{"id":1233,"date":"2017-02-02T18:33:08","date_gmt":"2017-02-02T17:33:08","guid":{"rendered":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/?p=1233"},"modified":"2017-02-02T18:33:08","modified_gmt":"2017-02-02T17:33:08","slug":"zahlentrickser-schulmedizin-pharmaindustrie-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/zahlentrickser-schulmedizin-pharmaindustrie-politik\/","title":{"rendered":"Die Zahlentrickser: Wie Schulmedizin, Pharmaindustrie und Politik uns an der Nase herumf\u00fchren"},"content":{"rendered":"<p>Zahlen l\u00fcgen nicht. So sagt man. Denn der Unterschied zwischen einer \u201e1\u201c und einer \u201e2\u201c ist unanfechtbar. Aber dennoch werden gerade Zahlen die Basis von T\u00e4uschungen und L\u00fcgengebilden. Dieses System nennen manche Statistik, obwohl Statistik\u00a0eigentlich eine sehr &#8222;sauebere&#8220; Wissenschaft ist.<\/p>\n<p>Besondere\u00a0&#8222;Freunde&#8220; der (anderen) Statistik\u00a0scheinen aber\u00a0Schulmedizin, Pharmaindustrie und Politik zu sein. Wenn hier etwas bewiesen werden soll, dann fast immer und oft ausschlie\u00dflich mit Hilfe der Statistik. Dabei hat Statistik noch nie eine Beweiskraft gehabt, noch hat sie sie f\u00fcr sich in Anspruch genommen.<\/p>\n<p>Aber wenn man etwas \u201ebewiesen\u201c haben will, was man \u201ebewiesen\u201c haben will, dann leistet eine verbogene und missbrauchte Statistik au\u00dferordentlich gute Dienste. Nicht umsonst gibt es den Spruch: \u201eTraue nur der Statistik, die du selbst gef\u00e4lscht hast.\u201c<\/p>\n<p>Die ARD brachte eine sehr sehenswerte Reportage heraus, wo es um Statistik ging, und wie man sie f\u00fcr T\u00e4uschung und legalen Betrug benutzen kann und auch evidenzbasiert nutzt. Unter \u201e<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0obDIkEDUtU\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Im Land der L\u00fcgen &#8211; Warum Zahlen uns t\u00e4uschen k\u00f6nnen | Reportage<\/a>\u201c gibt es den Beitrag noch in Youtube zu sehen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Im Land der L\u00fcgen<\/h2>\n<p>Es gibt eine Stadt in Deutschland, in der jeder B\u00fcrger fast 40.000 Euro im Jahr verdient. Diese gl\u00fcckliche Stadt hei\u00dft Heilbronn. Dieses Einkommen ist fast doppelt so hoch wie das Einkommen in anderen bundesdeutschen St\u00e4dten. Was machen also die 122.000 Heilbronner, dass sie so viel Geld verdienen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Antwort: Sie machen gar nichts. Sie verdienen nicht mehr und nicht weniger als andere deutsche Bundesb\u00fcrger auch. Der statistische Durchschnittsverdienst liegt in Heilbronn nur deswegen so hoch, weil hier der Milliard\u00e4r Dieter Schwarz lebt, der Gr\u00fcnder von Lidl.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p>Und der hat ein exorbitantes Einkommen, welches das statistische Durchschnittseinkommen aller anderen 122.000 Heilbronner in diese H\u00f6hen hochtreibt. Damit ist klar, dass diese Statistik kein Beweis daf\u00fcr ist, dass die Menschen in Heilbronn finanziell bessergestellt sind als anderswo in Deutschland. Wenn Sie also schon die Koffer gepackt haben, um nach Heilbronn umzuziehen &#8211; sie k\u00f6nnen die Koffer wieder auspacken.<\/p>\n<p>Interessant werden diese Tricksereien immer dann, wenn es darum geht, den Boden f\u00fcr profitable Gesch\u00e4fte vorzubereiten. Und hier scheuen sich weder Politiker, noch Schulmedizin und Pharmaindustrie, aus dem Vollen zu sch\u00f6pfen.<\/p>\n<p>So gibt es offizielle Statistiken, denen zufolge 8 Prozent aller Bundesb\u00fcrger an Diabetes leiden. Bei genauerem Hinsehen beziehen sich diese 8 Prozent nur auf die Erwachsenen, also rund 80 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>W\u00fcrde man auch die restlichen 20 Prozent, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, hinzuf\u00fcgen, dann w\u00fcrde aus den 8 Prozent eine wesentlich kleinere Zahl, die propagandistisch weniger Eindruck hinterlassen w\u00fcrde. Denn Kinder und Jugendliche haben keinen Altersdiabetes und auch nur wenige F\u00e4lle von Typ-1-Diabetes, und \u201eversauen\u201c somit die Statistik.<\/p>\n<p>Unliebsame F\u00e4lle, die propagandistisch im Wege stehen und deshalb bei der statistischen Berechnung eliminiert werden, ist ein Trick, um zu gew\u00fcnschten Ergebnissen zu kommen. Der andere Trick ist der mit den Grenzwerten.<\/p>\n<h2>Von Gesund zu Krank &#8211; dank Grenzwert<\/h2>\n<p><strong>Grenzwerte dienen dazu, um den Unterschied zwischen \u201ekrank\u201c und \u201egesund\u201c zu definieren. Liegt der Patient bei einem bestimmten Wert \u00fcber dem Grenzwert, dann ist er krank und wird behandlungsbed\u00fcrftig.<\/strong> Behandlungen und daraus resultierende medikament\u00f6se Verschreibungen sind das Brot und Butter von Arzt und Pharmaindustrie.<\/p>\n<p>Da das Gesch\u00e4ft mit der Gesundheit eben ein Gesch\u00e4ft ist, sind alle Beteiligten (au\u00dfer dem Patienten) daran interessiert, dass das Gesch\u00e4ft expandiert. Diese Expansion erreicht man nicht, indem man auf neue Patienten wartet. Denn dieses Warten ist wirtschaftlich unrentabel. Vielmehr kreiert man neue Patienten, indem man die Definition f\u00fcr \u201ekrank\u201c und \u201egesund\u201c, die Grenzwerte, so ver\u00e4ndert, dass \u00fcber Nacht aus gesunden Menschen kranke Patienten werden.<\/p>\n<p>Ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigte Grenzwerte, die in den letzten Jahrzehnten St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck gesenkt wurden, sind die Grenzwerte f\u00fcr Hochdruck, Diabetes und Pr\u00e4diabetes, Cholesterin und so weiter. So wurde der alte Grenzwert f\u00fcr Diabetes von 140 auf 126 mg\/dl gesenkt. Pr\u00e4diabetes beginnt schon ab 100 mg\/dl. Kommentar im Film: \u201eGrenzwert runter \u2013 Pillenabsatz rauf\u201c.<\/p>\n<p>\u00dcber diesen Trick wurden weltweit Millionen neuer Patienten geschaffen, die den \u00c4rzten und Pharmafirmen Milliarden an Geldern in die Kassen sp\u00fclten. Wenn dann die Medikamente f\u00fcr die erfundenen Erkrankungen mit Nebenwirkungen einhergehen, dann hat die Pharmaindustrie weitere Medikamente gegen die Nebenwirkungen bereit. Ich kenne kein besseres Gesch\u00e4ftsmodell als das hier beschriebene.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<h2>Grenzwerte um Konkurrenz aus dem Feld zu schlagen<\/h2>\n<p>Umgekehrt kann man Grenzwerte auch hervorragend nutzen, um unliebsame Konkurrenz aus dem Feld zu schlagen. Was ist gef\u00e4hrlich f\u00fcr die synthetischen Wirksubstanzen und deren nachhaltigen Einsatz? Antwort: Die nat\u00fcrlichen Wirksubstanzen. Unter <a href=\"http:\/\/www.vitalstoffmedizin.com\/vitamine\/grenzwerte-vitamine.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Grenzwerte f\u00fcr Vitamine \u2013 Deutschland macht sich l\u00e4cherlich<\/a> diskutiere ich die Bem\u00fchungen der deutschen Gesundheitspolitik mit all ihren offiziellen und inoffiziellen Institutionen, Vitamine als potenziell sch\u00e4dlich hinzu stellen, f\u00fcr die es deshalb eine strenge Regulierung notwendig macht.<\/p>\n<p>Jeder, der sich nur ein wenig mit Biologie und Gesundheitsfragen auseinandersetzt, wei\u00df, dass der therapeutische Bereich von synthetischen Substanzen ungleich kleiner ist als der von Vitaminen. Deshalb werden von den Vitamin-Gegnern alle m\u00f6glichen und unm\u00f6glichen Studien aus dem \u00c4rmel gezaubert, die ihren Standpunkt \u201ebeweisen\u201c sollen. Und das ist der n\u00e4chste Punkt. Wie kann ich die Statistik in Studien nutzen, um zu dem Ergebnis zu gelangen, dass ich haben m\u00f6chte?<\/p>\n<h2>Nur 6 % der Studien von unabh\u00e4ngigen Quellen!<\/h2>\n<p>Sie kennen den Spruch: wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. Unter diesem Motto kann ich Studien in die Welt setzen, die von bezahlten Wissenschaftlern durchgef\u00fchrt werden, die mir dann mein spezifisches Ergebnis zu liefern haben. <strong>Der ARD-Beitrag sagt aus, dass nur 6 Prozent der Studien von unabh\u00e4ngigen Quellen erstellt werden. Der gro\u00dfe Rest von 94 Prozent sind kommerziell gesponsert.<\/strong> Und die Wissenschaftler, die sich f\u00fcr diese Studien verantwortlich zeichnen, sind Angestellte der Pharmaindustrie oder aber bezahlte \u201eAgenten\u201c derselben. Aber es kommt noch besser.<\/p>\n<p><strong>Rund die H\u00e4lfte dieser Studien wird von Ghostwritern in Schreibb\u00fcros verfasst. F\u00fcr die G\u00fcte der Studien zeichnen dann namhafte und bezahlte Wissenschaftler mit ihrem Namen.<\/strong><\/p>\n<p>Um hier Missverst\u00e4ndnisse zu vermeiden, sei betont, dass wir hier fast ausschlie\u00dflich \u00fcber die medizinische Forschung reden. Die naturwissenschaftliche Forschung ist ein anderes Kapitel, in dem es ebenfalls Filz gibt, aber nicht in dieser Form und dieser Intensit\u00e4t.<\/p>\n<p>Zur Studienfrage hatte ich bereits einige Artikel verfasst:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/blog\/verfaelschte-studien-schnellere-zulassung-2012\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verf\u00e4lschte Studien f\u00fcr schnellere Zulassung <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/naturheilt.com\/blog\/cholesterinsenker-statine-toll\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cholesterinsenker \u2013 Es wird immer TOLLER<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/naturheilt.com\/blog\/geschaeft-mit-wertlosen-studien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das Gesch\u00e4ft mit wertlosen und gekauften Medizinstudien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/medikamentenskandal\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die bitteren Pillen und die schlechten Nachrichten\u2026<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/medikamentenskandal\/erfundene-arzneimittelstudien.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Man glaubt es kaum: Erfundene Arzneimittelstudien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/naturheilt.com\/blog\/mmr-impfung-autismus-2014\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MMR-Impfung und Autismus \u2013 Also doch!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.renegraeber.de\/Schulmedizin-Studien-Report.pdf\">Schulmedizin Report<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h2>Metaanalysen: damit niemand in die Suppe spuckt<\/h2>\n<p>Eine weitere beliebte Methode, sich wissenschaftlich zu geben, aber daf\u00fcr zu sorgen, dass keine unliebsamen \u00dcberraschungen das Gesch\u00e4ft infrage stellen, ist die Metaanalyse.<\/p>\n<p>Metaanalysen sind prinzipiell nichts Schlechtes, laden aber zur Manipulation f\u00f6rmlich ein. In Metaanalysen werden zuvor get\u00e4tigte Studien zusammengefasst und noch einmal nach verschiedenen Kriterien neu ausgewertet. Die Ergebnisse k\u00f6nnen Trends bei bestimmten Entwicklungen verdeutlichen, aber niemals Beweis f\u00fcr irgendetwas sein. In der medizinischen Forschung jedoch werden Metaanalysen in der Regel so erstellt, dass die Auswahl der eingeschlossenen Studien schon Anlass zur Kritik gibt. Denn hier kann man die Studien ausklammern, die dem Wunschergebnis entgegenstehen.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Kritikpunkt, der sich diesem Treiben anschlie\u00dft, ist die Tatsache, dass auf diese Art und Weise manipulierte Ergebnisse dann noch als Beweis gehandelt werden. Kein Wunder also, wenn der Erkenntnisfortschritt in der Schulmedizin kaum fortschrittlichen Charakter verr\u00e4t.<\/p>\n<h2>Noch ein TTIP<\/h2>\n<p>Kennen Sie diesen Beitrag: <a href=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/ttip-hormonfleisch-gentechnik\/\">TTIP, Hormonfleisch und Gentechnik<\/a>? Ich hatte ihn im Mai 2016 ver\u00f6ffentlicht. Es gab im Kommentarteil des Artikels einige Beitr\u00e4ge, die eine kritische Einstellung gegen\u00fcber dem Abkommen als \u201ereine Panikmache\u201c abgeschrieben haben. Der ARD-Beitrag scheint jetzt \u00d6l ins Feuer der \u201ePanikmache\u201c zu gie\u00dfen.<\/p>\n<p>Denn die Politik versuchte der kritischen Bev\u00f6lkerung das Abkommen mit Statistik schmackhaft zu machen. Da tauchen Zahlen auf wie \u201e545 Euro mehr Geld pro Haushalt pro Jahr\u201c und \u201e110.000 zus\u00e4tzliche Jobs alleine in Deutschland\u201c. Wer kann solchen Argumenten widerstehen oder sie sogar ablehnen? Man muss einfach f\u00fcr TTIP sein, oder?<\/p>\n<p>Die ARD hatte sich die Studie angeschaut, die diese Prognosen erstellt hatte. Es zeigte sich, dass diese Prognose eine von vielen war, die aber als g\u00fcnstigste das Wohlgefallen von Politik und Lobby gefunden hatte. <strong>Der Clou mit den 545 Euro mehr pro Jahr entpuppte sich als schlichter Betrug.<\/strong> Denn es waren nicht 545 Euro pro Jahr sondern 545 in zehn Jahren, also umgerechnet 54 Euro pro Jahr, wenn die g\u00fcnstigste Prognose dann auch Realit\u00e4t werden w\u00fcrde. Oder mit anderen Worten: Leute seid f\u00fcr TTIP, denn es bringt euch zwei Euro mehr im Monat. Welch ein gigantischer Vorteil f\u00fcr euch alle!<\/p>\n<p>Ein weiterer Punkt, den man hier nicht au\u00dfer Acht lassen darf, ist die Tatsache, dass es sich hier auch wieder nur um einen statistischen Mittelwert handelt. Wir haben eingangs dieses Beitrags gesehen, dass ein hohes Durchschnittseinkommen noch lange nicht hei\u00dft, dass alle Beteiligten in dessen Genuss kommen. So ist es durchaus m\u00f6glich, dass bei diesen 545 Euro einige wenige sehr viel bekommen (Unternehmen), und das Gros (Bev\u00f6lkerung) sich mit sehr wenig oder sogar noch weniger als vor TTIP zufriedengeben muss.<\/p>\n<p>Aber statistisch richtig ergibt sich halt der Durchschnittswert von 545. Vor diesem Hintergrund darf man auch die Zahl der neuen Jobs als \u201e\u00dcbertreibung\u201c vermuten. Es wird auch nicht angegeben, wie viele Jobs durch TTIP vernichtet werden.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<h2>Cholesterin: Das Ei war b\u00f6se<\/h2>\n<p>Ich hatte bereits auf die Grenzwertsenkungen von Diabetes, Hypertonie und Cholesterin hingewiesen. Der ARD-Beitrag geht noch einmal speziell auf die Sache mit dem Cholesterin ein.<\/p>\n<p>Hier kommt eine Ern\u00e4hrungswissenschaftlerin zu Wort, die sich gegen den Cholesterinwahn ausspricht. Sie sagt, dass das Problem der willentlichen Missinterpretation von Studiendaten ein weitverbreitetes Problem in der schulmedizinischen Forschung ist, besonders wenn es um Ern\u00e4hrung geht.<\/p>\n<p>Dr. Ancel Keys war ein amerikanischer Ern\u00e4hrungswissenschaftler, der als Vater der Hypothese gilt, dass Fette und Cholesterin f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich sind. Um seine Hypothese zu beweisen, sammelte der gute Doktor eine Reihe von Daten, wo der Nahrungsanteil tierischer Fette mit der Zahl der Todesf\u00e4lle in Zusammenhang gebracht wurde.<\/p>\n<p>Um hier eine eindeutige Korrelation zu erhalten, wurden alle die Ergebnisse entfernt, die nicht ins Bild passen. So einfach \u201ebeweist\u201c die Ern\u00e4hrungswissenschaft ihre Hypothesen. Was daraus geworden ist, wissen wir alle. Es scheint noch niemanden gest\u00f6rt zu haben, dass Dr. Keys zum Zeitpunkt seiner \u201esensationellen\u201c Erkenntnisse zum Cholesterin ein bezahlter Berater der Margarine-Industrie war.<\/p>\n<p>So hat sich die <a href=\"http:\/\/naturheilt.com\/blog\/die-cholesterin-luge\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cholesterin-L\u00fcge<\/a> bis auf den heutigen Tag halten k\u00f6nnen, obwohl sie von vorne bis hinten nichts als Legoland ist. Ich bin aber beeindruckt, solche Aussagen aus dem Mund einer Ern\u00e4hrungswissenschaftlerin zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Und weil Cholesterin ja b\u00f6se ist, und Eier Cholesterin enthalten, ist auch das Ei b\u00f6se. Also gilt es, a) alle cholesterinhaltigen Nahrungsmittel zu vermeiden und b) zu hohe Cholesterinwerte medikament\u00f6s zu bek\u00e4mpfen. Zum Gl\u00fcck f\u00fcr die Pharmaindustrie stammen rund 80 Prozent des Cholesterins im Blut aus k\u00f6rpereigener Produktion und nur 20 Prozent aus der Nahrung.<\/p>\n<p>Damit bleibt die Indikation f\u00fcr ein medikament\u00f6ses Eingreifen auch dann bestehen, wenn die Ern\u00e4hrung cholesterinfrei verl\u00e4uft. Und damit die nat\u00fcrliche Produktion von Cholesterin als \u00dcbel dargestellt werden kann, werden Grenzwerte erfunden, die nur medikament\u00f6s eingehalten werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der ARD-Beitrag rechnet vor, dass die letzte Absenkung des Grenzwertes weltweit 50 Millionen neue Patienten f\u00fcr Schulmedizin und Pharmaindustrie brachte und der Firma Pfizer allein pro Jahr mit ihrem Cholesterinsenker 10 Milliarden Dollar Umsatz bescherte.<\/p>\n<p>Die eingeblendete Grafik im Beitrag zeigt, dass 1967 der Grenzwert in den USA bei 300 mg\/dl lag. Er wurde 1984, dann 1988 und zuletzt 1993 so weit gesenkt, dass er jetzt auf 200 mg\/dl liegt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Deutschland sagen die Zahlen: 1976 lag der Wert bei rund 275, dann 1985 bei 260, 1993 bei 250 und zuletzt im Jahr 1998 endlich auch auf 200.<\/p>\n<p><strong>Man merkt hier auch, dass die unterschiedlichen Bestimmungen von Grenzwerten in den USA und in Deutschland deren Aussage ad absurdum f\u00fchren. Vielmehr w\u00fcrde man f\u00fcr allgemein verbindliche Richtlinien und Werte auch identische Zahlen vermuten, was aber in der Realit\u00e4t erst seit 1998 der Fall ist.<\/strong><\/p>\n<p>Aber wie kommt man zu solchen Traumwerten?<\/p>\n<h3>Welche Studien beweisen, dass Cholesterin \u00fcber 200 zum Risikofaktor f\u00fcr die Gesundheit wird?<\/h3>\n<p>Wenn man sich zum Beispiel folgende Studie ansieht: <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/28061997\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Evaluation of the Pooled Cohort Equations for Prediction of Cardiovascular Risk in a Contemporary Prospective Cohort<\/a>, dann kommt man zu dem Schluss, dass die Berechnungen des kardiovaskul\u00e4ren Risikos durch offizielle medizinische Institutionen f\u00fcr die Erstellung von Leitlinien zu vollkommen unsinnigen Ergebnissen gelangen.<\/p>\n<p>So berechneten die amerikanischen Kardiologen ein Risiko von 21 F\u00e4llen pro 1000 Patienten-Jahren, w\u00e4hrend die beobachteten Raten bei 7,9 lagen. Also nur etwas mehr als ein Drittel der Berechnung. Wer so schlechte Prognosen erstellt, der kreiert den Boden f\u00fcr Angst vor dem Risiko. Und wer Angst hat, hat keine Probleme, alles zu tun, um das Risiko zu minimieren = sich vertrauensvoll in die Arme der <a href=\"https:\/\/www.renegraeber.de\/Schulmedizin-Studien-Report.pdf\">Schulmedizin<\/a> zu werfen.<\/p>\n<p>Oder aber man l\u00e4sst Studien im Rei\u00dfwolf verschwinden, deren Ergebnisse nicht ins Bild passen, wie es Dr. Keys bei der Beweisf\u00fchrung f\u00fcr seine abstruse Cholesterin-Hypothese getan hatte. Weitere beliebte Mittel, nicht nur bei der Rechtfertigung einer Statin-Therapie, ist der Vergleich der Wirksubstanz mit einer Substanz, von der man wei\u00df, dass sie schw\u00e4cher wirkt als die zu beurteilende Substanz. Oder aber man manipuliert die Teilnehmergruppe so, dass die Teilnehmergruppe mit der Wirksubstanz einen besseren Effekt zeigt als die Kontrollgruppe.<\/p>\n<p>Und sollten sich im Verlauf der Studie Nebenwirkungen zeigen, die von der untersuchten Substanz ausgehen, dann verk\u00fcrzt man die Studie auf den Zeitrahmen, in dem die Nebenwirkungen noch nicht aufgetreten waren. Umgekehrt, sollte sich im Verlauf der Studie keine ausreichende Wirkung der Testsubstanz gezeigt haben, dann verl\u00e4ngert man einfach die Studiendauer bis zu dem Zeitpunkt, an dem sich endlich die erw\u00fcnschte Wirkung offenbart.<\/p>\n<p>Gerade zum Thema Cholesterin ist es abenteuerlich! Mehr dazu \u00fcbrigens in meinem Buch: <a href=\"https:\/\/www.renegraeber.de\/Cholesterin-Report.html\">Das M\u00e4rchen vom b\u00f6sen Cholesterin<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Noch mehr Gesch\u00e4fte und Verzerrungen bis sich die Balken biegen!<\/h2>\n<p>Die Wirksamkeit von Vorsorgeuntersuchungen gegen Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei M\u00e4nnern ist ein weiterer Teil dieses perfiden Manipulationsspiels:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/blog\/mammografie-untersuchungen-fragwurdig\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mammografie-Untersuchungen fragw\u00fcrdig <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/naturheilt.com\/blog\/mammografie-geschaeft-2014\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mammografie: Das gro\u00dfe Gesch\u00e4ft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/krankheiten\/krebs\/krebsvorsorge.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Krebsvorsorge &#8211; Was Ihnen Ihr Arzt nicht erz\u00e4hlt<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Auch hier wird die Statistik verzerrt was die Balken halten.<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Ern\u00e4hrungswissenschaftlerin im ARD-Beitrag ist klar, dass diese Vorsorgeuntersuchungen mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen. Der Schaden besteht nicht in der Durchf\u00fchrung der Fr\u00fcherkennung, obwohl es auch hier Stimmen gibt, die das zu h\u00e4ufige R\u00f6ntgen der Brust als eigenst\u00e4ndigen Risikofaktor ansehen.<\/p>\n<p>Vielmehr besteht der Schaden in den viel zu oft get\u00e4tigten Fehldiagnosen, die zur \u00dcbermedikation mit entsprechenden Nebenwirkungen f\u00fchren und beim Patienten den entsprechenden psychologischen Stress ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Laut Cochrane-Institut versterben von 100 M\u00e4nnern \u00fcber 50 Jahre ohne Fr\u00fcherkennung nach zehn Jahren 20 M\u00e4nner, wovon ein Mann an Prostatakrebs stirbt. Das gleiche gilt auch f\u00fcr die M\u00e4nner gleichen Alters und gleichen Zeitraum, die eine Vorsorgeuntersuchung gegen Prostatakrebs durchgef\u00fchrt hatten.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p><strong>Wo liegt hier der Vorteil? Null.<\/strong><\/p>\n<p>Der Vorteil hier besteht darin, dass bei 16 M\u00e4nnern bei der Vorsorgeuntersuchung eine falsche positive Diagnose erstellt wird, die v\u00f6llig gesunde M\u00e4nner zu behandlungsbed\u00fcrftigen Patienten mutieren l\u00e4sst. Somit hat die Schulmedizin 16 mehr Kunden und die Pharmaindustrie 16 mehr Verschreibungen. Man kann sich unschwer vorstellen, was dies f\u00fcr die betroffenen M\u00e4nner bedeutet. \u00c4hnliche Szenarien gibt es auch f\u00fcr die Vorsorgeuntersuchung gegen Brustkrebs und deren falsch-positiven Befunde.<\/p>\n<p><strong>Die Schulmedizin aber bl\u00e4ht oft statistisch die Effekte der Vorsorgeuntersuchung auf, um so eine Begr\u00fcndung f\u00fcr das eigene Tun zu erlangen.<\/strong><\/p>\n<p>In meinem Beitrag (siehe oben) \u201eKrebsvorsorge &#8211; was Ihnen Ihr Arzt nicht erz\u00e4hlt\u201c zitiere ich Professor Gigerenzer. Der erkl\u00e4rt, dass die meisten Schulmediziner statistische Analphabeten sind. Warum?<\/p>\n<p>Weil zum Beispiel bei einem Untersuchungsergebnis von 4 positiven Diagnosen von Brustkrebs bei 1000 Untersuchungen, dem 5 positive Diagnosen ohne Vorsorgeuntersuchung entgegenstehen, geschlossen wird, dass die Vorsorgeuntersuchung die Zahl der Krebsf\u00e4lle signifikant senkt, und zwar um den Betrag von 25 Prozent (der Unterschied von 1 von 4 betr\u00e4gt 25 Prozent). Dabei ist die Zahl 1 von 1000 statistisch gesehen vollkommen ohne Signifikanz; die 25 Prozent dagegen heucheln hohe Effektivit\u00e4t vor.<\/p>\n<p>Im ARD-Beitrag kommt der Professor wieder zu Wort. Und zwar mit einer eigenen Statistik. Die besagt, dass 70 bis 80 Prozent der deutschen und amerikanischen \u00c4rzte nicht in der Lage sind, Gesundheitsstatistiken richtig zu lesen und zu verstehen. Kein Wunder also, wenn der Arzt von der Pharmaindustrie mit gesch\u00f6nten Studien zum Verschreiben von teilweise t\u00f6dlichen Medikamenten verf\u00fchrt wird. <a href=\"http:\/\/www.yamedo.de\/blog\/avandia-evidenzbasiertes-desaster-2011\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Avandia<\/a>, <a href=\"http:\/\/naturheilt.com\/blog\/vioxx-skandal-merck\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vioxx<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/medikamentenskandal\/lipobay-skandal.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lipobay<\/a> und all die anderen <a href=\"http:\/\/www.naturheilt.com\/medikamentenskandal\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Skandale<\/a> sprechen hier eine deutliche Sprache.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Der ARD-Beitrag ist eine Wohltat, der schonungslos das marode Tun von Schulmedizin und Pharmaindustrie offenlegt. Der Beitrag besch\u00e4ftigt sich dar\u00fcber hinaus noch mit statistischen Verbr\u00e4mungen, wie sie in anderen Zweigen von Politik und Industrie und vor allem im Versicherungswesen gang und g\u00e4be sind.<\/p>\n<p>Es ist dabei ersch\u00fctternd zu sehen, dass \u00c4rzte, denen wir unsere Gesundheit anvertrauen, (zu 70 bis 80 Prozent) ihre Therapieentscheidungen aufgrund von gef\u00e4lschten wissenschaftlichen Studien f\u00e4llen, von denen nicht der Patient, sondern der Tablettenhersteller einen Nutzen hat.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zahlen l\u00fcgen nicht. 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