{"id":1627,"date":"2018-10-28T13:59:58","date_gmt":"2018-10-28T12:59:58","guid":{"rendered":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/?p=1627"},"modified":"2018-10-28T13:59:58","modified_gmt":"2018-10-28T12:59:58","slug":"ausbeutung-kaffee-bauern-bettelarm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/ausbeutung-kaffee-bauern-bettelarm\/","title":{"rendered":"So geht Ausbeutung: Kaffee-Ketten machen Milliardengewinne &#8211; Kaffee-Bauern bettelarm"},"content":{"rendered":"<p>Die Profite der Kaffee-Konzerne basieren auf der Armut der Kaffeebauern. Ungerecht. Klar. Und wir werden auch nicht alle Ungerechtigkeiten beseitigen k\u00f6nnen. Aber wir k\u00f6nnen bei vielen Themen etwas tun: und zwar durch unser Kaufverhalten. Aber eins nach dem anderen&#8230;<\/p>\n<p>Multinationale Kaffeeketten erg\u00f6tzen sich an Milliardengewinnen, gleichzeitig werden die Kaffeebauern in Lateinamerika immer \u00e4rmer. Dass die Gro\u00dfkonzerne deren Hilfeflehen in\u00a0ihrem entfesselten Kapitalismus nicht wahrnehmen m\u00f6gen, wundert kaum jemanden, aber bei dieser\u00a0grenzenlosen Ausbeutung von Menschen sollte jedem der Kaffee im Hals stecken bleiben&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Des einen Freud ist des anderen Leid<\/h2>\n<p>Auf der einen Seite stehen die gravit\u00e4tischen Gewinnbilanzen der marktbeherrschenden Unternehmen Tchibo, Starbucks oder Nestl\u00e9, auf der anderen Seite prangert die uns\u00e4gliche Not der Kaffeebauern den durch nichts mehr zu rechtfertigenden, polarisierten Zustand der Menschheit an.<\/p>\n<p>Im Gesch\u00e4ftsjahr 2017 erzielte allein Starbucks einen Reingewinn von knapp 3 Milliarden US-Dollar. Dies wurde vor allem durch eine sehr einfache Gesch\u00e4ftsidee erreicht: Mit billigen Zutaten wie Karamell oder Soja-Milch l\u00e4sst sich Kaffee exorbitant teuer verkaufen.<\/p>\n<p>Von den Gewinnen wird aber grunds\u00e4tzlich kein einziger Cent an die Kaffeeproduzenten weitergereicht. Ganz im Gegenteil: F\u00fcr die Kaffeebohnen wird immer weniger bezahlt.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich befinden sich die Kaffeepreise seit Jahren schon im freien Fall. Gegen Ende des Jahres 2016 kostete die Sorte \u201eArabica kolumbianisch mild\u201c knapp 178 Cent pro Pfund, nur ein Jahr sp\u00e4ter wurde ein solches Pfund Kaffee nur noch mit 144 Cent aufgewogen, ein R\u00fcckgang von fast 20 Prozent innerhalb eines Jahres. Im September 2018 bekam der Kaffeeproduzent keine 126 Cent mehr.<\/p>\n<p>Einige Kaffeesorten stehen heute auf dem tiefsten Stand seit zw\u00f6lf Jahren. Zwar haben relativ gro\u00dfe Ernten zu einem erh\u00f6hten Angebot beigetragen, aber es sind vor allem die B\u00f6rsen-Spekulanten, die die Preisschraube immer tiefer und schmerzhafter ins Fleisch der Hersteller bohren.<\/p>\n<p>Juan Orlando Hern\u00e1ndez ist der Pr\u00e4sident von Honduras, einem kleinen Land in Mittelamerika mit knapp 9,3 Millionen Einwohnern. Er beklagte k\u00fcrzlich vor den Vereinten Nationen zu Recht, dass die zu niedrigen Kaffeepreise rund 90.000 Familien in extreme Armut st\u00fcrzen werden. Ungef\u00e4hr seit der Wahl von Hern\u00e1ndez hat sich das Chaos in Honduras stetig ausgeweitet. Die Menschen dort sind perspektivlos und verlassen in Massen das Land.<\/p>\n<p>Vor Kurzem erst formierte sich ein neuer Fl\u00fcchtlingstreck in Richtung USA. Ungef\u00e4hr 2.000 Migranten landeten in San Pedro Sula an, das ist eine der gef\u00e4hrlichsten Grenzst\u00e4dte der Welt. Von dort aus geht es nun weiter, zun\u00e4chst durch Guatemala, um danach noch ganz Mexiko bis zur Grenze zu den USA zu durchqueren.<\/p>\n<p>Was auf den ersten Blick als innenpolitischer Konflikt anmutet, ist in Wahrheit ein Wirtschaftskrieg, der so kleinen L\u00e4ndern von den global agierenden Gro\u00dfkonzernen aufgezwungen wird.<\/p>\n<h2>Die Krise in Mittelamerika darf nicht mehr ignoriert werden<\/h2>\n<p>So ganz unsensibel blieb die Kaffeehauskette Starbucks dann doch nicht, w\u00e4re ja auch nicht gerade werbewirksam. Nahezu gleichzeitig mit dem Auftritt von Hern\u00e1ndez verk\u00fcndete Starbucks, dass das Unternehmen den Kaffeebauern mit 20 Millionen Euro unter die Arme greifen wird. Wer rechnen kann, wei\u00df sofort, hier geht es um einen Tropfen auf den hei\u00dfen Stein, aber nicht um gerechte Entlohnung.<\/p>\n<h2>Ausbeutung ist Menschenrechtsverletzung<\/h2>\n<p>Wer meint, dass Mittelamerika weit weg ist, sollte sich gewahr sein, dass Deutschland von jenen fernen Problemen nicht verschont bleibt und das nicht nur, weil Deutschland einer der gr\u00f6\u00dften Abnehmer des Kaffees aus Honduras ist. Pater Michael Heinz geh\u00f6rt dem <a href=\"https:\/\/www.adveniat.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat<\/a> an.<\/p>\n<p>Er beschw\u00f6rt, dass US-Pr\u00e4sident Donald Trump nicht an einer Grenzmauer, sondern am Frieden und an der Chancengleichheit der Menschen bauen soll, denn die Welt hat ohne\u00a0Lebenschancen f\u00fcr die \u00e4rmsten Staaten und Menschen keine Zukunft. Zunehmende Armut bedeutet immer neue Migrationsstr\u00f6me und den N\u00e4hrboden f\u00fcr Kriminalit\u00e4t und Gewalt. Diese weisen Worte sollten gerade auch in Deutschland Geh\u00f6r finden.<\/p>\n<p>2018 wurde durch die Verb\u00e4nde der Kaffeebauern von 30 L\u00e4ndern Lateinamerikas, Asiens und Afrikas gemeinschaftlich eine einzigartige Kampagne ins Leben gerufen. In diesem Zuge versandten sie einen offenen Brief an alle Kaffeekonzerne. Darin prangerten sie an, dass die Marktpreise f\u00fcr Kaffee nicht einmal daf\u00fcr ausreichen, die Produktionskosten zu decken.<\/p>\n<p>Dieser Brief war ein erster Schritt, der aufr\u00fctteln und eine wichtige Diskussion weltweit in Gang setzen sollte. Fruchtet dies nicht, droht zun\u00e4chst den Herkunftsl\u00e4ndern unseres Kaffees die soziale Katastrophe. Jeder Verbraucher muss f\u00fcr sich entscheiden, auf welcher Seite er stehen m\u00f6chte.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n<p>Beitragsbild: 123rf.com &#8211; Fabio Lamana<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Profite der Kaffee-Konzerne basieren auf der Armut der Kaffeebauern. Ungerecht. Klar. Und wir werden auch nicht alle Ungerechtigkeiten beseitigen k\u00f6nnen. Aber wir k\u00f6nnen bei vielen Themen etwas tun: und zwar durch unser Kaufverhalten. 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