{"id":5798,"date":"2026-03-06T08:00:31","date_gmt":"2026-03-06T08:00:31","guid":{"rendered":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/?p=5798"},"modified":"2026-02-18T19:38:58","modified_gmt":"2026-02-18T19:38:58","slug":"fahrverhalten-demenz-fruehwarnzeichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/fahrverhalten-demenz-fruehwarnzeichen\/","title":{"rendered":"Demenz fr\u00fch erkennen durch ver\u00e4ndertes Autofahren?"},"content":{"rendered":"<p>Manche Diagnosen k\u00fcndigen sich nicht mit dramatischen Symptomen an, sondern mit kleinen, unscheinbaren Ver\u00e4nderungen. Weniger Nachtfahrten. Keine langen Strecken mehr. Vertraute Routen statt neuer Wege.<\/p>\n<p>Was nach reiner Vorsicht klingt, k\u00f6nnte in Wahrheit ein fr\u00fches Zeichen kognitiven Abbaus sein. Eine aktuelle Studie aus Neurology legt nahe, dass sich leichte kognitive Beeintr\u00e4chtigungen im allt\u00e4glichen Fahrverhalten widerspiegeln \u2013 teilweise pr\u00e4ziser als klassische Tests.<\/p>\n<p>Das ist faszinierend. Und zugleich brisant.<\/p>\n<p>Denn wenn das Auto pl\u00f6tzlich zum Diagnoseinstrument wird, stellt sich nicht nur eine medizinische Frage. Sondern auch eine gesellschaftliche. Wer wertet diese Daten aus? Und wer entscheidet, wann jemand nicht mehr fahren darf?<\/p>\n<p>Bevor ich mit diesen Fragen beginne ein kurzer Ausflug zu den fragw\u00fcrdige Hypothesen der Schulmedizin, wie es sie bei den \u201eTheorien\u201c zu Cholesterin und Arteriosklerose ebenfalls gibt. Wovon rede ich hier?<\/p>\n<p>Die Ursache soll angeblich der Aufbau von Plaques im Gehirn sein, obwohl vieles daf\u00fcr spricht, dass diese Plaques bestenfalls Resultat der Prozesse sind, die zu Alzheimer gef\u00fchrt haben. Also eine Vertauschung von Ursachen und Wirkung.<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.yamedo.de\/alzheimer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alzheimer: Ursachen, Verlauf, Diagnose und Therapie<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p>Hier einige meiner Beitr\u00e4ge, die auf diese irref\u00fchrenden Hypothesen der Schulmedizin Bezug nehmen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.naturheilt.com\/alzheimer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alzheimer: wie die komplette &#8222;Forschung&#8220; versagt und Heilungs-Chancen verspielt werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/alzheimer-wie-die-schulmedizin-als-lachnummer-verkommt\/\">Alzheimer &#8211; Wie die Schulmedizin als &#8222;Lachnummer&#8220; verkommt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.yamedo.de\/blog\/gangige-alzheimer-theorie-widerlegt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">G\u00e4ngige Alzheimer Theorie widerlegt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/alzheimer-ursache\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die wahre Ursache von Alzheimer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/vitalstoffmedizin.com\/blog\/alzheimer-demenz-vitamin-d-2015\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alzheimer und Demenz: Vitamin D Mangel wichtige Ursache<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Und dann gibt es noch die Demenz, die mit Alzheimer vieles gemein hat, dennoch eine andere Erkrankung ist. Oft werden beide Formen gleichgesetzt, was unter anderem dazu f\u00fchrt, dass die darauf fu\u00dfende Fehldiagnose zu falschen Behandlungen f\u00fchrt:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.yamedo.de\/blog\/fehldiagnose-demenz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fehldiagnose Demenz &#8211; Betroffene und Angeh\u00f6rige sollten gut aufpassen!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/demenz-oder-alzheimer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Demenz oder Alzheimer?<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Was ist dann Demenz?<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.naturheilt.com\/demenz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Demenz &#8211; Naturheilkunde, Hausmittel und Medikamente<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h2>Fahrzeuge als Diagnose-Tool f\u00fcr beginnende Abnahme kognitiver Kompetenz?<\/h2>\n<p>Ende November 2025 erschien eine Arbeit in \u201eNeurology\u201c, die folgende Hypothese aufstellte:<\/p>\n<p>Autofahren integriert mehrere kognitive, sensorische und motorische Systeme und kann als realer Indikator f\u00fcr den Funktionsverlust im Alter dienen. Bei \u00e4lteren Erwachsenen mit leichter kognitiver Beeintr\u00e4chtigung kommt es vor der formellen Diagnose einer Demenz h\u00e4ufig zu geringf\u00fcgigen Fahrver\u00e4nderungen, doch es gibt nur begrenzte L\u00e4ngsschnittbelege aus der Praxis.<\/p>\n<p>Und genau hier haben die Autoren versucht zu ergr\u00fcnden, ob diese Ver\u00e4nderungen in Bezug stehen mit einem echten Funktionsverlust der kognitiven Wahrnehmung. <a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC12662389\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Personen mit kognitiven Beeintr\u00e4chtigungen haben ein zwei- bis f\u00fcnffach erh\u00f6htes Risiko, in Autounf\u00e4lle verwickelt zu werden, was die Verschlechterung der Fahrf\u00e4higkeiten mit dem R\u00fcckgang der kognitiven Funktionen verdeutlicht.<\/p>\n<p>Besagte Studie legt jetzt nahe, dass mithilfe eines Fahrzeugdatenloggers aufgezeichnete Ver\u00e4nderungen im t\u00e4glichen Fahrverhalten Personen mit leichter kognitiver Beeintr\u00e4chtigung zuverl\u00e4ssig von Personen mit normaler kognitiver Beeintr\u00e4chtigung unterscheiden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der vorliegenden Studie legen nahe, dass die von Fahrzeugdatenloggern gesammelten Daten m\u00f6glicherweise zur fr\u00fchzeitigen Identifizierung von Personen mit einem Risiko f\u00fcr einen Autounfall oder Personen mit kognitiven Beeintr\u00e4chtigungen verwendet werden k\u00f6nnten, bevor pers\u00f6nliche kognitive Beurteilungen oder bildgebende Untersuchungen des Gehirns durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<h2>Wie sich kognitive Beeintr\u00e4chtigungen auf die Fahrleistung auswirken<\/h2>\n<p>Menschen mit Alzheimer weisen Defizite in der Fahrleistung auf, die nicht nur auf kognitive Defizite, sondern auch auf sensorische und motorische Beeintr\u00e4chtigungen zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Studien haben \u00fcbereinstimmend gezeigt, dass Personen mit Alzheimer im Vergleich zu Personen mit normaler Kognition einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr Verkehrsunf\u00e4lle ausgesetzt sind.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus deuten Studien darauf hin, dass diese Verschlechterung der Fahrleistung in den fr\u00fchen Stadien der Demenz auftritt. Weiter konnte gezeigt werden, dass selbst \u00e4ltere Erwachsene mit leichten kognitiven Defiziten oder Alzheimer im Fr\u00fchstadium Defizite bei der Fahrleistung in Simulator- und Stra\u00dfenfahrtests aufweisen.<\/p>\n<p>Zusammengenommen deuten diese Studien darauf hin, dass fahrbedingte Beeintr\u00e4chtigungen in den fr\u00fchen Stadien von Alzheimer oder Demenz auftreten, bevor die Symptome schwerwiegend genug werden, um eine entsprechende Volldiagnose zu erm\u00f6glichen. Die subtilen Ver\u00e4nderungen der Fahrleistung und der kognitiven Funktionen in den fr\u00fchen Stadien der Demenz werden von Familienmitgliedern und \u00c4rzten oft \u00fcbersehen.<\/p>\n<h2>Wie sehen diese \u00c4nderungen des Fahrstils aus?<\/h2>\n<p>In der vorliegenden Studie wurde \u00fcber einen Nachbeobachtungszeitraum von bis zu 40 Monaten mithilfe eines fahrzeuginternen Ortungsger\u00e4ts charakterisiert, wie sich Personen mit leichten kognitiven Defiziten in ihrem t\u00e4glichen Fahrverhalten von Personen mit normaler Kognition unterscheiden.<\/p>\n<p>An der Studie nahmen 298 Teilnehmer im Alter von mindestens 65 Jahren teil, die bei der Einschreibung und anschlie\u00dfend j\u00e4hrlich einer kognitiven Beurteilung unterzogen wurden. Basierend auf den ersten kognitiven Beurteilungen hatten 56 Teilnehmer eine leichte kognitive Einschr\u00e4nkung, w\u00e4hrend die restlichen 242 eine normale Kognition aufwiesen.<\/p>\n<p>Um die Fahrleistung der Teilnehmer zu bewerten, verwendeten die Forscher ein Ortungsger\u00e4t oder einen Datenlogger, der ein globales Ortungssystem unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Der Datenlogger bewertete Variablen wie die Anzahl der Fahrten, die Zeit der Fahrt am Tag, die zur\u00fcckgelegte Distanz, den Standort des Ziels, die Anzahl der Fahrten sowie die H\u00e4ufigkeit von Geschwindigkeits\u00fcberschreitungen, starkem Bremsen und starkem Kurvenfahren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Nachbeobachtungszeit von bis zu 40 Monaten unternahmen \u00e4ltere Erwachsene mit leichten kognitiven Defiziten weniger Fahrten, insbesondere nachts, als ihre Altersgenossen mit normaler Kognition.<\/p>\n<p>Teilnehmer mit leichten kognitiven Defiziten unternahmen auch seltener Fernreisen und mieden eher neuere oder unvorhersehbare Umgebungen und blieben auf vertrauten Routen. Personen mit diesen Defiziten zeigten im Nachbeobachtungszeitraum eine Zunahme der H\u00e4ufigkeit harter Kurvenfahrten.<\/p>\n<p>Die Forscher stellen fest, dass einige dieser Ver\u00e4nderungen im Fahrverhalten, wie etwa die Vermeidung l\u00e4ngerer Fahrten oder unvorhersehbarer Umgebungen, adaptive Strategien sein k\u00f6nnten, die von Personen mit leichten kognitiven Defiziten eingesetzt werden, um dem R\u00fcckgang ihrer Fahrf\u00e4higkeiten entgegenzuwirken.<\/p>\n<p>Die h\u00e4ufigeren harten Kurvenfahrten k\u00f6nnten dagegen auf die nachlassende Fahrleistung zur\u00fcckzuf\u00fchren sein.<\/p>\n<h2>Vorhersagef\u00e4higkeit von Fahrmustern<\/h2>\n<p>Anschlie\u00dfend untersuchten die Forscher, ob das Fahrverhalten der Teilnehmer, gemessen mit dem fahrzeuginternen Datenlogger, ihren kognitiven Status vorhersagen konnte.<\/p>\n<p>Denn die F\u00e4higkeit Ver\u00e4nderungen im Fahrverhalten und den kognitiven Status vorherzusagen, k\u00f6nnte bei der fr\u00fchzeitigen Identifizierung von Personen helfen, bei denen das Risiko eines kognitiven Verfalls und unsicheren Fahrens besteht.<\/p>\n<p>In der vorliegenden Studie konnten die Forscher den kognitiven Status der Teilnehmer ausschlie\u00dflich anhand der Fahrmuster mit hoher Genauigkeit vorhersagen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus verbesserte die Einbeziehung von Daten aus kognitiven Beurteilungen, Alter, Geschlecht, Rasse, Bildung und genetischer Veranlagung die Genauigkeit des Modells weiter.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist, dass das auf Fahrmustern basierende Modell bei der Unterscheidung zwischen Personen mit und ohne kognitive Defizite genauer war als Modelle, die auf kognitiven Testergebnissen, Geschlecht, Alter, Rasse, Bildung und genetischer Veranlagung basierten.<\/p>\n<p>Die Forscher erkennen zwar an, dass die F\u00e4higkeit des t\u00e4glichen Fahrverhaltens, kognitive Beeintr\u00e4chtigungen vorherzusagen, mithilfe eines externen Datensatzes validiert werden muss, gehen jedoch davon aus, dass fahrzeuginterne Datensensoren dabei helfen k\u00f6nnen, Erkenntnisse \u00fcber Ver\u00e4nderungen der kognitiven Funktion im Zeitraum zwischen j\u00e4hrlichen kognitiven Bewertungen zu gewinnen.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Auto- oder Motorradfahren als Diagnose-Tool scheint eine originelle Idee zu sein. Allerdings w\u00fcrde mich der Gedanke st\u00f6ren, dass hier unter Umst\u00e4nden andere Verkehrsteilnehmer gef\u00e4hrdet werden k\u00f6nnten, wenn die kognitiven Kapazit\u00e4ten der Patienten dann so eingeschr\u00e4nkt sind, dass sie gef\u00e4hrliche Situationen verursachen.<\/p>\n<p>Fazit vom Fazit: Die Idee ist sehr gut, vor allem, wenn sichergestellt ist, dass die gewonnenen Daten zuverl\u00e4ssig sind. Die positive Seite ist hier, dass die Tests keine Labortests sind, wo Situationen simuliert werden, sondern mit dem Fahren die kognitive Leitung unter Alltagsbedingungen erhoben wird.<\/p>\n<p>Die negative Seite der Medaille: Diese Praxis l\u00e4dt nat\u00fcrlich auch dazu ein, von der Politik kommend Verf\u00fcgungen aufzustellen, denen zufolge ab einem bestimmten Alter die Fahrzeugbesitzer dann m\u00f6glicherweise Datenlogger in ihr Fahrzeug installieren m\u00fcssen, die dann per Internet ans Gesundheitsamt hochgeladen werden (Patientenakte!). Wenn der Logger dann auf \u201eRot\u201c springt, dann ist die Fahrerei vorbei. So muss der Besitzer dann auch noch die Abschaffung seines eigenen Fahrzeugs finanzieren.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pDDkW\"><\/script><\/p>\n<p><strong>Quelle:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a><a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC12662389\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Association of Daily Driving Behaviors with Mild Cognitive Impairment in Older Adults Followed Over 10 Years &#8211; PMC<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manche Diagnosen k\u00fcndigen sich nicht mit dramatischen Symptomen an, sondern mit kleinen, unscheinbaren Ver\u00e4nderungen. 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