„Wir werden immer dümmer!“: Dieser etwas dümmlich wirkende Spruch stammt von einem jungen britischen Anthropologen, Edward Dutton, der behauptet, dass der IQ-Quotient in Europa in den letzten 20 Jahren kontinuierlich abgenommen hat, und wir auf absehbare Zeit ein intellektuelles Niveau erreichen werden, das keine weiteren „zivilisatorischen Errungenschaften“ mehr zulässt.

Edward Dutton belegt dies in einer im Jahr 2016 veröffentlichten Studie: The negative Flynn Effect: A systematic literature review. Wie es aussieht, nimmt der IQ-Wert der Kinder alle zehn Jahre um zwei Punkte ab.

Neben dem Abnehmen des IQs innerhalb der neuen Generation von Kindern taucht parallel dazu ein weiteres Phänomen auf. Und das ist eine bedrohlich wirkende Zunahme von ADHS und Autismus. Dies scheint insbesondere für die USA zuzutreffen. So gibt es Zahlen, die zeigen, dass in Kalifornien die Zahl autistischer Kinder zwischen 1990 und 2001 um 600 Prozent zugenommen hat. Ähnliche Zahlen gibt es auch für andere Gebiete in den USA.

 

Die Ursachen für diese steigende Tendenz werden naturgemäß je nach Interessenlage unterschiedlich bewertet. Das beliebteste Argument der offiziellen „Wissenschaft“ ist die verbesserte Diagnostik für ADHS und Autismus, mit deren Hilfe heute mehr Fälle diagnostiziert werden als dies früher der Fall war.

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Auf diese Weise hat man die statistische Zunahme der Fälle in ein Problem der Diagnostik verwandelt. Dass solche Zusammenhänge uminterpretiert und vor allem manipuliert werden, wenn sie möglicherweise in einem Zusammenhang mit Impfungen stehen, das hatte ich bereits in diesem Beitrag diskutiert: Autismus – Irrungen, Widersprüche und Ungereimtheiten.

Die weniger industriefreundlichen Wissenschaftler, die dieses Phänomen untersucht haben, konstatieren zwar, dass die modernen Diagnosen zu dieser Steigerung beigetragen haben könnten, dieser Beitrag aber bestenfalls ein Drittel dieser 600 Prozent ausmachen. Zwei Drittel der Zunahme beruht auf anderen Faktoren.

Jodmangel und IQ

Im Jahr 2011 veröffentlichte ich einen Gastbeitrag von Dr. Leuchte mit dem Titel: Jodmangel oder industrielle Interessen in Deutschland? Diesem Beitrag wäre nichts zuzufügen, wenn es nicht einen speziellen Jodmangel gäbe, den Jodmangel bei Müttern. Jodmangel vor und während der Schwangerschaft bei der Mutter scheint mit einem niedrigen IQ-Wert des Kindes assoziiert zu sein.

Die Entwicklung des Gehirns während der Schwangerschaft scheint eng mit dem reibungslosen Funktionieren von Schilddrüsenhormonen zusammenzuhängen, was durch einen Jodmangel nicht mehr gewährleistet ist. Aber nicht nur das. Es gibt inzwischen auch Grund zu der Vermutung, dass Jod durch andere Elemente im Periodensystem ersetzt wird, die zur gleichen Klassifizierung wie Jod gehören. Und das sind Fluor, Chlor und Brom.

Verbindungen mit diesem drei Elementen gibt es im Alltag zuhauf. Wir finden sie in Pestiziden, Flammenschutzmitteln, Anti-Haft-Beschichtungen etc., die mehr oder weniger konzentriert in und auf Dingen des täglichen Lebens vorkommen, wie Fernsehgeräte, Computer, Möbel, Matratzen, Kochgeschirr, Handys, Kleidung, Sprays und sogar in unserem Essen und dem Essen unserer Kinder/Babys.

Ich hatte hierzu einige Beiträge verfasst, die sich aus etwas anderer Perspektive mit dem gleichen Thema beschäftigt hatten:

  • Weichmacher: Eine Belastung – aber wir müssen mit diesem „Dreck“ leben
  • Unsere Körper werden zu Plastik. Das war (leider) ein Beitrag, für den sich kaum jemand zu interessieren schien! Eine im Mai 2017 veröffentlichte Studie von Brenda Eskenazi et al. (Prenatal Residential Proximity to Agricultural Pesticide Use and IQ in 7-Year-Old Children. – PubMed – NCBI) konnte zeigen, dass die Belastung von Müttern und Kindern mit Pestiziden in landwirtschaftlichen Gebieten zu einer Senkung des IQ-Werts von 2,2 Punkten führt. Die Autoren dieser Studie führen den Einfluss der Pestizide auf den IQ-Wert der Kinder zurück als eine Folge einer Belastung der Mutter während der Schwangerschaft. Ironie dieser Geschichte ist – oder sollte ich besser sagen: Zynismus dieser Geschichte? – dass die in der Werbung gepriesene Sicherheit der Flammschutzmittel kaum realistischen Ansprüchen gerecht wird. Oder mit anderen Worten: Wir vergiften uns selbst und unsere Kinder ausschließlich zum Wohle und Nutzen der Industrie, die diese Produkte in unser Leben wirft.
  • Die gleiche Autorin und ihre Kollegen haben im Dezember 2017 eine ähnliche Auswertung für die Belastung mit Flammenschutzmitteln vorgenommen: Current-use flame retardants: Maternal exposure and neurodevelopment in children of the CHAMACOS cohort. – PubMed – NCBI. Auch hier zeigte sich, dass eine Belastung während der Schwangerschaft den Neugeborenen eine Abnahme des IQ-Wertes von 2,9 Punkten mit auf den Lebensweg gab.
  • Diese fluor-, chlor- und/oder bromhaltigen Substanzen unterminieren die Schilddrüsenfunktion und führen somit zu einer Art „simulierten Jodmangel“, der für den sich entwickelnden Fötus katastrophale Folgen hat. Vor allem sind Pestizide hier besonders gefährlich, da sie eigens entwickelt wurden, um die Gehirnfunktion von lebenden Organismen anzugreifen und somit diese zu eliminieren.

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Das tägliche Bad in der chemischen Brühe

Aber Flammschutzmittel scheinen nicht nur für unsere ungeborenen Kinder nachhaltig schädigend zu sein. Denn die bereits lebenden, erwachsenen Zeitgenossen, scheinen einem signifikant erhöhten Risiko für Schilddrüsenkrebs ausgesetzt zu sein.

Ursache hierfür ist wieder die biologische/biochemische Verwandtschaft dieser Substanzen mit den Schilddrüsenhormonen, zwischen denen die Schilddrüse nicht mehr unterscheiden kann, besonders wenn die Konzentration der Flammschutzmittel in der Umwelt (als Staub und/oder Gas) Überhand nimmt (Flame retardants and increased risk of thyroid cancer | Nature Reviews Endocrinology).

Die Autorin, Barbara Demeneix, Biologin und Expertin für Endokrinologie an der Sorbonne Paris, erklärt an anderer Stelle, dass wir heutzutage von einer Unzahl an Chemikalien bombardiert werden, die alle einen Einfluss auf unsere Hirnaktivitäten beziehungsweise auf die Hirnentwicklung bei Embryonen und Feten haben, für die es aber keine wissenschaftlichen Untersuchungen zur Unschädlichkeit und Unbedenklichkeit gibt.

Vor allem der Einfluss auf die Aktivität der Schilddrüsenhormone ist mehr als wahrscheinlich, worüber sich niemand in der Industrie bislang irgendwelche Gedanken gemacht hat. Und dementsprechend viel Chemie haben wir in entsprechend vielen Produkten um uns herum, wie: Kosmetika, antibakterielle Seifen, Waschmittel, Plastikprodukte, Anti-Haft-Beschichtungen, Verpackungen und viele andere Sachen mehr.

Auch hierzu hatte ich bereits einen Beitrag verfasst und der sich mit Fluor, Karies und der sich daraus ergebenen Dummheit beschäftigt: Fluor: Zähne gut, Intelligenz mangelhaft. Macht zu viel Fluorid dumm?

Die dummen Argumente der Chemieindustrie

Wenn man die Argumente der Chemieindustrie für ihre Produkte analysiert, dann könnte der Eindruck entstehen, dass die Abnahme der IQ-Werte hier bereits signifikante Früchte getragen hat. Denn die chemische Industrie sieht per Definition ihre Kreationen erst einmal als unbedenklich und unschädlich an.

Man denkt hier also überhaupt nicht daran, das eigene Treiben kritisch zu hinterfragen. Wenn unabhängige Wissenschaftler dann mit entsprechenden harten Daten das Gegenteil beweisen, dann wird die chemische Industrie aktiv und produziert entsprechend gekaufte Studien, die das beweisen, was man gerne weiterhin teuer verkaufen will.

So ist die Diskussion um die Neuzulassung von Glyphosat zu einem leuchtenden Beispiel für diese Vorgehensweise entartet. Damit das Herbizid um einige Jahre weiter auf dem europäischen Markt zugelassen werden kann, sind entsprechende Manipulationen bei der Bewertung der Substanz erfolgt: Gekaufte Wissenschaft: Neue Untersuchung belegt Manipulationen bei der Bewertung von Glyphosat. Hierzu auch die dazu veröffentlichte Studie: Glyphosat_und_Krebs_Gekaufte_Wissenschaft_D-2.pdf

Damit hat man mit Unterstellungen, unbewiesenen Annahmen und manipulierten wissenschaftlichen Dokumenten dafür Sorge getragen, dass die oberste Priorität der Industrie, das Geschäftemachen, nicht gestört wird.

Und die Lobbyisten der chemischen Industrie, in diesem Fall Monsanto für Glyphosat, haben dafür Sorge getragen, dass die Zulassungsbehörden sich ihrer Meinung angeschlossen haben. Mit von der Partie war hier auch das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung).

Dieses Institut bewertet jetzt ein nur zu offensichtlich hoch potentes Toxin als „unbedenklich“, warnt aber gleichzeitig vor den toxischen Effekten von Vitaminen, wenn diese nicht in Krümeldosierungen vorliegen (Grenzwerte für Vitamine – Deutschland macht sich lächerlich).

Na, dann wollen wir mal alle Vitamine meiden und jeden Tag einige Kilogramm risikobewertetes Glyphosat zum Wohle unserer Gesundheit vertilgen – wohl bekomm’s!

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Gesellschaftliche Trends verschärfen die Verblödung

Nun können wir unser Gehirn trotz widriger Stoffwechsel-Bedingungen trainieren wie unsere Muskeln auch. Ohne intellektuelle Reize bleibt die optimale Konstitution der neuronalen Strukturen nicht erhalten, sondern degeneriert sogar. Dies ist nicht nur neurologisch nachweisbar.

Psychologen bestätigen, dass die Fähigkeit komplexe Sachverhalte zu beurteilen schwächer wird, wenn wir uns überwiegend mit wenig anspruchsvollen Tätigkeiten beschäftigen.
Der Psychiater und Autor zahlreicher Bücher Hans-Joachim Maaz beklagt die zunehmende Fixierung vieler Menschen auf eine konsumorientierte Lebensweise.

Die Beschäftigung mit politischen und sozialen Themen kommt seiner Meinung nach immer mehr zu kurz. Grund dafür sind nach Meinung des Politologen Thomas Kliche die Globalisierung und die vielfältige globale Krisenlage. Die Menschen fühlen sich dadurch überfordert und irritiert, weil bisherige Ansichten nicht mehr gelten. Daher stecken sie lieber den Kopf in den Sand und wenden sich seichten Vergnügungen zu. Kliche sieht in diesen Tendenzen eine Entwicklung zu „kollektiver Bequemlichkeits-Verblödung“.

Nachteilig ist dies nicht nur für den Einzelnen. Die fatale Individualisierung, die mit einer Abflachung des politischen Verständnisses einhergeht, gefährdet letztlich auch den Bestand der Demokratie. Erkennbar ist dies am sich abzeichnenden Zerfalls Europas durch nationalistische Tendenzen.

Ein wichtiger Hinweis

Zu dieser Diskussion und rund um dieses Thema gibt es einen extrem empfehlenswerten Beitrag von ARTE, der bis zum 10. Januar 2018 auf der ARTE-Webseite abrufbar war. Für solche Beiträge zahle ich gerne Rundfunkgebühren (wenn die nur mal alle in solche Projekte liefen und nicht in die Taschen überbezahlter „Bürokratie-Wasserköpfe“ und deren „Pensionsleistungen“!).

Den Beitrag gibt es aber (dankenswerterweise) auf YouTube zu sehen: Umwelthormone – Verlieren wir den Verstand? – YouTube

Im Beitrag kommen die hier erwähnten Wissenschaftler ebenfalls zu Wort, ergänzt durch Beiträge anderer Wissenschaftler, die ebenfalls in diesem Bereich geforscht haben und zu sehr vergleichbaren, beängstigenden Ergebnissen gekommen sind.

Fazit

Unfassbar, was mit uns ge- und betrieben wird. Aber wir dürfen es auch nicht mit uns machen lassen!

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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

 

Dieser Beitrag wurde im Januar 2018 erstellt und letztmalig im Juni 2019 aktualisiert.

Ende März, Anfang April 2019 sendete ich folgenden Newsletter an meine Leserinnen und Leser. In diesem ging es mir um nicht weniger, als um Freiheit und Gesundheit.

Weiterlesen

Das Interview mit der Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek (kennt die jemand??), das ich in der „Süddeutsche Zeitung“ vom 29. Januar 2019 las [1], war mal wieder alter Wein in neuen Schläuchen.

Nichts Neues war, dass oberste Forscherin der Bundesregierung in Deutschland zum Kampf gegen den Krebs aufruft. Diesen Aufruf im „Kampf gegen Krebs“ höre ich seit meiner Kindheit (ich stamme ja aus einer Ärztefamilie). Als Jugendlicher glaubte ich tatsächlich noch an die ständigen Durchbrüche, Kampfansagen und Entwicklungen. Aber dazu gleich mehr.

Die entscheidende Frage ist doch zunächst: Warum ruft jemand zu etwas auf, dass sowieso schon andauernd aufgerufen wird?

 

Schon wieder ein „Aufruf gegen Krebs“

Der Aufruf ist nicht nur einfach ein Aufruf. Selbiger scheint der Zuckerguss zu sein, der über ein Projekt gegossen werden soll, das sich „Nationale Dekade gegen Krebs“ schimpft, und welches unlängst in Berlin vorgestellt wurde. Das Interview in der „Süddeutsche Zeitung“ erklärt, beziehungsweise will erklären, begründen, rechtfertigen etc., warum die Welt dieses Projekt dringend benötigt.

Die erste Aussage der Ministerin gibt die dringende Begründung dafür ab, dass so ein Projekt noch dringender notwendig ist. Denn, so sagt sie, ist Krebs in Deutschland immer noch die zweithäufigste Todesursache. Und dass Krebs ja Angst macht. Und dass das langfristige Ziel „Heilung“ heißt.

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Wenn das stimmt (leider besteht daran kein Zweifel, dass Krebs die zweithäufigste Todesursache ist), dann frage ich mich, was hat die Forschung diesbezüglich in den letzten 50 Jahren auf die Beine stellen können? Bislang sind wir von „Durchbrüchen“ ohne Ende überschwemmt worden, mit dem Erfolg, dass diese Durchbrüche die Todesursache Krebs auf Platz zwei katapultiert haben?

Und weil es so herrlich nicht funktioniert hat, brauchen wir ein neues Projekt, was nicht viel anders zu sein scheint, als all die anderen alten Projekte auch.

Schön auch zu lesen, dass in diesem Zusammenhang der Begriff „Heilung“ fällt. Alles relativiert sich natürlich dann, wenn man das Wörtchen „langfristig“ dazu fügt. Das soll dem Leser klarmachen, dass es so einfach dann doch nicht ist. Und weil es nicht so einfach ist, brauchen wir ein Projekt. Und das Projekt kostet Geld. Das Geld kommt vom Steuerzahler. Kapiert? Denn der zahlt gerne, wenn er das Wort „Heilung“ hört. Schließlich will jeder Heilung, oder etwa nicht? Wer also gegen dieses Projekt sein sollte, der ist dann wohl auch gegen „Heilung“…

Lieber Steuerzahler, du finanzierst hier ein Projekt, das praktisch genau das macht, was andere Projekte ebenfalls so herrlich erfolglos gemacht haben, nur diesmal etwas anders und vor allem langfristig.

Ganz toll sehen dann die sogenannten „Zwischenziele“ aus. Sie machen gleichzeitig klar, dass das langfristige Ziel Heilung sehr wahrscheinlich irgendwann mal im Jahr 10.053 erreicht wird. Bis dahin müssen wir halt lernen, „besser mit Krebs leben zu können, mehr Lebensqualität für die Erkrankten und die Angehörigen zu erreichen“. Richtig! Mit Krebs leben statt Krebs heilen (was erst im Jahr 10.053 möglich ist) stellt man sicher, einen Dauerkunden/Patienten zu kreieren, der für das Marketing der Pharmaindustrie besonders interessant ist.

Damit wissen wir jetzt schon gleich nach der ersten Frage, was mit der „Vision zur Nationalen Dekade“ wirklich gemeint sein könnte.

Vision und Vorgehensweise

Jetzt sollte man meinen, um Heilung in 10.053 zu erzielen, würde die Vision empfehlen, die Forschung in Richtung all dessen zu intensivieren, was bislang offensichtlich versäumt worden ist. Dazu gehört auch die Tatsache, dass aus unerfindlichen Gründen der Organismus selbst in der Lage ist, maligne Zellen zu eliminieren.

Bislang scheint niemand wirklich zu wissen, wie er dazu in der Lage ist. Bislang scheint auch niemand wirklich wissen zu wollen, warum er dazu in der Lage ist. Denn mit einem solchen Wissen würden natürliche Alternativen bei der Bekämpfung von Krebserkrankungen einen ganz anderen Stellenwert erhalten. Und so etwas ist potenziell geschäftsschädigend. Damit dürfen wir bei der neuen Vision davon ausgehen, dass nichts dergleichen in dieser Vision zu suchen hat. Und wir sollen auch nicht enttäuscht werden!

Was also sagt die Vision?

Sie sagt, dass man Heilung erzielt, wenn auch langfristig, wenn „Patienten schneller von Forschungsergebnissen profitieren“. Aber dabei bleibt es nicht. Dazu gehört noch, dass „auch umgekehrt Informationen, die vom Patienten kommen, wieder in die Forschung überführt werden“.

Oder mit anderen Worten: Die Patienten sterben an Krebs, weil sie nicht schnell genug von Forschungsergebnissen profitieren, und, weil zu wenig Patienten-Informationen in der Forschung zu finden sind. Da frage ich mich, wie kann man klinische Studien durchführen, bei denen man nichts über die Teilnehmer dieser Studie weiß?

Da kann man gleich klinische Studien ganz ohne Patienten durchführen. Wenigstens weiß man dann, dass die Studie ohne Teilnehmer durchgeführt wird. Das sind dann sehr preiswerte Studien und man kann die Ergebnisse nach Lust und Laune gestalten. Ein Paradies für die Pharmaindustrie!

Aber so war das dann doch nicht gemeint. Gemeint war, dass man noch viel zu wenig Daten von den Patienten erfasst, was sich mit dieser Vision jetzt signifikant ändern soll. Dazu sollen Netzwerke aufgebaut werden, die „Daten besser zusammenführen und die heutigen Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz noch besser nutzen“.

Krebs ist also ein Problem der Datenzusammenführung? Krebs ist also ein Problem der künstlichen Intelligenz? Ich fürchte, dass im Jahr 10.053 unter diesen Voraussetzungen Heilung immer noch ein unerreichbares Ziel sein wird. Aber man wird dafür die entsprechenden Ausreden parat haben.

Das alles kostet natürlich Geld, wie bereits erwähnt. Und zwar richtig Geld! 60 Millionen EUR sollen für die Förderung von „großen klinischen Studien“ bereitgestellt werden. Toll! Weiter erfahren wir, dass seit 50 Jahren das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg ebenfalls mit viel Geld gefördert wird. Also jetzt noch mal viel Geld auf das bereits ausgegebene viele Geld!

Oder mit anderen Worten: viel Geld für Todesursache Nummer 2 – und jetzt noch mehr Geld für was? Dafür, dass Krebs Todesursache Nummer 1 wird? Wohl kaum. Aber die Chancen dazu stehen nicht schlecht. Denn dieses marode Konzept, was jährlich 200 Millionen EUR als „Krebsforschung“ verschlingt, wird jetzt um eine weitere kostspielige Variante erweitert, die weiterhin sicherstellt, dass die Ursachen für Krebserkrankungen bis mindestens zum Jahr 10.053 im Dunkeln bleiben.

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Wie sieht die Verdunklungsstrategie bis zum Jahr 10.053 aus?

Krebsfrüherkennung[2] ist hier das Stichwort!

Aber, es gibt Probleme mit Fehl- und Überdiagnosen etc. Das Problem liegt für die Ministerin nicht in der Natur der Früherkennung, sondern im Fehlen von „Künstlicher Intelligenz“. Damit ist ein weiteres Zwischenziel erreicht. Und das ist das Hochhalten von Vorsorgeuntersuchungen, trotz aller berechtigter und gravierender Zweifel, und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Gesichtspunkt[3].

Damit ist nicht Schluss…

Es kommen jetzt neue Technologien dazu, wie zum Beispiel Lasersysteme, „die einzelne Krebszellen aufspüren können“. Das gibt doch Grund zur Hoffnung. Denn wir wissen ja alle, dass unser blödes Immunsystem dazu überhaupt nicht in der Lage ist. Denn, wenn Gott gewollt hätte, dass Krebs heilbar wäre, dann hätte er unseren Körper mit einem Lasersystem versehen. Aber dazu ist ja jetzt die Bundesministerin da!

Besonders bemerkenswert ist dann die Aussage, dass als Schwerpunkt die Förderung großer klinischer Studien anvisiert wird und (jetzt der bemerkenswerte Teil) dass die Empfehlungen, die aus diesen Studien hervorgehen, „direkt den Patienten zugute kommen“. Oh ha! Ist das ein Eingeständnis, dass bislang die Ergebnisse und Empfehlungen von Studien NICHT den Patienten zugute kamen? Wem dann? Ist dies ein Eingeständnis, dass die bisherigen Studien an Wertlosigkeit kaum zu übertreffen sind? Und ist dies eine Erklärung dafür, warum Krebs Todesursache Nummer 2 hat werden müssen? Mich überrascht inzwischen nichts mehr!

Natürlich war das nicht so gemeint!

Denn der Haken ist angeblich, dass es nur „den Weg aus der Forschung zum Patienten“ gibt. Jetzt folgt wieder so ein bemerkenswerter Satz: „Aber die Ergebnisse am Patienten wieder zurück zu spiegeln in die Forschung – was macht das Medikament? Wirkt es? All das soll schneller und effektiver werden, indem wir den Informationsaustausch stärken“.

Was für eine Forschung ist das, die keine Qualitätskontrolle durchführt? Die Frage nach der Wirkung von Medikamenten in einer Studie sollte integraler Bestandteil, wenn nicht die Basis jeder Studie sein. Denn ohne diese Frage lässt sich keine Studie durchführen. Und jetzt erfahren wir aus dem Mund der Bundesministerin für Forschung und Tollhausaktivitäten, dass man daran denkt, endlich Studien durchzuführen, die auch eine Qualitätskontrolle zulassen. Warum wohl ist Krebs die Todesursache Nummer zwei? Aha… langsam beginne ich zu verstehen!

Nicht beschleunigen, sondern bündeln

In diesem Tohuwabohu von dem, was die Ministerin als Argumente von sich zu geben glaubt, tauchen neue nobelpreisreife Ideen auf. Denn man will nicht beschleunigen, um mehr Therapien auf den Markt zu werfen (schade, die Pharmaindustrie hört das nicht gern). Vielmehr will die Ministerin Informationen bündeln „und dadurch eine höhere Wirksamkeit erzielen“.

Habe ich das richtig verstanden? Wenn ich Informationen bündel, dann wird die Krebstherapie wirksamer? Also ist das Versagen von Chemotherapeutika darin begründet, dass nicht genug Informationen vorher gebündelt worden sind?

Danach wird die Frage erörtert, warum genetische Analysen, die bei der Krebstherapie über die Art der Chemotherapie mit entscheiden, bislang kaum einen Nutzen gezeigt haben und was ein Netzwerk hier bewirken kann?7

Die Antwort ist die eines Politikers würdig, der zwar Forschungsminister ist, aber von Forschung keine Ahnung hat: anstatt die Ursache für die Wirkungslosigkeit der genetischen Analysen zu analysieren, veranstaltet der Politiker Voodoo Beschwörung durch Vernetzung, die dann, wenn ausreichend vernetzt ist, die genetischen Analysen zur Höchstleistung treibt. Dazu ist das fleißige Sammeln von Patientendaten notwendig, die als Opfergaben auf den Altar dieser Politik-Wissenschaft gelegt werden müssen.

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Langsam wird es eindeutig: Datenschutz durch Datenflut

Wie es aussieht will die Forschungsministerin mehr als das, was bereits existiert. Patientenakten, Krebsregister etc. scheinen noch nicht auszureichen. Was jetzt her muss, das ist eine „Forschungsakte für jeden Patienten“. Es sollen Gelder für die Erhebung von noch mehr Daten und deren Verwaltung eingesetzt werden, was die Lösung des Problems im Gehirn dieser weltfremden Politikmanager darstellt. Oder mit anderen Worten:

Wenn ich nichts über die Ursachen von Krebs weiß und ich deshalb nicht weiß, wie ich die Erkrankung effektiv behandeln kann, dann muss ich mir keine Gedanken machen, wie ich dieses Nicht-Wissen beseitige. Vielmehr ist es wichtig, dass ich Daten sammle über viele Fälle, über die ich nichts weiß. Und wenn ich dann genügend Daten dazu zusammen habe, dann habe ich die Lösung, auch wenn ich nichts weiß.

Und weil die Ministerin weiß, das krebskranke Menschen verzweifelte Menschen sind, geht sie zynischer Weise davon aus, dass diese Menschen bereit sind, an diesem Irrsinn teilzunehmen. Aber nicht nur das. Auch die Daten von gesunden Menschen sollen in entsprechender Weise gesammelt und aufgearbeitet werden. Denn man macht ja „Prophylaxe“.

Selbstverständlich werden diese Daten nur zu „medizinischen Forschungszwecken“ verwendet. Und sie werden natürlich entsprechend geschützt, klar! Solche Behauptungen hören wir immer an dieser Stelle! Wo vorher noch das Sammeln von Daten von krebskranken Menschen die Lösung des Problems war, ist auf einmal das Sammeln von Daten von gesunden Menschen ebenfalls ein Beitrag zu dieser Lösung. Ich frage mich hier allen ernstes, wie das Sammeln von Daten von gesunden Menschen einen Beitrag dazu leistet, Krebserkrankungen zu erklären.

Die ultimative Begründung

Diese tolle Sache muss unbedingt her, da ein Atlas gezeigt hat, „dass Patienten in Deutschland noch nicht die optimale Behandlung erhalten“, der sogenannte „Krebsatlas“. Denn: „Jeder Patient soll künftig wissen, dass er als krebskranker in Deutschland am besten aufgehoben ist, sowohl in der Stadt als auch auf dem Land“.

Jetzt war ich der Meinung, dass wir das beste medizinische System im gesamten Universum haben, und nun das! Jetzt, wo es gilt gediegenen Schwachsinn der Bevölkerung schmackhaft zu machen, die die Kosten von 60 Millionen EUR dazu aus deren Tasche finanzieren muss, ist das Argument vom „besten medizinischen System weltweit“ wenig geeignet. Jetzt auf einmal finden wir Schwachstellen, die es mit 60 Millionen EUR auszubügeln gilt. Und die Begründung dafür ist abenteuerlich.

Fazit

Wir haben eine Forschungsministerin, die nicht einen Tag in ihrem Leben in der Forschung gewesen zu sein scheint. Als Hotelfachfrau mit BWL-Fernstudium ist dies auch relativ unwahrscheinlich. Aber so sehen dann BWL-Hotelfach-Lösungen für mangelnde Kenntnis einer letalen Erkrankung aus.

Wie es aussieht hat man hier die richtige „Fachfrau“ als Forschungsministerin erkoren, die mit ihrem Hintergrund nach Lösungen sucht, die nicht die Forschung von Krebs zum Ziel hat, sondern dieses Anliegen nur zum Anlass nimmt, um noch mehr Steuergelder bestimmten Institutionen in den Rachen zu schieben.

Fazit vom Fazit: Krebs ist keine BWL-Veranstaltung. In der BWL mag das Sammeln von Daten ohne Ende von Nutzen sein. Die Erkenntnis zu Krebs, wie er entsteht und wie er zu bekämpfen ist, wird dadurch nicht gefördert. Ganz im Gegenteil! Über 50 Jahre Krebsforschung und dann immer noch Todesursache Nummer 2 in der Statistik zeigen mir relativ deutlich, dass es auch gar nicht darum geht, Krebs zu bekämpfen, sondern selbigen bis zum Jahr 10.053 gedeihen zu lassen. Denn nur so können marode Projekte wie dieses in die Welt gesetzt werden.

Es wäre schrecklich, wenn Krebs eine heilbare Krankheit würde. Kein Wunder also, warum alternativmedizinische Bemühungen derartig abartig ignoriert und verdammt werden.

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Quellen:

 

Es scheint also jetzt aktenkundig zu sein: die Firma Bayer „schluckt“ die Firma Monsanto für den stolzen Preis von 63 Milliarden USD. Damit wird Bayer der weltgrößte Anbieter von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln. Als gute Nachricht würde ich das NICHT bezeichnen!

Laut „Süddeutsche Zeitung“ (sueddeutsche.de/wirtschaft/bayer-monsanto-1.4001022) wird es den Namen „Monsanto“ bald nicht mehr geben. Bayer hatte dies bereits offiziell angekündigt. Wie es scheint, ist dieser Name selbst für eine Firma wie Bayer eine Belastung, obwohl Bayer selbst auch keine allzu glorreiche Vergangenheit aufzuweisen hat. Und sie scheinen selbst auch Meister in Sachen Imagepflege durch Namensänderung zu sein.

Denn vor Bayer gab es die berühmt-berüchtigte IG-Farben, der während der Nazizeit weltweit größte Chemiekonzern. Dieser Konzern ist berüchtigt durch seine Kooperation mit dem Nationalsozialismus. Diese Kooperation beinhaltete die Beschäftigung von Zwangsarbeitern, Menschenversuchen und sogar der Errichtung eines privaten, firmeneigenen Konzentrationslagers (KZ Auschwitz III Monowitz).

 

Etiketten-Schwindel hat Tradition

Nach dem Krieg wurde IG-Farben offiziell „zerschlagen“, obwohl die Firma offiziell bis zum März 2012 noch an der Börse notiert war. Die sogenannte „Zerschlagung“ bestand darin, IG-Farben wieder in seine ursprünglichen Bestandteile zurückzuführen, das heißt, die Firmen, die als IG-Farben fusionierten, wieder neu entstehen zu lassen. Hierbei handelt es sich um eine Reihe von sehr bekannten Namen, wie zum Beispiel Agfa, BASF, Cassela Farbwerke, Hoechst AG, Dynamit AG und besagte Bayer AG (und noch einige andere).

Natürlich stellt sich hier sofort die Frage, wenn IG-Farben wieder in seine „Bestandteile“ aufgelöst worden war, warum konnte das Unternehmen dem Namen nach noch bis 2012 existieren? Die Antwort dazu kommt von Wikipedia und ist nicht überraschend (überraschend ist hier nur, dass Wikipedia diese unangenehme Wahrheit zum Besten gibt):

Das Weiterbestehen der I. G. Farben erlaubte auch den daraus hervorgegangenen Chemieunternehmen, die Verantwortung für die während der Zeit des Nationalsozialismus begangenen Verbrechen weitgehend auszuklammern und dazu auf die I. G. Farbenindustrie AG i. A. zu verweisen.

Mit diesem Trick haben also Bayer und die anderen Partner erfolgreich die eigene fragwürdige Vergangenheit abgeschüttelt und erstrahlen jetzt im neuen Glanz.

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Heute wird das Label „Monsanto“ überklebt

Und mit einem ähnlich gelagerten Trick wird Bayer den unseligen Monsanto-Namen ebenfalls in die Vergangenheit schicken, was aber nicht bedeutet, dass deren Produkte ebenfalls auf dem Abfallhaufen der Geschichte landen. Im Gegenteil! Denn die Fusion ist nicht erfolgt, um Monsanto den Garaus zu machen, sondern weil Monsanto höchst interessante Produkte hat, deren man gerne habhaft werden möchte. Und die hat die Firma Bayer jetzt und muss sich danach um die Imagepflege kümmern.

Zahlen-Akrobatik vertuscht Tatsachen

Und so wird dann auch getrickst, wenn es um das umstrittene Glyphosat geht. Hauptkritikpunkt ist in den Diskussionen immer wieder die kanzerogene Potenz des Herbizids. Um dieses Argument zu entschärfen, verrannte sich Werner Baumann in abenteuerliche Zahlen. Der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG hatte behauptet, 800 Studien bewiesen, dass Monsantos Roundup nicht krebserregend sei. Die Zahl ging auch in Bayers Zwischenbericht zum 2. Quartal 2018 ein und kursiert seither durch die internationale Presselandschaft (quartalsbericht-2018-q2.bayer.de/serviceseiten/suche.php?q=glyphosat&pageID=37479).

Ob die genannten Studien tatsächlich einen Beleg für die Entwarnung geben, wollten taz-Redakteure wissen und baten den Konzern um Quellenangaben. Von Pressesprecher Utz Klages erhielt das Blatt 1000 Hinweise auf Arbeiten, von denen die meisten das Thema Krebs gar nicht behandeln. Von der taz darauf angesprochen, relativierte Klages die Bayer-Position: plötzlich schmolz die Zahl auf 100 Studien.

Die Arbeiten wären die Grundlage für die Bewertung durch die Environmental Protection Agency (EPA). Allerdings heißt das nicht, dass alle diese Studien sich auch mit Krebs befassen. Fast schon logisch ist daher, dass Bayers Pressesprecher auch keine Literaturliste vorlegen konnte oder wollte. Prof. Christopher Portier, der das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in der Glyphosat-Frage beriet, nennt 50 Studien, die das Thema Krebs und Glyphosat zum Inhalt haben.

Doch diese Arbeiten negieren das Krebs-Risiko nicht durchweg, einige können auch gegenteilig ausgelegt werden (http://taz.de/Glyphosat-Studien-und-Krebs/).

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Falsche Zahlen und ausgetauschte Label ändern keine Fakten

Laut Natural News gibt es schon gar keinen Grund zur Freude. Monsanto und seine Produkte werden umetikettiert zu einem Teil der „Bayer-Familie“. Diese Umbenennung ändert aber nichts an der toxischen Potenz der Produkte wie Roundup, seinem Inhaltsstoff Glyphosat und den GMO-Produkten. Für Natural News ist klar, dass Bayer „das toxische Erbe und die Verachtung menschlichen Lebens“ von Monsanto aufrechterhalten will und wird, und dass man sich vor dem, was als Nächstes auf uns zukommt, fürchten muss.

Und diese Furcht ist vollkommen berechtigt, denn laut Natural News scheint Bayer mit sich im Reinen zu sein, wenn es um die eigene Vergangenheit im NS-System geht. Neben Zwangsarbeit und Konzentrationslagern hat es auch Menschenversuche gegeben, an denen IG-Farben/Bayer beteiligt war.

Überlebende, die die Firma zur Verantwortung gezogen sehen wollen, werden von Bayer mit genau der Phrase abgetan, die ich bereits weiter oben aus Wikipedia zitiert habe: Das war nicht Bayer, sondern IG-Farben. Und mit denen haben wir nichts zu tun, denn der Name Bayer hat zwischen 1925 und 1952 überhaupt nicht existiert – so die „Ausrede“ von Bayer diesbezüglich.

Wenn Vergangenheit und Zukunft identisch sind

Dieser Mangel an Verantwortungsbewusstsein, der die grausamsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit als Geschichte und für die eigene Praxis als irrelevant klassifiziert, ist mehr als nur ein Indiz dafür, dass das, was früher war, in der Zukunft unter anderen Prämissen fortgesetzt wird.

Ich gehe davon aus, dass die Firma keine Probleme haben wird, ihre neuen Produkte über Schnellzulassungen auf den Markt zu drücken und dann mithilfe eines entsprechenden „Marketings“ einen breiten Einsatz durchzusetzen, der dann das leistet, was teure und aufwändige Sicherheits- und Verträglichkeitsstudien „bewiesen“ haben – oder beweisen sollen?

Falls dann doch böse Überraschungen auftreten sollten, dann sollte zumindest gewährleistet sein, dass man die Unkosten und ein bisschen mehr über den Verkauf wieder egalisiert hat. Natürlich sprechen wir hier nicht von irgendwas, sondern von Menschenleben. Die Geschichte hat doch zeigen können, das zeigt die Haltung dieser Firmen zu diesen Dingen in der Gegenwart, und die logische Verlängerung für die Zukunft wird genau diese Einstellung und entsprechende Ergebnisse für uns bereithalten.

Na? Satz verstanden? Stimmt, der ist nicht ganz korrekt — dafür habe ich einen Grund, den sich langjährige Leserinnen und Leser denken können…

Zum Thema: Entsprechende Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, die dies eindrucksvoll belegen, sind die ganzen Medizinskandale, denen diese Einstellung zugrunde liegt: ValproinsäureAvandiaVioxxLipobayKoate, Contergan und so weiter.

Wie viele Menschenversuche dürfen hier eigentlich noch laufen, bevor die Masse der Patienten endlich mal aufwacht?

Dass es sich hier nicht um merkwürdige Fragen handelt, wo doch diese Gräueltaten der Vergangenheit auf allgemeine Ablehnung stoßen, zeigt der Umgang mit den Verantwortlichen von IG-Farben.

Hermann Schmitz war Vorstandsvorsitzender bei IG-Farben. Er war Mitglied der NSDAP. Nach dem Krieg wurde er zu vier Jahren Gefängnis verurteilt und nach einem Jahr entlassen. Danach war er Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bank und Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der Rheinstahl-Rheinische Stahlwerke.

Ein weiterer leitender Angestellter war Carl Krauch, der wegen Versklavung von KZ-Häftlingen zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, aber vorzeitig entlassen wurde. Danach war er Aufsichtsratsmitglied der Chemischen Werke Hüls AG.

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Heinrich Bütefisch war ebenfalls Vorstandsmitglied der IG-Farben und wurde ebenfalls als Kriegsverbrecher nach dem Krieg wegen Versklavung von Zwangsarbeitern verurteilt. Auch er wurde, wie viele andere, vorzeitig aus der Haft entlassen. Danach war er wieder Aufsichtsratsmitglied bei einer Reihe von Firmen, wie der „Ruhrchemie AG, des Mineralölunternehmens Gasolin AG und der Feldmühle“ (Wikipedia). Ihm wurde 1964 sogar das Große Bundesverdienstkreuz verliehen, was er aber wieder zurückgeben musste, da seine nationalsozialistische Vergangenheit erst nach der Verleihung bekannt wurde. Aha, haben es also doch welche gemerkt?

Fazit

Wie es aussieht, wurden Verbrechen gegen die Menschlichkeit nur mit einer leichten Ohrfeige bestraft, solange der Übeltäter in der chemischen oder pharmazeutischen Industrie ansässig war. Nachdem der Schmerz der Ohrfeige nachgelassen hatte, wurden diese Gestalten wieder reaktiviert und kamen zu Amt und Ehren mit den entsprechenden Bezügen.

Heute sind diese Leute bereits verstorben, die meisten in einem relativ hohen Alter. Nicht gestorben sind anscheinend ihr menschenverachtendes Gedankengut und Einstellung, mit dem hier Geschäfte getätigt werden. Während Kriegsverbrecher mit Bundesverdienstkreuzen geehrt werden, dürfen ihre Opfer zusehen, wie sie mit den körperlichen und psychischen Schäden zurechtkommen, die sie diesen Ungeheuern zu verdanken haben – wenn sie denn überhaupt überlebt haben.

Bedeutet das für die Zukunft, dass die zukünftigen Opfer von „wissenschaftlich“ getesteten, chemischen und pharmazeutischen Produkten exakt das gleiche Schicksal erleiden werden?

Fazit vom Fazit: Im Westen nichts Neues?

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Dieser Beitrag wurde im Juni 2018 erstmals erstellt und am 21.1.2019 ergänzt.

Die Profite der Kaffee-Konzerne basieren auf der Armut der Kaffeebauern. Ungerecht. Klar. Und wir werden auch nicht alle Ungerechtigkeiten beseitigen können. Aber wir können bei vielen Themen etwas tun: und zwar durch unser Kaufverhalten. Aber eins nach dem anderen…

Multinationale Kaffeeketten ergötzen sich an Milliardengewinnen, gleichzeitig werden die Kaffeebauern in Lateinamerika immer ärmer. Dass die Großkonzerne deren Hilfeflehen in ihrem entfesselten Kapitalismus nicht wahrnehmen mögen, wundert kaum jemanden, aber bei dieser grenzenlosen Ausbeutung von Menschen sollte jedem der Kaffee im Hals stecken bleiben…

 

Des einen Freud ist des anderen Leid

Auf der einen Seite stehen die gravitätischen Gewinnbilanzen der marktbeherrschenden Unternehmen Tchibo, Starbucks oder Nestlé, auf der anderen Seite prangert die unsägliche Not der Kaffeebauern den durch nichts mehr zu rechtfertigenden, polarisierten Zustand der Menschheit an.

Im Geschäftsjahr 2017 erzielte allein Starbucks einen Reingewinn von knapp 3 Milliarden US-Dollar. Dies wurde vor allem durch eine sehr einfache Geschäftsidee erreicht: Mit billigen Zutaten wie Karamell oder Soja-Milch lässt sich Kaffee exorbitant teuer verkaufen.

Von den Gewinnen wird aber grundsätzlich kein einziger Cent an die Kaffeeproduzenten weitergereicht. Ganz im Gegenteil: Für die Kaffeebohnen wird immer weniger bezahlt.

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Tatsächlich befinden sich die Kaffeepreise seit Jahren schon im freien Fall. Gegen Ende des Jahres 2016 kostete die Sorte „Arabica kolumbianisch mild“ knapp 178 Cent pro Pfund, nur ein Jahr später wurde ein solches Pfund Kaffee nur noch mit 144 Cent aufgewogen, ein Rückgang von fast 20 Prozent innerhalb eines Jahres. Im September 2018 bekam der Kaffeeproduzent keine 126 Cent mehr.

Einige Kaffeesorten stehen heute auf dem tiefsten Stand seit zwölf Jahren. Zwar haben relativ große Ernten zu einem erhöhten Angebot beigetragen, aber es sind vor allem die Börsen-Spekulanten, die die Preisschraube immer tiefer und schmerzhafter ins Fleisch der Hersteller bohren.

Juan Orlando Hernández ist der Präsident von Honduras, einem kleinen Land in Mittelamerika mit knapp 9,3 Millionen Einwohnern. Er beklagte kürzlich vor den Vereinten Nationen zu Recht, dass die zu niedrigen Kaffeepreise rund 90.000 Familien in extreme Armut stürzen werden. Ungefähr seit der Wahl von Hernández hat sich das Chaos in Honduras stetig ausgeweitet. Die Menschen dort sind perspektivlos und verlassen in Massen das Land.

Vor Kurzem erst formierte sich ein neuer Flüchtlingstreck in Richtung USA. Ungefähr 2.000 Migranten landeten in San Pedro Sula an, das ist eine der gefährlichsten Grenzstädte der Welt. Von dort aus geht es nun weiter, zunächst durch Guatemala, um danach noch ganz Mexiko bis zur Grenze zu den USA zu durchqueren.

Was auf den ersten Blick als innenpolitischer Konflikt anmutet, ist in Wahrheit ein Wirtschaftskrieg, der so kleinen Ländern von den global agierenden Großkonzernen aufgezwungen wird.

Die Krise in Mittelamerika darf nicht mehr ignoriert werden

So ganz unsensibel blieb die Kaffeehauskette Starbucks dann doch nicht, wäre ja auch nicht gerade werbewirksam. Nahezu gleichzeitig mit dem Auftritt von Hernández verkündete Starbucks, dass das Unternehmen den Kaffeebauern mit 20 Millionen Euro unter die Arme greifen wird. Wer rechnen kann, weiß sofort, hier geht es um einen Tropfen auf den heißen Stein, aber nicht um gerechte Entlohnung.

Ausbeutung ist Menschenrechtsverletzung

Wer meint, dass Mittelamerika weit weg ist, sollte sich gewahr sein, dass Deutschland von jenen fernen Problemen nicht verschont bleibt und das nicht nur, weil Deutschland einer der größten Abnehmer des Kaffees aus Honduras ist. Pater Michael Heinz gehört dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat an.

Er beschwört, dass US-Präsident Donald Trump nicht an einer Grenzmauer, sondern am Frieden und an der Chancengleichheit der Menschen bauen soll, denn die Welt hat ohne Lebenschancen für die ärmsten Staaten und Menschen keine Zukunft. Zunehmende Armut bedeutet immer neue Migrationsströme und den Nährboden für Kriminalität und Gewalt. Diese weisen Worte sollten gerade auch in Deutschland Gehör finden.

2018 wurde durch die Verbände der Kaffeebauern von 30 Ländern Lateinamerikas, Asiens und Afrikas gemeinschaftlich eine einzigartige Kampagne ins Leben gerufen. In diesem Zuge versandten sie einen offenen Brief an alle Kaffeekonzerne. Darin prangerten sie an, dass die Marktpreise für Kaffee nicht einmal dafür ausreichen, die Produktionskosten zu decken.

Dieser Brief war ein erster Schritt, der aufrütteln und eine wichtige Diskussion weltweit in Gang setzen sollte. Fruchtet dies nicht, droht zunächst den Herkunftsländern unseres Kaffees die soziale Katastrophe. Jeder Verbraucher muss für sich entscheiden, auf welcher Seite er stehen möchte.

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