Die Atomlüge – kritische Doku zur Atomkraft in Deutschland

Mitte 2010 befand sich die politische und gesellschaftliche Diskussion um eine Verlängerung der Laufzeit deutscher Kernkraftwerke auf einem Höhepunkt. Die Vorbereitungen der 2009 gewählten Regierung Merkel, den 2002 unter „Rot-Grün“ beschlossenen Ausstieg aus der nukleraren Energieerzeugung zu kippen, liefen auf Hochtouren – inkl. alles andere als transparenten Verhandlungen mit den Kraftwerksbetreibern, den großen deutschen Energieunternehmen.

Hieran knüpfte seinerzeit Gesine Enwald mit ihrer Dokumentation „Die Atomlüge“ an, in welcher mit stets kritischem Blick den Argumenten der Atomkraftbefürworter auf den Zahn gefühlt wird.

Eine zentrale Rolle spielt insbesondere die immer wieder gern angeführte Behauptung, die deutschen Kraftwerke würden den höchsten Sicherheitsanforderungen genügen, Umweltbelastungen oder gar Fehlfunkionen mit katastrophalen Ergebnissen seien im Grunde ausgeschlossen.

In Interviews kommen Wissenschaftler und Katastrophenschützer, aber auch Mitarbeiter und besorgte Anwohner des deutschen Pannen-AKWs Krümmel in Schleswig-Holstein zu Wort. Dass deren Ängste vor der Strahlengefahr – auch dies entgegen den Aussagen der Kraftwerksbetreiber – nicht unberechtigt sind, belegt eine im Rahmen der Doku vorgestellte Studie, welche einen Zusammenhang zwischen Leukämieerkrankungen bei Kindern und der räumlichen Nähe zu Atomkraftwerken belegt. Im Verlauf der Sendung wird sehr deutlich, dass die Atomlobby in Deutschland bestens verknüpft ist – so mancher Wissenschaftler scheint gerne bereit zu sein, als Zeuge für die Behauptungen der Energiewirtschaft aufzutreten.

Auch die weiterhin nicht zufriedenstellend beantwortete Frage nach der Lagerung des radioaktiven Abfalls wird aufgegriffen und einer differenzierten Betrachtung – wie geeignet sind die potentiellen Standorte, was wird das alles den Steuerzahler kosten und wer gewinnt am Ende wirklich dabei? – unterzogen.

Schlussendlich bleibt der schale Beigeschmack, dass in der Atomdebatte weder Politik noch Energiekonzerne mit offenen Karten spielen – dass hier vielmehr eine PR-Schlacht zugunsten finanzieller Interessen und zu Lasten der Sicherheit geführt wird. Wenn eine solche Strategie Erfolg hat, kann daraus ein falsches Gefühl von Sicherheit resultieren. Die totale Beherrschbarkeit der Atomkraft ist und bleibt eine Illusion – und mit den Ereignissen in Japan wird deutlich, dass der Beitrag weiterhin von erschreckender Aktualität ist.

 

René Gräber

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