{"id":1870,"date":"2019-08-27T07:25:53","date_gmt":"2019-08-27T06:25:53","guid":{"rendered":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/?p=1870"},"modified":"2019-08-27T07:25:53","modified_gmt":"2019-08-27T06:25:53","slug":"komplementaermedizin-uni-basel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/komplementaermedizin-uni-basel\/","title":{"rendered":"Alternative Medizin an der Universit\u00e4t &#8211; Und warum nicht jeder damit &#8222;gl\u00fccklich&#8220; ist"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweiz, Universit\u00e4t Basel. Diese Universit\u00e4t hat beschlossen, eine Stiftungsprofessur f\u00fcr Komplement\u00e4rmedizin (Alternative Medizin) einzurichten.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Institution gab es bereits seit dem Jahr 2002 in der Universit\u00e4t von Exeter, Gro\u00dfbritannien, wo ein Professor namens Edzard Ernst einen Lehrstuhl f\u00fcr Komplement\u00e4rmedizin bis 2011 innehatte.<\/p>\n<p>Herr Ernst wurde schnell daf\u00fcr bekannt, als &#8222;Professor f\u00fcr Alternativmedizin&#8220; mit mehr als merkw\u00fcrdigen Methoden und Argumenten gegen eben diese Alternativmedizin zu polemisieren: <a href=\"https:\/\/www.yamedo.de\/blog\/chefkritiker-nicht-ernst-nehmen-2011\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der Chefkritiker vom Dienst: Warum man Ernst nicht ernst nehmen kann<\/a>.<\/p>\n<p>Jetzt also soll eine vergleichbare Institution in der Universit\u00e4t Basel eingerichtet werden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Bezahlt wird der Lehrstuhl von \u201eanthroposophischen Kreisen\u201c. Eine Schweizer Zeitung<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> wei\u00df zu berichten, dass ein Naturwissenschaftler aus der Universit\u00e4t Freiburg, Prof. Carsten Gr\u00fcndemann, den Lehrstuhl \u00fcbernimmt, der auf zun\u00e4chst f\u00fcnf Jahre befristet ist.<\/p>\n<p>Die offizielle Bezeichnung ist \u201etranslationale Komplement\u00e4rmedizin\u201c. Das Budget f\u00fcr diese f\u00fcnf Jahre betr\u00e4gt 3 Millionen CHF. Den gr\u00f6\u00dften Teil dieses Budgets wird von einer in der Schweiz bekannten M\u00e4zenin, Beatrice Oeri, bereitgestellt, n\u00e4mlich 1 Million CHF. Interessant ist, dass Frau Oeri<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> und ihre Familie aus der Gr\u00fcnderfamilie des Pharmariesen Roche kommen und zu den Milliard\u00e4ren unter den reichen Leuten dieser Welt z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Weitere Unterst\u00fctzer dieses Lehrstuhls sind der Kosmetik- und Pharmakonzern Weleda mit 575.000 CHF, Software AG mit 550.000 CHF, Wala Heilmittel mit 100.000 CHF und weiteren 575.000 CHF von anderen anthroposophischen Institutionen.<\/p>\n<p>Die Freude in der Universit\u00e4t Basel \u00fcber diese Neuerungen ist allerdings ged\u00e4mpft und geteilt. Bei der Fakult\u00e4tsversammlung gab es angeblich hitzige Diskussionen unter den Mitgliedern. Dennoch wurde der neue Lehrstuhl mit 34 positiven Stimmen best\u00e4tigt, allerdings bei 21 Enthaltungen und einer Gegenstimme. Laut Angaben der Zeitung ist dies ungew\u00f6hnlich, da in der Regel \u00e4hnliche Beschl\u00fcsse mit nur sehr wenigen Gegenstimmen oder Enthaltungen verabschiedet werden.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pDDkW\"><\/script><\/p>\n<h2>Zum \u00c4rger der Wissenschaftler<\/h2>\n<p>Angeblich gibt es Bedenken im Biozentrum der Universit\u00e4t. Man betrachtet die Einf\u00fchrung dieses Lehrstuhls als eine \u201eProvokation\u201c. Denn aus Gr\u00fcnden, die ich nicht verstehe, bedeutet die Einf\u00fchrung eines alternativmedizinischen Lehrstuhls gleichzeitig auch eine Degradierung der Bedeutung des eigenen Tuns im Biozentrum, weil man jetzt mit &#8222;Globuli-K\u00fcgelchen-Wissenschaftlern&#8220; gleichgesetzt w\u00fcrde. So wie die Zeitung die Situation beschreibt, glaubt man im Biozentrum, dass nur die allm\u00e4chtige Schulmedizin und deren &#8222;Wissenschaft&#8220; einen Platz an der Universit\u00e4t haben solle.<\/p>\n<p>Interessanterweise scheinen sich die Gegner gegen den neuen Lehrstuhl nicht zutrauen, ihren Unmut und ihre Gegnerschaft in der \u00d6ffentlichkeit kundzutun und zu diskutieren. Daf\u00fcr wird dann sehr wahrscheinlich der neue Lehrstuhlinhaber Unmut und Gegnerschaft mit voller Macht zu sp\u00fcren bekommen, wenn er seinen Job antritt. Warum eigentlich das alles, wenn man doch auf dem Tugendpfad der allein richtigen Wissenschaft wandelt?<\/p>\n<p>Ein Abteilungsleiter der Pharmazie der Uni fand sich zu einer \u00f6ffentlichen Erkl\u00e4rung bereit. In dieser \u00e4u\u00dferte er, dass \u201e<em>in gewissen Forschungszweigen der naturwissenschaftlichen Qualit\u00e4t eine generelle Skepsis besteht zumindest gegen\u00fcber Teilen der Komplement\u00e4rmedizin. Sie seien nicht vereinbar mit der naturwissenschaftlichen Forschung<\/em>\u201c. Seine Abteilung jedoch bef\u00fcrwortet den neuen Lehrstuhl.<\/p>\n<p>An dieser Stelle muss ich sagen, dass es f\u00fcr Naturwissenschaftler keinen Grund gibt, alternativmedizinische Aspekte abzulehnen, da diese sich prim\u00e4r, wie die Naturwissenschaften auch, mit biologischen Systemen befassen. Wer hier Grund hat, eine ablehnende Haltung einzunehmen, das sind Naturwissenschaftler, die nicht aus der Naturwissenschaft, sondern aus der Medizin kommen und sich der medizinischen Wissenschaft verschrieben haben.<\/p>\n<p>Naturwissenschaft und medizinische Wissenschaft weisen signifikante Unterschiede auf. Eine Charakterisierung der medizinischen Wissenschaft und ihrer T\u00fccken hatte ich bereits ausf\u00fchrlich diskutiert: <a href=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/unsere-schulmedizin-die-einzig-wahre-wissenschaft\/\">Unsere Schulmedizin &#8211; Die einzig wahre Wissenschaft?<\/a><\/p>\n<p>So kann man in dem Beitrag der Zeitung auch keine wirklich nachvollziehbaren Kritikpunkte gegen die Einf\u00fchrung dieses alternativmedizinischen Lehrstuhls finden. Es sei denn, man betrachtet den Unmut der schulmedizinisch ausgerichteten Professoren bereits als Kritik. Die Zeitung selbst scheint die finanzielle Unterst\u00fctzung von anthroposophischen Instituten, alternativmedizinisch ausgerichteten Firmen und spendierfreudigen Milliard\u00e4ren als einen Makel anzusehen.<\/p>\n<p>Immerhin erfahren wir, dass die anthroposophische Medizin \u201e<em>seit Jahren versucht, universit\u00e4re weihen zu erhalten<\/em>\u201c. Wie macht sie das? Antwort: Sie finanziert Lehrst\u00fchle. Und weil das so ist, werden hier \u201e<em>Wissen und Glauben miteinander vermengt<\/em>\u201c.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p>Zur Frage von Finanzierung und Vermengung von Wissen und Glauben im Bereich der Schulmedizin hatte ich bereits einiges an Beitr\u00e4gen gebracht. Das was hier der anthroposophischen Medizin vorgeworfen wird, ist nur ein Abglanz dessen, was im Pharmabereich und in der Schulmedizin schon fast Tagesgesch\u00e4ft geworden ist. Nur keiner redet mehr dr\u00fcber. Man f\u00e4ngt nur dann an, dar\u00fcber zu reden, wenn man alternative Heilmethoden mit diesem Dreck bewerfen kann.<\/p>\n<p>Doch wie es in Wahrheit aussieht, will man (wieder einmal) nicht sehen und h\u00f6ren:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/pharmaindustrie-mafia-2015\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Pharmaindustrie \u2013 schlimmer als die Mafia?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/kennedy-erklaert-wie-big-pharma-den-kongress-unterwandert-hat\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kennedy erkl\u00e4rt, wie Big Pharma den Kongress unterwandert hat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.naturheilt.com\/medikamentenskandal\/gekaufte-aerzte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gekaufte \u00c4rzte &#8211; Bestechung und Korruption &#8211; TOLL!<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Aus diesen Beitr\u00e4gen wird ersichtlich, welche Mengen an Geldern von der Pharmaindustrie an verschiedene Institutionen flie\u00dfen, nicht nur Universit\u00e4ten<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>, sondern auch \u00c4rzte, Regierungsinstitute etc., damit der Weg f\u00fcr die Interessenlage der Pharmaindustrie geebnet wird.<\/p>\n<p>Hier sind 3 Millionen CHF oder Dollar gerade mal ein Bruchteil der Portokasse.<\/p>\n<p>Aber, wenn man mit solchen Berichten der Naturheilkunde an den Karren fahren kann, dann werden auch schon mal vergleichsweise geringe Betr\u00e4ge von 3 Millionen zu Unsummen (denn f\u00fcr die meisten von uns sind 3M der Jackpot im Lotto!), die die Fragw\u00fcrdigkeit eines solchen Lehrstuhls dokumentieren.<\/p>\n<p>Dass auf der anderen Seite Milliarden an Geldern f\u00fcr das Gesch\u00e4ft mit der Chemie flie\u00dfen, die von der Pharmaindustrie kommen, k\u00fcmmert dabei diese Leute nicht. Man sieht also, wie ausgewogen diese Wissenschaft zu sein scheint, die auch in diesem Bereich den Splitter im Auge des Anderen sieht, jedoch nicht den Balken im eigenen Auge.<\/p>\n<p>Kein Wunder also, dass diese Art der Wissenschaft zu Ergebnissen kommt, die nur \u201eDurchbr\u00fcche\u201c, aber keine Heilung f\u00fcr ihre Patienten bereith\u00e4lt. Wenn diese Wissenschaft etwas taugen w\u00fcrde, dann s\u00e4hen die statistischen Zahlen zu Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t der ihr anvertrauten Patienten deutlich anders aus: <a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/schulmedizin-dritthaeufigste-todesursache\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schulmedizin dritth\u00e4ufigste Todesursache<\/a>.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Es wird bald einen Lehrstuhl f\u00fcr anthroposophische Medizin an der Universit\u00e4t Basel geben.<\/p>\n<p>Sehr wahrscheinlich wird der Lehrstuhlinhaber, ein Professor aus der Universit\u00e4t Freiburg, kein Abziehbild von Edzard Ernst sein, sondern seine Berufung dazu nutzen, ernstzunehmende Resultate auf seinem Fachgebiet zu produzieren und nicht, wie Ernst, seine Position dazu nutzen, die Alternativmedizin zu diskreditieren.<\/p>\n<p>Vieles spricht daf\u00fcr, dass dem so sein wird, denn die schulmedizinisch ausgerichteten Wissenschaftler an der Uni scheinen eher einen Edzard Ernst als diesen neuen Kollegen zu bevorzugen &#8211; wenn Alternativmedizin als Wissenschaft unbedingt sein muss.<\/p>\n<p>Der neue Lehrstuhlinhaber wird es nicht leicht haben, so viel kann man jetzt schon voraussagen. Ich jedenfalls w\u00fcnsche viel Erfolg!<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n<p>Beitragsbild: fotolia.com<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a><a href=\"https:\/\/www.bzbasel.ch\/schweiz\/unmut-unter-naturwissenschaftern-anthroposophen-finanzieren-professur-an-der-uni-basel-135260489\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Unmut unter Naturwissenschaftern: Anthroposophen finanzieren Professur an der Uni Basel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a><a href=\"https:\/\/www.bazonline.ch\/basel\/stadt\/die-scheue-milliardaerin\/story\/31743711\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die scheue Milliard\u00e4rin | Basler Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a><a href=\"https:\/\/thevaccinereaction.org\/2018\/04\/big-pharma-pays-universities-for-most-medical-research-in-u-s-today\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Big Pharma Pays Universities for Most Medical Research in U.S. Today<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz, Universit\u00e4t Basel. Diese Universit\u00e4t hat beschlossen, eine Stiftungsprofessur f\u00fcr Komplement\u00e4rmedizin (Alternative Medizin) einzurichten. Eine \u00e4hnliche Institution gab es bereits seit dem Jahr 2002 in der Universit\u00e4t von Exeter, Gro\u00dfbritannien, wo ein Professor namens Edzard Ernst einen Lehrstuhl f\u00fcr Komplement\u00e4rmedizin bis 2011 innehatte. 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