{"id":3551,"date":"2022-04-19T10:36:13","date_gmt":"2022-04-19T09:36:13","guid":{"rendered":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/?p=3551"},"modified":"2022-04-19T10:36:13","modified_gmt":"2022-04-19T09:36:13","slug":"finanzinvestoren-uebernehmen-arztpraxen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/finanzinvestoren-uebernehmen-arztpraxen\/","title":{"rendered":"Finanzinvestoren \u00fcbernehmen Arztpraxen!"},"content":{"rendered":"<p><em>Es geschah im verborgenen Schatten hinten der alles \u00fcberragenden Pandemie. Finanzinvestoren haben sich in Deutschland Hunderte von Arztpraxen unter den Nagel gerissen. Ihre Gier nach Profit hat Folgen: f\u00fcr die \u00c4rzte und vor allem f\u00fcr die Patienten.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Schon seit l\u00e4ngerer Zeit haben Investmentfirmen den deutschen Gesundheitssektor, insbesondere die Arztpraxen als Renditeobjekte auserkoren. Der Fokus des Interesses konzentriert sich zurzeit auf die Augenheilkunde. Panorama fand heraus, dass inzwischen \u00fcber 500 deutsche Augenarztpraxen in das Eigentum internationaler Finanzfirmen \u00fcbergegangen sind. Die Sch\u00e4tzung besagt, dass in etwa 20 Prozent der ambulant t\u00e4tigen Augen\u00e4rzte f\u00fcr ganze Ketten von Investoren ihren Dienst tun.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/eye-care-5016078_960_720.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3552 aligncenter\" src=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/eye-care-5016078_960_720.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/eye-care-5016078_960_720.jpg 960w, https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/eye-care-5016078_960_720-300x200.jpg 300w, https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/eye-care-5016078_960_720-768x512.jpg 768w, https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/eye-care-5016078_960_720-705x470.jpg 705w\" sizes=\"(max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ein \u00f6ffentlich einsehbares Register dar\u00fcber, welche Arztpraxen von dieser \u201eKrankheit betroffen\u201c sind, gibt es nicht, sehr wohl gab es aber 2019 im Bundestag einen Antrag der Linken, ein solches Verzeichnis einzuf\u00fchren, damit die offensichtlichen Kapitalinteressen im Gesundheitswesen transparent werden. Doch SPD, Union, FDP und auch die AfD haben das abgelehnt, einzig die Gr\u00fcnen enthielten sich.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Jede Woche kommen mehrere weitere Praxen unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen \u201eunter die Haube\u201c von Finanzjongleuren.<\/em><\/p>\n<p>So hat zum Beispiel ein Finanzinvestor aus London \u00fcber einen Luxemburger Fonds in Schleswig-Holstein sogleich mehrere regionale Verb\u00fcnde aufgekauft, die er zu einer Kette namens \u201eSanoptis\u201c verkn\u00fcpfte. Sogar im Bayerischen Augsburg hat diese Kette bereits eine Art Monopolstellung erlangt. Anfragen zur Anzahl der gekauften Praxen, Operationen oder gar zum Umsatz beantwortet Sanoptis \u201egrunds\u00e4tzlich\u201c nicht.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pDDkW\"><\/script><\/p>\n<h2>Renditen bis 20 Prozent<\/h2>\n<p>M\u00f6glich sind solche Margen durch st\u00e4ndigen Zukauf von Praxen, die in den Konzern integriert werden, um sie ein paar Jahre sp\u00e4ter gem\u00e4\u00df der bekannten Wirtschaftsstrategie \u201eBuy-and-Build\u201c (Kaufe-und-Wachse) gewinnbringend zu verkaufen. Au\u00dfer auf Augenarztpraxen haben sich Investoren auch vermehrt auf diese Fachrichtungen gest\u00fcrzt:<\/p>\n<ul>\n<li>Allgemeinmedizin<\/li>\n<li>Dentalmedizin<\/li>\n<li>Radiologie<\/li>\n<li>Orthop\u00e4die<\/li>\n<li>Gyn\u00e4kologie<\/li>\n<li>Innere Medizin mit einem Fokus auf Nierenfach\u00e4rzte<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Vor allem Operationen bringen Kohle ein<\/h2>\n<p>In dem neuen System w\u00e4chst der wirtschaftliche Druck auf die \u00c4rzte, die an einem stetigen Fluss von Geld aus der Solidargemeinschaft an die Spekulanten mitwirken m\u00fcssen. Die vielen Augen\u00e4rzte, mit denen Panorama diese Situation er\u00f6rtert hat, liefern nahezu deckungsgleiche Berichte ab.<\/p>\n<p>Da geht es zum Beispiel um die Bewerbung von unz\u00e4hligen Zusatzleistungen, die die Patienten dann privat bezahlen m\u00fcssen. Den Gipfel bildet die OP des Grauen Stars. Hierbei war und ist die \u201eSt\u00fcckzahl\u201c unbedingt zu maximieren.<\/p>\n<h2><strong>Kapitalismus ist im Gesundheitswesen grunds\u00e4tzlich fehl am Platz<\/strong><\/h2>\n<p>Die finanzstarken Ketten haben die Preise l\u00e4ngst \u201eversaut\u201c. Sie sind in der Lage, f\u00fcr Arztsitze extrem hohe Mieten und Investitionskosten zu tragen. In der Folge sind junge Mediziner gar nicht mehr in der Lage, in Ballungsgebieten eine eigene, unabh\u00e4ngige Niederlassung zu gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Eine Zahn\u00e4rztin gab zu, dass sie dem Druck des Investors damit begegnete, verschiedene Behandlungen zu beginnen, die eigentlich noch nicht notwendig waren. Unter anderem bohrte sie gesunde Z\u00e4hne an. Der Auftrag war, so viel wie m\u00f6glich bei den Krankenkassen abzurechnen. F\u00fcr den seltenen Fall einer Nachfrage habe sie sich bereits Begr\u00fcndungen zurechtgelegt.<\/p>\n<p>Die Kassen\u00e4rztliche Bundesvereinigung hat deshalb das IGES-Institut mit einer Studie beauftragt, die 2020 vorgelegt wurde. Darin wird eindeutig best\u00e4tigt, dass die investorengef\u00fchrten Ketten darauf abzielen, \u201e<em>vermehrt betriebswirtschaftlich attraktive Leistungen<\/em>\u201c zu erbringen. Zu diesem Ergebnis hat unter anderem eine statistische Auswertung der Abrechnungsdaten gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Dasselbe IGES-Institut hat ganz \u00e4hnliche Untersuchungen f\u00fcr die Medizinbereiche Augenheilkunde, Gyn\u00e4kologie und Innere Medizin vorgenommen mit dem Ergebnis, dass auch hier stets jene Praxen, deren Eigent\u00fcmer Finanzinvestoren sind, \u00fcberh\u00f6hte Kostenabrechnungen vorlegen.<\/p>\n<p>Das Bundeskartellamt machte zum Thema so richtig Mut mit seiner zur\u00fcckhaltenden Aussage, dass das Amt sehr wohl eine Sektoruntersuchung einleiten k\u00f6nne, wenn sich Hinweise darauf verdichten sollten, dass einzelne Unternehmen in bestimmten Regionen eine marktbeherrschende Stellung einnehmen, die zu steigenden Preisen und nachweislich schlechterer Patientenversorgung f\u00fchrt. Mit anderen Worten: <em>Der Staat hat \u00fcberhaupt kein Interesse daran, dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen.<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p>Beitragsbild: fotolia.com &#8211; juergen flaechle<\/p>\n<p>Dieser Beitrag wurde am 19.04.2022 erstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es geschah im verborgenen Schatten hinten der alles \u00fcberragenden Pandemie. Finanzinvestoren haben sich in Deutschland Hunderte von Arztpraxen unter den Nagel gerissen. 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