{"id":931,"date":"2014-07-04T23:54:58","date_gmt":"2014-07-04T22:54:58","guid":{"rendered":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/?p=931"},"modified":"2014-07-04T23:54:58","modified_gmt":"2014-07-04T22:54:58","slug":"das-bienensterben-es-ist-soweit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/das-bienensterben-es-ist-soweit\/","title":{"rendered":"Die Bienen sterben &#8211; Na Und?"},"content":{"rendered":"<p>Es scheint so weit zu sein. Denn es gibt erste Zeichen, dass es den Bienen nicht mehr so gut geht wie fr\u00fcher. Das scheint in den USA noch ernsthafter zu sein, als hierzulande oder in Europa allgemein. Das Problem ist seit Jahren bekannt. Aber was passiert? Genau: Nichts. Die Bienen sterben also. Na Und?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dass die Bienen sterben scheint sich inzwischen herumgesprochen zu haben. Es gibt reihenweise Artikel zu diesem Thema im Internet und auch Reportagen im Fernsehen.<\/p>\n<p>Besonders beeindruckend fand ich die Tatsache, dass sogar die \u201eDeutschen Wirtschaftsnachrichten\u201c sich dieses Themas intensiv und extensiv annahmen (<a href=\"http:\/\/deutsche-wirtschafts-nachrichten.de\/2014\/06\/21\/raetselhaftes-bienensterben-alarmiert-us-regierung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">R\u00e4tselhaftes Bienensterben alarmiert US-Regierung <\/a>). Aber der Grund wurde hier schnell klar. Es war der gleiche Grund, warum auch die amerikanische Regierung urpl\u00f6tzlich die armen Bienchen so lieb zu haben scheint: Geld. Was sonst?<\/p>\n<p>Denn diesen Leuten liegt die Artenvielfalt \u00fcberhaupt nicht am Herzen. Diese Leute werden nur dann hellh\u00f6rig, wenn finanzielle Verluste drohen. Da laut \u201eSpiegel\u201c die amerikanischen Imker jedes vierte Bienenvolk verlieren, droht dort ein immenser finanzieller Schaden (<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/natur\/bienensterben-us-regierung-will-massensterben-stoppen-a-976605.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA: Obama-Regierung will massenhaftes Bienensterben stoppen<\/a>).<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p>\u201eSpiegel\u201c und \u201eDeutsche Wirtschaftsnachrichten\u201c wissen zu berichten, dass Bienen in den USA f\u00fcr die Best\u00e4ubung von einem Viertel aller dort erzeugten Fr\u00fcchte zust\u00e4ndig sind. Mandeln zum Beispiel sind das zweitwichtigste Erzeugnis der amerikanischen Agrarindustrie. Und die werden so gut wie ausschlie\u00dflich von Bienen best\u00e4ubt.<\/p>\n<p>Vor lauter Best\u00e4ubung haben sich dann die Wirtschaftsrechner der amerikanischen Regierung einmal hingesetzt und den Wert dieser Best\u00e4ubung errechnet, und sind dabei auf 15 Milliarden Dollar gekommen. Dazu kommen dann noch einmal 9 Milliarden Dollar Best\u00e4ubungsleistung von wilden Hummeln. Diese Zahlen gelten nur f\u00fcr die USA. Weltweit wird die Best\u00e4ubungsleistung der Bienen auf \u00fcber 260 Milliarden Euro gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<h2>Ursachenforschung \u2013 honigs\u00fc\u00df<\/h2>\n<p>Bei 24 Milliarden Dollar m\u00f6glichen Verlusten h\u00f6rt nat\u00fcrlich der Spa\u00df auf. Die \u201eDeutschen Wirtschaftsnachrichten\u201c wissen zu berichten, dass bei einem weiteren Bienensterben es bald einige Produkte nicht mehr geben wird. Dies sind Kirschen, Wassermelonen, Kiwis und Avocados (<a href=\"http:\/\/deutsche-wirtschafts-nachrichten.de\/2014\/04\/22\/studie-bienen-sterben-in-europa-ist-alarmierend\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie: Bienen-Sterben in Europa ist alarmierend<\/a>). Insgesamt sind rund 35 Prozent aller Nahrungsmittel auf die Arbeit der Bienen angewiesen.<\/p>\n<p>Da werden laut \u201eSpiegel\u201c auch die Pestizide als m\u00f6gliche Ursache diskutiert. Aber, so argumentiert das Blatt weiter, die \u201e<em>genauen Ursachen des Bienensterbens sind bislang unklar. Vermutet werden mehrere Faktoren, darunter Parasiten, wie die Varroa-Milbe, Krankheiten, der Verlust der genetischen Vielfalt, falsche F\u00fctterung und Pestizide.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Dabei stelle ich mir die Frage, warum man beim \u201eSpiegel\u201c Parasiten und Krankheiten voneinander trennt? Sind etwa Krankheiten schlimm und\u00a0 Parasiten ein ungesundes Hobby der Bienen? Gibt es einen Verlust der genetischen Vielfalt und was ist hier die Ursache daf\u00fcr? Wer f\u00fcttert die wilden Bienen, wenn die sich nicht selbst f\u00fcttern?<\/p>\n<p>Warum sind auf einmal Milben eine Gefahr f\u00fcr die Bienen? Hat es die nicht neben den Bienen schon seit Urgedenken gegeben, ohne die Bienen zu gef\u00e4hrden? Das Einzige in dieser Auflistung, das neu und nicht ungef\u00e4hrlich ist, das sind die Pestizide. Denn die zeichnen sich ja dadurch aus, auch Insekten wie den Bienen den Garaus zu machen.<\/p>\n<p>Umso erstaunlicher ist der Standpunkt der \u201eDeutschen Wirtschaftsnachrichten\u201c, die im oben zitierten Beitrag eine <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/food\/animals\/live_animals\/bees\/docs\/bee-report_en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie<\/a> zitieren, die herausgefunden hat, dass \u201e<em>Insektizide und Fungizide die Grundlage f\u00fcr das Massensterben der Bienen bilden.<\/em>\u201c Also doch!? Und fast noch bemerkenswerter ist der darauf folgende Satz: \u201e<em>Dabei kommt es auf die <strong>Wechselwirkung dieser chemischen Produkte<\/strong> an, die noch immer nicht hinreichend untersucht werden konnten.<\/em>\u201c Aber Hallo!<\/p>\n<p>Es gibt also Wechselwirkungen bei Pestiziden, die bis heute niemand interessiert hat. Also wieder einmal wurde die Sicherheit nicht bewiesen, sondern als bewiesen unterstellt \u2013 die Hypothese als Beweis oder die Quadratur des Kreises der chemischen Industrie. Mich st\u00f6rt hier das W\u00f6rtchen \u201ekonnten\u201c.<\/p>\n<p>Da fliegen die Jungs zum Mond, sind aber nicht in der Lage, Wechselwirkungen, die man in der pharmazeutischen Industrie sehr wohl, sehr gut beschreiben kann, auch in der \u00d6kologie zu erforschen. Das glaub\u00b4 ich nicht. Solche Wechselwirkungen zu erforschen ist m\u00fchsam und kostspielig, wovor der t\u00fcchtige Gesch\u00e4ftsmann sich scheut. Denn Umsatz ist sein Ziel, nicht Sicherheit f\u00fcr Bienen und \u00d6kologie.<\/p>\n<p>Beim Weiterlesen des Artikels kommt noch eine andere Dimension des \u201eNicht-K\u00f6nnens\u201c hinzu. Und die hei\u00dft: \u201eNicht-D\u00fcrfen\u201c. Denn die oben zitierte Studie wollte besonders den Gr\u00fcnden f\u00fcr den \u201ewinterlichen Massentod\u201c nachgehen. Daraus wurde aber nichts. Warum? Die \u201e<a href=\"http:\/\/green.wiwo.de\/bienensterben-europaweite-studie-schlaegt-alarm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">WirtschaftsWoche<\/a>\u201c gibt die Erkl\u00e4rung in Fettdruck dazu:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u201e<strong><em>Die Autoren der Studie hatten urspr\u00fcnglich einen starken Fokus auf Pestizide legen wollen, was jedoch durch die Regierungen der betroffenen L\u00e4nder untersagt wurde.<\/em><\/strong>\u201c<\/p>\n<p><strong>Zusammenh\u00e4nge nicht sehen k\u00f6nnen, weil man nicht das Fachwissen oder allgemein nicht die intellektuellen Kapazit\u00e4ten dazu hat, das ist eine Sache. Aber Zusammenh\u00e4nge sehen und sie bewusst ausblenden, das hat mit mangelndem Intellekt und fehlendem Wissen nichts zu tun, sondern ist einfach nur kriminell.<\/strong><\/p>\n<p>Die Ursache f\u00fcr diese Bem\u00fchungen der Verschleierung und Wissenschaftsbeugung sind schnell klar, wenn wir den \u201eSpiegel\u201c-Artikel weiter verfolgen. Denn hier k\u00f6nnen wir lesen, dass die Herstellerfirmen von Pestiziden zu rechtlichen Mitteln gegriffen haben, um ein Verbot der Pestizide zu unterbinden.<\/p>\n<p>Trotzdem gibt es in der EU seit vergangenem Jahr Verbote f\u00fcr bestimmte Pestizide. Syngenta, BASF und Bayer sind mit einigen ihrer Produkte davon betroffen. Folgerichtig haben alle drei Firmen geklagt. Die EU-Kommission hatte das Verbot beziehungsweise einen eingeschr\u00e4nkten Einsatz mit den Problemen bei den Honigbienen begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Und nur mal so nebenbei: die geplanten Handelsabkommen mit Kanada (CETA) und den USA (TTIP) sollen ja die &#8222;<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/transatlantisches-freihandelsabkommen-ttip-sieg-ueber-das-gesetz-1.1948221\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Investorenschutzklausel<\/a>&#8220; als wichtigsten Bestandteil haben. Das bedeutet, dass dann Firmen wie Bayer etc. Schadenersatz f\u00fcr das Pestizidverbot einklagen k\u00f6nnten.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Wenn man die Ursachen f\u00fcr das Bienensterben nicht mehr leugnen kann, dann muss man die Erforschung und Klarstellung dieser Ursachen verw\u00e4ssern und notfalls sogar verbieten, damit die &#8222;armen&#8220; Pestizid-Hersteller nicht um ihre wohlverdienten Pfr\u00fcnde kommen.<\/p>\n<p><strong>Als Begleitmusik dazu dient so lange eine heuchlerische Diskussion um Krankheiten, Parasiten, genetische Viel- oder Einfalt und andere irrelevante Themen, die hoffentlich von den eigentlichen Ursachen ablenken helfen.<\/strong><\/p>\n<p>Bei den Zigaretten war das Vorgehen und die Reaktion der Zigarettenhersteller damals genau so. Die Amerikaner sagen dazu: \u201eHistory repeats itself.\u201c Auf Deutsch: Eher fangen die Bienen das Rauchen an, als dass die Pestizid-Hersteller einen Zusammenhang zwischen ihren Produkten und dem Bienensterben zugeben \u2013 auch wenn er noch so klar auf der Hand liegt.<\/p>\n<p><strong>Erg\u00e4nzung 26.9.2014<\/strong><\/p>\n<p>Eine Sendung des SWR zum Thema Bienensterben verdeutlicht die dramatische Problematik. Die Sendung ist in der ARD Mediathek noch abrufbar unter: Warum sterben die Bienen? Imker schlagen Alarm.<\/p>\n<p>Um es auf den Punkt zu bringen: Man stelle sich einmal vor, was in Deutschland los w\u00e4re, wenn jedes Jahr 30% der K\u00fche, der Schweine oder der H\u00fchner\u00a0&#8222;einfach verenden&#8220; w\u00fcrden? Und jetzt kommt das ABER: Das Fleisch und die Milch brauchen wir zum \u00fcberleben NICHT. Aber zwei Drittel unserer Gem\u00fcse und Obstsorten? Das bedeutet: Keine Erdbeeren, keine \u00c4pfel. Wie die Ern\u00e4hrung dann \u00fcberhaupt sichergestellt werden k\u00f6nnte ist \u00fcberhaupt nicht abzusch\u00e4tzen. Einige Experten warnen: &#8222;<a href=\"http:\/\/www.geo.de\/GEOlino\/natur\/tiere\/bienensterben-rettet-die-bienen-68421.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Dann k\u00f6nnen wir uns kaum noch verpflegen.<\/a>&#8220;<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es scheint so weit zu sein. Denn es gibt erste Zeichen, dass es den Bienen nicht mehr so gut geht wie fr\u00fcher. Das scheint in den USA noch ernsthafter zu sein, als hierzulande oder in Europa allgemein. 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