Auf verschiedenen Blogs und u.a. Facebook lese ich die Nachricht: „Ungarn verbrennt 500 Hektar Genmais“. Mit dieser Aktion setze Ungarn ein Zeichen  gegen genmanipulierte Pflanzen und ihren noch ungeklärten Einfluss – sowohl auf die Natur, in der sie wachsen, als auch auf die Menschen, die diese Pflanzen nutzen.

Ungarn ist in letzter Zeit ja für gewisse „radikale“ Ansätze bekannt geworden. Auch im Bereich der grünen Gentechnik hat es in den letzten Jahren (Berichten zufolge) mehrere Verbrennungsaktionen gegeben. Gesicherte Quellen finde ich für den jetzigen Bericht bzgl. der „500ha-Verbrennung“ allerdings nicht. Die Blogs verweisen nach meinen Recherchen nur auf „Drittquellen“.

 

Neu an der jüngsten Aktion soll sein, dass Ungarn verstärkt und sehr bewusst gegen Unternehmen wie Monsanto vorgeht, das genmanipulierte Nutzpflanzen schon länger und auf regulärer Basis entwickelt und einsetzt. Monsanto bringt hierbei seine erhebliche globale Marktposition mit ein.

Eine aktuelle Reaktion darauf war am letzten Wochenende ein weltweit angelegter Protest: In mehr als 400 Städten gingen schätzungsweise 2,1 Millionen Menschen bei einem „Marsch gegen Monsanto“ auf die Straße. Eine beunruhigende Begleiterscheinung dieser Aktion: In vielen Städten fand der Marsch in den großen Medien keine Erwähnung.

Mehr als 27 Staaten der Erde akzeptieren keine genmanipulierten Nahrungsmittel und in 50 weiteren Ländern besteht eine Kennzeichnungspflicht. Die USA gehören keiner dieser Kategorien an. Hingegen stimmten kürzlich 71 US-Senatoren dagegen, dass die einzelnen Bundesstaaten ihre eigenen Kennzeichnungsgesetze erlassen können – ein extremer Gegenpol zu Ungarn, das auch weiterhin seine Abwehrhaltung bezüglich Genfood beibehalten wird…

Falls jemand gesicherte Quellen findet: bitte im Kommentar hinterlassen. Vielleicht spricht auch jemand ungarisch und recherchiert auf ungarischen Webseiten?

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Seltsamerweise hört und liest man nichts davon, dass Monsanto in Argentinien die Geschäftszulassung verloren hat. Auch im Internet gibt es kaum derartige Berichte. Und die bekannten Medien wie Spiegel, FAZ, Sueddeutsche usw. schweigen sich auch aus. Bei den englischsprachigen Webseiten sieht es ähnlich aus.

Laut Neopresse hat das argentinische Finanzministerium die Registrierung von Monsanto und deren Getreidehändler für Argentinien zurück genommen (Quelle: neopresse.com/umwelt/argentinien-entzieht-monsanto-die-geschaftszulassung/). Es taucht an dieser Stelle bei mir die Frage auf, was denn das Finanzministerium mit der Landwirtschaft zu tun hat. Oder stehen hier vielleicht ganz andere Gründe im Vordergrund, die mit den GM-Produkten erst einmal gar nichts zu tun haben?

 

Laut Neopresse kann Monsanto in Argentinien seinen Laden dicht machen, denn die Firma bzw. seine lokalen Händler dürfen weder Saatgut, noch Monsantos Pestizide weiter verkaufen. Grund dafür war im September 2012 ein Prozess in Cordoba, der die Schädlichkeit von „Roundup“ feststellte.

Denn die Krebsraten in der Region, wo dieses Pestizid zum Einsatz gekommen war, hatten um den Faktor 40 (!) zugenommen. Es war hier vermehrt zu schweren Missbildungen von Neugeborenen gekommen, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf das Konto des Pestizids gehen. Auch konnte das Pestizid in über 80 Prozent der Kinder dieser Region im Blut nachgewiesen werden.

Der Grund für das plötzliche Ausbremsen von Monsanto war eine Gesetzesänderung in Argentinien, die 2009 in Kraft trat. Früher musste ein Geschädigter nämlich nachweisen, dass die GM-Produkte oder das Pestizid ihn geschädigt hatte. Das war faktisch unmöglich, da dies eine wissenschaftliche Dokumentation mit den entsprechenden Kosten notwendig werden ließ.

Welcher argentinische Farmer hat so viel Geld übrig, mit dem er ein Gutachten in die Wege leiten kann? Von daher hatte Monsanto leichtes Spiel, denn die Firma brauchte ja nur zu behaupten, dass ihre Produkte sicher seien und auf die selbst durchgeführten Studien hinzuweisen.

Ab da war der Kläger in der Beweispflicht. Aber seit 2009 änderte sich das Gesetz in Argentinien insofern, dass jetzt der Hersteller beweisen muss, dass seine Produkte sicher sind. Kann er das nicht, und Monsanto konnte dies nicht, dann gelten seine Produkte als nicht sicher und damit als nicht verkehrsfähig.

Bislang hatte es Monsanto ja immer wieder hervorragend verstanden, seine Ideen mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln durchzusetzen. Sie haben ihre Interessenvertreter in allen wichtigen Kontrollinstanzen von den Behörden sitzen, die neue Produkte mehr oder weniger schnell und unaufwendig durchwinken und bestehende, alte Produkte vor Angriffen schützen.

Und in den Ländern, wo man selbst beweisen muss, dass Monsanto-Produkte schädlich sind, aber Monsanto nicht nachweisen muss, dass seine Produkte sicher sind, in diesen Ländern floriert das Geschäft der Firma besonders gut.

Wenn dieser Bericht so stimmt, wie er geschrieben worden ist, dann kommt ein Land nach dem anderen dazu, die Monsanto und GM-Produkte die rote Karte zeigen. Ungarn hatte seinerzeit die Maisfelder von Monsanto zerstört und die Firma aus dem Land verbannt. Frankreich hatte 2012 alle genmanipulierten Getreidearten verboten. Und nun ist Argentinien der Dritte im Bunde. Wie schön wäre es, wenn alle Länder sich diesem Beispiel anschlössen und GM-Produkte verbannten.

Wie bereits eingangs gesagt, taucht bei mir die Frage auf, warum in Argentinien ausgerechnet das Finanzministerium das Verbot durchsetzt. Im Rahmen von etwas zusätzlicher Recherche ist mir ein Beitrag der Mercopress aufgefallen, der aber auch ziemlich alleine in der Internet-Landschaft steht. Kaum jemand anders berichtet über dieses Ereignis. Denn laut Mercopress (vom Oktober 2012) geht es bei dem Handelsverbot um etwas ganz anderes: Seed giant Monsanto suspended in Argentina on allegations of tax irregularities.

Dieser Artikel sagt aus, dass Monsanto seine Handelslizenz verspielt hat, da sie sich weigern, dem argentinischen Staat die notwendigen Steuern zu bezahlen. Inzwischen schuldet die Firma dem Staat 70 Millionen Dollar für den Zeitraum von 2001 bis 2005. Aber in Sachen Steuerschulden steht Monsanto nicht alleine da. Cargill Inc., Barrick, Metallurgical Corp. of China Ltd. usw. haben ebenfalls Steuerschulden.

Und es droht diesen Firmen ebenfalls der Lizenzentzug bzw. ist dies schon erfolgt. Eine Sprecherin von Monsanto dagegen gab an, dass der Lizenzentzug die Geschäfte von Monsanto in Argentinien nicht beeinträchtigen würde. Im Februar letzten Jahres war Monsanto schon einmal wegen Steuerschulden kaltgestellt worden, konnte aber nach Zahlung der fälligen Summen wieder sein Geschäft aufnehmen.

Es bleibt also abzuwarten, welches Szenario denn jetzt das Richtige ist: Das Verbot aufgrund der Schädlichkeit der Monsanto-Produkte oder das Verbot aufgrund der Steuerschulden. Oder sind beide Sachverhalte richtig? Wäre das Schädlichkeitsszenario das Richtige, dann hätte das Verbot voraussichtlich einen langen Bestand. Ist jedoch die Sache mit den Steuerschulden richtig, dann ist es nur eine Frage der Zeit bzw. der Begleichung der Steuerschulden, bis dass der Konzern seine Aktivitäten in Argentinien wieder aufnehmen kann.

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Aktualisierung 30.01.2013

Da haben wir den Salat (hoffentlich biologisch-organisch)! Die Firma Monsanto äußert sich zu meinem Artikel vom 17. Januar 2013, allerdings nicht in der Kommentarspalte unter dem Artikel, sondern per E-Mail.

Hier der Kommentar der Firma:

Sehr geehrter Herr Gräber,

auf Ihrem Blog mutmaßen Sie im Artikel „Monsanto von Argentinien vor der Tür gesetzt?“ über die Gründe, warum darüber nichts in der Presse zu lesen ist, sondern lediglich auf einigen, recht einschlägig orientieren, Webseiten. Der Grund ist ganz einfach: die auf neopresse.com verbreiteten Behauptungen eines vermeintlichen Entzugs der Gewerbeerlaubnis sind schlichtweg falsch und der Artikel schlecht recherchiert.

Im Folgenden finden Sie unsere Stellungnahme- die im Übrigen bereits seit Monaten auf der argentinischen Monsanto Webseite und ebenso auf der deutschen verfügbar ist.

Stellungnahme zu Pressemeldungen eines vermeintlichen Entzugs der Gewerbeerlaubnis in Argentinien

In einigen Medien wird derzeit die unglaubliche Frechheit behauptet, dass das Argentinische Finanzministerium Monsanto die Gewerbeerlaubnis entzogen habe. Als Grund hierfür wird ein Gerichtsprozess angegeben, in dem angeblich nachgewiesen wurde, dass sich die Krebsrate in der Region Ituzaingó Anexo seit Einsatz des Herbizids Roundup um das Vierzigfache erhöht habe.

Monsanto möchte diese Fehlinformation richtigstellen und äußert sich wie folgt:

  • · Die Gewerbeerlaubnis wurde Monsanto Argentinien zu keiner Zeit entzogen.
  • · Es kam lediglich zu einer vorläufigen Aussetzung des Eintrages in das Steuerverzeichnis registrierter Saatguthändler.
  • · Diese Aussetzung betraf neben Monsanto viele weitere Exporteure.
  • · Die steuerlichen Vorteile, die mit einer Registrierung verbunden sind, besitzen jedoch keine Relevanz für unsere Geschäftstätigkeit in Argentinien.
  • · Diese administrative Maßnahme des Finanzministeriums für als Saatguthändler registrierte Unternehmen, hatte zu keiner Zeit Einfluss auf die Geschäftstätigkeit von Monsanto.
  • · Wir möchten betonen, dass das Unternehmen sämtliche Steuergesetze strikt befolgt und Behörden jede benötige Information zugänglich macht.

Es besteht kein Zusammenhang zu dem erwähnten Gerichtsprozess in der Stadt Córdoba. In diesem wurde nicht wie behauptet, die Sicherheit von Pflanzenschutzmitteln, sondern eine mögliche Verletzung des Umweltschutzgesetzes durch Sojaanbauer verhandelt.

Ich bitte Sie, Ihren Artikel zu korrigieren und nicht weiter für die Verbreitung von derartig infamen Falschinformationen zu sorgen.

Besten Dank.

Selbstverständlich komme ich gerne einer Aufforderung zur „Richtigstellung“ nach. Hierzu habe ich die Antwort inkl. der Pressemeldung veröffentlicht.

Nun, meine „infame Falschinformation“ besteht im Wesentlichen darin, einen Beitrag von Neopresse aufgegriffen, dessen Inhalt referiert und diskutiert und dann die Frage gestellt zu haben, warum nur Neopresse sich auf dieses Thema stürzt. Vielleicht ist bei Monsanto auch nicht aufgefallen (oder es ist nicht so wichtig), dass ich verwundert war, warum das Finanzministerium (wieder einmal laut Neopresse), Monsanto vom Platz stellt, wo der Vorgang doch in das Ressort des Landwirtschaftsministeriums fallen müsste. Aber folgender Satz hätte zu denken geben müssen:

Oder stehen hier vielleicht ganz andere Gründe im Vordergrund, die mit den GM-Produkten erst einmal gar nichts zu tun haben?

Diese Fragen waren die ersten eigenen Gedanken zu diesem Thema. Bis zu dieser Stelle war der Rest nichts als ein Referat des Neopresse-Artikels.

Ich muss ja zugeben, dass eine Bestätigung des Inhalts dieser Nachricht keinesfalls auf mein Missfallen gestoßen wäre. Und das betrachte ich als eine legitime Form der freien Meinungsäußerung.

Aber mein relatives Unbehagen, das ich beim Neopresse-Artikel hatte, brachte ich dann bei der Diskussion des Artikels von Mercopress zum Ausdruck. Der behauptete, dass Monsanto aufgrund von Steuerschulden auf Eis gelegt worden sei. Weder der Artikel von Neopresse, noch der von Mercopress sind von mir verfasst worden. Beide Artikel widersprechen sich bei der Diskussion der Gründe für einen Lizenzentzug, was in diesem Zusammenhang auffällig war.

Aber auch bei der Beurteilung des Lizenzentzugs war ich nicht unbedingt von der absoluten Richtigkeit überzeugt. Immerhin stellte ich die Fragen:

Es bleibt also abzuwarten, welches Szenario denn jetzt das Richtige ist: Das Verbot aufgrund der Schädlichkeit der Monsanto-Produkte oder das Verbot aufgrund der Steuerschulden. Oder sind beide Sachverhalte richtig?

Es war eben auffällig, dass zu beiden Versionen kaum Material im Internet zu sichten war, so dass immerhin die Möglichkeit bestand, dass weder das Eine, noch das Andere zutraf.

In diesem Zusammenhang spricht Monsanto in seiner Antwort von „einigen, recht einschlägig orientieren (orientierten – Anm.v.m.), Webseiten“. Gehört also Mercopress auch in diese Kategorie, und warum? Und langsam kommen noch mehr „einschlägig orientierte Webseiten“ hinzu, wie z. B. Monsanto sued for poisoning farmers und The mother who stood up to Monsanto in Argentina, wo das „Märchen“ von den 40-mal höheren Krebsraten wiederholt wird. Auch diese „infame Falschinformation“ entspringt nicht meiner Feder.

Zum Schluss möchte ich eine weitere „einschlägig orientierte“ Webseite zitieren (Bloomberg, Monsanto Cut From Argentine Cereals Register Following Bunge), die die Version von Mercopress zu bestätigen scheint. Auch diese Webseite spricht von 70 Millionen Dollar Steuerschulden für den Zeitraum zwischen 2001 und 2005 und einer „Suspendierung Monsantos vom argentinischen National Cereals Register“ und nicht von einer Suspendierung von „registrierten Saatguthändlern“.

Unter dem Strich lässt sich sagen, dass die Situation verwirrend bleibt. Es erhebt sich die Frage, welche Möglichkeit die wahrscheinlichere ist:

1. Monsanto sieht Rot aufgrund des Gerichtsbeschlusses gegen seine GMOs

2. Monsanto sieht Rot aufgrund der Steuerschulden

3. Monsanto sieht Rot wegen 1. und 2.

4. Monsanto sieht gar nichts, weil alles in Ordnung ist mit den GMOs und Steuerschulden.

Aus der hiesigen Sicht dies definitiv zu beurteilen dürfte schwierig werden. Aber die (wenn auch spärliche Diskussionen) um solche Möglichkeiten aus dem Internet zu zitieren und mit aller Vorsicht zu diskutieren, sollte durchaus erlaubt sein.

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Mein persönlicher Horror auf den Feldern sind genetisch modifizierte Nutzpflanzen (kurz: GM-Nutzpflanzen oder auch nur „Genpflanzen“): Sie wurden 1996 von der Firma Monsanto eingeführt und als „Heilsbringer für die Welt“ verkauft, denn durch sie sollte nicht weniger als das Hungerproblem in der Welt gelöst werden. Es gab aber etliche kritische Zeitgenossen, die nicht verstanden, warum der Hunger in der Welt nun ausgerechnet auf dem (zuvor bestehenden) Fehlen von Genpflanzen beruhen sollte? Doch Monsanto hatte noch mehr:

Als weiteres „bärenstarkes“ Argument wurde seitens der Firma Monsanto aufgeführt, dass durch den Einsatz von GM-Nutzpflanzen der Pestizideinsatz reduziert werden würde. Besonders die Bt-Pflanzen, die ihr aufgrund der genetischen Modifikation ihr eigenes Insektizid produzieren, bräuchten dann kaum noch weitere Pestizidbehandlungen von außen.

Da wunderte man sich schon, als man erfuhr, dass Monsanto zeitgleich aber seine Kapazitäten für die Produktion von Pestiziden kontinuierlich ausweitete. Es sah (fast) so aus, als ob Monsanto bewusst tolle, marketinggerechte Ankündigungen herausgegeben hatte – und auf der anderen Seite das Gegenteil davon praktizierte.

 

Heute wissen wir auch warum dies so kommen musste, denn die genetisch veränderten Pflanzen haben zu Toleranzentwicklungen geführt. Und das gleich doppelt: Unkräuter und Schädlinge sind gleichermaßen betroffen. So sind mittlerweile zwei Dutzend Unkräuter gegenüber Glyphosat unempfindlich geworden. Glyphosat ist der wichtigste Bestandteil von Monsantos Unkrautvertilgungsmittel „Roundup“ (ich berichtete darüber in meinem Artikel: „Politiker entdecken: Herbizide sind doch gesund„).

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Schlimm, schlimmer, Monsanto

Inzwischen ist es auch nicht mehr möglich, abzuwiegeln und kritische Stimmen in die Pessimistenecke zu stecken. Denn die Wissenschaft hat sich dieses Phänomens angenommen und ist zu erschreckenden Ergebnissen gekommen. Die unlängst veröffentlichte Studie „Impacts of genetically engineered crops on pesticide use in the U.S. – the first sixteen years“ von Charles Benbrook, einem Wissenschaftler an der Washington State Universität, stellt als erstes fest, dass es kaum unabhängige Studien gibt, die die Auswirkungen der Pestizide bestimmt haben.

Es gibt praktisch auch keine Arbeiten, die das Resistenzpotential von Glyphosat bestimmt hätten. Von daher untersuchte der Wissenschaftler die Auswirkungen von 6 GM-Pflanzen und den bei ihnen eingesetzten Pestiziden für die Zeit von 1996 bis 2011.

Die Pflanzen waren:

  • Herbizidresistenter Mais
  • GM-Soja
  • GM-Baumwolle
  • Bt Mais, der ein Pestizid gegen den Maiszünsler produziert
  • Bt Mais, der ein Pestizid gegen den Maiswurzelbohrer produziert
  • Bt Baumwolle mit Pestizidproduktion gegen Schmetterlingsraupen

Das Resultat der Untersuchung: Die herbizidresistente Nutzpflanzentechnologie führte in den Vereinigten Staaten zu einer Erhöhung des Gebrauchs von Herbiziden. Diese Erhöhung betrug für den Zeitraum von 1996 bis 2011 239 Millionen Kilogramm. Die Bt Nutzpflanzen führten zu einer Senkung des Gebrauchs von Insektiziden von 56 Millionen Kilogramm für den gleichen Zeitraum. Unter dem Strich wuchs also der Pestizidverbrauch um 183 Millionen Kilogramm oder 7 Prozent.

Der Forscher kommentiert seine Ergebnisse so: Es wird immer wieder behauptet, dass der Einsatz von GM-Nutzpflanzen den Pestizidverbrauch reduziere (eine fast gebetsartige Übung der Befürworter von GMOs).

Aber die Resistenz der Genpflanzen gegenüber Glyphosat ist bereits auf andere Pflanzen übergegangen, die jetzt nur noch durch höhere Konzentrationen an Pestiziden kontrolliert werden können – und dies ist dann der Grund für den Zuwachs von 7 Prozent. Weiter schließt er, dass eine Zulassung von Mais und Soja, die gegen das Herbizid 2,4-D (2,4-Dichlorphenoxyessigsäure) resistent sind, zu einer weiteren Erhöhung des Herbizidverbrauchs um sage und schreibe 50 Prozent führen wird.

Und wie es aussieht, ist dies nur der Anfang, denn in einer Stellungnahme der Nachrichtenagentur Reuters gegenüber erklärte der Wissenschaftler, dass der Herbizidverbrauch aufgrund der Resistenzentwicklungen momentan  jährlich um 25 Prozent wächst.

Und genau diese Resistenzentwicklungen zwingen die Bauern oft dazu, auf ältere und noch gefährlichere Herbizidsorten zurückzugreifen. Um eine Resistenzentwicklung bei den Mais und Baumwolle fressenden Insekten gegen das Bt Insektizid zu verhindern, empfehlen Monsanto und Co. den Bauern meines Wissens, zusätzlich noch genau die Insektizide zu sprühen, die eigentlich durch die Bt Technologie ersetzt werden sollten.

Wahnsinn mit Methode

Monsanto ist ja bekannt für seine tollen Einfälle, besonders wenn es um Zerstörung geht. So war Glyphosat ein Bestandteil des Entlaubungsmittels Agent Orange, mit dem Vietnam im damaligen Vietnamkrieg großzügig bedacht worden ist. Aber auch das 2,4-D ist ein Bestandteil von Agent Orange. Wie sich dieses segenbringende Zeug auf ungeborenes Leben auswirkt, können Sie unter http://digitaljournalist.org/issue0401/griffiths_intro.html begutachten (Vorsicht: nichts für schwache Nerven). Über die Rückstände von Glyphosat in Lebensmitteln berichtete ich auch schon in „Glyphosat im Brötchen – unser tägliches Gift gib uns heute„.

Doch zurück zur Studie: Laut Prof. Benbrooks Einschätzung würde der Einsatz von 2,4-D nach der Zulassung der 2,4-D-resistenten GM Pflanzen in 2013 fast 50 Millionen Kilogramm jährlich (bis zum Jahr 2019) ausmachen. Momentan werden immerhin schon 1,5 Millionen Kilogramm jährlich versprüht. Damit hätten wir quasi vietnamesische Verhältnisse vor unserer Haustüre. 2,4-D ist toxisch genug, dass die Wahrscheinlichkeit von Entwicklungsstörungen bei Feten und Problemen mit den Fortpflanzungsorganen bei Mann und Frau enorm ansteigt.

Für die Umwelt käme ein weiterer herber Schlag dazu. So wartet Dow Chemicals neuestes GM Produkt, eine Sojapflanze, die gleich gegen 3 Substanzen immun ist, auf ihre amerikanische Zulassung. Wo Monsantos Pflanzen nur gegen Glyphosat oder Glufosinat resistent sind, ist die Dow-Soja gegen beides und 2,4-D resistent. Natürlich beeilt sich Dow jetzt, ihr neues Produkt als den Monsanto-Produkten überlegen darzustellen, da die ja nur Roundup „ready“ seien und Glyphosatresistenzen bei Unkräutern entwickelt hätten.

Dabei unterschlägt die Marketingabteilung von Dow geflissentlich, dass schon heute 28 Arten aus 16 Pflanzenfamilien eine Resistenz gegen 2,4-D und ähnliche Herbizide haben. Oder in anderen Worten: die neue GM Pflanze von Dow ist noch gar nicht auf dem Markt, da gibt es schon Resistenzen bei Unkräutern gegen die Herbizide, gegen die sie selbst gefeit ist.

Und die Empfehlung von Dow wird die gleiche sein wie die bei Glyphosat-resistenten Unkräutern: Einfach mehr 2,4-D sprühen, um die Unkräuter zu vernichten und weitere Resistenzentwicklungen zu verhindern. Kein Wunder also, wenn Prof. Benbrook in seinen Schätzungen auf den Einsatz von 50 Millionen Kilogramm 2,4-D jährlich nach der Einführung der neuen Dow-Sojapflanze kommt.

Die amerikanische Politik hilft tüchtig mit

Damit die Schätzungen von Prof. Benbrook auch wahr werden, sorgt die Politik für die richtige Weichenstellung in Richtung Pestizidum- und -einsatz. So hat der amerikanische Präsident Obama 2009 den Bock zum Gärtner bestimmt, indem er einen gewissen Michael Taylor zum Chefberater der FDA (Food und Drug Administration) gemacht hat. Warum Bock, warum Gärtner?

Ganz einfach: Taylor war zuvor der Chef der PR-Abteilung bei Monsanto. 2010 ist er sogar zum stellvertretenden Kommissar für Lebensmittel in der FDA erkoren worden. Ich frage mich (und das sollten Sie auch tun): Wird ein Karrieretyp wie Taylor etwa kritische Prüfungen von Monsanto-Produkten anordnen oder ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass er bei einer Neuzulassung durchwinkt, was er durchwinken kann und darf?

Wie industriefreundlich der Mann ist, hat er 1991 schon beweisen können. Da war er auch schon bei der FDA tätig, als stellvertretender Kommissar für Regeln und Policen. In dieser Eigenschaft setzte er durch, dass Milch von Kühen, die mit dem Wachstumshormon BGH behandelt worden waren, keinen solchen Vermerk auf dem Etikett haben musste.

Er war auch maßgeblich daran beteiligt, dass Monsanto seine GM Produkte ohne Sicherheitsstudien auf den Markt bringen durfte. Heute schreibt ein solcher Mensch den Amerikanern vor, wie Sicherheitskontrollen auszusehen haben, welche Sicherheitsstandards zum Einsatz kommen usw.

Da wird mir blitzartig klar, warum es mit der Gesundheit der Amerikaner nicht zum Besten gestellt sein kann. Denn die FDA erlaubt GMOs (= Gentechnisch modifizierter Organismus) in Lebensmitteln, ohne dass der Hersteller dies zu etikettieren braucht.

Dabei sind es sogar FDA-Wissenschaftler gewesen, die vor unberechenbaren Folgen von GM-Nahrungsmitteln gewarnt haben, z. B. Allergien, Toxine, neue Erkrankungen sowie allgemeine Resorptions- und Ernährungsprobleme. Aber es sind halt die Leute wie Rechtsanwalt Taylor, die die Entscheidungen treffen und bei solchen Dingen das letzte Wort haben.

Würden  die Entscheidungskriterien auf den Ergebnissen der eigenen Wissenschaftler basiern, gäbe es sehr wahrscheinlich kein GM-Food in den USA. Aber die Kriterien lauten anders, denn sie sind an den Bedürfnissen der Lebensmittelindustrie orientiert, und Taylor und Co. sehen zu, dass diese Bedürfnisse zur Genüge berücksichtigt werden.

Jeffrey M. Smith kommentierte Taylors Berufung so: „Diese Person ist für mehr lebensmittelbezogene Erkrankungen und Todesfälle verantwortlich als sonst jemand in der Geschichte. Und der ist just zum amerikanischen Lebensmittelsicherheit-Zar gekürt worden. Das ist kein Witz.“

Fazit

Es ist fast berauschend, wie die Lügen der Industrie sich selbst entblößen. Nachdem jetzt jedem klar sein sollte, dass GMOs keine Einsparungen beim Einsatz von Pestiziden nach sich ziehen, sondern das komplette Gegenteil bedeuten, taucht als nächstes die Frage auf:

Wenn die Pestizidgeschichte nicht stimmt, vielleicht sind die anderen Behauptungen dann auch falsch? Wie können die GM-Pflanzen Hunger beseitigen, wenn beispielsweise die Ernte nicht für den lokalen Markt bestimmt ist?

So werden ganze Landstriche in anderen Ländern für GM-Mais und GM-Soja benutzt und die Waren danach exportiert, damit die Kühe in Amerika und Europa nicht mehr auf der Weide grasen müssen. Für diese Länder, in denen Mais und Soja im Großformat angebaut werden, ist das eine Katastrophe, da das Land für den Anbau mit lokalen Lebensmitteln zur Eigenversorgung nicht mehr zur Verfügung steht.

Aber selbst wenn GM-Pflanzen zur lokalen Versorgung eingesetzt würden, besteht immer noch die hohe Wahrscheinlichkeit, dass diese Lebensmittel gesundheitliche Probleme verursachen. Die FDA-Wissenschaftler haben auf diese Möglichkeit hingewiesen. Und es gibt unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen, die bei Labortieren, die mit GM-Produkten gefüttert worden waren, Fruchtbarkeitsprobleme und schwere organische Veränderungen gezeigt haben. Bei solchen Aussichten fällt mir bezüglich der Genpflanzenvertreiber nur noch das Götz v. Berlichingen Zitat ein…

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Es scheint wie ein Bühnenstück der übelsten Art: Ein Gentechnik-Konzern und der Tod scheinen in Indien einen Pakt geschlossen zu haben. Denn wenn man Berichten glauben darf, erfolgt seit geraumer Zeit „die größte Selbstmordwelle in der indischen Geschichte“ unter den Baumwollfarmern, die einen Pakt mit dem Gentechnik-Konzern Monsanto geschlossen hatten.

 

Grund für diese Tragödie ist der Verlust von Haus und Hof der Farmer, der für sie nicht nur eine Einkommensquelle darstellt, sondern Teil der eigenen Identität ist. So erfolgten über die letzten 16 Jahre mehr als 250.000 Selbstmorde von Farmern, die in die sogenannte „Vertrags-Falle“ geraten waren.

Da man solche Zahlen nicht einfach übersehen kann, entbrennt natürlich jetzt die Frage: Wer ist für dieses Desaster verantwortlich? Und die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: Die Selbstmörder natürlich! Klar, Monsanto hat niemanden zum Selbstmord aufgefordert und hat somit, nach eigenem Ermessen, nichts mit diesem Phänomen zu tun. So einfach kann man es sich machen…

Die Bauernfänger aus Amerika

Monsanto, Cargill, Syngenta etc. versuchen in der ganzen Welt ihr genetisch manipuliertes Saatgut loszuwerden – und das oft mit sehr fragwürdigen Mitteln. Während Europa sich noch quer stellt, ist in Indien die Rechnung voll aufgegangen.

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Hier hatte das genetisch manipulierte Marketing der Firmen 100-prozentigen Erfolg mit der Verbreitung von – naja, nennen wir es mal „kreative Wahrheiten“. Denn mit Hilfe von Funk und Fernsehen und Persönlichkeiten des öffentlichen indischen Lebens wurde massiv für die Einführung von genetisch manipulierter Baumwolle z.B. geworben.

Den Farmern wurde vorgeschwärmt, dass die genetische Baumwolle viel, viel, viel ertragreicher wäre, dass der Farmer auf der anderen Seite des Bergs schon seit 2 Jahren Millionär ist (das ist natürlich eine absolute Übertreibung von mir) und dass alles viel einfacher wäre mit der Bt-Baumwolle usw.

Legoland in Indien? Natürlich weiß jeder Marketingfachmann, dass die einfachen Bauern in Indien so etwas glauben. Sie glaubten einfach dem Legoland-Gewäsch und fielen prompt drauf rein. Denn was ihnen nicht erzählt wurde, bevor sie den Vertrag mit Monsanto und Co. unterzeichneten, scheint zu sein, dass sie für teures Geld jährlich neues Saatgut kaufen mussten.

Sie gingen davon aus, dass sie nach alter Tradition einen Teil der Ernte als Saatgut für das nächste Jahr aufheben und verwenden konnten. Aber das war vertraglich nicht erlaubt! Also mussten sie in den sauren Apfel beißen und das Saatgut jährlich zu einem Preis kaufen, der zwischen 4 und 10 mal höher war als der von traditioneller Baumwolle. Dazu gesellte sich noch der Umstand, dass die Bt-Baumwolle deutlich mehr Pestizide verlangte, bis zu 13 mal mehr als bis dahin üblich, um nicht zu erkranken. Die Rechnung lautet daher:

Mehr Pestizid = mehr Unkosten = geringere Einnahmen unter dem Strich

Das gleiche gilt auch für den Dünger, der großzügiger bei der Bt-Baumwolle eingesetzt werden muss als bei normaler Baumwolle. Und zu schlechter Letzt – der Todesstoß sozusagen im wahrsten Sinne des Wortes – waren die Erträge der Bt-Baumwolle, die nicht annähernd so hoch waren wie die der traditionellen Baumwolle.

Hatte Monsanto noch versprochen, dass jährlich mit einer Ernte von 1500 Kilogramm zu rechnen ist, malte die Realität ein gründlich anderes Bild: Die Farmer ernteten durchschnittlich gerade einmal 300, maximal 400 Kilogramm. Grund dafür ist die fast zwingende Voraussetzung einer künstlichen Bewässerung, denn Bt-Baumwolle braucht sehr viel mehr Wasser als die normale Baumwolle.

Da aber die überwiegende Zahl der Baumwollfarmen keine Bewässerung aufweist und sich nur auf Regenfälle verlässt, war es nur logisch, dass die Erträge schrumpften – ein weiterer Aderlass in der Bilanz.

Zu guter Letzt mussten die Farmer Kredite aufnehmen, um das teure Saatgut und die nicht billigen Pestizide von Monsanto zu beziehen. Pestizide aus anderen Quellen können bei der Bt-Baumwolle nicht eingesetzt werden, da die genetische Manipulation seitens Monsanto so ausgelegt ist, dass die Bt-Pflanze nur das Monsanto-Pestizid überleben kann, und kein anderes.

Prima Falle!

Mehr Pestizide als unter normalen Bedingungen und dann auch nur das eine!

Unter diesen Voraussetzungen lässt sich leicht ausrechnen, wann ein Farmer so weit verschuldet ist, dass er vollkommen mittellos ist und damit nicht mehr in der Lage sein wird, neues Saatgut usw. zu erwerben. Er kann dann seine Schulden nur noch mit der Abtretung seines einzigen Besitzes begleichen, sein Land und alles, was dazu gehört.

Danach hat er dann vielleicht keine Schulden mehr, aber er ist vollkommen „nackt“, ohne Einkommen, ohne Bleibe, nichts, rein gar nichts. Sein Land und Haus, das seit Generationen seine Heimat für ihn und seine Familie gewesen ist und Teil seiner Identität ausmachte, gehören ihm plötzlich nicht mehr.

Alles, wofür Generationen gearbeitet haben, verpufft lautlos in der Luft. Was kann ein indischer Baumwollfarmer wohl in dieser Situation noch machen? Hartz-4 beantragen? Sich umschulen lassen auf Traktor- oder Gabelstaplerfahrer? Nichts kann er machen. Für ihn gibt es keine Zukunft. Also geht er den letzten Schritt…

Indiens genetische Revolution

Bei solch monströsen Selbstmordraten taucht sofort der Gedanke auf, dass hier auch ebenso monströse Verhältnisse für diesen Umstand verantwortlich sind. Dies ist in der Tat der Fall. Die sogenannte „grüne Revolution“ in den 1960er und 1970er Jahren war verbunden mit einer ökonomischen Bevorzugung der Mittelschichten, was Unterstützungsgelder für die Landwirtschaft signifikant kürzte. Gleichzeitig erfolgte eine stetige Preissteigerung bei Saatgut, Dünger, Pestiziden und anderen Notwendigkeiten für den Farmbetrieb.

Doch damit nicht genug: Die Preise für landwirtschaftliche Produkte verfielen in dem selben Maße, wie die Ausgaben sich erhöhten. So erhielt der Baumwollfarmer 1994 noch 1,10 Dollar pro Pfund roher Baumwolle. Im Jahr 2006, also 4 Jahre nach Einführung der Bt-Baumwolle im indischen Markt, erzielte das gleiche Pfund nur noch einen Betrag von mageren 54 Cent, also weniger als die Hälfte.

Insgesamt verlieren die indischen Farmer jährlich 26 Milliarden Dollar aufgrund von fallenden Preisen. Dies ist der Grund, warum vielerorts die Farmer schon damals gezwungen waren, für Wucherzinsen Darlehen aufzunehmen und sich zu verkaufen.

Ein weiterer Nagel im Sarg des Farmbetriebs war der Trend, weg von der Mischkultur und hin zur Monokultur zu gehen. Letztere ist mit verantwortlich für die Auslaugung des Bodens und damit für immer schlechter werdende Erträge. Kein Wunder also, warum deswegen immer mehr Dünger zum Einsatz kam.

Aber mehr Dünger heißt mehr Kosten. Monokulturen sind auch bekannt für ihre signifikant erhöhte Anfälligkeit für Erkrankungen. Lösung dieses Problems: Mehr Chemie gegen mögliche Erreger, wie z.B. Pestizide. Auch hier wieder ein fetter Unkostenbeitrag für den Farmer.

Die Abhängigkeit von der Natur und die eingeschränkten Wasserreserven, auftretende Dürren (bzw. keine ausreichende Regenfälle) und daraus resultierende fehlende bzw. mangelhafte Bewässerung sorgen für einen ebenso mangelhaften Ertrag für die Farmer. Grund für die Tendenz zu weniger Niederschlag sind die klimatischen Veränderungen. Nur etwa 10 Prozent der Baumwollbetriebe haben eine effiziente Bewässerung.

Die indische Regierung hatte wenig Interesse, wenigstens diesen Umstand zu verbessern helfen. Die dazu notwendigen Gelder wurden für die Entwicklung der indischen Mittelschicht (und den Bau von Atombomben) ausgegeben. Vor diesem Hintergrund kamen natürlich die Heilsbotschaften à là Monsanto (s.o.) besonders gut an. So hatten die Geier, die über die dahin siechende indische Landwirtschaft kreisten, leichtes Spiel, diese von der rosa-roten Gentechnik zu überzeugen.

Heute wissen wir, dass für die indische Landwirtschaft das Hantieren mit der genetischen Bombe den „Monsantod“ bedeutet, den bisher bereits mehr als 250.000 Menschen gestorben sind.

Weitere Informationen zum Thema

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Meiner Meinung nach ist das Internet wirklich eine tolle Sache: Jeder hat die Chance, an Wissen teilzuhaben und sich auf diese Weise weiterzubilden. Außerdem ist es jedem möglich, all das zu schreiben, was er denkt.

Dabei sind die Informationen vielfältig: Zu jedem Thema gibt es schmeichlerische und kritische Meinungen, so dass der Leser sich selbst eine Haltung zu diesem Thema bilden kann, ohne etwas aus nur einer einzigen Quelle glauben zu müssen.

 

Außerdem hat man die Möglichkeit, sich darüber auszutauschen, was man da gerade gelesen hat – entweder direkt unter diesen Informationen (wie bei mir hier unten im Kommentarfeld) oder sogar in einem mit drei Klicks erstellten eigenen Internettagebuch, genannt Weblog (Blog).

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Wenn man Leute nach der Bedeutung des Internets für die Wissenschaft befragt, dann sind es eigenartigerweise gerade die Elfenbeinturmbewohner, auch „Wissenschaftler“ genannt, die mit dem Internet, außer E-Mails verschicken, nichts anfangen können.

Und wenn es um die Wissenschaft geht, dann ist für sie das Internet mal gleich ganz außen vor. Denn Wissenschaft wird überhaupt nicht im Internet betrieben und schon gar nicht die Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse. Wo kämen wir denn da hin! Dafür sind die altehrwürdigen Fachzeitschriften wie „Science“, „Heredity“, „Lancet“ usw. da.

Denn in den Beurteilungsgremien dieser Fachzeitschriften, also wer da veröffentlichen darf und wie wichtig diese Ergebnisse sind, sitzen Ebenbürtige, andere Wissenschaftler – was ja im Internet gar nicht der Fall sein kann. Diese anderen Wissenschaftler aber sind leider nicht nur ebenbürtig, sondern zumeist auch parteiisch.

Na klar, eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, und: „wenn ich Deins veröffentliche, veröffentlichst Du meins“. Nur so ist es zu erklären, dass „im Moment ein Haufen Mist publiziert wird“, so warnen einige Wissenschaftler.

Grund für den „Mist“ ist der Aberglaube der Wissenschaft, in ihrem sogenannten „Elfenbeinturm“ (also weit weg von allem, was irgendwie mit dem normalen Leben zu tun hat) alles unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhackstücken zu können.

Wo vielleicht früher noch idealistische Wissenschaftler vor lauter wissenschaftlichem Idealismus sogar ihren eigenen Namen manchmal vergaßen, vergessen die heutigen Wissenschaftler vor lauter Karrieregier und Profitstreben gerne mal: die Wissenschaft. Dementsprechend sehen dann auch die Veröffentlichungen aus.

Solche Praktiken sind ja leider längst bekannt aus der medizinischen Forschung: Hier schmeißen Pharmafirmen teures Geld in Forschungsprojekte rein, nur um sicherzustellen, dass die ihnen genehmen Ergebnisse auch am Ende wie gewünscht auf dem Labortisch liegen – und nichts anderes. Es war nur eine Frage der Zeit, bis dass sich die nicht-medizinische Naturwissenschaft korrumpieren ließ.

Damit ist auch klar, warum man dem Internet keine große wissenschaftliche Bedeutung beimessen will. Man weiß, dass hier etwas geschieht, was innerhalb der Wissenschaftsszene so nicht abläuft:

Man wird beobachtet; da gibt es Leute, die den Wissenschaftlern auf die Finger schauen und das Ganze auch noch an die große Glocke hängen, wenn die Resultate keiner wissenschaftlichen Prüfung standhalten. Die Möglichkeiten für Mauscheleien sind hier deutlich geringer, weil sich jeder an den Diskussionen beteiligen kann.

Ein Versuch einer Beteiligung an der Diskussion einer Veröffentlichung in einem der Fachjournale dagegen wird höchstens als schlechter Witz aufgenommen. Oder sind etwa schon einmal kritische Kommentare und Verrisse in einem der Fachjournale im Anschluss einer Veröffentlichung veröffentlicht worden? In der Regel wird die Eingabe einfach ignoriert (Papierwolf, geheime Ablage, Klopapier… ich weiß nicht was die daraus machen).

Heute sieht es allerdings so aus, dass speziell in Blogs, aber auch auf thematischen Webseiten mit interaktivem Design, Dinge diskutiert werden, die sonst nur in Fachzeitschriften zur Sprache kamen. Diese Diskussionen setzen sich dabei deutlich kritischer mit den Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung auseinander.

Und den konservativen Wissenschaftlern bleibt oft nichts anderes übrig, als auf die Ehrwürde der oben genannten traditionsreichen Journale zu verweisen und sich dahinter zu verstecken. Denn eine Auseinandersetzung im Internet, in den Blogs etc. erscheint ihnen unter ihrer „Würde“.

Aber so toll ist das mit diesen „altehrwürdigen“ Fachzeitschriften ja nun auch nicht mehr. Inzwischen ist das Dilemma hinlänglich bekannt, dass eine Reihe von finanzkräftigen Wirtschaftsunternehmen hier ihre Finger mit im Spiel haben und einen erheblichen Anteil dieser Zeitschriften finanziell irgendwie, irgendwo unterstützen.

Dies schafft Verpflichtungen, will man es sich nicht mit den großzügigen Spendern verderben. Denn kaum eine dieser „ehrwürdigen“ Fachzeitschriften ist in der Lage, sich ausschließlich über die Abonnements zu finanzieren.

Und wenn da ein großzügiger Mäzen mal eine an sich skurrile Entdeckung veröffentlicht haben will, sei es nur, dass sein Impfstoff auch ausgezeichnet gegen abstehende Ohren wirkt, dann werden alle Ehre und Würde von der ehrwürdigen Zeitschrift über Bord geworfen.

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Gemeinsam gegen falsche Erkenntnisse – mit Erfolg

Im Netz allerdings gibt es inzwischen Seiten, die es sich sogar gerade zur Aufgabe gemacht haben, solche Praktiken zu entlarven und ihnen den Schleier der Ehrwürdigkeit und Glaubwürdigkeit zu entreißen (Retraction Watch). Hier ist der Diskussionsprozess für jeden zugänglich und einsehbar – ein Unding für Fachzeitschriften!

Wie groß inzwischen die Bedeutung der Wissenschaftsdiskussion in Internetforen ist, wie z.B. Retraction Watch, zeigt sich in Aktionen, die Autoren zweifelhafter Veröffentlichungen zum Rückzug gezwungen haben. Eine Nobelpreisträgerin (Linda Buck) musste zwei „hochrangige“ Veröffentlichungen zurückziehen.

Es hatte sich herausgestellt, dass einer ihrer Mitarbeiter gepfuscht hatte. Aber dies ist beileibe kein Einzelfall. Ein Genexperte und ein deutscher Anästhesie-Professor fielen der Kontrolle der Blogger zum Opfer und mussten ebenfalls letztendlich klein beigeben.

Es ist zu überdenken, ob die traditionelle Form der Print-Publikation im Internetzeitalter nicht schon längst überholt ist. Denn es ist schon merkwürdig, dass trotz des Anspruchs auf eine hochwissenschaftliche Auslese der eingereichten Arbeiten zur Veröffentlichung immer wieder, immer mehr schlechtes Material zur Veröffentlichung kommt.

In den letzten 30 Jahren hat sich die Zahl der Veröffentlichungen vervierfacht, die der zurückgezogenen Arbeiten aber ver-550-facht. Dies zeigt, mit welchem Zündstoff in dieser Branche gearbeitet wird. Publikationen auf Teufel komm raus, egal, ob es etwas zu publizieren gibt oder nicht.

Denn wer nicht publiziert, ist außen vor. Wer außen vor ist, der ist für die großen Brötchenverteiler, wie die Pharmaindustrie, nicht sonderlich interessant. Genau hier sind die Internet-Blogs von hohem Wert, legen sie doch den Finger in diese Wunde der unwissenschaftlichen Vorgehensweise.

Natürlich wird man von der konservativen Wissenschaftsseite aus zu hören bekommen, dass das alte System durchaus selbstkontrollierend ist. In einem gewissen Sinn kann man dies sogar bestätigen.

Aber die Selbstkontrolle erfolgt erst, nachdem die Arbeiten veröffentlicht worden sind, die veröffentlicht werden mussten. Das kann dann schon mal 12 Jahre dauern, bevor man eine „Expression of concern“ abfeuert. Selbst danach kann es wieder dauern, bevor eine entscheidende Korrektur vorgenommen wird, wenn sie vorgenommen wird.

Das kann natürlich für Betroffene im Gesundheitswesen von nicht zu unterschätzender Bedeutung sein. Eine dumme Veröffentlichung zu einem Präparat, das in den Markt geboxt werden muss, wie z.B. Vioxx oder Avandia, und schon werden für die nächsten 10 Jahre Millionen Patienten einem gesundheitlichen Risiko ausgesetzt, nur weil die altehrwürdige Wissenschaft in altehrwürdigen Journalen zu überzeugenden Ergebnissen gekommen ist, die mit der Realität nichts zu tun haben.

Der britische Arzt Andrew Wakefield sah vor etlichen Jahren einen Zusammenhang zwischen Impfungen gegen Mumps, Masern und Röteln mit Autismus bei Kleinkindern. Dies hielt glücklicherweise eine Reihe von Eltern davon ab, ihre Kinder diesem Risiko auszusetzen. Die Arbeit, die diese Impfungen für kleine Kinder als notwendig propagiert hatte, wurde dann jetzt erst (nach 12 Jahren!) von der Zeitschrift „Lancet“ zurückgezogen.

Doch was passiert mit denen, die solche Dinge publiziert haben? Die zeigen ihren alten und möglichen neuen Herren (also denen mit dem Geld), dass sie in der Lage sind, sich artgerecht zu verhalten und Wissenschaft in Weißkittel-Marketing zu verwandeln. Daher klettern sie die Karriereleiter hinauf.

Dies sind die rechten Charaktere, um innerhalb dieser 12 oder wie viel Jahre den Müll, den sie produziert haben, hinter sich zu lassen und in „verantwortungsvollere“ Positionen zu entschweben. Noch ein Grund, sich gegenseitig nicht in den Rücken zu fallen, denn wer weiß, welche Position der Kritisierte in in ein paar Jahren inne hat und wie er seinem Kritiker dann schaden könnte?

Wie man sieht: Es wird nicht besser, eher schlechter. Und ohne das Internet und seine Blogs wird meiner Meinung nach eine Kontrolle fast unmöglich werden. Dann können „Fälscher und Pfuscher“ angst- und sorgenfrei ihre Runden ziehen, egal, wieviele Menschenleben möglicherweise auf dem Spiel stehen. Ich hoffe ja auf ein Umdenken, aber bis dass die etablierten „Ehrwürdigen“ mit am „Blogstrang“ ziehen werden, werden wohl wieder mal 12 Jahre vergehen.

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