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Da denkt man, dass die Sache mit der Gentechnik, dem Hormonfleisch und den Chlorhühnchen so gut wie ausgestanden ist. Denn dieses Trio ist in Europa (noch, weitgehend) verboten.

Aber Verbote sind die eine Seite der Medaille. Auf der Rückseite derselben jedoch spielen sich Dinge ab, die wahren Alptraum-Charakter anzunehmen drohen. Und dieser sich zusammenbrauende Alptraum hat einen Namen: TTIP.

 

TTIP – Was und wer TTIP´t denn da?

Eins kann man gleich vorausschicken: Bei diesem TTIP handelt es sich nicht um Lotto-Spielereien. Die einzige Gemeinsamkeit mit dem Lotto-Spiel besteht darin, dass die Betroffenen auch bei TTIP mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Niete ziehen. Warum?

TTIP ist die „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft“, bei dem es sich um ein Handelsabkommen zwischen der EU und den USA handelt. Das bemerkenswerteste Charakteristikum dieses Handelsabkommens ist seine Geheimhaltung. Natürlich ist die Geheimhaltung des Inhalts dieses Abkommens Zündstoff für eine Reihe von Spekulationen.

Denn warum muss man so etwas geheim halten, wenn da nichts ausgebrütet wird, was den Ottonormalverbraucher wieder einmal belasten würde? Oder handelt es sich hier um eine Weihnachtsbescherung für Kinder, die ja auch bis zum Heiligabend vor den Kindern geheim gehalten wird?

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Aber die Geheimhaltung ist absolut kein Grund zur Sorge! Ich bin sicher, dass das Abkommen die Bedürfnisse von Industrie und Politik zu 100 Prozent zufrieden stellt. Das „Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft“ (bmel.de/DE/Ernaehrung/SichereLebensmittel/_Texte/TTIP-FAQ.html) sieht das genau so:

Sowohl die EU als auch die USA haben eigene, über viele Jahre gewachsene Normen, Regelungen und Verfahren. Wo diese voneinander abweichen, entstehen für Hersteller zusätzliche Kosten. Zudem belasten Zölle die deutsche Wirtschaft in Milliardenhöhe. Diese Kosten werden letztlich weitergegeben und erhöhen die Verbraucherpreise.

Das Freihandelsabkommen eröffnet durch Wegfall der Einfuhrzölle und diverser bürokratischer Hürden den Verbraucherinnen und Verbrauchern zudem eine vielfältigere Produktauswahl bei gleichbleibend hohem Verbraucherschutzniveau.

Durch die gegenseitige Öffnung der Märkte werden Vorteile für Verbraucher in Deutschland, der EU und den USA erwartet, ebenso für Wirtschaft und Arbeitsplätze. Das bestehende hohe Niveau der deutschen und europäischen Lebensmittel und Produktsicherheit wird dabei gewahrt.

Genau! Dieses Abkommen wird im Geheimen ausgebrütet, da so viele Verbraucher sich über Zölle, „gewachsene Normen, Regelungen und Verfahren“ beschwert haben.

Und wenn alle dem TTIP zustimmen, dann sinken automatisch die Verbraucherpreise, da ja die Zölle mit allem drum und dran wegfallen! Märchenland, ick hör dir trapsen!

Der Wegfall von Zoll und anderen kostentreibenden Regularien begünstigt erst einmal die Industrie, die hier weniger Kosten haben wird. Damit ist noch lange nicht gesichert, dass die Einsparungen auch an die Verbraucher weitergeleitet werden. Warum auch? Die Lüge von sinkenden Verbraucherpreisen und vielfältigerer Produktauswahl sind für die Politik typische Bauerfängerei-Formulierungen, die das bittere Ende etwas schmackhafter machen sollen.

Und das BMEL fährt fort:

Bleibt mit TTIP das hohe EU-Verbraucherschutzniveau erhalten?

Ja. Bestehende gesetzliche Regelungen auf beiden Seiten zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher werden durch TTIP nicht aufgehoben oder ersetzt. Der Schutz der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ist nicht verhandelbar. Umwelt-, Verbraucher- und Arbeitnehmerschutz ist der „rote Faden“ in dem Verhandlungsmandat, das die Mitgliedstaaten der EU-Kommission gegeben haben.

Das wollen wir doch alle hören, oder? Darum geht es doch letztendlich. Das Eine sagen, aber das Andere tun. Das scheint ja auch der Haupt-Bestandteil der Politik zu sein. Hier geht es erst einmal darum, den Betroffenen auf das neue Handelsabkommen einzuschwören. Aber die Wende folgt auf dem Fuß:

Sowohl in der EU als auch in den USA ist jedes Unternehmen verpflichtet, nur sichere Produkte auf den Markt zu bringen. Es haftet, wenn es einen Schaden beim Verbraucher verursacht. Die Schadenersatzsummen sind dabei in den USA erheblich höher als in Europa.

Bestimmte Lebensmittel, Produkte, Stoffe (z. B. Lebensmittelzusatzstoffe) und Verfahren (z. B. Gentechnik) müssen von staatlichen Behörden in den USA und in der EU zugelassen werden. Dabei wird wissenschaftlich geprüft, ob ein Stoff oder Verfahren sicher ist.

Wenn Gentechnik, Hormonfleisch etc. als „sicher“ bezeichnet werden, da ja auch die USA verpflichtet ist, nur sichere Sachen auf den Markt zu bringen, warum sind dann diese „sicheren“ Sachen bei uns verboten? Oder sind die in den USA sicher, hier aber werden sie bei Eintreffen auf europäischen Boden urplötzlich unsicher?

Und die Prüfung, was sicher ist und was nicht, das wird zum zentralen Aufhänger werden. Denn wer wird wohl bestimmen, ob Gentechnik, Hormonfleisch etc. auch nach fünf oder zehn Jahren, trotz negativ ausfallender wissenschaftlicher Studien, sicher oder unsicher sind?

Der kleine Mann auf der Straße? Wohl kaum! Vielmehr wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das, was heute obsolet und verboten ist, heimlich still und leise abgesegnet, damit dem Handel mit dem großen Bruder nichts mehr im Wege steht.

Da werden dann ganze Salti mortale ausgeführt, Ungeheuerlichkeiten, die heute schon in den Köpfen von Politik und Verbrauchern gleichermaßen verankert sind, auf dass niemand mehr Fragen stellt. Was für die Politik gut ist. Denn die soll ja den ganzen Drecks-Zirkus bei ihren Untertanen durchsetzen. Bleistift gefällig? Hier:

Auch für Schadstoffe und Rückstände in Lebensmitteln werden Obergrenzen auf dieser Basis staatlich festgelegt. Die Risikowahrnehmung der Bürger bei Lebensmitteln ist je nach Land unterschiedlich.

Schadstoffe und Rückstände werden heute schon nicht mehr als etwas gehandelt, was man auf Teufel komm raus vermeiden muss. Nein, die gehören zum Geschäft! Da kann man nur hoffen, dass bei einer Einigung der Grenzwerte die USA die strengeren Vorschriften haben.

Haben sie das? Wer Hormonfleisch, Gentechnik etc. im großen Stil als „sicher“ einstuft, von dem kann man auch in Sachen Schadstoffe und Rückstände keine „Gnade“ erwarten.

Und dass die Bürger verschiedener Länder eine unterschiedliche Risikowahrnehmung haben, das ist aber jetzt unsäglich lästig. Hier ist dann wieder die Politik gefragt, ihre Bürger auf ein einheitliches Wahrnehmungsniveau zu trimmen. Vielleicht wäre hier die amerikanisch Wahrnehmung auch die Bessere, da man drüben ja keine großen Gedanken über die eigene Gesundheit zu haben scheint.

Und dann geht es weiter mit Chlorhühnchen, Hormonfleisch und Gentechnik. Das BMEL versichert an dieser Stelle, dass da alles auch so erhalten bleibt. Danach kommt die 180-Grad-Wende und das Eingeständnis, dass Gentechnik in Europa alles andere als verboten ist. Es gibt für den Import von gentechnischen Produkten rund 60 Zulassungen.

Und man gibt zu, dass der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen hier weiter zunehmen wird. Aber klar – das alles wird enorm streng kontrolliert. Das ist der Trostpreis für die Verbraucher, die dann streng kontrollierten Dreck auf ihrem Mittagstisch platziert bekommen. Mach möchte einfach nur noch den ganzen Tag brechen…

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Warum TTIP eine tipptopp Lüge ist

Natürlich ist dies eine etwas gewagte Behauptung, da dieses Abkommen noch gar nicht realisiert und umgesetzt ist. Aber es scheint etwas zu werden, was man an anderer Stelle unter ähnlichen Voraussetzungen schon durchgezogen hatte. Wo und wer war daran beteiligt? Die USA und Mexiko.

In den USA besteht ein Gesetz, das die Delfine schützt, die zuvor bei dem kommerziellen Thunfischfang zu Tausenden als Beifang starben. Wer also Thunfisch aß, der unterstützte direkt eine Industrie, die den Tod von Delfinen als genau so „natürlich“ hinnimmt wie Schadstoffe in Lebensmitteln. Durch das Gesetz wurde dem ein Ende gesetzt.

Die mexikanische Fischindustrie dagegen hat kein Problem mit dem Tod von Delfinen. Daher waren die Mexikaner auch nicht gewillt, ihre Fangmethoden zu ändern. Stattdessen klagten sie gegen das amerikanische Gesetz zum Schutz der Delfine vor der Welthandelsorganisation WTO. Als Begründung gaben sie an, dass das Siegel für einen delfinsicheren Thunfischfang ein „Handelshemmnis“ sei, da es die mexikanischen Thunfischindustrie und -exporteuere diskriminiere.

Dabei besteht kein Verkaufsverbot für mexikanischen Thunfisch in den USA. Man darf seinen Thunfisch allerdings nicht mit dem zertifizierten Siegel der Delfin-Sicherheit verkaufen. Zu schlechter Letzt gewannen die Mexikaner mit ihrer Klage.

Dieses Beispiel zeigt deutlich, über welche Mechanismen Errungenschaften zunichte gemacht werden und kommerziellen Interessen Platz machen müssen.

Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um Delfine, Umweltschutz, die Gesundheit der Menschen oder sonst etwas handelt. Kollidieren diese Interessen mit den Interessen der Industrie, dann werden Hebel und Stränge in Bewegung gesetzt, dass die Interessen der Industrie die Oberhand behalten.

Und TTIP ist so ein Hebel. Denn die Geheimniskrämerei um dieses Handelsabkommen lässt keine andere Interpretation zu.

Alles halb so schlimm?

TTIP ist ein Programm, mit dessen Hilfe Chlorhühnchen, Hormonfleisch und Gentechnik in Europa ihren Einzug halten sollen. Darüber kann sich niemand Illusionen machen. Die „Süddeutsche Zeitung“ hat hierzu einen anschaulichen Beitrag veröffentlicht: „ Wie die US-Verhandler Europas Verbraucherschutz angreifen “.

Dementsprechend bunt sieht dann die Welt der Argumente für die Sicherheit und Verträglichkeit von all diesen Verfahren und chemischen Zusätzen aus.

Chlorhühnchen sind per se unbedenklich, da die geschlachteten Tiere in eiskaltes Wasser getaucht werden, das viel weniger Chlor enthält als das Chlorwasser im Schwimmbad. Und schon haben wir unser Argument für die Chlorhühnchen: Jeder Schwimmer nimmt mehr Chlor auf als beim Verzehr von zehn Chlorhühnchen. Wer sagt das? Das BfR:

Das Chlorhühnchen ist nach unserer Auffassung nicht gesundheitsschädlich für den Verbraucher – Prof. Lüppo Ellerbroek, Fachmann für Lebensmittelsicherheit am Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin“ (aus: Chlorhühnchen und Hormonfleisch – Gefahr für unsere Gesundheit?)

Ich weiß jetzt nicht, ob das Baden in Chlorwasser zu einer gesundheitsförderlichen Maßnahme gerechnet werden kann. Aber offensichtlich ist Chlorwasser im Schwimmbad genau so akzeptabel geworden wie Schadstoffe und Rückstände in der Nahrung. Da kommt es auf das bisschen Chlor im Sonntagsbraten doch auch nicht mehr an, oder?

Und die paar Pestizide im Salat tun doch nicht weh, oder? Und die wenigen Hormone im Fleisch, ja was ist das denn schon?

Dazu gesellt sich noch die Frage, wie häufig gehen Sie schwimmen und wie häufig essen Sie Hühnchen?

Ich bin allerdings froh, dass der Artikel vom Bayrischen Rundfunk auch professorale Gegenstimmen abgedruckt hat. Ein Professor von der Ludwig-Maximilian-Universität in München bezweifelt einfach, dass das Chlorbad effektiv ist. Wäre das Bad effektiv, dann dürfte es keine 1,2 Millionen Salmonellen-Fälle jährlich in den USA geben. Weiter befürchtet der Professor, dass das Chlor nur der Fuß in der Tür für noch mehr Chemie im Essen ist.

In den USA ist Hormonfleisch so alltäglich wie das Amen in der Kirche. Und wer dagegen ist, der bekommt das fachkundige Argument eines Experten aufgetischt, der es ja wissen muss – einem Mäster aus Texas:

Es gibt Forschungen, in denen das Fleisch von behandelten und unbehandelten Ochsen analysiert wurde. Man hat lediglich einen Unterschied von sieben Zehntel Nanogramm festgestellt, eine sehr kleine Menge. Das ist ein Unterschied wie zwischen einem Grashalm und einem Fußballfeld.

Seltsam, die Amis spielen doch kein Fußball… Gegen die Expertise dieses amerikanischen „Experten“ vom hormonfreien Mast-Fußballfeld steht die Meinung eines Professors von der TU München, der sich mit Ernährungs- und Lebensmittelforschung befasst:

Ja, das sagen die Amerikaner, aber so ist es nicht. Da lief 1999 eine große Studie hier bei uns am Lehrstuhl, und da konnten wir also ganz klar feststellen, dass fünffach höhere Hormonwerte, wenn man so als Schnitt über den ganzen Körper geht, auftreten – Prof. Michael Pfaffl, TU München

Zum schlechten Schluss (wieder einmal) kommt heraus, dass es noch „viele ungeklärte Fragen“ gibt. Soll das etwa heißen, dass hier die Gabe von Wachstumshormonen bei der Zucht überhaupt noch nicht auf Sicherheit und Verträglichkeit untersucht worden ist?

Eine Arbeit aus dem Jahr 2015 (Hormone Use in Food Animal Production: Assessing Potential Dietary Exposures and Breast Cancer Risk.) bestätigt, dass die sieben üblichen Hormone in der amerikanischen Landwirtschaft so gut wie keine evidenzbasierten Tests durchlaufen haben.

Man weiß noch nicht einmal, ob die Hormone und deren Metabolite sich im Gewebe anreichern und damit in relevanten Dosierungen auf den Verbrauchertisch gelangen.

Es ist auch nicht klar, in welchem Gewebe solche Anreicherungen besonders stark ausfallen. Wenn man dann Tests mit Gewebeproben durchführt, wo keine starke Anreicherung stattfinden kann, dann erhalten wir Ergebnisse von Grashalmen und Fußballfeldern aus Texas.

Damit schrumpft wieder alles zusammen auf den alten Nenner: Um das Geschäft nicht zu belasten oder sogar zu gefährden, werden ausgiebige Untersuchungen zur Sicherheit und Verträglichkeit unterlassen. Denn die sind teuer, aufwendig und könnten mit unliebsamen Ergebnissen aufwarten, die dann das gesamte Treiben auf Eis legen würden.

Ob Hormonfleisch Brustkrebs begünstigt, das kann heute niemand sagen, da niemand danach getestet hat. Die Behauptung ist rein hypothetisch, was aber nicht heißt, dass sie unberechtigt ist. Noch hypothetischer und absolut unberechtigt ist die Behauptung, dass Hormonfleisch sicher und verträglich ist. Denn es gibt keine einzige Studie, die dies bezeugen könnte.

Zur Gentechnik brauche ich mich an dieser Stelle nicht weiter zu äußern. Denn dazu hatte ich etliche Beiträge verfasst:

Fazit

Ob Chlorhühnchen, Hormonfleisch oder Gentechnik – dies und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch andere, noch nicht bekannte Ungeheuerlichkeiten sollen per TTIP eingeführt und umgesetzt werden. Niemand weiß, ob diese „Neuerungen“ für den Verbraucher unbedenklich sind.

Die Unbedenklichkeits- und Sicherheitszertifikate sind von der Industrie selbst fabriziert und haben bestenfalls hypothetischen Charakter. Das muss dann ja auch reichen, wenn man das Geschäft nicht gefährden will. Ob das alles wirklich sicher ist, das werden wir dann in einigen Jahrzehnten erfahren, wenn ein signifikanter Teil der Bevölkerung täglich Produkte der Gentechnik, Hormonfleisch und so weiter zu sich genommen hat.

Sollten dann die „Nebenwirkungen“ eintreten, die von den TTIP-Gegnern vorausgesagt worden sind, dann ist das auch kein Problem. Denn dann hat die Industrie einen weiteren Grund, gegen die so erzeugten Gebrechen weitere Medikamente auf den Markt zu werfen. Das nennt man „geschäftliche Nachhaltigkeit“.

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GMO steht für „genetisch manipulierte Organismen“; man sieht auch öfters die Abkürzung „GVO“, was für „genetisch veränderte Organismen“ steht und zwei Namen für das gleiche Kind darstellen.

Ich hatte letztes Jahr einen Beitrag veröffentlicht, der sich mit GMOs und Glyphosat beschäftigte. Die Beziehung von GMOs und Glyphosat besteht darin, dass Glyphosat ein Hauptbestandteil des Herbizids „Roundup“ ist und GMOs „erfunden“ wurden, um Nutzpflanzen zu erzeugen, die gegen dieses Herbizid resistent sind (Glyphosat – sicher unsicher?).

Und dann gibt es da noch die GMOs, die ihr eigenes Herbizid produzieren.

 

Sicherheitsbedenken wurden großzügig vom Hersteller Monsanto und anderen Größen der Gentechnik-Hersteller und der Politik in den Wind geschlagen. Glyphosat wurde als umweltfreundlich und für den menschlichen und tierischen Organismus als unschädlich eingestuft. Bt-Toxine der GMOs mit Herbizid-Eigenproduktion wurden als voll abbaubar und unschädlich bezeichnet.

Und Bedenken, dass diese Fremdgene beim Verzehr in den Organismus gelangen und dort funktionell aktiv bleiben könnten, wurden mit dem Verweis widerlegt, dass diese fremde DNA und RNA „verdaut“ werden würde und damit nicht einmal theoretischen Schaden anrichten könne.

Studien dazu oder Beweise dafür gab es aber nicht. Die sonst so vehement geforderte evidenzbasierte Studienlandschaft für einen solchen Themenkomplex wurde diesmal Hypothesen geopfert, die das beinhalteten, was das Monsanto-Marketing vorgeschrieben hatte und damit zum heiligen Gral der Gentechnik emporstieg. Wer hier motzte, der sollte sich warm anziehen.

Einer der „Motzer“ war Prof. Séralini, der bei einer Fütterungsstudie, die über 2 Jahre lief, bei Ratten unglaubliche gesundheitliche Veränderungen unter den GMOs als Futtermittel und unter Glyphosat gesehen hatte (Long term toxicity of a Roundup herbicide and a Roundup-tolerant genetically modified maize.). Die Ergebnisse waren so alarmierend, dass als erstes alle Gen-Gläubigen sich auf den Plan berufen fühlten.

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Tanz der GMO-Wissenschaft

Es dauerte dann auch nicht lange und die Séralini-Studie stand auf dem Index (siehe auch: Vorsicht Genmais! So ein sch…ädliches Lebensmittel!?). Denn nach einem Jahr der Veröffentlichung bei Elsevier kam das Aus für diese Veröffentlichung. Der Verlag „vernichtete“ die Arbeit und zog sie zurück. Begründung: Faule Wissenschaft, unzulässige Rückschlüsse und so weiter.

Inzwischen weiß die ganze Welt, dass die Arbeit von Séralini und seinen Kollegen nicht aus wissenschaftlichen Gründen vom Verlag zurückgezogen wurde, sondern dass hier unliebsame Ergebnisse verunglimpft beziehungsweise unter den Teppich kritisiert werden sollten.

Es gab eine Reihe von Solidaritätsbekundungen mit Séralini und seinen Kollegen, mit dem Ergebnis, dass inzwischen die Rücknahme der Studie und nicht die Studie als faule Wissenschaft und unzulässige Beeinflussung aufgrund von wirtschaftlichen Interessen gewertet wird. Sogar der Chefredakteur von Elsevier konnte kein unwissenschaftliches Vorgehen bei der Arbeit erkennen, die er hatte zurückziehen lassen (Elsevier Announces Article Retraction from Journal Food and Chemical Toxicology).

Auf der anderen Seite hatte Monsanto 2004 eine Arbeit bei Elsevier veröffentlicht, auf die genau diese Kritik passt wie die Faust aufs Auge. Hier wurde GMO-Futter mit Kontroll-Futter verglichen, das nicht auf natürlichen Produkten beruhte, sondern mit GMO-Futter oder Futterresten kontaminiert war (Retracting Séralini Study Violates Science and Ethics).

Kein Wunder also, wenn Kontrollen und GMOs ähnliche Ergebnisse zeigten und somit die Unbedenklichkeit und Sicherheit der GMOs am Ende der Arbeit heraussprang. Aber genau ein solches Vorgehen bei einer wissenschaftlichen Studie liegt voll im Bereich des Betrugs und hat mit einer wissenschaftlichen Vorgehensweise nichts mehr zu tun.

Aber Monsanto will ja keine Wissenschaft betreiben, sondern mit Hilfe von Pseudo-Wissenschaft seine Produkte platzieren. Da müssen Lüge und Diffamierung mit von der Partie sein, wenn es diese Ungläubigen gibt, die der Monsanto-Wissenschaft einfach nicht glauben wollen.

Und wie ein Offener Brief an Elsevier zeigt, der zur Rücknahme der Rücknahme und zum Boykott von Elsevier aufrief, gibt es inzwischen über 5000 „Ungläubige“ – 1381 ungläubige Wissenschaftler und 4004 ungläubige Interessenten ohne wissenschaftlichen Hintergrund aus 99 verschiedenen Ländern (Open Letter on Retraction and Pledge to Boycott Elsevier).

Aus diesem Brief erfahren wir interessanterweise auch, dass die Rücknahme der Séralini-Arbeit in einem äußerst pikanten Zusammenhang zu stehen scheint: Ein ehemaliger Monsanto-Mitarbeiter, Richard Goodman, besetzte zu diesem Zeitpunkt eine eigens für ihn geschaffene Stelle bei Elsevier als Mitherausgeber für Biotechnologie im Bereich FCT (Food und Chemical Toxicology).

Kein Wunder also, wenn eine Kindergartenarbeit von Monsanto weiterhin veröffentlicht bleibt und die Arbeit von Séralini und andere Arbeiten mit ähnlichen „séralinischen“ Ergebnissen einfach im Abfalleimer von Elsevier verschwinden.

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„Noch mehr zum Zurückziehen, Herr Elsevier!“

Séralini kann es nicht lassen. Er stellt weiterhin die ungeheuerliche Behauptung auf, dass die Erde RUND sei: Eine neuere Untersuchung des französischen Wissenschaftlers (Major pesticides are more toxic to human cells than their declared active principles.) zeigte, dass Glyphosat beziehungsweise Roundup das bei weitem toxischste von allen getesteten Herbiziden und Insektiziden war. Daher stellten die Autoren die gängige Praxis in der Beurteilung der Toxizität von Herbiziden und Insektiziden in Frage, vor allem als Kombination genutzt.

Oder mit anderen Worten: Das, was uns die Hersteller von Roundup erzählen, hat mit der toxischen Realität nichts zu tun. Denn hier werden nur Einzelsubstanzen auf ihre toxische Wirkung getestet.

Es gibt keine Untersuchungen, wie die Einzelsubstanzen in der Kombination wirken und ob sie nicht hier eine synergistische Wirkung haben und damit viel toxischer sind als die Einzelsubstanzen. Und die Kombination dieser Einzelsubstanzen ist keine Seltenheit in der täglichen Praxis.

Prädikat für die Hersteller-Studien: Besonders unzuverlässig und rückziehenswert.

Ein weiterer Streitpunkt ist der Verdacht, dass, wenn ich zum Beispiel Gen-Mais esse oder das Fleisch einer mit Gen-Mais gefütterten Kuh, die Gene beziehungsweise Genfragmente von GMOs über die Nahrung auch im Organismus des Endverbrauchers landen (könnten). Aber wie soll das funktionieren?

Denn durch das Kochen und die Verdauung werden Proteine und DNA in Aminosäuren und Nukleinsäuren „zerhackt“ und somit als „Bausteine“ harmlos.

Bei meinen Recherchen zu diesem Thema bin ich auf einen interessanten Artikel gestoßen: The role of nucleotides in adult nutrition. – Die Autoren stellten fest, dass RNA in der Nahrung notwendig ist für das einwandfreie Funktionieren unseres Immunsystems. Unsere T-Lymphozyten brauchen diese Nukleotide für eine normale Reifung und Funktion.

Diese RNA ist notwendig, um eine Immunschwäche zu kompensieren. Ohne RNA in der Nahrung kann dies nicht erfolgen, auch bei einer hochwertigen Nahrung mit sonst allen notwendigen Nährstoffen. Die Autoren erwähnen noch zwei unabhängige doppelblinde klinische Studien, die gezeigt hatten, dass Patienten mit einer enteralen Diät mit Nukleotiden eine bessere Immunfunktion aufwiesen als Patienten unter einer nukleotidfreien Diät.

Zusätzlich zeigte sich, dass die Komplikationen bei Infektionen und die Länge des Krankenhausaufenthalts signifikant geringer waren bei Krebspatienten nach einer Operation unter einer Diät mit Nukleotiden als bei einer vergleichbaren Kontrollgruppe ohne diese Nukleotide.

Diese Arbeit zeigt, dass Nukleotide offensichtlich nicht zu 100 Prozent vom Verdauungssystem verarbeitet werden. Die eben diskutierte Arbeit ist eine der wenigen, die sich mit der Relevanz von DNA und RNA in Nahrungsmitteln auseinandergesetzt hat. Daher ist das Verständnis zu diesen Fragen noch außerordentlich dürftig.

Eine Arbeit aus dem Jahr 2013 (Complete Genes May Pass from Food to Human Blood) zeigte, dass DNA-Fragmente aus der Nahrung ins Blut übergehen können, die groß genug sind, um ganze Gene oder Genabschnitte mit sich zu tragen. Diese Arbeit steht zwar nicht in einem direkten Zusammenhang mit der Forschung über GMOs. Aber sie widerlegt die Annahme der GMO-Befürworter, dass Fremd-DNA in den genetisch veränderten Nutzpflanzen beim Verzehr zu 100 Prozent per Verdauung vernichtet würde.

Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass, wenn pflanzliche und tierische DNA in den Nahrungsmitteln nicht vollständig vom Verdauungssystem eliminiert werden, dies nicht auch für die künstlich eingeschleuste DNA in diesen Pflanzen gilt. Und dies wurde von den Autoren an immerhin mehr als 1000 Probanden in vier verschiedenen Studien beobachtet.

Fazit: Es gibt keinen Grund für die Annahme, dass Fremd-DNA aus GMOs zu 100 Prozent während der Verdauung zerstört wird. Es ist vielmehr zu erwarten, dass früher oder später der Nachweis von Fremd-DNA aufgrund von Verzehr von GMOs im Blut von Konsumenten sich ergeben wird. Für die Autoren jedenfalls ist die Präsenz von fremder DNA aufgrund der Nahrungsaufnahme kein ungewöhnliches Ereignis, sondern vielmehr die Regel.

Diese Beobachtung korrespondiert auch mit den Beobachtungen, die in der zuvor diskutierten Studie von 1994 gemacht worden sind. Interessant auch die Beobachtung der Autoren, dass die Konzentrationen von Person zu Person verschieden sind, dass aber Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen die höchsten Konzentrationen an Fremd-DNA im Serum aufwiesen.

Ähnliches wird jetzt auch in der Umwelt gefunden. Der „horizontale Transfer“ von DNA-Bruchstücken scheint keine Seltenheit zu sein, wie der Offene Brief eines Wissenschaftlers am Institute of Sciene in London zeigt: Horizontal transfer of GM DNA – why is almost no one looking? Open letter to Kaare Nielsen in his capacity as a member of the European Food Safety Authority GMO panel.

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Der Autor beschreibt hier unter anderem, dass kurze und sogar beschädigte DNA relativ schnell auf Bakterien transferiert werden. Nur die GMO-DNA wird von der Industrie und Wissenschaft bewusst ignoriert. Laut Aussagen des Autors fanden chinesische Wissenschaftler genetisch erzeugte Plasmide, die genetische Informationen für eine Antibiotika-Resistenz in sich tragen, in allen Flüssen Chinas. Heute, so der Autor, gibt es eine ganze Liste an GM-Nutzpflanzen, die das spezifische Gen „blá“ in sich tragen, das eine Ampicillin-Resistenz verursacht.

Fazit des Autors: Der horizontale Gen-Transfer ist ein gefährlicher Elefant im Porzellanladen, der geflissentlich von den Zulassungsbehörden und der Politik übersehen wird.

Wie verbreitet diese GMO-DNA jetzt schon zu sein scheint, wird auch aus folgendem Beitrag klar: Contamination Matters – Why GM crops can’t bemanaged at a national level . Hier werden ausführlich Beispiele berichtet, wie einst rein natürliche Produkte durch GMO-Varianten verunreinigt worden sind – ein Prozess, vor dem die GMO-Gegner schon vor Jahren gewarnt hatten und der jetzt Wirklichkeit geworden ist.

Auch die Warnung, dass dieser Prozess nicht mehr rückgängig zu machen ist, nimmt immer mehr realistische Formen an. Das, was früher als „Spinnerei“ und „Fantasien von Wahnsinnigen“ bezeichnet wurde, ist heute die genetisch veränderte Realität, die wir den GMO-Wahnsinnigen der Gentech-Industrie zu verdanken haben.

Wie es aussieht, hat die Firma Bayer, diesmal in den USA, wieder einmal ihre Finger in einem weiteren schmutzigen Spiel. Nach Lipobay-Skandal, mit HIV kontaminierten Medikamenten für Bluter (Tödlicher Ausverkauf: Wie AIDS nach Asien exportiert wurde), Problemen mit der Bayer-Anti-Baby-Pille (Tod durch die Pille?) und gekauften Ärzten kommt jetzt die logische Fortsetzung: GMO-Reis. im Jahr 2006 wurden Proben von frei verkäuflichem Reis entdeckt, die mit Bestandteilen von GMO-Reis von Bayer kontaminiert waren.

Ob das jetzt volle Absicht war, ist nicht zu beweisen. Aber die Kontamination bewirkte immerhin, dass die USDA (US Department of Agriculture) auf Anfrage von Bayer diesen GMO-Reis „deregulierte“ = zum Verkauf freigab, um so Befürchtungen und Ängste bezüglich des genmanipulierten Reis entgegenzuwirken. Etliche Staaten verhängten darauf hin eine Einfuhrblockade für amerikanischen Reis.

Bayer war nicht nur so unverschämt, über diesen Trick eine Marktzulassung zu erschleichen. Sie weigerten sich auch bei der Suche nach der Kontaminierung von natürlichem Reis durch ihren genetischen Reis zu helfen. Inzwischen gibt es den amerikanischen Bayer-Mutations-Reis in 24 Ländern, was auf eine Kontamination weit vor deren Entdeckung schließen lässt.

Eine ähnliche Geschichte gibt es auch von einem chinesischen GMO-Reis. Der trug ein Gen, Bt63, das sogar in Peking im Jahr 2006 in Babynahrung auftauchte, über 2500 Kilometer von der Quelle der Verunreinigung. Zu diesem Zeitpunkt war Bt63 in Nahrungsmitteln in Großbritannien, Deutschland und Frankreich nachweisbar.

Die chinesische Regierung versuchte zwar alle Pflanzen mit dem Bt63-Gen zu vernichten. Aber im Jahr 2007 tauchte das Gen in importierten chinesischen Nudeln in Schweden und Deutschland wieder einmal auf. Die Ursache für die Kontamination ist bis heute ein Rätsel.

Auch für das Jahr 2014 kann es noch keine Entwarnung geben. Denn Bt63 wird immer noch in importierten chinesischen Nahrungsmitteln und Tierfutter gefunden. Guten Appetit!

Fazit

Die Hexenküche kocht. Unbeirrt. Alle Voraussagen der GMO-Gegner sind in Erfüllung gegangen, und zwar schneller als man es zu erwarten bereit war. Unheimlich schnell…

Und je heißer dieser ganze genetische Brei aufkocht, desto vehementer wird gegen die GMO-Gegner vorgegangen. Glücklicherweise scheint die Front der Gegner momentan genau so schnell zu wachsen wie die unseligen Konsequenzen, die von der Gen-Industrie heraufbeschworen werden.

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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Wir hören ja immer wieder, dass Heilpflanze und Heilpilze potentiell und real gefährlich sind, da es schon 2 Fälle gegeben hat, wo man beträchtliche Nebenwirkungen hat sehen können. In einem Fall hatte der Betroffene plötzlich abstehende Ohren, was erhebliche Komplikationen ergab (man kommt dann nicht mehr so leicht durch die Tür). Auf der anderen Seite sind genetisch veränderte Pflanzen und deren Produkte urplötzlich nicht mehr gefährlich und höchst unbedenklich. Wie muss man dies verstehen?

Weiterlesen

Die Bundesregierung weigert sich weiter ein Genmais-Verbot durchzusetzen, aber jetzt preschen die Bundesländer vor.

Der Bundesrat setzt sich mit überwältigender Mehrheit für ein Selbstbestimmungsrecht der EU-Länder ein und fordert die Regierung dazu auf, nationale Ausstiegsklauseln nicht zu blockieren.

 

CDU wehrt sich gegen Verbot von Genmais

Bisher hat die Bundesregierung ein EU-Verbot abgelehnt. Bei einer Abstimmung im Ministerrat im Februar enthielt sie sich, weshalb nicht genügend Stimmen für ein Verbot der umstrittenen Genprodukte zusammenkamen. Grund dafür sind angeblich Unstimmigkeiten innerhalb der Regierung.

Und das die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für die Gentechnik ist, ist ja mittlerweile kein Geheimnis mehr… Während SPD und CSU auf ein Selbstbestimmungsrecht pochen und ein Verbot durchsetzten wollen, stemmt sich die CDU anscheinend weiter dagegen.

Der Vorschlag der Bundesländer sieht vor, dass alle EU-Mitgliedsstaaten selbst entscheiden sollen, ob sie Genprodukte anbauen wollen oder nicht. Sie liegen damit auf einer Linie mit zwölf weiteren EU-Staaten, die sich bereits seit langem für ein solches Selbstbestimmungsrecht ausgesprochen haben.

»Die Menschen wollen keine Gentechnik, weder auf dem Teller noch auf dem Feld, noch in der Natur«, begründete der nordrhein-westfälische Verbraucherminister Johannes Remmel (Grüne) das Votum des Bundesrates. Auch Bayerns Umweltminister Marcel Huber (CSU) pflichtete ihm bei: »Wir fordern ein Selbstbestimmungsrecht ein.«

US-Konzerne wollen Genmais auf EU-Feldern

Die Länderkammer drängt auf eine schnelle Umsetzung ihres Vorschlags, denn die Zeit wird knapp. Schon in wenigen Wochen soll der von den US-Konzernen DuMont und Dow Chemical entwickelte Genmais 1507 in der EU angebaut werden.

Umweltschützer warnen davor, dass genveränderte Produkte katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt hätten. Auch die gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung seien nicht abzusehen.

Und dann hätten wir den Mais, äh… Salat: den Gendreck auf unseren Feldern. Wer das übrigens alles für „übertrieben“ hält (mit der grünen Gentechnik usw.), dem empfehle ich diese Beiträge zum Thema:

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Über die Sicherheit des genmanipulierten Sicherheitskonsenses

Die Befürworter der Gentechnik werden nicht müde, uns hypnotisierungsartig zu versichern, dass die Produkte der Gentechnik absolut unbedenklich sind – und noch dazu ein Segen der Menschheit. Ähnlich wie bei der Kritik der Homöopathie, bei der mit einem Wisch diese Therapieform vom Tisch gefegt wird, wird bei der Gentechnik mit einer ähnlichen Wischbewegung diese Form der Lebensmittelerzeugung als eine neue und sichere Alternative auf den Tisch gezaubert.

 

Während die Befürworter, Politiker und Lobbyisten sich alle Mühe geben, ihr „Big Business“ zu etablieren, rührt sich Widerstand in der „gemeinen“ Bevölkerung. Aber die sind ja bekannt dafür, dass es sich hier in der Regel um „dumme Bauern handelt, die nicht essen, was sie nicht kennen“.

Für diesen Bauerntyp der Bevölkerung ist dann die Beschwörungsformel gedacht, mit der man diesen Leuten unterschwellig die Idee der Gentechnik schmackhaft macht: Gentechnik ist gut, Gentechnik löst das Hungerproblem, Gentechnik ist sicher, Gentechnik rettet die Menschheit vor dem Untergang und so weiter.

Wie weit diese Industrie geht mit ihren skrupellosen Lügen und Behauptungen, das habe ich bereits in einigen Beiträgen zu verdeutlichen versucht, wie zum Beispiel unter:

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Die wissenschaftliche Ablehnung der wissenschaftlichen Sicherheitsbeweise

Am 21. Oktober 2013 gab es eine Stellungnahme der „European Network of Sientists for Social und Environmental Responsibility“ (ENSSER – http://www.ensser.org/increasing-public-information/no-scientific-consensus-on-gmo-safety/), in der merkwürdige Dinge zu lesen waren.

Da gab es zuerst die niederschmetternde Überschrift zu lesen, die lautete: „Kein wissenschaftlicher Konsens über die Unbedenklichkeit gentechnisch veränderter Organismen“.

Wie bitte? Kein Konsens?

Wenn man sich die Liste der Wissenschaftler, die diese Stellungnahme unterzeichnet haben, ansieht, dann darf man überzeugt sein, dass es sich hier nicht um Kunst-, Geschichts- oder ähnliche Wissenschaftler handelt. Nichts gegen diese Wissenschaftler. Aber deren Expertise liegt eindeutig nicht auf dem Gebiet der Naturwissenschaften.

Dagegen sind die Unterzeichnenden allesamt Leute „vom Fach“. Wer also meint oder versucht, diesen Leuten irgend eine politische oder ideologische Verstrickung anzudichten und deren Kompetenz in Zweifel zieht, wird sich schnell eines anderen belehren lassen müssen. Hier sprechen genau die Experten, die laut offizieller Ideologie die Gentechnik als sicher definiert haben sollen. Nur hier sprechen diese Experten selber und werden nicht von Politik und Interessenverbänden (falsch) zitiert.

Und was meinen diese Experten, wenn sie sagen, dass es diesen (erfundenen) Konsens nicht gibt? Der einführende Satz zerschlägt den erfundenen Konsens und die Ideologie der gentechnischen Sicherheit:

Als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Ärztinnen und Ärzte und Experten aus Disziplinen, die relevant sind für die wissenschaftliche, rechtliche, soziale Bewertung gentechnisch veränderter Organismen und deren Sicherheitsaspekte, weisen wir die Behauptungen von Entwicklern von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen und einigen Wissenschaftlern, Kommentatoren und Journalisten entschieden zurück, es gebe einen ´wissenschaftlichen Konsens´ über die Unbedenklichkeit von gentechnisch veränderten Organismen.

Sie bezeichnen die Behauptung, es gebe diese einhellige Meinung einer sicheren Gentechnik, als irreführend und gefährliche Verharmlosung der realen und kontroversen Diskussion dieses Themas. Eine solche Verharmlosung fördert den laschen Umgang mit gentechnischen Produkten und deren gesetzlichen Bestimmungen.

Ohne es direkt auszusprechen, deuten die Wissenschaftler hier an, dass dies ein nicht unerwünschter Effekt einer solchen Behauptung seitens der Befürworter der Gentechnik ist: Je mehr alle glauben, dass die Gentechnik sicher ist, umso schneller und unproblematischer werden die gentechnischen Produkte abgesegnet und zugelassen. Und wenn man die anderen Bauern noch dazu bringen kann, an die genmanipulierte Heilsbotschaft zu glauben, dann kann dem Milliardengeschäft nichts mehr im Wege stehen.

Aber die Studienlage zeigt doch eindeutig den Wert der Technologie, oder?

In den oben genannten Beiträgen von mir habe ich ein paar Studien zitiert, die das genaue Gegenteil von dem zeigten, was die genetischen Wissenschaftler behaupteten. In der hier vorliegenden Stellungnahme der ENSSER-Wissenschaftler schlagen die Unterzeichnenden ähnliche Töne an.

Sie schreiben, dass Fütterungsstudien häufig als Nachweis für die Sicherheit beziehungsweise Unbedenklichkeit der genmanipulierten Futtermittel dienen sollten. Nur bei genauerem Hinsehen muss man feststellen, dass es signifikante Unterschiede gibt zwischen normal versorgten Versuchstieren und mit gentechnisch verändertem Futter versorgten Tieren.

Die mit genetisch veränderten Nahrungsmitteln versorgten Tiere zeigten signifikante Anomalien auf, die von den Befürwortern der Gentechnik jedoch immer wieder als nicht relevant interpretiert werden. Schon oder spätestens hier fängt die Frage nach dem wissenschaftlichen Konsens an zu bröckeln.

Dazu kommt, dass es stringente Studien mit sauberen Design fast nicht gibt. Das heißt, dass eine Studie gemacht wird, zum Beispiel als Fütterungsstudie, bei der eine Gruppe von Versuchstieren mit gentechnisch modifiziertem Futter versorgt wird und eine weitere Gruppe von Tieren als Kontrollgruppe gentechnikfreie Nahrung erhält.

Die wenigen Studien, die so ausgelegt sind, zeigen zu allem Überfluss signifikante Vergiftungserscheinungen bei den Gen-Futter-Tieren. Das war jedoch kein Grund, dieser Beobachtung gezielt nachzugehen und deren Ursache zu klären. Statt dessen verschwanden die Ergebnisse in der Schublade X und man sang weiter das Legolandlied vom der schönen, sicheren Gentechnik.

Epidemiologische Studienlage

Es gibt keine epidemiologische Studien, die die möglichen Effekte solcher Nahrungsmittel auf die menschliche Gesundheit untersucht hätte. Die einzige „pseudo-epidemiologische“ Erkenntnis ist, dass „Billionen von Mahlzeiten“ in den USA, dem Mutterland der genetischen Veränderungen, verzehrt worden seien und noch keiner tot vom Stuhl gefallen wäre.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass ähnlich ausgerichtete Aussagen über Heilpflanzen und Heilpilze  jedoch nicht gelten (siehe auch „Heilpilze auf der Abschussliste der Pharmaindustrie„), obwohl diese nicht erst seit Erfindung der Gentechnik verzehrt werden, und nicht nur in den USA, sondern seit Jahrtausenden in der gesamten Welt. Aber ein Trillionen-facher Verzehr von alternativen Medikamenten = gesunden Nahrungsmitteln seit Menschengedenken bleibt dennoch suspekt, weil die nämlich der direkte Konkurrent der gentechnisch veränderten Nahrungsmittel sind.

Dazu kommt noch, dass die amerikanische Art der praktischen Epidemiologie überhaupt keine Aussagen zulässt, da hier keine einheitliche Ernährung mit gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln erfolgt, sondern es auch in den USA Gentechnik-Gegner gibt, die versuchen, sich gen-frei zu ernähren.

Ein weiterer Punkt ist, dass es keine Kennzeichnungspflicht in den Staaten gibt und somit keinen Anhaltspunkt, ob man sich nun konservativ-genfrei oder fortschrittlich-gentechnisch ernährt. Die Ergebnisse aus den Beobachtungen eines solchen „Versuchskollektivs“ ist bestenfalls Spekulation. Das Lesen aus dem Kaffeesatz oder würfeln scheint hier genau so zuverlässig zu sein. Die ENSSER-Wissenschaftler verwehren diesen Aussagen jedenfalls jede wissenschaftliche Grundlage.

Auch die Behauptungen, dass offizielle Institutionen und anerkannte Fachgremien sich für die Sicherheit der Gentechnik ausgesprochen haben, lässt sich oft schnell relativieren. Ein Expertenkreis der Royal Society of Canada kritisierte in ihrem Bericht die Haltung der kanadischen Regierung bezüglich Gentechnik und gentechnisch veränderter Ernährung. Also auch hier ist nichts vom vielbeschworenen Konsensus zu sehen… Die Experten hier befürchteten mit der Einführung neuer Gene eine drastische Zunahme an neuartigen Allergien – als ob wir davon nicht schon genug hätten.

Ein besonders vernichtendes Beispiel aus dieser Stellungnahme ist die Veröffentlichung des Vorstandes der American Association for the Advancement of Science (AAAS). Diese Veröffentlichung stellte die Sicherheit von gentechnisch veränderten Pflanzen fest und lehnt eine Kennzeichnungspflicht strikt ab. Dies war allerdings nur die Meinung des Vorstands.

Die Mehrheit der Mitglieder sah anders aus. In der Folge wurde diese Stellungnahme von 21 Wissenschaftlern, die meist langjährige Mitglieder der AAAS waren, scharf kritisiert. Sieht so ein Konsens aus?

100 Studien können nicht irren

Zurück zu den vielen Studien, die die Sicherheit der Gentechnik bewiesen haben (sollen). Dies ist eine häufig zitierte Behauptung. Bei genauerem Hinsehen jedoch entpuppen sie sich nur als des „Kaisers neue Kleider“. Denn die zitierten Studien hatten nie zum Ziel, die Sicherheit der Gentechnik zu beweisen oder zu überprüfen. Viele liefern sogar Hinweise für das komplette Gegenteil.

Die meisten zitierten Studien sind keine toxologischen Studien, die gefordert sind, um eine zuverlässige Aussage über die Sicherheit einer Substanz oder eines Produkts machen zu können. Statt dessen werden Parameter getestet, die für die Lebensmittelindustrie oder Agrarwirtschaft von Interesse sind, wie Milchleistung, Gewichtszunahme der Tiere und so weiter. Im Verlauf solcher Studien kam es zu toxischen Effekten bei den Tieren, die mit gentechnisch verändertem Futter versorgt worden waren.

Eine Aufarbeitung dieser Beobachtungen jedoch steht noch aus. Ein weiterer Kritikpunkt an den angeblichen Befürworter-Studien ist, dass die meisten dieser Studien im Vergleich zur Lebensdauer der beteiligten Tiere viel zu kurz ausfielen, als dass man in der Lage gewesen wäre, hier negative Einflüsse identifizieren zu können. Oder mit anderen Worten:

Wenn man bei gentechnisch veränderten Futtermitteln nach zum Beispiel zwei Jahren negative Auswirkungen erwartet, dann legt man die Studie so aus, dass sie nur über anderthalb Jahre läuft, keine negativen Nebenwirkungen auftauchen lässt und somit als Beleg für die Sicherheit des Futtermittels verkaufen kann.

Gentechnik und die Umwelt – kein schöner Land zu dieser Zeit

Laut Einschätzung der Unterzeichner des ENSSER-Statements geht von gentechnisch veränderten Pflanzen eine erhebliche Bedrohung der Umwelt aus. Denn auch hier fehlt der unterstellte Konsens hinsichtlich der Umweltrisiken. Publizierte Daten zu Bt-Pflanzen deuten auf nachteilige Effekte auf „Nicht-Zielorganismen und Nützlinge“ hin.

Und diese negativen Effekte werden bei der Zulassung dieser Pflanzen überhaupt nicht mit in Betracht gezogen. Resultat: Schädlinge, die durch das Bt-Toxin vernichtet werden sollten, bauen Resistenzen auf. Ähnliche Resistenzentwicklungen wurden auch bei zuvor nicht Glyphosat-resistentem „Unkraut“ beobachtet. Folge: Ein dramatisch erhöhter Einsatz der Pestizide und Herbizide, um den Schädlingen und Unkraut Herr zu werden.

Fazit

100 Studien irren nicht in der Annahme, dass gentechnisch veränderte Pflanzen eine Bedrohung sind. Denn es fehlt eine ausreichende Dokumentation für die Sicherheit und Unbedenklichkeit solcher Produkte. Alles, was man bislang auf den Tisch bekommen hatte, spricht für eine Vergewaltigung der Natur, die uns teuer zu stehen kommen wird.

Ich bin froh, dass es aus der Welt der Naturwissenschaft und Medizin wenigstens über 90 Wissenschaftler gibt, die nicht einfach das gentechnisch veränderte Glaubensbekenntnis von Politik und Industrie nachbeten. Es könnte sein, dass noch Hoffnung besteht.

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