Gentechnik-Lobbyisten als Obamas Berater?

Monsanto ist quasi das Synonym für Gentechnik. Und nun sieht es ganz danach aus, als unterstütze Barack Obama den weltweit größten Produzenten gentechnisch veränderter landwirtschaftlicher Produkte: Monsanto.

Oder warum sonst besetzt der neue US-Präsident eine Reihe von wichtigen Posten in seinem Umfeld ausgerechnet mit Personen, die dem Gentechnik-Konzern Monsanto nahestehen?

Da ist zunächst das Landwirtschaftsministerium der USA. Das Amt des Landwirtschaftsministers hat seit Januar 2009 Tom Vilsack inne. Schon früher als Gouverneur von Iowa fiel er als Befürworter der Gentechnologie auf, der die Interessen von Monsanto unterstützte.
(vgl. bio.org/news/pressreleases/newsitem.asp?id=2001_0920_01 – diese Quelle ist aber leider nicht mehr erreichbar)

Bereits während seines Wahlkampfs hatte sich Barack Obama in Bezug auf landwirtschaftliche Themen ausgerechnet von Michael Taylor beraten lassen, dem ehemaligen Vizepräsidenten des Monsanto-Konzerns. Inzwischen ist der vor zwei Jahrzehnten zunächst als Anwalt von Monsanto bekannt gewordene Taylor als wichtigster Berater im Bereich Lebensmittelsicherheit in der US-Lebensmittelbehörde tätig.
(vgl. organicconsumers.org/articles/article_18866.cfm)

Unlängst erst neu gegründet wurde das NIFA – National Institute of Food and Agriculture –, um die Vergabe von Forschungsgeldern des Landwirtschaftsministeriums zu steuern. Als Leiter wurde Roger Beachy ausersehen, Experte für Pflanzenpathologie, der einst in den 1980er Jahren an der Universität Washington mit einer virenresistenten Tomate die weltweit erste genetisch veränderte Nutzpflanze entwickelt hatte. Bisher fungierte er als Direktor des Danforth Plant Science Center – mitgebründet und finanziert von (sie ahnen es schon): Monsanto. Momentan hat Beachy für die Verteilung von Forschungsgeldern jährlich rund 200 Millionen Dollar zur Verfügung, und in den kommenden Jahren will er diesen Betrag sogar auf 700 Millionen ausweiten.
(vg.: stlouis.bizjournals.com/stlouis/stories/2009/09/21/daily53.html)

Ein weiterer neuer Name unter Barack Obama ist Islam A. Siddiqui. Der indisch-amerikanische Agrarexperte kümmerte sich bisher beim Pestizid-Herstellerverband CropLife America um biotechnologische Belange sowie um den Handel mit biotechnologischen Produkten und war in dieser Eigenschaft gleichzeitig auch Vizepräsident des Verbandes. Durch Obama nun zum obersten Chefunterhändler für alle landwirtschaftlichen Fragen der USA ernannt, soll Islam A. Siddiqui in internationalen Wirtschaftsgremien die Interessen der USA vertreten und so etwa in der WTO für den Handel mit amerikanischen Agrarprodukten werben.
(vgl. ftcldf.org/news/news-24sep2009-2.html)

Da fällt mir dann nur noch ein: YES WE CAN GENTECHNIK!

Wer sich einen grundlegenden Wandel unter Obama vorgestellt hatte, dürfte spätestens jetzt aufhorchen. Denn die Einflußnahme auf die EU und Deutschland im Bereich gentechnisch veränderter Produkte aus den USA dürfte keinen Deut nachlassen…

In meinem Gentechnik-Report lesen Sie nicht nur die überzeugenden Argumente gegen Gentechnik, sondern auch wie sich die Lobbyisten der Gentechnik-Firmen auch in Deutschland an entscheidenden Stellen in Position gebracht haben:

Datum: Donnerstag, 8. Oktober 2009 11:46
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3 Kommentare

  1. 1

    […] auch mit der Werbung für >>Gebärmutterhalskrebsimpfung und mit dem ganzen Pharma-Marketing. >>Gentechnik-Lobbyisten, >>Abkassierer und das >>Pharmakartell braucht kein Mensch – weg. Und die […]

  2. 2

    […] ist, die der Verbraucher erwartet. Er zeigt Verflechtungen zwischen FDA und Monsanto auf und die Einflussnahme des Konzerns auf Abgeordnete im amerikanischen Kongress. Journalisten werden anscheinend entweder vor den Karren gespannt oder mundtot gemacht. Kapitel 7 […]

  3. 3

    […] Aber warum sollte es bei uns auch anders sein als in den Vereinigten Staaten, wo bereits Gentechnik-Lobbyisten als Obamas Berater tätig sind? Ich hatte ja zu diesem Thema bereits den einen oder anderen offenen Brief an das […]

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