{"id":5511,"date":"2025-03-30T08:03:31","date_gmt":"2025-03-30T08:03:31","guid":{"rendered":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/?p=5511"},"modified":"2025-03-30T08:04:12","modified_gmt":"2025-03-30T08:04:12","slug":"zeitumstellung-maerz-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/zeitumstellung-maerz-2025\/","title":{"rendered":"Willkommen in der falschen Zeit! [Zeitumstellung M\u00e4rz 2025]"},"content":{"rendered":"<p>Ach, wie sch\u00f6n es doch ist, wenn es im Sommer abends l\u00e4nger hell ist! Oder doch nicht? Kaum eine andere Diskussion f\u00fchrt so regelm\u00e4\u00dfig zu hitzigen Debatten wie die Frage nach der Zeitumstellung. Seit Jahren wird dar\u00fcber gesprochen, Studien werden vorgelegt, Experten mahnen \u2013 und doch bleiben wir in diesem absurderweise selbst verursachten Dilemma gefangen: der sogenannten \u201eSommerzeit\u201c.<\/p>\n<p>Allein der Begriff ist irref\u00fchrend. Sommer ist eine Jahreszeit \u2013 keine Uhrzeit. Richtig m\u00fcsste es hei\u00dfen: Mitteleurop\u00e4ische Sommerzeit (MESZ). Und ihr Gegenst\u00fcck ist nicht die \u201eWinterzeit\u201c, sondern die Mitteleurop\u00e4ische Normalzeit (MEZ) \u2013 die einzige Zeit, die wirklich unserem nat\u00fcrlichen Biorhythmus entspricht. Viele nennen die MESZ deshalb treffenderweise \u201eSchwachsinnszeit\u201c \u2013 denn sie macht dick, dumm und krank.<\/p>\n<p><strong>Zeit (wieder einmal!) einen Blick auf die Fakten zu werfen!<\/strong><\/p>\n<h2>Die untersch\u00e4tzten Gefahren der Sommerzeit<\/h2>\n<p>Das Herzinfarktrisiko steigt nach der Umstellung im Fr\u00fchjahr signifikant an. Eine Auswertung der DAK-Gesundheit zeigte: In den Tagen nach der Zeitumstellung gibt es rund 20\u202fProzent mehr Herzinfarkte. Auch das Schlaganfallrisiko erh\u00f6ht sich: In den ersten Tagen nach der Umstellung registrierten Forscher eine Zunahme um bis zu 8\u202fProzent, bei \u00e4lteren Menschen sogar bis zu 20\u202fProzent. Bei Krebspatienten sind es noch mehr.<\/p>\n<p>Hinzu kommen mehr Verkehrsunf\u00e4lle: Nach der Umstellung auf MESZ steigt das Risiko f\u00fcr Wildunf\u00e4lle, vor allem morgens. Autofahrer sind dann fr\u00fcher unterwegs \u2013 genau in der aktiven Phase von Rehen und Wildschweinen. Die Tiere richten sich nach dem Tageslicht, nicht nach der Uhr, auch wenn sie sich \u00fcber l\u00e4ngere Zeit teilweise an menschlichen Verkehr anpassen. Solche Verhaltens\u00e4nderungen verlaufen jedoch langsam und instinktiv. Besonders in der ersten Woche nach der Umstellung ist daher Vorsicht auf wildreichen Strecken geboten.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<h2>Die innere Uhr l\u00e4sst sich nicht betr\u00fcgen<\/h2>\n<p>Jede Zelle unseres K\u00f6rpers besitzt eine Art \u201ebiologische Uhr\u201c. Der Nobelpreis f\u00fcr Medizin 2017 zeichnete die Forscher aus, die diese Tatsache nachwiesen. Der nat\u00fcrliche Rhythmus des K\u00f6rpers orientiert sich am Sonnenstand. Um 12 Uhr mittags steht die Sonne im Zenit \u2013 zumindest, wenn wir der Normalzeit (MEZ) folgen. In der \u201eSommerzeit\u201c ist es dagegen schon 13:30 Uhr, und wir sind im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Takt. Das Ergebnis? Zellstress. Ein Zustand, den der K\u00f6rper auf Dauer nicht ohne Folgen kompensieren kann.<\/p>\n<p>Und anders als beim Reisen in eine andere Zeitzone haben wir es hier nicht mit einem tempor\u00e4ren Jetlag zu tun, der sich nach wenigen Tagen wieder reguliert. Nein, bei der MESZ handelt es sich um einen dauerhaft erzwungenen Mini-Jetlag \u2013 jeden Tag, f\u00fcr viele Monate. Unsere Zellen passen sich nicht an. Und das bleibt nicht ohne Folgen.<\/p>\n<h2>Chronischer Schlafmangel als Dauerproblem<\/h2>\n<p>Ein weiteres gro\u00dfes Problem: Die Umstellung auf die Sommerzeit bringt uns ein chronisches Schlafdefizit. Besonders Berufst\u00e4tige und Sch\u00fcler, die morgens eine Stunde fr\u00fcher aufstehen m\u00fcssen, ohne abends entsprechend fr\u00fcher zur Ruhe zu kommen, leiden darunter. Warum? Weil es abends zu hell, zu warm und biologisch zu fr\u00fch f\u00fcrs Einschlafen ist.<\/p>\n<p>Die Folgen dieses Schlafmangels sind gut erforscht: geschw\u00e4chtes Immunsystem, Konzentrationsprobleme, erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Depressionen, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Lernprobleme und sogar Krebs. Der Schlafmediziner Prof. Ingo Fietze von der Charit\u00e9 Berlin betont: Wer dauerhaft mit der falschen Zeit lebt, riskiert Stoffwechselst\u00f6rungen und ein geschw\u00e4chtes Herz-Kreislauf-System.<\/p>\n<h2>Das Licht zur falschen Zeit<\/h2>\n<p>Viele Menschen freuen sich, wenn es abends l\u00e4nger hell ist. Was sie dabei vergessen: Der Mensch braucht Licht am Morgen, um sich mit dem Tag zu synchronisieren. Das abendliche Licht wirkt dagegen eher kontraproduktiv. Der Chronobiologe Thomas Kantermann erkl\u00e4rt: \u201eDie sp\u00e4tabendliche Helligkeit verhindert die Aussch\u00fcttung von Melatonin und verz\u00f6gert das Einschlafen.\u201c Das hei\u00dft: Wir gehen sp\u00e4ter ins Bett, m\u00fcssen aber fr\u00fch aufstehen \u2013 die Rechnung ist einfach: weniger Schlaf.<\/p>\n<h2>Politische Tr\u00e4gheit trotz eindeutiger Fakten<\/h2>\n<p>Die EU-B\u00fcrger wurden 2018 gefragt, ob sie die Zeitumstellung abschaffen wollen. 84\u202fProzent sagten: Ja. Und doch hat sich seitdem nichts bewegt. Dass diese Umfrage \u00fcberhaupt zustande kam, ist kein Zufall. Seit 2010 arbeite ich gemeinsam mit dem Arzt Hubertus Hilgers an diesem Thema. Wir haben Forscherinnen und Forscher vernetzt, Petitionen angesto\u00dfen, Pressearbeit geleistet und versucht, Politik und \u00d6ffentlichkeit aufzukl\u00e4ren. Unser Ziel war und ist es, das Thema aus der bel\u00e4chelten Randnotiz in den gesundheitspolitischen Fokus zu holen.<\/p>\n<p>Doch es gibt immer noch Menschen, die die Debatte ins L\u00e4cherliche ziehen. Das erinnert mich stark an die Strategie der Tabakindustrie oder der Zuckerlobby: verharmlosen, relativieren, ablenken. Nur: Hier geht es nicht um Lifestyle, sondern um messbare Gesundheitssch\u00e4den.<\/p>\n<h2>Ein Appell an die Vernunft<\/h2>\n<p>Es wird Zeit f\u00fcr Klarheit. Die Normalzeit (MEZ) ist die einzig gesunde Zeit. Sie orientiert sich am nat\u00fcrlichen Tagesverlauf, st\u00f6rt nicht den Schlaf und l\u00e4sst unseren Organismus im Takt.<\/p>\n<p>Die sogenannte Sommerzeit (MESZ) dagegen bringt chronischen Stress, schlechteren Schlaf, mehr Unf\u00e4lle, mehr Krankheiten und schadet insbesondere Kindern, Senioren und Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen. Warum nehmen wir all das in Kauf \u2013 f\u00fcr ein bisschen abendliche Illusion von Licht?<\/p>\n<p>Wer die Sommerzeit behalten will, sollte sich ehrlich fragen: Ist es das wirklich wert?<\/p>\n<p>Die Antwort liegt auf der Hand. Es ist Zeit, die falsche Zeit zu beenden.<\/p>\n<h2>Was Sie selbst tun k\u00f6nnen<\/h2>\n<p>Das zentrale Problem ist das pathologische Zeitsignal. Deshalb rate ich:<\/p>\n<ul>\n<li>Stellen Sie Ihre Uhren nicht um. Oder verwenden Sie zwei Uhren: eine mit Normalzeit, eine mit der amtlichen MESZ &#8211; Sommer-Zeit.<\/li>\n<li>Bekleben Sie digitale Uhren oder Handydisplays mit einem kleinen Hinweiszettel wie \u201eOEZ = falsche Zeit\u201c oder \u201eKiew-Zeit\u201c. Das trainiert das Unterbewusstsein und verankert die Erinnerung daran, dass diese Zeit biologisch nicht korrekt ist.<\/li>\n<li>Nutzen Sie das Tageslicht bewusst: Morgens viel Licht tanken (mind. 15 Minuten), abends Lichtreize reduzieren. Bei Bedarf: Blaulichtfilter-Brille am Abend.<\/li>\n<li>Wenn m\u00f6glich, passen Sie Ihre Arbeitszeiten an die Normalzeit an (z.\u202fB. Gleitzeit nutzen).<\/li>\n<li>Achten Sie auf Schlafhygiene: feste Schlafenszeiten, Bildschirmzeit abends reduzieren, kein Koffein nach 16 Uhr.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jeder einzelne Schritt bringt Sie n\u00e4her an den nat\u00fcrlichen Rhythmus zur\u00fcck. Und damit auch zu mehr Energie, besserem Schlaf und langfristig besserer Gesundheit.<\/p>\n<p><strong>Bleiben wir wach. Und vor allem: in der richtigen Zeit.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ach, wie sch\u00f6n es doch ist, wenn es im Sommer abends l\u00e4nger hell ist! Oder doch nicht? Kaum eine andere Diskussion f\u00fchrt so regelm\u00e4\u00dfig zu hitzigen Debatten wie die Frage nach der Zeitumstellung. 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