Es ist geradezu ein Paukenschlag in der derzeitigen Corona-Krise.
Der „Leopoldina-Professor“ warnt:
„Die Effekte getroffener Maßnahmen“ in der medizinischen Versorgung werden „mehr schaden als nutzen“. Und weiter: „Viele Betroffene suchen nicht/zu spät den Arzt auf.“
Dies führt zu „erhöhter Morbidität“ (mehr Erkrankungen) und „erhöhter Mortalität“ (höhere Sterblichkeit).
Peng. Das hat gesessen. Und es ist geradezu eine Ohrfeige für die derzeitigen Corona-Maßnahmen der Regierungen in Deutschland.
Die Frage die sich sofort stellt:
- Wer ist dieser Professor?
- Wo steht das?
Die Aussage stammt von Prof. Peter Schirmacher, Chef der Pathologie der Universität Heidelberg und Mitglied der Leopoldina-Akademie. Die Leopoldina-Akademie berät Angela Merkel bei der Corona-Politik. Und Frau Merkel sagt selbst, dass die Leopoldina „eine wichtige Rolle“ spiele. [3]
Aktualisierung 16.5.2020: Als sich Prof. Schirmacher „outete“ beeilte sich die „Leopoldina“ zu betonen, dass Schirrmacher zu „keiner Zeit Mitglied der Arbeitsgruppen“ gewesen sei und somit auch nicht an den Stellungnahmen der Leopoldina zur Corona-Pandemie mitgearbeitet habe.[6]
Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den „5 Wundermitteln“ an:
Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…
Nächste Frage: Wo steht das?
Es begann mit einer Analyse (Strategiepapier) eines Mitarbeiters des Bundesinnenministeriums (BMI): Stephan Kohn, 57 Jahre alt. Der Mann wollte 2018 sogar SPD-Parteivorsitzender werden. Kohn ist laut Angaben der BILD-Zeitung zuständig für „Analysen der „Kritischen Infrastruktur“, wozu neben Stromnetzen und Wasserwerken auch die „medizinische Versorgung“ gehört“, Referat KM 4 Schutz kritischer Infrastrukturen.
Und Kohn machte wohl das, was sein Job im BMI ist: analysieren. Dazu erstellte er einen Auswertungsbericht mit dem Zeichen: KM 4 – 51000/29#2, vom 25.4.2020. Und genau dieses Papier wird jetzt zum „Corona-Sprengstoff“:
CORONA-LEAKS
Dieses Papier wurde mir bereits vergangenen Samstag am 9. Mai zugespielt (Version 2.0.1 vom 7. Mai 2020). Ob das Papier allerdings echt ist und wer der Absender war, konnte ich nicht verifizieren. Und mir war zu diesem Zeitpunkt auch nicht bewusst, welche Experten mit ihrer Stellungnahme an dem Papier mitgearbeitet hatten – wie zum Beispiel der oben erwähnte Prof. Schirmacher.
Kernpunkt des Papiers, das mittlerweile als „Corona-Leaks“ gehandelt wird:
Zunächst eine Passage aus der Kurzfassung des Papiers KM4 – 51000/28#2 „KM4 Analyse des Krisenmanagements [4]:
1. Das Krisenmanagement hat in der Vergangenheit (leider wider besseren institutionellen Wissens) keine adäquaten Instrumente zur Gefahrenanalyse und –bewertung aufgebaut. Die Lageberichte, in denen alle entscheidungsrelevanten Informationen zusammen gefasst werden müssten, behandeln in der laufenden Krise bis heute nur einen kleinen Ausschnitt des drohenden Gefahrenspektrums. […]
2. Die beobachtbaren Wirkungen und Auswirkungen von COVID-19 lassen keine ausreichende Evidenz dafür erkennen, dass es sich – bezogen auf die gesundheitlichen Auswirkungen von Covid-19 auf die Gesamtgesellschaft – um mehr als um einen Fehlalarm handelt.
Durch den neuen Virus bestand vermutlich zu keinem Zeitpunkt eine über das Normalmaß hinausgehende Gefahr für die Bevölkerung. Vergleichsgröße ist das übliche Sterbegeschehen in DEU).
Es sterben an Corona im Wesentlichen die Menschen, die statistisch dieses Jahr sterben, weil sie am Ende ihres Lebens angekommen sind und ihr geschwächter Körper sich beliebiger zufälliger Alltagsbelastungen nicht mehr erwehren kann (darunter der etwa 150 derzeit im Umlauf befindlichen Viren).
Die Gefährlichkeit von Covid-19 wurde überschätzt. (innerhalb eines Vierteljahres weltweit nicht mehr als 250.000 Todesfälle mit Covid-19, gegenüber 1,5 Mio. Toten während der Influenzawelle 2017/18). Die Gefahr ist offenkundig nicht größer als die vieler anderer Viren. Wir haben es aller Voraussicht nach mit einem über längere Zeit unerkannt gebliebenen globalen Fehlalarm zu tun.
– Dieses Analyseergebnis ist von KM 4 auf wissenschaftliche Plausibilität überprüft worden und widerspricht im Wesentlichen nicht den vom RKI vorgelegten Daten und Risikobewertungen.
3. Dass der mutmaßliche Fehlalarm über Wochen unentdeckt blieb, hat einen wesentlichen Grund darin, dass die geltenden Rahmenvorgaben zum Handeln des Krisenstabs und des Krisenmanagement in einer Pandemie keine geeigneten Detektionsinstrumente enthalten, die automatisch einen Alarm auslösen und den sofortigen Abbruch von Maßnahmen einleiten würden, sobald sich entweder eine Pandemiewarnung als Fehlalarm herausstellte oder abzusehen ist, dass die Kollateralschäden – und darunter insbesondere die Menschenleben vernichtenden Anteile – größer zu werden drohen, als das gesundheitliche und insbesondere das tödliche Potential der betrachteten Erkrankung ausmacht.
4. Der Kollateralschaden ist inzwischen höher ist als der erkennbare Nutzen. Dieser Feststellung liegt keine Gegenüberstellung von materiellen Schäden mit Personenschäden (Menschenleben) zu Grunde! Alleine ein Vergleich von bisherigen Todesfällen durch den Virus mit Todesfällen durch die staatlich verfügten Schutzmaßnahmen (beides ohne sichere Datenbasis) belegen den Befund. Eine von Wissenschaftlern auf Plausibilität überprüfte überblicksartige Zusammenstellung gesundheitlichen Kollateralschäden (incl. Todesfälle) ist unten angefügt.
BILD [3] liegt das Papier mittlerweile wohl auch vor. Dort werden die Kernpunkte wie folgt zitiert:
>> „Zwischen unter 5.000 bis zu 125.000 Patienten, die aufgrund von verschobenen Operationen versterben werden/schon verstarben“
>> weitere „Tausende Tote“ durch „abgesagte Folgebehandlungen“ von OPs („z.B. Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt“), durch Selbstmorde (u.a. durch fehlende Versorgung von „psychisch Instabilen“ während der Kontaktverbote)
>> zusätzliche Tote „durch Herzinfarkt und Schlaganfall“ bei Patienten, die sich wegen der Corona-Schließungen nicht mehr zur Vorsorge in Kliniken trauen.
Und in der Tat mehren sich Fälle von Selbsttötungen wegen der Corona-Krise: Mediziner nennen das mittlerweile „Corona-Suizid“. Der Gerichtsmediziner Michael Tsokos aus Berlin wird bereits wie folgt zitiert: „Überzogene Panikmache, auch von Virologen und Politikern, können bei psychisch nicht stabilen oder an Depressionen erkrankten Menschen das Gefühl hervorrufen, die Welt steuert auf den Abgrund zu.“[2] Der Gerichtsmediziner beschreibt dazu Beispiele von „Corona-Selbsttötungen“, die ich hier lieber nicht zitieren möchte. Bei keinem der Suizide konnte der Dr. Tsokos eine Covid-19-Infektion feststellen [5].
Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter „Unabhängig. Natürlich. Klare Kante.“ dazu an:
Zurück zum Corona-Leaks-Papier:
Nachdem das Papier nun „medial“ die Runde macht, beeilte man sich im Innenministerium am 10.5. eine Pressemeldung herauszugeben, und sich von dem zuständigen Mitarbeiter zu distanzieren und sein Papier als „eigene Analyse“ und „persönliche und gegebenenfalls die Meinung anderer“ darzustellen [1].
Weitere Stellungnahmen in den Medien beeilten sich ebenfalls das Corona-Leaks-Papier als „Privatmeinung“ von Herrn Kohn abzutun und diesen auch gleich in die rechte Ecke zu schieben (einen SPD-Mann!) und / oder ihn als „Spinner“ abzustempeln. Herr Kohn ist mittlerweile beurlaubt und dürfte m.E. mindestens mit einem Disziplinarverfahren rechnen oder mit einer Entlassung.
Wissenschaftler die an dem Corona-Leaks-Papier mitarbeiteten
Dabei sollte man sich mal ansehen, welche Wissenschaftler neben dem bereits erwähnten „Leopoldina-Professor“ Peter Schirmacher an dem Corona-Papier mitwirkten [4]:
- Prof. Dr. Sucharit Bhakdi, Universitätsprofessor für Medizinische Mikrobiologie (im Ruhestand) Universität Mainz
- Dr. med. Gunter Frank, Arzt für Allgemeinmedizin, Mitglied der ständigen Leitlinienkommission der Deutschen Gesellschaft für Familienmedizin und Allgemeinmedizin (DEGAM), Heidelberg
- Prof. Dr. phil. Dr. rer. pol. Dipl.-Soz. Dr. Gunnar Heinsohn, Emeritus der Sozialwissenschaften der Universität Bremen
- Prof. Dr. Stefan W. Hockertz, tpi consult GmbH, ehem. Direktor des Instituts für Experimentelle Pharmakologie und Toxikologie am Universitätskrankenhaus Eppendorf
- Prof. Dr. Dr. rer. nat. (USA) Andreas S. Lübbe, Ärztlicher Direktor des MZG-Westfalen, Chefarzt Cecilien-Klinik
- Prof. Dr. Karina Reiß, Department of Dermatology and Allergology University Hospital Schleswig-Holstein
- Prof. Dr. Andreas Sönnichsen, Stellv. Curriculumsdirektor der Medizinischen Universität Wien, Abteilung für Allgemeinmedizin und Familienmedizin.
- Dr. med. Til Uebel, Niedergelassener Hausarzt, Facharzt für Allgemeinmedizin, Diabetologie, Notfallmedizin, Lehrarzt des Institutes für Allgemeinmedizin der Universität Würzburg, akademische Lehrpraxis der Universität Heidelberg
- Prof. Dr. Dr. phil. Harald Walach, Prof. Med. Universität Poznan, Abt. Pädiatrische Gastroenterologie, Gastprof. Universität Witten-Herdecke, Abt. Psychologie 4
und wie bereits erwähnt:
- Prof. Dr. Peter Schirmacher, Professor der Pathologie, Heidelberg, Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:
In einer gemeinsamen Presseerklärung vom 11.5.2020 nehmen diese u.a. wie folgt Stellung [4]:
Mit Verwunderung nehmen wir, die an der Erstellung des besagten Corona-Papiers beratend beteiligten Ärzte und Wissenschaftler/Wissenschaftlerinnen, die Pressemitteilung des Bundesministeriums des Innern (BMI) vom 10. Mai:
„Mitarbeiter des BMI verbreitet Privatmeinung zum Corona-Krisenmanagement Ausarbeitung erfolgte außerhalb der Zuständigkeit sowie ohne Auftrag und Autorisierung“
zur Kenntnis. Das Ministerium schreibt in dieser Pressemitteilung: „Die Ausarbeitung erfolgte nach bisheriger Kenntnis auch unter Beteiligung Dritter, außerhalb des BMI.“ Wir gehen davon aus, dass mit Dritter wir, die Unterzeichnenden, gemeint sind.
Dazu nehmen wir wie folgt Stellung.
Wir setzen voraus, dass das BMI ein großes Interesse daran hat, dass seine Spezialisten, denen die überaus wichtige Aufgabe anvertraut ist, krisenhafte Entwicklungen zu erkennen und durch rechtzeitiges Warnen Schaden von Deutschland abzuwenden, sowohl mit konkretem Auftrag handeln als auch in Eigeninitiative tätig werden. Der entsprechende Mitarbeiter des BMI hat sich bei der Erstellung der Risikoanalyse zur Einschätzung der medizinischen Kollateralschäden durch die „Corona-Maßnahmen“ im Wege einer fachlichen Anfrage an uns gewandt.
Getragen von der Verantwortung, unterstützten wir den engagierten BMI Mitarbeiter bei der Prüfung dieser essentiellen Frage nach bestem Wissen und Gewissen, neben unserer eigentlichen beruflichen Tätigkeit. Renommierte Kollegen und Kolleginnen, allesamt hervorragende Vertreter ihres Fachs, nahmen zu konkreten Fragen auf der Basis der angefragten Expertise sachlich Stellung. Daraus resultierte eine erste umfangreiche Einschätzung der bereits eingetretenen sowie der drohenden medizinischen Schäden, einschließlich zu erwartender Todesfälle.
Die Experten des Corona-Leaks-Papiers fordern deshalb dringend eine eine sofortige Neubewertung der „Schutzmaßnahmen“.
Prof. Schirmacher wird in der BILD noch wie folgt zitiert [3]:
Nur durch eine „kompetente Gesamtbetrachtung aller medizinischen Effekte“ könnten Innen- und Gesundheitsministerium „die Richtigkeit und Angemessenheit der getroffenen Maßnahmen“ prüfen, so Prof. Schirmacher. Dies habe bisher „nicht stattgefunden“.
Fazit
Ich hatte der Pressemitteilung des Innenministeriums zunächst Glauben geschenkt, dass es sich bei dem Corona-Leaks-Papier „nur“ um die Stellungnahme eines einzelnen Mitarbeiters handelte, der dazu auch keinerlei „Auftrag“ gehabt habe.
Mittlerweile ist klar: Herr Kohn ist Oberregierungsrat im BMI. Und Oberregierungsräte sind in der Regel Referatsleiter oder zumindest stellvertretende Referatsleiter und damit auch Vorgesetzte für alle Referatsmitarbeiter.
Ich bin gespannt wie sich diese Sache jetzt weiter entwickelt. Vermutlich werden weite Teile der Presse und öffentlichen Medien Herrn Kohn weiter als „Einzeltäter“ abzustempeln versuchen und diesen in verschiedene Ecken stellen. Stichwort: „Hofberichterstattung in Sachen Corona“ wie das Professor Ottfried Jarren bezeichnet, seines Zeichens emeritierter Professor am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich und Präsident der Eidgenössischen Medienkommission in der Schweiz.
Wenn die Daten und Zahlen stimmen, dann zeigt das Corona-Leaks-Papier eines ganz klar: Die Bundesregierung, sowie die Landesregierungen haben uns in die größte Krise seit Bestehen der Bundesrepublik geführt. Und wir hätten mehr Tote durch die Anti-Corona-Maßnahmen als durch COVID-19.
Und das ist genau das, was ich bereits in meinem Beitrag vom 31.3.2020 fragte:
Mehr Tote durch Anti-Corona-Maßnahmen als durch COVID-19?
Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter „Unabhängig. Natürlich. Klare Kante.“ dazu an:
Quellen:
- [1] bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2020/05/mitarbeiter-bmi-verbreitet-privatmeinung-corona-krisenmanagement.html
- [2] www.bild.de/regional/berlin/berlin-aktuell/gerichtsmediziner-michael-tsokos-corona-suizide-durch-panikmache-70586212.bild.html
- [3] bild.de/bild-plus/politik/inland/politik-inland/coronavirus-alarmruf-von-leopoldina-professor-mehr-tote-wegen-corona-regeln-70610476
- [4] https://www.achgut.com/artikel/das_corona_papier_wissenschaftler_korrigieren_seehofer
- [5] https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20200510_1930/Angst.html
- [6] br.de/nachrichten/deutschland-welt/fehlalarm-papier-warum-der-autor-kein-whistleblower-ist,RysQhvc







