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Wie so häufig wird das Wohl und Übel der Menschheit in Abhängigkeit gesetzt von der Allmacht der Wissenschaft und deren der Natur überlegenen Wirkweisen. So wurde dann auch vollmundig vor 10 Jahren verkündet, dass die Genetik spätestens heute, also nach 10 Jahren, in der Lage sein werde, alle Gen-Codes zu entschlüsseln, die entsprechenden Erbkrankheiten vollständig zu verstehen und die entsprechenden Therapien anzubieten.

Politiker der 90er Jahre (u.a. Bill Clinton) und zahlreiche Wissenschaftler waren sich einig: Das Gesundheitswesen von 2010 wird mit dem von 2000 kaum noch etwas gemeinsam haben – Dank der „genetischen Revolution“. Die Ernsthaftigkeit dieses Optimismus wurde dann durch einen 3 Milliarden Dollar Einsatz unterstrichen.

Heute im Jahr 2011 nach über 10 Jahren lässt sich rückblickend sagen, dass man von der Gen-Code-Entschlüsselung weiter entfernt ist als die Erde vom Mond. Eine Therapierbarkeit von Erbkrankheiten ist soweit entfernt wie die Milchstraße.

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Pharmazeutische Firmen und Saatgut-Hersteller, wie Monsanto, haben zwar mit Genmanipulationen gearbeitet, was aber nicht immer den Erfolg gebracht hat, den man sich gewünscht hat.

Der Optimismus, dass alles einfach aufzuschlüsseln sei, musste der realistischeren und ernüchternden Erkenntnis Platz machen, dass die Genetik der Lebewesen, gleichgültig ob Pflanzen, Insekten oder Menschen, ein kompliziertes Informationsgebilde ist, wo die unbekannten Größen schwerer wiegen als das, was bis heute bekannt ist.

Zum 10. Geburtstag der optimistischen Proklamation veröffentlichten jetzt eine Reihe von Zeitschriften und Zeitungen, wie die New York Times und die JAMA, Artikel, in denen sie Bilanz zogen. Auch hier war das Resumé eher ernüchternd.

Diese Situation wird auch deutlich in einer Bostoner Studie, die versuchte, anhand von 101 bekannten genetischen Konstellationen das Risiko für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bestimmen.

Die Wissenschaftler gingen immer davon aus, dass bestimmte genetische Konstellationen dazu beitrügen, dass Herr X eine Herz-Kreislauf-Erkrankung kontraktierte, Herr Y von nebenan dagegen nicht (sondern vielleicht eine andere Krankheit). So würde das Wissen um diese Konstellationen eine fast prophetische Kompetenz zukommen.

Untersucht wurden nun über 19.000 weiße Frauen über 12 Jahre hinweg, die auf Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulärer Tod beobachtet wurden. Nach diesen 12 Jahren gab es 777 kardiovaskuläre „Episoden“, was sich letztlich als völlig unzureichend für einen Vorhersagewert gezeigt hat. Der postulierte genetische Risikowert und die tatsächlichen Ereignisse waren in keiner Weise miteinander assoziiert und damit der Aussagewert der genetischen Indikatoren so gut wie Null.

Das soll aber nun nicht heißen, dass die Genetik keinen Schuss Pulver wert sei. Es ist nicht die Schuld der Genetik, wenn sie falsch zum Einsatz kommt.

Es lässt sich auch nicht aus diesen Ergebnissen unbedingt ableiten, dass es überhaupt keine genetischen Einflüsse auf die Ausbildungen von Erkrankungen gibt. Die altbewährten Familienanamnesen zeigen hier nicht nur ein viel verlässlicheres Bild mit einer deutlich höheren Aussagekraft in Bezug auf das genetische Risiko, sondern sind auch in der Lage, ihre Verlässlichkeit in Studien zu untermauern.

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Seit Jahren warnt die Umweltorganisation Greenpeace vor der zunehmenden Monopolisierung der Lebensmittelproduktion.

Mittlerweile wird der internationale Markt durch wenige multinationale Konzerne kontrolliert. Ein Beispiel ist die Firma Monsanto, die ursprünglich Agrochemikalien wie Düngemittel und Pestizide vertrieb, darunter das im Vietnamkrieg eingesetzte Entlaubungsmittel „Agent Orange“.

 

In den vergangenen 15 Jahren kaufte der US-Konzern eine ganze Reihe von landwirtschaftlichen Unternehmen und Saatgutproduzenten auf. 2005 übernahm man die kalifornische Firma Seminis, damals Marktführer für Gemüsesaatgut.

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Durch die Patentierung von Saatgut, Pflanzen und Tieren geraten Landwirte und Lebensmittelhersteller weltweit in immer größere Abhängigkeit. Milliardenschwere Multis wie Monsanto versuchen die Märkte für gentechnisch veränderte Nahrungsmittel zu öffnen, die vor allem in Europa von vielen Verbrauchern abgelehnt werden.

Bei Futtermitteln haben sie ihr Ziel fast erreicht. Genmanipuliertes Soja hat sich nicht nur auf dem gesamten amerikanischen Kontinent durchsetzen können. Es hielt auch in der europäischen Landwirtschaft Einzug. Doch Monsanto setzt keineswegs nur auf die „Grüne Gentechnik“, sondern hält Patente auf „normales“ Saatgut, wie indischen Weizen.

Und der Zugriff von Monsanto macht nicht bei Pflanzen halt!

Monsanto will weltweites Schweine-Monopol“ überschrieb der Autor Dr. Christoph Then seinen kritischen Artikel zum Thema (Greenpeace Magazin 8/2005).

Der Konzern witterte ein gutes Geschäft. Kein Wunder, denn allein in den USA betrug der Umsatz mit Schweinefleisch im Jahr 2005 fast 40 Milliarden Dollar. Monsanto meldete damals gleich zwei Patente auf Schweine an.

Und beide wollten nur eines: Schweine, die schneller wachsen, weil sie ihr Futter besser verwerten. Dabei sind Kreuzung, Auslese und künstliche Besamung beileibe nicht neu. Begründet wurde die „Erfindung“ mit einer neuartigen Kombination dieser lange bewährten landwirtschaftlichen Verfahren.

Der Artikel von Dr. Then hat nichts an Aktualität verloren. Denn solche Patentanmeldungen erstrecken sich nicht nur auf die Reproduktionstechniken, sei es im konventionellen Bereich, durch biotechnologische oder gentechnische Methoden.

Sie umfassen immer auch die Tiere selbst. Das beginnt beim Zuchtschwein und dessen Erbgut und erstreckt sich über die Ferkel auf die gesamte Herde. Dem Gebaren von Monsanto wollen nicht nur Gentechnikgegner Einhalt gebieten.

Auch wenn der Kampf oftmals an David gegen Goliath erinnern mag, so gibt es doch Erfolge. Im Mai 2009 wies das niedersächsische Oberverwaltungsgericht eine Klage Monsantos ab und erklärte das von Agrarministerin Ilse Aigner ausgesprochene Anbauverbot des Genmais MON 810 für rechtmäßig.

Und (noch) kann man als Verbraucher Einfluss nehmen darauf, was man kauft und isst. Wer mehr tun will, unterstützt die verschiedenen Kampagnen gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel, z.B. von Greenpeace (siehe www.greenpeace.de/monsanto). Die Umweltorganisation fordert ein weltweites Verbot der Patentierung von Saatgut und landwirtschaftlichen Nutztieren sowie den Schutz der damit verbundenen genetischen Ressourcen.

Fazit: Monsanto will nicht nur Patente auf Pflanzen, sondern auch auf Tiere ausweiten. Als Verbraucher sollten wir alleine deswegen mehr als wachsam sein.

Die „grüne Gentechnik“ hat entgegen aller Behauptungen der Gentechnik-Lobby keinerlei Vorteile. Dazu gehe ich ausführlich in meinem kostenlosen Gentechnik-Report ein.

Gegen Monsanto, den Marktführer in Sachen Gentechnik für gentechnisch manipuliertes Saatgut ermitteln das amerikanische Justizministerium und Staatsanwälte.

Zur Verdeutlichung der Größenordnung: Monsanto ist international der größte Anbieter von genmanipuliertem Saatgut, alleine in den USA wachsen rund 95% der Sojabohnen und 80% des gesamten Getreides alleine mit Genen des „Soja- Barons“!

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