Die bittere Seite von Kitkat & Co – Palmöl für Schokoriegel vernichtet Regenwälder

Was hat KITKAT (der Schokoriegel) mit der Vernichtung der Regenwälder zu tun?

Greenpeace brachte es auf den Punkt mit diesem “Anti-Kitkat-Video”:

Indonesien hält einen traurigen Rekord: Nach China und USA erzeugt der Inselstaat den drittgrößten Ausstoß an klimaschädigenden Treibhausgasen. Hauptursache ist die rasant fortschreitende Zerstörung des Regenwaldes. Im Laufe von 50 Jahren wurde eine Fläche doppelt so groß wie Deutschland vernichtet – und die Abholzung geht weiter.

Schuld daran ist neben den Profiten mit Tropenholz auch die steigende Nachfrage nach Palmöl durch Konzerne wie Unilever und Nestlé.

„Auf frischer Tat ertappt“ überschreibt Corinna Hölzel ihren Artikel über Nestlés Beitrag zur Zerstörung des indonesischen Regenwaldes im Greenpeace-Magazin vom März 2010.

Obwohl Indonesien die Brandrodung bereits 1999 verboten hat, ist das Abbrennen von Wäldern gängige Praxis auf Konzessionsflächen von Sinar Mas, dem Hauptabnehmer von Palmöl. In der Provinz Riau auf Sumatra ließ die Unternehmensgruppe geschützte Torfwälder roden, um riesige Palmölplantagen anzulegen. Und selbst jene Regenwaldgebiete werden zerstört, in denen die vom Aussterben bedrohten Orang-Utans leben.

Der Konzern Unilever zog die Konsequenzen und kündigte Ende 2009 seinen Vertrag mit der Sinar Mas Gruppe. Zwischenhändler für Europa ist die Firma Cargill, deren Verträge mit Nestlé weiterhin bestehen. Doch Cargill wird, wie auch die Firma IOI, von Sinar Mas beliefert. Auch im Jahr 2009 bezog das Hamburger “Chocoladenwerk” (ein Unternehmen der Nestlé Deutschland AG), noch Palmöl von IOI.

„Nestlé redet sich heraus“ kommentiert Sigrid Totz die Presseerklärung des Unternehmens zu oben genannten Vorwürfen. Vollmundige Versprechen des Schweizer Konzerns, die Verträge mit Sinar Mas zu kündigen und bis 2015 nur zertifiziertes Palmöl zu kaufen, würden weder den Regenwald schützen, noch einen einzigen Orang Utan retten. Die Zertifizierung durch den 2005 gegründeten RSPO (Round Table on Sustainable Palm Oil) sei lediglich ein grünes Deckmäntelchen, das sich die palmöl-produzierenden Unternehmen umhängen als Marketingstrategie. So gelten die sowieso schon sehr laschen Kriterien des RSPO nicht für schützenswerte Seengebiete und Torfböden und würden in der Praxis nicht mal eingehalten. United Plantations beispielsweise ließ in Orang-Utan-Schutzgebieten Plantagen angelegen. Ebenfalls Mitglied im RSPO ist die zur Sinar Mas-Gruppe gehörende Firma PT Smart. Dennoch betreibt sie weiterhin die Vernichtung wertvoller Torfwälder.

Schätzungen zufolge soll sich der weltweite Verbrauch an Palmöl für Lebensmittel, Waschpulver, Reinigungsmittel und Kosmetik bis 2050 noch verdreifachen.

Wer nun meint, guten Gewissens auf Bioprodukte umsteigen zu können, wird leider durch Recherchen von „Report Mainz“ enttäuscht. Am 22. März 2010 zeigte das Magazin, dass Marktführer der Biobranche wie Alnatura, Rapunzel und Allos Palmöl von Daabon beziehen, obwohl der Konzern in Kolumbien rücksichtslos Wälder abholzen und Kleinbauern vertreiben lässt. Hier der Report:

Hier noch ein Ausschnitt einer Reportage die auf Arte ausgestrahlt wurde:

Datum: Donnerstag, 1. April 2010 6:21
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3 Kommentare

  1. 1

    Oh man, das ist schlimm.
    Ich wußte davon noch nichts.
    Also besser nichts mehr kaufen, wo Palmöl drin ist???

  2. René Gräber
    Montag, 12. April 2010 9:40
    2

    Obwohl man den vesrchiedenen Biosiegeln am ehesten trauen können sollte, scheinen auch diese hinters Licht geführt worden zu sein.

    Deswegen kann im Moment die Antwort auf Deine Frage eigentlich nur “Ja” lauten.

    Mehr zu den Biosiegeln habe ich hier geschrieben:

    http://www.gesund-heilfasten.de/blog/bio-siegel-oeko-siegel/

  3. 3

    [...] wird zum Beispiel bei der Herstellung von Schokoriegeln genutzt, wie ich in meinem Beitrag “Die bittere Seite von KitKat & Co.” berichtet [...]

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