Wut-Wissenschaftler gegen die Bürokratie

Es ist ja in diesen Tagen viel zu hören vom „Wutbürger“. Der Spiegel hat es in einem Essay verwendet und die Gesellschaft für deutsche Sprache hat es 2010 zum „Wort des Jahres“ gewählt. Die Vorsilbe „Wut-“ soll anzeigen, dass hier Bürger „der Politik die Gefolgschaft aufkündigen“ und sich „gegen als Willkür empfundene politische Entscheidungen wenden“. Neben den „Wutbürgern“ gibt es aber nun auch die „Wutwissenschaftler“, die sich für Dinge engagieren, die ihnen wichtig sind, beziehungsweise Mißstände anprangern, die sie viel zu lange mit getragen haben.

Aber ich muss da ein wenig ausholen: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V. ist eine von vielen Institutionen in der hiesigen Forschungslandschaft. Dieser private Verein wird von Bund und Ländern bezuschusst und ist eine der Einrichtungen, die vom „Pakt für Forschung und Innovation“ profitieren. Dieser Pakt sieht eine Etaterhöhung um jährlich 3 Prozent vor. Viele Forschungseinrichtungen in Deutschland werden von diesem Verein finanziell unterstützt. Das Ziel sollte eigentlich sein, dass bei der Verteilung der Gelder Gerechtigkeit und Ausgewogenheit Vorrang haben. Eigentlich.

Doch am Freitag, dem 1. Juli 2011, verschafften fünf renommierte Wissenschaftler ihrem Unmut gegenüber der Deutschen Forschungsgemeinschaft gehörig Luft. Die Verleger Karl Dietrich Wolff und Georg Siebeck, der Bibliothekar Uwe Jochum, der Editionsphilologe Roland Reuß und der Jurist Volker Rieble betonten vor einem kleinen Publikum im Foyer des Berliner Ensembles, dass der Verein vor allem eines dringend benötigt: mehr Kontrolle und Transparenz.

Ihr Hauptvorwurf lautet, dass die Mittelvergabe an „Kungelei“ grenze. Die Bürokratie für die Vergabe von Drittmitteln, von denen einige Universitäten abhingen, sei zu langsam und intransparent. Es ließe sich schlicht oftmals nicht nachvollziehen, wer welche Gelder aus welchem Grund bekäme. Kontrolliert wird die Deutsche Forschungsgemeinschaft zwar von Bundesrechnungshof, denn die Mittel kommen ja schließlich zum Großteil aus dem Bundeshaushalt. Die Ergebnisse werden aber nicht veröffentlicht. Das hängt auch mit der Struktur der Forschungsgemeinschaft zusammen. Sie ist ein Verein und muss sich prinzipiell nur an die Vereinssatzung halten.

Eine Folge davon: Viele Forschungseinrichtungen seien schon richtiggehend „zynisch“ und widersetzten sich dem Apparat nicht, um nach zahlreichen Kürzungen und unangenehmen Änderungen in der Hochschullandschaft nicht auch noch anzuecken. Damit sprachen die fünf Redner wichtige Fakten an – die wahrscheinlich allerdings leider vorerst ohne Wirkung bleiben werden.

René Gräber

René Gräber

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