{"id":1647,"date":"2018-12-06T20:23:20","date_gmt":"2018-12-06T19:23:20","guid":{"rendered":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/?p=1647"},"modified":"2018-12-06T20:23:20","modified_gmt":"2018-12-06T19:23:20","slug":"ware-patient","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/ware-patient\/","title":{"rendered":"Wie Sie als Patient zu einer lukrativen Ware mutiert sind"},"content":{"rendered":"<p>Vielleicht ahnen Sie es schon lange: Sie als Patient sind eine h\u00f6chst lukrative Ware. Das ist im Prinzip nichts Neues &#8211; nur die Dimensionen haben sich verschoben&#8230;<\/p>\n<p>Im Januar letzten Jahres hatte ich diesen Artikel ver\u00f6ffentlicht: <a href=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/gestorben-wird-im-krankenhaus\/\">Gestorben wird im Krankenhaus &#8211; oder: Wie man m\u00f6glichst viel an Sterbenden verdient<\/a>.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In diesem Beitrag ging es darum, wie der Titel es bereits verr\u00e4t, dass die Schulmedizin offensichtlich keine Scheu kennt, auch an Sterbenden verdienen zu wollen. Und die damit verbundenen Ma\u00dfnahmen sind eine Qual f\u00fcr die Betroffenen in den letzten Tagen, Wochen oder Monaten ihres Lebens.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pDDkW\"><\/script><\/p>\n<h2>&#8222;Der marktgerechte Patient&#8220;<\/h2>\n<p>Der MDR hat jetzt \u201eWerbung\u201c f\u00fcr einen Dokumentarfilm ausgestrahlt mit dem Titel \u201eDer marktgerechte Patient\u201c. Einen Filmausschnitt von knapp 6 Minuten gibt es auf YouTube zu sehen: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=952nLAqCqXY\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mdr &#8211; Der marktgerechte Patient \u2013 YouTube<\/a>.<\/p>\n<p>Der Inhalt des Filmes bespricht die Auswirkungen der Gesundheitsreform aus dem Jahre 2003, wo das Prinzip der \u201e<strong>Fallpauschalen<\/strong>\u201c in das Gesundheitssystem eingef\u00fchrt wurde. Grund f\u00fcr diese Ma\u00dfnahme war, die immer wieder beschworene \u201eKostenexplosion\u201c in den Griff zu bekommen. Das Ergebnis nach 15 Jahren ist, dass es diese Kostenexplosion nie gegeben hat, und wenn es sie gegeben hat, dass sie jetzt erst recht die Kosten zur Explosion gebracht hat.<\/p>\n<p><strong>Treffend in diesem Zusammenhang das Zitat eine der beiden Regisseure:<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u201e<em>Durch die Einf\u00fchrung der sogenannten Fallpauschalen wurde jede Krankheit mit einem fixen Preis versehen. Daraus folgt: Nicht mehr der Patient steht im Mittelpunkt, sondern der Erl\u00f6s, der sich mit ihm erzielen l\u00e4sst.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Mit der Fallpauschale erhielt jede Erkrankung einen bestimmten monet\u00e4ren Wert, der von den Krankenkassen verg\u00fctet wird. Notf\u00e4lle, Geburten, Diabetes etc. sind so niedrig dotiert, dass sie f\u00fcr die Klinik als unlukrativ gelten.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft letztendlich, dass jeder sich vergegenw\u00e4rtigen sollte, bei einem Notfall nicht vom Krankenhaus seiner Wahl aufgenommen zu werden, da dieses Krankenhaus aus Kostengr\u00fcnden die Unfallstation in einen Operationssaal umgebaut hat, in dem h\u00f6chst lukrative Eingriffe get\u00e4tigt werden und dem Krankenhaus die entsprechende Rendite einf\u00e4hrt, statt von der Leiter gefallene Beinbr\u00fcche oder Schlimmeres zu versorgen.<\/p>\n<p>Da kann es auch mal sein, dass man bei der Organspende zwar genug Organspender zur Verf\u00fcgung hat, aber keine Organe. Denn die f\u00fcr die operative Entnahme der Organe notwendigen OPs werden aus Kostengr\u00fcnden f\u00fcr diese Eingriffe nicht zur Verf\u00fcgung gestellt. Andere Operationen, die mehr Geld einbringen, haben hier Vorfahrt. Man kann ja von der Organspende halten was man will &#8211; aber wenn man es ernst meinte&#8230; nun ja&#8230;<\/p>\n<p>Kleine kommunale Krankenh\u00e4user, die auf eine breit gef\u00e4cherte Versorgung von \u201eklassischen\u201c Erkrankungen ausgelegt sind, m\u00fcssen hier zwangsl\u00e4ufig in die Krise geraten und letztendlich die Tore schlie\u00dfen. Denn die meisten der hier versorgten Erkrankungen fallen unter eine Fallpauschale, die im unteren Drittel der Verg\u00fctung anzusiedeln ist und damit den finanziellen Ruin des Krankenhauses besiegelt.<\/p>\n<h2>Wo gehobelt wird, da sind die Geier nicht weit<\/h2>\n<p>Mit dem sich daraus ergebenden Kostendruck sahen sich die Krankenh\u00e4user gen\u00f6tigt, den gr\u00f6\u00dften Kostenfaktor, das Personal, zu \u201ebereinigen\u201c. Das hei\u00dft einfach, dass man Stellen wegrationalisierte, sodass die Arbeitslast des verbleibenden Pflegepersonals sich signifikant erh\u00f6hte. Und das bei gleichem Gehalt! Inzwischen wird auch immer mehr deutlich, dass diese Praxis das Pflegepersonal so belastet und ausgelaugt hat, dass eine Krankenschwester kaum noch eine Schwester ist, die Kranke versorgt, sondern eine Schwester ist, die selber krank ist.<\/p>\n<h3>Die Klinikkonzerne kommen<\/h3>\n<p>Kostendruck und Personalnotstand hat viele kleinere Krankenh\u00e4user gezwungen, das Handtuch zu werfen. Sie wurden wehrlose Opfer von Privatisierungsbem\u00fchungen. Sogenannte Klinikkonzerne kaufen solche Krankenh\u00e4user auf und machen sie zu \u201eGelddruckmaschinen\u201c im Gesundheitssystem. Sie rationalisieren alles weg, was nicht lukrativ ist, und fokussieren nur auf die medizinischen Verfahren, die entsprechenden Gewinn versprechen.<\/p>\n<p>Einer dieser Klinikkonzerne sind die Asklepios-Kliniken mit knapp 35 Tausend Mitarbeitern, 3,1 Milliarden \u20ac Umsatz und 150 \u201eassoziierte Einrichtungen\u201c, die 36 Krankenh\u00e4user, 19 Fachkliniken, 13 psychiatrische Kliniken etc. umfassen. Wie eintr\u00e4glich dieses Gesch\u00e4ft ist, das zeigen die Umsatzzahlen: im Jahr 2006 betrug der Umsatz 1,8 Milliarden mit einem Gewinn von 127 Millionen. Im Jahr 2015 waren es 3,1 Milliarden mit einem Gewinn von 374 Millionen \u20ac.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p>Besonders bemerkenswert ist hier, das zu diesem Sortiment an Krankenh\u00e4usern nicht nur \u201eFeld-Wald-und-Wiesen Krankenh\u00e4user\u201c geh\u00f6ren, sondern auch akademische Lehrkrankenh\u00e4user von Universit\u00e4ten. Die Lehrkrankenh\u00e4user der Universit\u00e4ten von G\u00f6ttingen, Bonn und Marburg seien hier stellvertretend benannt.<\/p>\n<p>Ein weiterer gro\u00dfer Mitspieler in diesem Verein sind die Helios-Kliniken. Diese GmbH besch\u00e4ftigt 66.000 Mitarbeiter und hatte im Jahr 2017 einen Umsatz von 6,1 Milliarden \u20ac. Und Helios geh\u00f6rt zum Gesundheitskonzern Fresenius! Ist es nicht sch\u00f6n, dass die Pharmaindustrie neben ihren pharmazeutischen Erzeugnissen auch gleich die Krankenh\u00e4user gewinnbringend bereitstellt? Helios besa\u00df Ende 2016 112 Kliniken.<\/p>\n<p>Mit der Privatisierung des Gesundheitssystems oder Teilen desselben wurde auch sichergestellt, dass die Sparten entscheidenden Einfluss aufbauen konnten, die das notwendige \u201eKleingeld\u201c f\u00fcr die \u00dcbernahme von Krankenh\u00e4usern und \u00e4hnlichen Institutionen aufbringen konnten. So konnte man dann fast im Wochentakt in der Zeitung lesen oder im Fernsehen sehen, dass diese Klinik und jenes Krankenhaus geschlossen hatten und eine private Klinik-Organisation \u00dcbernahmevertr\u00e4ge aushandelten.<\/p>\n<p>Ich glaube, dass man ohne \u00dcbertreibungen behaupten darf, dass die Privatisierungsbem\u00fchungen im Gleichschritt mit der Einf\u00fchrung der Fallpauschalen dazu gedient hatten, das Gesundheitswesen zu monopolisieren. Nutznie\u00dfer waren und sind kapitalkr\u00e4ftige Unternehmen, unter anderem auch aus der Pharmaindustrie, die jetzt mit \u00f6konomischer Effizienz daf\u00fcr sorgen, dass auch das letzte bisschen medizinische Ethik den Skalpellen \u00f6konomischer Interessen zum Opfer f\u00e4llt.<\/p>\n<p><strong>Dazu noch ein Zitat der Regisseurin des weiter oben zitierten Dokumentarfilms \u201eDer marktgerechte Patient\u201c:<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u201e<em>Dass man versucht, aus kranken Menschen Gewinne zu ziehen, das zeigt ja eine Gesellschaft, die v\u00f6llig den Halt verloren hat. Also da ist ja von Ethik, Moral, Hilfeleistung, Barmherzigkeit \u00fcberhaupt nichts mehr zu sehen.<\/em>\u201c<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<h2>Werbung in nicht eigener Sache<\/h2>\n<p>Ich hatte bereits auf den Filmausschnitt in YouTube hingewiesen. Die Webseite des MDR, die auf diesen Film hinweist und ihn kurz bespricht, halte ich f\u00fcr sehr interessant: Dokfilm: &#8222;Der marktgerechte Patient&#8220;: Wie der Patient zur Ware wurde | MDR.DE<\/p>\n<p>Die Filmemacher haben f\u00fcr diesen Film eine eigene Webseite eingerichtet, die ich ebenfalls empfehlen m\u00f6chte: <a href=\"http:\/\/der-marktgerechte-patient.org\/index.php\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der marktgerechte Patient<\/a>.<\/p>\n<p>Ich habe diesen Film selbst noch nicht gesehen. Aber die Ausschnitte und die Besprechung auf den genannten Webseiten deuten darauf hin, dass es sich hier um ausgewogenes, aber auch brisantes Material handelt, das den Zerfall des Gesundheitssystems in Deutschland dokumentiert, wobei die Schulmedizin selbst einen zentralen Beitrag leistet.<\/p>\n<p>Es wird bald keine Medizin mehr geben, nur noch \u00f6konomisch interessante Indikationen, deren Behandlung, wenn eben m\u00f6glich, lebenslangen Charakter haben. Damit d\u00fcrfen wir das Wort \u201eHeilung\u201c aus dem W\u00f6rterbuch der Schulmedizin endg\u00fcltig streichen.<\/p>\n<p>Und damit ist auch klar, warum diese Medizinrichtung Naturheilkunde und alternativmedizinische Ma\u00dfnahmen versucht zu kriminalisieren und auszul\u00f6schen. Denn diese Medizinrichtung hat ein diametral entgegengesetztes Interesse, was allerdings f\u00fcr die \u00f6konomisch ausgerichtete Schulmedizin einen gesch\u00e4ftssch\u00e4digenden Charakter aufweist.<\/p>\n<p>Denn, wer heilt, der hat nicht nur recht, sondern versaut zudem noch interessante Einkommensquellen der Schulmedizin und Gesundheitsindustrie.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n<p>Beitragsbild: fotolia &#8211; Billion photos<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielleicht ahnen Sie es schon lange: Sie als Patient sind eine h\u00f6chst lukrative Ware. 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