{"id":3023,"date":"2021-10-22T13:08:47","date_gmt":"2021-10-22T12:08:47","guid":{"rendered":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/?p=3023"},"modified":"2021-10-22T13:08:47","modified_gmt":"2021-10-22T12:08:47","slug":"insektensterben-thiamethoxam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/insektensterben-thiamethoxam\/","title":{"rendered":"Julia Kl\u00f6ckner: Feuer frei f\u00fcr das Umweltgift Thiamethoxam"},"content":{"rendered":"<p>Ein Notfall f\u00fcr die Landwirtschaft wird zum Notfall f\u00fcr die Umwelt: F\u00fcr die Zuckerr\u00fcbenbauern ist die enorme Verbreitung von Blattl\u00e4usen eine Katastrophe, weil die Kerbtiere die Feldfr\u00fcchte mit einem Virus infizieren. Die genetischen Vektoren lassen die Pflanzen vergilben, die dann kaum noch Ertr\u00e4ge bringen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Doch wenn die Samen der Zuckerr\u00fcbe mit einem Insektizid behandelt werden, kann der Schaden begrenzt werden. Allerdings sch\u00e4digen Pestizide dann auch die Umwelt durch eine Durchseuchung der Nahrungskette.<\/p>\n<p>Um Blattl\u00e4use zu bek\u00e4mpfen, k\u00f6nnen Landwirte ihre Zuckerr\u00fcbensamen jetzt mit einem Neonicotinoid beizen. Dieses \u201cThiamethoxam\u201c des Chemiegiganten Syngenta ist seit 2018 in der EU grunds\u00e4tzlich verboten. Allerdings gibt es f\u00fcr die nationalen Regierungen ein Schlupfloch, dass sich \u201cNotfallzulassung\u201c nennt. Davon haben viele EU-Regierungen Gebrauch gemacht, so auch die deutsche, und zwar nach Ma\u00dfgabe von Landwirtschaftsministerin Julia Kl\u00f6ckner.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pDDkW\"><\/script><\/p>\n<h2>Bio-Bauern k\u00f6nnen auf das Pestizid verzichten<\/h2>\n<p>Thiamethoxam zerf\u00e4llt drau\u00dfen zu Clothianidin, das ebenfalls Gliederf\u00fc\u00dfler und diverse Wasserorganismen vernichtet. Daher wirkt Syngentas \u201cCruiser 600 FS\u201c wie ein Schrotschuss auf die heimische Insektenwelt.<\/p>\n<p>Auch Bienen k\u00f6nnen daran sterben oder derartige Nervensch\u00e4den davon tragen, dass sie die Orientierung verlieren. Neonicotinoide wie Thiamethoxam werden haupts\u00e4chlich f\u00fcr das besorgniserregende <a href=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/insektensterben\/\">Insektensterben<\/a> verantwortlich gemacht. V\u00f6gel, die sich von Insekten ern\u00e4hren, reichern das Gift in ihren K\u00f6rpern an.<\/p>\n<p>Bio-Bauern brauchen das Neonicotinoid nicht, weil sie Vermehrung der Blattl\u00e4use durch j\u00e4hrlichen Fruchtwechsel verhindern. Konventionell arbeitende Landwirte machen das nicht und greifen deswegen zu Insektiziden. Darin besteht der von Julia Kl\u00f6ckner ausgerufene \u201cNotfall\u201c.<\/p>\n<h2>Auflagen n\u00fctzen nichts<\/h2>\n<p>Um die Notfallzulassung zu rechtfertigen, darf Thiamethoxam ausschlie\u00dflich mit gebeizten Zuckerr\u00fcbensamen ausgebracht werden. Dar\u00fcberhinaus sind in Allgemeinverf\u00fcgungen wie denen der Bayerischen Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft (LfL) einige Auflagen angeordnet, die teils ungewollt komisch, teils wie reine Kosmetik erscheinen.<\/p>\n<p>So ist es verboten, Saatgut mit Thiamethoxam \u201cin Naturschutzgebieten auszus\u00e4en\u201c \u2013 als ob irgendjemand im \u00d6koreservat R\u00fcben anbaut. Dann darf die \u00e4u\u00dfere Reihe des Ackers nicht mit den behandelten K\u00f6rnchen best\u00fcckt werden oder es ist ein Abstand von 45 cm zum Nachbargrundst\u00fcck einzuhalten \u2013 weiter kommen giftige Chemikalien ja nicht.<\/p>\n<p>Pflanzen in der N\u00e4he der Kulturfl\u00e4che sollen nicht zur Bl\u00fcte gelangen \u2013 wer kontrolliert das? Auch sind \u201cerosionsmindernde Ma\u00dfnahmen zu ergreifen\u201c, und zwar nur auf \u201cerosionsgef\u00e4hrdeten Fl\u00e4chen\u201c \u2013 wie diese aussehen oder was dann genau geschehen soll, ist in der Verf\u00fcgung nicht beschrieben.<\/p>\n<p>Es ist also nicht verwunderlich, wenn Thiamethoxam und Clothianidin trotz des b\u00fcrokratischen Firlefanzes in der Umwelt auftaucht. Die Vorschrift, die R\u00fcbensamen mit nur maximal 35 % der vorgesehenen Giftmenge zu verseuchen, tr\u00e4gt ebenfalls nicht zum\u00a0 effektiven Schutz der Umwelt bei.<\/p>\n<p>Imker und Natursch\u00fctzer taten sich zusammen und lie\u00dfen Proben aus dem Landkreis Neustadt und dem Kreis F\u00fcrth auf die Neonicotinoide untersuchen. Die Grenzwerte wurden um teils das 50-Fache \u00fcberschritten, weil die Toxine mit dem Regenwasser ins Umland gesp\u00fclt werden.<\/p>\n<p>Dort nehmen Pflanzen die Chemikalien auf und gelangen unter anderem in bl\u00fctenbesuchende Insekten. Das sollte laut Julia Kl\u00f6ckner gar nicht m\u00f6glich sein, weil die Zuckerr\u00fcben im ersten Jahr gar nicht bl\u00fchen, sondern geerntet werden. Dass die Pestizide nicht auf den R\u00fcben bleiben, muss sie doch wohl wissen. Klar wusste sie es&#8230;<\/p>\n<h2>Die Pestizid-Belastung ist allgegenw\u00e4rtig<\/h2>\n<p>Nicht nur die Neonicotinoide werden zunehmend zum \u00f6kologischen Problem. Viele Pestizide k\u00f6nnen inzwischen in 80 % aller Gew\u00e4sser in Deutschland nachgewiesen werden und dies in Mengen, die oberhalb der RAK-Werte liegen \u2013 der \u201cRegulatorisch Akzeptablen Konzentration\u201c. Darauf weist der \u00d6kotoxikologe Prof. Dr. Matthias Liess hin.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p>Beitragsbild: 123rf.com &#8211; Leonid Eremeychuk<\/p>\n<p>Dieser Beitrag wurde am 22.10.2021 erstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Notfall f\u00fcr die Landwirtschaft wird zum Notfall f\u00fcr die Umwelt: F\u00fcr die Zuckerr\u00fcbenbauern ist die enorme Verbreitung von Blattl\u00e4usen eine Katastrophe, weil die Kerbtiere die Feldfr\u00fcchte mit einem Virus infizieren. 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