{"id":1166,"date":"2018-05-26T12:18:56","date_gmt":"2018-05-26T11:18:56","guid":{"rendered":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/?p=1166"},"modified":"2018-05-26T12:18:56","modified_gmt":"2018-05-26T11:18:56","slug":"insektensterben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/insektensterben\/","title":{"rendered":"Es ist amtlich: Das gro\u00dfe Insektensterben"},"content":{"rendered":"<p>Beim Autofahren auf Autobahnen f\u00e4llt es mir seit l\u00e4ngerem auf: Die \u201eVerschmutzung\u201c der Windschutzscheibe und des K\u00fchlergrills durch Insekten hat in den letzten Jahren stark abgenommen. Und ich habe schon l\u00e4nger den Verdacht, dass sich in Mitteleuropa ein fl\u00e4chendeckendes Insektensterben anbahnt.<\/p>\n<p>Die Frage war f\u00fcr mich: F\u00e4llt das nur mir auf oder gibt es bereits Untersuchungen und Studien dazu? Ich musste nicht lange suchen: Es gibt eine Dokumentation des NABU aus Nordrhein-Westfalen. Die Natursch\u00fctzer berufen sich dabei auf Langzeitbeobachtungen des Entomologischen Vereins Krefeld.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Vereinsmitglieder ermittelten die Biomasse von Insekten an 88 Punkten ihres Bundeslandes zwischen 1989 und 2014. Dabei fingen die Forscher fliegende Kerbtiere in sogenannten \u201eMalaise-Fallen\u201c und wogen die Beute. Im Untersuchungszeitraum ist die Biomasse der Insekten um 80 % zur\u00fcckgegangen! 1996 sammelten die Entomologen noch bis zu 1,6 kg der Kerbtiere in ihren Fallen. 2016 kamen h\u00f6chstens noch 300 g zusammen (<a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/news\/2016\/01\/20033.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.nabu.de\/news\/2016\/01\/20033.html<\/a>). Das Bundesamt f\u00fcr Naturschutz stellt fest, dass 50 % aller Insektenarten von dem Bestandsr\u00fcckgang betroffen sind (https:\/\/www.bfn.de\/0401_2015.html?&amp;cHash=35ad8bbc57216c6fcea896650205868f&amp;tx_ttnews[tt_news]=5456). Das ist in etwa auch das, was mir mein \u201eWindschutzscheibentest\u201c sagt\u2026<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p>Bemerkenswert ist, dass die Daten nicht in ver\u00f6deten Kulturlandschaften erhoben wurden, sondern mitten in Naturschutzgebieten. Eigentlich sollte hier die Bestandsdichte der Insekten noch halbwegs in Ordnung sein.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Erhebungen ver\u00f6ffentlichte Josef Tumbrinck, Landesvorsitzender des NABU NRW im Januar 2016. Schon im Mai 2015 wies der Natursch\u00fctzer darauf hin, dass die abnehmende Biomasse auch mit dem Aussterben einzelner Arten verbunden ist. In der Region um Krefeld sind bereits 60 % der Hummelarten verschwunden und in D\u00fcsseldorf 58 % der Tagfalter (<a href=\"https:\/\/nrw.nabu.de\/tiere-und-pflanzen\/artenschutz\/recht\/biodiversitaet\/18897.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/nrw.nabu.de\/tiere-und-pflanzen\/artenschutz\/recht\/biodiversitaet\/18897.html<\/a>).<\/p>\n<p>Das Arten-Monitoring belegt auch die schrumpfenden Populationen von Schwebfliegen und Wildbienen (<a href=\"http:\/\/web.de\/magazine\/wissen\/wissenschaftler-warnen-insektensterben-deutschland-31299442\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/web.de\/magazine\/wissen\/wissenschaftler-warnen-insektensterben-deutschland-31299442<\/a>). Unter den verschwindenden Insekten sind also keineswegs nur Plagegeister und Feld- und Forstsch\u00e4dlinge.<\/p>\n<h2>Insekten haben gro\u00dfe \u00f6kologische Bedeutung<\/h2>\n<p>Gerade die Abnahme der Bl\u00fctenbest\u00e4uber macht den Umweltsch\u00fctzern Sorgen. Langfristig sind die Beeintr\u00e4chtigung der Pflanzenvermehrung und damit die gesamte Vielfalt der \u00d6kosysteme zu bef\u00fcrchten. Gravierende Folgen h\u00e4tte dies auch f\u00fcr den Ertrag vieler Feldfr\u00fcchte. Sogar das ganze \u00f6kologische Gleichgewicht kann aus der Balance geraten. In meinem Beitrag \u201e<a href=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/das-bienensterben-es-ist-soweit\/\">Die Bienen sterben \u2013 na Und?<\/a>\u201e, hatte ich bereits vor zwei Jahren auf das Problem aufmerksam gemacht.<\/p>\n<p>Einen Vorteil k\u00f6nnte das Insektensterben hingegen f\u00fcr die Sch\u00e4dlinge der Nutzpflanzen bedeuten. Monokulturen f\u00f6rdern ohnehin schon deren Massenvermehrung. Ein Ungleichgewicht im Arten-Spektrum bedroht vor allem die Pr\u00e4datoren der Kartoffelk\u00e4fer, Getreidespitzwanzen, Maisz\u00fcnsler und Co. Der Bestand der kleinen Singv\u00f6gel, die \u00fcberwiegend Insektenfresser sind, geht schon seit Jahren zur\u00fcck (<a href=\"http:\/\/www.bund-rvso.de\/vogelsterben-ursachen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bund-rvso.de\/vogelsterben-ursachen.html<\/a>).<\/p>\n<h2>Klimawandel<\/h2>\n<p>Die Ursachen des Populations-Schwundes sind nicht eindeutig gekl\u00e4rt, jedoch liegen einige Vermutungen nahe. Wahrscheinlich spielt der Klimawandel eine Rolle. Zwar gedeihen Insekten bei h\u00f6heren Temperaturen besser als in k\u00e4lterer Umgebung, aber in den gem\u00e4\u00dfigten Breitengraden ist ihnen ein harter Winter zutr\u00e4glich. Einige brauchen Frost sogar zur Entwicklung. Auf jeden Fall sind die mitteleurop\u00e4ischen Arten an Minusgrade angepasst. In milden Wintern erleiden die \u00dcberwinterungs-Stadien der Insekten oft den Tod durch Schimmelbefall.<\/p>\n<h2>Biotop-Vernichtung<\/h2>\n<p>Ein weiterer Grund f\u00fcr den R\u00fcckgang der Kerbtiere ist sicher die Biotop-Vernichtung. In den letzten Jahrzehnten sind viele Geb\u00fcsche an Feldrainen verschwunden und die Flurbereinigung hat Knicks und Gew\u00e4sser zerst\u00f6rt. Diese Biotope bieten mit ihren \u00f6kologischen Nischen vielen Tieren Unterschlupf. Die intensive Landwirtschaft f\u00fchrt auch durch zu h\u00e4ufige Wiesenmahd zum R\u00fcckgang der Pflanzenvielfalt. Auch darunter leiden viele Insekten, da die meisten Arten auf nur einer oder wenigen Futterpflanzen heranwachsen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Trend zur Gleichschaltung der Landschaft weicht nur langsam der Erkenntnis um den \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Wert der Habitat-Vielfalt. Eigens geschaffene R\u00fcckzugsr\u00e4ume sind meistens viel zu klein, um \u00fcberlebensf\u00e4hige Populationen zu etablieren. Grund daf\u00fcr ist der eingeschr\u00e4nkte Gen-Pool kleiner isolierter Best\u00e4nde, die zur st\u00e4ndigen Anpassung an wechselnde Umwelt-Bedingungen nicht mehr f\u00e4hig sind.<\/p>\n<h2>Pestizide<\/h2>\n<p>Doch die Einfl\u00fcsse des Klimas und der Biotop-Zerst\u00f6rung alleine k\u00f6nnen das Insekten-Sterben nicht erkl\u00e4ren. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Studie, die sich auch auf die deutsche Untersuchung beruft (<a href=\"http:\/\/journals.plos.org\/plosone\/article?id=10.1371\/journal.pone.0185809\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/journals.plos.org\/plosone\/article?id=10.1371\/journal.pone.0185809<\/a>). Als leitender Wissenschaftler war Capar Hallmann von der Radboud-Universit\u00e4t in Nijmwegen beteiligt. Die Untersuchungen werden seit 27 Jahren kontinuierlich durchgef\u00fchrt und sind keineswegs Einzelfall-Analysen.<\/p>\n<p>Das erh\u00f6ht ihre Aussagekraft bis zur wissenschaftlichen Evidenz. Die Arbeit der Entomologen ist international anerkannt und wird in ihren wesentlichen Z\u00fcgen von der Wissenschaftsgemeinde geteilt. So nennt der Zoologe Johannes Steidle von der Universit\u00e4t Hohenheim die Analyse methodisch hervorragend konzipiert und nach wissenschaftlichen Kriterien v\u00f6llig einwandfrei. Der Zoologe geht von einem fl\u00e4chendeckenden R\u00fcckgang der Insekten-Fauna aus.<\/p>\n<p>Auswirkungen hat das auf praktisch alle \u00d6kosysteme. Denn 80 % der Wildkr\u00e4uter werden von Insekten best\u00e4ubt und 60 % der Wildv\u00f6gel ern\u00e4hren sich von den Kerbtieren. Gerade die Best\u00e4ubungs-Funktion m\u00fcsste auch die Landwirte interessieren. Denn viele Kultur-Pflanzen sind zur Fruchtbildung auf die Insekten angewiesen.<\/p>\n<p>Nicht nur in Deutschland konnte das langsame Verschwinden der Insekten nachgewiesen werden. Untersuchungen in europ\u00e4ischen Graslandschaften haben einen R\u00fcckgang der Schmetterlinge um 50 % belegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist zu vermuten, dass viele der Insekten vor allem den Pestiziden zum Opfer fallen \u2013 aber wen interessiert das schon?<\/p>\n<p>Die Politik nimmt das ganze Thema nicht so ganz ernst, wie eine Anh\u00f6rung des Bundestages 2015 zeigte. Die Dokumente der Amateur-Entomologen hielten die Politiker f\u00fcr Hobby-Spielchen von Insekten-Liebhabern. Die Dimension, die das Problem in der Zukunft bekommen k\u00f6nnte, wurde den Politikern nicht klar.<\/p>\n<p>Dass Pestizide die Hauptrolle bei der Insektenvernichtung spielen, liegt auf der Hand. Das darf schon deshalb behauptet werden, weil viele der synthetischen Gifte ja daf\u00fcr gemacht sind und deswegen \u201cInsektizide\u201c genannt werden. Speziell in Verdacht stehen hier die Neonicotinoide. Diese Wirkstoffgruppe ist vom Nikotin abgeleitet und wie das biogene Alkaloid ein Nervengift.<\/p>\n<p>Derartige Insektizide werden nicht nur verspr\u00fcht, sondern vor allem als Beizung des Saatgutes verwendet. Der BUND sch\u00e4tzt, dass 95 % der ausgebrachten Menge die Umgebung verseucht und nicht an den Wirkort gelangt.<\/p>\n<p>Belegt ist der t\u00f6dliche Effekt der Neonicotinoide auf Bienen f\u00fcr das Jahr 2008. Es kam zu einem Massensterben von Bienenv\u00f6lkern am Oberrhein. Doch Neonicotinoide t\u00f6ten auch indirekt: Sie schw\u00e4chen das Immun-System der Bienen, die dann anf\u00e4lliger sind f\u00fcr die Varroa-Milben.<\/p>\n<p>Doch kann die Landwirtschaft nicht alleine f\u00fcr die Biozid-Belastung verantwortlich gemacht werden. Pro Jahr kaufen Privat-Leute in Deutschland 500 Tonnen solcher Toxine f\u00fcr die Anwendung in Haus und Garten (<a href=\"http:\/\/www.spektrum.de\/news\/insektenzahl-in-deutschland-nimmt-um-75-prozent-ab\/1512165\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.spektrum.de\/news\/insektenzahl-in-deutschland-nimmt-um-75-prozent-ab\/1512165<\/a>).<\/p>\n<p>Doch nicht nur die Sch\u00e4dlinge der Nutzpflanzen, sondern auch r\u00e4uberische Insekten k\u00f6nnen den Neonicotinoiden zum Opfer fallen. Hat ein Beutetier die Pestizide aufgenommen, t\u00f6ten sie auch die Pr\u00e4datoren (<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/insektensterben-dramatischer-insektenschwund-in-deutschland-1.3713567\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/insektensterben-dramatischer-insektenschwund-in-deutschland-1.3713567<\/a>). Damit wird ein Regulativ im \u00f6kologischen System empfindlich gest\u00f6rt.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pDDkW\"><\/script><\/p>\n<p>Gerade weil Karnivoren die Toxine \u00fcber die Nahrungskette akkumulieren, sind die Raubinsekten sogar besonders gef\u00e4hrdet. Fatal ist das auch f\u00fcr die Landwirtschaft: Sch\u00e4dlingen verschafft das einen \u00dcberlebensvorteil. Die Folge ist dann, dass sich der Bedarf an Gegenma\u00dfnahmen erh\u00f6ht. Bei gro\u00dffl\u00e4chigen Monokulturen bedeutet das wiederum mehr Insektizide zu verspr\u00fchen.<\/p>\n<p><strong>Die EU konnte sich nur zum Verbot von 3 Nicotinoiden durchringen, wobei das Prozedere der B\u00fcrokratie 5 Jahre dauerte.<\/strong> Der BUND fordert ein komplettes Verbot der Substanzklasse und begr\u00fcndet dies auch mit der toxischen Wirkung auf Singv\u00f6gel. Den Nachweis f\u00fchrte der Toxikologe Dr. Henk Tennekes in seinem Buch \u201eA Disaster in the Making\u201c.<\/p>\n<p>Umweltsch\u00fctzer wie Josef Tumbrinck fordern ein fl\u00e4chendeckendes Monitoring, das permanent den Bestand der Insekten-Fauna dokumentiert. Wahrscheinlich m\u00fcssen aufgrund des enormen Aufwands dabei auch weiterhin Laienhelfer mitmachen. Die Ergebnisse m\u00fcssen dann allerdings auch von der Politik ernsthaft ber\u00fccksichtigt werden. Doch die Lobby hat an der Vermarktung der Nicotinoide ein enormes Interesse: Laut Angaben, die ich in Wikipedia gefunden habe, machte Bayer 2009 mit genau diesen Insektiziden einen Jahresumsatz von rund 1 Mrd. US-Dollar. Es geht hier (wie so oft), um das Gesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>Doch nicht nur die Insekten-Vernichtungsmittel unter den Pestiziden d\u00fcrften f\u00fcr den drastischen R\u00fcckgang der Kerbtiere verantwortlich sein. Immer wieder steht auch das Herbizid Glyphosat in der Diskussion. Darauf weist auch der Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) hin (<a href=\"http:\/\/www.bund-rvso.de\/schmetterlingssterben.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bund-rvso.de\/schmetterlingssterben.html<\/a>). Sicher ist das zwar nicht und wird in der \u00f6ffentlichen Debatte teils bestritten (https:\/\/www.swr.de\/wissen\/glyphosat-faktencheck\/-\/id=253126\/did=20514698\/nid=253126\/45z6by\/index.html).<\/p>\n<p>Doch eine Tatsache kann hier niemand leugnen: Glyphosat steht wie kaum ein anderes Pestizid im Zusammenhang mit der industriellen Landwirtschaft und der Ausbringung genetisch ver\u00e4nderter Organismen (GMO). Einer Extensivierung des Landbaus, wie sie Experten zur Schonung der Umwelt dauernd fordern, stehen solche Praktiken v\u00f6llig entgegen.<\/p>\n<h2>Stickstoff-Kontamination<\/h2>\n<p>Die Krefelder Entomologen vermuten noch einen weiteren Grund f\u00fcr das Verschwinden der Kerbtiere: den allgegenw\u00e4rtigen Stickstoffeintrag in die Umwelt. Nicht nur die Landwirtschaft mit ihrer \u00dcberd\u00fcngung ist daf\u00fcr verantwortlich, sondern auch Abgas-Emissionen durch Verkehr und Industrie.<\/p>\n<p>So erreichen die Stickstoffverbindungen auch den letzten Winkel unserer Umwelt, sowohl mit dem Wasser als auch \u00fcber die Luft. Fast alle Biotope sind bald \u00fcberd\u00fcngt, wodurch das Arten-Spektrum der heimischen Flora abnimmt. Pflanzen, die nur auf n\u00e4hrstoffarmen B\u00f6den gedeihen, verschwinden aus Naturschutzgebieten und werden durch Kulturfolger wie der Brennnessel verdr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Da viele Insekten besonders im Larven-Stadium nur ganz bestimmte Kr\u00e4uter fressen, sind sie zum Verhungern verdammt. Der so verursachte fl\u00e4chen\u00fcbergreifende Kerbtierr\u00fcckgang wird dadurch belegt, dass in praktisch allen Biotopen derselbe Trend zu verzeichnen ist (<a href=\"http:\/\/www.spektrum.de\/news\/insektenzahl-in-deutschland-nimmt-um-75-prozent-ab\/1512165\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.spektrum.de\/news\/insektenzahl-in-deutschland-nimmt-um-75-prozent-ab\/1512165<\/a>).<\/p>\n<h2>Licht-Emissionen oder besser: Lichtverschmutzung<\/h2>\n<p>Eine britische Studie liefert Hinweise auf einen verst\u00e4rkten R\u00fcckgang der Schmetterlinge in den St\u00e4dten (<a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S1470160X17300092\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S1470160X17300092<\/a>). Die Deutung des Ph\u00e4nomens f\u00fchrt zur stetig anwachsenden Licht-Emission. Die Schuppenfl\u00fcgler nutzen wie andere Insekten auch das Licht zur Orientierung.<\/p>\n<p>Jeder kennt die von Lampen und Kerzen angezogenen Kerbtiere, die auf ihrem Flug fehlgeleitet werden. In der Folge verenden viele der verirrten Flug-Insekten. Die Tiere nutzen vor allem blaues und ultraviolettes Licht f\u00fcr den Orientierungs-Flug. Und gerade in diesem Teil des Spektrums strahlen viele k\u00fcnstliche Lichtquellen besonders intensiv.<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnte schon eine kleine Ma\u00dfnahme Abhilfe schaffen. Die energiesparenden LEDs emittieren kein UV-Licht und sollten wo immer es geht mehr genutzt werden. Daneben k\u00f6nnten Lampen nach oben und zu den Seiten abgeschirmt werden, damit sie Insekten weniger anlocken.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<h2>Weitere Ursachen<\/h2>\n<p>Die Einfluss-Faktoren unserer Zivilisation auf die Umwelt sind derart vielf\u00e4ltig, dass eine Unzahl von Ursachen f\u00fcr das Insektensterben in Frage kommt. Einige Experten sehen sogar in Windenergie-Anlagen einen Insekten-Killer, nachdem die schlanken Windm\u00fchlen schon lange von Vogelsch\u00fctzern nicht gern gesehen sind.<\/p>\n<p>Auf den Rotor-Bl\u00e4ttern werden im Sommer regelrechte Bel\u00e4ge toter Kerbtiere gefunden. Warum die Maschinen Insekten anziehen, ist unklar. M\u00f6glicherweise liegt es an der im Vergleich zur Umgebung erh\u00f6hten Betriebs-Temperatur oder daran, dass die Strom-Erzeuger auf gro\u00dfen Freifl\u00e4chen stehen. Die Insekten k\u00f6nnten hier vermehrt auftreten, weil sie die dort herrschenden Thermiken nutzten, mutma\u00dfen Entomologen. Dass die roten Warnleuchten die Kerbtiere anlocken, ist eine eher unwahrscheinliche Hypothese (<a href=\"http:\/\/www.hoher-odenwald.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Insektensterben-HAHL-22.10.2017-1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.hoher-odenwald.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Insektensterben-HAHL-22.10.2017-1.pdf<\/a>).<\/p>\n<p>Eine andere \u00dcberlegung geht dahin, dass auch die zunehmende Anzahl Elektromagnetischer Felder (EMF) die Insekten schw\u00e4chen und letztlich t\u00f6ten k\u00f6nnten. Eine sch\u00e4digende Wirkung auf die DNA ist bereits soweit untersucht, dass dies nicht mehr bestritten werden kann. Daneben st\u00f6ren EMFs auch die interzellul\u00e4re Kommunikation, weil das physikalische Ph\u00e4nomen auch an der biologischen Informations-\u00dcbertragung beteiligt ist.<\/p>\n<p>Denkbar ist zudem, dass die allgegenw\u00e4rtige Belastung mit chemischen Emissionen eine Rolle spielt. Schwermetalle wie Quecksilber und Blei sowie Barium, Aluminium und Arsen geh\u00f6ren zum toxikologischen Grundrauschen unserer Umwelt. Feinstaub, Benzol, Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid sind nur einige weitere Beispiele solcher Schadstoffe. Darauf weisen Untersuchungen wie die des Bayerischen Landesamtes f\u00fcr Umwelt hin (<a href=\"https:\/\/www.bestellen.bayern.de\/application\/eshop_app000005?SID=703085333&amp;ACTIONxSESSxSHOWPIC(BILDxKEY:&#039;lfu_luft_00198&#039;,BILDxCLASS:&#039;Artikel&#039;,BILDxTYPE:&#039;PDF&#039;\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.bestellen.bayern.de\/application\/eshop_app000005?SID=703085333&amp;ACTIONxSESSxSHOWPIC(BILDxKEY:%27lfu_luft_00198%27,BILDxCLASS:%27Artikel%27,BILDxTYPE:%27PDF%27<\/a>).<\/p>\n<p>Diese erheblichen Kontaminationen sind es, die zur Theorie der Chemtrails gef\u00fchrt haben (https:\/\/revealthetruth.net\/2017\/03\/18\/bayern-katastrophale-konzentration-von-aluminium-barium-und-arsen-in-der-atemluft-amtlich-bestaetigt).<\/p>\n<p>Die Beteiligung des Klimas und des Klimawandels konnte allerdings durch die vorliegenden Daten nicht sauber herausgearbeitet werden. Das kritisiert der Zoologe Josef Settele von der Bioz\u00f6nosenforschung am Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung (UFZ), der gleichwohl vermutet, dass ein komplexes Zusammenwirken von Klima und \u00d6kologie stattfindet.<\/p>\n<p>Dies m\u00fcsste noch genauer gekl\u00e4rt werden, etwa durch die Bestimmung und Unterscheidung der Insekten-Arten in den Analysen. Doch solche Untersuchungen sind sehr aufw\u00e4ndig und durch Laien kaum mehr zu leisten. Auch geographische L\u00fccken m\u00fcssen noch geschlossen werden. Das fordert Alexandra-Maria Klein von der Universit\u00e4t Freiburg. Nach ihrer Ansicht m\u00fcssten auch in Forsten und auf Ackerfl\u00e4chen Insekten-Z\u00e4hlungen durchgef\u00fchrt werden. M\u00f6glicherweise k\u00f6nnte hier die Zahl der Insekten wesentlich h\u00f6her sein als in Naturschutzgebieten, weil die Biomasse der Sch\u00e4dlinge in Monokulturen enorm hoch ist.<\/p>\n<p>Dies darf dann allerdings nicht zu der Schlussfolgerung f\u00fchren, dass in ausgepr\u00e4gten Kulturlandschaften alles in Ordnung ist. Die Biodiversit\u00e4t der Insekten-Fauna k\u00f6nnen solche Massenaufkommen nicht ausgleichen. Die isolierten Naturschutzgebiete sind aufgrund ihrer geringen Fl\u00e4che viel zu klein, um ausreichend Lebensraum f\u00fcr stabile Insekten-Populationen zu bieten. Auch die \u00dcberd\u00fcngung selbst der abgelegensten R\u00e4ume sowie die anderen genannten Faktoren \u00fcben hier negative Einfl\u00fcsse aus.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Wir haben es h\u00f6chstwahrscheinlich mit einem Insektensterben von gigantischem Ausma\u00df zu tun. Welche Folgen dies f\u00fcr die \u00d6kosysteme hat, ist anscheinend noch gar nicht klar. Geforscht wird an diesem Problem kaum und unseren Volksdienern ist das Problem anscheinend auch nicht bewusst oder schlichtweg egal. Eine Anfrage bei Landwirtschaftsministerium w\u00e4re mal von Interesse.<\/p>\n<p>Die Interessen der konventionellen Landwirtschaft, sowie der Firmen, die Insektengifte verkaufen, d\u00fcrften aber so stark sein, dass das Thema (erst einmal) kaum Aufmerksamkeit erregen wird. Warum ich dieser \u00dcberzeugung bin, habe ich bereits in \u00e4hnlichen Beitr\u00e4gen dargelegt:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/glyphosat-sicher-unsicher-2014\/\">Glyphosat \u2013 sicher unsicher?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/politiker-entdecken-herbizide-sind-doch-gesund\/\">Politiker entdecken: Herbizide sind doch gesund!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/ttip-hormonfleisch-gentechnik\/\">TTIP, Hormonfleisch und Gentechnik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.renegraeber.de\/gentechnik-report.pdf\">Die Gentechnik-L\u00fcge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/ein-gentechnik-konzern-und-die-indischen-selbstmoerder\/\">Ein Gentechnik Konzern und die indischen Selbstm\u00f6rder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/naturheilt.com\/blog\/elektromagnetische-felder-handy-industrie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Krank durch elektromagnetische Felder, Handystrahlung, WLAN &amp; Co.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/aluminium.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aluminium \u2013 Das Problem mit der Entgiftung<\/a><\/li>\n<li>Oder wie in der Medizin: <a href=\"http:\/\/naturheilt.com\/blog\/politik-knickt-vor-pharmalobby-ein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wie die Politik vor der Pharmalobby einknickt<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n<p>Dieser Beitrag wurde von mir erstmalig im August 2016 erstellt und letztmalig am\u00a026.5.2018 erg\u00e4nzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Autofahren auf Autobahnen f\u00e4llt es mir seit l\u00e4ngerem auf: Die \u201eVerschmutzung\u201c der Windschutzscheibe und des K\u00fchlergrills durch Insekten hat in den letzten Jahren stark abgenommen. Und ich habe schon l\u00e4nger den Verdacht, dass sich in Mitteleuropa ein fl\u00e4chendeckendes Insektensterben anbahnt. Die Frage war f\u00fcr mich: F\u00e4llt das nur mir auf oder gibt es bereits [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1420,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32],"tags":[],"class_list":["post-1166","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1166","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1166"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1166\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1420"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1166"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1166"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1166"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}