„Wir werden immer dümmer!“: Dieser etwas dümmlich wirkende Spruch stammt von einem jungen britischen Anthropologen, Edward Dutton, der behauptet, dass der IQ-Quotient in Europa in den letzten 20 Jahren kontinuierlich abgenommen hat, und wir auf absehbare Zeit ein intellektuelles Niveau erreichen werden, das keine weiteren „zivilisatorischen Errungenschaften“ mehr zulässt.
Edward Dutton belegt dies in einer im Jahr 2016 veröffentlichten Studie: The negative Flynn Effect: A systematic literature review. Wie es aussieht, nimmt der IQ-Wert der Kinder alle zehn Jahre um zwei Punkte ab.
Neben dem Abnehmen des IQs innerhalb der neuen Generation von Kindern taucht parallel dazu ein weiteres Phänomen auf. Und das ist eine bedrohlich wirkende Zunahme von ADHS und Autismus. Dies scheint insbesondere für die USA zuzutreffen. So gibt es Zahlen, die zeigen, dass in Kalifornien die Zahl autistischer Kinder zwischen 1990 und 2001 um 600 Prozent zugenommen hat. Ähnliche Zahlen gibt es auch für andere Gebiete in den USA.
Die Ursachen für diese steigende Tendenz werden naturgemäß je nach Interessenlage unterschiedlich bewertet. Das beliebteste Argument der offiziellen „Wissenschaft“ ist die verbesserte Diagnostik für ADHS und Autismus, mit deren Hilfe heute mehr Fälle diagnostiziert werden als dies früher der Fall war.
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Auf diese Weise hat man die statistische Zunahme der Fälle in ein Problem der Diagnostik verwandelt. Dass solche Zusammenhänge uminterpretiert und vor allem manipuliert werden, wenn sie möglicherweise in einem Zusammenhang mit Impfungen stehen, das hatte ich bereits in diesem Beitrag diskutiert: Autismus – Irrungen, Widersprüche und Ungereimtheiten.
Die weniger industriefreundlichen Wissenschaftler, die dieses Phänomen untersucht haben, konstatieren zwar, dass die modernen Diagnosen zu dieser Steigerung beigetragen haben könnten, dieser Beitrag aber bestenfalls ein Drittel dieser 600 Prozent ausmachen. Zwei Drittel der Zunahme beruht auf anderen Faktoren.
Jodmangel und IQ
Im Jahr 2011 veröffentlichte ich einen Gastbeitrag von Dr. Leuchte mit dem Titel: Jodmangel oder industrielle Interessen in Deutschland? Diesem Beitrag wäre nichts zuzufügen, wenn es nicht einen speziellen Jodmangel gäbe, den Jodmangel bei Müttern. Jodmangel vor und während der Schwangerschaft bei der Mutter scheint mit einem niedrigen IQ-Wert des Kindes assoziiert zu sein.
Die Entwicklung des Gehirns während der Schwangerschaft scheint eng mit dem reibungslosen Funktionieren von Schilddrüsenhormonen zusammenzuhängen, was durch einen Jodmangel nicht mehr gewährleistet ist. Aber nicht nur das. Es gibt inzwischen auch Grund zu der Vermutung, dass Jod durch andere Elemente im Periodensystem ersetzt wird, die zur gleichen Klassifizierung wie Jod gehören. Und das sind Fluor, Chlor und Brom.
Verbindungen mit diesem drei Elementen gibt es im Alltag zuhauf. Wir finden sie in Pestiziden, Flammenschutzmitteln, Anti-Haft-Beschichtungen etc., die mehr oder weniger konzentriert in und auf Dingen des täglichen Lebens vorkommen, wie Fernsehgeräte, Computer, Möbel, Matratzen, Kochgeschirr, Handys, Kleidung, Sprays und sogar in unserem Essen und dem Essen unserer Kinder/Babys.
Ich hatte hierzu einige Beiträge verfasst, die sich aus etwas anderer Perspektive mit dem gleichen Thema beschäftigt hatten:
- Weichmacher: Eine Belastung – aber wir müssen mit diesem „Dreck“ leben
- Unsere Körper werden zu Plastik. Das war (leider) ein Beitrag, für den sich kaum jemand zu interessieren schien! Eine im Mai 2017 veröffentlichte Studie von Brenda Eskenazi et al. (Prenatal Residential Proximity to Agricultural Pesticide Use and IQ in 7-Year-Old Children. – PubMed – NCBI) konnte zeigen, dass die Belastung von Müttern und Kindern mit Pestiziden in landwirtschaftlichen Gebieten zu einer Senkung des IQ-Werts von 2,2 Punkten führt. Die Autoren dieser Studie führen den Einfluss der Pestizide auf den IQ-Wert der Kinder zurück als eine Folge einer Belastung der Mutter während der Schwangerschaft. Ironie dieser Geschichte ist – oder sollte ich besser sagen: Zynismus dieser Geschichte? – dass die in der Werbung gepriesene Sicherheit der Flammschutzmittel kaum realistischen Ansprüchen gerecht wird. Oder mit anderen Worten: Wir vergiften uns selbst und unsere Kinder ausschließlich zum Wohle und Nutzen der Industrie, die diese Produkte in unser Leben wirft.
- Die gleiche Autorin und ihre Kollegen haben im Dezember 2017 eine ähnliche Auswertung für die Belastung mit Flammenschutzmitteln vorgenommen: Current-use flame retardants: Maternal exposure and neurodevelopment in children of the CHAMACOS cohort. – PubMed – NCBI. Auch hier zeigte sich, dass eine Belastung während der Schwangerschaft den Neugeborenen eine Abnahme des IQ-Wertes von 2,9 Punkten mit auf den Lebensweg gab.
- Diese fluor-, chlor- und/oder bromhaltigen Substanzen unterminieren die Schilddrüsenfunktion und führen somit zu einer Art „simulierten Jodmangel“, der für den sich entwickelnden Fötus katastrophale Folgen hat. Vor allem sind Pestizide hier besonders gefährlich, da sie eigens entwickelt wurden, um die Gehirnfunktion von lebenden Organismen anzugreifen und somit diese zu eliminieren.
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Das tägliche Bad in der chemischen Brühe
Aber Flammschutzmittel scheinen nicht nur für unsere ungeborenen Kinder nachhaltig schädigend zu sein. Denn die bereits lebenden, erwachsenen Zeitgenossen, scheinen einem signifikant erhöhten Risiko für Schilddrüsenkrebs ausgesetzt zu sein.
Ursache hierfür ist wieder die biologische/biochemische Verwandtschaft dieser Substanzen mit den Schilddrüsenhormonen, zwischen denen die Schilddrüse nicht mehr unterscheiden kann, besonders wenn die Konzentration der Flammschutzmittel in der Umwelt (als Staub und/oder Gas) Überhand nimmt (Flame retardants and increased risk of thyroid cancer | Nature Reviews Endocrinology).
Die Autorin, Barbara Demeneix, Biologin und Expertin für Endokrinologie an der Sorbonne Paris, erklärt an anderer Stelle, dass wir heutzutage von einer Unzahl an Chemikalien bombardiert werden, die alle einen Einfluss auf unsere Hirnaktivitäten beziehungsweise auf die Hirnentwicklung bei Embryonen und Feten haben, für die es aber keine wissenschaftlichen Untersuchungen zur Unschädlichkeit und Unbedenklichkeit gibt.
Vor allem der Einfluss auf die Aktivität der Schilddrüsenhormone ist mehr als wahrscheinlich, worüber sich niemand in der Industrie bislang irgendwelche Gedanken gemacht hat. Und dementsprechend viel Chemie haben wir in entsprechend vielen Produkten um uns herum, wie: Kosmetika, antibakterielle Seifen, Waschmittel, Plastikprodukte, Anti-Haft-Beschichtungen, Verpackungen und viele andere Sachen mehr.
Auch hierzu hatte ich bereits einen Beitrag verfasst und der sich mit Fluor, Karies und der sich daraus ergebenen Dummheit beschäftigt: Fluor: Zähne gut, Intelligenz mangelhaft. Macht zu viel Fluorid dumm?
Die dummen Argumente der Chemieindustrie
Wenn man die Argumente der Chemieindustrie für ihre Produkte analysiert, dann könnte der Eindruck entstehen, dass die Abnahme der IQ-Werte hier bereits signifikante Früchte getragen hat. Denn die chemische Industrie sieht per Definition ihre Kreationen erst einmal als unbedenklich und unschädlich an.
Man denkt hier also überhaupt nicht daran, das eigene Treiben kritisch zu hinterfragen. Wenn unabhängige Wissenschaftler dann mit entsprechenden harten Daten das Gegenteil beweisen, dann wird die chemische Industrie aktiv und produziert entsprechend gekaufte Studien, die das beweisen, was man gerne weiterhin teuer verkaufen will.
So ist die Diskussion um die Neuzulassung von Glyphosat zu einem leuchtenden Beispiel für diese Vorgehensweise entartet. Damit das Herbizid um einige Jahre weiter auf dem europäischen Markt zugelassen werden kann, sind entsprechende Manipulationen bei der Bewertung der Substanz erfolgt: Gekaufte Wissenschaft: Neue Untersuchung belegt Manipulationen bei der Bewertung von Glyphosat. Hierzu auch die dazu veröffentlichte Studie: Glyphosat_und_Krebs_Gekaufte_Wissenschaft_D-2.pdf
Damit hat man mit Unterstellungen, unbewiesenen Annahmen und manipulierten wissenschaftlichen Dokumenten dafür Sorge getragen, dass die oberste Priorität der Industrie, das Geschäftemachen, nicht gestört wird.
Und die Lobbyisten der chemischen Industrie, in diesem Fall Monsanto für Glyphosat, haben dafür Sorge getragen, dass die Zulassungsbehörden sich ihrer Meinung angeschlossen haben. Mit von der Partie war hier auch das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung).
Dieses Institut bewertet jetzt ein nur zu offensichtlich hoch potentes Toxin als „unbedenklich“, warnt aber gleichzeitig vor den toxischen Effekten von Vitaminen, wenn diese nicht in Krümeldosierungen vorliegen (Grenzwerte für Vitamine – Deutschland macht sich lächerlich).
Na, dann wollen wir mal alle Vitamine meiden und jeden Tag einige Kilogramm risikobewertetes Glyphosat zum Wohle unserer Gesundheit vertilgen – wohl bekomm’s!
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Gesellschaftliche Trends verschärfen die Verblödung
Nun können wir unser Gehirn trotz widriger Stoffwechsel-Bedingungen trainieren wie unsere Muskeln auch. Ohne intellektuelle Reize bleibt die optimale Konstitution der neuronalen Strukturen nicht erhalten, sondern degeneriert sogar. Dies ist nicht nur neurologisch nachweisbar.
Psychologen bestätigen, dass die Fähigkeit komplexe Sachverhalte zu beurteilen schwächer wird, wenn wir uns überwiegend mit wenig anspruchsvollen Tätigkeiten beschäftigen.
Der Psychiater und Autor zahlreicher Bücher Hans-Joachim Maaz beklagt die zunehmende Fixierung vieler Menschen auf eine konsumorientierte Lebensweise.
Die Beschäftigung mit politischen und sozialen Themen kommt seiner Meinung nach immer mehr zu kurz. Grund dafür sind nach Meinung des Politologen Thomas Kliche die Globalisierung und die vielfältige globale Krisenlage. Die Menschen fühlen sich dadurch überfordert und irritiert, weil bisherige Ansichten nicht mehr gelten. Daher stecken sie lieber den Kopf in den Sand und wenden sich seichten Vergnügungen zu. Kliche sieht in diesen Tendenzen eine Entwicklung zu „kollektiver Bequemlichkeits-Verblödung“.
Nachteilig ist dies nicht nur für den Einzelnen. Die fatale Individualisierung, die mit einer Abflachung des politischen Verständnisses einhergeht, gefährdet letztlich auch den Bestand der Demokratie. Erkennbar ist dies am sich abzeichnenden Zerfalls Europas durch nationalistische Tendenzen.
Ein wichtiger Hinweis
Zu dieser Diskussion und rund um dieses Thema gibt es einen extrem empfehlenswerten Beitrag von ARTE, der bis zum 10. Januar 2018 auf der ARTE-Webseite abrufbar war. Für solche Beiträge zahle ich gerne Rundfunkgebühren (wenn die nur mal alle in solche Projekte liefen und nicht in die Taschen überbezahlter „Bürokratie-Wasserköpfe“ und deren „Pensionsleistungen“!).
Den Beitrag gibt es aber (dankenswerterweise) auf YouTube zu sehen: Umwelthormone – Verlieren wir den Verstand? – YouTube
Im Beitrag kommen die hier erwähnten Wissenschaftler ebenfalls zu Wort, ergänzt durch Beiträge anderer Wissenschaftler, die ebenfalls in diesem Bereich geforscht haben und zu sehr vergleichbaren, beängstigenden Ergebnissen gekommen sind.
Fazit
Unfassbar, was mit uns ge- und betrieben wird. Aber wir dürfen es auch nicht mit uns machen lassen!
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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…
Dieser Beitrag wurde im Januar 2018 erstellt und letztmalig im Juni 2019 aktualisiert.





