Die Darmspiegelung gilt als medizinischer Goldstandard. Sicher. Routiniert. Alternativlos.

Doch was, wenn ausgerechnet die Vorbereitung – das radikale „Durchspülen“ des Darms – mehr verändert, als bisher angenommen?

Eine aktuelle Studie in Cell Reports Medicine zeigt im Mausmodell: Die gängige Darmreinigung mit Polyethylenglykol schwächt vorübergehend die schützende Schleimschicht, reduziert nützliche Darmbakterien und senkt die Konzentration kurzkettiger Fettsäuren – also genau jener Moleküle, die Entzündungen regulieren und Krankheitserreger in Schach halten.

Das Ergebnis: Erhöhte Anfälligkeit für Infektionen und eine verstärkte Entzündungsreaktion – zumindest im Tiermodell.

Natürlich: Maus ist nicht Mensch.

Aber die zentrale Frage steht im Raum:

Was bedeutet es, wenn wir vor einem Eingriff 70 Prozent unseres Immunsystems – das im Darm sitzt – kurzfristig destabilisieren?

Und warum existieren dazu beim Menschen bislang kaum systematische Untersuchungen?

Genau hier beginnt die eigentliche Diskussion.

Worum es sich bei der Koloskopie genau handelt, hatte ich hier beschrieben:

Sie werden hier lesen, dass für die Vorbereitung auf die Darmspiegelung unter anderem am Vortag Abführmittel vom Patienten eingenommen werden. Grund: Herausspülen von Kot und Nahrungsresten aus dem Dickdarm, um dem Arzt, der die Untersuchung durchführt, eine klare Sicht auf die Darmschleimhäute zu gewährleisten. Die negativen Auswirkungen, die dadurch entstehen bzw. entstehen können, scheinen sich jetzt um eine weitere Variante erhöht zu haben.

Die Erkenntnis liegt bislang „nur“ als Studie vor, die an Mäusen durchgeführt wurde. [1]

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Erst spülen, dann spiegeln…

Die Vorbereitung des Darms ist ein entscheidender Prozess, der den Dickdarm vor medizinischen Eingriffen wie einer Darmspiegelung oder einer geplanten Operation entleert und reinigt. I

hr Hauptzweck ist es, sicherzustellen, dass der Dickdarm frei von Stuhl und unverdauten Nahrungsresten ist, damit Ärzte die Darmschleimhaut gut beurteilen und Polypen, Krebs oder andere Auffälligkeiten erkennen können. Eine unzureichende Vorbereitung kann zu unvollständigen Untersuchungen, wiederholten Eingriffen oder Terminverschiebungen führen.

Arten der Darmvorbereitung

Gängige Darmvorbereitungssets umfassen:

  • Polymerbasierte Formeln (z. B. Golytely, Colonlytely, Plenvu) – Am weitesten verbreitet; oft ist das Trinken großer Flüssigkeitsmengen erforderlich.
  • Kochsalzbasierte Lösungen (z. B. MoviPrep, Picolax, Picosalax) – Erhältlich als Tabletten oder Flüssigkeit; für manche besser verträglich.
  • Teildosierung – Bevorzugte Methode: Die Hälfte der Vorbereitung wird am Vorabend und die andere Hälfte 4–6 Stunden vor dem Eingriff eingenommen. Dies verbessert die Reinigungswirkung.

Nun hat besagte Studie (an Mäusen) festgestellt, dass dieses Prozedere ebenfalls mit Nebenwirkungen aufwarten kann, über die bislang nur wenige gesprochen haben. Die in „Cell Reports Medicine“ veröffentlichte Studie ergab, dass die Simulation der Darmvorbereitung bei Mausmodellen das Darmmilieu störte, wodurch die Mäuse anfälliger für Infektionen und Entzündungen wurden. [2]

Generell kann und sollte man Abführmitteln und -maßnahmen sehr kritisch gegenüber stehen. Warum? Weil diese Mittel und Maßnahmen mit ihren eigenen negativen Folgen einher kommen. [3]

In der neuen Studie verabreichten die Forscher Mäusen eine Lösung aus Polyethylenglykol (PEG), dem Wirkstoff von Abführmitteln zur Darmvorbereitung. PEG löste bei den Mäusen Durchfall aus und reduzierte vorübergehend die schützende Schleimschicht des Magen-Darm-Trakts sowie die dort ansässigen nützlichen Bakterien. Die Behandlung senkte zudem den Spiegel kurzkettiger Fettsäuren – kleiner Moleküle, die Darmbakterien zur Bekämpfung von Infektionen und Entzündungen produzieren. [4]

Obwohl sich die Mäuse innerhalb weniger Tage erholten, schien die Darmvorbereitung ein Zeitfenster geschwächter Abwehrkräfte gegen Krankheitserreger zu schaffen. Um dies genauer zu untersuchen, verabreichten die Forscher Mäusen entweder die PEG-Abführmittellösung oder Wasser und setzten sie anschließend Salmonella Typhimurium aus, einem Modellorganismus für Infektionserreger.

In der Wassergruppe zeigten sich keine Anzeichen einer Salmonella-Typhimurium-Infektion, während sich das Bakterium in der PEG-Gruppe im Darm stark vermehrte und in die Lymphknoten, die Milz und die Leber ausbreitete.

Das Team untersuchte anschließend, wie Krankheitserreger die besonderen Bedingungen der Darmvorbereitung nutzen könnten, um sich im Kontext von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) zu vermehren. Menschen mit CED beherbergen häufig Pathobionten – Bakterien, die normalerweise harmlos sind, aber in einem gestörten Milieu als Krankheitserreger wirken können – als Teil ihrer Darmflora. [5]

Um das Szenario einer Darmspiegelung kurz nach einer Entzündungsphase zu simulieren, besiedelten die Forscher Mäuse mit Darmmikrobenproben von zwei Patienten mit Colitis ulcerosa, einer Form der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Sie behandelten die Mäuse mit einer entzündungsfördernden Substanz und führten anschließend bei einem Teil der Tiere die Darmvorbereitung durch.

Während sich die Kontrollgruppe schnell von der chemischen Entzündungsbehandlung erholte, zeigte die Gruppe mit Darmvorbereitung einen kurzfristigen Anstieg der Entzündungsaktivität und Veränderungen des Magen-Darm-Gewebes. In dieser Gruppe wurden zudem höhere Konzentrationen von CED-assoziierten Pathobionten, die mit einer Verschlimmerung der Entzündung in Verbindung gebracht werden, in Organen außerhalb des Darms festgestellt.

Was tun?

Die Ergebnisse rechtfertigen klinische Studien zu den Risiken der Darmvorbereitung für Risikopatienten. Derartige Untersuchungen scheint es bislang nicht zu geben, nicht zuletzt, weil die gesamte schulmedizinische Welt davon ausgeht, dass das Abführen vor der Darmspiegelung unproblematisch sei. Wozu dann noch Studien dazu?

Eine derartige Sichtweise zeigt jedoch, dass man in der Schulmedizin nur selten über den Tellerrand hinauszuschauen scheint. Eingriffe in einen Bereich, wo 70 % des Immunsystems zuhause ist, muss mit nachteiligen Konsequenzen verbunden sein, auch wenn sie nicht sofort sichtbar sind.

Die Autoren arbeiten nun mit dem Labor vom „BC Children’s Hospital Research Institute“ zusammen, um Umfragedaten von Personen zu sammeln, die sich einer Darmspiegelung unterziehen. Ziel ist es, fundiertere Daten zum Potenzial einer CED-Symptomverschlimmerung nach dem Eingriff zu gewinnen.

„Wenn die Ergebnisse am Menschen bestätigt werden, können wir unser Modell nutzen, um die Darmvorbereitung für Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sicherer zu gestalten“, sagte Dr. Tropini, einer der Autoren der Studie.

Beispielsweise könnte eine Anpassung der Abführmittelzusammensetzung oder die gleichzeitige Gabe von nützlichen Darmbakterien, kurzkettigen Fettsäuren oder schleimhautschützenden Mitteln dazu beitragen, Nebenwirkungen zu mindern und so sichere und effektive Koloskopien zu ermöglichen.

Fazit

Die Darmreinigung vor der Darmspiegelung scheint bislang noch bei Mäusen einen sehr unvorteilhaften Effekt auf das Darmmilieu zu haben, indem dieses so unvorteilhaft verändert wird, dass es zu einem erhöhten Risiko für Entzündungen und Infektionen kommt.

Beim Menschen gibt es dazu, wen wundert es, keine Untersuchungen. Nicht zuletzt weil hier wieder einmal von Annahmen ausgegangen wird, die im Laufe der Zeit für die Schulmedizin zu unumstößlichen Gesetzen geworden sind. Die vorliegende Arbeit allein zeigt, wie tönern die Füße sind, auf denen diese Annahmen stehen.

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Quellen:

Kortison rettet Leben. Und es ruiniert sie – wenn es aus dem Ruder läuft.

Als Medikament unterdrückt es Entzündungen, stoppt allergische Reaktionen und wird in Notfällen nahezu reflexhaft eingesetzt. Doch das körpereigene Kortison – also das Stresshormon der Nebennieren – kann bei chronischer Überproduktion genau jene Systeme destabilisieren, die es eigentlich schützen soll.

Gewichtszunahme am Bauch, Muskelschwäche, Bluthochdruck, Schlafstörungen, ein aufgedunsenes Gesicht – vieles davon wird isoliert betrachtet. Hier ein paar Kilo mehr. Dort schlechter Schlaf. Ein wenig erhöhter Blutdruck.

Was aber, wenn all diese Symptome Ausdruck eines dauerhaft übersteuerten Stresssystems sind?

Die amerikanische Zeitschrift Prevention hat jüngst fünf Warnzeichen für erhöhte Kortisonspiegel zusammengetragen. Die spannende Frage ist jedoch nicht nur, woran man zu viel Kortison erkennt – sondern warum es in unserer Zeit so häufig chronisch erhöht bleibt.

Denn eines ist klar:

Ein Hormon, das evolutionär für akute Gefahr gedacht war, ist nicht dafür gemacht, dauerhaft im „Alarmmodus“ zu laufen.

Beginnen wir mit der Frage:

Was macht das Kotison eigentlich?

Kortison gilt als das klassische Stresshormon, welches unter anderem die Wirksamkeit des Immunsystems beeinträchtigt. Aus diesem Grund wird es gegen Allergien und Entzündungen eingesetzt. Das klingt erst einmal harmlos, ist aber bei einer Daueranwendung alles andere als das. [1] [2]

Im Januar 2026 veröffentlichte die amerikanische Medizinzeitschrift „Prevention“ einen interessanten Beitrag, der die fünf Anzeichen von erhöhtem Kortison beschreibt, die man im Auge behalten sollte. Hier spielt Stress als Ursache eine bedeutsame Rolle, ist aber nicht alleine verantwortlich. [3]

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Die Rolle der Hormone

Hormone steuern viele lebenswichtige Systeme und Prozesse. Eines der wichtigsten ist Kortison, dessen Spiegel, wenn er den Normalbereich überschreitet, eine Reihe von Problemen verursachen kann. Einige Symptome sind bekannt, doch Ärzte weisen auf überraschende Anzeichen eines erhöhten Kortisonspiegels hin, die Beachtung verdienen.

Kortison ist ein komplexes Molekül, das von den Nebennieren produziert wird und zahlreiche Stoffwechselfunktionen im Körper erfüllt. Es ist essenziell für die Steuerung unseres Wachstums, der Organentwicklung, der Immunfunktionen, der Entzündungsreaktion und vieler anderer zellulärer Aktivitäten. Dennoch ist Kortison vielen als „Stresshormon“ bekannt, dessen Spiegel in Stresssituationen ansteigt, damit wir wachsam bleiben und potenziellen Gefahren begegnen können.

Anzeichen für einen erhöhten Kortisonspiegel

Der vorübergehende Anstieg oder Abfall des Kortisonspiegels ist normal und findet täglich statt, da der Kortisonspiegel beim Aufwachen seinen Höhepunkt und kurz nach dem Zubettgehen wieder seinen Tiefpunkt erreicht. Der Kortisonspiegel kann jedoch dauerhaft erhöht bleiben, z.B. weil zu viel und zu lange stressige Situationen vorliegen, was zu einer Reihe von gesundheitlichen Problemen führen kann.

Gewichtszunahme

Stoffwechselstörungen aufgrund chronisch erhöhter Kortisonwerte stehen in direktem Zusammenhang mit Fetteinlagerung und Gewichtszunahme, insbesondere mit viszeralem Fett, also dem Fett, das sich im Bauchraum ansammelt. Ein hoher Kortisonspiegel beeinträchtigt auch die Insulinsensitivität.

Und so wird die Wahrscheinlichkeit einer Gewichtszunahme weiter erhöht. Bei erhöhten Kortisonwerten beginnt der Körper auf natürliche Weise, Fett im Bauchraum einzulagern. Dies ist ein Überlebensinstinkt, der die inneren Organe, insbesondere Leber, Nieren und Darm, vor einer Belastung, also dem wahrgenommenen Stress, schützen soll. Diese Gewichtszunahme tritt häufig auch ohne erkennbare Veränderungen der Ernährung oder des Bewegungsverhaltens auf.

Muskelschwäche

Kortison spielt eine Schlüsselrolle beim Abbau von Proteinen und Fetten zu energieverwertbaren Formen. Ein erhöhter Kortisonspiegel kann jedoch die Muskeln schädigen, da diese vom Abbau nicht notwendigerweise verschont bleiben. Chronisch erhöhte Kortisonwerte beschleunigen den Proteinabbau im Körper, was zu Muskelschwäche, dünner werdender Haut und verstärkter Neigung zu Blutergüssen führen kann.

Bluthochdruck

Eine übermäßige Kortisonproduktion führt typischerweise zu Bluthochdruck. Obwohl der genaue Zusammenhang zwischen Kortison und Blutdruck noch nicht vollständig geklärt ist, ergab eine Studie in der Fachzeitschrift „Hypertension“, dass Menschen mit hohen Kortison- und anderen Stresshormonwerten häufiger Bluthochdruck entwickeln und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erleiden als Menschen mit niedrigeren Stresshormonwerten. [4]

Schlechter Schlaf

Der Kortisonspiegel sollte nachts im Schlaf am niedrigsten sein. Ist er chronisch erhöht, stört dies die natürliche Ausschüttung der Hormone, die für das Ein- und Durchschlafen verantwortlich sind. Schlafstörungen können zu einer Reihe weiterer Probleme führen, von Müdigkeit und Antriebslosigkeit bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Schwellungen im Gesicht

Es ist wichtig zu wissen, dass chronisch erhöhte Kortisonwerte nicht nur durch Stress verursacht werden. Das Cushing-Syndrom ist eine Erkrankung, bei der die Kortisonwerte erhöht sind und die eine ärztliche Behandlung zur Regulierung erfordert. Es ist auch die wahrscheinlichste Ursache für Schwellungen im Gesicht (auch bekannt als Kortisongesicht oder Mondgesicht), insbesondere im Bereich der Wangen und des Kiefers sowie unter den Augen. Dies sind weitere mögliche Anzeichen für einen erhöhten Kortisonspiegel.

Was verursacht einen hohen Kortisonspiegel?

Chronischer Stress und Erkrankungen wie das Cushing-Syndrom können zwar zu erhöhten Kortisonwerten führen, sind aber nicht die einzigen möglichen Ursachen. Auch körperliche Erkrankungen, Fieber, Schlafmangel, Entzündungen, Schwangerschaft und emotionale Faktoren können den Kortisonspiegel beeinflussen.

Neben diesen inneren Faktoren können auch äußere Faktoren wie Ernährung, Alkohol, Koffein, Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel den Kortisonspiegel beeinflussen. Der Beitrag weist außerdem darauf hin, dass die genannten Symptome auch andere Ursachen als ein Kortisonungleichgewicht haben können, insbesondere da der Bereich des „normalen“ Kortisonspiegels sehr breit ist.

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Letztendlich, so die Autoren, „kann die Diagnose von Kortison-Anomalien schwierig und manchmal fehlerhaft sein. Die Werte können auffällig erscheinen, obwohl keine Erkrankung vorliegt. Und subtile Symptome können sich als Folge von Kortison-Anomalien herausstellen, nachdem häufigere Ursachen ausgeschlossen wurden.“ Wenn Sie eines der oben genannten Symptome zusammen mit größeren Veränderungen in Ihrem Alltag oder Ihrem Gesundheitszustand bemerken, sollten Sie Ihren Arzt nach Ihren Kortisonwerten fragen.

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Quellen:

Cholesterin gilt seit Jahrzehnten als stiller Killer. LDL runter, Risiko runter – so lautet die einfache Formel. Je niedriger, desto besser.

Doch was, wenn diese Gleichung in der Realität nicht aufgeht?

Trotz millionenfacher Verordnungen von Statinen und immer neuer Wirkstoffe bleibt ein Befund erstaunlich konstant: In der Primärprävention ist der absolute Nutzen oft gering, die Mortalität bleibt unbeeinflusst. Gleichzeitig kommen neue Medikamente wie Inclisiran auf den Markt – eine RNA-basierte Therapie, die gleich für ein halbes Jahr wirkt. Technologisch beeindruckend. Klinisch überzeugend?

Während Leitlinien immer niedrigere LDL-Zielwerte definieren, stellt selbst das traditionsreiche „Arznei-Telegramm“ unbequeme Fragen: Wo sind die belastbaren Belege für eine generelle Senkung? Wer profitiert wirklich? Und wer trägt das Risiko?

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Es geht nicht nur um Zahlen auf einem Laborzettel. Es geht um Nutzen, Nebenwirkungen – und um ein milliardenschweres Geschäftsfeld.

Im „Arzneitelegramm“ las ich vor Kurzem: Cholesterin senken und was gibt es da Neues zu berichten. [1]

Zunächst jedoch etwas „Altes“ zu diesem Thema. Und das nicht vom „Telegramm“, sondern aus meiner Feder: [2]

Worum es hier eigentlich geht, ist wieder mal das Geschäft mit der Gesundheit. Oder Krankheit…

Wie gesagt: das Thema ist ein Dauerbrenner.

Denn Cholesterin soll angeblich „böse“ Elemente enthalten, das LDL-Cholesterin, welches Arteriosklerose und kardiovaskuläre Erkrankungen verursacht. Und daran sind ja schon viele gestorben. Also muss man was tun, um dieses Elend zu verhindern: Cholesterin senken mit z.B. Statinen, die bereits seit den 1980er Jahren zum Kassenschlager geworden sind.

Und wie das ausgesehen hat und heute noch aussieht, habe ich in etlichen Beiträgen beschrieben: [3] [4] [5] [6] [7] [8]

Je niedriger, desto besser

„Je niedriger, desto besser“ – dieser Leitspruch bei der Behandlung von Cholesterinwerten ist mit Sicherheit die Zauberformel für die Statinhersteller. Denn diese Formel gilt (fast) immer, gleichgültig, wie tief der Wert liegt (nur bei Null dürfte Schluss sein, oder?).

Und da haben wir schon das „Neue“ in der neuen Diskussion. Laut „Arzneitelegramm“ gibt es jetzt einen neuen Wirkstoff, der sich „Inclisiran“ nennt und in Fortbildungen propagiert wird.

Es handelt sich hier um eine kleine aktive RNA, die alle 6 Monate injiziert wird (zu Beginn nach 3 Monaten). Der Patient wird also genetisch verändert, und zwar insofern, dass diese RNA jetzt über eine Reihe von Zwischenschritten dazu führt, dass viel weniger LDL-Rezeptoren abgebaut werden können. Und die erhöhte Menge an Rezeptoren wiederum bewirkt dann eine erhöhte Clearance von LDL aus dem Blut und führt damit zu den Spiegeln und Umsätzen, von denen Pharma und Schulmedizin träumen.

Nach dieser frohen Botschaft zeigt jedoch Drugs.com, dass es hier einiges an Nebenwirkungen zu „bejubeln“ gibt. [9]

Die Erhöhung von Leber-Transaminasen ist die Auffälligste, wenn auch entwarnt wird, dass diese Erhöhung klinisch nicht relevant und asymptomatisch sei.

Weniger asymptomatisch und unbedenklich ist diese Nebenwirkung: Diabetes mellitus in 11,6 % der Fälle. Das wiederum ist ausgezeichnet, da der Hersteller Novartis auch eine ausgedehnte Palette an Diabetes-Medikamenten anzubieten hat. Da lässt sich wieder mal doppelt Kasse machen.

Andere häufige Nebenwirkungen sind Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, Schmerzen in den Extremitäten, Blaseninfektionen, Durchfall, Bronchitis, Atemnot, Kopfschmerzen, Schwindel, Angina pectoris etc.

Die Überraschung

Wer jetzt glaubt, dass das „Arzneitelegramm“ in die gleiche Kerbe schlägt, der dürfte sich getäuscht sehen, sehr zu meiner (positiven) Überraschung.

Es beginnt damit, Behandlungsempfehlungen in Primär- und Sekundärprävention zu unterscheiden. Laut „Arzneitelegramm“ ist es sinnvoll, „ Patienten mit dokumentierten atherosklerotischen kardiovaskulären Erkrankungen medikamentös“ zu behandeln. Das sind also die Leute, die bereits geschädigt = krank sind, also an manifesten Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit leiden.

Jetzt kommen aber noch andere Diagnosekriterien dazu. Wenn nämlich beim Ultraschall auch noch Plaques in den Femoralarterien gesichtet werden können (bislang waren es nur 50 %ige Stenosen in mindestens zwei großen Koronargefäßen) und ein erhöhter koronarer Kalzium-Gehalt im CT beobachtet werden kann, dann „muss“ was getan werden. So die Europäische Gesellschaft für Kardiologie im neuen Update ihrer Leitlinien.

Das „Arzneitelegramm“ bringt dazu folgenden vernichtenden Kommentar:

„Randomisierte Studien, die den klinischen Nutzen einer medikamentösen Therapie belegen, wenn eine atherosklerotische Erkrankung allein durch Bildgebung dokumentiert ist, kann die Leitlinie weiterhin nicht bieten. So wenig wie Karotis-Plaques Personen pauschal zu „Hochrisikopatienten“ werden lassen, rechtfertigen unseres Erachtens weder Plaques der Femoralarterien noch erhöhte koronare Kalzium-Scores die Zuordnung zur Sekundärprävention.“

Also der Nutzen der Statine und anderer Cholesterinsenker, wenn es ihn gibt, scheint es nur in einer relativ kleinen Nische in der Sekundärprävention zu geben. Bei der Primärprävention, wo Pharma und Schulmedizin den meisten Umsatz erwarten, sieht es völlig anders aus. Und da wären wir wieder bei meinen Beiträgen weiter oben.

Sieht man das beim „Arzneitelegramm“ auch so?

Primärprävention mit Cholesterinsenkern

Das „Arzneitelegramm“ macht hier schnell Nägel mit Köpfen, indem es in dem Beitrag auf einen älteren „Arzneitelegramm“-Beitrag verweist, der schon im Juni 2023 veröffentlicht wurde. [10]

Hier bekommt der Leser zu lesen, dass aufgrund der Studienlage (teilweise sogar mit plazebokontrollierten Arbeiten) der absolute Nutzen der Cholesterinsenker gering war. Schlimmer noch: Ein derartiger Aufwand sollte ja eigentlich die Patienten vor tödlichen Plaques und Arteriosklerose schützen. Zumindest ist das der Anspruch der Befürworter. Das „Arzneitelegramm“ stellt jedoch fest, dass die Studienlage keinen Beleg für einen mortalitätssenkenden Effekt der prophylaktischen Gabe abliefern konnte.

Oder mit anderen Worten: Prophylaktisch Statine etc. einnehmen, weil man ein gewisses Alter oder bestimmte erhöhte Marker aufweist, bringt dem Patienten so gut wie nichts, aber den Herstellern guten Umsatz und dem Mediziner abrechnungsfähige Behandlungskosten.

Die neuen Leitlinien, die im neuen „Arzneitelegramm“ diskutiert werden, sehen jetzt vor, dass bei einem 10-Jahresrisiko von 20 % und einem LDL-Wert von 70 mg/dl eine prophylaktische Gabe von Cholesterinsenkern durchgeführt werden soll. Wie die Berechnung der 20 % ausgesehen haben, kann man nur vermuten. Denn sie basierte auf „Schätzungen anhand epidemiologischer Daten“. Toll, schätze ich!

Das „Arzneitelegramm“ selbst spricht hier von einer „Risikoabschätzung“, die die Kardiologen in ihrem unermesslichen Glauben an die eigene Schätzkraft durchgeführt hatten.

Aber es geht weiter: Bei 10 bis 19 % Risiko und einem LDL von 100 mg/dl muss auch zur Tablette gegriffen werden. Schön auch, dass die „Verordnungsfähigkeit“ von Lipidsenkern zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen von 20 auf 10 % Risiko herabgesetzt wurde. Da kann der Onkel Doktor viel mehr Patienten auf Statine und Co. einstellen, ohne dass es bei der Finanzierung Probleme gibt. Denn die Kassen zahlen den Unsinn.

Die Zielwertstrategie

Hier geht es darum, bei der Primärprävention und Sekundärprävention „gesunde“ Zielwerte für das LDL zu bestimmen. Laut „Arzneitelegramm“ hat sich hier wohl auch nichts geändert.

Bei der Sekundärprävention soll das LDL um mindestens 50 % des Ausgangswerts gesenkt werden oder unter 55 mg/dl. Bei der Primärprävention fast das Gleiche: mindestens 50%ige Reduktion des Ausgangswerts und unter 70 mg/dl.

Kommentar vom „Arzneitelegramm“:

„Zum Erreichen der Zielwerte scheinen ohne Rücksicht auf Zulassungsstatus und Datenlage alle Mittel recht, soweit sie in irgendeiner Studie die Reduktion vaskulärer Ereignisse gezeigt haben. Wir sehen weiterhin keine Belege für den Nutzen der Zielwertstrategie.“

Aber es geht noch bunter zu. Beim akuten Koronarsyndrom soll so richtig losgeballert werden. „the sooner, the lower, the better“ heißt es bei den Kardiologen im perfekten Medizindeutsch. Stationär soll die LDL-Senkung intensiviert werden durch die Gabe von hochdosierten Statinen (damit endlich die Patienten unter der Last der Nebenwirkungen zusammenbrechen?). Belege für dieses Vorgehen? Null! Laut „Arzneitelegramm“ gibt es keine Belege aus randomisierten Studien für diesen Unsinn.

Zudem wollen die Kardiologen auch nicht die HIV-Patienten vergessen. Ab dem Alter von 40 Jahren und höher wird therapiert, gleichgültig ob ein vaskuläres Risiko vorliegt oder nicht. Auch hier muss das LDL versenkt werden, koste es was es wolle. Die dazu erkorene Studie zeigte eine absolute Senkung der vaskulären Endpunkte (bestehend aus acht Komponenten) von 0,25 %. Super Ergebnis, gell?

Auch blieb die Mortalität unbeeinflusst. Wieder mal. Dafür nahmen die Diabeteserkrankungen unter der Therapie absolut um 0,3% zu. Toll!

Also: Therapieerfolg = 0,25 % — neue Diabetespatienten = 0,3 %. Aber das ist noch nicht alles. Muskelprobleme stiegen um 0,2 % pro Jahr.

Das „Arzneitelegramm“ dazu:

„Auf Basis dieser Daten bei HIV-Patienten unabhängig von vaskulärem Risiko und LDL eine IB-Empfehlung für Statine zur Primärprävention auszusprechen, erscheint uns nicht vertretbar.“

Fazit

Die neue Ausgabe des „Arzneitelegramm“ bestätigt fast wort- und ideengleich meine kritische Haltung gegenüber den Cholesterinsenkern, besonders wenn es darum geht, diese Art der Medikamente wie Bonbons im Kölner Karneval unter die Leute zu schmeißen.

Wie zu niedrige Cholesterinwerte die Mortalität erhöhen können, wovon niemand sprechen möchte, das habe ich hier diskutiert: [11]

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Quellen: 

Rückstände von Glyphosat in Lebensmitteln? Ach was. Und wenn schon: Das Zeug ist doch „unschädlich“, oder?

Das ist ungefähr die Standardreaktion. Und sie funktioniert erstaunlich gut, solange man das Thema nicht zu genau anschaut. Denn Glyphosat im Essen ist keine neue „Erkenntnis“. Rückstände wurden schon vor Jahrzehnten nachgewiesen. Bereits Anfang der 1980er Jahre gibt es Arbeiten, die Rückstände von Herbiziden wie Glyphosat in Pflanzen und Umweltproben dokumentieren: Triclopyr, glyphosate und phenoxyherbicide residues in cowberries, bilberries und lichen.https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7326493; leider ohne Zusammenfassung.

Damals gab es noch keine Bio Welle, keine „Clean Eating“ Bewegung, keine Social Media Empörung. Das Bewusstsein war eher: Wird schon passen.

Heute wissen wir: Es passt eben nicht automatisch.

Denn das Problem bei Rückständen ist nicht nur die einzelne Messung. Das Problem ist die Routine. Brot, Brötchen, Mehl, Flocken. Dinge, die viele Menschen täglich essen. Und wenn dort Spuren drin sind, dann ist das kein „Einzelfall“, sondern ein Dauerabo.

ÖKO TEST: Getreideprodukte häufig belastet

Das Verbrauchermagazin ÖKO TEST berichtete in einer Ausgabe im Mai 2013 bereits, dass ein großer Teil getesteter Getreideprodukte mit Glyphosat belastet war. Untersucht wurden Proben aus dem täglichen Verzehr, darunter Mehle, Körnerbrötchen und Getreideflocken. Ein erheblicher Anteil zeigte Rückstände.

Nun kommt regelmäßig der Satz, der alles beruhigen soll: „Alles unterhalb der Grenzwerte.“

Ich halte das für eine der gefährlichsten Beruhigungsformeln unserer Zeit.

Denn Grenzwert bedeutet nicht „harmlos“. Grenzwert bedeutet: juristisch noch zulässig. Und diese Grenze wird nicht nach dem Prinzip festgelegt: „Was ist optimal für Ihre Gesundheit?“, sondern nach dem Prinzip: „Was ist gerade noch vermarktbar?“

Wenn ein Stoff in Lebensmitteln auftaucht, die zur Ernährungsgrundlage gehören, dann ist nicht die Frage, ob die Menge pro Portion klein ist. Die Frage ist: Wie oft essen Sie das? Und über wie viele Jahre?

Brot: Backen neutralisiert nicht alles

Ein weiterer Punkt, der gerne übersehen wird: Brot wird gebacken. Viele Menschen glauben instinktiv, Hitze würde „schon alles erledigen“. Tut sie aber nicht.

Wenn ein Stoff hitzestabil ist, bleibt er drin. Und damit wird aus einem landwirtschaftlichen Problem ein Küchenproblem. Ein Frühstücksproblem. Ein Kinderproblem. Ein Alltagsproblem.

Wie kommt Glyphosat ins Getreide?

Glyphosat wird eingesetzt, um unerwünschte Pflanzen zu beseitigen. Es ist ein Breitbandherbizid, also ein Mittel, das nicht selektiv „ein bisschen Unkraut“ entfernt, sondern grundsätzlich Pflanzenwachstum stört.

Und jetzt kommt der entscheidende Teil, den viele nicht wissen wollen, weil er zu gut erklärt, warum Rückstände überhaupt entstehen:

Glyphosat wird nicht nur irgendwann im Frühjahr auf irgendeinem Feld versprüht. Es kann auch kurz vor der Ernte eingesetzt werden, um Pflanzen gleichmäßig absterben zu lassen und die Ernte zu erleichtern. Das ist technisch praktisch, besonders bei schwierigen Wetterbedingungen. Aber es bedeutet eben auch: Das Getreide bekommt seine Portion direkt ab, kurz bevor es auf dem Teller landet.

Nicht irgendwann. Nicht theoretisch. Sondern zeitlich sehr nah am Endprodukt.

Und das betrifft nicht nur Getreide. Auch andere Kulturen wie Kartoffeln, Ölsaaten oder Hülsenfrüchte können auf diese Weise behandelt werden.

„Baut sich schnell ab“ ist ein Satz – mehr nicht…

Offiziell heißt es gerne: Glyphosat baue sich schnell ab. Das klingt beruhigend, also alles „halb so wild“? Nur ist die Realität in der Praxis oft eine andere. Denn selbst wenn ein Stoff abgebaut wird, heißt das nicht, dass keine Rückstände übrig bleiben. Und es heißt schon gar nicht, dass wir die tatsächliche Belastung im Alltag sauber erfassen.

Das Problem ist nicht nur Glyphosat. Das Problem ist die Denkweise: Man erlaubt etwas großflächig, produziert erst wenig unabhängige Daten, und wenn dann Jahre später Fragen auftauchen, ist das Mittel längst in der Routine angekommen. Dann hängt eine ganze Landwirtschaft daran, eine ganze Industrie, ein ganzer Markt.

Und plötzlich wird aus einer Gesundheitsfrage eine Wirtschaftsfrage.

Wenn die Wissenschaft unabhängig wird, wird es unangenehm

Glyphosat steht seit Jahren in der Kritik. Es gibt Bewertungen, die es als unproblematisch einstufen, und es gibt Bewertungen, die deutlich kritischer ausfallen. Auffällig ist: Je unabhängiger die Perspektive, desto weniger klingt es nach Entwarnung.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO stufte Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Andere Institutionen kommen zu anderen Schlussfolgerungen. Das kann man als Laie kaum im Detail auseinanderklamüsern.

Was man aber sehr wohl erkennen kann, ist das Muster: Solange ein Stoff profitabel ist, wird er verteidigt. Und sobald er unbequem wird, heißt es: „Die Datenlage ist unklar.“ Ist klar.

Der eigentliche Skandal: Es ist Teil der Ernährungsgrundlage

Wenn Glyphosat in irgendeinem exotischen Spezialprodukt auftauchen würde, wäre es ein Randthema. Aber Getreideprodukte sind bei uns keine Randnotiz. Sie sind Basis: Brötchen am Morgen. Brot am Abend. Mehl in Kuchen. Flocken im Müsli. Nudeln. Snacks. Backwaren. Das ist nicht „ab und zu“. Das ist für viele: täglich.

Und genau deshalb ist der Satz „unter Grenzwert“ so trügerisch. Denn er ignoriert den Alltag.

Was ich daraus ableite

Ich bin kein Freund von Panik, aber Naivität ist fast noch schlimmer. Die Corona-Jahre haben da „einiges“ offenbart! Aber das ist ein anderes Thema. Bleiben wir beim Brot / Brötchen: Wer die Belastung reduzieren will, muss nicht alles „glutenfrei“ kaufen und sich auch nicht in Ersatzprodukte flüchten. Er muss nur anfangen, wieder wie ein normaler Mensch zu denken:

Weniger Billigware.
Mehr Qualität.
Weniger Masse.
Mehr echtes Brot.

Bio ist dabei keine Religion, sondern oft schlicht die pragmatischste Entscheidung, wenn man Pestizide und Rückstände reduzieren will. Und wer Brot liebt, sollte es nicht abschaffen, sondern zurückholen: handwerklich, fermentiert, mit langer Teigführung, aus nachvollziehbaren Rohstoffen.

Denn Brot war einmal etwas anderes als eine billige Trägerfläche für Belag. Ich habe dazu hier mehr geschrieben: Brot gut vertragen & Warum modernes Brot oft krank macht

Update (Stand 2026): Warum Glyphosat im Brot weiter ein Thema ist

Auch wenn viele Messungen unterhalb offizieller Grenzwerte liegen, bleibt die entscheidende Frage: Was passiert bei täglichem Konsum über Jahre? Getreideprodukte sind Grundnahrungsmittel, Rückstände daher keine Randnotiz. Dazu kommen Mischbelastungen aus Landwirtschaft und Verarbeitung sowie die Tatsache, dass Verbraucher die Herkunft der Rohstoffe in Backwaren oft nicht erkennen können. Wer Belastungen reduzieren will, fährt meist besser mit Bio Getreide, handwerklicher Teigführung und weniger Billig Backwaren.

Fazit

Glyphosat ist unbedenklich, wenn man fest daran glaubt, weil man es nicht wissen will. Das Problem ist nicht, dass es keine Hinweise gibt. Das Problem ist, dass Hinweise unbequem sind. Sie stören den Profitfrieden. Und sie stören das Märchen von der modernen Landwirtschaft, die alles im Griff hat und dabei selbstverständlich nur unser Bestes will.

Wissen ist Macht.
Ich weiß nix, macht nix.
So läuft das Spiel.

Nur leider essen wir das mit.

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Dieser Beitrag wurde im Oktober 2012 erstellt und am 19.1.2026 aktualisiert.

Infografik zu Vitamin D bezgl des Testberichts der Stiftung Warentest

Man muss der Stiftung Warentest eines lassen: Konstanz beherrschen sie. Jahr für Jahr dieselbe „Choreografie“. Die gleichen Grenzwerte, Warnungen usw. Jetzt mal wieder das Vitamin D.

Das Prinzip ist simpel: Man nehme behördlich abgesegnete Referenzwerte, erkläre sie zur unantastbaren Wahrheit und warne vor allem, was auch nur einen Milligramm darüber hinausgeht. Fertig ist der Beitrag, der sich als Verbraucherschutz tarnt. Erkenntnisgewinn: null. Denken? Nicht vorgesehen.

Dass diese Grenzwerte selbst hochumstritten und in der wissenschaftlichen Literatur längst widerlegt sind – geschenkt. Dass sie aus einer Zeit stammen, in der man Vitamin D primär als Rachitis-Verhinderer betrachtete – Schwamm drüber. Hauptsache, der Warnhinweis sitzt.

Und die Qualitäts-Presse? Labert unkritisch alles nach. Kennen wir ja… Der Beitrag der tz-Münschen dazu ist so dünn, dass man sich fragt wer da eigentlich an den Tasten saß? Hauptsache: Alarm! Gefahr! Risiko! Der Leser soll sich bitte fürchten. Vor Vitamin D. Aus dem Regal. Frei verkäuflich.

Was hingegen nicht erwähnt wird: Medikamente. Polypharmazie. Fehlbehandlungen. Nebenwirkungen. Krankenhausinfektionen. Iatrogene Schäden. All das zusammengenommen seit Jahren eine der TOP-Todesursachen (wenn nicht sogar mittlerweile die Nummer 1!) in westlichen Gesundheitssystemen… Verzeihung: Krankenwesen… oder besser Krakenwesen? Na, auf jeden Fall: KRANK.

Stattdessen der moralische Zeigefinger beim Nahrungsergänzungsmittel. Beim Bürger, der sich selbst kümmert. Der Verantwortung übernimmt. Da sind sie da die Oberwarner mit dem Gütestempel.

Man stelle sich nur einen Moment vor, man würde mit derselben Inbrunst durch den Supermarkt gehen.
Warnhinweis auf Frühstücksflocken: Zuckeranteil über der täglichen Empfehlung.
Auf Softdrinks: Erhöhtes Risiko für Fettleber und Diabetes.
Auf Fertiggerichten: Geschmacksverstärker mit möglicher neurobiologischer Wirkung.
Auf Palmölprodukten: Zusammenhang mit Entzündungsprozessen diskutiert.

Aber was erlauben! Das könnte „Systemfragen“ aufwerfen. Vitamin D hingegen ist dankbar. Es hat keine Lobby. Und es passt perfekt ins Bild: Der mündige Bürger ist gefährlich – nicht das System.

Da habt ihr nur mal wieder „uns“ vergessen… die, die sich damit beschäftigt haben und auch sehen was ordentliche Vitamin D Spiegel bei Patienten bewirken.
So bleibt am Ende wieder nur die bekannte Pointe, die spätestens seit 2020 sehr bekannt sein sollte:

Nicht die Substanz ist das Problem.
Nicht einmal die Dosierung.
Das Problem ist die Denkverweigerung.

Und die wird – leider – regelmäßig getestet.
Mit Bestnote.
Danke. Keine weiteren Fragen.

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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…