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Da denkt man, dass die Sache mit der Gentechnik, dem Hormonfleisch und den Chlorhühnchen so gut wie ausgestanden ist. Denn dieses Trio ist in Europa (noch, weitgehend) verboten.

Aber Verbote sind die eine Seite der Medaille. Auf der Rückseite derselben jedoch spielen sich Dinge ab, die wahren Alptraum-Charakter anzunehmen drohen. Und dieser sich zusammenbrauende Alptraum hat einen Namen: TTIP.

 

TTIP – Was und wer TTIP´t denn da?

Eins kann man gleich vorausschicken: Bei diesem TTIP handelt es sich nicht um Lotto-Spielereien. Die einzige Gemeinsamkeit mit dem Lotto-Spiel besteht darin, dass die Betroffenen auch bei TTIP mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Niete ziehen. Warum?

TTIP ist die „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft“, bei dem es sich um ein Handelsabkommen zwischen der EU und den USA handelt. Das bemerkenswerteste Charakteristikum dieses Handelsabkommens ist seine Geheimhaltung. Natürlich ist die Geheimhaltung des Inhalts dieses Abkommens Zündstoff für eine Reihe von Spekulationen.

Denn warum muss man so etwas geheim halten, wenn da nichts ausgebrütet wird, was den Ottonormalverbraucher wieder einmal belasten würde? Oder handelt es sich hier um eine Weihnachtsbescherung für Kinder, die ja auch bis zum Heiligabend vor den Kindern geheim gehalten wird?

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Aber die Geheimhaltung ist absolut kein Grund zur Sorge! Ich bin sicher, dass das Abkommen die Bedürfnisse von Industrie und Politik zu 100 Prozent zufrieden stellt. Das „Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft“ (bmel.de/DE/Ernaehrung/SichereLebensmittel/_Texte/TTIP-FAQ.html) sieht das genau so:

Sowohl die EU als auch die USA haben eigene, über viele Jahre gewachsene Normen, Regelungen und Verfahren. Wo diese voneinander abweichen, entstehen für Hersteller zusätzliche Kosten. Zudem belasten Zölle die deutsche Wirtschaft in Milliardenhöhe. Diese Kosten werden letztlich weitergegeben und erhöhen die Verbraucherpreise.

Das Freihandelsabkommen eröffnet durch Wegfall der Einfuhrzölle und diverser bürokratischer Hürden den Verbraucherinnen und Verbrauchern zudem eine vielfältigere Produktauswahl bei gleichbleibend hohem Verbraucherschutzniveau.

Durch die gegenseitige Öffnung der Märkte werden Vorteile für Verbraucher in Deutschland, der EU und den USA erwartet, ebenso für Wirtschaft und Arbeitsplätze. Das bestehende hohe Niveau der deutschen und europäischen Lebensmittel und Produktsicherheit wird dabei gewahrt.

Genau! Dieses Abkommen wird im Geheimen ausgebrütet, da so viele Verbraucher sich über Zölle, „gewachsene Normen, Regelungen und Verfahren“ beschwert haben.

Und wenn alle dem TTIP zustimmen, dann sinken automatisch die Verbraucherpreise, da ja die Zölle mit allem drum und dran wegfallen! Märchenland, ick hör dir trapsen!

Der Wegfall von Zoll und anderen kostentreibenden Regularien begünstigt erst einmal die Industrie, die hier weniger Kosten haben wird. Damit ist noch lange nicht gesichert, dass die Einsparungen auch an die Verbraucher weitergeleitet werden. Warum auch? Die Lüge von sinkenden Verbraucherpreisen und vielfältigerer Produktauswahl sind für die Politik typische Bauerfängerei-Formulierungen, die das bittere Ende etwas schmackhafter machen sollen.

Und das BMEL fährt fort:

Bleibt mit TTIP das hohe EU-Verbraucherschutzniveau erhalten?

Ja. Bestehende gesetzliche Regelungen auf beiden Seiten zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher werden durch TTIP nicht aufgehoben oder ersetzt. Der Schutz der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ist nicht verhandelbar. Umwelt-, Verbraucher- und Arbeitnehmerschutz ist der „rote Faden“ in dem Verhandlungsmandat, das die Mitgliedstaaten der EU-Kommission gegeben haben.

Das wollen wir doch alle hören, oder? Darum geht es doch letztendlich. Das Eine sagen, aber das Andere tun. Das scheint ja auch der Haupt-Bestandteil der Politik zu sein. Hier geht es erst einmal darum, den Betroffenen auf das neue Handelsabkommen einzuschwören. Aber die Wende folgt auf dem Fuß:

Sowohl in der EU als auch in den USA ist jedes Unternehmen verpflichtet, nur sichere Produkte auf den Markt zu bringen. Es haftet, wenn es einen Schaden beim Verbraucher verursacht. Die Schadenersatzsummen sind dabei in den USA erheblich höher als in Europa.

Bestimmte Lebensmittel, Produkte, Stoffe (z. B. Lebensmittelzusatzstoffe) und Verfahren (z. B. Gentechnik) müssen von staatlichen Behörden in den USA und in der EU zugelassen werden. Dabei wird wissenschaftlich geprüft, ob ein Stoff oder Verfahren sicher ist.

Wenn Gentechnik, Hormonfleisch etc. als „sicher“ bezeichnet werden, da ja auch die USA verpflichtet ist, nur sichere Sachen auf den Markt zu bringen, warum sind dann diese „sicheren“ Sachen bei uns verboten? Oder sind die in den USA sicher, hier aber werden sie bei Eintreffen auf europäischen Boden urplötzlich unsicher?

Und die Prüfung, was sicher ist und was nicht, das wird zum zentralen Aufhänger werden. Denn wer wird wohl bestimmen, ob Gentechnik, Hormonfleisch etc. auch nach fünf oder zehn Jahren, trotz negativ ausfallender wissenschaftlicher Studien, sicher oder unsicher sind?

Der kleine Mann auf der Straße? Wohl kaum! Vielmehr wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das, was heute obsolet und verboten ist, heimlich still und leise abgesegnet, damit dem Handel mit dem großen Bruder nichts mehr im Wege steht.

Da werden dann ganze Salti mortale ausgeführt, Ungeheuerlichkeiten, die heute schon in den Köpfen von Politik und Verbrauchern gleichermaßen verankert sind, auf dass niemand mehr Fragen stellt. Was für die Politik gut ist. Denn die soll ja den ganzen Drecks-Zirkus bei ihren Untertanen durchsetzen. Bleistift gefällig? Hier:

Auch für Schadstoffe und Rückstände in Lebensmitteln werden Obergrenzen auf dieser Basis staatlich festgelegt. Die Risikowahrnehmung der Bürger bei Lebensmitteln ist je nach Land unterschiedlich.

Schadstoffe und Rückstände werden heute schon nicht mehr als etwas gehandelt, was man auf Teufel komm raus vermeiden muss. Nein, die gehören zum Geschäft! Da kann man nur hoffen, dass bei einer Einigung der Grenzwerte die USA die strengeren Vorschriften haben.

Haben sie das? Wer Hormonfleisch, Gentechnik etc. im großen Stil als „sicher“ einstuft, von dem kann man auch in Sachen Schadstoffe und Rückstände keine „Gnade“ erwarten.

Und dass die Bürger verschiedener Länder eine unterschiedliche Risikowahrnehmung haben, das ist aber jetzt unsäglich lästig. Hier ist dann wieder die Politik gefragt, ihre Bürger auf ein einheitliches Wahrnehmungsniveau zu trimmen. Vielleicht wäre hier die amerikanisch Wahrnehmung auch die Bessere, da man drüben ja keine großen Gedanken über die eigene Gesundheit zu haben scheint.

Und dann geht es weiter mit Chlorhühnchen, Hormonfleisch und Gentechnik. Das BMEL versichert an dieser Stelle, dass da alles auch so erhalten bleibt. Danach kommt die 180-Grad-Wende und das Eingeständnis, dass Gentechnik in Europa alles andere als verboten ist. Es gibt für den Import von gentechnischen Produkten rund 60 Zulassungen.

Und man gibt zu, dass der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen hier weiter zunehmen wird. Aber klar – das alles wird enorm streng kontrolliert. Das ist der Trostpreis für die Verbraucher, die dann streng kontrollierten Dreck auf ihrem Mittagstisch platziert bekommen. Mach möchte einfach nur noch den ganzen Tag brechen…

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Warum TTIP eine tipptopp Lüge ist

Natürlich ist dies eine etwas gewagte Behauptung, da dieses Abkommen noch gar nicht realisiert und umgesetzt ist. Aber es scheint etwas zu werden, was man an anderer Stelle unter ähnlichen Voraussetzungen schon durchgezogen hatte. Wo und wer war daran beteiligt? Die USA und Mexiko.

In den USA besteht ein Gesetz, das die Delfine schützt, die zuvor bei dem kommerziellen Thunfischfang zu Tausenden als Beifang starben. Wer also Thunfisch aß, der unterstützte direkt eine Industrie, die den Tod von Delfinen als genau so „natürlich“ hinnimmt wie Schadstoffe in Lebensmitteln. Durch das Gesetz wurde dem ein Ende gesetzt.

Die mexikanische Fischindustrie dagegen hat kein Problem mit dem Tod von Delfinen. Daher waren die Mexikaner auch nicht gewillt, ihre Fangmethoden zu ändern. Stattdessen klagten sie gegen das amerikanische Gesetz zum Schutz der Delfine vor der Welthandelsorganisation WTO. Als Begründung gaben sie an, dass das Siegel für einen delfinsicheren Thunfischfang ein „Handelshemmnis“ sei, da es die mexikanischen Thunfischindustrie und -exporteuere diskriminiere.

Dabei besteht kein Verkaufsverbot für mexikanischen Thunfisch in den USA. Man darf seinen Thunfisch allerdings nicht mit dem zertifizierten Siegel der Delfin-Sicherheit verkaufen. Zu schlechter Letzt gewannen die Mexikaner mit ihrer Klage.

Dieses Beispiel zeigt deutlich, über welche Mechanismen Errungenschaften zunichte gemacht werden und kommerziellen Interessen Platz machen müssen.

Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um Delfine, Umweltschutz, die Gesundheit der Menschen oder sonst etwas handelt. Kollidieren diese Interessen mit den Interessen der Industrie, dann werden Hebel und Stränge in Bewegung gesetzt, dass die Interessen der Industrie die Oberhand behalten.

Und TTIP ist so ein Hebel. Denn die Geheimniskrämerei um dieses Handelsabkommen lässt keine andere Interpretation zu.

Alles halb so schlimm?

TTIP ist ein Programm, mit dessen Hilfe Chlorhühnchen, Hormonfleisch und Gentechnik in Europa ihren Einzug halten sollen. Darüber kann sich niemand Illusionen machen. Die „Süddeutsche Zeitung“ hat hierzu einen anschaulichen Beitrag veröffentlicht: „ Wie die US-Verhandler Europas Verbraucherschutz angreifen “.

Dementsprechend bunt sieht dann die Welt der Argumente für die Sicherheit und Verträglichkeit von all diesen Verfahren und chemischen Zusätzen aus.

Chlorhühnchen sind per se unbedenklich, da die geschlachteten Tiere in eiskaltes Wasser getaucht werden, das viel weniger Chlor enthält als das Chlorwasser im Schwimmbad. Und schon haben wir unser Argument für die Chlorhühnchen: Jeder Schwimmer nimmt mehr Chlor auf als beim Verzehr von zehn Chlorhühnchen. Wer sagt das? Das BfR:

Das Chlorhühnchen ist nach unserer Auffassung nicht gesundheitsschädlich für den Verbraucher – Prof. Lüppo Ellerbroek, Fachmann für Lebensmittelsicherheit am Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin“ (aus: Chlorhühnchen und Hormonfleisch – Gefahr für unsere Gesundheit?)

Ich weiß jetzt nicht, ob das Baden in Chlorwasser zu einer gesundheitsförderlichen Maßnahme gerechnet werden kann. Aber offensichtlich ist Chlorwasser im Schwimmbad genau so akzeptabel geworden wie Schadstoffe und Rückstände in der Nahrung. Da kommt es auf das bisschen Chlor im Sonntagsbraten doch auch nicht mehr an, oder?

Und die paar Pestizide im Salat tun doch nicht weh, oder? Und die wenigen Hormone im Fleisch, ja was ist das denn schon?

Dazu gesellt sich noch die Frage, wie häufig gehen Sie schwimmen und wie häufig essen Sie Hühnchen?

Ich bin allerdings froh, dass der Artikel vom Bayrischen Rundfunk auch professorale Gegenstimmen abgedruckt hat. Ein Professor von der Ludwig-Maximilian-Universität in München bezweifelt einfach, dass das Chlorbad effektiv ist. Wäre das Bad effektiv, dann dürfte es keine 1,2 Millionen Salmonellen-Fälle jährlich in den USA geben. Weiter befürchtet der Professor, dass das Chlor nur der Fuß in der Tür für noch mehr Chemie im Essen ist.

In den USA ist Hormonfleisch so alltäglich wie das Amen in der Kirche. Und wer dagegen ist, der bekommt das fachkundige Argument eines Experten aufgetischt, der es ja wissen muss – einem Mäster aus Texas:

Es gibt Forschungen, in denen das Fleisch von behandelten und unbehandelten Ochsen analysiert wurde. Man hat lediglich einen Unterschied von sieben Zehntel Nanogramm festgestellt, eine sehr kleine Menge. Das ist ein Unterschied wie zwischen einem Grashalm und einem Fußballfeld.

Seltsam, die Amis spielen doch kein Fußball… Gegen die Expertise dieses amerikanischen „Experten“ vom hormonfreien Mast-Fußballfeld steht die Meinung eines Professors von der TU München, der sich mit Ernährungs- und Lebensmittelforschung befasst:

Ja, das sagen die Amerikaner, aber so ist es nicht. Da lief 1999 eine große Studie hier bei uns am Lehrstuhl, und da konnten wir also ganz klar feststellen, dass fünffach höhere Hormonwerte, wenn man so als Schnitt über den ganzen Körper geht, auftreten – Prof. Michael Pfaffl, TU München

Zum schlechten Schluss (wieder einmal) kommt heraus, dass es noch „viele ungeklärte Fragen“ gibt. Soll das etwa heißen, dass hier die Gabe von Wachstumshormonen bei der Zucht überhaupt noch nicht auf Sicherheit und Verträglichkeit untersucht worden ist?

Eine Arbeit aus dem Jahr 2015 (Hormone Use in Food Animal Production: Assessing Potential Dietary Exposures and Breast Cancer Risk.) bestätigt, dass die sieben üblichen Hormone in der amerikanischen Landwirtschaft so gut wie keine evidenzbasierten Tests durchlaufen haben.

Man weiß noch nicht einmal, ob die Hormone und deren Metabolite sich im Gewebe anreichern und damit in relevanten Dosierungen auf den Verbrauchertisch gelangen.

Es ist auch nicht klar, in welchem Gewebe solche Anreicherungen besonders stark ausfallen. Wenn man dann Tests mit Gewebeproben durchführt, wo keine starke Anreicherung stattfinden kann, dann erhalten wir Ergebnisse von Grashalmen und Fußballfeldern aus Texas.

Damit schrumpft wieder alles zusammen auf den alten Nenner: Um das Geschäft nicht zu belasten oder sogar zu gefährden, werden ausgiebige Untersuchungen zur Sicherheit und Verträglichkeit unterlassen. Denn die sind teuer, aufwendig und könnten mit unliebsamen Ergebnissen aufwarten, die dann das gesamte Treiben auf Eis legen würden.

Ob Hormonfleisch Brustkrebs begünstigt, das kann heute niemand sagen, da niemand danach getestet hat. Die Behauptung ist rein hypothetisch, was aber nicht heißt, dass sie unberechtigt ist. Noch hypothetischer und absolut unberechtigt ist die Behauptung, dass Hormonfleisch sicher und verträglich ist. Denn es gibt keine einzige Studie, die dies bezeugen könnte.

Zur Gentechnik brauche ich mich an dieser Stelle nicht weiter zu äußern. Denn dazu hatte ich etliche Beiträge verfasst:

Fazit

Ob Chlorhühnchen, Hormonfleisch oder Gentechnik – dies und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch andere, noch nicht bekannte Ungeheuerlichkeiten sollen per TTIP eingeführt und umgesetzt werden. Niemand weiß, ob diese „Neuerungen“ für den Verbraucher unbedenklich sind.

Die Unbedenklichkeits- und Sicherheitszertifikate sind von der Industrie selbst fabriziert und haben bestenfalls hypothetischen Charakter. Das muss dann ja auch reichen, wenn man das Geschäft nicht gefährden will. Ob das alles wirklich sicher ist, das werden wir dann in einigen Jahrzehnten erfahren, wenn ein signifikanter Teil der Bevölkerung täglich Produkte der Gentechnik, Hormonfleisch und so weiter zu sich genommen hat.

Sollten dann die „Nebenwirkungen“ eintreten, die von den TTIP-Gegnern vorausgesagt worden sind, dann ist das auch kein Problem. Denn dann hat die Industrie einen weiteren Grund, gegen die so erzeugten Gebrechen weitere Medikamente auf den Markt zu werfen. Das nennt man „geschäftliche Nachhaltigkeit“.

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1971 – ein Lied geht um die Welt und schleift eine Getränkemarke zum Welterfolg. Oder man könnte auch „Durchbruch“ sagen.

Es handelt sich hier um die sogenannte „Hilltop“ Werbung, in der inmitten von unberührter Landschaft eine Gruppe von ausschließlich jungen Leuten aus allen Nationen zusammen steht und ein Liedchen trällert – jeder mit einer Flasche Coca-Cola in der Hand.

 

Der Text ist einfach, harmlos und träumerisch:

I’d like to build the world a home and furnish it with love,

Grow apple trees and honey bees, and snow white turtle doves.

I’d like to teach the world to sing in perfect harmony,

I’d like to buy the world a Coke and keep it company.

[Repeat the last two lines, and in the background:]

It’s the real thing, Coke is what the world wants today.

Ich würde der Welt gerne ein Zuhause bauen und es mit Liebe einrichten,

Apfelbäume anbauen und Bienen und schneeweiße Tauben züchten.

Ich würde der Welt gerne beibringen, in perfekter Harmonie zu singen,

ich würde gerne der Welt eine Cola kaufen und ihr Gesellschaft leisten.

Das ist das wahre Ding, Cola ist, was die Welt heute will …

Heute nach mehr als 40 Jahren ist es zwar aus mit dem Hit der alten Tage. Dafür sind Coca-Cola und dazu andere vergleichbare Getränkehersteller bekannter als je zuvor. Die Welt schluckt nicht nur ihre verzuckerten Produkte, sondern gleich die Illusion mit, dass der Genuss dieser Getränke genau das macht, was im Lied von 1971 behauptet wird: Glück, Harmonie, Idylle, Frieden und so weiter.

Aber Werbung hat nichts mit der Realität zu tun. Man könnte sie auch als „Märchenstunde für Erwachsene (und Kinder)“ nennen. Es gibt keine Multi-Kulti-Jugendlichen mit Cola Flaschen in den Händen, die in Reih und Glied auf einem Hügel stehen und singen. Wozu auch? Wem soll das nützen, außer der Firma, die gefärbtes Zuckerwasser für teures Geld an den Mann und Frau bringen will?

Die Realität sieht anders aus. Die Hügelspitze ist menschenleer. Die damals Jugendlichen sind ältere Herrschaften geworden. Heute singen andere den gleichen Song mit einem völlig anderen Text: Change of Tune – https://www.youtube.com/watch?v=3F1U95v0JPs

Es sind Diabetiker, Hypertoniker, Übergewichtige, junge Leute mit Zahnersatz, da die Karies die eigenen Zähne „weggefressen“ hatte und Ärzte und ihre Assistenten, die diese Patienten betreuen müssen. Und der Song endet mit den Worten, dass das alles nichts mit Glücklichsein zu tun hat.

Am Schluss dieser „Werbung gegen Cola und Co.“ erfahren wir, dass diese Art der Zuckergetränke die Hauptquelle für Kalorien in der amerikanischen Ernährung darstellt. Mit ein Grund für diese fatale Entwicklung ist nicht nur das Liedchen von 1971, sondern ein inzwischen auf über eine Milliarde Dollar angeschwollenes Werbeetat, das für die Verbreitung von Zuckerwasserprodukten jährlich zum Einsatz kommt.

Der Spot mit alter Melodie und neuem Text wurde von der US-Verbraucherorganisation CSPI (Center for Science in the Public Interest) hergestellt.

Cola, Zucker und einige andere Inhaltsstoffe hatte ich bereits in mehreren Beiträgen unter die Lupe genommen:

Dazu gibt es weiterführende Links zu Beiträgen, die sich mit den katastrophalen Effekten von Zucker auf den Organismus beschäftigen:

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Ist Zucker wichtig für unseren Organismus? Wer hier „nein“ sagt, der hat wohl damals im Biologieunterricht nicht aufgepasst. Denn ohne Zucker funktioniert unser Körper nicht, an vorderster Front das Gehirn.

Und genau deshalb brauchen wir die segensreichen Zuckerhersteller (die mit dem weißen Haushaltszucker & Co.), die unseren Organismus in Schwung halten. Oder?

 

Schöne Zuckerwerbung

Damit wir die Segnungen der Zuckerindustrie auch ordentlich zu schätzen wissen, haben die Zuckerhersteller inzwischen auch das Internet entdeckt und eine ganz, ganz süße Webseite erstellt: mitzucker.de. Dort erfahren wir so manches Neue über die segensreichen Wirkungen des Zuckers – alles Sachen, die ich noch gar nicht wusste!

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Zu aller erst einmal, dass „ein Fußballfeld voller Zuckerrüben Sauerstoff für 60 Menschen produziert“. Da sage ich nur: Toll! Dann sollten wir bald anfangen, diesen nutzlosen Wald in unserem Land zu fällen und durch Zuckerrübenfelder zu ersetzen (um Gottes willen nicht auch die Fußballfelder, bitte!). Denn nur Zuckerrüben sind Sauerstoffproduzenten, Bäume können so etwas wohl nicht, oder doch?

Zumindest wollen die Zuckermacher auf der weiterführenden Seite zu diesem Thema wissen wollen, dass Bäume nur 17 Menschen mit Sauerstoff versorgen (mitzucker.de/fussballfeld-voller-zuckerrueben-produziert-sauerstoff-60-menschen). Man schaue sich das einmal an:

Eine eigene Seite nur für diesen Hinweis? Für die hier aufgestellte Behauptung sparen sich die Zuckermacher aber jedwede Quellenangabe. Denn der Leser soll glauben und nicht wissen und nachvollziehen können. Ja ich weiß, ich belege auch nicht alles mit Quellen. Aber ich bin auch kein Verband und lasse meine Erfahrung und Meinung mit in Beiträge einfließen…

Ungläubig wie ich nun mal bin, habe ich mal nach der Sauerstoffkapazität der Bäume geforscht und ob die wirklich so mickerig ausfällt wie die Zuckerbarone es gewusst haben wollen.

Eine Quelle hat dann nachvollziehbar vorgerechnet: Unter Wieviele Bäume braucht ein Mensch kamen die „Scouts“ zu dem Ergebnis, dass eine einzige 80 Jahre alte Rotbuche 1200 Liter Sauerstoff pro Stunde produziert. Wie lange muss die vereinsamte Rotbuche dann produzieren, um auf 15 Millionen Liter zu kommen, die vom Fußballfeld voller Zuckerrüben ausgehen? Antwort: 12.500 Stunden oder 520 Tage = 1 Jahr und 5 Monaten entsprechend.

Jeder kann sich vorstellen, dass eine Rotbuche nicht ein ganzes Fußballfeld für sich beansprucht. Pflanzen wir also ein Fußballfeld voll mit Rotbuchen, dann passen wie viele Bäume auf diese 90 mal 120 Meter Fläche? Bei nur 2 Bäumen hätten wir schon ein Ergebnis von 9 Monaten Produktion, um 15 Millionen Liter zu erzeugen.

Der Gedankenfehler in dieser Rechnung liegt natürlich in der Tatsache, dass Bäume in unseren Breiten nicht 12 Monate im Jahr gleich viel Sauerstoff produzieren können.

In der blattlosen Zeit im späten Herbst bis zum Frühjahr kommt die Produktion fast vollständig zum Erliegen. Aber unsere Zuckerrüben blühen auch nicht 12 Monate im Jahr und werden nach Erreichen der Reife gnadenlos geerntet. Oder produzieren die Dinger dann immer noch Sauerstoff in der Zuckerfabrik? Manchmal fasse ich es einfach nicht, was für ein Unsinn publiziert wird…

Aber nochmal zurück zur Rotbuche: Eine realistische Berechnung für die Rotbuche bietet die oben genannte Webseite an, und geht von einer jährlichen Produktion aus, die 2,5 Menschen ein Jahr mit Sauerstoff versorgt, Ausfallzeiten mit berücksichtigt.

Selbst unter dieser Prämisse würden 24 Rotbuchen ausreichen, um 60 Menschen im Jahr mit Sauerstoff zu versorgen. Frage: Passen 24 Rotbuchen auf ein Fußballfeld? Antwort: Nein, denn wer kann dann da noch Fußball spielen? Damit wäre bewiesen, dass Zuckerrüben die eigentlichen Sauerstofflieferanten in der Welt sind. Amen!

Und wer Sauerstoff liefert, der liefert auch Energie: Zucker – der natürliche Fitmacher (mitzucker.de/zucker-der-natuerliche-fitmacher). Auch hier werden wieder Fakten geliefert, die man glauben muss. Denn die mitgelieferten Quellen sind ein Sportwissenschaftler, ein Triathlon-Europameister und der „Stern“.

Die Qualität der Argumente für das eigene Produkt sind ähnlich lächerlich und unwissenschaftlich wie das Beispiel mit der Sauerstoffproduktion. Ich spare mir weitere Details dazu und fahre lieber fort, nämlich in:

Die süße Welt der Zuckermacher

Wenn Sie (als geneigter Leser) jetzt glauben, dass ich mal wieder alleine am Baum rüttele und schüttele, dann werden Sie gleich sehen, dass das glücklicherweise nicht der Fall ist. Wie verheerend Zucker ist, das habe ich bereits in meinem Buch: Zucker – Wie wir unsere Gesundheit auf´s Spiel setzen beschrieben.

Wer mag mich denn da in meiner unvorteilhaften „Meinung“ zum Zucker unterstützen?

Sehr wahrscheinlich mal wieder so eine alternativ angehauchte Webseite oder Alternativmediziner…

Diesmal jedoch ist die Überraschung auch auf meiner Seite: Die Süddeutsche Zeitung mit ihrer Online-Ausgabe – und das gleich mehrere Male.

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Die Macht der Zuckerlobby

Der erste (und der zweite) Beitrag ist/sind leider auf der Webseite der SZ nicht mehr zu finden, dafür aber hier: Die Macht der Zuckerlobby. Und hier erfahren wir nicht so sehr etwas über die schädlichen Wirkungen des Zuckers, sondern etwas über die schädigende Politik, die die Zuckerindustrie betreibt, um ein so gesundes und wohltuendes Produkt vor der Verbannung zu retten beziehungsweise vermehrt auf unseren Tisch zu bugsieren.

Über die Reaktionen aus dem Lager der Wissenschaftler handelt der zweite Artikel aus der SZ (“Zucker ist Gift” – WHO erarbeitet neue Leitlinien). Hier treffen wir auf einen alten Bekannten aus meinen oben zitierten Beiträgen: Dr. Robert Lustig, was für mich auch mehr als überraschend ist, dass dieser Mann hier zitiert wird.

Wir erfahren auch hier die Einschätzung, dass Zucker Krebs fördert, mit verantwortlich ist für alle „Zivilisationskrankheiten“ und Alzheimer, und dass Zucker Gift ist. Wir erfahren, dass es einen statistischen Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und Diabetes gibt und dass 80 Prozent der amerikanischen Lebensmittel mit Zucker versehen (verseucht?) sind.

Die Belege für die krankmachende Wirkung sind da

Doch nun zurück zum ersten Artikel der SZ: Wie es aussieht, sind die wissenschaftlichen Belege für eine krankmachende Wirkung des Zuckers so gewaltig, dass sich auch die sonst eher schreckhafte WHO dieser Sichtweise anschloss.

Vor rund 10 Jahren entschloss sie sich zu einer Gesundheitskampagne gegen hohen Zuckerkonsum, was die Bush-Regierung zur sofortigen Gegenreaktion veranlasste. Die Zuckerindustrie machte mobil und konnte die Quadratur des Kreises beweisen: Zucker ist wahnsinnig gesund und ohne ihn geht die Welt in sich zu Grunde.

Es gab sogar ein internes Papier seitens der Zuckerindustrie, das einen „WHO War Plan“ beschrieb, also einen Kriegszug gegen die WHO mit ihren nicht so süßen Einstellungen zum Zucker und seinen Auswirkungen. Und weil die WHO sich unbeirrt zeigte, drohte die amerikanische Regierung vollkommen freiheitlich und demokratisch, die Beitragszahlungen von 400 Millionen Dollar zu streichen.

Die WHO blieb standhaft und senkte die empfohlene tägliche Zuckermenge von 25 auf 10 Prozent des täglichen Kalorienbedarfs, was ein Schritt in die richtige Richtung ist, aber sich in der Folge auch nur als Tropfen auf dem heißen Stein erwiesen hat.

Um diese Empfehlungen beim Kunden vergessen zu machen, verpulvern die Lebensmittelhersteller Milliardenbeträge in Werbung und Marketing: 3 Milliarden Euro jährlich nur von der deutschen Nahrungsmittelindustrie, 25 Prozent des Betrags nur für Süßwaren und Schokolade. Denn Zucker ist billig und spricht den Geschmack der Verbraucher an.

Coca-Cola, Nestlé und so weiter zeigen bei Sportveranstaltungen und anderen Gelegenheiten, dass ihre zuckersüßen Produkte nur der Gesundheit dienen können – Marketing als Ersatz für wissenschaftliche Beweise. Kinder werden in Schulen schon mit einschlägiger Werbung angesprochen. Denn Kinder sind die Verdiener und Kunden von morgen. Und auch heute haben sie oft einen Einfluss auf die Einkaufsgewohnheiten der Eltern.

Auf der anderen Seite wäre es ein nicht unwichtiger Schritt, wenn es keinen versteckten Zucker in den Nahrungsmitteln gäbe, oder?

Versteckter Zucker?

Was ist denn das?

Ganz einfach: Es gibt viele Produkte, in denen man keinen Zucker vermuten würde, die aber nichtsdestoweniger Zucker enthalten. Der SZ-Artikel sagt aus, dass sogar saure Gurken und Schinken Zucker enthalten, um so beim Kunden besser anzukommen.

Oder auch das Ketchup – fast egal von welcher Marke. Übrigens darf Heinz Ketchup in Israel sein Ketchup nicht Tomatenketchup nennen. Grund: Das Gemisch enthält angeblich nur 21% Tomaten.

Wenn man den Zucker nicht aus den Produkten nehmen will, dann sollte man doch dessen Gehalt aufs Etikett drucken. Da kann sich jeder entscheiden, ob er das Gift konsumieren und noch dafür zahlen will oder nicht.

Zuckerfreie Gummibärchen und Süßstoffe gelten oft als kalorienarme Alternative. Doch unterstützen sie wirklich beim Abnehmen? Die Antwort lesen Sie hier und fällt überraschender aus, als viele denken.

Die Ampelkennzeichnung war ein gutes Konzept dafür, da hier nicht nur abstrakte Zahlen auf das Etikett gedruckt wurden, sondern über Rot, Gelb und Grün eine Beurteilung des Inhalts vorgenommen wurde. War zu viel Zucker enthalten, dann leuchte die Ampel rot. Worauf diese Beurteilung dann letztendlich beruht, das ist wieder eine andere Frage.

Aber die Zucker- und Nahrungsmittelindustrie hat sich erst gar nicht darauf eingelassen, sondern erfolgreich die Ampelkennzeichnung verhindert. Die Angst der Giftmischer vor den drei Farben war so groß, dass sie für die erfolgreiche Verhinderung eine Milliarde Euro hat springen lassen.

Jetzt haben wir aber dennoch eine Kennzeichnung, mit der man aber kaum etwas anfangen kann und ermüdend unübersichtlich ist. Ach ja, ich vergaß – wir sollen nicht wissen, sondern glauben und dann kaufen. Mitdenken ist nur etwas für Leute, die morgen auf dem Scheiterhaufen landen.

Und nach meiner Meinung absolut untypisch sind die folgenden Sätze für die SZ:

Die Abwehrmechanismen der Industrie gleichen sich über die Branchen hinweg. Das stellt auch Eric Wesselius von der lobbykritischen Organisation Corporate Europe Observatory fest. „Negative Effekte werden geleugnet, kritische Studien als unwissenschaftlich abgetan“, sagt er. Es sei immer das gleiche Muster. Egal, ob es nun um Zucker, Gentechnik oder Tabak gehe.

Respekt vor einer solch klaren Aussage, die ich nur unterschreiben kann.

Die „Süddeutsche“ im Zuckerrausch

Die beiden genannte Artikel erschienen 2014. Zwei weitere Artikel rund um das Thema Zucker gab es noch im selben Jahr. Im Februar 2014 berichtete die SZ, wie die Zuckerbarone sich zusammentaten und Preisabsprachen durchführten, damit ihr gesundheitlich so wertvolles Produkt einen entsprechend hohen Preis erzielte (Zucker-Kartell büßt mit 280 Millionen Euro).

280 Millionen Strafe, eine stattliche Summe für mich und Otto Normalverbraucher. Endlich wird der heilige Zorn (und das noch heiligere Verlangen) nach einer ordentlichen Strafe zufriedengestellt. Richtig! Und die Beschuldigten sind mit den 280 Millionen auch zufrieden, wetten das…? Warum?

Durch die Absprachen konnten die Produzenten höhere Preise erzielen, argumentiert die Behörde. Zucker kostet etwa 60 Cent pro Kilo, bei jedem einzelnen Paket geht es also um kleine Beträge. Weil aber jeder Deutsche im Schnitt 36 Kilo Zucker verbraucht, summiert sich der Jahresverbrauch auf knapp drei Millionen Tonnen. Teilweise sei es durch die Kartellrechtsverstöße nach Aussagen von Industriekunden zu erheblichen Preissteigerungen und sogar zu Versorgungsengpässen gekommen, sagt das Kartellamt.

Wenn ein Kilo 0,60 Euro kostet, dann kosten 3 Millionen Tonnen 1,8 Milliarden Euro. 280 Millionen entsprechen 15,5 Prozent des gesamten Umsatzes – nicht gerade die Portokasse, aber auch kein allzu empfindlicher Verlust, wenn man diese Berechnung für nur ein Jahr gelten lässt. Aber der SZ-Artikel spricht von einem „jahrelangen sich Absprechen“ der Zuckerbarone.

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Der zweite Artikel hieß „Wie bei der Tabakindustrie“. Im vorigen Artikel kam es schon zur Sprache, dass die Verteidigungsmechanismen überall die gleichen sind, in der Gentechnik, der Tabakindustrie und anderswo: Unübersichtliche Kennzeichnungen, verdrehte Wissenschaft, Unterstellungen bezüglich des Nutzens des eigenen Produkts und so weiter. Wer Produkte der Lebensmittelindustrie vertilgt, der hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Menge an Zucker auf dem Löffel, ohne es zu wissen.

„Dokumente der Zuckerindustrie belegen Einfluss auf die Politik“ heißt SZ-Artikel des Jahres 2015 zum Thema Zucker und seinen Machern. Auch dieser Artikel macht da weiter, wo die anderen des letzten Jahres aufgehört hatten.

Diesmal zeigt der Beitrag auf, wie die amerikanische Industrie massiv Einfluss nimmt, die Folgen des Gifts Zucker auf die Gesundheit zu verharmlosen. Karies war demzufolge keine Folge eines hohen Zuckerkonsums. Darum sollte es auch keine Empfehlungen geben, Karies durch einen drastisch reduzierten Zuckerkonsum anzugehen.

Die Spaßvögel von Coca-Cola und Co. schlugen ein Ablenkungsmanöver vor: Man sollte nach Enzymen forschen, die Zahnbeläge lösen und nach Impfungen gegen Karies. Allerdings sollte aus diesen Vorschlägen nichts werden, vielleicht auch, weil sie so herrlich am Ziel vorbeischossen.

Das damals in den Staaten laufende „Nationale Karies-Programm“, das unter der Federführung des NIDR (National Institute of Dental Research) durchgeführt wurde, wurde so manipuliert, dass Programme und Maßnahmen aus Vorschlägen der Zuckerindustrie entnommen wurden.

Grund für diese Manipulation war die Tatsache, dass fast alle Experten des NIDR im Beirat der Zuckerindustrie saßen. Wichtigste „wissenschaftliche Erkenntnis“ des NIDR damals war, dass „der Zuckerkonsum könne „zwar theoretisch eingeschränkt“ werden, dies sei aber praktisch nicht machbar.“ Wie schön, dass es nicht machbar ist, ein Gift einzuschränken oder zu vermeiden, wenn so viel Geld auf dem Spiel steht.

Und die Damen und Herren Schulmediziner haben ja nach jahrelanger Versorgung mit dem Gift in späteren Jahren dann auch neue Kunden mit Diabetes, Krebs, Alzheimer, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und noch ein paar mehr. Aus wirtschaftlicher Sicht gesehen ein profitables und nachhaltiges Model. Ich bete (immer noch) inständig, dass dem NICHT so ist…

Und auch hier wieder die alte Geschichte von Verflechtungen von Industrie und Politik, wenn es darum geht, egal ob gesundheitlich schädigend oder nicht, ein Milliardengeschäft NICHT einknicken zu lassen. Ob Tabakindustrie oder Zuckerbarone, die Einflussnahme massivster Machart auf die Politik ist bei beiden vergleichbar. Ähnlich wie die toxische Wirkung der beiden Produkte vergleichbar ist – mit den notwendigen Abstrichen natürlich.

Fazit

Kurz und bündig – der SZ-Artikel zitiert mit voller Wucht Stanton Glantz, der in den 1990er Jahre beteiligt war, die Verflechtungen von Tabakindustrie und Politik zu enthüllen:

Es geht uns alle an und wir müssen einsehen, dass die Zuckerindustrie – genauso wie die Tabakindustrie – Profit über Gesundheit stellt.

Muss ich noch mehr sagen?

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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Quelle Foto Zucker mit Gummibärchen: fotolia, fotomomentfoto

Offiziell lehnt eine überwiegende Mehrheit der Deutschen die „Grüne Gentechnik“ ab. Und da es offiziell nicht so läuft wie sich einige Konzerne das vorstellen, will man uns quasi durch die Hintertür beglücken. Über ein weiteres Beispiel aus dieser Strategie berichtete der „Spiegel“:  Fastfood auf GMO-Basis.

So etwas lässt sich nur noch toppen, indem wir gleich auf organische Nahrungsmittel verzichten und Plastik (fr)essen, das wie organisch gewachsen aussieht. Teilweise machen wir das ja schon.

Wir essen zwar keine Plastikfolien, dafür aber die Weichmacher, die aus der Folie in das verpackte Lebensmittel diffundieren: Weichmacher – Eine Belastung die man vermeiden kann.

Weiterlesen

Dieses Bilder-Rätsel ist mittlerweile einige Jahre alt. Anno 2014 fand ich diese „Angebote“ alle an einem Samstag mit der Postwurfsendung, die an alle deutschen Haushalte ging. Und die Angebote stammen alle vom gleichen Anbieter.

Ähnliche Angebote mit ähnlichen Preisen finde ich auch heute noch.

Die Aufgabe für das Rätsel ist ganz einfach:

Bevor Sie „meine“ Lösungsvorschläge lesen, schauen Sie es sich bitte einmal in Ruhe an und denken Sie mal eine Minute darüber nach…

Wenn Sie bereit sind, sind hier meine:

Lösungsvorschläge

1. Für Mathematiker: Der Sekt. Der kostet 2,69€, alle anderen Produkte 1,99€

2. Für Physiker: Der Sekt. Der hat einen anderen Aggregatzustand als die anderen Produkte, nämlich flüssig. Die anderen sind alle fest.

3. Für Ernährungswissenschaftler: Mars / Snickers, denn die haben die höchste Kaloriendichte.

4. Für Logiker: Mars / Snickers, denn das ist das einzige Bild, auf dem kein Obst oder Gemüse zu sehen ist.

5. Meine Leser: … tja, jetzt wird es ein wenig knifflig. Ich biete mal drei Varianten an.

  • Die Äpfel, denn das ist das einzige Lebensmittel. Die anderen sind höchstens Nahrungsmittel. Natürlich kann man über die Apfelsorte diskutieren (Pink Lady), ebenso über die Anbaumethoden (siehe mein Beitrag „Gentech-Äpfel„), aber ich nehme den Apfel als „Lebens“mittel einfach mal an. Mehr dazu u.a. in meinem Interview: http://www.gesund-heilfasten.de/ernaehrung/ – das sollte einige Dinge wieder „gerade“ rücken.
  • Die Äpfel, denn diese sind im Verhältnis (zu den nötigen Verarbeitungsstufen und Herstellungskosten der anderen Produkte) zu „teuer“.
  • Der Preis des Fleischs. 1kg für 1,99€ oder weniger? Diese Tiere können ja kaum „artgerecht“ gehalten worden sein? Oder diese wurden massiv mit Agrarsubventionen „gefördert“. Siehe hierzu u.a. auch meine Beitrag: http://www.gesund-heilfasten.de/blog/huehnerfleisch-ohne-geschmack/ (Nein, man sieht in dem Beitrag keine Videos und Bilder der Massentierhaltung).

Ich freue mich über weitere Kommentare!

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