{"id":194,"date":"2022-11-18T12:30:34","date_gmt":"2022-11-18T11:30:34","guid":{"rendered":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/?p=194"},"modified":"2022-11-18T12:30:34","modified_gmt":"2022-11-18T11:30:34","slug":"starker-ausgabenanstieg-bei-arzneimitteln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/starker-ausgabenanstieg-bei-arzneimitteln\/","title":{"rendered":"Ausgaben f\u00fcr Arzneimittel steigen und steigen"},"content":{"rendered":"<p>Die Ausgaben f\u00fcr Arzneimittel kennen nur eine Richtung: noch oben. Und dieser Trend beschleunigt sich auch noch.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Als Grund f\u00fcr die Preiserh\u00f6hung werden h\u00e4ufig \u201eInnovationen\u201c genannt: Neue Medikamente kommen auf den Markt und retten angeblich Menschenleben, da kann man doch nicht an die Kosten denken! Etwa so \u00e4u\u00dfert sich die Pharmaindustrie gerne. Und nat\u00fcrlich klingt das auch gut. Doch die wirklichen \u201cInnovationen\u201d machen nur einen Bruchteil der Preiserh\u00f6hungen aus.<\/p>\n<p>In vielen F\u00e4llen sind die explodierenden Kosten mit Argumenten nicht zu rechtfertigen. Besonders deutlich wird das zum Beispiel bei den Medikamenten gegen Krebs.<\/p>\n<p>Eine \u201cJahresbehandlung\u201d kann 40.000 Euro und mehr kosten, die Preise werden dabei von den Herstellern diktiert, die diese fast reflexartig mit \u201ehohen Entwicklungskosten\u201c rechtfertigen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich liegen diese Entwicklungskosten aber sehr viel niedriger, als sie behaupten. Der Grund f\u00fcr die extrem hohen Preise ist schlicht die M\u00f6glichkeit, mit den Medikamenten viel Geld zu verdienen. (Mehr dazu in meinem Text \u201e<a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/medikamentenskandal\/betrug-bei-krebsmittel.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Betrug bei Krebsmitteln<\/a>\u201c)<\/p>\n<p>Fakt ist, dass die Ums\u00e4tze der deutschen Pharmaindustrie von 19,4 Milliarden Euro im Jahre 2000 auf circa 46,6 Milliarden Euro in 2021 angestiegen sind.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<h2>Das M\u00e4rchen von der Kosteneinsparung im Gesundheitswesen<\/h2>\n<p>Es gab einmal eine Zeit, da sprach jeder von \u201eKosteneinsparungen im Gesundheitswesen\u201c. Heute, etliche Jahre sp\u00e4ter, zeigt sich, dass dieses \u201eGeschwurbel\u201c rund um die Kosteneinsparungen wohl kaum Kosteneinsparungen zum Ziel gehabt haben k\u00f6nnen, sondern Vorwand f\u00fcr die Durchsetzung des kompletten Gegenteils gewesen zu sein schienen.<\/p>\n<p>Dieser Eindruck wird durch alte Ver\u00f6ffentlichungen unterst\u00fctzt, weshalb ich einmal versucht hatte, eine kleine \u201eZeitreise ins Land der Kosteneinsparungen\u201c zu unternehmen und zu schauen, wie das mit den Kosteneinsparungen ausgeschaut hat.<\/p>\n<h4>Arneimittelausgaben 2008<\/h4>\n<p>Es beginnt mit einem Beitrag des \u201eSpiegel\u201c aus dem Jahr 2008.<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a><\/p>\n<p>Dieser erz\u00e4hlt dem Leser, dass die Ausgaben f\u00fcr Arzneimittel kr\u00e4ftig ansteigen. Warum? Und um wie viel? Antwort: Angeblich sollen eine erh\u00f6hte Mehrwertsteuer und teure Impfstoffe die Kosten um 6,4 % haben steigen lassen. Ein paar S\u00e4tze sp\u00e4ter bekennt der Autor, dass das mit der Mehrwertsteuer und den teuren Impfstoffen vielleicht doch nicht die wirkliche oder alleinige Ursache zu sein scheint.<\/p>\n<p>Denn er gibt zu, dass die \u201eArznei-Ums\u00e4tze deutlich zugenommen haben\u201c. Laut Angaben der gesetzlichen Krankenversicherung gab diese die eben erw\u00e4hnten 6,4 % mehr f\u00fcr Medikamente aus und nicht f\u00fcr Mehrwertsteuer.<\/p>\n<p>Dass in den Arzneimittlepreisen die Mehrwertsteuer enthalten ist, das d\u00fcrfte selbstverst\u00e4ndlich sein. Aber das war sie in den Vorjahren ebenfalls. Wo ist da die Kostensteigerung aufgrund der Mehrwertsteuer?<\/p>\n<p>Bei den Impfungen jedoch gab es einen warmen Geldregen f\u00fcr die Hersteller, die sich auf ein Plus von 86 % freuen durften. Grund hierf\u00fcr war, so der \u201eSpiegel\u201c, die \u201eGesundheitsreform\u201c, in deren Verlauf \u201eempfohlene Impfungen zu Pflichtleistungen erhoben wurden\u201c.<\/p>\n<p>Unklar ist hier, ob es sich um eine \u201eImpfpflicht\u201c handelt oder ob die Krankenkassen dazu verdonnert wurden, empfohlene Impfungen in ihren Leistungskatalog aufnehmen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Und da die \u201eGesundheitsreform\u201c verf\u00fcgt hatte, dass von der Apotheke nur solche Pr\u00e4parate abgegeben werden, deren Hersteller Rabattvereinbarungen mit den Krankenkassen getroffen haben, sollte man eigentlich von einer Kostensenkung ausgehen.<\/p>\n<p>Dies bewirkte, dass der Umsatz von Generika, die in der Regel billiger sind als Originalpr\u00e4parate, daraufhin um 9,4 % gestiegen war, die daraus entstehenden Kosten f\u00fcr die Kassen um 5,7 % zugenommen hatten. Und das war dann schon der \u201eSpareffekt\u201c, n\u00e4mlich die Differenz zwischen 9,4 und 5,7 % (3,7 %).<\/p>\n<p>Oder mit anderen Worten: Die Ma\u00dfnahmen haben eine Teuerung verursacht, wobei man rechnerisch 3,7 % weniger teurer geworden ist.<\/p>\n<h4>Arneimittelausgaben\u00a02013<\/h4>\n<p>\u201ePharma Relations\u201c<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[ii]<\/a> \u00e4u\u00dfert sich hier zu den GKV-Ausgaben f\u00fcr Arzneimittel aus dem ersten Halbjahr von 2013. Auch hier sah die \u201eKosteneinsparung\u201c eine Erh\u00f6hung der Ausgaben von ca. 4 %.<\/p>\n<p>Die angeblichen Gr\u00fcnde:<\/p>\n<p>Ausgabenzuwachs bei innovativen Therapien zur Behandlung schwerer Erkrankungen. Aha! Welche \u201einnovativen\u201c Therapien sollen das gewesen sein? Oder haben die schweren Erkrankungen im ersten Halbjahr um 4 % zugenommen?<\/p>\n<p>Verlagerung von Behandlungen in den ambulanten Bereich. Aha! Verlagerung von wo? Aus den Krankenh\u00e4usern? Sind Behandlungen im ambulanten Bereich teurer? Wenn ja, warum bringt man nicht im Rahmen der \u201eKosteneinsparung\u201c diese Behandlungen dahin zur\u00fcck, wo sie hergekommen sind?<\/p>\n<p>Dritter Grund: Einfluss der Grippe-\/Erk\u00e4ltungswelle im ersten Quartal. Aha! Gab es in den Jahren zuvor keine Grippewellen?<\/p>\n<p>Wie es den Anschein hat, will man die wirklichen Ursachen f\u00fcr die Erh\u00f6hung der Ausgaben nicht wirklich benennen. Zun\u00e4chst nicht. Danach kommen Zahlen f\u00fcr Arzneimittel und deren Ausgaben, bei denen sogar die \u201eZwangsrabatte\u201c mit verrechnet worden sind. Und da stellt sich heraus, dass ein Vergleich mit dem Vorjahr eine Steigerung der Ausgaben von 4,1 % ergeben, wohl gesagt nur f\u00fcr das erste Halbjahr 2013. Es wurden auch mehr Medikamente verkauft, n\u00e4mlich 2,8 % mehr als zuvor. Und daf\u00fcr werden die drei bereits aufgez\u00e4hlten Gr\u00fcnde herangezogen.<\/p>\n<p>2,8 % h\u00f6herer Umsatz aber 4,1 % Mehrausgaben? Wie l\u00e4sst sich die Differenz von 1,3 % erkl\u00e4ren? Wieder eine Erh\u00f6hung der Mehrwertsteuer? Oder f\u00fchlte man sich bei der Pharmaindustrie bem\u00fc\u00dfigt, die Verluste aufgrund der Rabatte durch eine entsprechende Preiserh\u00f6hung zu kompensieren?<\/p>\n<p>\u201eWidge.de\u201c ver\u00f6ffentlichte im Jahr 2015 eine PKV-Studie<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[iii]<\/a> f\u00fcr das Jahr 2013, bei der jedoch etwas andere Zahlen diskutiert wurden, nat\u00fcrlich nicht zuletzt auch deshalb, weil hier das gesamte Jahr unter die Lupe genommen wurde. Demzufolge stiegen die Ausgaben der privaten Krankenversicherungen um 6,1 %. Die Kosten der gesetzlichen Krankenkassen stiegen nur um 2,8 %.<\/p>\n<p>Auch hier wieder die Frage: Wie l\u00e4sst sich dieser Unterschied erkl\u00e4ren?<\/p>\n<p>Auch hier wird wieder mit dem Lieblings-Schlagwort der Pharmaindustrie hantiert: Innovation. Weil n\u00e4mlich innovative Medikamente teurer sind, werden sie fast nur von den privaten Krankenkassen getragen, was die gesteigerten Ausgaben von 6,1 % erkl\u00e4ren soll. Der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes hielt dem entgegen, dass die Sache mit der \u201eInnovation\u201c nichts als Etikettenschwindel sei.<\/p>\n<p>Ich f\u00fcrchte, dass die GKV hier nicht ganz unrecht hat. Im Jahr 2015 ver\u00f6ffentlichte ich einen Beitrag, indem ich Wolf-Dieter Ludwig von der Bundes\u00e4rztekammer zitierte, der behauptet hatte, dass wirkliche Innovationen auf dem Arzneimittelsektor schon lange nicht mehr aus Deutschland gekommen w\u00e4ren und Deutschland quasi &#8222;unter Druck gesetzt werde&#8220;, siehe:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.naturheilt.com\/pharmaindustrie-deutschland-druck\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Pharmaindustrie setzt Deutschland unter Druck<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pDDkW\"><\/script><\/p>\n<h4>Arneimittelausgaben\u00a02015<\/h4>\n<p>Die \u201eWelt\u201c ver\u00f6ffentlichte im Juni 2015 einen Beitrag<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[iv]<\/a>, der die Ausgaben f\u00fcr Arzneimittel stark angestiegen sah. Die angebliche Ursache ist wieder einmal ein \u201eDreigestirn\u201c: Neue Medikamente, hohe Preise und Zuwanderung.<\/p>\n<p>In diesem Jahr, so die \u201eWelt\u201c, stiegen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung f\u00fcr Arzneimittel um fast 10 %. Die H\u00e4lfte des Anstiegs gehen angeblich auf das Konto von neuen, teuren, weil \u201einnovativen\u201c Medikamenten zur Behandlung von Hepatitis C und Krebs.<\/p>\n<p>Die andere H\u00e4lfte des Anstiegs w\u00fcrde verursacht durch Lockerungen der Sparpolitik und Zwangsrabatte. Aber auch durch die Zuwanderung h\u00e4tte sich eine erh\u00f6hte Zahl von Versicherten ergeben.<\/p>\n<p>Aber da ja Qualit\u00e4t seinen Preis hat, muss hier f\u00fcr Qualit\u00e4t, die nicht so ohne weiteres ersichtlich ist, gesorgt werden. Niemand kann dies besser als die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der VFA, dem Dachverband der Pharmaindustrie. Diese erkl\u00e4rte, dass in 2014 eine Flut von innovativen Medikamenten, 49 an der Zahl, extrem hoch gewesen sei, selbstverst\u00e4ndlich verbunden mit \u201eeinhergehenden Therapieverbesserungen f\u00fcr Patienten\u201c. Dann haben also diese neuen, \u201einnovativen\u201c Medikamente die Zahl der Erkrankungen abnehmen lassen? Oder doch eher die Kassen der Pharmaindustrie anschwellen lassen?<\/p>\n<p>Letzteres scheint wahrscheinlicher zu sein, denn der Beitrag spricht davon, dass diese \u201eInnovationen\u201c die Ausgaben um 1,3 Milliarden EUR hatten ansteigen lassen, der Mehrverbrauch noch einmal mit 1,3 Millionen und die Preiserh\u00f6hungen dann noch einmal 800 Millionen EUR einfuhren.<\/p>\n<h4>Arneimittelausgaben\u00a02017<\/h4>\n<p>\u201eAponet.de\u201c sprach im Oktober 2017 prophetische Worte: <em>\u201eAusgaben f\u00fcr Arzneimittel werden 2018 steigen\u201c.<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\"><strong>[v]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p>Grund f\u00fcr diese Prophezeiung war eine vorab get\u00e4tigte Absprache zwischen Kassen und \u00c4rzten f\u00fcr das Jahr 2018. Diese Absprache sah eine Erh\u00f6hung der Ausgaben f\u00fcr Arzneimittel von 3,2 % vor. Auch hier wieder das Spiel mit den Begr\u00fcndungen, wie zum Beispiel teure Krebstherapien (waren die vorher billig?). Und nat\u00fcrlich die alte Kamelle \u201eInnovationen\u201c, deren Einsatz nicht umgangen werden kann. Diesmal kommt das Propaganda-Material innovativ aus dem Munde des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der GKV.<\/p>\n<p>Der Wortstamm \u201eSpar\u201c als \u201eEinsparung\u201c, \u201eKostenersparnis\u201c o. \u00e4. kommt im gesamten Beitrag nicht einmal vor. Offensichtlich hatte man sich bereits zu diesem Zeitpunkt dazu durchgerungen, das M\u00e4rchen mit der \u201eKosteneinsparung im Gesundheitswesen\u201c nicht wieder neu aufzuw\u00e4rmen, sondern die Bev\u00f6lkerung ohne diesen Zuckerguss auf die bittere Pille vorzubereiten.<\/p>\n<p>In die gleiche Kerbe schlug auch das \u201e\u00c4rzteblatt\u201c<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[vi]<\/a> im Juni 2017. Da die \u201einnovativen\u201c Krebsmedikamente jetzt sogar ambulant verabreicht werden k\u00f6nnen, was die Kosten im ambulanten Bereich erh\u00f6ht hatte, hatte man sich wohl bei der Pharmaindustrie innovative Preise vorgestellt und in diesem Segment eine entsprechend innovative Erh\u00f6hung beschlossen.<\/p>\n<p>Der Beitrag spricht von einer Erh\u00f6hung der Ausgaben f\u00fcr Onkologika von 41 % seit dem Jahr 2011. Dieser Erh\u00f6hung w\u00fcrde aber nicht erkl\u00e4rbar sein durch eine vermehrte Anzahl von Krebspatienten. Die l\u00e4ge bei nur 8 %. Der L\u00f6wenanteil der Erh\u00f6hung beruhe auf einer Erh\u00f6hung der Herstellerpreise, die sich vervielfacht h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Und ein Vergleich mit internationalen Preisen ergibt, dass Deutschland hier Ambitionen auf die \u201eWeltmeisterschaft\u201c haben darf. Von 31 onkologischen Arzneimitteln lagen 28 \u00fcber dem Durchschnitt, und gleich acht dieser 31 Krebsmedikamente waren in Deutschland die teuersten auf dem Markt.<\/p>\n<h4>Arneimittelausgaben 2018<\/h4>\n<p>Die \u201eFrankfurter Rundschau\u201c meldete sich im September 2018 zu Wort mit dem Ausspruch: <em>\u201eKosten f\u00fcr Medikamente steigen stark.\u201c<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\"><strong>[vii]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p>Der Kostenanstieg im Jahr 2017 lag bei 3,7 % und war damit doppelt so hoch wie die damals \u00fcbliche Inflationsrate. Was sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr diesen Kostenanstieg? Diesmal kommt es anders, denn diesmal sind es \u201epatentgesch\u00fctzte Arzneien\u201c gegen Krebs, Immunerkrankungen und schwere virale Infekte. Oder mit anderen Worten: Die \u201eInnovationen\u201c.<\/p>\n<p>Auch das ist eine neue Tendenz in der Begr\u00fcndung\/Erkl\u00e4rung der gestiegenen Kosten. Vor wenigen Jahren waren es noch Zuwanderung, ambulante Behandlung, Grippewellen und andere \u201eAusreden\u201c, mit denen man von den wahren Kosten f\u00fcr die \u201eKosteneinsparung im Gesundheitswesen\u201c ablenken konnte, nennt man jetzt langsam und sicher Ross und Reiter.<\/p>\n<p>Besonders heftig diese Informationen: Bei den verordneten Tagesdosen f\u00fcr alle Medikamente nehmen Krebsmedikamente nur 0,2 % ein. Sie verursachen aber 13,2 % aller Arzneimittelausgaben. Das kann nur hei\u00dfen, dass diese Medikamente unversch\u00e4mt teuer sein m\u00fcssen, um diesen Kostenpunkt zu erzeugen.<\/p>\n<p>Elf von 34 Neuzulassungen im Jahr 2017 in Deutschland haben Jahres Therapiekosten zwischen \u00fcber 100.000 und knapp 750.000 EUR. Der Beitrag f\u00e4hrt weiter fort, dass nur f\u00fcr zwei der elf teuersten neuen Produkte ein ad\u00e4quater Zusatznutzen gezeigt werden konnte. Oder mit anderen Worten: Von diesen neuen Produkten sind neun nur dem Preisschild nach innovativ.<\/p>\n<h4>Arneimittelausgaben 2019<\/h4>\n<p>Im September 2019 \u00e4u\u00dferte sich \u201ePharma-Fakten\u201c<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[viii]<\/a> zu den in 2018 gestiegenen Arzneimittelausgaben. Selbstverst\u00e4ndlich verstieg man sich zu der Annahme, dass diese Steigerung \u201emoderat\u201c ausgefallen sei.<\/p>\n<p>Diese \u201emoderate\u201c Steigerung lag bei 3,2 %. Das gibt Grund zu der Vermutung, dass man bei der Pharmaindustrie mit dieser Steigerung recht unzufrieden gewesen sein muss.<\/p>\n<p>Denn man bezeichnet Arzneimittelkosten als eine \u201eInvestition in die Gesundheit\u201c. Oder mit anderen Worten: Je h\u00f6her die Arzneimittelkosten ausfallen, desto mehr Gesundheit sollten wir dann haben. Na dann hoffe ich, dass wir im Folgejahr nicht 3,2 %, sondern 3200 % Kostensteigerung haben, damit alle Erkrankungen auf einen Schlag weggefegt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<div id=\"attachment_4171\" style=\"width: 776px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/arzneimittelausgaben-199-bis-2021.png\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4171\" class=\"wp-image-4171 size-full\" src=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/arzneimittelausgaben-199-bis-2021.png\" alt=\"\" width=\"766\" height=\"534\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4171\" class=\"wp-caption-text\">In der Grafik: Die Arzneimittelausgaben der GKV von 1999 bis 2021 (in Milliarden Euro); Quelle: de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/152841\/umfrage\/arzneimittelausgaben-der-gesetzlichen-krankenversicherung-seit-1999\/<\/p><\/div>\n<h4>Arneimittelausgaben 2021<\/h4>\n<p>Laut der \u201ePharmazeutische Zeitung\u201c<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[ix]<\/a> betrugen die Arzneimittelausgaben f\u00fcr das Jahr 2021 nicht 3200 %, aber immerhin atemberaubende 7,8 %. Da muss ja dann sehr viel Gesundheit nach Deutschland hineingestr\u00f6mt sein, bei dieser tollen Steigerungsrate?<\/p>\n<p>Gleichzeitig erfahren wir, dass das Defizit der Krankenkassen bei der Rekordsumme von fast 6 Milliarden EUR liegt. Ja, wenn es um Gesundheit geht, sollte dies kein Problem sein, oder? Vor allem, wenn es um die Gesundheit der Pharmafirmen geht, nicht wahr?<\/p>\n<p>Diese 7,8 % bedeuten in absoluten Zahlen einen Anstieg von 3,4 Milliarden EUR und damit Gesamtkosten f\u00fcr Arzneimittel von 46,7 Milliarden EUR.<\/p>\n<p>Und die Techniker Krankenkasse<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[x]<\/a> verk\u00fcndete im Juli 2022, dass dieser Trend auch in Zukunft anhalten wird. F\u00fcr 2023 rechnet der GKV-Spitzenverband mit einem Defizit von 17 Milliarden EUR. 2021 waren es \u201enur\u201c 6 Milliarden EUR gewesen.<\/p>\n<p>Hier wird der Grund f\u00fcr die stark steigenden Ausgaben in dem gesehen, was sie wirklich verursachen, n\u00e4mlich nicht Zuwanderung, ambulante Behandlung und andere abenteuerliche Erkl\u00e4rungen, sondern in den Ausgaben f\u00fcr Arzneimittel. Und Ausgaben f\u00fcr Arzneimittel sind Einnahmen f\u00fcr die Hersteller, die sich jetzt noch mehr bereichern als sie dies bereits haben durchziehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a><a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/teure-impfstoffe-ausgaben-fuer-arzneimittel-steigen-kraeftig-a-530449.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Teure Impfstoffe: Ausgaben f\u00fcr Arzneimittel steigen kr\u00e4ftig &#8211; DER SPIEGEL<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20160816173834\/https:\/www.pharma-relations.de\/news\/gkv-ausgaben-bei-arzneimitteln-steigen-im-ersten-halbjahr-2013-um-rund-4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 GKV-Ausgaben bei Arzneimitteln steigen im ersten Halbjahr 2013 um rund 4% \u2014 Pharma Relations<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[iii]<\/a><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20150320060733\/https:\/widge.de\/news\/pkv-studie-kosten-fuer-arzneimittel-steigen.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 PKV-Studie: Kosten f\u00fcr Arzneimittel steigen | PKV News<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[iv]<\/a><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20150610222837\/https:\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article142223789\/Ausgaben-fuer-Arzneimittel-steigen-stark-an.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ausgaben f\u00fcr Arzneimittel steigen stark an &#8211; DIE WELT<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[v]<\/a><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20200922194717\/https:\/www.aponet.de\/aktuelles\/aus-gesellschaft-und-politik\/20171017-ausgaben-fuer-arzneimittel-werden-2018-steigen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ausgaben f\u00fcr Arzneimittel werden 2018 steigen | aponet.de<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[vi]<\/a><a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/76501\/Kosten-fuer-onkologische-Arzneimittel-steigen-massiv\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kosten f\u00fcr onkologische Arzneimittel steigen massiv<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[vii]<\/a><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20201112022948\/https:\/www.fr.de\/wirtschaft\/kosten-medikamente-steigen-stark-10969020.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0\u00a0\u00a0 Kosten f\u00fcr Medikamente steigen stark | Wirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[viii]<\/a><a href=\"https:\/\/pharma-fakten.de\/news\/829-avr-2019-arzneimittelausgaben-steigen-moderat\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0\u00a0 AVR 2019: Arzneimittelausgaben steigen moderat &#8211; Pharma Fakten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[ix]<\/a><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20220310175030\/https:\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/arzneimittelausgaben-steigen-um-78-prozent-131836\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 GKV-Bilanz 2021: Arzneimittelausgaben steigen um 7,8 Prozent | PZ \u2013 Pharmazeutische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[x]<\/a><a href=\"https:\/\/www.tk.de\/presse\/themen\/arzneimittel\/einsparmoeglichkeiten-bei-arzneimitteln-2128946\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Viel Einsparpotenzial im Arzneimittelbereich | Die Techniker &#8211; Presse &amp; Politik<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ausgaben f\u00fcr Arzneimittel kennen nur eine Richtung: noch oben. Und dieser Trend beschleunigt sich auch noch.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4174,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32],"tags":[85,90,42],"class_list":["post-194","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-arzneimittel","tag-medikamente","tag-pharmakartell"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/194","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=194"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/194\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4174"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=194"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=194"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=194"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}