Giftiges Gold

Es ist nicht alles Gold, was glänzt?

Die Nachfrage nach Gold ist den letzten Jahren stetig angestiegen. Die weltweite Finanzkrise und die daraus resultierende allgemeine Verunsicherung hat ihr Übriges dazu beigetragen. Viele Anleger sahen sich veranlasst, auf die nahezu krisensichere Anlageform Gold umzusteigen. Die enorme Nachfrage nach dem Edelmetall zeigt mittlerweile jedoch Auswirkungen, die für die Umwelt bedrohliche Formen annehmen.

So wurden in Peru allein in den Jahren zwischen 2003 und 2009 etwa 7000 Hektar Wald gerodet. Der Fortbestand des Regenwaldes in dem südamerikanischen Land ist dadurch extrem bedroht.

Peru ist eines der ärmsten lateinamerikanischen Länder, die Arbeitslosigkeit ist hoch und viele Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze. Aus der Sicht der Peruaner ist der Versuch, ihre Lage mithilfe der großen Goldvorkommen zu verbessern, nur allzu verständlich.

Problematisch sind allerdings die Folgen dieser Bestrebungen. Nach Angaben von Forschern sind es nicht die großen Minenbetreiber, die für die Umweltzerstörung in diesem Ausmaß verantwortlich sind, sondern die vielen kleinen Goldsucher, die kaum über die notwendigen Kenntnisse verfügen. Anhaltspunkte für das Ausmaß der Zerstörung sind Satellitenbilder der NASA, auf denen die Fläche der gerodeten Wälder nachvollzogen werden kann sowie die Importzahlen für Quecksilber, das für den Goldabbau benötigt wird. Insbesondere die Region Madre de Dios, die im Südosten des Landes liegt, ist betroffen. Die ehemals dicht bewaldete Gegend gleicht mittlerweile einer Mondlandschaft.

Der Versuch großer Teile der dortigen Bevölkerung, über die Gewinnung des Edelmetalls ihren Lebensunterhalt zu sichern, gefährdet gleichzeitig in bedenklicher Weise ihre Gesundheit und belastet die Umwelt in hohem Maße. Um Gold aus dem Gestein zu lösen, wird nämlich giftiges Quecksilber benötigt.

Arbeitsschutz ist hier allerdings kein Thema. So sind die Arbeiter beispielsweise nicht mit Atemschutzmasken ausgerüstet und atmen die giftigen Quecksilberdämpfe ungeschützt ein. Quecksilber, das bei der Goldgewinnung übrig bleibt und nicht weiter verwendet werden kann, wird in die Flüsse geleitet oder sickert ungehindert in den Boden, sodass die Region insgesamt zum lebensfeindlichen Raum geworden ist. Seitens der peruanischen Regierung wird kaum zugunsten der Natur steuernd eingegriffen, und so fordern nun Forscher, die Lieferungen von Quecksilber an Peru zu begrenzen.

Datum: Samstag, 30. Juli 2011 1:09
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2 Kommentare

  1. 1

    So ist das immer im Leben, Industriegesellschaften, in denen die Menschen schöne Wohnungen, auch im Winter rundum geheizt, haben können, 1 -2 Autos pro Familie, jede Saison neue Kleider, Stereoanlagen, mehrere Fernseher, Computer, Blackberrys, Wiis, X-Boxen alles wird nach Mode ausgetauscht, nichts nach Verschleiss, 2 x im Jahr Urlaub, Schmuck, Elektrogeräte für alles, vom Kaffekochen, über Brotbacken, Putzroboter… solche Gesellschaften können nur dann fortbestehen, wenn andere dafür die “Arschkarte” ziehen. Solidarisch werden dann zu Weihnachten 50 € auf ein Spendenkonto gezahlt und dann werden der Liebsten wieder ein paar neue Goldohrrigen geschenkt, sie hat ja nur 5.
    Solange wir nicht “umdenken”, wird sich da nichts ändern. Kein Wirtschaftswachstum mehr bitte!!!

  2. 2

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