{"id":936,"date":"2014-07-17T11:53:44","date_gmt":"2014-07-17T10:53:44","guid":{"rendered":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/?p=936"},"modified":"2014-07-17T11:53:44","modified_gmt":"2014-07-17T10:53:44","slug":"gift-im-flugzeug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/gift-im-flugzeug\/","title":{"rendered":"Giftige Kabinenluft in Flugzeugen: Aerotoxisches Syndrom, Fume Events &#8211; Wor\u00fcber niemand spricht"},"content":{"rendered":"<p>Man nennt es das \u201eaerotoxische Syndrom\u201c und wurde der breiten \u00d6ffentlichkeit Anfang Juli 2017 in einer Reportage der ARD n\u00e4her gebracht.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Auch die Presse berichtete damals.\u00a0Hier eine kleine Auswahl:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/reisen\/2011-11\/tcp-fliegen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Angst vor Nervengift im Flugzeug von der \u201eZeit-Online\u201c<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/gase-im-flugzeug-oeldaempfe-schalteten-lufthansa-flugbegleiter-aus-1.1837798\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00d6ld\u00e4mpfe schalten Lufthansa-Flugbegleiter aus\u00a0 von der \u201eS\u00fcddeutsche.de\u201c<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.bild.de\/ratgeber\/gesundheit\/air-berlin\/toxische-oelgase-in-passagier-flugzeugen-von-condor-lufthansa-swiss-air-berlin-eaysjet-aerotoxisches-sydrom-7627806.bild.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wie giftig ist Fliegen?<\/a> &#8211; sogar die \u201eBild\u201c interessiert sich f\u00fcr dieses Thema.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Fliegen ist 1000 mal sicherer als Autofahren \u2013 so lautet das Credo der Vielflieger und Fluggesellschaften, was f\u00fcr ein beruhigendes Gef\u00fchl sorgt. In der Tat sind viel weniger Flugzeuge mit ihresgleichen kollidiert als Autos mit Autos.<\/p>\n<p>Und die Bilanz der Crashs mit B\u00e4umen und Mauern f\u00e4llt auch f\u00fcr die Autos signifikant schlechter aus als f\u00fcr Flugzeuge. Solche Statistiken werden nur von Otto Waalkes Orgel-Statistik \u00fcbertroffen, dessen Orgel aufgrund von geeigneten religi\u00f6sen Ma\u00dfnahmen noch nie mit einer anderen Orgel zusammengesto\u00dfen ist. Nein, ich will nicht flapsig werden.<\/p>\n<p>Aber, so wie es aussieht, ist das Credo von der Sicherheit und Unbedenklichkeit des Fliegens genau so flapsig wie der Otto-Beitrag. Nur \u2013 Meister Otto will zum Lachen anregen.<\/p>\n<p>Das Credo der Luftfahrtindustrie dagegen ist eher zum Heulen beziehungsweise F\u00fcrchten. Grund f\u00fcr das F\u00fcrchten ist dieses aerotoxische Syndrom. Es ist bekannt seit mehr als 50 Jahren, was aber niemanden daran gehindert zu haben scheint, sich einfach nicht darum zu k\u00fcmmern. Heute wei\u00df man mehr. Daf\u00fcr gibt es mehr Leute, die davon nichts wissen wollen oder das ganze als bedeutungslos und unbewiesen hinstellen.<\/p>\n<p><strong>Aber worum handelt es sich bei diesem Syndrom?<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pDDkW\"><\/script><\/p>\n<h2>Dicke Luft im Flugzeug<\/h2>\n<p>Wer hoch hinausfliegt, der muss daf\u00fcr sorgen, dass der Luftdruck im Inneren eines Flugzeugs nicht allzu deutlich abf\u00e4llt, da sonst der Sauerstoff f\u00fcr alle Personen zu gering wird. Bei den meisten Flugzeugen geschieht dies \u00fcber eine Zapfluftanlage aus dem Verdichter des Triebwerks. Sind hier Dichtungen besch\u00e4digt, dann str\u00f6men die D\u00e4mpfe des Getriebe- beziehungsweise Turbinen\u00f6ls mit der komprimierten Luft in die Kabine und verpesten die Luft im Innern des Fliegers.<\/p>\n<p>Da es sich bei diesen \u00d6len nicht um Salat\u00f6l handelt, sondern Spezial\u00f6le, enthalten diese eine Reihe von Stoffen, die der Gesundheit im h\u00f6chsten Ma\u00dfe abtr\u00e4glich sind wie Organo-Phosphate, Phenyl-Napthylamine und Trikresyl-Phosphat (TCP), die von Toxikologen als hochgef\u00e4hrlich eingestuft werden. Die Substanzen, besonders das TCP, sind neurotoxisch.<\/p>\n<p><strong>Sie verursachen neurologische Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen, L\u00e4hmungen, Herzrasen, Kurzatmigkeit, Schmerzen an Muskeln und Gliedern, Erm\u00fcdungserscheinungen und so weiter. <\/strong><\/p>\n<p>Leider versehen so gut wie alle Flugzeughersteller ihre Flieger mit dieser Zapfluftanlage. Der Grund, der daf\u00fcr angegeben wird, ist laut der ARD-Reportage eine Kostenfrage.<\/p>\n<p>Denn eine Frischluftzufuhr, deren \u00d6ffnung sich weit entfernt von den Triebwerken an der Nase des Fliegers befindet, bedeutet zus\u00e4tzliches Gewicht durch zus\u00e4tzliche Kompressoren, die den Kabinendruck aufrechterhalten m\u00fcssen. Und mehr Gewicht hei\u00dft h\u00f6herer Treibstoffverbrauch. Da wundert man sich, dass die neue Boeing 787 \u2013 Dreamliner keine Zapfluftanlage besitzt und genau die eben beschriebenen \u201ekosten ung\u00fcnstige\u201c Variante f\u00fcr die Frischluftzufuhr betreibt.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p>Grund f\u00fcr diese Ma\u00dfnahme: Man glaubt es nicht, aber laut \u201eWikipedia\u201c wird mit dem Verzicht auf Zapfluft weniger Kerosin verbrannt, da die Turbinen ohne diese Zapfluft \u00f6konomischer arbeiten. Ein weiterer Artikel von \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Boeing_787\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wikipedia<\/a>\u201c zum Thema \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zapfluft\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Zapfluft<\/a>\u201c, unter dem Sub-Titel \u201eVor- und Nachteile\u201c, best\u00e4tigt die Aussage des ersten Beitrags:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eSchwerwiegendster Nachteil jedoch ist, dass sich bei Zapfluftentnahme der Treibstoffverbrauch erh\u00f6ht und die Leistung sinkt. Bei hoher Startleistung wird deshalb auch die Zapfluftentnahme abgeschaltet, um in der kritischen Startphase die volle Triebwerksleistung zur Verf\u00fcgung zu haben.\u201c <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Warum wird dann immer noch mit dem Zapfluftanlage-System gearbeitet? Antwort: Weil es ein einfaches System ist, das Wartungskosten spart und technisch relativ einfach zu handhaben ist. Wenn man den Aussagen von \u201eWikipedia\u201c &#8211; \u201eBoeing 787\u201c &#8211; glauben darf, dann hat die fehlende Zapfluftanlage und die zus\u00e4tzlichen Kompressoren f\u00fcr die Aufbereitung der Kabinenluft keine negativen Einfl\u00fcsse auf den Kerosinverbrauch.<\/p>\n<p>Im Gegenteil \u2013 der Artikel spricht von einem geringeren Treibstoffverbrauch, der aber auch auf anderen Faktoren beruht (bessere Aerodynamik, weniger Gewicht aufgrund der Leichtbauweise etc.).<\/p>\n<h2>Fliegen \u2013 die ultimative Bedrohung?<\/h2>\n<p>Wenn man die Erlebnisse der ARD-Crew betrachtet, dann gibt es keinen Grund, unmittelbar um sein Leben f\u00fcrchten zu m\u00fcssen. Denn die in der Zapfluft enthaltenen Noxen werden nur dann zu einem unmittelbaren Problem, wenn sie konzentriert in der Atemluft zu finden sind.<\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen aber zu einem Problem werden, wenn man dauerhaft, wie Piloten und Crew zum Beispiel, in einer Luft arbeiten muss, die mit Spuren dieser Noxen durchsetzt ist.<\/p>\n<p>Die ARD-Crew hatte auf ihren Fl\u00fcgen Apparaturen im Taschenformat dabei, mit denen sie der Kabinenluft Proben entnehmen konnten, um sie sp\u00e4ter im Labor analysieren zu lassen. Sie nahmen auch \u201eWisch-Proben\u201c von den Innenw\u00e4nden, um sie auf entsprechende Spuren zu untersuchen. Des Weiteren entnahmen sie sich vor und nach einem Flug (mit verschiedenen Fluggesellschaften) selbst Blutproben, ebenfalls f\u00fcr eine Analyse auf die oben erw\u00e4hnten Nervengifte.<\/p>\n<p>In Zusammenarbeit mit der Universit\u00e4t von Darham, USA und Prof. Mohamed Abou-Donia wurden die Proben ausgewertet. Das Ergebnis: Bei allen Fl\u00fcgen zeigten die Luft- und Wisch-Proben Spuren der Nervengifte. Die Gifte wurden auch in den Blutproben nachgewiesen, die mit der steigenden Zahl der Fl\u00fcge auch zunahmen. Auch die Blutproben vorher versus nach dem Flug zeigten das typische Muster, dass der Flug zu einer etwas h\u00f6heren Menge an Noxen im Blut gef\u00fchrt hatte.<\/p>\n<p>Nur ein Flug zeigte keine Gifte in der Luft und an den W\u00e4nden \u2013 der Flug mit dem Dreamliner. Prof. Abou-Donia erkl\u00e4rte, dass die von den Reportern aufgenommenen Mengen kein Grund zur Sorge seinen, da der K\u00f6rper das Gift abbauen kann und die aufgenommenen Mengen nicht signifikant waren.<\/p>\n<p>Aber er warnte auch davor, dass eine dauerhafte Zufuhr von solch kleinen Mengen zu einem gro\u00dfen Problem werden kann, da die Entgiftungskapazit\u00e4ten des Organismus nicht grenzenlos sind.<\/p>\n<p>Werden sie \u00fcberschritten, dann kommt es zur Akkumulation der Noxen und darauf folgend zu gesundheitlichen Sch\u00e4digungen. Da aber die Toleranzbereiche f\u00fcr jeden individuell verschieden sind, kann niemand sagen, ab welchen Konzentrationen Tag f\u00fcr Tag der Einzelne noch auf der sicheren Seite ist beziehungsweise sich in Gefahr begibt.<\/p>\n<p>&amp;<strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Es gibt keinen Grund zu vermuten, dass ich mich beim Autofahren vergifte. Daf\u00fcr lauern hier andere Gefahren. Beim Fliegen dagegen ist eine neue Problematik aufgetaucht, um die sich niemand wirklich gek\u00fcmmert hat, obwohl sie in internen Kreisen nicht unbekannt war.<\/p>\n<p>Und so beeilen sich die Flugzeughersteller und Fluggesellschaften uns nicht nur mit toxischer Atemluft, sondern auch mit ihren Phrasen von Sicherheit und Zuverl\u00e4ssigkeit zu bel\u00e4stigen. Ich\u00a0gewinne den Eindruck, dass je mehr sie die M\u00e4r von der Sicherheit f\u00fcr die Passagiere strapazieren, desto heftiger sie vom eigentlichen Problem ablenken wollen.<\/p>\n<p>Warum? Wenn allgemein anerkannt wird, dass Zapfluftanlagen die Verbreitung von Nervengiften in den Flugzeugkabinen verursachen, dann kommen milliardentr\u00e4chtige Umbauma\u00dfnahmen auf die Fluggesellschaften (und vielleicht noch Schadensersatzforderungen von Passagieren und Angestellten) zu.<\/p>\n<p>Da ist es g\u00fcnstiger, wenn sich die Passagiere selbst um ihre Sch\u00e4den k\u00fcmmern. Die Piloten und Flugbegleiter k\u00f6nnen momentan kaum etwas unternehmen, da eventuelle Sch\u00e4den noch\u00a0nicht einmal als Berufskrankheit anerkannt werden. Herzlichen Gl\u00fcckwunsch. Und dann erz\u00e4hlen mir (und Ihnen sicher auch) manche &#8222;Experten&#8220;, dass das mit der &#8222;<a href=\"http:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/entgiften_entgiftungskur.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Entgiftung<\/a>&#8220; (die ich immer wieder anmahne), alles nur &#8222;Unsinn&#8220; etc. sei. Herzlichen Gl\u00fcckwunsch bei so viel &#8222;wissenschaftlicher&#8220; Fachkompetenz.<\/p>\n<p>Apropos Entgiftung: <strong>Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n<p>Beitragsbild: fotolia.com &#8211; faucilhon<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man nennt es das \u201eaerotoxische Syndrom\u201c und wurde der breiten \u00d6ffentlichkeit Anfang Juli 2017 in einer Reportage der ARD n\u00e4her gebracht.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":937,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[73,74],"class_list":["post-936","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesundheit","tag-gift","tag-umwelt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/936","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=936"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/936\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/937"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=936"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=936"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=936"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}