahr 2002 in der Universität von Exeter, Großbritannien, wo ein Professor namens Edzard Ernst einen Lehrstuhl für Komplementärmedizin bis 2011 innehatte.

Herr Ernst wurde schnell dafür bekannt, als „Professor für Alternativmedizin“ mit mehr als merkwürdigen Methoden und Argumenten gegen eben diese Alternativmedizin zu polemisieren: Der Chefkritiker vom Dienst: Warum man Ernst nicht ernst nehmen kann.

Jetzt also soll eine vergleichbare Institution in der Universität Basel eingerichtet werden.

 

Bezahlt wird der Lehrstuhl von „anthroposophischen Kreisen“. Eine Schweizer Zeitung[1] weiß zu berichten, dass ein Naturwissenschaftler aus der Universität Freiburg, Prof. Carsten Gründemann, den Lehrstuhl übernimmt, der auf zunächst fünf Jahre befristet ist.

Die offizielle Bezeichnung ist „translationale Komplementärmedizin“. Das Budget für diese fünf Jahre beträgt 3 Millionen CHF. Den größten Teil dieses Budgets wird von einer in der Schweiz bekannten Mäzenin, Beatrice Oeri, bereitgestellt, nämlich 1 Million CHF. Interessant ist, dass Frau Oeri[2] und ihre Familie aus der Gründerfamilie des Pharmariesen Roche kommen und zu den Milliardären unter den reichen Leuten dieser Welt zählen.

Weitere Unterstützer dieses Lehrstuhls sind der Kosmetik- und Pharmakonzern Weleda mit 575.000 CHF, Software AG mit 550.000 CHF, Wala Heilmittel mit 100.000 CHF und weiteren 575.000 CHF von anderen anthroposophischen Institutionen.

Die Freude in der Universität Basel über diese Neuerungen ist allerdings gedämpft und geteilt. Bei der Fakultätsversammlung gab es angeblich hitzige Diskussionen unter den Mitgliedern. Dennoch wurde der neue Lehrstuhl mit 34 positiven Stimmen bestätigt, allerdings bei 21 Enthaltungen und einer Gegenstimme. Laut Angaben der Zeitung ist dies ungewöhnlich, da in der Regel ähnliche Beschlüsse mit nur sehr wenigen Gegenstimmen oder Enthaltungen verabschiedet werden.

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Zum Ärger der Wissenschaftler

Angeblich gibt es Bedenken im Biozentrum der Universität. Man betrachtet die Einführung dieses Lehrstuhls als eine „Provokation“. Denn aus Gründen, die ich nicht verstehe, bedeutet die Einführung eines alternativmedizinischen Lehrstuhls gleichzeitig auch eine Degradierung der Bedeutung des eigenen Tuns im Biozentrum, weil man jetzt mit „Globuli-Kügelchen-Wissenschaftlern“ gleichgesetzt würde. So wie die Zeitung die Situation beschreibt, glaubt man im Biozentrum, dass nur die allmächtige Schulmedizin und deren „Wissenschaft“ einen Platz an der Universität haben solle.

Interessanterweise scheinen sich die Gegner gegen den neuen Lehrstuhl nicht zutrauen, ihren Unmut und ihre Gegnerschaft in der Öffentlichkeit kundzutun und zu diskutieren. Dafür wird dann sehr wahrscheinlich der neue Lehrstuhlinhaber Unmut und Gegnerschaft mit voller Macht zu spüren bekommen, wenn er seinen Job antritt. Warum eigentlich das alles, wenn man doch auf dem Tugendpfad der allein richtigen Wissenschaft wandelt?

Ein Abteilungsleiter der Pharmazie der Uni fand sich zu einer öffentlichen Erklärung bereit. In dieser äußerte er, dass „in gewissen Forschungszweigen der naturwissenschaftlichen Qualität eine generelle Skepsis besteht zumindest gegenüber Teilen der Komplementärmedizin. Sie seien nicht vereinbar mit der naturwissenschaftlichen Forschung“. Seine Abteilung jedoch befürwortet den neuen Lehrstuhl.

An dieser Stelle muss ich sagen, dass es für Naturwissenschaftler keinen Grund gibt, alternativmedizinische Aspekte abzulehnen, da diese sich primär, wie die Naturwissenschaften auch, mit biologischen Systemen befassen. Wer hier Grund hat, eine ablehnende Haltung einzunehmen, das sind Naturwissenschaftler, die nicht aus der Naturwissenschaft, sondern aus der Medizin kommen und sich der medizinischen Wissenschaft verschrieben haben.

Naturwissenschaft und medizinische Wissenschaft weisen signifikante Unterschiede auf. Eine Charakterisierung der medizinischen Wissenschaft und ihrer Tücken hatte ich bereits ausführlich diskutiert: Unsere Schulmedizin – Die einzig wahre Wissenschaft?

So kann man in dem Beitrag der Zeitung auch keine wirklich nachvollziehbaren Kritikpunkte gegen die Einführung dieses alternativmedizinischen Lehrstuhls finden. Es sei denn, man betrachtet den Unmut der schulmedizinisch ausgerichteten Professoren bereits als Kritik. Die Zeitung selbst scheint die finanzielle Unterstützung von anthroposophischen Instituten, alternativmedizinisch ausgerichteten Firmen und spendierfreudigen Milliardären als einen Makel anzusehen.

Immerhin erfahren wir, dass die anthroposophische Medizin „seit Jahren versucht, universitäre weihen zu erhalten“. Wie macht sie das? Antwort: Sie finanziert Lehrstühle. Und weil das so ist, werden hier „Wissen und Glauben miteinander vermengt“.

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Zur Frage von Finanzierung und Vermengung von Wissen und Glauben im Bereich der Schulmedizin hatte ich bereits einiges an Beiträgen gebracht. Das was hier der anthroposophischen Medizin vorgeworfen wird, ist nur ein Abglanz dessen, was im Pharmabereich und in der Schulmedizin schon fast Tagesgeschäft geworden ist. Nur keiner redet mehr drüber. Man fängt nur dann an, darüber zu reden, wenn man alternative Heilmethoden mit diesem Dreck bewerfen kann.

Doch wie es in Wahrheit aussieht, will man (wieder einmal) nicht sehen und hören:

Aus diesen Beiträgen wird ersichtlich, welche Mengen an Geldern von der Pharmaindustrie an verschiedene Institutionen fließen, nicht nur Universitäten[3], sondern auch Ärzte, Regierungsinstitute etc., damit der Weg für die Interessenlage der Pharmaindustrie geebnet wird.

Hier sind 3 Millionen CHF oder Dollar gerade mal ein Bruchteil der Portokasse.

Aber, wenn man mit solchen Berichten der Naturheilkunde an den Karren fahren kann, dann werden auch schon mal vergleichsweise geringe Beträge von 3 Millionen zu Unsummen (denn für die meisten von uns sind 3M der Jackpot im Lotto!), die die Fragwürdigkeit eines solchen Lehrstuhls dokumentieren.

Dass auf der anderen Seite Milliarden an Geldern für das Geschäft mit der Chemie fließen, die von der Pharmaindustrie kommen, kümmert dabei diese Leute nicht. Man sieht also, wie ausgewogen diese Wissenschaft zu sein scheint, die auch in diesem Bereich den Splitter im Auge des Anderen sieht, jedoch nicht den Balken im eigenen Auge.

Kein Wunder also, dass diese Art der Wissenschaft zu Ergebnissen kommt, die nur „Durchbrüche“, aber keine Heilung für ihre Patienten bereithält. Wenn diese Wissenschaft etwas taugen würde, dann sähen die statistischen Zahlen zu Morbidität und Mortalität der ihr anvertrauten Patienten deutlich anders aus: Schulmedizin dritthäufigste Todesursache.

Fazit

Es wird bald einen Lehrstuhl für anthroposophische Medizin an der Universität Basel geben.

Sehr wahrscheinlich wird der Lehrstuhlinhaber, ein Professor aus der Universität Freiburg, kein Abziehbild von Edzard Ernst sein, sondern seine Berufung dazu nutzen, ernstzunehmende Resultate auf seinem Fachgebiet zu produzieren und nicht, wie Ernst, seine Position dazu nutzen, die Alternativmedizin zu diskreditieren.

Vieles spricht dafür, dass dem so sein wird, denn die schulmedizinisch ausgerichteten Wissenschaftler an der Uni scheinen eher einen Edzard Ernst als diesen neuen Kollegen zu bevorzugen – wenn Alternativmedizin als Wissenschaft unbedingt sein muss.

Der neue Lehrstuhlinhaber wird es nicht leicht haben, so viel kann man jetzt schon voraussagen. Ich jedenfalls wünsche viel Erfolg!

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Quellen:

Cannabisöl (CBD-ÖL), Hanföl, Marihuana.

Das sind drei Begriffe, die gerne sehr undifferenziert genutzt werden, um Cannabis in einem sehr ungünstigen Licht, nämlich als Rauschgift, darzustellen und von seiner Verwendung abzuraten, bzw. dieses zu verbieten.

Und so sieht es heute geradezu lächerlich aus, wenn Geschäfte zum Beispiel das Cannabisöl verkaufen wollen. Dazu gleich mehr…

 

Ich hatte zur Wirksamkeit, gerade bei Krebserkrankungen und deren mögliche Prophylaxe, eine Reihe von Beiträgen verfasst.

Die Ergebnisse von wissenschaftlichen Untersuchungen zu diesem Thema waren mehr als überzeugend, sodass man die fehlende Resonanz dazu kaum verstehen kann. Bei ähnlichen Szenarien, wo die Pharmaindustrie eine ihrer zumeist fragwürdigen „Durchbrüche“ der Öffentlichkeit präsentiert, gibt es den entsprechenden Medienrummel ohne Ende.

Nicht so bei Cannabis und seinen positiven Wirksamkeiten, die man vielleicht schon als „Durchbruch“ ansprechen könnte:

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Cannabis – Man muss genau unterscheiden von welchen Wirkstoffen wir eigentlich reden!

Nur noch einmal kurz zur Erinnerung: Cannabis ist kein Rauschgift per se.

Es enthält eine Reihe von Substanzen von denen nur eine Substanz eine potente berauschende Wirkung ausübt: das Tetrahydrocannabinol (THC).

Extrakte von Cannabidiol (CBD) dagegen sind therapeutisch und prophylaktisch wirksam, ohne ein psychoaktives Potenzial zu besitzen.

Cannabisöl oder Hanföl zum Beispiel wird aus dem Samen der Hanfpflanze gewonnen und enthält praktisch kein THC und ist somit auch nicht psychoaktiv.

Haschischöl dagegen wird aus den Blütenständen der Hanfpflanze gewonnen und enthält bis zu 20 Prozent (teilweise auch bis zu 70 Prozent) THC, was es zu einem Rauschmittel werden lässt.

Damit sollte klar werden, dass die Eigenschaft von Cannabis als Rauschmittel primär von seinem THC-Gehalt bestimmt wird. Ohne THC beziehungsweise mit nur minimalen Spuren der Substanz ist Cannabis ebenso wenig ein Rauschgift wie z.B. Spirulina, Chlorella etc.

dm und Rossmann und der CBD-Öl-Tanz

Die Drogerieketten dm und Rossmann hatten ein Cannabidiol-Öl (CBD-Öl) in den Regalen stehen, welches 2018 von beiden ohne große Werbemaßnahmen mit ins Sortiment aufgenommen worden war. Laut „Utopia.de“ verschwand bei beiden das CBD-Öl, um nach nur wenigen Wochen wieder in den Regalen aufzutauchen.

Der aktuelle Stand scheint zu sein, dass dm inzwischen überhaupt kein Öl mehr anbietet. Anscheinend bot der Drogeriemarkt auch CBD-Kaugummis an, die ebenfalls nicht mehr erhältlich sind.

Rossmann dagegen hat sein CBD-Öl seitdem nicht mehr aus den Regalen verbannt.

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Man fragt sich: Was steckt hinter dieser „rein ins Regal – raus aus dem Regal“-Aktion?

Der Grund dafür sollen angeblich rechtliche Probleme sein. Bei der ersten Regal-Verbannung waren es angeblich zu hohe Konzentrationen an THC, die das Öl zum Rauschgift werden ließen. Der Grenzwert für THC, der in Cannabis-Produkten erlaubt ist, beträgt 0,2 Prozent.

Die dm-Produkte zeigten einen THC-Gehalt, der knapp über dem erlaubten Grenzwert lag. Der Hersteller dieses Öls, Limucan, erklärte, dass diese Überschreitung im Mikrogramm-Bereich lag. Da zudem die Grenzwerte so weit nach unten gedrückt sind, würde eine Überschreitung von wenigen Mikrogramm keine physiologisch relevanten Effekte mit sich bringen.

Nachdem die Behörden also durch mikroskopisch kleine Grenzwerte sichergestellt haben, dass nicht die Bevölkerung, sondern die pharmazeutische Industrie vor der Konkurrenz natürlicher Produkte geschützt wird, folgt der nächste Schritt, der sicherstellt, dass hier keine unliebsame Konkurrenz groß wird. Und das ist die „Novel Food Verordnung“. Ich berichtete bereits über diesen traurigen „Witz“ im Zusammenhang mit Heilpilzen: Heilpilze stehen auf der Abschussliste der Pharmaindustrie.

Diese Verordnung gibt vor, die Verbraucher vor angeblich „schlimmen“ Lebensmitteln zu schützen, wie zum Beispiel Cannabisöl oder Heilpilzen. Denn Cannabisöl beziehungsweise Hanfextrakte wird/werden in diesem „Katalog für neuartige Lebensmittel“ gelistet.

Und das bedeutet, dass diese Lebensmittel als „nicht verkehrsfähig“ eingestuft werden, da sie keine „Verzehrtradition“ besitzen. Und das wiederum heißt, dass ein „ordnungsgemäßer“ Verkauf von einer Zulassung abhängig ist.

Spätestens hier haben die Behörden der Lebensmittel- und Pharmaindustrie den Bärendienst erwiesen, wofür sie von uns bezahlt werden: Ein Zulassungsverfahren ist so kompliziert und teuer, dass natürliche Substanzen, auf die man (bislang) auch noch nicht einmal ein Patent anmelden kann (Gott sei’s gedankt), im Verkauf so unendlich teuer würden, dass niemand sie kaufen würde.

Ohne Zulassung also kein Verkauf, gleichgültig, ob das Produkt gesundheitlich wertvoll ist oder nicht. Oder sollte ich es vielleicht so formulieren: Je wertvoller ein natürliches und damit kaum patentierbares Produkt für die Gesundheit ist, desto mehr Hürden bauen die Behörden auf, damit so ein Produkt nicht zur Konkurrenz von Pharmaprodukten wird.

Rossmann, das Schlitzohr

dm hat entschlossen, die Produktpalette mit Cannabisöl/CBD-Öl nicht mehr anzubieten und hat alles aus den Regalen genommen. Rossmann dagegen vertreibt sein CBD-Öl auch weiterhin. Hat Rossmann jetzt die Absolution bekommen, weil sein Öl frei von THC ist? Wie es aussieht, ist dem nicht so.

Vielmehr hat Rossmann eine Lücke in den Maschen des pharmafreundlichen Gesetzes gefunden. Man hat einfach in der Packungsbeilage das Kapitel gestrichen, in dem erklärt wird, wie das Öl einzunehmen ist. Stattdessen empfiehlt Rossmann, „das Öl aufs Kissen zu tropfen“. Und bislang gibt es keine gesetzliche Handhabe, mit der man die Versorgung von Kopfkissen mit Cannabis-Öl untersagen kann.

Die alte Einnahmeempfehlung von Rossmann lautete, dass Öl unter die Zunge zu tropfen, was einer oralen Einnahme gleichkommt und damit der gesamten Wucht gesetzlicher Strenge zum Opfer fällt.

Des Weiteren nimmt Rossmann auch Abstand von der Versuchung, sein CBD-Öl werbewirksam durch „Heilversprechen“ an den Mann zu bringen.

Was Cannabisöl/Cannabidiol für die Gesundheit und gegen Krankheit zu leisten imstande ist, das habe ich auf den bereits weiter oben aufgeführten (verlinkten) Beiträgen ausführlich diskutiert. Aber laut Heilmittelwerbegesetz ist es nicht zulässig, diese Wirksamkeiten als Verkaufsargument zu benutzen.

Prinzipiell sehe ich das als positiv an, da der Einsatz derartiger Marketingmittel die Gesundheit beziehungsweise Krankheit als Mittel zur Umsatzsteigerung her nimmt.

Aber auch hier möchte ich davor warnen, sich zu früh zu freuen. Denn von Seiten der Behörden wird dieser Umstand nur zu offensichtlich dazu benutzt, den Verkauf von natürlichen Substanzen zu verhindern. Dafür sprechen die Zusatzmaßnahmen, die neben den Anforderungen seitens des Heilmittelwerbegesetzes zur Geltung kommen, also extrem niedrige Grenzwerte für THC, Zulassungsverfahren für seit Jahrmillionen bestehende natürliche Substanzen etc.

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Fazit

Offensichtlich brauchen wir unsere hochgeschätzten Behörden, damit sie die allerseits bekannt leichtsinnige Bevölkerung vor dem Kauf von solchem (angeblichem) Teufelszeug bewahrt.

Da werden schnell homöopathisch dosierte Überschreitungen von homöopathisch aufgestellten Grenzwert-Konzentrationen zur Begründung eines Verkaufsverbots. Und ich dachte immer, dass man in den Kreisen der Anhänger der „medizinischen Evidenzbasiertheit“ davon überzeugt ist, dass homöopathische Dosierungen unwirksam seien?

Daher die Frage, warum so geringe Dosierungen und deren geringfügige Überschreitung plötzlich den Bestand der gesamten Menschheit bedrohen und daher aus dem Verkehr gezogen werden müssen? Und: Welche evidenzbasierte Studie hat gezeigt, dass dem so ist?

Wir hatten bereits an vielen anderen Stellen sehen können, dass Grenzwerte und deren Bestimmung nichts anderes ist als ein behördlich durchgeführtes Roulettespiel. Ernst nehmen kann man dies nicht. Ernst nehmen muss man dagegen die daraus entstehenden traurigen Konsequenzen.

Fazit vom Fazit

Mich wundert gar nichts mehr. Es geht doch gar nicht mehr um unsere Gesundheit, sondern um den Profit und die Sicherung von Pfründen. Beste Belege: Die Tricks der Agrarlobby – Die Dummen: wir Verbraucher.

Und wenn man uns schützen wollte, dann würde man endlich mal die Umweltgifte begrenzen, die man uns täglich auf dem Tisch serviert. Stattdessen steigen Pestizide, Herbizide usw. seit Jahrzehnten – siehe mein Beitrag: Noch nie war das Essen so giftig wie heute!

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