{"id":1142,"date":"2016-05-18T14:45:39","date_gmt":"2016-05-18T13:45:39","guid":{"rendered":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/?p=1142"},"modified":"2016-05-18T14:45:39","modified_gmt":"2016-05-18T13:45:39","slug":"ttip-hormonfleisch-gentechnik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/ttip-hormonfleisch-gentechnik\/","title":{"rendered":"TTIP, Hormonfleisch und Gentechnik"},"content":{"rendered":"<p>Da denkt man, dass die Sache mit der Gentechnik, dem Hormonfleisch und den Chlorh\u00fchnchen so gut wie ausgestanden ist. Denn dieses Trio ist in Europa (noch, weitgehend) verboten.<\/p>\n<p>Aber Verbote sind die eine Seite der Medaille. Auf der R\u00fcckseite derselben jedoch spielen sich Dinge ab, die wahren Alptraum-Charakter anzunehmen drohen. Und dieser sich zusammenbrauende Alptraum hat einen Namen: TTIP.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>TTIP &#8211; Was und wer TTIP\u00b4t denn da?<\/h2>\n<p>Eins kann man gleich vorausschicken: Bei diesem TTIP handelt es sich nicht um Lotto-Spielereien. Die einzige Gemeinsamkeit mit dem Lotto-Spiel besteht darin, dass die Betroffenen auch bei TTIP mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Niete ziehen. Warum?<\/p>\n<p>TTIP ist die \u201eTransatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft\u201c, bei dem es sich um ein Handelsabkommen zwischen der EU und den USA handelt. Das bemerkenswerteste Charakteristikum dieses Handelsabkommens ist seine Geheimhaltung. Nat\u00fcrlich ist die Geheimhaltung des Inhalts dieses Abkommens Z\u00fcndstoff f\u00fcr eine Reihe von Spekulationen.<\/p>\n<p>Denn warum muss man so etwas geheim halten, wenn da nichts ausgebr\u00fctet wird, was den Ottonormalverbraucher wieder einmal belasten w\u00fcrde? Oder handelt es sich hier um eine Weihnachtsbescherung f\u00fcr Kinder, die ja auch bis zum Heiligabend vor den Kindern geheim gehalten wird?<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pDDkW\"><\/script><\/p>\n<p>Aber die Geheimhaltung ist absolut kein Grund zur Sorge! Ich bin sicher, dass das Abkommen die Bed\u00fcrfnisse von Industrie und Politik zu 100 Prozent zufrieden stellt. Das \u201eBundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft\u201c (bmel.de\/DE\/Ernaehrung\/SichereLebensmittel\/_Texte\/TTIP-FAQ.html) sieht das genau so:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u201e<i>Sowohl die EU als auch die USA haben eigene, \u00fcber viele Jahre gewachsene Normen, Regelungen und Verfahren. Wo diese voneinander abweichen, entstehen f\u00fcr Hersteller zus\u00e4tzliche Kosten. Zudem belasten Z\u00f6lle die deutsche Wirtschaft in Milliardenh\u00f6he. Diese Kosten werden letztlich weitergegeben und erh\u00f6hen die Verbraucherpreise.<\/i><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><i>Das Freihandelsabkommen er\u00f6ffnet durch Wegfall der Einfuhrz\u00f6lle und diverser b\u00fcrokratischer H\u00fcrden den Verbraucherinnen und Verbrauchern zudem eine vielf\u00e4ltigere Produktauswahl bei gleichbleibend hohem Verbraucherschutzniveau. <\/i><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><i>Durch die gegenseitige \u00d6ffnung der M\u00e4rkte werden Vorteile f\u00fcr Verbraucher in Deutschland, der EU und den USA erwartet, ebenso f\u00fcr Wirtschaft und Arbeitspl\u00e4tze. Das bestehende hohe Niveau der deutschen und europ\u00e4ischen Lebensmittel und Produktsicherheit wird dabei gewahrt.<\/i>\u201c<\/p>\n<p>Genau! Dieses Abkommen wird im Geheimen ausgebr\u00fctet, da so viele Verbraucher sich \u00fcber Z\u00f6lle, \u201egewachsene Normen, Regelungen und Verfahren\u201c beschwert haben.<\/p>\n<p><strong>Und wenn alle dem TTIP zustimmen, dann sinken automatisch die Verbraucherpreise, da ja die Z\u00f6lle mit allem drum und dran wegfallen! M\u00e4rchenland, ick h\u00f6r dir trapsen!<\/strong><\/p>\n<p>Der Wegfall von Zoll und anderen kostentreibenden Regularien beg\u00fcnstigt erst einmal die Industrie, die hier weniger Kosten haben wird. Damit ist noch lange nicht gesichert, dass die Einsparungen auch an die Verbraucher weitergeleitet werden. Warum auch? Die L\u00fcge von sinkenden Verbraucherpreisen und vielf\u00e4ltigerer Produktauswahl sind f\u00fcr die Politik typische Bauerf\u00e4ngerei-Formulierungen, die das bittere Ende etwas schmackhafter machen sollen.<\/p>\n<p>Und das BMEL f\u00e4hrt fort:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u201e<i>Bleibt mit TTIP das hohe EU-Verbraucherschutzniveau erhalten?<\/i><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><i>Ja. Bestehende gesetzliche Regelungen auf beiden Seiten zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher werden durch TTIP nicht aufgehoben oder ersetzt. Der Schutz der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ist nicht verhandelbar. Umwelt-, Verbraucher- und Arbeitnehmerschutz ist der &#8222;rote Faden&#8220; in dem Verhandlungsmandat, das die Mitgliedstaaten der EU-Kommission gegeben haben.<\/i>\u201c<\/p>\n<p>Das wollen wir doch alle h\u00f6ren, oder? Darum geht es doch letztendlich. Das Eine sagen, aber das Andere tun.\u00a0Das\u00a0scheint ja auch der Haupt-Bestandteil\u00a0der Politik zu sein. Hier geht es erst einmal darum, den Betroffenen auf das neue Handelsabkommen einzuschw\u00f6ren. Aber die Wende folgt auf dem Fu\u00df:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u201e<i>Sowohl in der EU als auch in den USA ist jedes Unternehmen verpflichtet, nur sichere Produkte auf den Markt zu bringen. Es haftet, wenn es einen Schaden beim Verbraucher verursacht. Die Schadenersatzsummen sind dabei in den USA erheblich h\u00f6her als in Europa.<\/i><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><i>Bestimmte Lebensmittel, Produkte, Stoffe (z. B. Lebensmittelzusatzstoffe) und Verfahren (z. B. Gentechnik) m\u00fcssen von staatlichen Beh\u00f6rden in den USA und in der EU zugelassen werden. Dabei wird wissenschaftlich gepr\u00fcft, ob ein Stoff oder Verfahren sicher ist. <\/i>\u201c<\/p>\n<p><strong>Wenn Gentechnik, Hormonfleisch etc. als \u201esicher\u201c bezeichnet werden, da ja auch die USA verpflichtet ist, nur sichere Sachen auf den Markt zu bringen, warum sind dann diese \u201esicheren\u201c Sachen bei uns verboten? Oder sind die in den USA sicher, hier aber werden sie bei Eintreffen auf europ\u00e4ischen Boden urpl\u00f6tzlich unsicher?<\/strong><\/p>\n<p>Und die Pr\u00fcfung, was sicher ist und was nicht, das wird zum zentralen Aufh\u00e4nger werden. Denn wer wird wohl bestimmen, ob Gentechnik, Hormonfleisch etc. auch nach f\u00fcnf oder zehn Jahren, trotz negativ ausfallender wissenschaftlicher Studien, sicher oder unsicher sind?<\/p>\n<p>Der kleine Mann auf der Stra\u00dfe? Wohl kaum! Vielmehr wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das, was heute obsolet und verboten ist, heimlich still und leise abgesegnet, damit dem Handel mit dem gro\u00dfen Bruder nichts mehr im Wege steht.<\/p>\n<p>Da werden dann ganze Salti mortale ausgef\u00fchrt, Ungeheuerlichkeiten, die heute schon in den K\u00f6pfen von Politik und Verbrauchern gleicherma\u00dfen verankert sind, auf dass niemand mehr Fragen stellt. Was f\u00fcr die Politik gut ist. <strong>Denn die soll ja den ganzen Drecks-Zirkus bei ihren Untertanen durchsetzen. Bleistift gef\u00e4llig? Hier:<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u201e<i>Auch f\u00fcr Schadstoffe und R\u00fcckst\u00e4nde in Lebensmitteln werden Obergrenzen auf dieser Basis staatlich festgelegt. Die Risikowahrnehmung der B\u00fcrger bei Lebensmitteln ist je nach Land unterschiedlich.<\/i>\u201c<\/p>\n<p>Schadstoffe und R\u00fcckst\u00e4nde werden heute schon nicht mehr als etwas gehandelt, was man auf Teufel komm raus vermeiden muss. Nein, die geh\u00f6ren zum Gesch\u00e4ft! Da kann man nur hoffen, dass bei einer Einigung der Grenzwerte die USA die strengeren Vorschriften haben.<\/p>\n<p>Haben sie das? Wer Hormonfleisch, Gentechnik etc. im gro\u00dfen Stil als \u201esicher\u201c einstuft, von dem kann man auch in Sachen Schadstoffe und R\u00fcckst\u00e4nde keine \u201eGnade\u201c erwarten.<\/p>\n<p>Und dass die B\u00fcrger verschiedener L\u00e4nder eine unterschiedliche Risikowahrnehmung haben, das ist aber jetzt uns\u00e4glich l\u00e4stig. Hier ist dann wieder die Politik gefragt, ihre B\u00fcrger auf ein einheitliches Wahrnehmungsniveau zu trimmen. Vielleicht w\u00e4re hier die amerikanisch Wahrnehmung auch die Bessere, da man dr\u00fcben ja keine gro\u00dfen Gedanken \u00fcber die eigene Gesundheit zu haben scheint.<\/p>\n<p>Und dann geht es weiter mit Chlorh\u00fchnchen, Hormonfleisch und Gentechnik. Das BMEL versichert an dieser Stelle, dass da alles auch so erhalten bleibt. Danach kommt die 180-Grad-Wende und das Eingest\u00e4ndnis, dass Gentechnik in Europa alles andere als verboten ist. Es gibt f\u00fcr den Import von gentechnischen Produkten rund 60 Zulassungen.<\/p>\n<p>Und man gibt zu, dass der Anbau von gentechnisch ver\u00e4nderten Pflanzen hier weiter zunehmen wird. Aber klar \u2013 das alles wird enorm streng kontrolliert. Das ist der Trostpreis f\u00fcr die Verbraucher, die dann streng kontrollierten Dreck auf ihrem Mittagstisch platziert bekommen. Mach m\u00f6chte einfach nur noch den ganzen Tag brechen&#8230;<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<h2>Warum TTIP eine tipptopp L\u00fcge ist<\/h2>\n<p>Nat\u00fcrlich ist dies eine etwas gewagte Behauptung, da dieses Abkommen noch gar nicht realisiert und umgesetzt ist. Aber es scheint etwas zu werden, was man an anderer Stelle unter \u00e4hnlichen Voraussetzungen schon durchgezogen hatte. Wo und wer war daran beteiligt? Die USA und Mexiko.<\/p>\n<p>In den USA besteht ein Gesetz, das die Delfine sch\u00fctzt, die zuvor bei dem kommerziellen Thunfischfang zu Tausenden als Beifang starben. Wer also Thunfisch a\u00df, der unterst\u00fctzte direkt eine Industrie, die den Tod von Delfinen als genau so \u201enat\u00fcrlich\u201c hinnimmt wie Schadstoffe in Lebensmitteln. Durch das Gesetz wurde dem ein Ende gesetzt.<\/p>\n<p>Die mexikanische Fischindustrie dagegen hat kein Problem mit dem Tod von Delfinen. Daher waren die Mexikaner auch nicht gewillt, ihre Fangmethoden zu \u00e4ndern. Stattdessen klagten sie gegen das amerikanische Gesetz zum Schutz der Delfine vor der Welthandelsorganisation WTO. Als Begr\u00fcndung gaben sie an, dass das Siegel f\u00fcr einen delfinsicheren Thunfischfang ein \u201eHandelshemmnis\u201c sei, da es die mexikanischen Thunfischindustrie und -exporteuere diskriminiere.<\/p>\n<p>Dabei besteht kein Verkaufsverbot f\u00fcr mexikanischen Thunfisch in den USA. Man darf seinen Thunfisch allerdings nicht mit dem zertifizierten Siegel der Delfin-Sicherheit verkaufen. Zu schlechter Letzt gewannen die Mexikaner mit ihrer Klage.<\/p>\n<p>Dieses Beispiel zeigt deutlich, \u00fcber welche Mechanismen Errungenschaften zunichte gemacht werden und kommerziellen Interessen Platz machen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Dabei ist es gleichg\u00fcltig, ob es sich um Delfine, Umweltschutz, die Gesundheit der Menschen oder sonst etwas handelt. Kollidieren diese Interessen mit den Interessen der Industrie, dann werden Hebel und Str\u00e4nge in Bewegung gesetzt, dass die Interessen der Industrie die Oberhand behalten.<\/strong><\/p>\n<p>Und TTIP ist so ein Hebel. Denn die Geheimniskr\u00e4merei um dieses Handelsabkommen l\u00e4sst keine andere Interpretation zu.<\/p>\n<h2>Alles halb so schlimm?<\/h2>\n<p>TTIP ist ein Programm, mit dessen Hilfe Chlorh\u00fchnchen, Hormonfleisch und Gentechnik in Europa ihren Einzug halten sollen. Dar\u00fcber kann sich niemand Illusionen machen. Die \u201eS\u00fcddeutsche Zeitung\u201c hat hierzu einen anschaulichen Beitrag ver\u00f6ffentlicht: \u201e<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/ttip-papiere-wie-die-us-verhandler-europas-verbraucherschutz-angreifen-1.2975009\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Wie die US-Verhandler Europas Verbraucherschutz angreifen <\/a>\u201c.<\/p>\n<p>Dementsprechend bunt sieht dann die Welt der Argumente f\u00fcr die Sicherheit und Vertr\u00e4glichkeit von all diesen Verfahren und chemischen Zus\u00e4tzen aus.<\/p>\n<p>Chlorh\u00fchnchen sind per se unbedenklich, da die geschlachteten Tiere in eiskaltes Wasser getaucht werden, das viel weniger Chlor enth\u00e4lt als das Chlorwasser im Schwimmbad. Und schon haben wir unser Argument f\u00fcr die Chlorh\u00fchnchen: Jeder Schwimmer nimmt mehr Chlor auf als beim Verzehr von zehn Chlorh\u00fchnchen. Wer sagt das? Das BfR:<\/p>\n<blockquote><p>\u201e<i>Das Chlorh\u00fchnchen ist nach unserer Auffassung nicht gesundheitssch\u00e4dlich f\u00fcr den Verbraucher &#8211; Prof. L\u00fcppo Ellerbroek, Fachmann f\u00fcr Lebensmittelsicherheit am Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung in Berlin<\/i>\u201c (aus: <a href=\"http:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/gesellschaft\/notizbuch\/chlorhuehnchen-hormonfleisch-gesundheit-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Chlorh\u00fchnchen und Hormonfleisch &#8211; Gefahr f\u00fcr unsere Gesundheit?<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich wei\u00df jetzt nicht, ob das Baden in Chlorwasser zu einer gesundheitsf\u00f6rderlichen Ma\u00dfnahme gerechnet werden kann. Aber offensichtlich ist Chlorwasser im Schwimmbad genau so akzeptabel geworden wie Schadstoffe und R\u00fcckst\u00e4nde in der Nahrung. Da kommt es auf das bisschen Chlor im Sonntagsbraten doch auch nicht mehr an, oder?<\/p>\n<p><strong>Und die paar Pestizide im Salat tun doch nicht weh, oder? Und die wenigen Hormone im Fleisch, ja was ist das denn schon?<\/strong><\/p>\n<p>Dazu gesellt sich noch die Frage, wie h\u00e4ufig gehen Sie schwimmen und wie h\u00e4ufig essen Sie H\u00fchnchen?<\/p>\n<p>Ich bin allerdings froh, dass der Artikel vom Bayrischen Rundfunk auch professorale Gegenstimmen abgedruckt hat. Ein Professor von der Ludwig-Maximilian-Universit\u00e4t in M\u00fcnchen bezweifelt einfach, dass das Chlorbad effektiv ist. W\u00e4re das Bad effektiv, dann d\u00fcrfte es keine 1,2 Millionen Salmonellen-F\u00e4lle j\u00e4hrlich in den USA geben. Weiter bef\u00fcrchtet der Professor, dass das Chlor nur der Fu\u00df in der T\u00fcr f\u00fcr noch mehr Chemie im Essen ist.<\/p>\n<p>In den USA ist Hormonfleisch so allt\u00e4glich wie das Amen in der Kirche. Und wer dagegen ist, der bekommt das fachkundige Argument eines Experten aufgetischt, der es ja wissen muss \u2013 einem M\u00e4ster aus Texas:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u201e<i>Es gibt Forschungen, in denen das Fleisch von behandelten und unbehandelten Ochsen analysiert wurde. Man hat lediglich einen Unterschied von sieben Zehntel Nanogramm festgestellt, eine sehr kleine Menge. Das ist ein Unterschied wie zwischen einem Grashalm und einem Fu\u00dfballfeld.<\/i>\u201c<\/p>\n<p>Seltsam, die Amis spielen doch kein Fu\u00dfball\u2026 Gegen die Expertise dieses amerikanischen \u201eExperten\u201c vom hormonfreien Mast-Fu\u00dfballfeld steht die Meinung eines Professors von der TU M\u00fcnchen, der sich mit Ern\u00e4hrungs- und Lebensmittelforschung befasst:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u201e<i>Ja, das sagen die Amerikaner, aber so ist es nicht. Da lief 1999 eine gro\u00dfe Studie hier bei uns am Lehrstuhl, und da konnten wir also ganz klar feststellen, dass f\u00fcnffach h\u00f6here Hormonwerte, wenn man so als Schnitt \u00fcber den ganzen K\u00f6rper geht, auftreten &#8211; Prof. Michael Pfaffl, TU M\u00fcnchen<\/i>\u201c<\/p>\n<p>Zum schlechten Schluss (wieder einmal) kommt heraus, dass es noch \u201eviele ungekl\u00e4rte Fragen\u201c gibt. Soll das etwa hei\u00dfen, dass hier die Gabe von Wachstumshormonen bei der Zucht \u00fcberhaupt noch nicht auf Sicherheit und Vertr\u00e4glichkeit untersucht worden ist?<\/p>\n<p>Eine Arbeit aus dem Jahr 2015 (<a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/26231238\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hormone Use in Food Animal Production: Assessing Potential Dietary Exposures and Breast Cancer Risk.<\/a>) best\u00e4tigt, dass die sieben \u00fcblichen Hormone in der amerikanischen Landwirtschaft so gut wie keine evidenzbasierten Tests durchlaufen haben.<\/p>\n<p><strong>Man wei\u00df noch nicht einmal, ob die Hormone und deren Metabolite sich im Gewebe anreichern und damit in relevanten Dosierungen auf den Verbrauchertisch gelangen.<\/strong><\/p>\n<p>Es ist auch nicht klar, in welchem Gewebe solche Anreicherungen besonders stark ausfallen. Wenn man dann Tests mit Gewebeproben durchf\u00fchrt, wo keine starke Anreicherung stattfinden kann, dann erhalten wir Ergebnisse von Grashalmen und Fu\u00dfballfeldern aus Texas.<\/p>\n<p>Damit schrumpft wieder alles zusammen auf den alten Nenner: Um das Gesch\u00e4ft nicht zu belasten oder sogar zu gef\u00e4hrden, werden ausgiebige Untersuchungen zur Sicherheit und Vertr\u00e4glichkeit unterlassen. Denn die sind teuer, aufwendig und k\u00f6nnten mit unliebsamen Ergebnissen aufwarten, die dann das gesamte Treiben auf Eis legen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Ob Hormonfleisch Brustkrebs beg\u00fcnstigt, das kann heute niemand sagen, da niemand danach getestet hat. Die Behauptung ist rein hypothetisch, was aber nicht hei\u00dft, dass sie unberechtigt ist. Noch hypothetischer und absolut unberechtigt ist die Behauptung, dass Hormonfleisch sicher und vertr\u00e4glich ist. Denn es gibt keine einzige Studie, die dies bezeugen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Zur Gentechnik brauche ich mich an dieser Stelle nicht weiter zu \u00e4u\u00dfern. Denn dazu hatte ich etliche Beitr\u00e4ge verfasst:<\/p>\n<ul>\n<li>Vor TTIP ist nach TTIP: <a href=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/gentechnik-in-den-koerper\/\">Gentechnik durch die Brust, \u00fcbers Auge in den K\u00f6rper<\/a><\/li>\n<li>TTIP-toes through the tulips: <a href=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/gruene-gentechnik-ist-sicher-von-wegen\/\">\u201eGr\u00fcne Gentechnik ist sicher\u201c \u2013 von Wegen!<\/a><\/li>\n<li>Wenn ich Ihnen einen TTIP geben darf: <a href=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/gentechnik-weg-2013\/\">Gr\u00fcne Gentechnik \u2013 Weg damit!<\/a><\/li>\n<li>Der Horror-TTIP: <a href=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/horrorkabinett-der-gmo\/\">Das Horrorkabinett der GMO (Gentechnisch manipulierten Organismen)<\/a><\/li>\n<li>Der L\u00fcgen-TTIP: <a href=\"https:\/\/www.renegraeber.de\/gentechnik-report.pdf\">Die Gr\u00fcne-Gentechnik L\u00fcge<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Ob Chlorh\u00fchnchen, Hormonfleisch oder Gentechnik \u2013 dies und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch andere, noch nicht bekannte Ungeheuerlichkeiten sollen per TTIP eingef\u00fchrt und umgesetzt werden. Niemand wei\u00df, ob diese \u201eNeuerungen\u201c f\u00fcr den Verbraucher unbedenklich sind.<\/p>\n<p>Die Unbedenklichkeits- und Sicherheitszertifikate sind von der Industrie selbst fabriziert und haben bestenfalls hypothetischen Charakter. Das muss dann ja auch reichen, wenn man das Gesch\u00e4ft nicht gef\u00e4hrden will. Ob das alles wirklich sicher ist, das werden wir dann in einigen Jahrzehnten erfahren, wenn ein signifikanter Teil der Bev\u00f6lkerung t\u00e4glich Produkte der Gentechnik, Hormonfleisch und so weiter zu sich genommen hat.<\/p>\n<p>Sollten dann die \u201eNebenwirkungen\u201c eintreten, die von den TTIP-Gegnern vorausgesagt worden sind, dann ist das auch kein Problem. Denn dann hat die Industrie einen weiteren Grund, gegen die so erzeugten Gebrechen weitere Medikamente auf den Markt zu werfen. Das nennt man \u201egesch\u00e4ftliche Nachhaltigkeit\u201c.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da denkt man, dass die Sache mit der Gentechnik, dem Hormonfleisch und den Chlorh\u00fchnchen so gut wie ausgestanden ist. Denn dieses Trio ist in Europa (noch, weitgehend) verboten. Aber Verbote sind die eine Seite der Medaille. Auf der R\u00fcckseite derselben jedoch spielen sich Dinge ab, die wahren Alptraum-Charakter anzunehmen drohen. 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