Illegal: Genmais auf deutschen Äckern

Eigentlich ist der Anbau von NK603 in Europa verboten, denn der Mais mit diesem Namen ist gentechnisch verändert. Dennoch gelangte er nun unter gängiges Saatgut und wurde in sieben Bundesländern ausgesät. Und das, obwohl routinemäßig Proben entnommen und im Labor auf Verunreinigungen untersucht wurden. Allerdings dauerte es in diesem Fall im Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen statt der üblichen fünf bis zehn Tage glattweg über zwei Monate, bis das Ergebnis vorlag – und da war der Mais natürlich schon auf den Äckern.

Alexander Hissting, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace fordert nun eine rasche Aufklärung und vor allem eine Entschädigung für die Landwirte, die vermutlich sämtliche Felder unterpflügen müssen, und somit einen Totalausfall zu beklagen haben. Diese Maßnahme ist jedoch nötig, damit es zu keiner unerwünschten Verkreuzung kommen kann. Hissting fordert weiter, dass auch im nächsten Jahr kein Mais auf den betroffenen Feldern ausgebracht werden sollte und diese gut beobachtet werden müssen, damit kein Mais auskeimt.

Doch zuerst müssen die Felder ausfindig gemacht werden. Laut der Süddeutschen Zeitung sind hauptsächlich Landwirte in Bayern und Baden-Württemberg betroffen, man vermutet, dass das verunreinigte Saatgut auf 800 Hektar angesät wurde.

Doch wie konnte es überhaupt dazu kommen? Der gentechnisch veränderte Mais des Herstellers Monsanto darf zwar verfüttert werden und auch in Lebensmitteln enthalten sein, aber in Europa nicht angebaut werden. Nach Erkenntnissen des Bund für Umwelt und Naturschutz unternahm der Saatguthersteller Pioneer jedoch in Ungarn Versuche mit dem gentechnisch veränderten Mais. Und Pioneer ist auch der Lieferant der verunreinigten Charge an Saatgut, die nach Niedersachsen gelangte. Allerdings lehnt das Unternehmen bislang jede Verantwortung ab und bezieht sich dabei auf eigene Untersuchungen, bei denen angeblich keine Verunreinigungen festgestellt worden waren.

Da auch das Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen bisher keinen Anlass sieht, den durch die Verzögerungen im Labor entstandenen Schaden anzuerkennen, bleibt also erst einmal der Landwirt auf dem Schaden sitzen und letztlich vermutlich auch der Verbraucher, denn NK603 wird sicher nicht der einzige „Illegale“ bleiben.

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René Gräber

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