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In Oregon, USA, ist ein genetisch manipulierter Weizen aufgetaucht, den es eigentlich gar nicht geben dürfte. Die Betonung liegt bei „eigentlich“. Und die Forscher testeten es mehrmals. Sie testeten bis es keinen Zweifel mehr gab: Das Weizen-Gen ist da, das Gen, das es da gar nicht geben dürfte.

 

Ein Farmer in Oregon entdeckte unlängst, dass ein Teil seines Weizens, trotz Behandlung seiner Felder mit dem Monsanto Breitbandherbizid „Roundup“, keinerlei Schaden genommen hatte. Wissenschaftliche Untersuchungen stellten dann fest, dass der Farmer, ohne es zu wissen, genetisch veränderten Weizen auf seinen Feldern hatte.

Das Besondere hierbei ist, dass es auch in den USA keinen solchen Weizen geben sollte. Denn genetisch veränderter Weizen wurde nie für den kommerziellen Einsatz freigegeben.

Monsanto betrieb zwar ein Forschungsprogramm mit GM-Weizen, das aber schon vor mehr als neun Jahren aufgegeben wurde. Da erhebt sich zurecht die Frage: Woher kommt dieser Weizen?

Die FDA hatte zwar, wie nicht anders zu erwarten, 2004 den Gen-Weizen für den menschlichen Verzehr als sicher eingestuft. Monsanto stampfte kurz darauf die Entwicklung und Produktion ein, da die Nachfrage zu gering ausfiel, als dass hier Profite zu erwarten gewesen wären.

Inzwischen haben eine Reihe von asiatischen Ländern den Import von USA-Weizen gestoppt, da sie Verunreinigungen mit Gen-Weizen befürchten. Vorreiter des Importstopps sind Süd-Korea und Japan. Diese Reaktion ist verständlich, da man in den USA und bei Monsanto selbst nicht versteht, wie der Weizen plötzlich in Oregon auftauchen konnte.

Laut Angaben gab es zwischen 1998 und 2004 eine Reihe von verschiedenen GM-Weizensorten, die in 17 verschiedenen US-Bundesstaaten, unter anderem auch in Oregon, getestet worden waren. Aber dann wurde das Projekt gestoppt und angeblich alle Pflanzen vernichtet.

Da es keinen kommerziellen Anbau gab, kein Saatgut zum Verkauf freigegeben worden war, sollte theoretisch jede Form von GM-Weizen eliminiert worden sein. Nun taucht, wie von Zauberhand, dieser Weizen auf freier Fläche auf und kontaminiert Felder und Bestände.

Die Firma Monsanto, die selbst zugeben musste, dass sie keine Erklärung für das Auftauchen ihres alten Gen-Weizens haben, beeilten sich abwiegelnd zu erklären, dass das ja alles nicht sein kann. Denn Weizensamen kann angeblich maximal nur 2 Jahre in der Erde überleben. Und 99 Prozent der Weizenpollen werden nur maximal 10 Meter vom Winde fortgetragen.

Damit sollte das Thema „Kontamination“ als Ursache vom Tisch sein. Natürlich bleibt hier die Frage: Was ist mit dem 1 Prozent der Pollen, die weiter als 10 Meter getragen werden? Und kann es nicht sein, dass die Genmanipulation den Weizensamen befähigt, mehr als nur 2 Jahre im Boden auszuharren? Haben die Herren Monsanto das einmal überprüft? Während ich bei den beiden ersten Fragen auch keine Antwort weiß, bin ich mir bei der dritten Frage sicher, dass die Antwort lauten nur lauten kann: Nein, es wurde nichts überprüft. Meine Vermutung stütze ich auf folgende Beiträge:

Unter dem Strich kann man festhalten, dass die Gen-Experten von FDA und Monsanto keine Erklärung haben für das urplötzliche Auftauchen einer fast 10 Jahre verschwundenen Gen-Pflanze.

Damit sollte es auch dem Letzten klar geworden sein, dass dieses unkontrollierte Auftauchen mit der vielbeschworenen „Sicherheit“ der GMOs rein gar nichts zu tun hat. Denn es fehlte nicht an Warnungen, dass ein Aussähen von GMOs zu einer unkontrollierbaren Verbreitung derselben führen wird.

Erste Konsequenzen haben sich ja bereits ergeben, wo „gen-freie“ Farmer plötzlich GMOs von Nachbarfarmen auf ihrem Feld sichteten. In der Folge wurden die so Geschädigten von Monsanto zusätzlich als „Samendiebe“ zur Anzeige gebracht und strafrechtlich verfolgt. Heute kann die Firma niemanden verfolgen, da es offiziell keinen kommerziellen Weizensamen aus dem genmanipulierten Haus gibt.

Da es niemanden zu geben scheint, der dieses Mysterium entwirren könnte, möchte ich einen Lösungsvorschlag unterbreiten: Da es dieses unkontrollierte sich Verbreiten ja gar nicht gibt, laut FDA und Monsanto, und alles so irre sicher ist, kann dieses plötzliche Auftreten von genverändertem Zombie-Weizen nur auf der Zauberkraft von David Copperfield beruhen. Denn der ist Amerikaner, lässt große Sachen verschwinden und nach einiger Zeit wieder auftauchen.

Fazit

Es ist eingetreten, was (fast) niemand für möglich gehalten hat: Genmanipulierte Pflanzen tauchen unkontrolliert nach etlichen Jahren wieder auf und verbreiten ihre Herbizidresistenz auf die Felder von nichtsahnenden Farmern. Wer da noch von „Sicherheit“ und „Unbedenklichkeit“ redet, der glaubt auch, dass Copperfield dafür verantwortlich ist.

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Auf verschiedenen Blogs und u.a. Facebook lese ich die Nachricht: „Ungarn verbrennt 500 Hektar Genmais“. Mit dieser Aktion setze Ungarn ein Zeichen  gegen genmanipulierte Pflanzen und ihren noch ungeklärten Einfluss – sowohl auf die Natur, in der sie wachsen, als auch auf die Menschen, die diese Pflanzen nutzen.

Ungarn ist in letzter Zeit ja für gewisse „radikale“ Ansätze bekannt geworden. Auch im Bereich der grünen Gentechnik hat es in den letzten Jahren (Berichten zufolge) mehrere Verbrennungsaktionen gegeben. Gesicherte Quellen finde ich für den jetzigen Bericht bzgl. der „500ha-Verbrennung“ allerdings nicht. Die Blogs verweisen nach meinen Recherchen nur auf „Drittquellen“.

 

Neu an der jüngsten Aktion soll sein, dass Ungarn verstärkt und sehr bewusst gegen Unternehmen wie Monsanto vorgeht, das genmanipulierte Nutzpflanzen schon länger und auf regulärer Basis entwickelt und einsetzt. Monsanto bringt hierbei seine erhebliche globale Marktposition mit ein.

Eine aktuelle Reaktion darauf war am letzten Wochenende ein weltweit angelegter Protest: In mehr als 400 Städten gingen schätzungsweise 2,1 Millionen Menschen bei einem „Marsch gegen Monsanto“ auf die Straße. Eine beunruhigende Begleiterscheinung dieser Aktion: In vielen Städten fand der Marsch in den großen Medien keine Erwähnung.

Mehr als 27 Staaten der Erde akzeptieren keine genmanipulierten Nahrungsmittel und in 50 weiteren Ländern besteht eine Kennzeichnungspflicht. Die USA gehören keiner dieser Kategorien an. Hingegen stimmten kürzlich 71 US-Senatoren dagegen, dass die einzelnen Bundesstaaten ihre eigenen Kennzeichnungsgesetze erlassen können – ein extremer Gegenpol zu Ungarn, das auch weiterhin seine Abwehrhaltung bezüglich Genfood beibehalten wird…

Falls jemand gesicherte Quellen findet: bitte im Kommentar hinterlassen. Vielleicht spricht auch jemand ungarisch und recherchiert auf ungarischen Webseiten?

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Seltsamerweise hört und liest man nichts davon, dass Monsanto in Argentinien die Geschäftszulassung verloren hat. Auch im Internet gibt es kaum derartige Berichte. Und die bekannten Medien wie Spiegel, FAZ, Sueddeutsche usw. schweigen sich auch aus. Bei den englischsprachigen Webseiten sieht es ähnlich aus.

Laut Neopresse hat das argentinische Finanzministerium die Registrierung von Monsanto und deren Getreidehändler für Argentinien zurück genommen (Quelle: neopresse.com/umwelt/argentinien-entzieht-monsanto-die-geschaftszulassung/). Es taucht an dieser Stelle bei mir die Frage auf, was denn das Finanzministerium mit der Landwirtschaft zu tun hat. Oder stehen hier vielleicht ganz andere Gründe im Vordergrund, die mit den GM-Produkten erst einmal gar nichts zu tun haben?

 

Laut Neopresse kann Monsanto in Argentinien seinen Laden dicht machen, denn die Firma bzw. seine lokalen Händler dürfen weder Saatgut, noch Monsantos Pestizide weiter verkaufen. Grund dafür war im September 2012 ein Prozess in Cordoba, der die Schädlichkeit von „Roundup“ feststellte.

Denn die Krebsraten in der Region, wo dieses Pestizid zum Einsatz gekommen war, hatten um den Faktor 40 (!) zugenommen. Es war hier vermehrt zu schweren Missbildungen von Neugeborenen gekommen, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf das Konto des Pestizids gehen. Auch konnte das Pestizid in über 80 Prozent der Kinder dieser Region im Blut nachgewiesen werden.

Der Grund für das plötzliche Ausbremsen von Monsanto war eine Gesetzesänderung in Argentinien, die 2009 in Kraft trat. Früher musste ein Geschädigter nämlich nachweisen, dass die GM-Produkte oder das Pestizid ihn geschädigt hatte. Das war faktisch unmöglich, da dies eine wissenschaftliche Dokumentation mit den entsprechenden Kosten notwendig werden ließ.

Welcher argentinische Farmer hat so viel Geld übrig, mit dem er ein Gutachten in die Wege leiten kann? Von daher hatte Monsanto leichtes Spiel, denn die Firma brauchte ja nur zu behaupten, dass ihre Produkte sicher seien und auf die selbst durchgeführten Studien hinzuweisen.

Ab da war der Kläger in der Beweispflicht. Aber seit 2009 änderte sich das Gesetz in Argentinien insofern, dass jetzt der Hersteller beweisen muss, dass seine Produkte sicher sind. Kann er das nicht, und Monsanto konnte dies nicht, dann gelten seine Produkte als nicht sicher und damit als nicht verkehrsfähig.

Bislang hatte es Monsanto ja immer wieder hervorragend verstanden, seine Ideen mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln durchzusetzen. Sie haben ihre Interessenvertreter in allen wichtigen Kontrollinstanzen von den Behörden sitzen, die neue Produkte mehr oder weniger schnell und unaufwendig durchwinken und bestehende, alte Produkte vor Angriffen schützen.

Und in den Ländern, wo man selbst beweisen muss, dass Monsanto-Produkte schädlich sind, aber Monsanto nicht nachweisen muss, dass seine Produkte sicher sind, in diesen Ländern floriert das Geschäft der Firma besonders gut.

Wenn dieser Bericht so stimmt, wie er geschrieben worden ist, dann kommt ein Land nach dem anderen dazu, die Monsanto und GM-Produkte die rote Karte zeigen. Ungarn hatte seinerzeit die Maisfelder von Monsanto zerstört und die Firma aus dem Land verbannt. Frankreich hatte 2012 alle genmanipulierten Getreidearten verboten. Und nun ist Argentinien der Dritte im Bunde. Wie schön wäre es, wenn alle Länder sich diesem Beispiel anschlössen und GM-Produkte verbannten.

Wie bereits eingangs gesagt, taucht bei mir die Frage auf, warum in Argentinien ausgerechnet das Finanzministerium das Verbot durchsetzt. Im Rahmen von etwas zusätzlicher Recherche ist mir ein Beitrag der Mercopress aufgefallen, der aber auch ziemlich alleine in der Internet-Landschaft steht. Kaum jemand anders berichtet über dieses Ereignis. Denn laut Mercopress (vom Oktober 2012) geht es bei dem Handelsverbot um etwas ganz anderes: Seed giant Monsanto suspended in Argentina on allegations of tax irregularities.

Dieser Artikel sagt aus, dass Monsanto seine Handelslizenz verspielt hat, da sie sich weigern, dem argentinischen Staat die notwendigen Steuern zu bezahlen. Inzwischen schuldet die Firma dem Staat 70 Millionen Dollar für den Zeitraum von 2001 bis 2005. Aber in Sachen Steuerschulden steht Monsanto nicht alleine da. Cargill Inc., Barrick, Metallurgical Corp. of China Ltd. usw. haben ebenfalls Steuerschulden.

Und es droht diesen Firmen ebenfalls der Lizenzentzug bzw. ist dies schon erfolgt. Eine Sprecherin von Monsanto dagegen gab an, dass der Lizenzentzug die Geschäfte von Monsanto in Argentinien nicht beeinträchtigen würde. Im Februar letzten Jahres war Monsanto schon einmal wegen Steuerschulden kaltgestellt worden, konnte aber nach Zahlung der fälligen Summen wieder sein Geschäft aufnehmen.

Es bleibt also abzuwarten, welches Szenario denn jetzt das Richtige ist: Das Verbot aufgrund der Schädlichkeit der Monsanto-Produkte oder das Verbot aufgrund der Steuerschulden. Oder sind beide Sachverhalte richtig? Wäre das Schädlichkeitsszenario das Richtige, dann hätte das Verbot voraussichtlich einen langen Bestand. Ist jedoch die Sache mit den Steuerschulden richtig, dann ist es nur eine Frage der Zeit bzw. der Begleichung der Steuerschulden, bis dass der Konzern seine Aktivitäten in Argentinien wieder aufnehmen kann.

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Aktualisierung 30.01.2013

Da haben wir den Salat (hoffentlich biologisch-organisch)! Die Firma Monsanto äußert sich zu meinem Artikel vom 17. Januar 2013, allerdings nicht in der Kommentarspalte unter dem Artikel, sondern per E-Mail.

Hier der Kommentar der Firma:

Sehr geehrter Herr Gräber,

auf Ihrem Blog mutmaßen Sie im Artikel „Monsanto von Argentinien vor der Tür gesetzt?“ über die Gründe, warum darüber nichts in der Presse zu lesen ist, sondern lediglich auf einigen, recht einschlägig orientieren, Webseiten. Der Grund ist ganz einfach: die auf neopresse.com verbreiteten Behauptungen eines vermeintlichen Entzugs der Gewerbeerlaubnis sind schlichtweg falsch und der Artikel schlecht recherchiert.

Im Folgenden finden Sie unsere Stellungnahme- die im Übrigen bereits seit Monaten auf der argentinischen Monsanto Webseite und ebenso auf der deutschen verfügbar ist.

Stellungnahme zu Pressemeldungen eines vermeintlichen Entzugs der Gewerbeerlaubnis in Argentinien

In einigen Medien wird derzeit die unglaubliche Frechheit behauptet, dass das Argentinische Finanzministerium Monsanto die Gewerbeerlaubnis entzogen habe. Als Grund hierfür wird ein Gerichtsprozess angegeben, in dem angeblich nachgewiesen wurde, dass sich die Krebsrate in der Region Ituzaingó Anexo seit Einsatz des Herbizids Roundup um das Vierzigfache erhöht habe.

Monsanto möchte diese Fehlinformation richtigstellen und äußert sich wie folgt:

  • · Die Gewerbeerlaubnis wurde Monsanto Argentinien zu keiner Zeit entzogen.
  • · Es kam lediglich zu einer vorläufigen Aussetzung des Eintrages in das Steuerverzeichnis registrierter Saatguthändler.
  • · Diese Aussetzung betraf neben Monsanto viele weitere Exporteure.
  • · Die steuerlichen Vorteile, die mit einer Registrierung verbunden sind, besitzen jedoch keine Relevanz für unsere Geschäftstätigkeit in Argentinien.
  • · Diese administrative Maßnahme des Finanzministeriums für als Saatguthändler registrierte Unternehmen, hatte zu keiner Zeit Einfluss auf die Geschäftstätigkeit von Monsanto.
  • · Wir möchten betonen, dass das Unternehmen sämtliche Steuergesetze strikt befolgt und Behörden jede benötige Information zugänglich macht.

Es besteht kein Zusammenhang zu dem erwähnten Gerichtsprozess in der Stadt Córdoba. In diesem wurde nicht wie behauptet, die Sicherheit von Pflanzenschutzmitteln, sondern eine mögliche Verletzung des Umweltschutzgesetzes durch Sojaanbauer verhandelt.

Ich bitte Sie, Ihren Artikel zu korrigieren und nicht weiter für die Verbreitung von derartig infamen Falschinformationen zu sorgen.

Besten Dank.

Selbstverständlich komme ich gerne einer Aufforderung zur „Richtigstellung“ nach. Hierzu habe ich die Antwort inkl. der Pressemeldung veröffentlicht.

Nun, meine „infame Falschinformation“ besteht im Wesentlichen darin, einen Beitrag von Neopresse aufgegriffen, dessen Inhalt referiert und diskutiert und dann die Frage gestellt zu haben, warum nur Neopresse sich auf dieses Thema stürzt. Vielleicht ist bei Monsanto auch nicht aufgefallen (oder es ist nicht so wichtig), dass ich verwundert war, warum das Finanzministerium (wieder einmal laut Neopresse), Monsanto vom Platz stellt, wo der Vorgang doch in das Ressort des Landwirtschaftsministeriums fallen müsste. Aber folgender Satz hätte zu denken geben müssen:

Oder stehen hier vielleicht ganz andere Gründe im Vordergrund, die mit den GM-Produkten erst einmal gar nichts zu tun haben?

Diese Fragen waren die ersten eigenen Gedanken zu diesem Thema. Bis zu dieser Stelle war der Rest nichts als ein Referat des Neopresse-Artikels.

Ich muss ja zugeben, dass eine Bestätigung des Inhalts dieser Nachricht keinesfalls auf mein Missfallen gestoßen wäre. Und das betrachte ich als eine legitime Form der freien Meinungsäußerung.

Aber mein relatives Unbehagen, das ich beim Neopresse-Artikel hatte, brachte ich dann bei der Diskussion des Artikels von Mercopress zum Ausdruck. Der behauptete, dass Monsanto aufgrund von Steuerschulden auf Eis gelegt worden sei. Weder der Artikel von Neopresse, noch der von Mercopress sind von mir verfasst worden. Beide Artikel widersprechen sich bei der Diskussion der Gründe für einen Lizenzentzug, was in diesem Zusammenhang auffällig war.

Aber auch bei der Beurteilung des Lizenzentzugs war ich nicht unbedingt von der absoluten Richtigkeit überzeugt. Immerhin stellte ich die Fragen:

Es bleibt also abzuwarten, welches Szenario denn jetzt das Richtige ist: Das Verbot aufgrund der Schädlichkeit der Monsanto-Produkte oder das Verbot aufgrund der Steuerschulden. Oder sind beide Sachverhalte richtig?

Es war eben auffällig, dass zu beiden Versionen kaum Material im Internet zu sichten war, so dass immerhin die Möglichkeit bestand, dass weder das Eine, noch das Andere zutraf.

In diesem Zusammenhang spricht Monsanto in seiner Antwort von „einigen, recht einschlägig orientieren (orientierten – Anm.v.m.), Webseiten“. Gehört also Mercopress auch in diese Kategorie, und warum? Und langsam kommen noch mehr „einschlägig orientierte Webseiten“ hinzu, wie z. B. Monsanto sued for poisoning farmers und The mother who stood up to Monsanto in Argentina, wo das „Märchen“ von den 40-mal höheren Krebsraten wiederholt wird. Auch diese „infame Falschinformation“ entspringt nicht meiner Feder.

Zum Schluss möchte ich eine weitere „einschlägig orientierte“ Webseite zitieren (Bloomberg, Monsanto Cut From Argentine Cereals Register Following Bunge), die die Version von Mercopress zu bestätigen scheint. Auch diese Webseite spricht von 70 Millionen Dollar Steuerschulden für den Zeitraum zwischen 2001 und 2005 und einer „Suspendierung Monsantos vom argentinischen National Cereals Register“ und nicht von einer Suspendierung von „registrierten Saatguthändlern“.

Unter dem Strich lässt sich sagen, dass die Situation verwirrend bleibt. Es erhebt sich die Frage, welche Möglichkeit die wahrscheinlichere ist:

1. Monsanto sieht Rot aufgrund des Gerichtsbeschlusses gegen seine GMOs

2. Monsanto sieht Rot aufgrund der Steuerschulden

3. Monsanto sieht Rot wegen 1. und 2.

4. Monsanto sieht gar nichts, weil alles in Ordnung ist mit den GMOs und Steuerschulden.

Aus der hiesigen Sicht dies definitiv zu beurteilen dürfte schwierig werden. Aber die (wenn auch spärliche Diskussionen) um solche Möglichkeiten aus dem Internet zu zitieren und mit aller Vorsicht zu diskutieren, sollte durchaus erlaubt sein.

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Diesmal sind es die Norweger, die unbedingt die genetisch modifizierten Spielverderber mimen wollen. Denn deren Wissenschaftler haben sogenannte Fütterungsstudien von über 10-jähriger Dauer mit genetisch modifizierten Pflanzen durchgeführt. Das Ergebnis war dann auch überraschend eindeutig: Wenn Sie z.B. Übergewicht vermeiden wollen, dann sollten Sie tunlichst auf „Gen-Mais“ und ähnliche gentechnisch modifizierte (GM) Produkte verzichten.

 

Aber nicht nur der direkte Verzehr von „Gentechnik-Pflanzen“ scheint negative Folgen zu zeitigen. Auch der Verzehr von Tieren, die mit „Gen-Pflanzen“ ernährt worden sind, scheint ähnlich negative Auswirkungen zu haben wie der direkte Verzehr von „Gen-Pflanzen“. Es scheint gerade so als wenn die „genetische Gülle“ durch die Tiere weiter geleitet würde.

Wie „Gen-Mais“ und „Gen-Soja“ die Gesundheit „vernaschen“

Wer des Norwegischen mächtig ist, der kann sich „vor Ort“ über die Arbeit der finnischen Forscher informieren unter Rotter fetere av genmat. Eine englischsprachige Webseite hatte sich dieser Arbeit angenommen, auf die ich mich hier im Wesentlichen beziehe: Obesity, Corn, GMOs.

Hier werden die norwegischen Autoren folgendermaßen zitiert:

Die Resultate zeigen eine positive Beziehung zwischen GM-Mais und Übergewicht. Die Tiere, die eine Ernährung auf GM-Mais-Basis erhalten hatten, wurden in der Regel schneller fett und behielten ihr Gewicht bei im Vergleich zu Tieren, die eine normale Diät ohne genetisch modifizierten Mais erhalten hatten. Die Studien wurden mit Ratten, Mäusen, Schweinen und Lachsen durchgeführt. Bemerkenswerterweise ergaben sich für alle Tiere genau die gleichen Ergebnisse.

Die Forscher fanden ganz bestimmte Veränderungen im Gastrointestinaltrakt der Tiere, die mit dem GM-Mais gefüttert worden waren. In normal ernährten Tieren waren diese Veränderungen nicht zu beobachten. Ähnliche Ergebnisse hatten US-Wissenschaftler zuvor auch veröffentlicht. Signifikante Veränderungen wurden bei den Test-Tieren in Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Genitalien usw. beobachtet.

Zudem konnten die finnischen Forscher zeigen, dass die Tiere, die den genetisch veränderten Bt-Mais fraßen, deutlich mehr fraßen, fetter wurden und sich weniger in der Lage zeigten, Proteine (Eiweiße) zu verdauen. Diese eingeschränkte Fähigkeit beruhte auf Veränderungen der Mikrostruktur des Gastrointestinaltrakts.

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Dazu gesellten sich dann noch Veränderungen des Immunsystems. Denn die eingeschränkte Fähigkeit, Proteine zu verdauen, hat noch andere negative Konsequenzen für die Gesundheit. Denn ohne eine verlässliche Verdauung von Proteinen kann auch keine verlässliche Produktion von Aminosäuren erfolgen. Diese wiederum sind die elementaren Bausteine für körpereigene Proteine, Zellwachstum und deren Funktionen.

Die amerikanische Webseite kommentiert diesen Sachverhalt so: „Dies mag keinen direkten Bezug zum Übergewicht haben. Jedoch ist ein Bezug zu vielen modernen Erkrankungen zu vermuten. Dies sind z. B. Diabetes, Erkrankungen des Verdauungstrakts, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Colitis ulcerosa, Autismus, Autoimmunerkrankungen, sexuelle Funktionsstörungen, Sterilität, Asthma, chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen und etliche mehr.

Die Leiterin der Forschergruppe, Professor Krogdahl, erklärte, dass nur zu oft behauptet worden sei, dass neue Gene in genetisch modifizierten Nahrungsmitteln keinen Schaden anrichten können, da angeblich alle diese Gene im Gastrointestinaltrakt so abgebaut werden, dass sie nicht mehr biologisch funktionsfähig sind. Die Arbeit der Finnen jedoch zeigte das genaue Gegenteil.

Die Gene wurden durch die Darmwand geschleust, gerieten ins Blut und verblieben dort und in der Muskulatur, der Leber etc. in größeren Mengen, und konnten somit relativ leicht identifiziert werden…. Bislang ist jedoch die biologische Bedeutung dieses Transfers noch nicht bekannt.“

Nicht vorhandenes Gen-Gift, oder „Copperfield auf genetisch“

Uns ist ja immer wieder versichert worden, dass GM-Produkte in Sachen Sicherheit kaum noch zu übertreffen sind. Besonders die GM-Pflanzen, die in der Lage sind, ihr eigenes Pestizid zu erzeugen, gaben den besorgten „Idioten“ Anlass, GM-Pflanzen abzulehnen, da man ja nicht nur die Pflanze, sondern auch noch ein Pestizid dazu auf den Mittagstisch bekommt.

Die GM-Industrie dagegen versicherte immer wieder, auch aufgrund ihrer eigenen Studienergebnisse, dass das alles kein Grund zur Sorge sei. Nicht nur die Gene verschwinden im Darm, sondern das Pestizid ginge da auch „irgendwie“ verloren.

„Bt“ – das steht für „Bacillus thuringiensis“, ein Bakterium, das das Bt-Toxin produziert. Dieses Toxin bzw. Pestizid zerstört die magenähnliche Hülle von bestimmten Insekten und vernichtet diese dadurch. Diese Technologie wurde erstmals in den späten 1990er Jahren von der Firma Monsanto praktisch eingeführt. Selbige Firma versicherte immer wieder, dass das genetische Pflanzengift gegen die Insekten nur für selbige gefährlich sei.

Eine amerikanische Behörde, die US Environmental Protection Agency (EPA), leistete bei dem „Meineid“ aktive Schützenhilfe. Ähnlich wie die neuen Gene würde das Bt-Toxin vollkommen im Gastrointestinaltrakt des Konsumenten vernichtet und sei damit für Tiere und Menschen ohne Gefahr. Es gäbe auch keine Interaktionen mit der Darmwand und deren Mukosa, so die Herstellerfirmen.

Wenn man einmal die firmeneigenen Studien außer Acht lässt und sich in der Welt der unabhängigen Arbeiten und Veröffentlichungen herumtreibt, dann fällt man aus rosaroten Wolken knallhart auf granitharten Boden. Eine solche Studie wurde in Kanada durchgeführt.

Aris und Leblanc

Department of Obstetrics und Gynecology, University of Sherbrooke Hospital Centre, Sherbrooke, Quebec, Canada.

„Maternal und fetal exposure to pesticides associated to genetically modified foods in Eastern Townships of Quebec, Canada.“

Reprod Toxicol. 2011 May;31(4):528-33. Doi: 10.1016/j.reprotox.2011.02.004.

https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21338670

In dieser Arbeit wurde das Blut von schwangeren und nicht-schwangeren Frauen auf Pestizide untersucht, die ausschließlich von GM-Pflanzen mit Bt-Genen stammten. Dabei stellte sich heraus, dass….

  • 93 Prozent der untersuchten schwangeren Frauen Bt-positiv waren
  • 80 Prozent des Nabelschnurbluts der Föten positiv war, und
  • 67 Prozent der nicht-schwangeren Frauen ebenfalls das Pestizid im Blut hatte.

Natürlich ist man jetzt geneigt, zu vermuten, dass ein Gift, dass die Magenschleimhäute von Insektenmägen durchlöchert, vielleicht auch die Schleimhäute des menschlichen Gastrointestinaltrakts ähnlich malträtieren kann.

Zumindest gibt es momentan keine andere Erklärung, warum alle diese Behauptungen von Sicherheit und Unbedenklichkeit sich als reine Lüge entlarvt haben und Bt-Toxin im Blut von Probanden nachweisbar ist. Es ist da, ohne Frage. Aber wie sonst soll es da hinein gelangt sein, wenn nicht über die gleichen Mechanismen, die für die Insekten auch gelten und diesen zum Verhängnis werden?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Probandinnen, besonders die Schwangeren, den Forschern einen Gefallen tun wollten, und sich das Zeugs heimlich und leise selbst injiziert haben….

Man kann natürlich immer noch argumentieren, dass die Mengen möglicherweise nicht groß genug sind, um einen satten Schaden anzurichten. Aber auch kleine Mengen, besonders wenn sie immer und immer wieder nachgefüllt werden, können zu nachhaltigen Schäden führen.

Wir kennen das z. B. vom Rauchen, wo auch nicht eine einzige Zigarette zum sofortigen Exitus führt. Die Wissenschaftler vermuten, dass eine regelmäßige Zufuhr von Bt-Toxinen, wie sie bei der regelmäßigen Nahrungsaufnahme solcher Produkte der Fall wäre, zu Autoimmunerkrankungen und Nahrungsmittelallergien führt.

Bei den Neugeborenen kommt noch hinzu, dass deren Blut-Hirn-Schranke bis zum 6. Monat offen bleibt. Das Gift kann also ungehindert in das Hirn eindringen und für kognitive Schäden sorgen. Das Resultat könnte Autismus sein, so vermuten es eine Reihe von Kinderärzten und Wissenschaftlern.

Erste Hinweise für solche Probleme kommen aus dem Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten, den USA. Gastrointestinale Probleme, Autoimmunerkrankungen, Nahrungsmittelallergien, Lernschwierigkeiten bei Kindern etc. haben merkwürdigerweise seit der Einführung der Bt-Pflanzen im Jahr 1996 deutlich zugenommen.

So erhöhte sich die Zahl der Krankenhausaufenthalte aufgrund von Nahrungsmittelallergien zwischen 1997 und 2002 um sage und schreibe 265 Prozent (in den USA). Heute hat jedes 17. Kind dort irgend eine Art von Nahrungsmittelallergie, bei steigender Tendenz.

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MG-Nahrung und das lästige Immunsystem

Wenn wir von einer Nahrungsmittelallergie reden, dann ist der Gedanke an einen negativen Einfluss auf das Immunsystem nicht weit. Inzwischen gibt es dann auch eine Menge an Hinweisen, dass Bt-Toxine aus diesen GM-Pflanzen, wie Mais oder Baumwolle, „auch“ für den Menschen nicht unbedenklich ist (um es einmal ganz vorsichtig und seicht auszudrücken). Und „vielleicht“ kann es sogar das Immunsystem des Menschen unvorteilsmäßig beeinflussen – ach…

Finamore et al.

Istituto Nazionale di Ricerca per gli Alimenti e la Nutrizione, Roma, Italy.

„Intestinal und peripheral immune response to MON810 maize ingestion in weaning und old mice.“

J Agric Food Chem. 2008 Dec 10;56(23):11533-9. doi: 10.1021/jf802059w.

https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19007233

Man kann solche Studien nicht mit Menschen durchführen und muss sich auf die Ergebnisse bei z. B. Mäusen begnügen – oder würden Sie sich für so eine Studie zur Verfügung stellen?

Die Mäusestudien sind aber doch nicht vollkommen ohne Aussagekraft. Dies zeigte die Arbeit aus Italien, bei der die gastrointestinale und periphere Immunantwort auf GM-Mais bei Mäusen begutachtet worden war. Die Autoren verglichen abstillende und alte Mäuse, die mit MON810 gefüttert wurden, bzw. als Plazebo einen GM-freien Mais bekamen für die Dauer von 30 bzw. 90 Tagen. Die „Bt-Mäuse“ zeigten dann eine Reihe von Immunreaktionen, wie z. B.

  • Die Erhöhung von IgE- und IgG- (Immunglobulin) Antikörper, eine typische Reaktion bei Allergien oder Infektionen.
  • Den Anstieg von Zytokinen, die eng mit Allergien und Entzündungen assoziiert sind. Interleukine waren signifikant erhöht, was beim Menschen auf eine Reihe von Beschwerden hinweisen würde, wie Arthritis, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Multiple Sklerose und Krebserkrankungen.
  • Eine Erhöhung von T-Zellen, wie sie beim Menschen bei Asthma und bei Kindern bei Nahrungsmittelallergien, jugendlicher Arthritis und Bindegewebeerkrankungen auftauchen würden.

Eine andere Arbeit benutzte Monsantos Bt-MON863:

Séralini et al.

Committee for Independent Information und Research on Genetic Engineering CRIIGEN, Paris, France.

„New analysis of a rat feeding study with a genetically modified maize reveals signs of hepatorenal toxicity.“

Arch Environ Contam Toxicol. 2007 May;52(4):596-602.

https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17356802

Schon die Überschrift „hepatorenal toxicity“ (leber- und nierentoxisch) lässt auf böse Ergebnisse schließen. Die Autoren beschreiben, dass dieser Mais aufgrund von firmeneigenen Studien der Firma Monsanto im Jahr 2005 zugelassen wurde. Dies ist verwunderlich, da es bislang keine mittel- und langfristige toxikologische Untersuchungen zu dem Monsanto-Mais gibt.

Eine Beschwerde bei einem Gericht in Münster ermöglichte immerhin die Einsichtnahme in die Originaldaten der Zulassungsstudie von Monsanto, bei der über 90 Tage Ratten mit dem Monsanto-Mais gefüttert worden waren. Aufgrund dieser Daten wurde das Material neu bewertet und ausgewertet.

Das Ergebnis der unabhängigen Wissenschaftler:

  • Die Ratten zeigten eine dosisabhängige und signifikante Variation des Wachstums für beide Geschlechter, was in einer 3,3-prozentigen Gewichtsabnahme für Männchen und einer 3,7-prozentigen Gewichtszunahme für Weibchen resultierte.
  • Laborchemische Daten zeigten Zeichen von toxischen Reaktionen in Leber und Nieren, die für Männchen und Weibchen verschieden stark ausfielen.
  • Triglyceride erhöhten sich um 24 bis 40 Prozent bei den Weibchen – nach 14 Wochen bei einer 11-prozentigen Dosis oder schon nach 5 Wochen bei einer 33-prozentigen Dosis.
  • Die Ausscheidung von Phosphaten und Natrium im Urin nahm bei den Männchen um 31 bis 35 Prozent ab (14. Woche bei 33-prozentiger Dosierung)

Die Autoren schlossen aus ihren Beobachtungen, dass die angegebenen Daten kein Grund für die Annahme ist, dass MON863-Mais als ein sicheres Produkt anzusehen ist.

Ohne Bt, dafür mit Roundup

Roundup ready“ heißt, dass die genetisch veränderte Nutzpflanze diesmal kein Gen enthält, dass ein Pestizid produziert. Dafür enthält es ein Gen, dass sie unempfindlich macht gegen ein spezifisches Pestizid, dem „Roundup“, aus dem Hause Monsanto.

Sprüht der Bauer also sein „Roundup“ auf seine Monsanto-Saat, dann wird nur das Unkraut, nicht aber seine Saat vernichtet – so die Versprechungen der Firma. Und damit man auch sicher alles Unkraut beseitigt, rät die Firma nicht von einer intensiven bzw. extensiven Nutzung ihres Pestizids ab. Denn je mehr versprüht wird, desto lauter klingeln die Kassen bei Monsanto.

Diese Tendenz zur Überdosierung ist dann auch mitverantwortlich für die sich mittlerweile einstellenden Resistenzentwicklungen gegenüber dem Hauptwirkstoff in „Roundup“, dem Glyphosat. Was dieser Wirkstoff so alles kann, besonders wenn man ihn als Verbraucher schlucken muss, habe ich bereits skizzieren können unter Soja – Warum ich das lieber nicht essen würde.

Und da nach Einschätzung der Experten jetzt ca. 130 verschiedene Arten von „Unkräutern“ in 40 Staaten der USA schon gegen Glyphosat resistent geworden sind, werden die Farmer angehalten, noch mehr von der Chemie auf ihre Felder zu schütten oder aggressivere Pestizide zum Einsatz zu bringen.

Damit würden dann die bislang schon belegten gesundheitlichen Probleme, die von „Roundup“-Pflanzen und -Produkten herrühren, nur noch verstärkt. Diese Probleme beziehen sich besonders auf Fertilität und Geburtsdefekte.

Welche seltsamen Blüten dies z. B. in den USA treibt, sei nur noch als „Anhängsel“ hier vermerkt. Es gab 2008 eine Initiative, die die genetisch veränderten Zuckerrüben von Monsanto, auch „Roundup ready“, verbieten wollte. Nach einigem Hin und Her und einer Klage gegen die USDA (Landwirtschaftsministerium der USA) im Jahr 2009 wegen einer fehlenden Umweltstudie, wurden die GM-Zuckerrüben erst einmal auf Eis gelegt.

Nur wenig später wurde diese Maßnahme von der USDA unterlaufen mit der Begründung, dass man ohne die GM-Zuckerrüben in einen Zucker-Engpass geraten würde (ja, richtig – GM-Produkte sollen ja auch den Nahrungsmangel und damit den Welthunger beseitigen). Nach ein paar weiteren rechtlichen Slalomakten seitens der USDA ist dann die uneingeschränkte Zulassung der GM-Zuckerrüben im August 2012 über die Bühne gelaufen.

Somit hat die Welt und ihr freiheitlicher Vorreiter nicht nur ausreichend Zucker, um entsprechend billige Nahrungsmittel zu produzieren, die für zuckerbedingte Folgeerkrankungen sorgen. Nein, durch die GM-Variante wird jetzt auch sicher gestellt, dass weitere Erkrankungen, die vom Zuckern unberührt bleiben, auch noch dazu kommen. Wenn das nicht nach zivilisatorischer Perfektion aussieht…

Fazit

Wie so häufig werden die kritischen Ergebnisse der Wissenschaft komplett ignoriert, wenn es um die Implementierung von gewinnträchtigen, aber höchst bedenklichen Produkten geht. Hier hat dann der Finanz- und Marketingchef die Entscheidungsgewalt. Und der entscheidet aufgrund von Dingen, von denen er glaubt, etwas zu verstehen – den Profiten und Bilanzen. Wissenschaft und ihre Ergebnisse sind nur dann willkommen, wenn sie Profite und Bilanzen nicht stören, sondern unterstützen.

Für uns Otto-Normal-Genetiker wird dann eine Wissenschaft gebraut, die genau die Ergebnisse erfindet, die uns zum eifrigen Kauf von Dingen verleitet, von denen wir besser die Finger lassen sollten. Aber das ist halt Marketing… für gesundes Essen braucht man keinen Marktschreier. Gesundes Essen spricht für sich selbst, oder?

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Es gibt wieder schlechte Nachrichten aus der Gentechnik: Der US-amerikanische Agrarkonzern Monsanto hat im Mai 2010 das Patent für eine Wassermelone erworben. Dies teilen Greenpeace und das Bündnis „Keine Patente auf Saatgut!“ mit. Das wäre vielleicht noch legitim, wenn Monsanto sie selbst in ihren Laboren entwickelt hätte, aber dem ist gar nicht der Fall: Indische Bauern hatten die Melone mit herkömmlichen Verfahren gezüchtet.

 

Diese neue Sorte Melonen ist gegen eine bestimmte Viruserkrankung resistent, die in weiten Teilen der Erde auf dem Vormarsch ist. Und nun gehört das Patent darauf Monsanto, über die ich ja bereits geschrieben hatte: „Monsanto – der Konzern mit der Lizenz zum herrschen„. Die beiden o.g. Aktionsgruppen halten die Patentvergabe auf lebende Organismen in mehrerer Hinsicht für bedenklich, und ich schließe mich an, denn für mich ist das nur wieder ein Beweis für eine „grüne Gentechnik Lüge„.

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Neuer Begriff: „Biopiraterie“

Christoph Then, Berater von Greenpeace und Spezialist in Patentangelegenheiten, erläutert, dass es sich um einen Missbrauch des Patentrechts handelt. Wenn Landwirte in Indien das Saatgut einsetzen wollen, das sie über Generationen selbst gezüchtet und angebaut haben, müssen sie es nun teuer von Monsanto erwerben.

Greenpeace spricht von Biopiraterie: Große Konzerne beuten Wissen und Erfahrung von Drittstaaten aus. Die Herkunftsländer werden weder um ihre Zustimmung gebeten, noch am Gewinn beteiligt. Die betroffenen Pflanzen und Tiere dürfen für weitere Züchtungen nicht mehr eingesetzt werden.

Dadurch ist zukünftig auch die Artenvielfalt bedroht. Vereine wie Kokopelli, die sich für den Erhalt alter Obst- und Gemüsesorten einsetzen, sind den Konzernen daher ein Dorn im Auge.

Nach Auffassung von Greenpeace können Pflanzen und Tiere keine Erfindungen, sondern nur Entdeckungen sein. Entsprechend kann es dafür auch keine Patente geben. Tatsächlich gibt es eine Entscheidung der Großen Beschwerdekammer am Europäischen Patentamt aus dem Mai 2010.

Die Entscheidung besagt, dass konventionelle Zuchtverfahren nicht patentierbar sind. Die Ergebnisse dieser Züchtungen, also Pflanzen, Saatgut und Ernte werden gleichwohl für Patente zugelassen.

Es gibt aber auch ein moralisches Problem. Die Zahl der Patentanträge auf Leben steigt ständig an. Werden diese Patente erteilt, könnten zukünftig einige internationale gewinnorientierte Konzerne über einen Großteil der Ernährungsgrundlage der Menschheit verfügen. Lesen Sie meinen kostenlosen Report: „Die grüne Gentechnik-Lüge„, und wenn Sie genauso wütend sind wie ich, finden am Ende des Reports orschläge, was Sie konkret tun können.

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